Allergieauslösendes Spielmaterial

Tragt Euch bei Interesse bitte hier ein:
Mini-Sammelbestellung Kickstarter Kemet Blood and Sand
  • Hallo zusammen!

    Meine Frage und Anmerkung gilt Spielmaterial.

    Mich würde interessieren, ob es nur mir so geht, oder ob andere ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Auslöser sind für mich ein paar Spiele, bei denen das Spielmaterial allergieauslösend bei mir war bzw. bei denen das Spielmaterial so penetrant (nach Chemie) stinkt, dass man es drinnen eigentlich gar nicht spielen mag/kann - jedenfalls nicht, ohne zu lüften ;-).

    Beispiele:

    1. Onitama

    Die Spielmatte hat extrem nach Gummi gestunken, wie auch das gesamte Material aus der Box. Der Gestank hing bei uns richtig in der Wohnung, auch als das Spiel wieder eingepackt war. Abwaschen der Matte und Auslüften auf dem Balkon haben das nicht besser gemacht. Abgesehen von diesem penetranten Gummigestank, von dem wir richtig Kopfschmerzen bekommen haben, hat die Gummimatte an meinen Händen eine rote, juckende allergische Hautreaktion ausgelöst.


    2. Mythos Tales

    Das Material, die Zeitungen und das Buch für Notizen der Ermittler... das alles stinkt extrem chemisch und macht Kopfschmerzen.


    3. Kepler

    Das Spielmaterial (Karton, Spielplan...) stinkt extrem, nach Klebstoff/Chemie. Auch davon kriegen wir Kopfschmerzen... ebenso brennen und tränen meine Augen und ich habe Niesattacken.


    4. Defenders of the Realm

    Für DotR habe ich Erweiterungspacks mit Miniaturen für die Gegner gekauft. Das Plastik stinkt entsetzlich. Wir benutzen wieder nur die langweiligen Pröppel aus dem Originalspiel und nehmen nur die neuen Werte der Erweiterungen, weil die Minis so extrem gestunken haben, dass wir damit nicht spielen mögen.


    Habt ihr so etwas auch schon bemerkt bzw. Spiele/material nicht benutzt oder benutzen können, weil es so chemisch gestunken hat?


    Ich habe bisher auch nirgendwo herausfinden können, ob es irgendwelche Standards oder Tests für Plastikminis, Spielmaterial, Matten etc. bezüglich chemischer Belastung gibt. Das meiste ist ja Importware von irgendwo her... Hat jemand Informationen dazu?


    Verspielte Grüße

    Ninifee

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  • Hallo,


    ich bin total gegen Kniffel allergisch. Wenn dieses sinnentleerte Gewürfel auf den Tisch kommt, bekomme ich Ausschlag und spontanes Nasenbluten. Außerdem löst es spätestens ab der 2. Runde Migräne aus; erst bildet sich eine Aura im Blickfeld, dann stechender Schmerz über den Augen. Ich habe noch nicht herausgefunden, ob es durch den akustischen Reiz oder die Kombination Kunststoff (Würfel), Leder (Würfelbecher) und Papier ausgelöst wird.

    Das Problem ist sofort weg, wenn ein richtiges Spiel auf den Tisch kommt. Sofortige Heilungschancen bieten Spiele mit wenig Würfelei oder es sind zwar Würfel enthalten, aber dann muss das Ergebnis auf einem CRT mit mindestens zwei weiteren Tabellen zur Ermittlung der DRM abgelesen werden...


    Spaß beiseite...

    Lustig, dass Du gerade diesen Post eröffnest, wo ich unter einer ziemlich nervig juckenden Kontaktallergie dank wochendlicher Gartenarbeit leide...


    Es scheint so, dass Dein Körper eher stark auf spezielle Gerüche und Kontakt reagiert. Im Gegensatz zu mir, aber anscheinend eher auf chemische Stoffe PP, PE, PVC, PU etc. - bemerkst Du das im Alltag auch?


    Ich hatte vor einigen Jahren im Ausland Sortierkästen bestellt, die so nervig gerochen haben, dass ich sie nicht benutzen wollte. Ich habe sie dann weiterverkauft.


    Bei einigen Spielmatten hatte ich einen starken chemischen Geruch, der aber durch intensives Lagern auf der Terrasse so weit abnahm, dass es kein Problem mehr ist.


    So richtig eine Lösung kann ich nicht anbieten. Versuche doch einmal die betreffenden Teile über längere Zeit außerhalb des verschlossenen Kartons ausdünsten zu lassen. Dabei kann Sonneneinstrahlung sich positiv auf das Ergebnis auswirken (bei Minis rate ich da eher zur Vorsicht). Man darf ja nicht vergessen, dass die Bestandteile fast unmittelbar nach Produktion in einen Karton eingesperrt werden und dann auch noch eingeschweisst und in einem Container ihre Zeit vertrödeln. Wo sollen da die Ausdünstungen hin?


    Hinsichtlich der Neutralisierung durch Kaffee, Katzenstreu oder Essig halte ich mich mal zurück - so etwas benutze ich im Haushalt, nicht bei Spielen. Aber vielleicht macht ja der Versuch auch kluch...


    Und sollte das alles nichts helfen: Nutzungsbedingungen - unknowns.de – Das Brettspielforum (online seit 17.03.2007)


    Viel Erfolg


    Gerrit

    Mit Gewaltlosigkeit hat noch nie jemand etwas erreicht. (Montgomery Burns)

    Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Präsident der EZB. (Das Känguru)


    Zum Spieleblog

  • Ausdünsten an der frischen Luft ist das einzige was du dagegen machen kannst. Hatte ich bei #MiniWW2 und speziell die Geldscheine von #18Lilliput , alles für 1-2 Tage auf die Terrasse gelegt und gut war´s. Bei allergieauslösendem Material kannst du dich nur fernhalten oder wenn´s gefällt mit 1x-Handschuhen spielen.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Hallo Gerrit,

    Danke für deine Antwort! Deine „allergische“ Reaktion auf Kniffel, kann ich sehr gut nachvollziehen, geht mir ähnlich… :-)

    Danke vor allem dafür, dass du mich und mein Anliegen Ernst genommen hast. Ich war nämlich lange am überlegen, ob ich hier überhaupt zu diesem Thema etwas schreiben soll, oder ob es zu komisch oder abwegig anmutet. Aber nachdem ich von einer Backgammon-Reiseedition (die war aus Holz mit extrem stinkender Lackierung – ich gehe jedenfalls davon aus, dass es die Lackierung war, könnte aber auch eine Behandlung des Holzes gewesen sein) krank geworden war (Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen…) und wir das Spiel dann aus dem Zelt verbannt und weggeschmissen haben, hatte ich mich entschlossen, da doch einmal nachzufragen.


    Bei Wäsche gibt es ja z.B. das Öko-Tex Siegel und die Wäsche ist zertifiziert, so dass man da eine gewisse Sicherheit hat, dass der Stoff nicht zu chemisch belastet ist. Bei Brettspielen, Holzwaren oder Kunststoffboxen habe ich so etwas noch nicht gesehen. Aber vielleicht bin ich da nur (noch) nicht richtig informiert…

    Es ist wirklich entsetzlich und total schade, wenn man sich auf ein Spiel freut, es sich (teuer) kauft, es voll Vorfreude öffnet und dann sitzt man mit ner Mattscheibe und Niesattacken vor dem Karton und kann es – jedenfalls erst einmal – nicht unbelastet spielen. Manchmal hilft auslüften, manchmal – wie bei einigen Miniaturen und Pappteilen… - hilft es leider nicht. Wenn man ein neues Spiel auspackt und es so schön neu und spielig riecht, dann ist das ja irgendwie wie Weihnachten. Diesen „normalen“ Geruch und neuen Geruch meine ich ja auch nicht, sondern wirklich so richtig übel stinkende chemische Keulen...


    Das Problem bei Sortierkästen habe ich auch schon gehabt. Ich sortiere bei große Spielen (Gloomhaven, Antiquity etc….) Material gerne in Boxen ein, das ist ordentlich und erleichtert den Auf- und Abbau. Etliche Boxen stinken so extrem, dass wir sie nicht benutzen konnten und dann, wie Du, einfach weiter verschenkt haben an Leute, die da weniger empfindlich sind bzw. Schrauben im Keller verstaut haben.


    Ja, im Alltag habe ich auch Probleme mit Allergien: Abwaschhandschuhe, Wärmflaschen, ganz abgesehen von Pollen (der Frühling lässt grüßen ;-) und roten Ausschlag nach der Gartenarbeit kenne ich nur zu gut... entsetzlich) sowie Tierhaare, Kosmetika etc.… aber selbst dann, obwohl ich schon als Allergikerin vorbelastet bin, so habe ich mich doch gefragt, ob es anderen Menschen ähnlich geht und ob es halt Standards für Spiele und das Material gibt. Man weiß ja schlicht und ergreifend gar nicht, was man da einatmet, warum man krank wird und was da drin ist, wie z.B. bei der entsetzlichen Holzbox von Backgammon...


    Danke für den Link zum „Marktplatz“… ggf. greife ich da dann mal drauf zurück, wobei ich hoffe, dass meine zukünftigen Spiele keine Chemiebomben sind! ;-)


    Verspielte Grüße und noch eine schöne Woche wünscht

    Nini

  • Hallo Torlok,

    ja, oft hilft zum Glück auslüften und dann ist gut. Manchmal leider nicht... ich finde es halt problematisch, dass man ja auch gar nicht weiß, was man da so an Chemie und Ausdünstungen ausgesetzt wird. Wie ich schon schrieb, bin ich einmal von einer Backgammon-Holzbox so richtig krank geworden mit Übelkeit und Erbrechen, so dass wir das Spiel weggeschmissen haben, weil das unzumutbar war (wobei ich nicht weiß, ob es die Holzlackierung war oder das Holz irgendwie anders komisch behandelt wurde).


    Verspielte Grüße

    Nini

  • Was auch noch helfen KÖNNTE: In einer Spieleschachtel ein Schälchen mit Kaffepulver über Nacht stellen, Oberflächen wie z.B. dein Backgammon mit Essigessenz abreiben, textile Materialien mit Backpulver oder Natron einreiben und nächsten Tag ausklopfen...

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Ich habe keine Probleme damit. Meine Empfehlung wäre, die Spiele auspacken, das Spielbrett aufzuklappen und einfach ein paar Tage "lüften" zu lassen.

  • Ich muss mal wieder in meine englischsprachige Version von CV reinriechen. Das stank damals nach dem Kauf in Essen auf der Messe so extrem nach Chemie und die Karten fühlten sich nicht wirklich gut an, so dass nicht nur ich das Verlangen hatte, mir schnellstmöglich die Hände zu waschen. Habe ich danach nie wieder so extrem erlebt und das Spiel wollte ich seit dem auch nicht mehr spielen. War spielerisch eh eine Gurke, wenn auch grafisch gut umgesetzt. Der Verlag hat sich auf Rückfrage leider nie zurückgemeldet.

  • Wenn nur der Geruch als störend empfunden wird, findest du hier einige Methoden, um der Sache Herr zu werden (das Thema taucht ja immer mal wieder in Brettspielforen auf :)): Das Spiel stinkt! - Unangenehme Gerüche aus Spielmaterial entfernen? , vielleicht erweist sich das für dich als nützlich. Wenn wirklich eine Allergie vorliegt, dann hilft wohl wirklich nur: Vermeiden :(.


    PS: Und bevor es vergessen geht, willkommen im Forum ...

    Gruß aus Frankfurt, Helmut

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  • Klassischer Auslöser solcher Gerüche sind oft Lösemittel oder Lösemittelreste. Wenn es nach ein paar Tagen des Lüftens nicht mehr wahrzunehmen ist, dann sollte es das gewesen sein. Wenn es nicht weggeht dann könnte das beispielsweise ein Hinweis auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sein. Die bleiben und haben auch keine schönen Eigenschaften. Beides würde in Kunststoffen auftreten, PAK eher in weichen bzw. schwarzen/dunklen. Auch Farben wären möglich. Bei Holz würde ich erstmal auf Formaldehyd tippen. Heute wäre so etwas dann auch nicht mehr verkehrsfähig.

    Prinzipiell gibt es in der EU das Recht nachzufragen, ob besonders besorgniserregende Chemikalien in Erzeugnissen enthalten sind, aber das hat ein paar Pferdefüße, u.a. das man bei Importen aus Fernost nur schwer an die echte Info kommt, was da benutzt wurde.

    Aber wenn es Euch schon stört, dann denkt mal wie das dann wohl in der Fabrik abläuft :(

  • Hallo,

    Danke an alle für die Antworten und Infos ...

    Aber wenn es Euch schon stört, dann denkt mal wie das dann wohl in der Fabrik abläuft :(

    Ja, furchtbar, mir wäre lieber, wenn beispielsweise hier in der EU produziert würde und man sich sicherer sein könnte was Arbeitsbedingungen und Schadstoffprüfungen etc. anbelangt. Mir wäre dafür ein entsprechender Preis recht, lieber jedenfalls als riesen Preismargen für u.a. Rezensionsexemplare und Transportkosten quer über den Erdball... Bei Kleidung, Nahrungsmitteln hat man ja Alternativen und kann da auch auf FairTrade und Bio-Siegel ausweichen. Bei Spielen sehe ich das leider nicht, wobei ich persönlich Verlage die sich darum kümmern, mehr als nur begrüßen würde...

  • Auch in China gibt es Fabriken mit guten Arbeitsbedingungen. Zum Beispiel hat die Fabrik, mit der Pegasus dort überwiegend zusammenarbeitet, ein BSCI-Zertifikat:

    https://de.wikipedia.org/wiki/business_social_compliance_initiative


    Es gibt auch Handelsketten, die ein Produkt nur dann in ihr Sortiment aufnehmen, wenn der Verlag ein solches Zertifikat nachweisen kann. Auch dort nimmt das Bewusstsein für solche Themen offenbar zu.

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Auch in China gibt es Fabriken mit guten Arbeitsbedingungen. Zum Beispiel hat die Fabrik, mit der Pegasus dort überwiegend zusammenarbeitet, ein BSCI-Zertifikat:

    https://de.wikipedia.org/wiki/business_social_compliance_initiative


    Es gibt auch Handelsketten, die ein Produkt nur dann in ihr Sortiment aufnehmen, wenn der Verlag ein solches Zertifikat nachweisen kann. Auch dort nimmt das Bewusstsein für solche Themen offenbar zu.

    Hallo Thygra,


    1. Warum produziert Pegasus nicht in Deutschland?


    2. Was ist deine Definition, dein Maßstab bzw. dein Verständnis von "guten Arbeitsbedingungen"? Was ist deine Vergleichsgröße, wenn du von "guten Arbeitsbedingungen in China" sprichst?


    3. Gesetzliche und damit verpflichtende Vorgaben - wie ich Deutschland - sind und wären richtiger, als eine nichtbindende und nur unzureichende Selbstverpflichtungen der Industrie im Haifischbecken des Kapitalismus.


    4. Ein Prüfsiegel hinsichtlich Schadstoffen habe ich nicht gefunden. Gerade Mythos Tales von Pegasus stinkt entsetzlich... Wir kriegen leider nicht vom Rätseln und Überlegen sondern vom Material Kopfschmerzen :(

  • @Ninifee:


    1) Pegasus produziert durchaus viele Spiele in Deutschland. Aber dies ist aus unterschiedlichen Gründen nicht bei allen Spielen möglich, wenn das Produkt einen konkurrenzfähigen Preis haben soll. Deshalb werden manche Produkte in anderen Ländern wie Polen China gefertigt.


    2) Hast du den Wikipedia-Eintrag zu BSCI gelesen? Darauf hatte ich mich bezogen.

    3) Ich kann nicht beeinflussen, was die chinesische Regierung für gesetzliche Vorgaben macht.

    4) Wenn du mal auf der Schachtel von Mythos Tales nachliest, wirst du feststellen, dass dort "Made in Poland" steht. Aus China stammt meines Wissens nullkommanichts bei diesem Produkt, sondern alles stammt aus der EU. Und für alle Komponenten liegen Pegasus auch entsprechende Bescheinigungen über die Spielzeugsicherheit vor.


    Weshalb hier Teile riechen, weiß ich nicht. Ich kann nur vermuten, dass irgendein Material nicht lange genug ausgedünstet ist. Deshalb empfehle ich, die weiter oben bereits von anderen Usern genannten Empfehlungen zu befolgen und den Inhalt auslüften zu lassen.


    /Nachtrag: Ich habe gerade ein Exemplar von Mythos Tales vorliegen. Ich habe an jedem einzelnen Material des Inhalts gerochen, aber alles riecht hier einwandfrei. Haben noch andere User negative Erfahrung mit diesem Spiel gemacht? Ansonsten ist es evtl. nur ein Einzelfall!?

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Ich habe an jedem einzelnen Material des Inhalts gerochen, aber alles riecht hier einwandfrei. Haben noch andere User negative Erfahrung mit diesem Spiel gemacht? Ansonsten ist es evtl. nur ein Einzelfall!?

    Meine Empfehlung gerade in diesem Fall wäre reklamieren. Ich weis da ist ein jeder anders empfindlich mich stören z.B. angestossene Ecken der Spieleschachtel wenig.

  • Hallo Thygra,

    Danke für deine Antwort.

    Ja, wir hatten auf der Schachtel nachgelesen und gesehen, dass es in der EU produziert wurde. Ich wußte auch, dass Pegasus teilweise in Polen produziert und habe mich bei der Mythos Tales Ausgabe auch ganz klar nicht auf eine Produktion in China bezogen. Das war mir wohl bewußt, aber gut, dass du es noch mal betonst und ausdrücklich klar stellst.


    Ja, ich habe den Wiki-Eintrag gelesen, vor allem auch den Teil unten zu der Kritik zu BSCI, da dies ja mehrfach auch in den Medien kursierte, war mir das durchaus präsent. Ich habe mal im Radio dazu einen Bericht gehört (ich glaube Deutschlandfunk... ich weiß es leider nicht mehr, hätte sonst gerne den Podcast oder Artikel verlinkt, das war nämlich sehr interessant!) und das war sehr erhellend und hat viele problematische Punkte aufgegriffen und hatte eben die problematischen Bereiche von Selbstbindungen, die weder verpflichtend noch einklagbar sind, beleuchtet. Insbesondere das durch die Produktionen in anderen Ländern (nicht EU, wie China o.ä.) natürlich europäische Standards (Arbeitsrechte, wie Umweltstandards) umgangen werden sollen, um eben wie du schreibst "konkurrenzfähige Preise" - letztlich geht es ja nur um den Gewinn - erzielen zu können.

    Ohne hier zu weit ausholen zu wollen - ich bin da auch keine Expertin - war das Thema ja wieder sehr präsent wegen der Kleiderproduktion in Bangladesh und das Kick wohl keine Entschädigungen zahlen muss... aber wie gesagt, das führte zu weit und gehört hier nur bedingt hin... Um die Arbeitsbedingungen in entsprechenden Fabriken etc. beurteilen zu können, müsste man wohl mal hinfahren, sich das angucken und sich genau mit dem Land/Recht auseinandersetzen. Bin da aber grundsätzlich eher skeptisch, sowohl was die Verlagerung der Produktionen angeht, unzureichenden Selbstbindungen und Gewinnstreben, dem zu viel untergeordnet wird...


    Mythos Tales lüftet schon seit November aus ... ich denke, damit ist diesbezüglich auch gut. Es ist jedenfalls eines der Spiele, die uns wegen Geruch etc. sehr negativ aufgefallen waren (Ermittlernotizbuch, Zeitungen etc. ...) und daher habe ich es hier erwähnt. Uns fehlt auch nur noch ein Fall... dann brauche ich die Schachtel (zum Glück) ja auch nicht mehr öffnen...


    Verspielte Grüße

    Nini

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  • Wenn nur der Geruch als störend empfunden wird, findest du hier einige Methoden, um der Sache Herr zu werden (das Thema taucht ja immer mal wieder in Brettspielforen auf :)): Das Spiel stinkt! - Unangenehme Gerüche aus Spielmaterial entfernen? , vielleicht erweist sich das für dich als nützlich. Wenn wirklich eine Allergie vorliegt, dann hilft wohl wirklich nur: Vermeiden :(.


    PS: Und bevor es vergessen geht, willkommen im Forum ...

    Hallo Helmut,

    Danke für die Antwort, die Tipps und den link! :-)

    Und vor allem für das Willenkommen ;-)

    Verspielte Grüße

    sendet

    Nini

  • Ich wußte auch, dass Pegasus teilweise in Polen produziert und habe mich bei der Mythos Tales Ausgabe auch ganz klar nicht auf eine Produktion in China bezogen.

    Danke für die Klarstellung, das war mir vorhin nicht bewusst.

    ich weiß es leider nicht mehr, hätte sonst gerne den Podcast oder Artikel verlinkt, das war nämlich sehr interessant!) und das war sehr erhellend und hat viele problematische Punkte aufgegriffen und hatte eben die problematischen Bereiche von Selbstbindungen, die weder verpflichtend noch einklagbar sind, beleuchtet.

    Solange es keine gesetzliche Verpflichtung in China gibt, ist mir (ich spreche hier generell nur für mich, nicht für Pegasus) eine Selbstverpflichtung allemal lieber als gar keine Kontrolle. Denn hier wird zumindest versucht, gewisse Standards zu erreichen. Und das ist sicher besser als nichts.

    Insbesondere das durch die Produktionen in anderen Ländern (nicht EU, wie China o.ä.) natürlich europäische Standards (Arbeitsrechte, wie Umweltstandards) umgangen werden sollen, um eben wie du schreibst "konkurrenzfähige Preise" - letztlich geht es ja nur um den Gewinn - erzielen zu können.

    Moment, hier wirfst du ein paar Dinge durcheinander.

    1) Günstigere Preise entstehen nicht unbedingt durch schlechtere Arbeitsbedingungen, sondern können auch durch allgemeines Lohnniveau begründet sein, das von Land zu Land unterschiedlich ist. Auch in Rumänien, Bulgarien, Polen oder Tschechien kann ich preiswerter produzieren. Dort kosten aber auch Wohnungsmieten, Lebensmittel etc. weniger als in Deutschland.

    2) Natürlich muss ein Produkt Gewinn abwerfen, sonst würde ein Verlag ja irgendwann insolvent gehen. Aber trotzdem muss der Ladenpreis konkurrenzfähig sein. Wenn ich ein Spiel in China so produzieren kann, dass ich es für einen UVP von EUR 29,95 anbieten kann, während dasselbe Spiel bei einer Produktion in Deutschland einen UVP von 44,95 haben müsste, dann muss ich mich fragen, ob der Kunde in Anbetracht des Schachtelinhalts bereit ist, 44,95 zu bezahlen oder ob das nicht konkurrenzfähig ist.

    Um die Arbeitsbedingungen in entsprechenden Fabriken etc. beurteilen zu können, müsste man wohl mal hinfahren, sich das angucken und sich genau mit dem Land/Recht auseinandersetzen.

    Einer der Geschäftsführer von Pegasus hat sich die Fabrik in China persönlich angesehen, wo ab und zu produziert wird. So viel weiß ich. Ansonsten sind diese Dinge nicht mein Thema.


    Und damit würde ich den Exkurs in Sachen Pegasus gerne beenden. Ich wollte oben lediglich anhand eines mir bekannten Beispiels aufzeigen, dass nicht alles in China auf Kinderarbeit und Ausbeutung aufbaut, um es etwas übertrieben auszudrücken. Mir ging die Diskussion etwas zu sehr in diese Richtung.

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Extrem hatte ich es bisher bei 2 Spielen. Die sind leider auch nach 1 Jahr nicht wirklich spielbar.

    Hätte sie wohl direkt zurückschicken sollen.

    Onitama = Figuren und Matte getränkt mit Petroleum?

    und Kemble's Cascade stinkt auch fürchterlich. Ewig vorm Fenster liegen gehabt und immer noch nicht so 100% geruchfrei. Besonders schlimm waren die Plastik-Diamanten...

  • Extrem hatte ich es bisher bei 2 Spielen. Die sind leider auch nach 1 Jahr nicht wirklich spielbar.

    Hätte sie wohl direkt zurückschicken sollen.

    Onitama = Figuren und Matte getränkt mit Petroleum?

    und Kemble's Cascade stinkt auch fürchterlich. Ewig vorm Fenster liegen gehabt und immer noch nicht so 100% geruchfrei. Besonders schlimm waren die Plastik-Diamanten...

    Moin,

    Ja, Onitama war für uns auch nicht spielbar. Tatsächlich das erste und einzige Spiel, welches ich zurückgegeben habe. Nachdem ich an den Händen Ausschlag bekommen habe vom anfassen der Matte und Figuren (die waren entsetzlich und stanken unerträglich), wollten wir das nicht länger im Haus haben. Dann geht es ja nicht nur mir so... trotzdem beunruhigend, was man da so in manchen Spieleschachteln vorfindet.

    Kembles Cascade kenne ich nicht, aber werde ich nach deiner "Warnung" auch einen großen Bogen drum machen :-) Wenn Spiele so schlimm sind, dann sollte man die wirklich zurückschicken, damit die Verlage da eine Rückmeldung kriegen, dass das so nicht geht. Auf der anderen Seite wartet man natürlich oft erst einmal ab, weil manchmal auslüften ja wohl hilft. Bei Kepler hat auslüften beispielsweise auch nichts gebracht, das habe ich jetzt in einer Plastiktüte ins hinterste Regaleck verbannt. Schade eigentlich, weil es an sich ja kein schlechtes Spiel ist und ich es durchaus gerne öfter auf den Tisch gebracht hätte...

  • Auch ich habe seit Freitag Onitama und kann das mit dem Gestank nur bestätigen. Schlimmer ist aber, dass die Figuren die unter der Matte lagen auf der Seite angelaufen sind, auf der sich die Matte lag. Die Figuren sind normalerweise ja matt. An den Stellen sind sie jedoch glänzend und silbrig. Zufall, dass das genau an diesen Stellen so ist, auf denen die Matte lag?

  • Zufall, dass das genau an diesen Stellen so ist, auf denen die Matte lag?

    Vermutlich nicht und ziemlich gruselig! Bei unserem Spiel war das übrigens auch so... aber ich habe es eh nicht behalten, denn ich bin davon krank geworden!

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  • Inwiefern krank?

    Wie ich oben schrieb, allergieauslösend...


    die Gummimatte an meinen Händen eine rote, juckende allergische Hautreaktion ausgelöst.

    zudem extreme Kopfschmerzen, brennende tränende Augen und Niesattacken, wenn die Schachtel und das Spiel ausgepackt auf dem Tisch lag.

    Einmal editiert, zuletzt von Ninifee ()

  • Exakt. Kopfschmerzen und Niesattacken habe auch bekommen. Und den Gestank bekommt man auch nicht von den Händen. Zudem hab ich seit Samstag eine Grippe. Evtl die Onitama-Grippe :-) Ich bin gespannt, ob FantasyWelt das Spiel zurücknimmt.


    Echt schade. Zumal es ja ein schönes kleines Spiel ist...

    2 Mal editiert, zuletzt von SirAnn ()

  • Onitama hat bei mir auch gestunken und wurde aus dem Grund abgegeben. Auch fand ich die Figuren einfach lieblos gemacht.

    Das Spiel hatte was. Kann man irgendwi nur die Karten nachkaufen ?

  • Also bei mir war alles top, hab aber auch die Erstauflage. Vielleicht wurde in der Zwischenzeit das Material verändert?

    geekeriki.tv

    YouTube.com/geekeriki

  • Anscheinend ja. Hatte vor etlichen Monaten die Erstauflage mitgespielt und da ist mir keinerlei Geruch aufgefallen.


    Neopren hat zwar (leider) immer einen bestimmten Eigengeruch, aber wenn es stinkt, ist es wohl eher der Kleber zwischen den Schichten ... oder die haben die Gummierung aus was-weiss-ich-Resten zusammengemixt. Im Zweifel Händler kontaktieren und auf Austausch oder Wandlung bestehen. Die einem dabei entstehenden Kosten muss übrigens der Händler in Vorleistung tragen, weil er ist dafür verantwortlich, ein einwandfreies Produkt zu verkaufen.

  • Nur mal so rein aus Interesse:


    Wie sieht es denn mit den Scythe Miniaturen aus? Sind die für euch auch problematisch?

    (Die riechen zwar nach Vanille, aber Ausdünstung is Ausdünstung, egal ob "chemisch" oder "lecker")

    geekeriki.tv

    YouTube.com/geekeriki

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  • Ich habe zu dem Thema intern bei Pegasus eine Anfrage gestartet. Es wird aber ein paar Tage dauern, bis ich dazu mehr weiß.


    Am Material wurde zumindest nichts geändert. Und die Matte riecht generell immer etwas, das ist von Natur aus so bei diesem Material.


    Die Flecken auf den Figuren sind vermutlich einer nicht ganz 100%igen Verarbeitung des Lackes der Figuren geschuldet. Mit der Matte sollte das nichts zu tun haben.


    Aber wie gesagt, mehr Infos hoffentlich in ein paar Tagen.

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Hi André. Danke für die Rückmeldung. Auf meine Anfrage hin, wurde mir mitgeteilt, dass ihnen der Sachverhalt nicht bekannt sei. Aber als Endkunde kommt man ja auch nur bedingt an Infos :-) Ich selbst finde es auch seltsam, dass sich die Leute mit sowas nicht auch immer direkt an den Verlag wenden. Denn letztlich ist es ja vor allem auch im Interesse des Verlages anstandsfreie Ware zu verkaufen. Von Pegasus bin ich das zumindest gewohnt und dort wird es ja auch in der Anleitung so postuliert. Das mit den Flecken auf den Figuren dachte ich anfangs auch, aber es war dann schon seltsam, dass es genau an den Stellen extrem auftrat auf denen die Matte lag (die beiden "Könige" liegen ja direkt unter der Matte).


    [Blockierte Grafik: https://www.dropbox.com/s/7hi3b4pwwgueizd/IMG_5971.JPG]

    Dropbox - IMG_5971.JPG - Machen Sie sich das Leben leichter

    Einmal editiert, zuletzt von SirAnn ()

  • Es gab von Duel in the Dark mal einen Ableger mit Panzern - fragt mich nicht nach dem Namen. Meine damalige Freundin kam heim und hat zu mir gemeint, komisch, ihre Unterarme jucken. Als sie im Wohnzimmer dann zum Tisch kam, hatte sie eine Niesattacke.

    Ich hatte ca eine Stunde vorher das Spiel ausgepackt und den chemischen Gestank bemerkt und mich mal mit den Regeln beschäftigt. Mittlerweile juckten mir auch die Hände.


    Ich habe das Spiel dann wieder eingepackt und direkt verkauft...

  • Habe die beiden Spiele auch und weiß, was du meinst - mich stört es aber nicht. Glücklicherweise vielleicht :)

    Lg

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