[PEEP] Kazaam

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    Kazaam


    Verlag: Wolf-Fang P.H.
    Spieler: 2-5
    Spieldauer: 45 Minuten
    Autoren: Tomasz Z. Majkowski, MaBgorzata Majkowska


    Beschreibung Schachtelrückseite:
    Bald entscheidet der mächtige Alchemist, welcher seiner Schüler die tiefsten Geheimnisse dieser außergewöhnlichen Kunst kennen lernt. Die anderen kehren nach Hause zurück. Es beginnt eine Prüfung, bei der von den Adepten die Schaffung eines künstlichen Lebens beansprucht wird. Das Spiel „Kazaam!†ermöglicht Ihnen, die Rolle eines angehenden Alchemisten zu übernehmen, der seinen ersten Homunkulus schafft. Sie bekommen eine Gelegenheit, ein einzigartiges Wesen zu bilden. Sie stellen es zusammen, indem sie Körperteile verschiedener Wesen verwenden. Die Körperteile werden mit den alchemistischen Zutaten bezahlt. Beilen Sie sich! Die Konkurrenz schläft nicht und nur der beste Schüler des Meisters kann wirklich von einer Karriere in Alchemie träumen!“


    Zum Spielverlag:
    Ich gebe zu, von Wolf-Fang habe ich bislang noch nicht viel gehört. Schaut man sich jedoch auf deren Homepage um http://www.wolf-fang.pl/, so kann man feststellen, dass der kleine Verlag sehr viel macht, um sich und seine Spiele dem Internet-Leser vorzustellen. Die Seite des Verlags ist in 3 Sprachen (polnisch, deutsch und englisch) verfasst, alle bereits erschienenen Spiele (Kazaam, Táin, Mustang) werden vorgestellt und Spiele in der derzeitigen Entwicklungs-Pipeline angeführt. Ebenso erfährt man, dass der Verlag erst im Jahre 2003 gegründet wurde. Der Schwerpunkt war am Anfang die Vorbereitung und Herausgabe polnischsprachiger Lehrbücher für die Rollenspiele. Seit 2006 arbeitete der Wolf Fang – Verlag jedoch an der Bearbeitung und Herausgabe moderner Brettspiele. In diesem Zuge möchte ich euch nun das Spiel „Kazaam“ vorstellen…..


    Kazaam….? Was bedeutet das Wort..?
    Im Spiel Kazaam geht es darum, einen Alchemistenschüler zu verkörpern, welcher im Wettstreit mit anderen Spielern/Alchemistenschülern einen Homunkulus, ein künstliches kleines Lebewesen, erschaffen will. Nach getaner Arbeit bzw. nachdem jemandem dieses Vorhaben als erstes geglückt ist, ruft diese Person in die Runde „Kazaam“. Es ist nicht nur ein Signal für das Ende des Spiels, nein, es ist zugleich eine magische Zauberformel, mit deren Hilfe der Homunkulus zum Leben erweckt werden soll (natürlich nur im metaphorischen Sinne…oder vielleicht doch nicht…?).


    Spielaufbau
    Jeder Spieler bekommt zu Beginn des Spiels einen Charakter/Spielerfarbe zugelost. Jeder Charakter bekommt einen farbigen Plan zugeteilt, auf dem jeweils im Hintergrund ein Homunkulus dargestellt ist. Dieser Homunkulus unterscheidet sich je nach Spielerfarbe, so besitzen z.B. der violette, der orangene, der gelbe, der grüne, der blaue oder der grau-schwarze Plan einen affenartigen, einen reptilienartigen, einen teddybärartigen, einen hölzernen, einen feurigen oder einen skeletternen Homunkulus. Ebenso besitzt jeder Plan ein Abbild des Alchemistenschülers einschließlich seiner Sonderfähigkeit (links oben in der Ecke des Plans). Jeder Plan ist zudem in 9 Quadrate unterteilt, in die es im Laufe des Spiels gilt, die einzelnen Körperpartien der verschiedenen Homunkuli zu platzieren. Die verschiedenen Körperpartien (Arme, Beine, Bauch, Kopf, Schanz, Ohren) der unterschiedlichen Homunkuli werden verdeckt in die Tischmitte gelegt und gemischt. Neben dem Haufen der Homunkuli-Teile wird zudem ein Häufchen mit Spielmarken für Alchemiezutaten (Schwefel, Drachenblut, Phoenixfeder etc.) gelegt. So, das war`s auch schon mit dem initialen Aufbau. Nun zieht noch jeder 3 Karten vom Körperteilestapel, nimmt sie auf die Hand und hält sie von den anderen Spielern verdeckt: Vor einem liegt sein Bauplan für den Homunkulus (zu Beginn noch leer), in der Tischmitte die verdeckten Homunkulus-Teile, daneben die verschiedenen Alchemiezutaten, welche man für den Bau der Körperpartien benötigt und auf der Hand hält man 3 Homunkulskörperteile.


    Wie funktioniert nun das Spiel?
    Das Spiel ist denkbar einfach und daher bestens als Familienspiel tauglich. Ein Spieler hat in seinem Zug 3 Aktionen. Diese darf er für unterschiedliche Aktionen (es können auch 3 gleiche sein) gebrauchen. Als Aktionsmöglichkeiten stehen zur Auswahl:


    • Nachziehen (Hierbei nimmt man eine Karte von der Spielmitte auf die Hand. Handkartenlimit = 6 Karten)
    • Ausspielen einzelner Homunkulus-Teile von der Hand in seine eigene Auslage (hierbei muss man die Waren, welche auf den Karten in der oberen Ecke abgebildet sind, bezahlen. Danach darf man die Karte ausspielen)
    • Extraktion von Zutaten (Hier wirft man Homunkluskarten von seiner Hand auf die Ablage und erhält im Gegenzug die Waren, welche auf der Karte abgebildet sind)
    • Einsatz eines bereits ausgespielten Homukulus-Einzelteils (Hierbei dreht man das Teil mit der Bildseite nach unten und führt dessen spezifische Funktion, wie z.B. Handkarte von Gegner nehmen, Karte aus Ablagestapel nehmen etc., aus)
    • Entfernung der Markierung der Einzelteile des Homunkulus (Hierbei werde alle bereits einmal eingesetzten und dadurch umgedrehten Homukulus-Einzelteile in der eigenen Auslage auf einmal umgedreht.


    Spielende:
    Sobald ein Spieler seinen Homunkulus fertig hat, und der Spieler laut „Kazaam“ gerufen hat, wird gewertet. Jede Hand, jedes Bein und jedes Ohr in der eigenen Auslage bringen 1 Punkt, der Kopf, der Korpus und der Schwanz bringen jeweils 2 Punkte; Wenn man das Spiel beendet hat, bringt einem das 4 Punkte. Stammen alle Teile von ein und demselben Homunkulus ab, dann bringt jedes Teil noch mal 1 Punkt mehr. Ist das Homunkulusteil dasselbe, wie auf der Auslage abgebildet, dann gibt es für dieses Teil ebenso einen Extrapunkt. …so, das war`s auch schon… ;)


    Fazit:
    Mir hat das Spiel sehr gut gefallen. Hierfür gibt es verschiedene Gründe: Das Material –sowohl von der Qualität als auch vom Design, überzeugt. Hervorzuheben ist hierbei die Regel: Stimmungsvoll wird einem in 3 Regelheften (für 3 Sprachen) das Spielgeschehen nahe gebracht. Das Kartenmaterial ist zudem sehr dick und stabil. Wären doch mehr Spiele von dieser Qualität….. Einzig und allein die Auslage ist zwar graphisch durch die putzigen Homunkuli sehr schön gemacht, jedoch ist die Auslage aus einem sehr dünnen/lapprigen Papier. Das wäre weiter nicht schlimm, fällt es halt umso mehr wegen dem gegensätzlichen robusten Kartenmaterial auf. Dennoch: Gerade in Zeiten der Materialdiskussionen bei Spielen sollte dieses Spiel positiv hervorgehoben werden!


    Es ist sicherlich kein Spiel für Vielspieler oder Freaks (wenn ich den Begriff mal so gebrauchen darf), welche Aufbaustrategiespiele oder CoSims brauchen, um ihr strategisches Kalkül an den Tag zu legen.
    Kazaam ist ein Familienspiel und als solches bewerte ich es: Es macht einfach Spaß die putzigen Kreaturen zusammenzubauen. Hinzu kommt noch, dass die Körperteile der Homunkuli ebenso eine Sonderfunktion haben, die einen gewisses Maß an Aggression ins SPiel bringen und dadurch dem Spiel die nötige Würze verleiht, wenn sich giftige Blicke über dem Tisch treffen und Funken sprühen! Aber, hey! Das Leben als Zauberlehrling ist nun mal kein Zuckerschlecken!
    Vom Spielgefühl her bin ich voll überzeugt worden. Die überdurchschnittlich gute Bewertung bislang auf BGG teile ich. Es ist ein stimmungsvolles Spiel und kein „Uhrmacherspiel“, bei dem der Mechsnismus im Vordergrund steht und die Thematik um diesen gebaut wird. Ganz im Gegenteil, hier steht die Story und der Fun im Vordergrund. Aus dem Fokus eines Vielspielers und anspruchsvollem Spielstrategen würde ich jedoch 1-2 Punkte abziehen. Hingegen für spannende Familienabende eine klare Kaufempfehlung meinerseits ausgesprochen werden kann. Ich habe zwar bislang noch nicht viel von diesem Verlag gehört, werde ihn aber definitiv im Auge behalten!


    Dir könnte das Spiel gefallen, wenn Du

    • gerne Familiensspiele spielst.
    • gerne mal ein künstliches Wesen erschaffen möchtest
    • in die Welt eine Zauberlehrlings eintauchen möchtest
    • einmal ein neues Thema spielen möchtest

    5 von 5 Spielregel
    4 von 5 Spielmaterial
    4 von 5 Interaktion
    4 von 5 Einfluss
    4 von 5 Spielreiz


    Viele Grüße
    Braz


    P.S. Vielen Dank an Wolf-Fang für die Zusendung des Rezensionsexemplares!


    P.P.S. Ein Bild zum Spiel habe ich in der Galeria unter SPielmaterial hochgeladen!

    9 Mal editiert, zuletzt von Braz ()

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  • Kleiner Verbesserungsvorschlag:
    Der Link zur Webseite funktioniert nicht, weil er das "," danach mit in den Link zieht. Im Blog wird nach "http://www.wolf-fang.pl/," verlinkt, dabei sollte es "http://www.wolf-fang.pl/" sein, vielleicht ist auch überlegenswert als deutschsprachiges Blog direkt auf die deutsche Seite zu verlinken.



    Schönes Review!
    Was ich mich gerade frage ist: Werden nicht alle Spieler annähernd gleich schnell fertig?

  • Hiho Tyrfing,


    dank dir für die Verbesserung! -> Ist mir nicht aufgefallen....sollte ich das nächste Mal wohl gleich checken.....



    Zu deiner Frage: "Was ich mich gerade frage ist: Werden nicht alle Spieler annähernd gleich schnell fertig?"


    ...ist eine gute Frage!
    Die Antwort ist hierbei: Ja, annähernd! Das macht mE den größten Reiz am Spiel aus: Der Reiz besteht nämlich nicht (!) einfac so schnell wie möglich seinen Homunkulus fertig zu stellen, denn das versucht ja jeder, der Reiz liegt eher darin, den Gegner wieder abzubauen oder den Gegner zu stören, damit dieser nicht vor einem fertig wird. Das geschieht durch Aktivierung der Körperteile des Homunkulus.


    Als Beispiel sei hierbei der Schwanz genannt. Dieser hat die Sondereigenschaft, dass er gegnerische Plättchen umdreht, als wären diese aktiviert worden (bei Aktivierung/Nutzung der Sondereigenschaft eines Körperteils, wird nämlich dessen Funktion ausgeführt und das Plättchen umgedreht).
    Der Schwanz kann aber noch mehr: Bereits umgedrehte Plättchen werden vom Schwanz von der Auslage entfernt.


    Folglich muss man immer aufpassen, ob man nach seinem Zug ein umgedrehtes (=bereits aktiviertes) Plättchen liegen hat UND der Gegner schon einen Schwanz in seiner eigenen Auslage hat. Wenn er dies hat, dann wäre es ratsam, die eigenen Plättchen mit der letzten Aktion alle wieder umzudrehen, zur aktiven Seite.


    Ebenso ein sehr wichtiges Körperteil ist hierbei auch der teure aber sinnvolle Kopf, denn der Kopf verhindert Aktionen vom Gegner. Das sieht z.B. so aus: Gegner benutzt seinen Schwanz udn will mein bereits umgedrehtes Bein von meinem Plan "schlagen". Dazu aktiviert er sein Schwanzplättchen und dreht es herum. Ich habe vielleicht den Kopf und aktiviere diesen, um dem Gegner seine Aktion ins Leere laufen zu lassen. Der Gegner könnte nun natürlich in seiner 2. Aktion alle Plättchen wieder umdrehen und erneut mein Bein angreifen...hätte dafür aber alle Aktionen verschwendet, nur (!) um 1 Plättchen von mir zu entfernen......ob er dies macht, muss er selbst abwägen......


    Wie bereits gesagt: Das SPiel gewinnt durch die verschiedenen Aktionsmöglichkeiten von Kopf, Arme, Beine, Bauch, Schwanz echt an Würze und wird stellenweise richtig "böse" ;)


    Von daher nähern sich schon in etwa alle gleich dem Ziel an, den eigenen Homunkulus fertig zu kriegen, NUR heißt es nicht auch noch gleichzeitig, dass dieser Spieler gerade die meisten Punkte auch hat.....es kann ja sein, dass ich alle Teile abgelegt habe, welche mit meiner Vorgabe auf dem Plan übereinstimmen und schon bekomme ich pro abgelegtes Plättchen +1 extra....... und da haben wir wieder die Situation, dass dann der Gegner natürlich versucht, meine punktebringenden Teile zu eliminieren....ich muss mich dagegen nun rüsten, oder ihn halt selbst angreifen und schwächen.......


    Kurzum: Das Spiel hat schon einige Würze und es geht stellenweise echt knackig voran, ohne das Ganze dabei zu verkomplizieren....das SPiel bleibt einfach und klar strukturiert....das macht mE den größten Reiz bei dem Spiel aus......


    Grüße
    Braz

    Einmal editiert, zuletzt von Braz ()

  • Oh, der Einsatz der einzelnen Homunkulusteile ist mir irgendwie entgangen. :secret:


    Wenn das so ein zentrales Element des Spiels ist, vielleicht sollte man das dann im Review hervorheben?
    Wobei das natürlich so eine Sache ist - es ist mir entgangen - was im für mich schlechtesten Falle einfach nur bedeutet, dass ich besser lesen sollte :weia:

  • *hehe ;)


    Nein, da ist dir echt nichts entgangen .... es ist halt nur so, die Aktivierung des Homunkulus ist 1 Aktion von 5....in unseren Spielen war jede Aktion wichtig, NUR gegen 3/4 des Spiels wurde halt bei uns immer mehr die Aktion mit den Körperteilen genutzt....was aber immernoch 1 der 3 möglichen Aktionen, die man machen muss, ist.


    Daher würde ich eher sagen, dass das zentrale Element des Spiels weiterhin die Ablage und die Vervollständigung der eigenen Auslage ist.....die "Würze/Schärfe" hingegen durch die Aktion der Körperteile hinzukommt. Aus diesem Grund habe ich es auch nicht so als zentrales Element beschrieben, denn es ist schon ein wichtiges Element, aber ob es ein zentrales Element ist, mag ich mal nicht behaupten.....denn die Aktion gewinnt an Gewichtung, je länger das Spiel geht...und ist mE fast am Anfang des Spiels sinnlos...
    Aus diesem Grund habe ich genau dieses Aktion (1 aus 5) auch nur als Aktion dargestellt und nicht als zentrales Element bezeichnet.


    Viele Grüße
    Braz

    3 Mal editiert, zuletzt von Braz ()

  • Ähm, ja. Es ist eigentlich genauso, wie du es beschreibst.
    Das was ich meinte, damit man meine Logik auch mal als Aussenstehender versteht, war:


    Auslage vervollständigen ist das zentrale Element
    - da kann man sich nicht sonderlich hervortuen, da hier alle versuchen schnellstmöglich nach vorne zu kommen -
    also streichen wir das. Das Nächste wo man sich hervortun kann, sind also die Aktionen der Teile, damit wäre dass dann "zentral"...
    Was ich da als "zentral" bezeichnet habe, ist das zentrale für mich - die "Würze des Spiels", wie du schön schreibst ;)


    Immerhin hast du es geschafft, dass ich das Spiel von der Beschreibung schonmal nett finde. Als Familienspiel hat es zwar keine Chance ein anderes aus meinem Regal zu vertreiben (d.h. ich würde es nicht kaufen), aber ich bin auch nicht die Zielgruppe.
    Würde es nun aber tatsächlich gerne mal spielen, klingt spaßig. Was will man mehr für ein Spiel :dance3:


    Verspielte Grüße
    Tyrfing

    Einmal editiert, zuletzt von Tyrfing ()

  • hey Braz, gute Rezi


    ich habe dabei gemerkt, deine Rezi deckt sich in vielen Momenten mit meiner ab, wobei du es natürlich nicht wissen konntest, da die meine auf Polnisch verfasst ist.


    Das bedeutet nun, dass wir beide das Spiel ziemlich hoch bewertet haben - und das voneinander unabhängig.


    Dies freut mich umso mehr, dass ich der Meinung bin, die Rezensenten irren sich allzu oft und beurteilen allzu oft subiektiv .


    Zwei ähnliche Rezis, in zwei anderen Sprachen, aus zwei anderen Ländern. Toll :-)

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