Parteien im Spiel „Die Macher“ - Spielworxx

  • Schon interessant, dass das Spiel von den Themen her ins Jahr 2019 transportiert wurde, aber die größte Oppositionspartei im Bundestag fehlt. Das gilt umso mehr, wenn im Spiel Landtagswahlen dran kommen können, wo diese Partei Chancen hat, sogar stärkste Partei zu werden.


    (Bitte da keine irgendwie geartete Positionierung zu dieser Partei hereinlesen. Ich befürworte im Umgang mit dieser Partei nur manchmal etwas mehr Normalität und Realismus statt "Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt". Es bringt einfach nix, ihnen immer wieder ihre geliebte Positionierung in der Außenseiter- und Märtyrerrolle zu ermöglichen.)

    Kann man aber durchaus verstehen, gerade da es im Vorfeld auch aus dem Ausland auf BGG schon die Bitte geäußert wurde diese nicht ins Spiel einzubinden (was für mich Bände spricht)

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  • Stimmt, es spricht die bitteren Bände der Meinungs- oder Repräsentationszensur. Genau die findet hier statt, vor aller Augen.

    Ohne jetzt eine Diskussion anfangen zu wollen - "Wir werden sie jagen" ist keine Meinung sondern ein bedenkliches Zeichen an undemokratische Kräfte und stärkt diese, selbst wenn wir jetzt unterstellen dass es sich um eine demokratische Partei handelt was bezweifelt werden darf wenn man u.a. den Umgang mit der Presse etc. betrachtet. Sowas endet dann z.B. in einem Mordfall Lübke - auch wenn die offizielle AfD Stellung eine andere ist.

  • Fast ein wenig erschreckend, wie viele Demokratiefeinde hier unterwegs sind.

    Es ist ja gewiss immer ein schmaler Grat, aber das scheint mir jetzt doch deutlich off topic zu sein. Ich persönlich würde mich jedenfalls freuen, wenn ich in diesem Thread über das Spiel lesen könnte, nicht über den Untergang des Forums oder Abendlandes.

  • Das Spiel geht um Politik. Mir ist klar, dass der Autor, ob mit oder ohne Abbildung der politischen Realitäten eine Empörungswelle lostritt. Aber ich empfinde diese Forderungen nach Exklusion durchaus als Meinungsterror.

    Einmal editiert, zuletzt von atreides ()

  • Wenn Du schreibst, dass hier Demokratiefeinde unterwegs sind, hat das aber m.E. nichts mit dem Spiel zu tun, sondern mit dem Forum.

  • Ach du lieben bisschen. Was habe ich hier losgetreten?! Dass ein Spiel über Wahl in Deutschland nicht komplett unpolitisch ist, das ist klar. Aber könntet ihr die politischen Anteile, die mit dem Spiel "Die Macher" nichts zu tun haben, bitte in RSP diskutieren? Hier ist alles ohne Bezug zum Spiel off-topic. Danke.


    (Genaueres, etwa zu Auslagerungen, möge der zuständige Mod entscheiden.)

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  • Das Spiel heißt "die Macher" und nicht "die Kaputtmacher". Natürlich hat eine AFD da nichts verloren.


    Aber mal im Ernst: Letzten Endes ist es ein Produkt, das sich verkaufen soll. Wenn sogar aus dem Ausland schon die Bitte kommt die AFD nicht zu integrieren, würde ich das als Betreiber zumindest in die Wagschale legen.


    Warum man kein Feind der Demokratie ist, wenn man die AFD ausschließt, haben wir in dem passenderen Thread ja schon zur Genüge geschrieben.

  • Was ich nicht gut finde: warum hat man da explizite Parteien genannt? Warum nicht schwarze, weisse, pinke, grüne, blaue, graue... Steine? Dass dort explizit Parteinamen genannt werden finde ich irgendwie unnötig. Klar kann man aus den Farben auch Parteien ableiten aber das ist dann jedem selbst überlassen.


    Man hätte auch Bögen machen können, auf denen jeder seinen Parteinamen (ala welcome to..) draufschreiben könnte. So könnte auch die blaue Farbe zur unbelasteten „Blaue Partei der Toleranz“, kurz BPT entstehen können und alle Farben wären neutral aufgehangen.

  • Exhibitchee

    Hat das Label ausgelagert hinzugefügt
  • Ein Spiel mit einer braunen Partei würde einfach nicht gekauft werden. Und das ist gut so.

  • Was ich nicht gut finde: warum hat man da explizite Parteien genannt? Warum nicht schwarze, weisse, pinke, grüne, blaue, graue... Steine? Dass dort explizit Parteinamen genannt werden finde ich irgendwie unnötig. Klar kann man aus den Farben auch Parteien ableiten aber das ist dann jedem selbst überlassen.


    Man hätte auch Bögen machen können, auf denen jeder seinen Parteinamen (ala welcome to..) draufschreiben könnte. So könnte auch die blaue Farbe zur unbelasteten „Blaue Partei der Toleranz“, kurz BPT entstehen können und alle Farben wären neutral aufgehangen.

    Ich finde die Idee mit selbst zu beschreibenen Bögen sehr gut, verstehe aber auch die andere Seite: Mit echten Parteinamen wollte man das Ganze sicher authentischer machen und den Spieler ganz unmittelbar in eine tatsächlich so erlebte Atmosphäre werfen. Das muss und wird nicht für jeden funktionieren, aber ich verstehe den Gedanken, dass es sich intensiver anfühlt, wenn man die direkte Parallele zur Realität hat.


    Ähnlich reizt es mich bei Brass auch, dass dieses industrielle Revolution wirklich stattgefunden hat. Oder bei Gleichgewicht des Schreckens, dass man die Intensität dieses zehrenden Konflikts begreift.



    Edit: Njoltis - Spielstil.net war schneller

    Einmal editiert, zuletzt von Pup ()

  • Ähnlich reizt es mich bei Brass auch, dass dieses industrielle Revolution wirklich stattgefunden hat. Oder bei Gleichgewicht des Schreckens, dass man die Intensität dieses zehrenden Konflikts begreift.

    ...mal ganz abgesehen davon, dass das Spiel auf einer realen Landkarte stattfindet.


    Siehe #AFewAcresOfSnow vs #Mythotopia - den Konflikt in eine generische Welt transferiert zieht einfach nicht in derselben Art und Weise, wie der reale Konflikt. Oder auch die schiere Menge an Cosims mit realen Settings vs fiktive Settings...

  • Die Macher war schon immer mit Original-Parteinamen. Und das macht auch einfach viel mehr Spaß als mit namenlosen Farben.

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Ein Spiel mit einer braunen Partei würde einfach nicht gekauft werden. Und das ist gut so.

    Im Kartenspiel „Koalition“ (in den 90ern u.a. bei Hexagames erschienen), gab es eine braune Partei. Das hat am Spielspaß nichts geändert. Das Spiel hat allerdings deutlich satirische Züge.

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  • Hmm, ich kann schon verstehen, dass man die AFD exkludiert. Wer will schon mit denen spielen (naja, vielleicht in Kreisen, wo gleich mehrere die spielen wollen). Aber man hätte vielleicht noch eine Variante mit einer Nicht-Spieler-Partei machen können, die nie mit den Spielerparteien kooperiert. So hätte zumindest das reale Parteienspektrum zu jetzigen Zeit angemessener wiedergegeben.

  • Fast ein wenig erschreckend, wie viele Demokratiefeinde hier unterwegs sind.

    Ich würde mit solchen Aussagen vorsichtig sein. Das könnte man auch Verleumdung nennen! Was sich daraus ergeben kann sollte für jemanden der mit solchen Wörtern um sich wirft klar sein.


    MfG

    fleXfuX

    Wer die Weisheit mit Löffeln gegessen hat, neigt zu geistigem Durchfall.

  • Variante mit einer Nicht-Spieler-Partei machen können, die nie mit den Spielerparteien kooperiert

    "Hidden traitor" sozusagen... ist ja ein immer wieder gerne verwendeter Mechanismus... :lachwein:


    Bei die Macher muss das aus meiner Sicht aber nicht sein... Ist ja keine Simulation, die die Realität in allen Aspekten genau abbilden will...

  • Hmm, ich kann schon verstehen, dass man die AFD exkludiert. Wer will schon mit denen spielen (naja, vielleicht in Kreisen, wo gleich mehrere die spielen wollen). Aber man hätte vielleicht noch eine Variante mit einer Nicht-Spieler-Partei machen können, die nie mit den Spielerparteien kooperiert. So hätte zumindest das reale Parteienspektrum zu jetzigen Zeit angemessener wiedergegeben.

    Sehe ich auch so. Wenn den Leuten auch nur ein Funken wichtig ist, was sie da tun, bleibt für mindestens durchschnittlich intelligente Spieler direkt eine Option weniger. Das wiederum würde zu einem geringeren Markt zum Verkauf führen. Vielleicht kann man ja für die empörte Bevölkerung, deren Sorgen und Ängste man natürlich ernst nehmen muss, noch eine braune Edition machen oder so...

  • Ich zitiere mal die offizielle Kickstarter-Seite: "Die Macher is a game about the democratic process in modern day Germany, [...]."


    Diesem Anspruch wird das Spiel in keinster Weise gerecht: Stattdessen entwirft das Spiel hier eher eine totalitäre Dystopie der aktuellen parlamentarischen Realität. Konsequenterweise hätte er sein Remake dann aber auch Fifty Shades of Left nennen sollen.

  • Wahrscheinlich aus demselben Grund, warum die Menschen jedes Jahr unbedingt ein neues Fifa kaufen wollen. Weil der Bezug zur Realität einen gewissen Reiz ausübt.

    Aber man würde dort die Bayern nicht rausschmeißen wenn es hieße das dort Steuerhinterzieher und Kinderschänder irgendwie mit dem Verein verbandelt wären.

    Ich finde, wenn ich mit meinem Spiel die Realität in einem gewissen Teil abbilden will, dann sollte ich diese Realität nicht so verbiegen wie es mir passt, sondern ehrlich damit umgehen ohne wertend zu sein.


    Bei Black Orchestra spielt man evtl. auch einen Nazi, aber eben einen "guten Nazi", weil man ja versucht Hitler zu töten.

    Bei Twilight Struggle unterstütze ich Putschversuche und führe militärische Interventionen durch.

    Bei Star Wars spiele ich nicht immer nur die guten Rebellen, sondern auch mal das böse Imperium.


    Ich könnte auch bei die Macher einmal die AfD spielen und würde sie anschließend trotzdem nicht wählen. Es ist ein Spiel !!!

  • Ich zitiere mal die offizielle Kickstarter-Seite: "Die Macher is a game about the democratic process in modern day Germany, [...]."


    Diesem Anspruch wird das Spiel in keinster Weise gerecht: Stattdessen entwirft das Spiel hier eher eine totalitäre Dystopie der aktuellen parlamentarischen Realität. Konsequenterweise hätte er sein Remake dann aber auch Fifty Shades of Left nennen sollen.

    Wieso? Sind doch alle demokratischen Parteien dabei. Es sagt ja in dem von Dir zitierten Absatz nicht, dass es ein Abbild der politischen Landschaft sein will.

  • Sehe ich auch so. Wenn den Leuten auch nur ein Funken wichtig ist, was sie da tun, bleibt für mindestens durchschnittlich intelligente Spieler direkt eine Option weniger. Das wiederum würde zu einem geringeren Markt zum Verkauf führen. Vielleicht kann man ja für die empörte Bevölkerung, deren Sorgen und Ängste man natürlich ernst nehmen muss, noch eine braune Edition machen oder so...

    Ich als durchschnittlich intelligenter Spieler, denke das ich schon einen Unterschied zwischen Spiel und Realität machen kann, ich brauche auch keine braune Edition, eine realistische wäre aber schön.

    Aber da ich die 2te Edition schon besitze, stört es mich sowieso nicht.

    Von mir aus sollen sie doch eine Ponyhof Edition herausbringen.

    (Achtung Satire):

    1 Partei: Tierfreie Nichtraucherpartei

    2 Partei: Die veganen Baumkuschler

    3 Partei: Die überdurchschnittlich intelligenten Keksesser

    4 Partei: Freiheit für braune Würfel in Puerto Rico

    5 Partei: Partei für politische correctness


    Echt jetzt, ich finde diese ganze Diskussion schon ziemlich albern und ich habe lange überlegt, ob es das überhaupt Wert ist, sich hier zu äußern.

    Wer spielt denn bei den Cosim Spielern die Seite der Nazis? Offensichtlich ja niemand, denn das ist doch Pfui, kann man ja nicht machen, geht gar nicht.

    Leute, "Leben" ist eine Sache, "Spielen" eine andere, toll wenn beides zusammen gehört, man muss es nur an der richtigen Stelle trennen können.

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  • In jedem Spiel werden gewisse Facetten der Realität ausgelassen, ich denke das gehört zur abstrakten Darstellung eines Spiels.


    Es gibt immer wieder Threads (BGG lässt grüßen) über Unterdrückung, Sklaverei oder ähnliches (Inquisition) was in der Geschichte nicht so schön ist wie wir es im jeweiligen Spiel spielen/darstellen. Viele regen sich darüber auf das man z.b. in Endeavor, Sklaverei betreiben kann oder woher die Konquistadoren in Santa Maria wirklich das Gold bekommen.


    Schlussendlich obliegt es 1. dem Verlag und 2. dem Medium Brettspiel das wir nie alle Details (Parteien) einbringen können.


    Die Frage bleibt, MUSS man sich darüber aufregen?


    Warun regt sich keiner über weggelassene Berufe/Waren/Ämter/Privilegien in Mittelalter-Spielen auf?

    Ist es gerecht das der Schmied, Tischler oder Steinmetz soviel mehr Beachtung finden wie Glasmacher oder Sattler?


    Ich brauche de Facto keine Rechte Partei um Spaß zu haben und auch keine Linke.

  • Hmm, ich kann schon verstehen, dass man die AFD exkludiert. Wer will schon mit denen spielen ...

    Ich!


    Ich würde die AfD mit Freude spielen, andere Spieler mit Provokationen vom Spiel ablenken, wenn möglich die Regeln zu meinen Gunsten interpretieren und vieles mehr. Warum denn nicht?


    Ich kann die Entscheidung des Verlags nachvollziehen und da ein Spiel keine Abbildung von Realität sein muss und auch nicht journalistische Standards einhalten muss, ist es definitiv keine Zensur. Für mich ist das Spiel aber damit uninteressant geworden.

  • Spieler wollen nicht mit einer Partei spielen, die wiederholt Hasstiraden und Gewaltaufrufe verbreitet. Das macht Sinn, weil es mehr Spaß macht, sich in seine Rolle hineinversetzen und "für seine Seite kämpfen" zu können, sollte also nicht überraschen.

    Weil die Spieler das nicht wollen, lässt der Verlag die Partei weg.


    Das ist alles.


    Was hier aufgefahren wird an "totalitären Dystopien aktueller parlamentarischer Realitäten" (was denn eigentlich? Dystopie oder Realität?) und dass natürlich wieder die große Keule der Meinungsfreiheit kommt, geht völlig an der Sache vorbei und schießt über das Ziel hinaus. Es gibt auch keine Tugendwächter. Es gibt nur Spieler, die von ihrer(!) Meinungsfreiheit Gebrauch machen: Sie wollen diesen Aspekt nicht nachspielen (s.o.). Und es gibt einen Verlag, der von seiner unternehmerischen Freiheit Gebrauch macht, indem er sich dafür entscheidet, die Partei wegzulassen.


    Man muss vielleicht mal akzeptieren, dass keine höheren Mächte, keine Weltverschwörung und nicht einmal Denkverbote am Werke sind, wenn eine Mehrheit der Menschen deutlich macht, dass sie keine Lust auf Intoleranz und Hass in ihrem Leben hat.

  • Aber man würde dort die Bayern nicht rausschmeißen wenn es hieße das dort Steuerhinterzieher und Kinderschänder irgendwie mit dem Verein verbandelt wären.

    Warum nicht? Wenn ein Verein (uns selbst, wenn es der FC Bayern ist) ein derart negatives Bild abgibt, dass X Spieler den Titel nicht kaufen, weil diese darin vorkommen, ist es eine normale, wirtschaftliche Abwägung. So lange sie aber Steuern hinterziehen und kleine Welpen anzünden, und das den Fans egal ist, bleiben sie auch drin.

  • In diesem Spiel ist die Frage allerdings interessant, was zu dieser Schere im Kopf geführt hat, vor allem vor diesem Kontext: Allensbach-Umfrage: Über Meinungsfreiheit und kritische Themen


    Schön, dass es Tugendwächter gibt, die Tabuthemen setzen und (da aus dem Ausland) besser beurteilen können, welche Parteien verboten gehören.

    Dieses verklausulierte "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen" geht mir auf den Sack . Man darf so einiges was dumm, falsch oder was auch immer ist. Wer Scheiße labert muss trotz Meinungsfreiheit mit entsprechender Reaktion rechnen. Die Meinungsfreiheit garantiert das ich alles sagen darf, stellt mich aber nicht von jeglicher Konsequenz frei.


    Man muss der AFD in einem Spiel keine Plattform bieten, aber egal wie man es macht, die AFD wird versuchen ihren Vorteil daraus zu ziehen. Entweder man nimmt sie rein, und die AFD kann behaupten sie wäre ja eine normale Partei, oder man lässt sie raus, und die AFD spricht von Diskriminierung.


    Die AFD kann ja ihr eigenes Spiel machen, und alle anderen Parteien rauslassen, das entspricht auch dann ganz gut der Intention, eines nicht kleinen Teils ihrer Mitglieder.

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  • Hätte gerne die Diskussion erlebt wenn die AFD drin wäre, würden manche aus dem Forum hier wohl mit Mistgabeln und Fackeln vorm Verlagssitz warten :lachwein:


    Gibt meiner Meinung nach nicht soviel drüber zu diskutieren, der Verlag produziert das Spiel und darf seine eigene Meinung im Spiel gerne inkludieren, egal wie die aussieht.


    Ein Kaufgrund/Ausschluss wäre das für mich persönlich nicht, ich würde das Spiel unabhängig davon kaufen/nicht kaufen.

  • Wahrscheinlich aus demselben Grund, warum die Menschen jedes Jahr unbedingt ein neues Fifa kaufen wollen. Weil der Bezug zur Realität einen gewissen Reiz ausübt.


    Ich könnte auch bei die Macher einmal die AfD spielen und würde sie anschließend trotzdem nicht wählen. Es ist ein Spiel !!!

    Ja. Und trotzdem soll es Leute geben, die sich bei einem direkten Realitätsbezug auch im Spiel von sowas abwenden. Das macht für mich durchaus einen Unterschied ob ich Fiktion ala Star Wars oder reales Zeitgeschehen thematisiere. Klar, man kann das alles auf eine abstrakte Ebene runterbrechen und eben andere Leute, die das nicht können, als albern darstellen und vollkommen absurde Vergleiche heranziehen.

  • Ein Verlag handelt - man mag es vielleicht bedauern - wie jedes andere gewinnorientierte Unternehmen erstmal aus rein wirtschaftlichen Gründen. Wenn zu befürchten steht, dass eine Ausgabe mit AfD weniger gekauft wird als eine ohne AfD, so steht dem Verlag der Verzicht auf die AfD ohne Frage zu. Wer den Ausschluss der AfD kritisch sieht, muss das Spiel nicht kaufen. Wer hier Zensur und ausländische Einflussnahme ruft, dem empfehle ich, Sascha Lobo auf SpiegelOnline zu lesen (und sich ja vielleicht mal Gedanken zu machen, warum die AfD als wirtschaftliches Risiko gesehen wird...).

  • So wie ich das sehe, ist die Kampagne eine Neuauflage eines alten Spiels - und keine aktualisierte Fassung davon. Da die Parteienlandschaft damals so aussah wie im Spiel abgebildet, ergibt sich eben keine Notwendigkeit diese den heutigen Gegebenheiten anzupassen.

    Wenn doch, hätte man die AFD als Erweiterung anbieten können, damit wäre das Spiel dann in die aktuelle Zeit gehoben worden und jeder hätte die Möglichkeit sie zu implementieren oder eben wegzulassen. Man kann sich mit bestimmten Sachverhalten durchaus auch mal auf anderer Ebene auseinandersetzen, bietet bestimmt neue Blickwinkel und liefert Argumentationen für die weitere Diskussion.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Wenn doch, hätte man die AFD als Erweiterung anbieten können, damit wäre das Spiel dann in die aktuelle Zeit gehoben worden und jeder hätte die Möglichkeit sie zu implementieren oder eben wegzulassen.

    Das wäre ja der Hit gewesen! :lachwein: Das AfD-AddOn als alternativen Pledgelevel für Deutschland...

  • Meine letzte Macher-Runde ist schon mindestens ein Jahrzehnt her, aber wenn ich mich recht erinnere gab es seinerzeit keine menschenverachtenden Politikthemen, auf welche die Parteien setzen konnten. Wäre ich der neue Verlag, würde ich einen ähnlichen Ansatz verfolgen. In diesem Fall würde sich dann für mich die Frage stellen, welche Relevanz eine afd oder npd oder republikaner (oder wie auch immer sich diese Gruppierungen gerade nennen mögen) in einem solchen Spiel überhaupt hätte.

  • Kam schon mal jemand auf die Idee (reine Spekulation meinerseits!), dass das Playtesting vielleicht mit einer bestimmten Anzahl von Parteien abgeschlossen war und dass die Aufnahme einer weiteren Partei ins Spiel neues Playtesting erfordert hätte, was das Erscheinen nach hinten geschoben hätte? Und wenn sich dann inzwischen bei einer weiteren Wahl wieder was an der Parteienlandschaft geändert, hätte man erneut alles von vorne testen müssen? Weshalb der Prozess als solcher sicher keine ernsthafte Option war?


    Wie gesagt, reine Spekulation meinerseits. Kann Unsinn sein. Aber kann auch möglich sein, oder?

    André Zottmann (geb. Bronswijk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

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