SpieleWahnsinn 2019: Entspannte Impressionen und Begegnungen

  • Stellt Euch einen Samstagmittag auf der SPIEL in Essen vor. Bild vor Augen? Dann tief durchatmen, das Gedränge, die übervollen Spieltische, die Warteschlagen vor den Toiletten, die Lautstärke, die Hektik und den Lärm - einfach ausblenden. Was übrig bleibt, dass ist der SpieleWahnsinn in Herne am Freitag. Und genau so war es auch. Einfach entspannt. Viel Platz zum herumschlendern, kaum bis keinerlei Wartezeiten an den Spieltischen, saubere Toiletten, Verständigung im Plauderton, eine angenehme Gelassenheit und eine herrliche Ruhe, die einen auf das Spielgeschehen konzentrieren lassen kann.


    Die ersten fünf Stunden SpieleWahnsinn im Kulturzentrum Herne sind damit auch schon wieder vorbei. Einige bekannte Gesichter getroffen, etwas Palaver angehalten und viel gespielt an diesem Freitag im Mai. Der Auftakttag war schon mal gelungen. Von der hektischen Betriebssamkeit der Organisatoren im Vorfeld mit all den zu bewältigenden Problemen und Herausforderungen eines Spielevent-Veranstalters habe ich als Besucher nichts mitbekommen. Erst im Gespräch mit dem Veranstaltungschef Thomas Moder wurde mir klar, wie viel Arbeit und Vorarbeit er und sein Team in dieses Event steckt, damit es für uns so entspannt werden kann. Fettes Dankeschön dafür. Da ertrage ich dann die Lautsprecherdurchsagen, die in dem Moment die Spielerklärung eventuell unterbrechen, auch mit mehr Gelassenheit.


    Der SpieleWahnsinn ist ein wenig wie nach Hause kommen. Die meisten Verlagsmitarbeiter und Promotoren und Erklärer kennt man oder hat man mindestens schon mal gesehen. Aber Herne kennt keine Hektik und das gibt Zeit und Raum, auch mal miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Spiel und darüberhinaus. Deshalb an dieser Stelle ein ebensolches Dankeschön an alle Aussteller und deren Mitarbeiter, die den SpieleWahnsinn mit ihren Neuheiten füllen und uns diese Neuheiten in entspannten Anspiel- und Durchspielrunden näher bringen.


    Als Neuling auf dem SpieleWahnsinn, besonders wenn man eben nicht so tief in der Szene verankert ist, kann diese Veranstaltung arg klein und unscheinbar wirken. Ja, im schnellen Schritt kann man die beiden Etagen in der Zeit durchlaufen, die man auf der SPIEL für einen Toilettengang einplanen muss. Nur dann hat man nichts gesehen und schon gar nichts mitgespielt. Dann hätte man zum Beispiel die Autorentische im Kellergeschoss übersehen, an denen man potentielle Highlights der nächsten Monate im Prototyp- oder Handmuster-Stadium kennenlernen kann.


    So habe ich - rückblickend auf die letzten Jahre in Herne - das erste Mal La Granja gespielt, konnte die Arbeit eines Haspelknecht erkunden, bin mit Solarius in den Weltraum geflogen und wurde mit Luna zur Mondpriesterin. Ich habe den Tod im Dorf von Inka und Markus Brand erfahren, das erst später zur Village wurde, und Entschädigungen fürs verdrängt werden in Hansa Teutonica erhalten. Konnte Glück Auf! etliche Monate vor Veröffentlichung wünschen und das Treiben in Mombasa spielerisch erleben. Das alles und die vielen spontanen Partien, die ich einfach im Kreise von anderen mir unbekannten Besuchern mitspielen konnte, die für die Spielzeit einfach Mitspieler und keine Fremden mehr waren, das alles macht für mich den SpieleWahnsinn in seiner entspannten Grundatmosphäre so besonders.


    Und am Samstag und Sonntag geht das Event ja noch weiter ... seid Ihr ab 10:00 Uhr dabei?

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  • Ein wenig gespielt habe ich am Freitag auf dem SpieleWahnsinn auch. Sieben Spiele in fünf Stunden. Oben seht Ihr die Spieleschachteln und hier meine Ersteindrücke. Absolut subjektiv und überquellend von durch die Situation verzerrte Meinungen. Deshalb versteht die Kurztexte als Anregung, diese Neuheiten einfach mal selbst zu spielen. Kaufempfehlungen gebe ich hingegen nicht. Ob ein Spiel was für Euch und Eure Spielrunden - und nur das ist wichtig - was taugt, das entscheidet Ihr und niemand sonst.


    Sub Terra : Wir erforschen gemeinsam eine Höhle. Aber eigentlich suchen wir nur nach dem Ausgang. Das passiert voll kooperativ. Einen Verräter gibt es nicht, dafür aber viele Sackgassen und Gefahren. Darüber hinaus spielt auch die Zeit gegen uns. Irgendwann gehen unsere Taschenlampen aus und wir stehen im Dunkeln. Dann hilft nur ein Würfelwurf, um eine weitere Runde überleben zu können. Generell spielt der Zufall in diesem Spiel eine grosse Rolle. Deshalb schlägt der Zeiger auch stark in den Bereich Amitrash aus. Das Spiel will erlebt und nicht zerdacht werden und dann trägt es auch, wenn man sich der Atmosphäre und der Anspannung hingeben kann, ob das nächste gezogene Höhenteil hilft oder uns nur noch tiefer in den Strudel der Verzweiflung treibt.


    So haben wir es mit Höhlenbeben, Felseinstürze, Giftschwaden, Überflutungen und uns verfolgenden Monstern zu tun. Wir hingegen haben nur zwei Aktionen pro Zug und das ist schlicht zu wenig, um nicht nur überleben, sondern auch vorwärts und dem Ausgang näher zu kommen. Deshalb gilt es die indivuellen Fähigkeiten jedes Charakters gezielt und für die Gruppe gewinnbringend einzusetzen. Der Sanitäter kann prima seine Kumpels heilen. Der Bodyguard beschützt die Mitspieler und lenkt den Schaden auf sich. Der Höhlenforscher kann Felsbrocken zertrummern und der Taucher taucht von Wasserloch zu Wasserloch. Am Ende sollten mindestens zwei von uns entkommen. Besser noch alle. Wir haben es knapp nicht geschafft.


    Mir persönlich hat das Spiel gefallen und zeitgleich auch wieder nicht. Es spielt sich atmosphärisch, aber es kann kippen und dann fühlt man sich nur noch gespielt und von den Zufallsfaktoren durchgerüttelt. Dabei besteht der eigentliche Kniff darin, dem Zufall ein Schnippchen zu schlagen, in dem man ganz bewusst Wagnisse eingeht und Chancen abwägt. Das ist ein schmaler Grat und genau das macht für mich die Faszination aus.


    Princess Legend : Der Prinz will heiraten. Nur ist seine Angebetete verschwunden und andere Gestalten drängen sich in den Vordergrund, welche die Heirat verhindern oder uns gar helfen oder umleiten wollen. Jeder bekommt eine Rollenkarte und der Prinz hat mal wieder als einziger Spieler keine Ahnung. Die restliche Runde merkt sich, wer welche Rolle spielt. Mit Fragen an die Mitspieler will der Prinz nun herausfinden, wo seine Prinzessin ist. Einige müssen lügen, andere die Wahrheit sagen und eine dritte Fraktion hat die freie Wahl. Aus dieseen Einzelinformationen gilt es nun für den Prinz, die richtigen Schlüsse zu ziehen - über die Aussagen zu den Rollen und damit zur Prinzessin.


    Das Spiel hat mich in den zwei gespielten Runden zu sechst schlicht überfordert. Weil fünf Rollenkarten merken, damit man passend seiner Rolle antworten kann und dann noch innerhalb seiner Rolle taktisch klug zu agieren, wenn man als dritte Fraktion die Wahl zwischen Wahrheit und Lüge hat, das ist nicht einfach. Noch schwieriger fand ich es, als ahnungsloser Prinz durch drei Arten von Fragen (Wer bist Du? Wer ist die da? Wo ist die Prinzessin?) deduktiv und ohne Hilfsmittel auf die richtige Lösung zu kommen. Trotzdem hatte die Runde ihren Spass. Wer am Stand kauft, bekommt zudem direkt Kartenhüllen passend dazu.


    Tuki : Wir sind Inuit und Schnee ist für uns unsichtbar oder so. Das Spiel gab es nur auf französisch mit kopierter deutschsprachiger Anleitung. Aber egal, weil im Spielverlauf ist es völlig sprachneutral und wurde uns zum Glück erklärt - vom Standpersonal nebendran. So konnten wir leider nicht klären, warum das Spiel zu viert spielbar ist, aber ein Spieler immer aussetzen muss, weil es nur Material für drei Spieler gibt. Eventuell ist er der Schiedrichter, weil es geht auf Zeit und der Langsamste darf die nächste Runde aussetzen und Schiedsrichter sein.


    Ansonsten wird zu Rundenbeginn gewürfelt und der Würfel bestimmt welches Bauwerk wir nachbauen sollen. Also die anderen Mitspieler, wenn wir Schiedsrichter sind in der aktuellen Runde. Drei oder auf dem höheren Schwierigkeitsgrad vier farbige Bausteine gilt es nach Vorlage zu verbauen. Allerdings nicht plan auf dem Tisch. Das wäre zu einfach. Stattdessen hoch aufragend. Und die Löcher stopfen wir mit weissen Stützbausteinen, weil die sind ja wie der Schnee unsichtbar.


    Herausfordernd und schnell zeigte sich in unserer Viererrunde, wer ein guter Baumeister und wer eher nur ein guter Mitspieler ist. Anfangs faszinierte mich das Spiel mit den weissen Stützbausteinen, aber das sehr einfache Spielprinzip nutzte sich nach einigen Runden dann doch schnell ab. Eventuell ist in diesem Spiel zu wenig Spielmechanik, als dass der Effekt der ersten Neugier länger trägt. Ich bin da arg unentschieden. Muss ich noch mal spielen.


    Sherlock Express : Der Meisterdetektiv im Namen ist leider nur das Reiten auf einer Trendwelle. Hier ist keine Deduktion gefragt, sondern schnelle Auffassungsgabe. Tiere mit bestimmten Merkmalen liegen offen aus. Wir decken reihum Merkmale auf, die den Täter ausschliessen. So bleibt am Ende ein einziges oder kein Tier übrig und auf das müssen wir schnellstmöglich draufpatschen. Fertig und die nächste Runde beginnt. Selbes Prinzip, aber der Täter wurde ersetzt und weiter geht es.


    Wer solche Reaktions-Ausschluss-Spiele mag und die Tiergrafiken toll findet, der könnte an dem Spiel gefallen finden. Ich war schlicht nicht die Zielgruppe, weil es gibt nur sehr wenige Spiele mit Mitspieler-Zeitdruck, die mir zusagen. Ich hatte mit Sherlock mir etwas anderes erhofft. Am Ende war es dann doch nur Express und nicht mein Ding.


    What do you meme : Äpfel zu Äpfel, Game of Quotes, Caption if you can, ... die Liste dieser Spiele ist lang. Einer sucht ein Bild aus und die anderen eine möglichst passende Phrase auf ihren Karten. Dann wird gemischt, damit man nicht nach Mitspielernase wertet und der Bildaussucher wählt die eine Phrase, die seiner Meinung nach am besten passt oder er am lustigsten fand oder so. Hier sind es mehr oder weniger bekannte Bilder aus dem Internet der Assozialen Medien und genauso daneben sind dann auch die Phrasen, die auf den 18er-Karten ausschliesslich den sexuellen Akt oder diverse Körperflüssigkeiten als Thema haben.


    Die Bilder sind nicht wirklich gut, meist nichtssagend oder mit einem gewissen Fremdschämfaktor. Die Phrasen sind auf den 18er-Karten durchweg unter der Gürtellinie angesiedelt. Das ist nicht besonders originell, sondern hat eher RTL II Nachmittagsniveau. Laut Erklärerin wäre das Spiel bei den 16-jährigen der totale Renner. Ich fand es redaktionell eher mies, weil eindimensional in den Phrasen und schlicht weit unter meinem Niveau. Da würden auch etliche Flaschen Bier nichts helfen. Oder bin ich einfach zu alt und abgeklärt dafür? Es gibt auch normale Phrasen, die waren aber eher langweilig. Also wer keine 16 ist und auch nachmittags kein RTL II schaut, der sollte lieber weiter Äpfel zu Äpfel, Game of Quotes oder Caption if you can spielen. Die sind alle besser.


    Voll Verwackelt : Bamboleo für Kinder. Eine Wackelpalme hält unser zentrale Insel in einem instabilen Gleichgewicht. Die Tiere tanzen um diese Palme herum, vorgegeben durch einen Würfelwurf in Schrittweite und Art. Entscheidungsspielraum ist gegeben, weil es zwei Tiere pro Art gibt und weil man entweder eine Belohnung ziehen darf im Erfolgsfall oder seine Belohnungen in Sicherheit bringen kann. Weil wenn die Insel wackelt und dann kippt, gibt es keine Belohnung und vorab gesammelte Belohnungen fallen in den Krokodilteich und werden am Spielende nur teilweise gewertet. Wie, das zeigt eine zufällige Abdeckpappe.


    Nach Express und Meme war das Spiel hier sogar richtig gut. Klar wir als Erwachsenenrunde sind auch hier nicht die Zielgruppe. Aber rein spielmechanisch funktionierte es, es sieht optisch gut aus und die Holzfiguren sind haptisch ebenso gut. Also alles richtig gemacht und die Kleinen lernen so mit Balance und Gleichgewicht umzugehen und auch, wie lange man auf Risiko spielen sollte. Mission erfüllt. Zwar kein HABA-Spiel, aber Queen kann auch gute Kinderspiele.


    Skylands : Wir bauen unsere Stadt neu auf. Reihum erweitern wir entweder unsere puzzleartige Ablage durch neue farbige Inselteile passend. Oder wir bevölkern eine fertige Insel mit Bewohnern. Oder wir kaufen mit Hilfe dieser Bewohner Sonderplättchen für unser Ablage ein. Oder wir bauen blaue Kristalle ab und liefern die in eine Stadt, um dafür Siegpunkte zu bekommen. Welche Aktion wir auch immer wählen, unsere Mitspieler dürfen diese Aktion ebenfalls machen, allerdings etwas abgeschwächt. Und am Ende, wenn jemand seine Ablage bis auf einen Platz voll gebaut hat, wird per Punktezettel abgerechnet.


    Ein gefälliges Spiel. Typisch Queen Games könnte man meinen. Spielt sich recht einfach und eingängig und liegt damit auf Familienspielniveau. Angeblich soll man es in 30 Minuten spielen, aber wir wollten uns nicht hetzen und aufgrund der Erstpartie hat das locker länger gedauert. Es erfindet nichts neu, macht allerdings auch fast nichts falsch. Einzig einen Aktiven-Spieler-Pöppel zum Herumreichen hätten wir uns gewünscht, da wir mit den Folge-Aktionen und dem aktiven Spieler mehrmals durcheinander kamen. Aber eventuell liegt auch das am Alter - sind eben keine 16 mehr.

  • Anfang der Woche verkaufte ich mein Quodd Heroes hier im Forum und während ich verzweifelt überlegte, wie ich diese Monsterschachtel mit Gewicht vernünftig verpackt bekomme, erklärte vblade hier, er sei in Herne am Stand von Corax Games. So konnte ich diese Schachtel persönlich überreichen, einen sehr netten Menschen hier aus dem Forum kennen lernen und ein Spiel, welches ich sonst niemals gespielt hätte, kennen lernen. Denn vblade erklärt am Stand #ChampionsOfMidgard, ein Spieleschmiede-Projekt, mit einem schrecklich bunten und ähnlichen Cover voller Monster, welches ich niemals angefasst hätte.


    Auf die Frage, worum es in dem Spiel ginge, hörte ich “Wir sind Wikinger und würfeln und verkloppen Monster, wer an so was Spaß hat, kann an diesem Spiel Freude haben“. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit fast einer Stunde auf dem Wahnsinn und total frustriert war, weil die Tische entweder so leer waren, dass ich allein hätte spielen müssen oder eben voll waren, dachte ich, probier ich jetzt.


    Und, whow, ich hatte Spaß! Grundsätzlich ein Workersplacement-Spiel. So hässlich ich die Schachtel finde, so hübsch und übersichtlich ist der Spielplan. Die Wikinger werden durch Würfel dargestellt, von denen ich maximal 8 haben darf. Schwarz mit Äxten, rot mit Speeren, weiß mit Schwertern. Die Seiten zeigen ein oder zwei Waffen, einen Schirm oder leere Seiten. Der Schirm verhindert den Gegenschlag. Der Kampfmechanismus ist simpel. Man kann gegen Trolle kämpfen, das sollte man auch tun, denn wenn man sie besiegt darf man Schand-marker abgeben und die Mitspieler bekommen welche. Für den Sieg gibt es Ruhm und Holz ( ein seltener Rohstoff). Dann gibt es noch Draugr zu besiegen für Ruhm und Geld. Die Monster muss man mit dem Schiff erreichen, auf dem Schiff muss man Fleisch für die Wikinger als Proviant transportieren und die Wikinger, und die Plätze sind begrenzt... Bevor man das Monster bekämpfen darf dreht man noch eine Reisekarte rum, und meistens verliert man dort noch etwas. Beim Sieg gegen das Monster gibt es viel Ruhm und Gunstmarker, welche man einsetzen kann um noch einmal zu würfeln.


    Dann gibt es Plätze für neue Wikinger, Fleisch, Runenkarten, die man einmal im Spiel einsetzen darf, Siegpunktkarten, man kann handeln und einen zusätzlichen Worker kaufen, auch hier ein spannender Mechanismus, wer zuerst mehr Worker haben will, muss am meisten bezahlen, danach wird es preiswerter und anderes.


    Das ganze geht über 8 Runden, dann gibt es noch Siegpunkte für unterschiedlich Sets von Feinden, für Geld, für Gunst und die Siegpunktkarten und Minuspunkte für Schande. Spielt sich locker und vergnüglich. Ich habe es dann auch direkt mitgenommen. Danke vblade für die gute Erklärung und vergnügliche Stunde.


    Im Moment kann man bei der Spieleschmiede die Erweiterungen backen und Münzen und Spielmatte und Holzmarker und... Ich fürchte, das wird nochmal teuer. Aber das Spiel hat mir richtig gut gefallen und dann kann man ja auch mal ein paar Taler investieren. Laut Werbung wird es durch die Erweiterung anspruchsvoller.


    Dann spielte ich noch #ChrystalPalace, die Essenneuheit 2019 von Feuerland, welches ich vor einigen Jahren als Urprototyp als Weltausstellung 1851 kennen lernen durfte. Damals war ich sehr begeistert, diesmal kam das Thema wenig rüber, kann nicht sagen, woran es lag. Die Runde spielte irgendwie lustlos vor sich hin und der Erklärer, der das Spiel gut, aber ohne jedes Thema erklärt hatte, war oft abgelenkt durch Fragen Vorbeigehender, so dass er die Rundenwertungen nur bedingt im Blick hatte. Mir war das Spiel diesmal zu beliebig, überall gab es irgendwas und bevor ich das Spiel kaufen würde, braucht es definitiv noch ein Probepartie.


    Gerne hätte ich auch den Prototypen von Thomas Spitzer im Keller probiert, der sich um das Thema Bier brauen dreht, aber die Plätze waren immer belegt. Ich stand eine Weile daneben und hatte das Gefühl, das könnte interessant sein.


    Es war mal wieder schön, in Herne zu sein, aber für dieses Jahr reicht es mir. Durch die Bremer Spieltage und Duisburg spielt bietet sich nicht mehr genügend interessantes neues, da spielen wir morgen lieber zuhause das, was wir haben.


    Ich wünsche allen morgen und übermorgen viel Spaß!

    :jester:


    Mein Verhalten ist vielleicht manchmal taktisch unklug, dafür aber emotional notwendig

    2 Mal editiert, zuletzt von Spielteufel () aus folgendem Grund: Korrekturen

  • Der Samstag auf dem SpieleWahnsinn in Herne war schon etwas voller als der Freitag. Trotzdem gab es immer noch ausreichend Chancen, die diversen Neuheiten erstspielen zu können.


    Pact : Mein Highlight des Spieletages. Zu dritt in einer Runde gespielt, die sich mal so wirklich nichts geschenkt hat und das war auch gut so. Wir sammeln Goblinstämme auf unserer Hand, um die im richtigen Zeitpunkt auszuspielen und Aufträge zu erfüllen. Klingt recht gewöhnlich und ist vom Spielablauf auch angenehm gradlinig. Interessant wird es, weil man zusammen mit den Kartenauslagen der Mitspieler links und rechts von einem selbst diese Aufträge erfüllen kann und somit die Mitspielerkarten verbraucht, was beiden Spielen die Hälfte des Punktewertes einbringt.


    Sonderkarten, die reihum kreisen und Mechanismen, die soweit reduziert worden sind, wie eben möglich war, zeichnen dieses Ausnahmespiel aus. Zudem gibt es diverse Erweiterungen, um das Spielgeschehen nochmals anspruchsvoller machen. Mir reichte es aber auch so. Einfach mal selbst anspielen und überzeugen lassen, weil aktuell ist das Spiel noch im Prototypstatus und soll im Herbst 2019 erscheinen. Bernd Eisenstein hat hier erneut ein geniales Kennerkartenspiel erdacht. Einfach nur whow!


    Carson City The Card Game : Wir bauen auf einem 8x8-Raster eine Stadt mit den bekannten Gebäuden aus Carson City. Und das in zwei Epochen, in denen uns jeweils neun Handkarten zur Verfügung stehen, mit denen wir auf die Auswahlreihenfolge der gemeinsamen Kartenauslage bieten. Das Spielprinzip aus Carson City wird hier in einem Kartenspiel verdichtet, bei der es auch um Personen und deren Sonderfähigkeiten geht. Am Ende wird abgerechnet und das dauert leider ein wenig länger, weil es etliche Kriterien und Gebäudetypen gibt. Hat mir gefallen und für 10 Euro wird eine Menge Spiel geboten. Allerdings muss man zeitgleiche Blindgebote mögen und das etwas solitäre Zusammenpuzzeln seiner Stadt.


    Rob 'n Run : Wir rauben gemeinsam Tresore aus und rennen der Polizei davon. Der Bandenchef wechselt reihum und nur der weiss, welche Gegenstände wir für unseren Bruch brauchen. Dazu kann er recht wage Hinweise geben, während seine Kumpanen reihum und verdeckt Karten ausspielen. Hat bei uns erst in Viererrunde funktioniert und selbst da waren wir arg vom Zufall abhängig. Mit diesem Spiel erweitert der PD-Verlag sein Programm in RIchtung kooperatives Familien-Zockerspiel. Hat uns leider nur mässig überzeugt. Allerdings war die Regelerklärung auch etwas holprig, so dass Details eventuell untergegangen sind. Deshalb mal selbst anspielen, wer das Genre mag.


    Pictures : Leider nicht im Bild verewigt, da es noch ein Prototyp war und die Bildrechte noch nicht geregelt sind. Weil Bilder gibt es in dem Spiel eine ganze Menge und die zeigen allerlei Natur-Landschaft-Stadt-Panorama-Urlaubsaufnahmen. Insgesamt 16 dieser Bilder liegen in einem 4x4 Raster aus für eine Partie über fünf Raterunden. Es gilt, anhand des Hinweises der Mitspieler, deren geheimes Bild zu erraten. Der Hinweis wird auf verschiedene Arten gegeben und die Hinweisart rotiert im Laufe der Partie. Da wird in einem 3x3 Pixelraster mit farben Holzklötchen ein grobpixeliges Abbild erstellt. Da wird mit zwei Schnürsenkeln hantiert. Da wird mit Bausteinen nachgebaut. Da wird mit Motivkarten das Bild beschrieben. Oder eben mit Holzstöckchen und Steinen eine Collage erstellt.


    Die Stimmung am Tisch war wirklich gut und immer wieder erstaunlich, was man kreativ mit den eigentlichen ungeeigneten Hilfsmitteln für Bilder erklären kann. Das Spiel soll ebenfalls im PD-Verlag erscheinen und damit eine neue Partyspielreihe eröffnen. Für den Autor und Verlag gibt es zwar noch einiges zu tun, um aus diesem frühen Prototyp ein perfektes Spiel zu machen, aber die Ansätze waren schon mal faszinierend. Würde ich kaufen.


    Tuki : Gestern schon gespielt. Weiterhin spielenswert. Allerdings nutzte sich der Neuheiten-Faktor etwas ab, weil wir eben nur nach Vorlage und auf Geschwindigkeit Bauvorlagen nachbauen. Der Aufforderungscharakter war aber ungebrochen hoch. Wer Ubungo mag, wird hiermit ebenso glücklich werden. Auf Nachfrage hat sich dann auch geklärt, warum scheinbar das Baumaterial für den vierten Spieler fehlt. Das Spiel wäre schlicht zu teuer geworden und zudem ist damit ein Aufholmechanismus für den schlechtesten Spieler eingebaut, weil der eben eine Runde aussetzt und den anderen Mitspielern die Chance gibt, selbst der Langsamste zu sein. Weil ansonsten könnten Partien arg einseitig laufen und zu schnell zu Ende sein, wenn es eben den einen Spieler gibt, der jede Spielrunde als Letzter mit seinem Bauwerk fertig wird. Akzeptiert.


    So ein Mist : Kleines Kartenspiel, bei dem die Taktik daraus besteht, erfolgreich zu würfeln. Deshalb ordne ich es auch eher als Kinderspiel ein, weil der Entscheidungshorizont darauf beschränkt ist, ob man weiterwürfelt oder eben nicht. Die Holztiere sehen allerdings niedlich aus und in passender Runde kann durchaus Zockerfeeling mitsamt etwas Schadenfreude aufkommen, wenn die Mitspieler Minuspunkte sammeln müssen.


    Pearls : Wir sammeln farbgleiche Karten aus einer gemeinsamen Auslage. Entweder zieht man alle Karten einer Farbe nach oder spielt farbgleiche Karten aus, damit die am Spielende zu Punkte werden. Das Limit von zehn Handkarten und ausliegende Bonuspunktkarten sorgen für Zugzwänge, Lacher und mehr Punkte. Schnell erklärt, schnell gespielt. Lockerer Absacker oder gutes Familienspiel mit angenehm seichtem Tiefgang.

  • Clouds : Wolken liegen aus. Immer zwei davon ergeben ein Tier. Die Auslage ist aber kreuz und quer auf dem Tisch verteilt. Es geht auf Geschwindigkeit. Eine Suchkarte wird umgedreht und alle Mitspieler suchen nach diesem Tier in den Wolkenformationen. Wer zuerst die zwei Teile findet, der bekommt die Suchkarte als Punkt und weiter gehts es. Wer auf einem Blick alles erfassen kann, hat Vorteile. Die anderen sind eventuell chancenlos. Unsere Runde war recht eindeutig einseitig. Nicht wirklich mein Spiel.


    Baobab : Wir stapeln arg dünne Karten auf einen Baumstumpf in Form einer Blechdose. So vergrössern wir die Grundfläche und es entsteht eine Art Blätterwerk. Die Karten selbst bestimmen, wie und wo wir die Karten anlegen sollen. Geschicklichkeit trifft auf Zufall. Durch die zufällige Reihenfolge der Karten und die arg unterschiedliche Schwierigkeit diese regelgerecht unterzubringen, wird man eher gespielt. Wer solche Geschicklichkeitspiele mag, sollte mal einen Blick wagen, aber nicht zuviel erwarten.


    Cabo : Vor uns liegen verdeckt vier Karten aus. Zwei davon dürfen wir uns zu Spielbeginn anschauen. Im Laufe des Spiels tauschen wir mit dem verdeckten Ablagestapel oder offenen Nachziehstapel aus. Teilweise können wir auch mit einem Mitspieler tauschen oder unter eine Karte schauen. Haben wir einen Zwilling ertauscht, so können wir auf drei Karten verringern. Weil es gilt, so schnell wie eben möglich seine Kartensumme zu reduzieren. Denn wer das Ende ansagt, läutet die letzte Runde ein und dann gewinnt der, wer die niedrigste Kartensumme vor sich ausliegend findet.


    Erinnert stark an Skyjo, nur hier kommen Memory-Elemente dazu und es kann eben mit Mitspielerauslagen getauscht werden, was durchaus Chaos ins Spiel bringt. Somit muss man das in Summe mögen, um das Spiel mehr als nur ok bis gut zu finden.


    Paletto : Abstraktes Spiel, was auch zu dritt funktioniert. Wir nehmen reihum beliebig viele Klötzchen einer Farbe aus dem Spiel, sofern die von mindestens zwei Seiten freistehen. Es gewinnt, wer alle einer Farbe gesammelt hat oder am Ende das letzte Klötzchen aus dem Spiel entfernt. Es gilt also, keine Vorlagen zu geben und zeitgleich die Mitspieler unter Zugzwang zu setzen, solche Vorlagen geben zu müssen. Übersieht man eine Situation, dann gewinnt der nachfolgende Spieler, sofern der nicht ebenso was übersieht. Fällt gegen andere Spiele dieser Art für mich stark ab, weil es spielerisch arg wenig bietet.

  • ravn Rob 'n Run gefiel mir sehr gut, hab ich Ende 2017 / Anfang 2018 ein paar Mal gespielt und hatte viel Spaß damit. Die ersten Runden waren noch voller ratlose Gesichter bei uns, danach fiel dann langsam der Groschen, wie das Spiel gedacht ist. Man benötigt wohl etwas Erfahrung mit derselben Gruppe, um es gut zu spielen. Oder einen Spieler, der es kennt und zu Beginn ein paar taktische Tipps gibt, Ansonsten ist schwierig zu verstehen, worum es eigentlich geht.

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Mal vorgegriffen, da ich den Sonntagsbericht erst Anfang der Woche einstellen werden kann und zudem der angespielte Prototyp von Crystal Palace bei Feuerland einen eigenen Forenthread verdient:


    Crystal Palace hatte ich vor etlichen Jahren schon mal in einer frühen Prototypversion gespielt. Damals hiess das Spiel noch Weltausstellung 1851. Wurde inzwischen aber umbenannt, um nicht mit 18xx Spielen verwechselt und dort eingereiht zu werden. Über den Namen kann man gewiss streiten und geteilter Meinung sein, ich hoffe da noch auf einen griffigeren Untertitel, der die Atmosphäre des Spiels vermittelt. Aber dazu später mehr ...


    Was ich eigentlich schreiben wollte, dass sich Verlag und Erklärer die hier geäusserte Kritik zu Herzen genommen haben und in Folge wesentlich stärker auf die thematische Einbindung der Mechanismen bei der Erklärung fokussiert haben in Herne. Uns wurde das durchaus komplexe Spiel wirklich gut und kompetent erklärt und in den thematisch sinnigen Gesamtzusammenhang gesetzt. Die zusammengewürfelte Viererrunde war zudem gut drauf und somit konnte der Spielablauf auf einer guten Grundstimmung aufbauen und glänzen.


    Mir hat Crystal Palace von Carsten Lauber extrem gut gefallen. Zusammen mit Pact von Bernd Eisenstein und Watergate von Matthias Cramer, reiht es sich in meine Top 3 der SpieleWahnsinn-Highlights dieses Wochenendes ein. Wird ein garantierter Pflichtkauf für mich, wenn es dann im Herbst veröffentlicht wird bei Feuerland. Bei BGG eine gute 9 von 10. Kleine Abwertung, weil ich persönlich Rohstoffleisten nicht mag und lieber kleine Zeitungcounter statt eine Zeitungsleiste gehabt hätte. Weil ich mag es halt, haptisch mit Spielmaterial zu planen anstatt das nur im Geiste durchzurechnen und abzutragen. Wenn das Spiel eine Deluxe-Ausgabe bekommt, was es durchaus verdient hätte, dann bitte mit Zeitungscounter.


    Beliebig - wie im Beitrag oben kurz angemerkt wurde - empfand ich das Spielgeschehen nicht. Aber eventuell verstehe ich unter "beliebig" auch etwas anderes. Das Spielgeschehen war für mich eher schön verzahnt und mit vielen Möglichkeiten, wie man seine Strategieausrichtung angehen kann. Da scheint es etliche Wege zu geben, wie man so eine Partie für sich gestalten, aber auch so richtig in den Sand setzen kann. Zudem viel Optimierungspotential, wenn man es darauf anlegt, ohne aber überladen wie die Vinhos-Gewichtsklasse zu wirken. Ein Eurogame-Schwergewicht für Kenner durchaus, aber ein eingängiges, wenn man den grundlegenden Spielablauf verinnerlicht hat. Was mir aber auch dank der Rundenablaufübersicht nicht schwer fiel. Einzig das noch nicht finale Prototyp-Material erschwerte da den Zugang, weil die Symbolik (wie beim Geld mit grünen Scheinen) noch nicht völlständig mit dem Material (gelb-braune runde Münzen) übereinstimmte.


    Die ganzen Begleittexte auf den Karten der Erfindungen und der historischen Persönlichkeiten sind hingegen einfach grandios - ich sag nur "Spassbremser". Zwar für die reine Spielmechanik völlig unnötig, aber genau diese kleinen feinhumorigen Details lassen für mich gute Spiele besonders werden. Ein echtes Herzblutprojekt, dessen Reifung vom dem damals etwas kantigem Prototypen mit Potential zum nunmehr fast fertigem Handmuster dem Spiel gut getan hat. Toller Spannungsbogen, wo und wann man seine Würfelworker einsetzt und schön sparsam dosierte konfrontative Elemente, dass man Boni mit teils guten wie auch negativen Effekten komplett an Mitspieler weitergeben kann, um diese fies auszubremsen. Genau wie die Zerschlagung des Schwarzmarktes, wenn man den überreizt. Wir sind eben Konkurrenten auf der Weltausstellung und das kann man im Spiel prima ausleben.


    Mehr dazu dann in den nächsten Tagen ...


    So oder so, merkt Euch Crystal Palace für ESSEN 2019 vor. Wenn der Verlag es nicht auf der Zielgeraden verkackt, ein ganz heisser Anwärter auf diverse Expertenspielpreise und in guter Feuerland-Tradition der Terra Mystica Güteklasse. Und das meine ich wirklich so und nicht dadurch verklärt, weil ich den Autor als seltenen Mitspieler von diversen offenen Spieletreffs kenne.

    "Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world.", The Second Coming by W. B. Yeats

    3 Mal editiert, zuletzt von ravn () aus folgendem Grund: Wie oft habe ich jetzt den Spieletitel korrigiert? Chrystal Palace, Christal Palace, Crystal Palace, ... :-/

  • ravn

    #ChrystalPalace

    Hallo Ralf,

    “beliebig“ kam mir das Spiel vor, weil jeder so irgendwie vor sich hin spielte, man bekam teilweise überhaupt nicht mit, wann wer dran war, jeder nahm sich irgendwas, ich hatte am Anfang z. B. überhaupt nicht das Einkommen auf den Tableaus in Phase 6 mitbekommen und es wies auch niemand darauf hin, dass ich dort ein Plättchen liegen hatte. Vielleicht ist der Begriff auch falsch gewählt gewesen.

    Schön, dass mein Beitrag offenkundig etwas bewirkt hat, denn es wäre schade um das Spiel, welches mich - wie geschrieben - damals extrem begeistert hat. Dann hake ich die Runde ab und freue mich auf Essen. Danke für Deine Einschätzung:).

    :jester:


    Mein Verhalten ist vielleicht manchmal taktisch unklug, dafür aber emotional notwendig

    Einmal editiert, zuletzt von Spielteufel () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler korrigiert

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  • Um diese ganze Problematik zu umgehen, auch wenn der Kristallpalast die Attraktion der ersten Weltausstellung war, würde ich eher folgenden Spieletitel empfehlen ...


    Exposition Mondiale

    The Great Exhibition of the Works of Industry of All Nations

    Make spectacular inventions and meet powerful people for the first World Fair in 1851

    "Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world.", The Second Coming by W. B. Yeats

  • Über den Namen kann man gewiss streiten und geteilter Meinung sein, ich

    ich finde den Namen äußerst evokativ

    Ey!!! Ist das was Gutes oder Schlechtes??????



    Kurzer Hinweis: Als endlich ein finales Thema gefunden war, hieß der Proto "London 1851" und thematisch ging es eben um die erste Weltausstellung. Ich fand den Titel aber nicht so pralle für ein fertiges Spiel. Spiele mit Städtenamen und Jahreszahlen gibt es schon genug. Da der Ort an dem diese Ausstellung stattgefunden hat, der Kristallpalast war, hab ich den Namen "Crystal Palace" vorgeschlagen. Meiner Ansicht nach ein super Name, der in vielen Regionen der Welt sofort verstanden wird und Wiedererkennungswert hat. Und er braucht nicht lokalisiert werden, was ich sehr wichtig finde. So heißt das Spiel in allen Sprachversionen gleich. Zudem gibt es tolle Bilder vom Kritallpalast, die wirklich super wirken und wo man sofort ein Spielecover vor Augen hat. Bin schon gespannt, was der Illustrator draus macht.


    Untertitel sind Mist. Für die passende Stimmung gibt es Bilder. Ich gebe zu, dass "Exposition Mondiale" auch ein cooler Name wäre, aber sicher nicht so gut wie Crystal Palace.

  • Es gibt doch einen englischen Erstligaverein namens Crystal Palace.

    Führt das nicht zu Problemen, und sei es auch nur was die Google-Suche angeht?

    Du würdest ja auch kein Spiel z.B. Bayern München nennen.

    Einmal editiert, zuletzt von Bilerot ()

  • Es gibt doch einen englischen Erstligaverein namens Crystal Palace.

    Das ist korrekt. Und, wer sich mit Fussball auskennt, der wird sicherlich sofort (wie ich) an den Club denken!


    Aber der Club heißt ja so, wie der Stadtteil von London. Und der hat seinen Namen ja nicht von irgendwoher. Nun rate mal, woher der Stadtteil seinen Namen hat???


    Fun Fact zur Verwirrung: Die Weltausstellung fand nicht im Stadtteil Lewisham (heute: Crystal Palace) statt (also, nicht in dem Stadtteil, der später so genannt wurde...), sondern im Hyde Park.

  • Genau die entspannte, ganz unwahnsinnige, Atmosphäre ist es, was ich am Spielewahnsinnnso mag. Wir haben es benutzt, um Spiele auszuprobieren, die bereits im Handel sind und die einer von uns interessant fand, aber die ich (als der Spieleanschaffer der Familie) mangels Solo-Modus nicht gekauft habe.


    Fuji: ähm, die Mehrheit war froh als die Minderheit ganz schnell von der Lava überrollt wurde. Offensichtlich nicht unser Ding.


    Die Tavernen im tiefen Thal: spielt sich schön, leicht, aber ist eigentlich nur "Multiplayer Solo", denn bei optimalem Spiel jedes einzelnen kann man sich nach dem Würfeln schon fast ausrechnen, was man bekommen wird. Aber wie gesagt: nett!


    Neom: okay, das hat einen Solo Modus, aber im Vergleich zu den anderen Neuheiten des letzten Herbstes ist es bei meinen Recherchen unterhalb des "Kaufen"-Levels gelandet. Drafting und Punkte-Salat. Wollte es mögen, aber es liegt mir nicht. Wenn Städtebau, dann lieber Small City!


    Carpe Diem: kann ich einfach nicht! Seh nur noch Sternchen, nichts wirklich planbar ( zu dritt), aber das liegt sicher an mir.


    So bin ich mit dem guten Gefühl nach Hause gefahren, wieder einiges von der Liste möglicherweise (für mich) interessanter Spiele gestrichen zu haben.


    (Die spielerische Entschädigung waren dann heute morgen ein Kapitel Aeon's End Legacy und heute abend ein Encounter in Middara)

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  • Ich halte Crystal Palace als Namen für sinnvoller. Das sind nicht nur 2 englische Worte, sondern stellen auch einen Eigennamen dar. Außerdem geht es mir da auch um den Klang. "Crystal Palace" hat auch einen geilen Klang, ist eingängig. Meiner Ansicht nach brauchen Spiele eingängige, kraftvolle, kurze Namen.


    Mombasa. Agricola. Gloomhaven. Brass. Azul. Coimbra. La Granja ( ;) )


    Namen mit Ober- oder Untertiteln werden immer anders genannt, als sie eigentlich heißen. Aus "Vor den Toren von Loyang" wird immer Loyang. Aus "Die Burgen von Burgund" wird immer Burgund. Oder sogar BuBu. "Die Siedler von Catan" werden bei mir immer nur Siedler. Und bei fast allen Leuten auch, daher verstehe ich nicht, warum die aus der Sache nur "Catan" gemacht haben... Aber egal. Oder am Schlimmsten: "Auf den Spuren von Marco Polo". Sagt doch eh jeder nur Marco Polo... Aber da gab es eben schon ein paar Spiele mit dem Namen...

  • Als endlich ein finales Thema gefunden war, hieß der Proto "London 1851" und thematisch ging es eben um die erste Weltausstellung.

    Bei einem Titel "London 1851" hätte ich zuerst an das erste internationale (moderne) Schachturnier anlässlich der Weltausstellung gedacht.

  • Ich halte Crystal Palace als Namen für sinnvoller. Das sind nicht nur 2 englische Worte, sondern stellen auch einen Eigennamen dar. Außerdem geht es mir da auch um den Klang. "Crystal Palace" hat auch einen geilen Klang, ist eingängig. Meiner Ansicht nach brauchen Spiele eingängige, kraftvolle, kurze Namen.

    EXPO?

    Kurz, eingängig, kraftvoll.... :)

    Aber ich will das nicht schlecht reden, Crystal Palace ist sicher auch ein guter Name.

  • Ja, aber welche Expo? Der Kristallpalast steht stellvertretend für exakt diese erste Weltausstellung. Darüber hinaus hab ich den Eindruck, dass die Bezeichnung "Expo" eher ein modernerer Begriff ist.


    So. Lange Rede kurzer Sinn: Wir haben uns viele Gedanken dazu gemacht. Kann ja jeder finden, wie er oder sie möchte. Ich wollte eigentlich nur kurz erläutern, was der Sinn hinter der Namensfindung war. Ich kapere den Thread über Herne dann mal nicht weiter...

    Einmal editiert, zuletzt von ode. ()

  • naja eine Suche nach Crystal Palace führt ja auch heute schon etliche Treffer auf, die nicht den Fußballverein als Thema haben

    da ich mit Kristallpalast nichts anfangen konnte und auch nur den Fußballverein dem Namen zuordnen konnte habe ich mal kurz gegoogelt.

    Ergebnis meiner personalisierten Suche: Die erste Seite hat nur den Fußballverein aufgezeigt. Nichts anderes. Die zweite Seite zu ca. 90% Fußball, nichts zur Weltaustellung.


    Erst bei den Bildern wurde mir dann sofort etwas passenderes angezeigt.

    Ich fahre allerdings auf Themen wie die Weltaustellung nicht so ab.

    Na ja, vielleicht bringt mich das Spiel ja mehr zum Thema.

  • Da ich mich bis jetzt nicht nach dem Spiel "Crystal Palace" erkundigt habe dachte ich die ganze Zeit, dass es ein Fantasy-Setting hat - nur wegen dem Namen. Ich hätte das nie in der realen Welt verortet. Vor meinem Augen waren farbige pelzige Wesen die versuchen einen Kristallpalast zu bauen. Weshalb ich mich bis jetzt nicht nach dem Spiel erkundigt habe.


    MfG

    fleXfuX

    Wer die Weisheit mit Löffeln gegessen hat, neigt zu geistigem Durchfall.

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  • Und bei fast allen Leuten auch, daher verstehe ich nicht, warum die aus der Sache nur "Catan" gemacht haben...

    Das war vor ca 20 Jahren ein getroffener Deal zur Differenzierung mit dem Computerspiel "DIE SIEDLER". Grund die Digitalisierung von #Catan

  • Oder am Schlimmsten: "Auf den Spuren von Marco Polo". Sagt doch eh jeder nur Marco Polo... Aber da gab es eben schon ein paar Spiele mit dem Namen...

    Ich meine ich zu entsinnen, dass rein Marco Polo, aufgrund des gleichnamigen Verlages, rechtlich schwierig bis nicht möglich gewesen wäre

    Ich gebe hier, auch wenn ich es im Text nicht explizit erwähne, immer meine persönliche Meinung wieder.

  • Am SpieleWahnsinn-Sonntag kamen in meinen Runden nur vier Spiele, dafür aber fast durchweg richtig gute Vertreter ihrer Art auf den Tisch. Zwei Pflichtkäufe für mich, die allerdings noch im Handmuster-Stadium waren und deshalb die Vorfreude auf die Veröffentlichung entfacht haben. Ein gelungenes Eurogame in reduzierter Optik und eine etwas seichte Eurogame-Amitrash-Mischung, die wohl erst mit den Erweiterungen ihr volles Potential zeigen wird. Diese Spiele ergaben einen entspannten Abschluss des dreitätgigen Spieleevents im Kulturzentrum Herne.


    Und diese drei Tage reichten bei weitem nicht aus, um wirklich alles anspielen zu können, was interessant gewesen wäre. Die kostenfreie Spieleausleihe habe ich zudem komplett ausgelassen und auch dieses Jahr habe ich mir keine Zeit genommen, die Dauerausstellung der LWL-Museums für Archäologie zu besuchen oder an Turnieren teilzunehmen. Schade eigentlich.


    Das zeigt mir aber nur zu gut, wie viele Neuheiten auf minimaler Fläche präsentiert werden können. Der SpieleWahnsinn war erneut ein Besuch wert. Der Termin für 2020 zudem schon fest vergemerkt - am 15. bis 17. Mai geht es im kommenden Jahr weiter und dazwischen ist ja noch die SPIEL und diverse Spieletreffs, um den Spielspass-Hunger zu stillen. Hoffentlich dann mindest so entspannt, wie in Herne erlebt.


    Airship City : Wir sind am Ausbau einer Stadt beteiligt, die per Luftschiffe in den Wolken fliegt. Aber eigentlich streben wir nur nach Ruhm und Reichtum in Form von Siegpunkten. Die gibt es für erfüllte Rohstoff-Lieferaufträge, wenn wir in den Bau von besonderen Gebäuden investieren, was wiederum Rohstoffe kostet oder eben, wenn wir der Stadt Luftschiffe schenken. Wer ahnt es? Der Bau dieser Luftschiffe verbraucht ebenso Rohstoffe und die gilt es deshalb anzusammeln. Das wird unsere Hauptaufgabe sein.


    Auf den spielerischen Kern reduziert ein Worker-Placement-Spiel, bei der wir uns mit unseren anfangs zwei Luftschiffs-Plättchen über das 4x4 Stadtraster bewegen. Immer nur einen Schritt weit, wobei wir unsere eigenen Luftschiffe überspringen können. Weit kommen wir also nicht. Deshalb können wir mit dem Verbrauch einer Zahnrad-Ressource wie beim verrückten Labyrinth den Spielplan verändern. Wenn wir schon nicht so einfach zu den Orten kommen können, kommen die uns eben verschoben entgegen.


    Auf dem Zielfeld angekommen, sammeln wir die aufgedruckte Ressourcen-Anzahl ein und wenn dort schon Mitspieler stehen, bekommen die ebenfalls eine Ressource von der Bank geschenkt. Mit diesem Kniff ist jeder Mitspieler interessiert, das Spielgeschehen zu verfolgen, weil man ja keine Bonusressourcen verpassen möchte. Zwar schmiedet man Pläne, bis man wieder am Zug kommt, aber durch das Verschieben der Stadt-Plättchen und dem einen gemeinsamen Auftragsvorrat können diese lieben Mitspieler mal ganz schnell die eigenen Planungen durchkreuzen. Wirklich aggressive Züge gibt es aber nicht. Man kann sich höchstens benachteiligt fühlen, wenn man kaum bis nie Bonusressourcen abbekommt, weil lieber anderer Stadtfelder aufgesucht werden, bevor man Mitspieler mitprofitieren lässt.


    Die Stadtfelder kann man per Ressourceneinsatz auch umdrehen und damit lukrativer machen, wer diesen Einsatz geleistet hat. Zeitgleich vergrössert sich dadurch die eigene Lagerkapazität, denn einige der grösseren Aufträge verlangen mal eben 11 Holz oder so und die sprengen die anfängliche Lagergrösse von nur 10 pro Rohstoffsorte und Geld. Ebenso können wir einen dritten oder gar vierten Worker in Luftschiff-Form kaufen und damit unsere Aktionen erhöhen. Wer da als Mitspieler nicht hinterherkommt, könnte auf langer Sicht abgehängt werden.


    Ach ja, nicht erfüllte Aufträge altern nach einer Epoche, die alle fünf Runden endet und setzen einen ein wenig unter Druck, nicht zu viele davon zu sammeln. Da ein Auftrag annehmen aber auch eine Aktion ist und man anfangs nur zwei Aktionen pro Runde hat, nimmt man eh nur Aufträge, die in Erfüllungsreichweite liegen. Dann gibt es noch drei Sorten von zu bauenden Luftschiffen, die man gegen Siegpunkte direkt der Stadt spenden kann, was einem erlaubt, Rohstoffe beim Bau dieser Luftschiffart einzusparen und bessere Luftschiffe zu bauen, die noch mehr Siegpunkte versprechen. Wer da die Mehrheit an Spenden geleistet hat, spart zudem noch mehr.


    Ein gefälliges Eurogame. Jeder optimiert ein wenig für sich. Hofft, dass einem die Mitspieler zu zuvor kommen und versucht, irgendwie einen Siegpunktvorteil zu erspielen. Die 20 Runden können dabei etwas lang werden, wenn wirklich alle Mitspieler bei jeder Aktion durchtüfteln, was alles möglich ist und was eventuell besser. Durch den Verschiebemechanismus können Stadtteile erreicht werden, die vorab unmöglich schienen. Das ist ein wenig unübersichtlich, weil ungewohnt, kann Bedenkzeit brauchen und zu Zugrücknahmen führen, wenn die Runde das erlaubt. Deshalb trägt das Spiel für mich umso mehr, wenn es relativ flott gespielt wird. Es passiert hier zwar wenig neues, das aber in guter Form, wenn man den minimalistisch-übersichtlichen Grafikstil in seinen klar definierten Farbtönen mag.


    Crystal Palace : Werde ich die Tage, wie angekündigt, noch in einem eigenen Forenthread ausführlicher beleuchten. Ihr könnt aber gerne schon mal vorlegen. Es war für mich mein Eventhighlight im Expertenbereich und ein absoluter Pflichtkauf für den Herbst 2019.


    Watergate : Nixon gegen die Enthüllungen der Washington Post. Ein reines Zweispiel mit direkter Konfrontation. Eine Art Tauziehen um die Initiative und das Momentum und Quellen sowie die Verbindungen zwischen Nixon und den Quellen.


    Jede Runde wird um drei Beweisplätten gerungen. Zusätzlich will man noch die Initiative für die Folgerunde auf seine Seite ziehen und ebenso das Momentum gewinnen. Dazu spielt man abwechselnd eine Handkarte aus seinem persönlichen Kartenvorrat aus. Hier kommt ein wenig Twilight Struggle durch. Denn als Ereignis gespielt, wird die Karte aus dem Spiel entfernt und nutzt man hingegen nur deren Punktewert, wandert die auf den Ablagestapel und kann im Spielverlauf erneut auf die Hand wandern. Also jetzt den fetten Braten ausspielen oder doch lieber mit seinen Möglichkeiten haushalten? Da der Mitspieler direkt reagieren kann, entsteht so ein überraschendes Hin- und Her, bei dem man mit passenden Karten auch direkt kontern kann.


    Wer die Initiative gewinnt, bekommt für die Folgerunde eine Karte mehr und darf anfangen. Das kann die eine entscheidende Karte sein, um Beweise oder den Momentum-Marker auf seine Seite zu ziehen. Denn gewinnt Nixon fünf Momentum-Marker, dann hat er direkt gewonnen. Das will die Washington Post verhindern. Diese versucht wiederum eine Quelle per Kartenaktion aufzudecken, bevor Nixon diese Quelle mundtot macht. Und dann will auch noch eine durchgehende Beweiskette zwischen dieser Quelle und Nixen geschlossen werden, ohne dass Nixon diese Beweise vernichtet.


    Wer sich ein wenig mit dem Thema auskennt, spielt diese Geschehnisse des Wategame-Skandals am Spieltisch wirklich nach. Also am besten vorab noch mal diverse Kinofilme zum Thema schauen, damit man mit den Personen und Ereignissen auch etwas anfangen kann. Ansonsten wird aus dem thematischen Spiel ein eher abstraktes Gerangel um zwei Holzmarker und ausliegende Beweisplättchen, die es auf seine Seite zu ziehen gilt, um diese platzieren zu dürfen. Das Spiel lebt enorm vom Thema, die Mechanismen sind aber auch so ausreichend interessant, dass man mit dem Spiel das Thema kennenlernen kann. Für mich das 2-Spieler-Highlight des SpieleWahnsinns. Soll zur BerlinCon in wenigen Wochen veröffentlicht werden - komplett auf deutsch.


    Champions of Midgard : Ein Hybride aus Eurogame und Amitrash erwartet uns hier. Wir sind Nordmänner und verteidigen unser Dorf gegen wiederkehrende Trolle und ziehen gegen Monster in den Kampf, um Siegpunkt zu erspielen. Nach nur acht Runden ist der Trubel vorbei und da man anfangs nur drei Nordmänner zum Einsatz hat, vergehen diese Runden recht schnell.


    Eventuell zu schnell? Weil jeder Nordmann kann nur eine Aktion auf dem Spielplan machen. Typisches Worker-Placement eben. Für die Überseekämpfe brauchen wir Nahrung. Zudem brauchen wir Krieger. Und der Kampf selbst ist auch eine Aktion. Alles kann man also in einer Runde nicht machen und so wechseln sich Vorbereitungsrunden und Kampfrunden zunächst ab, bis man ausreichend viele Kämpfer versammelt und eventuell sogar ein eigenes Schiff gebaut hat.


    Wer den angreifenden Troll nicht verkloppt, der wird mit Schandmarkern bestraft und wer gegen den Troll antritt, kann diese Schande wieder loswerden. Da diese in Summe immer mehr Minuspunkte bringen, muss man ab und zu mal den Troll als Gegner den andere Monstern vorziehen. Auch wenn dieser weniger Siegpunkte einbringt. Manchesmal entsteht aber auch ein Gerangel, wer den Troll diese Runde bekämpfen darf, denn Schandemarker will man nicht zu viele ansammeln.


    Im Kampf wird gewürfelt. Mit allen Würfeln, die man in den Kampf mitnehmen will. Speere ,Schwerter und Äxte töten Monster und Schilde schützen vor eigenen Schaden und damit vernichtete Kriegerwürfel. Verluste kann man meist nicht vermeiden und Leerseiten auf den Würfeln meist auch nicht. Direkt im ersten Wurf gleich vierfach eine Leerseite. Hier schlägt voll und ganz das Glück zu. Amitrash lässt grüssen mit voller Breitseite. Das muss man mögen. Oder sich eine Erweiterung kaufen, die ich nicht kenne, aber das Glück durch Eurogame-Mechanismen ersetzen soll oder so.


    Ich habe hingegen nur das Grundspiel gespielt und das fühlte sich locker fluffig und auch ein wenig seicht an. Eben das, was ein Eurogame-Optimierer mal eben vor dem Frühstück im Vorbeigehen verspeist. Es wirkt gross und kann durchaus Spass machen, aber am Ende blieb bei mir das Gefühl, doch irgendwie recht wenig im Spielverlauf gemacht zu haben. Nahrung und Kämpfer sammeln. Trinkhörner auch, um einen Wurf wiederholen zu dürfen als letzte Rettung. Eventuell Sonderkarten gekauft, die im Spiel einmalige Vorteile bringen oder die Gefahren der Überfahrt zu den Monstern auf den entfernten Inseln erspicken lassen vorab oder eben teuer einen vierten Nordmann gekauft, um dann doch mehr in einer Runde machen zu können.


    Zwischendurch wird gekämpft und da sollte man jeden Wurf schon johlend begleiten wollen, um seinen Spass aus dem Spiel zu ziehen. Wer kampflastige Workerplacement-Spiele mag und eher die einfachere Kost sucht, wird hier fündig. Bei mir sitzt es zwischen den Stühlen, war nicht schlecht, aber dann auch schnell wieder vergessen die Partie. Wird aber sicher seine Fans finden.

  • Danke ravn für die Peeps.

    Crystal Palace steht bei mir schon seit geraumer Zeit auf der Liste ganz weit oben, jetzt noch höher.

    Und ich finde den Namen im Übrigen gut gewählt ( ein bisschen Allgemeinbildung schadet nie ) und ich hoffe inständig dass keiner noch auf die Idee kommt den Titel in Kristallpalast zu verdeutschen. Oder ähnlichem Mist.

    Besucht uns auf unserer Seite unter "www.mister-x.de"

  • Bei mir sitzt es zwischen den Stühlen, war nicht schlecht, aber dann auch schnell wieder vergessen die Partie.

    Du hast es bestimmt nur vergessen, weil ihr die einzige Runde wart, die es nicht von mir erklärt bekommen hat ;-P

  • Am Sonntag habe ich einen sehr schönen Tag in Herne verbracht!

    Morgens direkt um 10 Uhr mit "La Stanza" von Quined Games begonnen. Zu viert haben wir mit Erklärung ca. 2-2,5 Stunden gespielt. Schönes Eurospiel mit vielen reizvollen Entscheidungen, die zu treffen sind. Ohne Vorplanung wird man nicht erfolgreich spielen können, muss aber auch kurzfristig darauf reagieren, wenn interessante Personenplättchen von Mitspielern abgegriffen wurden. Auch muss man beachten, dass eine Runde mal kurzfristig beendet werden kann ( von mir selbst oder einem Mitspieler).

    Bin zwar Vorletzte geworden, aber es hat mich gepackt!

    Erfreulicherweise konnte ich mir noch ein Exemplar vorbestellen zum Pick-up in Essen.


    Weiter ging es zu dritt mit "Orbis" von Space Cowboys. Vorher einmal zu zweit gespielt gefiel es mir nicht, zu dritt fand ich es ganz okay - würde ich wieder mitspielen.

    Dann zu dritt "Sintra" (Azul 2): fand ich besser, als nach dem Regelstudium gedacht, aber einen Kaufreiz hat es nicht ausgelöst. Da reicht mir das normale Azul.

    Zum Abschluss noch zu zweit "7-Wonders Duel". Mein einziger Sieg des Tages und der ausgerechnet über das Militär - ich hasse doch kämpfen 8|:)!


    Wir haben es schon verdammt gut im Ruhrgebiet: viele Spieleclubs (in Essen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Dorsten... ) und die ganzen Spielewochenenden/-messen in Duisburg, Ratingen, Herne und als Krönung die "Spiel" in Essen *)

  • Wir haben es schon verdammt gut im Ruhrgebiet: viele Spieleclubs (in Essen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Dorsten... ) und die ganzen Spielewochenenden/-messen in Duisburg, Ratingen, Herne und als Krönung die "Spiel" in Essen *)

    Und direkt um die Ecke die wunderschöne münsterländische Parklandschaft!

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  • So, ich möchte auch noch ein paar Worte zu Herne verlieren.


    Ich war das erste mal dort und ziemlich begeistert. Ich habe für Corax Games erklärt und den Stand betreut, hatte also nicht so viel Zeit, mir die Spiele anzuschauen, war aber von der Atmosphäre sehr angetan. Eine sehr entspannte Veranstaltung, mit sehr entspannten Besuchern. Das Erklären war immer mit netten Gesprächen verbunden und irgendwie wirkte einfach jeder entspannt.


    Der Service vom Veranstalter für die Menschen, die dort arbeiten, ist vorbildlich und für mich bisher einmalig. Die Location finde ich schön, nur hatten wir bei uns hinten in der Ecke sehr, sehr schlechte Luft. Etwas Ventilation oder Lüftung hätte gut getan.


    Ich habe nur Qango kennengelernt, dass ich in unter 60 Sekunden erklärt bekommen, gespielt und verloren habe - musste ich mitnehmen. Hat auch zu Hause direkt Spaß gemacht.


    Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr wieder dabei sein. Als nächstes steht die BerlinCon auf dem Plan :)

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