Just One: seltsamer Satz in Spielregel

  • Ich habe schon schwierigere Spiele wie Just One gemeistert! ;)

    Bei folgendem Satz frage ich mich aber ernsthaft, welche Aussage der Regelverfasser damit rüberbringen wollte:

    "Wenn der aktive Spieler ein Wort mit derselben Aussprache wie das geheime Wort nennt, gilt das ebenfalls aus Erfolg."


    Für mich steht da: wenn ich das gesuchte Wort auspreche, wie es eigentlich ausgesprochen wird, ist es richtig erraten.

    Was eine ziemlich banale Aussage ist ...


    Zielt das auf Teekesselchen ab oder ist das schlicht mit dem Google-Translator übersetzt? ^^

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  • Damit ist gemeint, dass auch ein eigentlich falsches Wort als korrekte Lösung gilt, wenn es phonetisch genauso klingt.


    Mir fällt spontan kein gutes Beispiel ein, deshalb nehme ich die englische Sprache zur Hilfe: Stell dir vor, das gesuchte Wort ist Lack. Und jemand hätte "Glück" als Begriff notiert. Dann könnte der Rater die englische Übersetzung "Luck" raten, und das würde als korrekt gelten.


    (Ob das Raten einer Übersetzung regelkonform ist, darüber kann man in diesem Fall sicher streiten, aber wie gesagt, mir fällt gerade kein besseres Beispiel ein.)

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Einmal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Ah, danke, auf Homophon kam ich vorhin nicht.


    Wikipedia liefert bessere Beispiele als ich oben, z. B. Mine / Miene oder Ferse / Verse oder Laie / Leihe.

    Zielt das auf Teekesselchen ab oder ist das schlicht mit dem Google-Translator übersetzt? ^^

    Teekesselchen sind meines Wissens nur Worte, die auch identisch geschrieben werden. Somit also nein, der Satz zielt nicht auf Teekesselchen ab, und er auch sicher nicht mit Google Translate übersetzt, sondern absolut korrekt formuliert aus meiner Sicht.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Einmal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Okay, verstanden!


    Wobei ich (auch angesichts der Beispiele) immer noch Zweifel habe, welche Bewertung ich diesen Satz eher zuschreiben würde:

    spieltechnische Relevanz oder doch Verwirrung des Regellesers. ;)

  • Für mich war der Satz auf jeden Fall hilfreich, und ich hatte auch schon mal 2 oder 3 solcher Fälle, wo jemand um die Ecke einen Hinweis auf ein Homophon gab es und es funktionierte.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Bei dem Satz geht es ja explizit um die Antwort des Ratenden. Dafür hat er einen Versuch. Niemand außer dem Ratenden kann feststellen mit welcher Bedeutung dieser das Wort ausspricht. Wenn es für alle anderen richtig klingt, ist es richtig.

    Für mich macht dieser Zusatz also auch absolut keinen Sinn. Der ändert doch nichts.


    Einen Hinweis auf ein Homophon mit unterschiedlicher Schreibweise würde ich als unzulässig erachten. Der Hinweisgeber gibt ja wissentlich einen Hinweis zu etwas ab, dass nicht da steht. Wenn Gin auf der Karte steht, kann ich nicht einfach Aladin schreiben.

  • Das funktioniert auch für Hinweisgeber ...


    Ich hatte in einer Runde mal den Begriff "Chile". Irgendwie nur halb aufmerksam gelesen und in meinem Kopf wurde daraus die scharfe Paprika-Pflanze. Dementsprechend war mein Hinweis auch erinnert "scharf". Die anderen Mitspieler hatten hingegen solche Hinweise wie "Südamerika" und "Anden" und "Santiago" und so. In Kombination mit meinem falsch gelesenen "Chilli" wurde es dann erraten.

  • Für mich macht dieser Zusatz also auch absolut keinen Sinn. Der ändert doch nichts.

    Doch, genau dieser Zusatz ändert etwas, nämlich genau das hier:

    Einen Hinweis auf ein Homophon mit unterschiedlicher Schreibweise würde ich als unzulässig erachten. Der Hinweisgeber gibt ja wissentlich einen Hinweis zu etwas ab, dass nicht da steht. Wenn Gin auf der Karte steht, kann ich nicht einfach Aladin schreiben.

    Doch, du kannst dann Aladin schreiben. Du darfst generell alles schreiben, was die Anleitung nicht explizit verbietet. Du könntest auch Nilpferd oder Donaudampfschifffahrt schreiben, wenn du es für zielführung hältst. Und wenn der Ratende "Dschinn" sagt, gilt der Begriff als erraten. Genau das regelt nämlich der Zusatz, der für dich keinen Sinn ergibt.


    Du kannst natürlich gerne als Hausregel diesen Zusatz weglassen, wenn dir das so nicht gefällt, wie bei jedem Spiel.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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  • Die genannte Regeln bezieht sich (wie schon angedeutet) auf die Antwort des Ratenden und ist nicht für die Hinweisgeber gedacht. Zumindest kann ich das nicht so herauslesen. Also ist deine Regelung wohl eher die Hausregel. ;)


    Ich fände die Regelung aber auch unschön da sie dem Spielprinzip zuwider läuft. Die Möglichkeit auf Dopplungen werden so doch (stark) minimiert. Ich zumindest bleibe dabei, dass sich die Hinweise auf die Bedeutung beziehen sollten (wie bei Decrypto).

  • Moin,


    wir handhaben das so wie Thygra . Und ehrlicherweise macht das für mich auch etwas mehr Spielspass und -tiefe. Denn wenn sogar die anderen Tippgeber auf den ersten Blick doof gucken, was man mit dem Tipp bezwecken will und dann plötzlich eine Glühbirne über deren Schädeln sichtbar wird und der Raum davon leuchtet - dann habe ich Spass!


    In der Anleitung steht nicht, dass das verboten ist - der zitierte "unsinnige" Satz scheint dies sogar ausdrücklich zu gestatten. Es gibt halt für so viele deutsche Dinge mehrere Worte, dass man auf das richtige halt irgendwie führen sollte... und meistens ist das dann dazu auch noch witzig... Die Lösungs-"fremden" Tipps verwirren meist erst und helfen erst nach der eigentlich Lösung so wirklich ;)


    Für uns steht eindeutig der Spass im Vordergrund. Probiert es doch einfach mal aus ;)


    PS: Wir handhaben alle solche Spiele eher recht locker - dachte ich. Bis wir letztes Wochenende mit anderen Leuten gespielt haben, die das noch lockerer handhabten. 2 aufgeschriebene Worte waren ok. Mit Worten die Bedeutung untermalen funktioniert auch. Wenn Geist gefragt war, galt auch Gespenst als Lösung. Das ist dann aber selbst für mich zu locker ausgelegt ;) Einer unserer Mitspieler sortiert auch immer von Anfang an die Begriffe nach Deutlichkeit oder zusammengehörenden Tipps ;) ....


    Ich achte beim Tippgeben auch immer arg darauf, wer gerade raten muss. Dabei bediene ich ganz oft Schubladen, wenn ich die Leute nicht kenne. Was müssten die aus dem TV kennen? Was trinken die normal? Wie alt sind die? Essen die gerne? Es gibt Tipps, die ich bei einigen problemlos anwenden kann - aber bei anderen komplett nach hinten losgehen würden... Besondere Herausforderung neulich: Eine Runde mit einem französisch-Muttersprachler und einer Spanierin... Hui.... ;)


    Eine Runde kommt mir in den Sinn, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:


    Carbonara - Loriot - Pool - Hartweizengrieß

    (ist die Ratende aber 10 Minuten später leider nicht drauf gekommen...) :lachwein:

  • jorl Für den Hinweisgeber ist doch gar kein solcher Hinweis erforderlich, da bereits explizit aufgelistet wird, was nicht erlaubt ist, z. B. Übersetzungen des gesuchten Wortes etc. Findest du in der Anleitung irgendeine Regel, die das Nennen von "Nilpferd" oder "Donaudampfschifffahrt" oder "Aladin" verbietet, wenn "Gin" gesucht wird? Nein, findest du nicht. Kann es auch gar nicht geben, denn wer soll entscheiden können, ob das Wort "Aladin" ein inhaltlich sinnvoller Hinweis ist oder nicht?


    Du kannst aber gerne weiter ignorieren, was in der Anleitung steht - oder eben auch, was nicht drin steht. Das ändert nichts daran, dass die Regel hier ziemlich eindeutig ist. Somit spiele ich nach den Regeln und brauche keine Hausregel.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Das ist mir echt zu spitzfindig. Ich kann auch keine neuen Strecken bei Marco Polo mit Edding einzeichnen auch wenn das in den Regeln nicht explizit verboten wird. In den Regeln wird man nie alles finden. Ich könnte Buchstaben auch mit Zahlen codieren und dann das Wort übermitteln. Ist auch nicht explizit verboten, aber trotzdem Quatsch.

    Du kannst gern weiter darauf beharren als einziger die Regel richtig zu interpretieren. Ich lese das immer noch nicht in den Regeln und werde es auch nicht so spielen - mit Ignorieren hat das nichts zu tun. Da wir meist mit Kindern spielen ist das sowieso eine Ecke zuviel. (Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mir das so in meinen Erwachsenenrunden Spaß machen würde. Ich würde mich aber nicht dagegen stellen, wenn die Gruppe das möchte.)


    Eine Hausregel haben wir tatsächlich: Das Nicht-Raten-Müssen macht Kindern wenig Spaß also gibt es das bei uns nicht, ebenso wie die Strafkarte für falsch raten.

  • Ein leider tragisches Beispiel ist das Spiel Trapwords. Eigentlich ein Tabu, bei dem das Gegnerteam die Tabuworte wählt. Und schon wäre das Spiel komplett erklärt. Der Rest ist nur Chrom drumherum. Will man es aber regelgerecht spielen, müsste man sich durch mehrere Seiten voller Gebote und Verbote wühlen, die man dann auch noch seiner Runde begreiflich machen muss und dann darauf achten, dass die auch ja jeder einhält, obwohl die Runde einfach nur ein lockeres Begrifferaten spielen will. Das tut dem Spiel nicht gut.


    Deshalb mein Tipp: Spielt Just One genau so, dass es Euch Spass macht. Ob regelgerecht oder nicht, ist da völlig egal.


    Habe schon Just One Runden erlebt, denen die Erklärung der 13 Karten als Begriffsstapel zu viel war und die einfach losspielen wollte, so lange, bis jeder mal dran war und dann so lange weiter, bis man keine Lust mehr hat. Ebenso Runden, denen es mehr Spass machte, immer wieder neu über die Zulässigkeit von Hinweisen zu diskutieren. Jeder so, wie er mag. Und solange alle damit zufrieden sind, passt es doch.

  • Deshalb mein Tipp: Spielt Just One genau so, dass es Euch Spass macht. Ob regelgerecht oder nicht, ist da völlig egal.

    :thumbup:

    Das ist auch kein Spiel, was man nun unbedingt "gewinnen" will! Sollten strittige Wörter im Raum stehen - kurze Abstimmung ob zulässig oder nicht und fertig. Was für ein "Aufstand" um solch Banalitäten...

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Wo ist denn hier ein Aufstand? Natürlich spielt man kooperative Partyspiele meist lockerer. Man darf sich doch trotzdem über Regeln austauschen. Wir passen die ja auch an, aber mich interessiert schon immer wie der Autor sich das gedacht hat. Der steckt schließlich Zeit und Arbeit in solche Überlegungen.

    Meinem Gefühl nach sehen die Regelschreiber für solche Spiele es auch immer etwas lockerer. Das muss doch aber nicht sein.


    Das Spiel ist übrigens klasse und ich kann das nur empfehlen (egal mit welcher Regelauslegung).

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  • Deshalb mein Tipp: Spielt Just One genau so, dass es Euch Spass macht. Ob regelgerecht oder nicht, ist da völlig egal.

    Natürlich. Das gilt doch sowieso für jedes Spiel.


    Aber wenn hier schon explizit nach einer Regelpassage gefragt wird, spricht doch auch nichts dagegen, sich hier darüber auszutauschen.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Schöner Fall. Aber wenn du jetzt jorl fragst, sagt er dir, das wäre nach den Regeln nicht erlaubt gewesen, während ich sage, es ist nach den Regeln erlaubt. Was du daraus machst, ist natürlich deine Sache. :)

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Deshalb mein Tipp: Spielt Just One genau so, dass es Euch Spass macht. Ob regelgerecht oder nicht, ist da völlig egal.

    Natürlich. Das gilt doch sowieso für jedes Spiel.


    Aber wenn hier schon explizit nach einer Regelpassage gefragt wird, spricht doch auch nichts dagegen, sich hier darüber auszutauschen.

    Jip. Das Eine schliesst das Andere nicht aus.


    Manche Spiele sind da sehr fragil, wenn die falsch verstanden gespielt werden. Erst letztens bei Subtext erlebt. Hui, was für ein grausames Regelheft für ein doch so einfaches Spiel. Mal eben einen Halbsatz in der Textwüste überlesen bzw. ignoriert und schon funktionierte das Spiel nicht mehr.


    Aber Just One ist da nach meinen Erfahrungen recht robust.

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