Fridays/Scientists for future

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  • Sehr glaubwürdig aus dem Mund einer Frau deren CO2 Fussabdruck mit 20 Jahren größer ist als der meines Opas

    Warum kommt dieses Argument immer? Warum wird auf die gezeigt, die etwas bewegen wollen, auch wenn sie nicht perfekt sind? Es wird das Engagement von Leuten, die versuchen wenig Verpackungsmüll zu produzieren nicht als Gedankenanstoss genommen über sein eigenes Verhalten nachzudenken. Stattdessen wird lieber mit dem Finger drauf gezeigt und gesagt: "Ha! Ich habe gesehen, wie du vor 2 Jahren einen verpackten Schokoriegel gekauft hast. Du bist nicht konsequent und ich kann dich deshalb nicht ernst nehmen."

    Mir ist jede Person lieber, die sich dieser Problematiken bewusst ist, als meine Oma, die nur deswegen einen kleineren Fußabdruck hat, weil sie keinen Führerschein hat. Trotzdem geht ihr die Umwelt am Hintern vorbei.

    Dass ich mich bei solchen Themen zufälligerweise "richtig" verhalte ist deutlich unwahrscheinlicher als andersherum.

    Ach ja? Definier mir "normal"!

  • Zum Einstieg direkt mal mit entlarvendem Vokabular ad hominem „argumentieren“, dabei dem Kern der Sache oder den tatsächlich gestern im Fokus stehenden Protagonisten kein einziges Wort widmen und bloß nicht auf Inhalte oder Argumente eingehen. Läuft!


    ><((((*>


    Guten Appetit :)

  • Warum sollte ich dagegen argumentieren? Ich habe nichts gegen Klimapolitik aber wer predigt sollte halt glaubwürdig sein . Mir sind Menschen die Wasser predigen und Wein saufen nicht sehr sympathisch, vielleicht liegt es daran. Anderen zu erzählen was für ein toller Hecht ich bin weil ich ja auf so viel verzichte und dann aber in Wirklichkeit die golden Karte für Vielflieger besitze, kann man machen muss man aber nicht gut finden. naja egal kann ja jeder von halten was er will.

  • HansVonDampf

    Ich bin auch 2015 nach Kalifornien geflogen, bin früher kurze und weite Strecken mit Auto/Motorrad gefahren, hab viel geraucht und hatte keinen Blick für die Umwelt.


    Ich habe mich seitdem sehr verändert, bin seitdem nicht mehr geflogen und habe das auch nie wieder vor (habe aber auch keine Verwandten im Ausland wie diese junge Dame), habe kein Auto/Motorrad mehr, rauche nicht mehr, vermeide Plastikmüll, ernähre mich größtenteils vegan (ansonsten vegetatisch), unterstütze Unverpacktläden, beziehe meinen Strom vom Ökostromanbieter, fahre jede Woche insgesamt ca. 50km mit dem Rad (davon 30km für die Arbeit), etc.pp

    (bin trotzdem kein Esoteriker (mit solchen Quark-Verwürfen muss ich mich auch rumschlagen :/))


    Ist mein "Wahrheitsgehalt" jetzt weniger wert, weil ich nicht, von Geburt an, das (aus meiner Sicht) Richtige getan habe?


    Umdenken -> Anpassen -> Besser machen

    und wenn es nur sehr kleine Schritte sind.

    Kleine Schritte in die richtige Richtung, sind wesentlich besser als große oder keine Schritte in die falsche Richtung. :sonne:

    2 Mal editiert, zuletzt von Krazuul ()

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  • Ich gebe HansVonDampf soweit recht, dass sehr auf die eigene Glaubwürdigkeit ankommt, wenn man andere davon überzeugen will sich zu ändern.


    Es würde meiner Meinung nach glaubhafter rüberkommen, wenn die Schülerproteste auch regelmäßig am Wochenende stattfinden würden. In der Form ist es jedoch ein leichtes zu behaupten, dass viele Schüler (bestimmt nicht alle) nur protestieren, um keinen Unterricht zu haben. Ich hätte damals auch für rosafarbende Schuluniformen demonstriert, wenn ich dafür Freitags nicht in die Schule hätte gehen müssen und dafür auch noch von der Bundeskanzlerin gelobt worden wäre.


    Ich will das Engagement gar nicht kleinreden, nur benötigt es eine gewissen Authentizität, wenn man andere mitreißen will. Daher sollte man sich sehr gut überlegen, wen man in die erste Reihe stellt. Ist die Glaubwürdigkeit einer Bewegung erst einmal untergraben, gehen auch die ganzen richtigen Argumente zusammen mit ihr unter. Das habe ich schon zu oft beobachtet.


    Mir liegt das Thema wirklich am Herzen und genau deshalb gebe ich auch HansVonDampf insoweit recht, dass es sicher bessere Personen für die "erste Reihe" gegeben hätte.

    3 Mal editiert, zuletzt von BlackTears ()

  • BlackTears : Auch wenn Du inhaltlich möglicherweise recht hast, ist doch genau dass passiert, was hier nicht passierenen sollte: Es wird über die Glaubwürdigkeit einer Teilnehmerin der Pressekonferenz gepostet. Dabei geht es doch darum, dass über 12000(!) Wissenschaftler die Positionen der streikenden Schüler unterstützen und unsere Politiker zum sofortigen Handeln auffordern.

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  • hedisch : Genau das wollte ich damit doch ausdrücken. (schein mir nicht geglückt zu sein);)

    Man macht es den Kritikern in der jetzigen Form viel zu einfach dagegen zu argumentieren. Wenn sich die Kritiker darüber beschweren, dass gerade eine Vielfliegerin das Aushängeschild der Protestbewegung der deutschen Schüler(-innen) ist, dann muss man ihnen auch zugestehen, dass sie nicht ganz unrecht mit der Kritik haben. Und schon konzentriert sich niemand mehr auf die 12.000 Wissenschaftler, sondern auf unbedeutende Nebenkriegsschauplätze. Natürlich wird jetzt schnell das Argument kommen, dass Kritiker immer etwas finden werden, auf das sie sich stürzen können. Das stimmt! Man muss es ihnen jedoch auch nicht so einfach machen.


    Man hätte sie nur in die erste Reihe stellen dürfen, wenn sie glaubhaft versuchen würde ein Zeichen zu setzen. Ein Extrembeispiel wäre zum Beispiel, wenn sie von nun an darauf verzichten würde ihre Familie in den U.S.A zu besuchen, weil ihr das globale Klima wichtiger ist. Das wäre ein extrem großes Opfer und würde die Dringlichkeit sehr gut aufzeigen. Natürlich kann und will ich von ihr so etwas nicht verlangen.

    Jedoch wären auch schon kleine Zeichen ein guter Anfang. Wie viele der demonstrierenden Schüler wäre denn beispielsweise bereit nur noch einmal im Monat den Fernseher (egal ob für Videospiele oder fernsehen) anzumachen? Oder vielleicht besser noch: Wie viele der Schüler wären bereit ihr Smartphone nur am Wochenende zu nutzen? Ich glaube nicht viele. Die Schule für eine Demonstration zu „schwenzen“ ist in meinen Augen kein wirkliches Opfer und zeigt der Welt dadurch auch nicht wie ernst es ihnen damit ist.


    Auch wenn es vielleicht anders wirkt, will ich sicher niemanden für den persönlichen Einsatz für ein besseres Klima kritisieren. Ich kritisiere lediglich die Auswahl der repräsentierenden Personen und die Art der Umsetzung, weil ich hier verschenktes Potential sehe und das finde ich mehr als schade.

  • Erstens ist es kein Argument zum Thema, wenn eine (!!) der Sprecherinnen angegriffen wird, sondern ein reines Ablenkungsmanöver.


    Zweitens ist Dein Argument: Die Schüler wollen nur schwenzen. eine reine Vermutung. Das mag für Dich in Deiner Schulzeit gegolten haben und vielleicht auch für Deinen Bekanntenkreis - aber daraus einen Generalverdacht auf all diese Schüler abzuleiten ist ziemlich vermessen. Oder hast Du belastbare Studien dazu?


    Zu behaupten, Demonstrierende wären ja eigentlich gar nicht dafür ist - ohne Beleg - ziemlich schlechte Diskussionskultur.

  • Erstens ist es kein Argument zum Thema, wenn eine (!!) der Sprecherinnen angegriffen wird, sondern ein reines Ablenkungsmanöver.

    Aber ein Ablenkungsmanöver das anscheinend funktioniert. Nichts anderes sage ich. Alle stürzen sich auf Nebenkriegsschauplätze und das hätte man in der Form vermeiden können.

    Zweitens ist Dein Argument: Die Schüler wollen nur schwenzen. eine reine Vermutung. Das mag für Dich in Deiner Schulzeit gegolten haben und vielleicht auch für Deinen Bekanntenkreis - aber daraus einen Generalverdacht auf all diese Schüler abzuleiten ist ziemlich vermessen. Oder hast Du belastbare Studien dazu?

    Belastbare Studien? Ernsthaft? Brauchen wir bald für alles eine Studie, damit man überhaupt darüber reden darf?

    Auch hier wäre es von der Schülerschaft ein leichtes den Kritikern in diesem Punkt den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das wird nur leider nicht getan. Und genau das kritisiere ich. Natürlich soll und kann man nicht jeden auf Punkt von Kritikern eingehen, aber im diesen Fall wäre es doch ein leichtes allen das Gegenteil zu beweisen und dadurch wäre das Statement noch stärker.

    Zu behaupten, Demonstrierende wären ja eigentlich gar nicht dafür ist - ohne Beleg - ziemlich schlechte Diskussionskultur.

    So ziemlich jede Diskussion beinhalten einen Großteil persönlicher Meinung. Wenn ich für etwas einen Beleg habe, brauche ich keine Diskussion mehr, sondern stelle es als Fakt in den Raum.


    Das meine Meinung so ausgelegt wird, als wäre ich gegen die Aktion, war mir im Vorfeld bereits klar. Gut gemeinte Aktionen zu kritisieren kommt selten gut an. Kritikfähigkeit ist allgemein ein sehr großes Problem in Deutschland. (Oha! Schon wieder eine Verallgemeinerung)

    Meine einzige Intention besteht darin Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ich würde nie einen einzelnen Schüler für seine Teilnahme kritisieren. Im Gegenteil, ich finde das Engagement extrem gut. Das einzige was ich ausdrücken will, ist, dass das Problem mit der fehlenden Authentizität nicht von ungefähr kommt und man die Authentizität der Aktion mit einfachen Mitteln erheblich stärken könnte.

  • Freitag der 8. März war in Berlin (erstmals) Feiertag. Laut radio eins nahmen über 500 Schüler an der Fridays for Future-Demonstration an diesem Tag teil.

    Laut Wikipedia waren es am 25.01 noch 5.000. Zufall?


    Natürlich kann das verschiedene Gründe haben und selbst wenn es den meisten nicht einfach nur darum geht zu Schwänzen. Es geht mir um das Bild, das vermittelt wird.

    2 Mal editiert, zuletzt von BlackTears ()

  • Ich frage mich immer, warum die Kritiker der Schüler, die jetzt für den Klimaschutz auf sie Straße gehen, von eben jenen Schülern verlangen, dass sie mit ihren 14, 15, 16 Jahren schon eine 100% fehlerfreie Lebensweise und konsequentes Weltbild entwickelt haben müssen, bevor sie sich für etwas engagieren.

    Es wird ständig versucht, die Bewegung lächerlich zu machen und mit dem Finger auf einzelne Personen gezeigt. In den Kommentarspalten kommt häufig etwas wie: "Oh, die kleine Greta hat ja ne Jacke mit ganz viel Plaste und Elaste dran und nutzt ein Handy Kobalt, dass in irgendeinem schmutzigen Tagebau Chile gefördert wird, während Papa sie mit dem Auto zum Reitunterricht fährt, wo doch jeder weiß, das Pferde das Klima kaputt furzen."

    Eigentlich sollte man diese Kinder verdammt ernst nehmen. Sie sind engagiert und gehören zu der Generation, die bald das erste Mal mit an die Wahlurnen geht.

    Ich finde auch nicht, dass die Proteste glaubwürdiger wären, wenn die Schüler in ihrer Freizeit demonstrierten. Im Gegenteil. Die Freitags-Aktionen verleihen den Protesten Nachdruck und Aufmerksamkeit. Protest nutzt niemandem etwas, wenn er Teilen der Gesellschaft nicht weh tut.

    Ich spüre die Macht in mir.


    Könnte aber auch Hunger sein.

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  • Protest nutzt niemandem etwas, wenn er Teilen der Gesellschaft nicht weh tut.

    Eine Nachfrage habe ich dann doch noch. Wem tun denn die Proteste von Schülern an einem Freitag weh, außer den Schülern selbst?

    Wenn ich Politiker wäre und mir eine Bande aufsässiger Schüler wegen verfehlter Klimapolitik den Hintern heiß macht, dafür gegen die Schulpflicht verstößt und man nur ohnmächtig zuschauen kann, dann wäre mir das zumindest unangenehm.


    Und daran, wie in den sozialen Netzwerken über diese Schüler diskutiert wird erkennt man doch auch, dass sich nicht nur Politiker von der Fridays for Future- Bewegung gestört fühlen.

    Ich spüre die Macht in mir.


    Könnte aber auch Hunger sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Lighthammel ()

  • yzemaze

    Hat das Label ausgelagert hinzugefügt
  • [Mod]

  • Wenn ich Politiker wäre und mir eine Bande aufsässiger Schüler wegen verfehlter Klimapolitik den Hintern heiß macht, dafür gegen die Schulpflicht verstößt und man nur ohnmächtig zuschauen kann, dann wäre mir das zumindest unangenehm.


    Und daran, wie in den sozialen Netzwerken über diese Schüler diskutiert wird erkennt man doch auch, dass sich nicht nur Politiker von der Fridays for Future- Bewegung gestört fühlen.

    Ich kann die Sichtweise verstehen, nur fühlen sie sich wirklich gestört? Ich habe irgendwie einen anderen Eindruck, wenn Merkel ihnen auf die Schulter klopft. Und ihnen zu verstehen gibt, wie toll sie das machen.

  • Ich habe mich nie aus Verallgemeinerungen herausgenommen. ;)


    Mir geht es auch eher darum, dass ich mich für etwas verteidigen muss, was ich so nicht gesagt habe. Ich habe nicht gesagt, dass ich die Bewegung schlecht finde. Ich habe nicht gesagt, dass ich nicht glaube das es überhaupt irgendetwas bringt.

    Ich habe lediglich gesagt, dass der Wochentag für die Außendarstellung (und darum geht es doch bei einer Protestbewegung) schlecht gewählt ist und das ich die Personenauswahl für der ersten Reihe für die falschen halte.

    Mir wurde dann in den Mund gelegt (da ich ja augenscheinlich auch ein Kritiker bin), dass ich der Meinung bin, dass die Aktivisten "100% fehlerfreie Lebensweise und konsequentes Weltbild entwickelt haben müssen" und dass ich mich selbst nicht engagiere. In habe überhaupt keine Lust in diese Ecke gestellt zu werden, nur weil ich zwei Dinge genannt habe, die man aus meiner Sicht optimieren kann.

    Wenn das auch fehlende Kritikfähigkeit ist, dann siehe meine Antwort weiter oben. ;)

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  • Wenn ich Politiker wäre und mir eine Bande aufsässiger Schüler wegen verfehlter Klimapolitik den Hintern heiß macht, dafür gegen die Schulpflicht verstößt und man nur ohnmächtig zuschauen kann, dann wäre mir das zumindest unangenehm.


    Und daran, wie in den sozialen Netzwerken über diese Schüler diskutiert wird erkennt man doch auch, dass sich nicht nur Politiker von der Fridays for Future- Bewegung gestört fühlen.

    Ich kann die Sichtweise verstehen, nur fühlen sie sich wirklich gestört? Ich habe irgendwie einen anderen Eindruck, wenn Merkel ihnen auf die Schulter klopft. Und ihnen zu verstehen gibt, wie toll sie das machen.

    Da gebe ich Dir recht. So lobt man Dreijährige, die einem ein krakeliges Bild gemalt haben. Aber Aussagen, wie die vom Lindner (siehe Post vom Red_Leader ) finde ich einfach nur arrogant. Altmaier hingegen scheint ziemlich angefressen:

    Ich spüre die Macht in mir.


    Könnte aber auch Hunger sein.

  • Mir wurde dann in den Mund gelegt (da ich ja augenscheinlich auch ein Kritiker bin), dass ich der Meinung bin, dass die Aktivisten "100% fehlerfreie Lebensweise und konsequentes Weltbild entwickelt haben müssen" und dass ich mich selbst nicht engagiere. In habe überhaupt keine Lust in diese Ecke gestellt zu werden, nur weil ich zwei Dinge genannt habe, die man aus meiner Sicht optimieren kann.

    Wenn das auch fehlende Kritikfähigkeit ist, dann siehe meine Antwort weiter oben. ;)

    Sorry, mein Post bezog sich nicht explizit auf Dich, BlackTears , sondern auf die Diskussionen, wie sie in den Kommentarspalten der Facebookauftritte der großen Tageszeitungen aufgeführt werden. Dir etwas in den Mund zu legen war nicht meine Absicht, deswegen an dieser Stelle meine Bitte um Entschuldigung. Dass Du grundsätzlich mit der Idee sympathisierst, hast Du ja deutlich gesagt.

    Ich spüre die Macht in mir.


    Könnte aber auch Hunger sein.

  • Danke, aber eine Entschuldigung ist nicht notwendig. Ich nehme hier nichts persönlich, auch wenn es vielleicht durch meine Art ab und zu so wirken mag. Ich wollte nur klarstellen, warum ich einige Punkte nicht eingehen will. Von meiner Seite ist alles gut. ;)

  • Die Wahrheit ist unabhängig vom Überbringer.


    Wer also immer noch guckt, wer es sagt statt was er sagt, hat es einfach nicht gerafft.

    Das hat auch nix mit Wasser predigen und Wein saufen zu tun, sondern damit, dass es eine Unart ist den ggf. vermeintlichen Fehler hervorzuheben statt die eigentliche Aussage zu thematisieren. Wenn diejenigen mal auch hervorheben würden, dass der Überbringer etwas richtig macht. Nein, es wird immer der Fehler gesucht, um die eigentlich Aussage abzuschwächen. Das bezeichne ich als Charakterschwäche und nicht als angebrachten Skeptizismus.


    :mauer:

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  • War heute in Berlin und habe auf dem Bahnhof viele anreisende Schüler gesehen. Sicher ist es für einige auch nur ein cooles Happening, aber das war es bei anderen Protestbewegungen auch für einen Teil der Teilnehmer. Erstaunlich fand ich aber das junge Alter zu sehen. In der Schule ist Aufsichtspflicht zu gewährleisten und Holland in Not wenn eine Stunde ausfällt, aber hier lassen die Eltern ihre Kids los. Alles Kinder ohne Helikoptereltern? Und was machen die daheim gebliebenen eigentlich???

    "Ich bin ein Gegner der Religion. Sie lehrt uns damit zufrieden zu sein, dass wir die Welt nicht verstehen." Richard Dawkins

  • Alles Kinder ohne Helikoptereltern? Und was machen die daheim gebliebenen eigentlich?

    Safety in numbers. In Köln kamen auf 10.000 Demonstrierende gerade mal „rund 50 Polizisten“ – um den Verkehr zu regeln.

    Welche „daheim gebliebenen”? Die nicht streikenden sind zur Schule gegangen.


    Wenn ich Politiker wäre und mir eine Bande aufsässiger Schüler wegen verfehlter Klimapolitik den Hintern heiß macht, dafür gegen die Schulpflicht verstößt und man nur ohnmächtig zuschauen kann, dann wäre mir das zumindest unangenehm.

    So wird das aber nix mit einem Ministerium ;) Dafür muss man beim „Bad“ in der buhenden Menge schon lächeln und winken können.


    23.000 Unterschriften für Scientists for Future – Respekt.

    Den Schätzungen nach waren über 300.000 Menschen im Rahmen von Fridays for Future allein in Deutschland auf den Straßen (bei Wind und Wetter und in Hamburg i. ü. trotz Ferien ca. 10k). An über 1500 (2000?) Orten weltweit ebenfalls Demos, mal klein, mal groß (Milan angeblich 100k) und sogar in der Antarktis – dort aber nur Profis:


    Die roten Marker in der Karte sind spezielle Veranstaltungen für den heutigen weltweiten Aktionstag. Ich finde sowohl Anzahl als auch Verteilung durchaus beeindruckend. Nur ging der Aktionstag angesichts des Terroranschlags in Christchurch fast schon unter. Und die jeweilige Nachrichtenlage ist nur eine von vielen Unwägbarkeiten in Sachen Zukunft der Fridays for Future (Einschätzungen eines Soziologen und Protestforschers Ende Januar). Mal sehen, ob der Schwung von heute mitgenommen und der Druck auf die Politik weiter erhöht werden kann (nano von heute dazu).

    2019 dürfte sowieso in mancher Hinsicht zur Nagelprobe für die Bundesregierung werden. Dabei wird sich unweigerlich zeigen, wie ernst es die Beteiligten mit Klimaschutzgesetz und Klimakabinett meinen. DE war ja schon mal Vorreiter in Sachen Klimapolitik und das Potential ist nach wie vor vorhanden. Es bleibt zu hoffen, dass die Stimmen der Experten laut bleiben und gehört werden, da es wohl noch einen langen Atem brauchen wird, bis sich die Einsicht, dass gute Klimapolitik Bedingung für alles andere ist, weit genug und vor allem nachhaltig verbreitet.


    Wie wichtig der richtige Zeitpunkt manchmal sein kann, zeigt sich auch bei der Nobelpreisnominierung: Lisa Badum (MdB, Grüne) hatte schon Anfang Februar veröffentlicht, dass sie eine Nominierung eingereicht hat. Schlagzeilen gab’s kaum.

    So abstrus es manchen auch erscheint, Greta Thunberg (jetzt schon) für den Friedensnobelpreis zu nominieren oder gar damit zu ehren, weder Klimaschutz als Hauptgrund noch eine Auszeichnung nach einer eher kurzen Wirkungszeit wären ein Novum: 2007 IPCC & Al Gore und 2009 Barack Obama (1 Jahr nach Wahl, 9 Monate im Amt).

    Falls die Proteste anhalten sollten und sich dadurch tatsächlich möglichst weltweit auf politischer Ebene etwas bewegen sollte, dürften geradezu zwangsläufig einige Ehrungen folgen. Je größer der Effekt, desto wahrscheinlicher wird auch der Friedensnobelpreis für Greta Thunberg und Fridays for Future. Schließlich dürften nach heutigem Kenntnisstand (meine Basis: IPCC & Co.) die Folgen des Klimawandels langfristig betrachtet wohl eine der größten Gefahren für den Frieden darstellen.



  • Gutes Argument:


    Aber es geht auch weniger feinsinnig ;) 25. Januar, Berlin:

    Und dann sind da noch Keanu, 10, und Zoe,7, aus der Nähe von Gießen, die professionell gesichert auf einem Baum hocken. "Damit man uns besser sieht", sagt Zoe, "wir sind ja sehr klein." Die Geschwister haben die Eltern überredet, hierher zu fahren. Sie sind sauer auf die Politiker. Auf ihrem Banner steht: …

    Quelle: #FridaysForFuture school strike | GORDON WELTERS | Photographer | Germany | Berlin | +49-170-834 66 83 mit einigen Plakatfotos.

  • Hallo yze

    Aber es geht auch weniger feinsinnig

    alles was recht ist. Und ich bin weder ein Streiter dafür noch dagegen. Aber die Aktion könnte auch ehrlich geführt werden. Der Spruch hat Witz und das Plakat ist akkurat ausgeführt. Das einzige was nicht auf das Bild dazu passt, sind die Kinder. Macht es leider nicht eher den Eindruck einer Alibiveranstaltung der Eltern? Wofür ist das gut? Was ist in diesem Fall daran besser, als dass sich die Eltern da hinstellen und sich für ihre Kinder eine bessere Zukunft wünschen?

    Liebe Grüße
    Nils

  • Wenn die Kids den geregelten Alltag sprengen, weil die Erwachsenen dafür sorgen, dass es bald keine Tage mehr gibt, isses halt was anderes. Diejenigen, die es explizit angeht, werden hier sichtbar. Und das ist großartig. Mich wundert es kein Bisschen, dass es auch hier genug Stimmen gibt, die den Protest wegschieben wollen in Zeitfenster, wo es keinen mehr stört.


    Genau das ist aber der Punkt - es soll stören, es soll auffallen - und das muss es auch. Wenn wir die Kurve nicht kriegen, wirds sehr bald sehr viel ungemütlicher, als dass im Sommer nur der Rhein leer läuft.


    Nur die Greta tut mir leid. Da wird einem einzelnen Mädel jetzt soviel aufgebürdet - sie kann die Welt nicht alleine retten. Sie mit so viel medialer Aufmerksamkeit zu überhäufen und ihr buchstäblich die Welt auf die Schultern zu legen, ist richtig mies. Ich hoffe sehr, dass sich weltweit auch andere junge Menschen zeigen, die nach vorn treten, laut werden und alle anderen aufrütteln. Und wir alten Säcke sollten nach Möglichkeit alles tun, um sie zu unterstützen.

  • Fun Fact aus meinem Arbeitsumfeld:


    3 von 5 kannten weder Greta noch hatten sie was von den Klimademos gehört. Und einer der 2 die davon gehört hatten auf meine Frage ob seine Kinder da mitmachen: "Soweit kommt's noch dann gibt's eine an die Backen".


    Auf dem Land besteht also noch Aufklärungsbedarf. ;)

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