Top 49 - 09/2019

  • Da das Sommerloch sich gerade dem Ende neigt ist es ein guter Zeitpunkt mal die Topliste zu aktualisieren. Gerne auch mit weniger Text und mit Rückschluss auf die letztjährige Position in der Liste.


    Nach knapp einem Jahr hat sich vieles an der Sammlung verändert. Erfreulicher Weise wurde aus der Top 48 stand heute eine Top 49. Wie auch in der Top 48 vom letzten Oktober habe ich all meine Spiele zusammengewürfelt und untereinander geranked. Denn ich handhabe es eigentlich immer so: Ein Spiel, das für mich würdig wäre in einer Top-Liste zu erscheinen wird auch gekauft. Doch starten wir einfach von hinten...


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    Platz 49: #TheGame

    Vergleich 2018: -


    The Game ist schnell erklärt, schnell gespielt und... schnell wieder vergessen. Man macht eigentlich nichts anderes als Karten in Reihenfolge abzulegen mit dem einzigen Kniff (wenn man es so bezeichnen möchte), dass man nicht über Zahlen sprechen darf. Was nach einem genialen Stolperstein klingt, ist dann in Realität nur stumpfsinniges Gehampel um Zahlen herum: "Hier bitte nicht drauf legen". "Hier kann ich anlegen". "Bitte hier nur ganz kleine Schritte". Im Endeffekt verkommt das "Spiel" zu einer Sortieraufgabe und hat tatsächlich erstaunliches Frustrationspotenzial. Nicht selten gibt es gemecker am Tisch, weil man ja nun einmal Karten ablegen MUSS, auch wenn es jemand anderem nicht gefällt. Tolle Entscheidungen trifft man dafür dann eben auch nicht. Man hat etwas passendes, oder eben nicht.


    Pro: Klein, leicht, kurz.

    Con: Beliebig/zufällig, kaum Einfluss, frustrierend.


    Fazit: Nur noch in der Sammlung, falls mal "Oma und Opa" spielen wollen. Fast schon zu günstig für's Altpapier.


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    Platz 48: #TimeStories

    Vergleich 2018: -18 Plätze


    Time Stories kennt wohl jeder. Was gut beginnt, lässt leider schnell nach. Nach mehreren Fällen verlies uns einfach die Lust am Spiel, sodass ich bis auf Grundspiel und die ersten 3 Fälle bereits alles verkauft habe. Zwar haben wir die späteren 3 Fälle gar nicht mehr gespielt. Und auch wenn die laut öffentlicher Meinung besser wurden, haben wir das Spiel einfach nicht mehr auf den Tisch bekommen. Die Tage von Time Stories sind bei uns gezählt - evtl. bringt da die 2. Edition Besserung.


    Pro: Theoretisch tolle Ideen. Sehr involvierend.

    Con: Nervige Würfelproben. Oft das Gefühl etwas zu verpassen. Stellenweise - wenn man die richtigen Orte nicht gefunden hat - unlösbare bis beliebige Rätsel, die man einfach durch Trial & Error lösen kann. Das verstärkt aber wiederum das Gefühl etwas wichtiges zu verpassen.


    Fazit: Bei uns hat es leider nicht so sehr gezündet. Zwar sind die Ideen gut, die Kämpfe und Würfelproben aber nerven einfach nur und sind auch wenig thematisch. Die Wiederholung bei Fehlschlag ist natürlich Teil des Prinzips, ist aber ebenso nervig wie die Würfel, wenn man 80% des Falls schon gelöst hat. Time Stories wird mit der Zeit leider gehen müssen.


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    Platz 47: #Ravine

    Vergleich 2018: -


    Der schnell aufgebaute Ersatz für #BergeDesWahnsinns. Nicht wirklich ein Partyspiel, aber auch kein Brettspiel. Eher irgendwas dazwischen und genau deshalb gut.


    Pro: Schönes Material (Grafik, Holztokens), 3-6 Spieler

    Con: Die Effekte sind teilweise etwas unthematisch, überleben tatsächlich sehr schwierig. Leider nur englischsprachig.


    Fazit: Schön, klein, schnell erklärt, fasst sich gut an. Und dafür knackig schwierig. Ein perfekter Upper oder downer!


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    Platz 46: #NachDemVirus

    Vergleich 2018: -


    Im Urlaub gekauft als Reisespiel. Tatsächlich ein netter Deckbuilder mit doch recht hohem Schwierigkeitsgrad. Durch die unterschiedlichen Starthände spielen sich die Charaktere trotz komplett identischer Decks recht unterschiedlich.


    Pro: Szenarienbasierter Deckbuilder mit überraschender Tiefe und recht hohem Schwierigkeitsgrad.

    Con: Material (Schwerkraft-typisch etwas bieder und billig), krude Anleitung, hoher Glücksfaktor. Die Optik ist wirklich nur als "schäbig" zu bezeichnen. Nur 1-3 Spieler.


    Fazit: Der 4. Spieler wird wohl nur vom Material und der Schachtelgröße begrenzt. Regeltechnisch sehe ich da kein Hindernis. Ein sehr häßliches Spiel, das aber doch irgendwie gefallen kann. Bleibt mindestens für Reisen in der Sammlung. Bei 4 Spielern würde es auch deutlich öfter auf den Tisch kommen.


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    Platz 45: #LegendaryMarvel

    Vergleich 2018: -


    Legendary Marvel ist ja quasi ein Baukasten für Superheldencomics. So haben wir uns (bis auf Guardians of the Galaxy) fast alles zusammengesucht, was in den Avengers-Filmen vorkommt. (Für Interessierte: Grundspiel, Paint the town red, Secret Wars 1, Antman und eben die GotG). Vom Spielprinzip her sehr nah an der Alien-Umsetzung, die auch gefallen konnte und nur deshalb verkauft wurde, weil sie nach einmaligem Durchspielen unglaublich repetitiv war. Marvel ist dagegen etwas "sinnfreier" in der Zusammenstellung, dafür aber abwechslungsreicher.


    Pro: Das eingängige Legendary-System mit einem coolen Thema. Abwechslungsreicher als LEA, Comicoptik.

    Con: Aufbauzeit - buchstäblich tausende Karten müssen gesucht und sortiert werden. Leider nur in englisch.


    Fazit: ein Vorzeige-Deckbuilder, der sehr thematisch sein kann. Das waren auch schon die Stärken von LEA. Aktuell - soviel Spoiler sei erlaubt - wurde es aber restlos durch #Klong! vom Tisch verdrängt. Wird aber nicht verkauft aufgrund des zeitlosen kultigen Themas.

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  • Fazit: Nur noch in der Sammlung, falls mal "Oma und Opa" spielen wollen. Fast schon zu günstig für's Altpapier.

    Fazit: Bei uns hat es leider nicht so sehr gezündet


    Bei deiner Aussage

    Ein Spiel, das für mich würdig wäre in einer Top-Liste zu erscheinen wird auch gekauft.

    kann ich irgendwie nicht nachvollziehen, wieso die o.g. nun "Top Titel" sind. In einer Top-Liste sind für mich "alltime Highlights" und keine "Grillanzünder"...:whistling:

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Torlok Guter Einwand! The Game darf ich nicht verkaufen weil meine Frau es behalten möchte - daher letzter Platz ;) Time Stories bleibt noch für den letzten (uns vorliegenden) Fall, anschließend wird's verkauft. War aber zumindest anfangs so gut, dass es über 2 Jahre in der Liste war. Das fand ich zumindest wichtig für die Entwicklung.


    Aber ich denke, das Bild wird sich mit voranschreitender Liste festigen, da mir vor allem die Unterschiede zum Vorjahr wichtig waren.



  • Platz 44: #WorldOfWarcraft

    Vergleich 2018: -18 Plätze


    World of Warcraft ist immer noch ein Juwel, besonders mit der kooperativen Fan-Version. So ist es dann auch in der Hälfte der Zeit spielbar, was einem mittellangen modernen Spiel entsprechen sollte. Thema und Ausstattung spielen natürlich auch eine Rolle. Durch den Seltenheitswert vor allem der ersten Erweiterung bin ich immer wieder dabei das Spiel komplett zu sleeven, was bei fast 2.000 Karten eine Mammutaufgabe ist ;) Es kommt tatsächlich selten auf den Tisch, aber wenn, ist es immer wieder ein Fest und ein Schwelgen in Erinnerungen! Da hat sich sogar #MageKnight einige Details abgeschaut.


    Pro: Fantastische Umsetzung der Vorlage mit allen Stärken und Schwächen. Thema, Ausstattung, Spielgefühl.

    Con: Aufbauzeit, 2. Erweiterung nur in EN verfügbar.


    Fazit: WoW ist nur aufgrund der starken Konkurrenz um 18 Plätze gesunken. Das Spiel ist zementiert in meiner Sammlung, allein schon wegen der Erinnerungen an über 10 Jahre WoW. Kaum ein Spiel bietet so coole Charakterentwicklung. Die größten Kritikpunkte sind die hohe Downtime und die lange Spieldauer. Beide Punkte werden durch die kooperative Fan-Version (kurz gesagt: nur 1 Fraktion spielt mit 1-3 Spielern) ausgebügelt. #MageKnight durfte mittlerweile die Sammlung verlassen. WoW bleibt.


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    Platz 43: #Gloomhaven

    Vergleich 2018: -18 Plätze


    Gloomhaven hat bei uns nie die Top 10 erreicht. Zwar hat das Spiel seinen Reiz, jedoch auch zu viele Ecken und Kanten: Aufbauzeit eines Szenarios ist zu 2. fast identisch mit der Spieldauer. Upkeep ist ohne App eine Zumutung. Es braucht Platz ohne Ende und die Story ist nicht wirklich mitreißend. Dennoch hat es natürlich seine Qualitäten: Charakterentwicklung, individueller Verlauf, etc. Das erste Spiel mit Legacy-Elementen, bei dem sie mir wirklich gefallen.


    Pro: Riesiger Umfang, schöne Ideen, viel Euro für einen Dungeoncrawler, keine Stereotypen.

    Con: Riesiger Umfang (die Doppelnennung ist Absicht), mittelmäßige Grafik, eher schlechtes Material, extrem aufwändig. Zu 4. zu lang, zu 2. zu wenig Elemtarkombinationen. Ohne App kaum spielbar.


    Fazit: Leider nicht der Kracher, den ich mir von einem Platz 1 auf BGG erwartet habe. Redaktionell wie viele Kickstarter eher unausgegoren. Dennoch hat das Spiel einen gewissen Charme. Bleibt wahrscheinlich, um auch in 10 Jahren noch weitergespielt zu werden.


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    Platz 42: #HumanPunishment

    Vergleich 2018: -20 Plätze


    HP macht eigentlich nichts verkehrt und sinkt auch nur wegen der starken Konkurrenz im oberen Drittel. Wenn es um Partyspiele oder Social Deduction geht, ist HP einfach das Maß der Dinge! Optisch ist vielleicht etwas zu viel los und auch die Regeln waren vor der Erweiterung etwas lückenhaft. Dennoch lehne ich bei Spielen wie Mascarade, Werwölfe, etc. dankend ab. HP steckt so gut wie jedes dieser Spiele in die Tasche, und zwar mit Leichtigkeit. Spannende Entscheidungen, tolle Interaktionen, entsprechende Spieldauer.


    Pro: Der König der Social Deduction Spiele! Aufgrund der 3 Fraktionen und unterschiedlichen Siegbedingungen sehr spannend und mit steigender Geschwindigkeit im Spielverlauf auch oft wiederholbar.

    Con: Aufgrund der Möglichkeiten nicht ganz so einfach wie andere SD-Spiele. Vor allem für Anfänger nicht zu empfehlen.


    Fazit: Gesetzt! Bleibt! 101!


  • Platz 41: #GameOfThronesLCG 2nd Edition

    Vergleich 2018: -


    GoT ist bei uns eigentlich nur eingezogen, weil wir dafür eine Playmat anbieten möchten. Stellt sich heraus: Das Spiel ist gar nicht mal so übel ;) Für ein LCG wirklich schlanke regeln, verglichen z.B. mit Netrunner. Dafür aber nette Spielmodi für Mehrspielerpartien. Wie spielen es ohne Deckbau, also nur mit dem vorgefertigten Decks aus 2 Grundspielen. Aber das allein ist schon spannend für viele Partien.


    Pro: Relativ schlankes Regelwerk, schöne Thematik. Keine Fotos aus der Serie, sondern eigenständiges Artwork.

    Con: Teilweise etwas abstrakt.


    Fazit: Ich würde GoT als Einsteiger-LCG beschreiben, da die Regeln nicht gerade kompliziert sind. Wir werden es nicht mit Erweiterungen aufplustern, dafür ist es uns nicht wichtig genug, aber für ein bißchen Game of Thrones-Feeling zwischendurch genau richtig.


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    Platz 40: #Ashes

    Vergleich 2018: -


    Ashes ist vor kurzem erst dazu gestoßen und hat daher nur wenige Partien. Es könnte also sein, dass es sich in Zukunft doch weiter oben ansiedelt. Ashes nimmt einen speziellen Platz in der Liste ein, den schon viele Spiele versucht haben zu füllen: Den des spannenden 2-Spieler-Magier-Duell-Spiels. Viele Kontrahenten haben es bisher versucht: #MageWarsAcademy fand ich vom Artwork her nicht schön und auch die viele überflüssigen (weil nur in #MageWarsArena genutzten) Icons waren mir zu umständlich. #MageWarsArena ist dann aufgrund des Preises und der noch höheren Einstiegshürde gar nicht erst in Betracht gezogen worden. Denn durch die immer verfügbaren Karten im Zauberbuch ist die Einstiegshürde nicht gerade niedrig. Dann hat es das wunderschöne #BlackRoseWars versucht, verkam aber zu sehr zu einem unplanbaren Zauberspruch-Bashing, das wenig taktisch, dafür sehr beliebig war. Zuletzt versuchte es der indirekte Vorgänger von Ashes: #SummonerWars als Masterset mit einigen Erweiterungen. Da muss ich sagen, dass mir dieses Spiel schon fast besser als App gefällt, da doch recht wenig passiert und die Effekte schlecht trackbar sind. Bei Ashes scheint dagegen vieles zu stimmen: Die Optik ist erfrischend anders, Würfel sind ein schönes Element, Spieldauer und unterschiedliche Charaktere passen auch. Ich bin gespannt, wohin es sich entwickeln wird!


    Pro: Optik, Würfel, Qualität, Umfang.

    Con: Mh, bisher tatsächlich wenig. Vielleicht dass nicht alle Magier auf Deutsch herausgebracht wurden? Und vielleicht auch, dass es manchmal zu wenige Würfel gibt.


    Fazit: Bisher gibt es erstaunlich wenig zu kritisieren. Ashes wird wahrscheinlich in Zukunft weiter aufsteigen.


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    Platz 39: #SpiritIsland

    Vergleich 2018: -


    Kennt wohl jeder, oder? 1-4 Geister verprügeln Invasoren auf ihrer Insel. So weit, so simpel. Da hört es allerdings auch auf. Das Spiel plagt in meinen Augen dasselbe Problem wie #Gloomhaven: zu 2. ist die Spielzeit OK, aber die Anzahl der möglichen Kombinationen zu klein. Zu 4. dagegen bekommt man genügend Elemente zusammen, dafür dauert das Spiel ewig. Darüber hinaus ist das Material etwas zweifelhaft. Es gibt definitiv hochwertigeres.


    Pro: Tolles Prinzip, quasi ein Pandemie mit sehr hohem Anspruch. Schöne thematische Fähigkeiten, im Kern einfache Regeln und toller Modularität.

    Con: Sehr sehr viel Downtimepotenzial. Es ist sehr viel Diskussion für sehr wenig Spielgefühl. Nicht im Sinne von Verhandlungsspielen sondern schlicht aufgrund der unendlich vielen Möglichkeiten. Das Material ist darüber hinaus nicht das Beste.


    Fazit: Bleibt bei mir leider etwas hinter den Erwartungen zurück. Mit Anleitung dient es schon als Pandemie-Ersatz, erfordert aber etwas Einarbeitung. Etwas zu wenig Spiel für meinen Geschmack, dafür etwas zu viel Arbeit.


  • Platz 38: #XWing 1st Edition

    Vergleich 2018: -9 Plätze


    Über X-Wing braucht man wohl wenig zu sagen. Einfacher Einstieg, viel Tiefe, kein Miniaturenbau und dennoch (oder gerade deshalb?) supor Qualität.


    Pro: Schlank, Schön, kurz, thematisch, taktisch. Und durch 2.0 endlich balancierbar.

    Con: Für mich steht noch die Investition der Version 2.0 vor der Tür...


    Fazit: Die macht ist Stark in X-Wing! Das Upgrade auf 2.0 für die Turnierszene ist nicht mehr weit entfernt...


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    Platz 37: #Draftosaurus

    Vergleich 2018: -


    Ein Neuzugang auf Kniffelniveau ohne Würfeln. Besetzt bei uns seit kurzem das Dinosaurier-Thema. Schnell erklärt, oft gespielt. Kein Abendfüller, aber ein super Absacker. Wie Kniffel eben, nur mit gefühlt mehr Entscheidungen. Es bekommt allein Bonuspunkte für das coole Cover ;)


    Pro: Tolles Material, Role and Write oder Stifte, dafür mit Dinosauriern.

    Con: Der beiliegende Beutel ist Mist. Wer nichts an Kniffel findet, wird auch hier keinen Spaß haben.


    Fazit: Definitiv nicht vom Aussterben bedroht. Tendenz steigend!


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    Platz 36: #StarWarsLCG

    Vergleich 2018: -20 Plätze


    Ein etwas altertümliches LCG, das sich trotz seiner kompetitiven Struktur ziemlich taktisch spielt. Greife ich an oder halte ich die Einheit zur Verteidigung zurück? Oder verpflichte ich mich der Macht? Dazu ist der Deckbau relativ einfach und es lebt natürlich vom Thema. Grob gesagt gibt es die alten Filme + etwas Star Wars Rebells, aber nichts moderneres. Wir lieben es!


    Pro: Einfacher Deckbau, schöne Thematik mit tollen Entscheidungen

    Con: Etwas wenig Möglichkeiten auf den Gegner zu reagieren, da pro Runde nur ein Spieler aktiv ist. Dafür aber ein tolles planerisches Element


    Fazit: Staubt langsam an, aber altert sehr gut! Den Solo-Fanmodus muss ich auch nochmal testen, aber es gefällt uns sehr gut. Die Regeln sind auch nicht wirklich kompliziert, nur etwas umfänglich geschrieben. Und darüber hinaus ist der Timing-Table wichtig - wie in jedem LCG.


  • Platz 35: #AndroidNetrunner

    Vergleich 2018: -29 Plätze


    Spoileralert: Netrunner hat die meisten Plätze in dieser Liste im Vergleich zum Vorjahr verloren. Das mechanisch wohl beste kompetitive Kartenspiel... ist und bleibt ein kompetitives Kartenspiel. Wir lieben Netrunner aufgrund seiner Entscheidungen, des Bluff-Faktors, der Asymmetrie und der stetig andauernden Gefahr, dass das Spiel in fast jeder Runde enden kann. Dennoch kommen die 2-Spieler-Kartenspiele etwas weniger als damals auf den Tisch als damals. Das liegt wohl daran, dass ich sich meine Frau nun viel mehr für größere Spiele begeistern kann. Wird aber aufgrund seiner Genialität und der Tatsache, dass es Out of Print ist, wohl fast zuletzt diese Sammlung verlassen (Disclaimer: Ich habe mal versucht die Datansatz-Karten zu verkaufen, weil wir durch die geringe Spielzeit eh nur das Grundspiel spielen und keinen Deckbau betreiben. Zeigt aber auch, wieviel Spaß man allein mit dem bzw. den Grundspielen haben kann).


    Pro: Best. Card. Game. Ever. Punkt. Das Artwork ist fantastisch bunt und kreativ für das eigentlich trockene Thema "Computer".

    Con: Der Deckbau ist recht kompliziert. Die Einstiegshürde ist für ein LCG relativ hoch, da viele fraktionsspezifische Vokabeln gelernt werden müssen.


    Fazit: Aktuell wird Netrunner leider weniger oft gespielt. Dennoch ist Netrunner ein wahres Juwel, das zwar eine gewisse Einstiegshürde aufweist, die es sich aber zu nehmen lohnt. Und entgegen mancher Grundspiele kann man schon mit dem Coreset bzw. dem Revised Coreset richtig Spaß haben. Wer tiefer einsteigen möchte, sollte sich erst ein 2.-3. Coreset kaufen um die Starter-Decks auf Turnierniveau aufzupumpen. Wer dann über die Stränge schlagen möchte, kann sich Datensätze kaufen. Und wie ich unlängst hörte, wird das Spiel sogar inoffiziell weitergeführt, inkl. Organized Play! Wer allerdings mal reinschnuppern möchte, dem sei gesagt: Schon im Grundspiel ist Netrunner ein richtig gutes Paket. Und bei den aktuellen Gebrauchtpreise (15-25€) auch ein sehr gutes Angebot.


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    Platz 34: #DerPate - Corleones Empire (CMON)

    Vergleich 2018: -


    Der Pate hat bei uns sehr sehr gut eingeschlagen, macht man sich allein die Konkurrenz auf den tieferen Plätzen bewusst. Doch warum ist das Spiel so gut angekommen? Neben dem Thema und der Aufmachung ist es einerseits der leichte Einstieg - es ist wirklich schnell erklärt - als auch die nicht allzu geringe Tiefe. Die passiert nicht mechanisch, sondern eher auf der Meta-Ebene. Wer hat wieviel Geld? Wer hat welche Jobs auf der Hand? Wo ist es gefährlich und wo kann ich Druck ausüben? Warte ich noch ab, die ertragreichen Plätze zu dominieren oder habe die Gegner ihre mächtigsten Waffen schon ausgespielt? Oder befinde ich mich gerade in einem Gebiet, das ein anderer Clan dominiert und ich spiele ihnen mit meinen Aktionen auch noch zu?


    Pro: Spannende Entscheidungen bei sehr geringer Einstiegshürde und realistischer Spielzeit von 60-90 Minuten. Ein Worker-Placement-Titel, der wunderbar von 2-5 Personen skaliert.

    Con: Kann manchmal etwas gemein werden, wenn man als Neuling bestimmte Karten nicht kennt. Diese sollte man unbedingt zuvor erklären! Darüber hinaus fehlt das Artwork auf den Job-Karten. Eine geänderte Datei dafür (drucken, schneiden, mit dem Original zusammen sleeven) biete ich auf meiner Seite an.


    Fazit: Top Material mit Ausnahme der Job-Karten-Artworks. Spannend und dennoch leicht. Ich kann ehrlich nicht verstehen, dass dieses Spiel so schlecht wegkommt. Ist es vielleicht auch der etwas zu hohe Preis?


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    Platz 33: #7WondersDuel

    Vergleich 2018: -26 Plätze


    Das, was #7Wonders nicht schaffte, schafft #7WondersDuel. Dieses Spiel ist eines unserer liebsten 2er-Spiele. An sich auch schnell erklärt ist es aber doch relativ abstrakt, was vor allem Wenigspielern in den ersten Minuten Kopfzerbrechen bereitet. "Wo lege ich meine gekauften Karten hin?" "Vor dich, das ist quasi deine Stadt." "Aha. Und wieso muss ich Geld zahlen für Ressourcen, die du hast aber ich nicht?" "Du zahlst quasi an den Markt." "Wo ist dieser Markt?" "Der ist nicht abgebildet, du zahlst einfach das Geld in den Vorrat." "Und woher bekomme ich die Resourcen?" "Die hast Du dann einfach, die verbrauchen sich nicht." "?!"


    Pro: Civ-Spiel auf den Kern reduziert. Mehrere Siegstrategien. Tolles-Zusatzmaterial. Die Erweiterung bringt noch mehr taktische Tiefe mit.

    Con: Leider leider nur zu 2. spielbar. Eine 4-5 Spieler-Variante von #7WondersDuel, die besser funktioniert als #7Wonders, wäre ein Traum. Mal schauen, ob #Tapestry diesen Platz einnehmen kann.


    Fazit: Hat man die Abstraktionsebene einmal verstanden, bietet dieses Spiel sehr viel! Natürlich aber hängt es auch etwas vom Kartenziehglück an. Dass aber nur rund die Hälfte der Karten verdeckt ist, lässt genügend Spielraum für spannende Gedankenspiele.

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  • Eine 4-5 Spieler-Variante von #7WondersDuel, die besser funktioniert als #7Wonders, wäre ein Traum.

    Was genau soll denn bei #7Wonders und 4-5 Spielern nicht funktionieren, was bei 3,6 oder 7 wiederum gut funktioniert???

    Keine Ahnung, das wollte ich gar nich aussagen ;)


    Ich hätte gern ein #7WondersDuel, das besser funktioniert als #7Wonders. Aber insgesamt nur für 4-5 Spieler. Das sollte nicht heißen, dass #7Wonders mit 3/6/7 Spielern besser funktioniert als zu 4. oder 5.


  • Platz 32: #GreatWesternTrail + #RailsToTheNorth

    Vergleich 2018: -14 Plätze


    Dieses Spiel ist ein Phänomen: In der Regelerklärung sieht man nur Fragezeichen am Tisch und hat das Gefühl ein extrem komplexes Spiel zu erklären. Da die möglichen Aktionen aber Stark vom Zugfeld abhängen, spielt es sich wirklich locker flockig runter. Thema sitzt meistens und die Erweiterung macht die Möglichkeiten um Siegpunkte zu generieren noch etwas ausbalancierter. Das Material ist OK, die Karten sollte man unbedingt sleeven!


    Pro: Für ein Euro ein unverbrauchtes Thema, schöne Grafik. Extrem wenig Downtime, selbst zu 4. kann man sich kaum ein Glas Wasser einschütten, schon ist man wieder am Zug. Der Preis ist für diese Spieltiefe auch ein echter Hit!

    Con: Ehrlich gesagt fühlt es sich manchmal schon etwas kurz an. Man muss von Anfang an eine Strategie fahren um viele Punkte zu gewinnen und manchmal rennt ein Mitspieler so oft zum Bahnhof (und treibt damit den Rundenzähler Richtung Spielende), dass man mit seiner Hausbau-Strategie kaum hinterher kommt.


    Fazit: Ein sehr thematisches Euro ohne großartige direkte Interaktion und Kopfzerbrechen. Macht aber immer wieder Spaß, allein Aufgrund der verschiedenen Strategien. Die Umsetzung der Bahnlinien (die Lock beschreibt die eigene mögliche Reichweite, nicht den Zug selbst) ist etwas abstrackt, aber erlernbar.


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    Platz 31: #MechsVsMinions

    Vergleich 2018: -4 Plätze


    Unser neues Vorzeige-Gateway-Game. Materialtechnisch eine 1+ mit Sternchen zu einem mehr als angemessenen Preis. Tolles Spielgefühl, etwas Legacy, einfach erlernbar und so gut wie kein Alpha-Spieler-Problem. Quasi jede Runde fühlt sich unschaffbar an, dennoch ist der Schwierigkeitsgrad nicht allzu hoch. Uneingeschränkt empfehlenswert!


    Pro: Material, Umfang, Zugang. Wenn man jemanden von Brettspielen überzeugen möchte, dann ist das hier ein sehr guter Kandidat! Kaum Downtime.

    Con: Es müssen sehr viele Minions bewegt werden, was manchmal etwas Zeit kostet. Zeitdruck bei Kartenauswahl kann perfektionisten nerven.


    Fazit: Zum Zeitdruck muss man sagen: Der ist nötig, um den Spielfluss aufrecht zu erhalten. Dafür findet er auch nur in der Auswahlphase statt. Es geht dabei lediglich darum das Spiel nicht zu verkopft werden zu lassen und es funktioniert. Thematisch betrachtet sitzen die Spieler in zusammenkelöppelten Maschinen voller Fehlfunktionen und genau das soll eine nicht gerade perfekte Programmierung und die Schadenskarten auch bewirken. Chaos ist definitiv ein Spielinhalt. Daher nichts für Euro-Optimierer.


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    Platz 30: #Teotihuacan

    Vergleich 2018: -


    Groß angekündigt wurde "Teo-ti-wa-kahn" und es kommt mit schier endloser Variantion daher. Ich mag Spielpläne, die auf den ersten Blick nur Chaos vermitteln, im Endeffekt aber relativ strukturiert sind. Die Einstiegshürde ist tatsächlich nicht allzu hoch, wenn man den Plan und die Iconography einmal verstanden hat. Die Lebenszyklen der Arbeiter gefallen mir sehr, nur leider gibt es keine thematische Einbettung (Hintergrundinfo) der Straße der Toten.


    Pro: Wir bauen eine physische Pyramide! Tolle Varianz, nahezu jeder Bestandteil des Spielbretts ist im Aufbau veränderbar.

    Con: Fühlt sich aber doch relativ trocken an. Die thematische Einbettung ist maximal "bemüht".


    Fazit: Mechanisch toll und spannend präsentiert sich das Spiel dann doch leider recht dröge. Es fühlt sich sehr mathematisch an und abgesehen von der physischen Pyramide, die gebaut wird, ist das Spiel ziemlich emotionslos. Bei den Reichen stellt man neue Häuser hin und bekommt abhängig von etwaigen anderen Positionen Boni. Wenn ich nichts zu tun habe, kann ich auch einfach beten gehen, bin dann aber auf unbestimmte Zeit dort festgesetzt. Das ist mechanisch sicherlich sinnvoll, aber thematisch hat das Spiel deutliche Lücken, die den Sprung von einem guten zu einem sehr guten Spiel verhindern.


    Die Erweiterung muss man sich mal anschauen. Durch die Varianz ist die Wiederspielbarkeit dermaßen hoch, dass ich nicht wüsste, wo Teotihuacan noch Erweiterungen bräuchte. Aber sag niemals nie ;)

  • Hm, wenn Android Netrunner für dich das beste Card Game ever ist, wieso hat 7 Wonders Duel eine bessere Platzierung?

    Ich ging beim Lesen dann aus, dass keine Card Games mehr kommen werden..denn best game ever, dann erwarte ich keine besser platzierte Spiele der gleichen Kategorie.

  • Weil 7 Wonders Duel für mich kein Kartenspiel in diesem Sinne ist. Es nutzt zwar Karten (wie viele viele andere Spiele auch), aber es ist in meinen Augen doch noch was anderes, da man in 7 Wonders Duel quasi ein Spielfeld aus Karten baut, eine Auslage bildet, etc.


    Wenn ich von Kartenspielen rede, dann habe ich eigentlich immer sowas wie ein LCG im Sinn. Ohne Brett, mit Kartenhand, etc. Ich verstehe aber, dass die Grenze da etwas schwammig ist.


    Sagen wir so: Es kommt (fast) nichts mehr in diesem Bereich. Und Android Netrunner ist für mich einfach die Speerspitze am mechanisch machbaren, da es Probleme elegant umgeht, die die kompetitive Kartenszene jahrzehntelang geplagt haben. Rein vom Konstrukt her ist es für mich einfach das rundeste und raffinierteste Produkt. Könnte aber dennoch sein, dass es aus irgendwelchen Gründen von etwas anderem überholt wird.


    Ein Porsche mag ein feines Stück Handwerkskunst sein - manchmal braucht es aber einfach den Golf ;)


    Wir werden sehen...


  • Platz 29: #ImperialAssault

    Vergleich 2018: -8 Plätze


    Unser Lieblings-Dungeoncrawler punktet nicht zuletzt durch die Lizenz. Auch wenn ich das Wort "Preis/Leistungsverhältnis" bei Brettspiele nicht mag - würde man ihn anwenden, würde Imperial Assault in meiner Liste wohl die Bestnoten bekommen. Denn schon im Grundspiel stecken eigentlich 2 Spiele (Overlord-DC und 1:1 Skirmisher) und durch die App kamen noch die kooperativen Modi hinzu.


    Pro: Der Umfang allein des Grundspiels ist fantastisch! Die Lizenz ist super, das Spielsystem auch. Und es bietet Content für viele Monate bis Jahre.

    Con: Die Sichtlinien-Regelungen sind mir manchmal etwas zu fiddly, vor allem ohne Linienlaserpointer. Zum Glück gibt es aber X-Wing ;)


    Fazit: Auch wenn es ein teures Vergnügen werden konnte, Imperial Assault zu sammeln, so muss man doch sagen, dass kaum ein Ameritrash-Spiel im Grundspiel schon so viel Umfang bietet. Auch eines der Spiele, die auch nach langen Pausen nicht aus der Sammlung fliegen. Und das einzige Spiel, von dem ich leere Kartons aufbewahre ;)


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    Platz 28: #Mombasa

    Vergleich 2018: -


    #Mombasa ist für mich irgendwie der große Bruder von #GreatWesternTrail. Mag stimmen oder nicht. Für meinen Geschmack setzt es noch einen oben drauf, bzw. kommt GWT erst durch die Erweiterung an dessen Anspruch heran. Optisch leider etwas bieder.


    Pro: Anspruch und dennoch der Einstieg. Geringe Downtime.

    Con: Die Optik ist etwas... naja. ;)


    Fazit: Wie auch in GWT erwartet uns hier sehr geringe Downtime und ein recht flüssiger Spielverlauf für so ein Kaliber. Das schafft Pfister wirklich gut. Über Kritik am Thema des Spiels (Ausbeutung in der Kolonialzeit) kann ich nur schmunzeln. Natürlich ist es ein ernstes Thema, aber die Spielerschaft schreckt im Allgemeinen auch selten davor zurück Krieg zu spielen, Städte in Brand zu setzen, arme Kühe einzupferchen, etc. Es ist eben ein historischer Kontext.


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    Platz 27: #Narcos

    Vergleich 2018: -


    Narcos ist ein Spiel zur TV-Serie auf Netflix. In meinen Augen eine der besten und spannendsten Serien überhaupt (man sollte nur entweder gut lesen oder spanisch sprechen können). So haben wir das Brettspiel auch sofort gekauft. Doch um was handelt es sich eigentlich? Ähnlich wie Scotland Yard tritt in diesem Spiel für 5 Spieler der Verbrecher gegen 4 (mehr oder weniger) Ordnungshüter an, die von 1-4 Spielern gesteuert werden. CMON-typisch hat das Spiel schönes Material. Darüber hinaus aber punktet CMON bei einem anderen Punkt ebenfalls und das ist die Zugänglichkeit. Narcos ist in wenigen Minuten erklärt: Der Patron plant seine Züge und kann Gangster einsetzen um entweder bis zum Ende der Spielzeit unentdeckt zu bleiben oder - sehr interessant - im Ansehen der Bevölkerung einen gewissen Status erreichen. Die anderen Spieler müssen ihn schnappen und dürfen - und müssen - darüber kommunizieren. Eine weitere Regel ist, dass die Parteien Städte und Gemeinden für sich einnehmen können, was es der Gegenseite unmöglich macht einen Fuß auf den Boden zu setzen. Der eigentlich Kniff dahinter ist aber nicht so "einfallslos" wie in SY, bei dem sich der Spieler von Zeit zur Zeit zu erkennen geben muss. Hier darf der Patron seine Lakeien nur in gewissen Abständen von seiner geheimen Position einsetzen, sodass sich mit jeder Aktion ein genaueres Bild ergibt. Wird der Patron zum ersten Mal geschnappt, kann er fliehen. Passiert dies ein 2. Mal, gewinnen die Jäger.


    Pro: Schnell gelernt, sehr thematisch ohne die Serie vorauszusetzen. Die Spieldauer ist angenehm und es lässt sich auch beeindruckend gut als 2-Personen-Spiel spielen. Wobei es dann für den Patron etwas einfacher wird, bzw. das Risiko für den Jäger größer ist, Zusammenhänge zu übersehen. 8 Augen sehen eben mehr als 6, 4 oder gar 2. Ebenfalls positiv: Wie schon in #DerPate wird hier gemaltes Artwork statt Fotos aus der Serie verwendet - und hier auch auf allen Karten unterschiedlich ;)

    Con: Mhhhh... Wenn man nun gar keine Hidden Movement-Spiele mag, ist es natürlich generell schwierig. Leider leider gibt es das Spiel nicht auf deutsch. Der Grund wird wohl sein dass Asmodee Angst hätte auf den Restexemplaren von #Whitechapel sitzen zu bleiben. Am Spiel selbst kann es kaum liegen ;) (Spaß muss sein)


    Fazit: Für mich ist es einfach das beste Hidden Movement-Game. Darüber hinaus auch noch eines der verständlichsten, da die Schwierigkeit nicht in den Regeln liegt, sondern im Lesen des Gegners. Wie bei jedem guten Spiel...


  • Platz 26: #VillenDesWahnsinns2

    Vergleich 2018: -18 Plätze


    Ach VdW... was haben wir schon für schöne Stunden verbracht! Jetzt, wo ich diese Zeile(n) schreibe fällt mir auf, dass ich #ImperialAssault als unseren Lieblings-Dungeoncrawler angepriesen habe. Interessant! Scheint so, als wäre VdW in meinen Augen eher ein Abenteuerspiel. Man muss dieses Spiel unbedingt mit Spielleiter spielen, der aber selbst auch im Spiel beteiligt sein kann. Wenn das Tablet herumgereicht wird verkommt das Spiel zu einem schlechten App-Spielchen mit anaolger Statusanzeige. Mir wäre aber auch nie in den Sinn gekommen das Spiel anders zu spielen. Dieser Spielleiter muss sich natürlich entsprechend Mühe geben eine Stimmung aufzubauen.


    Pro: Schnellste Regelerklärung ever: X Aktionen pro Zug und Bewegen geht so und so. Fertig! Den Rest erklärt der Spielleiter während der Partie. Und auch wenn es einige nicht mögen: Die App ist HERVORRAGEND! Man muss nur den Spielfluss der ersten mit der zweiten Version vergleichen.

    Con: Immersion hängt stark vom Spielleiter ab. Die semikooperativen Elemente muss man mögen - wir mögen sie bis auf die "Schweigen"-Karte.


    Fazit: Hier zeigt FFG, was mit einer App möglich ist! Richtig eingesetzt belässt sie das Spiel auf dem Tisch und handelt nur die nervigen Upkeep-Aufgaben digital ab.


    -----



    Platz 25: #XCom

    Vergleich 2018: -16 Plätze


    Eines vorweg: Mit der richtigen Spielgruppe wäre dieses Spiel in meiner Top10! XCom lebt ebenfalls durch die App und auch das Thema. Die Schwierigkeit ist dabei von "Immer feste drauf" bis "Schwimmen mit verbundenen Armen" einstellbar. XCom ist das kooperativste Spiel, das ich kenne, hat nahezu kein Alphaspielerproblem und sehr verständliche Regeln schon aufgrund der App. Jede Rolle hat andere Aufgaben und andere Möglichkeiten. Manche beschreiben es als "Echtzeitspiel", was in meinen Augen gar nicht zutreffend ist. Ein Echtzeit-Spiel ist etwas wie Zombie 15 oder ähnliches. Zwar hat XCom eine Phase pro Runde, die unter Zeitdruck geschieht, allerdings geht es gerade darum dort nicht alles zu schaffen. Hier zeigt sich auch, dass diejenigen, die diese Echtzeitphase als Kritik sehen, das Spiel wohl zu selten gespielt haben. Denn der Ablauf der Aktionen innerhalb der Echtzeitphase ist in normalen Zeiten immer identisch: Der Forschungsleiter weiß also schon, dass er eine Forschung aussuchen muss, nachdem der Central Officer seine Satelliten aufgestellt hat (als Beispiel). Warum ist das so? Nunja, wenn die Aliens sind in unser Kommunikationssystem hacken, können sie diese Reihenfolge durcheinanderbringen, wodurch dann teilweise Aktionen, die einander bedingen, in falscher Reihenfolge abgehandelt werden müssen (was die App auch als geänderte Reihenfolge anzeigt). Hat man den Rundenablauf verinnerlicht, besteht dieser Zeitdruck also eigentlich nicht. Eben bis alles den Bach runtergeht. Abseits dieser Phase haben die Spieler alle Zeit der Welt.


    Pro: Thema und Anspruch sind super. Hoher Kommunikationsgrad. Die Spieler wachsen mit den Partien als Team zusammen. Die App passt sich dem Spielverlauf an und steuert die Aliens.

    Con: Man braucht 2-3 Partien um zu verstehen, was das Spiel von einem möchte. Nicht, um die Regeln zu verstehen sondern eher, wie man diesen Brocken überhaupt gewinnen kann. Nahezu perfekte Umsetzung des XCom-Gefühls mit Schwächen bei Gegnern und Infatrieeinsätzen.


    Fazit: Aufgrund von SciFi-Thema ist das Spiel in unserer Kerngruppe nie groß angekommen. Ich hatte schon sehr schöne Partien mit spontanen Spielgruppen, wobei das Spiel da unter seinen Möglichkeiten bleibt. Für mich ist das Spiel einsame Spitze, man braucht nur die richtige Gruppe dazu die sich am Thema nicht stört und die bereit ist, ein Spiel zu lernen um zu gewinnen. Und wem das nicht reicht, der kann mit der Erweiterung nochmal einen draufsetzen!


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    Platz 24: #OuterRim

    Vergleich 2018: -


    Outer Rim ist wohl der spannendste Kandidat für nächstes Jahr. Kann weit nach oben gehen oder weit nach unten. Bisher haben wir es eher als "Absackerspiel" oder als "Hatte heute einen anstrengenden Tag"-Spiel gesehen und genau dafür ist es super, wenn auch etwas lang. Aber dafür kann man ja auch einfach die zum Sieg benötigten Punkte neu definieren.


    Pro: Sehr einfach und sehr thematisch. Einfach erklärte interaktive Geschichte.

    Con: Der Umfang ist im Grundspiel nicht so groß. Einerseits mache ich mir da bei FFG und deren Erweiterungswut keine Sorgen, dennoch ist bisher nichts angekündigt. Das Spiel ist sehr sehr einfach und lebt quasi vom Thema. Mechanisch passiert hier eigentlich nichts.


    Fazit: Outer Rim hat mich anfangs schon ratlos zurückgelassen. Irgendwie hatte ich genau das erwartet, aber auch irgendwie etwas anderes. Klar, da wird es schwierig Erwartungen zu erfüllen. Das was es macht, macht das Spiel aber sehr gut und ich denke genau das sollte man auch anerkennen. Tom Clancy ist eben kein Shakespeare.

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  • Platz 23: #GaiaProject

    Vergleich 2018: -


    GP gehört zu den Titeln, die sich nach der Einarbeitungsphase viel viel leichter anfühlen als zu Beginn. Auf den Bildern sieht das Plastikmaterial irgendwie billig aus, in der Realität ist aber genau das Gegenteil der Fall. Dennoch muss man leider sagen, dass Gaia zum trockensten gehört, was das Euro-Genre so zu bieten hat. Die Grafik ist irgendwo in den 90ern steckengeblieben und das Spiel ist so berechenbar, dass es schon fast an Schach erinnert. Ein klassisches Beispiel für aufgesetzte Themen, denn hier spürt man nahezu 0 davon. Abseits dieser Kritik aber glänzt GP mit gottgleicher Balance bei sehr sehr hohem Umfang. Ein Spiel, das nicht nur die Geister scheidet, sondern auch Könner und Einsteiger ab der 1. Minute.


    Pro: Kunststoffmaterial, Spieltiefe, Automa(s). Beeindruckend durchdacht.

    Con: Fahle Optik, dröge Präsentation, kühles Spielgefühl. Trockener geht es kaum.


    Fazit: Man muss diese abgezockten, eiskalten Euros mögen um an GP Spaß zu finden. Wer allerdings eine steile Lernkurze in Kauf nimmt und sich durchbeist, auf den wartet ein Spiel, dass Spannung und Content für hunderte Partien mit sich bringt.


    -----



    Platz 22: #TerraformingMars

    Vergleich 2018: +6 Plätze


    Wow, die erste positive Entwicklung! TFM hat mittlerweile das 3. Insert und alle bisheringen Erweiterungen (pre-turmoil). Und dabei wird es dann auch bleiben. Superleicht erklärter Engine Builder mit einem sehr belohnenden semikooperativen Spielgefühl. Leichte Regeln, schneller Ablauf, angenehme Spielzeit. Dieses Spiel macht einfach Spaß!


    Pro: Die Leichtigkeit des Seins! Evergreen, der niemals langweilig wird. Tolle Kartenvielfalt!

    Con: Das Spiel ist häßlich wie die Nacht und die Qualität des Materials ist stellenweise unterirdisch schlecht.


    Fazit: Mit etwas weniger Profitgier und etwas mehr Liebe zum Detail wäre TFM noch besser als es eh schon ist. Sollte eigentlich in keiner Sammlung fehlen und eignet sich sogar als tolles Einsteigerspiel, da die Regeln nicht wirklich kompliziert sind. Und das Ergebnis des optisch tatsächlich terraformten Mars ist immer wieder ein tolles Gefühl.


    -----



    Platz 21: #Cerebria

    Vergleich 2018: -


    Das Lieblingsspiel meiner Frau! Als "Spirits" versuchen wir den Geist eines Kindes durch positive und negative Gefühle zu formen. Dabei macht Cerebria sehr vieles sehr gut: Das Material ist über jeden Zweifel erhaben (nimm dir ein Beispiel, TFM!), Wertungsmechanismen werden aktiv ausgelöst wodurch Timing wichtig ist, die Spirits sind veränderbar, das Artwork ist zwar Geschmackssache, aber extrem kreativ. Dafür aber hat das Spiel eine steile Lernkurve: Allein schon, weil es thematisch oft nicht greifbar ist: Man schickt keinen Arbeiter in den Wald, der in der nächsten Runde 2 Holz erwirtschaftet. Sondern man blockiert den Einfluss negativer Gefühle auf das Spaß-Zentrum des Bewusstseins durch relative Mehrheiten in den Grenzgebieten. Klingt merkwürdig? Ja, ist aber definitiv eine Reise wert! Mein persönliches Highlight ist aber die Erweiterung, die zu 3./5./6. spielbar ist. Die 3. Fraktion "Forces of Balance" erlangt nämlich nur dann Siegpunkte, wenn die anderen beiden Fraktionen sich im Gleichgewicht befinden (=Gleichstand) und dadurch keine Punkte erhalten.


    Pro: Material, Umfang, Modularität, Optik, Kreativität, Thema, Anspruch, Tiefe, Ikonographie, was weiß ich... An Cerebria ist alles besonders.

    Con: Die Einstiegshürde ist fast schon eine Mauer. Die Sprachneutralität. Zwar funktionieren die Icons, jedoch muss man sie erst lernen und dafür braucht es die ausliegenden Spielhilfen. Hier hätte man mit Text auf den Karten vieles vereinfachen können. Aber dann wäre es eben nicht mehr sprachneutral. Durch die gute Ikonographie ist das aber nur in der ersten Partie wichtig.


    Fazit: Cerebria - Knoten im Kopf! Es gibt unglaublich viel zu beachten und es macht eine Menge Spaß. Schade ist, dass die 10 Spirits ihre Persönlichkeit erst über die Sonderfähigkeiten bzw. schwierigere B-Seite ausspielen, wodurch sie sich erst unterscheiden. Bis dahin ist die Auswahl der Spirits eigentlich nur für die Optik wichtig. Um dort hinzugelangen - allein schon bis zum Spiel mit vollständigen Regeln - braucht es eaber meist mehr als eine Lernpartie.

  • Platz 23: #GaiaProject


    Platz 22: #TerraformingMars

    ... eignet sich sogar als tolles Einsteigerspiel, da die Regeln nicht wirklich kompliziert sind. Und das Ergebnis des optisch tatsächlich terraformten Mars ist immer wieder ein tolles Gefühl.

    GP nur auf 23? Dann bin ich mal gespannt was da noch besser sein soll und ich noch nicht kenne ;)


    TM habe ich ein oder zweimal versucht mit Wenigspielern zu spielen. Die Regeln wurden verstanden und waren kein Problem, jedoch hatten alle von ihnen Probleme mit den Symbolen auf den Karten und waren nur am Texte lesen. Selbst auf mehrfaches Hinweisen, wie sie zu lesen sind wurde es nicht besser. Ende vom Lied: Keiner von ihnen möchte es auch nur noch einmal Probieren. Es wäre viel zu kompliziert mit den Symbolen und nur was für Freaks...

    Gruß Dominik

  • GP nur auf 23? Dann bin ich mal gespannt was da noch besser sein soll und ich noch nicht kenne ;)

    Gefühlt hätte ich es auch weiter oben eingeordnet, aber ich habe die Reihenfolge mit der Ranking Engine erstellt. Daher darf man gespannt sein ;)

    Es wäre viel zu kompliziert mit den Symbolen und nur was für Freaks...

    Das ist aber auch von Person zu Person unterschiedlich.

  • Klar ist das von Person zu Person unterschiedlich, aber das ist meine Erfahrung die ich mit 4 Wenigspielern gemacht habe, was bei mir 100% der Wenigspieler sind bei denen ich es auf den Tisch gebracht habe. Seitdem versuche ich es auch erst gar nicht mehr bei Wenigspielern.

    Gruß Dominik


  • Platz 20: #LeavingEarth

    Vergleich 2018: -



    Pro: Total thematisch mit Retro-Flair. Irgendetwas an diesem Spiel fasziniert mich ungemein?

    Con: Eigentlich eher ein Solo- bis Coop-Spiel. Der eigene "Zug" ist interessanter als das kompetitive Spiel an sich.


    Fazit: Mit ein bißchen Mathe ist das ein wirklich toller Baukasten!


    -----



    Platz 19: #Viticulture (Essential Edition)

    Vergleich 2018: -


    Worker Placement ganz simpel gedacht. Doch mit dem großen Plan kann man auch richtig aufdrehen. Das Material ist ganz gut, nur das Grafikdesign lässt etwas zu wünschen übrig. Ein schönes Spiel, das man von Einsteiger bis Kenneraufwerten kann. Und das Thema funktioniert auch oft.


    Pro: Eine sehr entspannte Atmosphäre. Schönes Holzmaterial. Steigerbarer Schwierigkeitsgrad.

    Con: Grafikdesign geht heute besser (Objekte stehen "irgendwo", Kontrast ist teilweise nicht optimal).


    Fazit: Viticulture ist so ein netter kleiner Kandidat. Das Spielgefühl ist äußerst positiv, obwohl es sich um ein kompetitives Spiel handelt. Die Leichtigkeit des Seins.


    -----



    Platz 18: #CthulhuWars

    Vergleich 2018: -13 Plätze


    Jetzt schlägt's 13! Cthulhu Wars sinkt so stark ab? Wie kann das sein? Naja, es liegt zum einen sicherlich auch an der erstarkten Konkurrenz, aber auch schlicht daran, dass es durch die KS-Eskapaden einfach ungern auf den Tisch kommt - denn wir warten ja alle noch auf deutsches Material. Das ändert aber nichts daran, dass Cthulhu Wars eine sehr kleine Einstiegshürde und wenige Regeln mitbringt, dafür aber große taktische Tiefe bietet.


    Pro: Easy to learn, hard to master. Tolles Plastikmaterial (hier steckt das Volumen ganzer CMON-Pledges in einer (1!) Figur!), angenehme Spielzeit und tolles Spielgefühl.

    Con: Immer noch nicht vollständig. Das Grafikdesign ist etwas... unprofessionell. Dazu der Preis...


    Fazit: Ach Cthulhu... wärst Du schon auf deutsch verfügbar, wärst Du sicherlich viel öfter auf dem Tisch. Schauen wir mal, auf welchem Platz sich der Herr des Schreckens 2020 (oder gar 2021?!) einreihen wird. Das Spiel ist unfassbar gut und simpel, aber irgendwie sagen wir uns immer "das gehen wir wieder an, sobald es auf deutsch da ist!". Sieh zu, PG! Mit angepasstem (kleineren) Material, modernerem Grafikdesign, und entsprechendem Preis würde Cthulhu Wars Titel wie #Kemet und Co richitg einheizen!

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  • Verstehe ich es richtig, dass du einfach nur deine private Sammlung in eine Reihenfolge bringst?


    Ich finde dann den Titel "Top 49" dafür nicht angebracht, denn das bedeutet, dass du eine Gurke, die mit "zu billig fürs Altpapier" abgewatscht wird, immer noch über allen zehntausenden Spielen einsortierst, die nicht in deiner Sammlung sind. Und das ist für mich völliger Mumpitz.

    Mein Blog (Illustrationen, Brettspieldesign, Angespielte Spiele)

  • Und das ist für mich völliger Mumpitz.

    Eigentlich nicht, denn was nicht in meine Top 50 passen würde fliegt raus aus der Sammlung :)


    Völliger Mumpitz (abgesehen vom finanziellen. räumlichen oder Verfügbarkeitsaspekt) wäre doch eine Sammlung zu haben, die nicht der eigenen Topliste entspricht.


    Warum sollte ich andere Spiele kaufen/besitzen, die mir nicht so gut gefallen wie andere, die ich nicht habe?

  • immer noch über allen zehntausenden Spielen einsortierst

    aber man darf doch nicht von jedem erwarten, dass er/sie für seine/ihre persönliche Topliste die gesamte Spielelandschaft erst mal durchackert.

    Das ist doch quark.


    Da würden ja auch youtube viele viele Toplisten (die ich teilweise gerne sehe) wegfallen.

    Ich bin gespannt auf die vorderen Plätze.


  • Warum sollte ich andere Spiele kaufen/besitzen, die mir nicht so gut gefallen wie andere, die ich nicht habe?

    Finde ich interessant. D.h. also, wenn du ein neues Spiel anschaffst und du dir deine Meinung bebildet hast kommt entweder das neue Spiel oder ein anderes weg? Das schaffst du wirklich konsequent durchzuziehen? Wenn ja: Respekt :thumbup::thumbup::thumbup:

    Gruß Dominik

  • Ich könnte zB ohne größere Probleme 20 Worker Placement Spiele oder 20 Dungeon Crawler finden, die ich alle "besser" finde als Codenames.

    Ich wüsste aber nicht, was ich mit 20 Worker Placement Spielen sollte. 3-4 davon reichen mir völlig, und es müssen auch nicht die "besten" sein, wenn ich ein minimal "schlechteres" schon besitze.

    Dafür weiß ich ziemlich genau, warum Codenames bei mir im Schrank liegt.


    (ich sehe aber auch generell nicht den Sinn von Top-Listen, und ich sehe auch keinen Sinn darin, meine Spielesammlung auf exakt x Spiele zu begrenzen, also mach du mal, verzeih meinen Einwurf)

    Mein Blog (Illustrationen, Brettspieldesign, Angespielte Spiele)

  • Warum sollte ich andere Spiele kaufen/besitzen, die mir nicht so gut gefallen wie andere, die ich nicht habe?

    Finde ich interessant. D.h. also, wenn du ein neues Spiel anschaffst und du dir deine Meinung bebildet hast kommt entweder das neue Spiel oder ein anderes weg? Das schaffst du wirklich konsequent durchzuziehen? Wenn ja: Respekt :thumbup::thumbup::thumbup:

    Ich versuche mich daran zu messen ;)


    Ein Erklärungsversuch: der limitierende Faktor ist das Regal (6x4er Expedit/Kallax ohne etwas "oben drauf"), wobei das auch wieder vom Spielzimmer limitiert wird ;) Sobald das "voll" ist, muss etwas gehen wenn etwas neues einzieht. Das hat sich als äußerst gesund herausgestellt.


    Natürlich gefällt mir ein Spiel auf Platz 1 dieser Liste besser als eines auf Platz 30. Dennoch spielt man ja nicht immer nur das beste der besten Spiele und es gibt genügend Gründe und Anlässe auch anderes zu spielen. Aber im Kern ist die Aussage korrekt: Da der Regalplatz limitiert ist und ich selbst in einem größeren Raum aufgrund der Erfahrung an Spielzeit pro Spiel daran nichts ändern würde, muss zwangsläufig ein Spiel gehen, wenn ein neues kommt. Und das bedeutet, dass das neue Spiel besser sein muss als ein Spiel, das bereits da ist. Und wenn ich dann davon ausgehe, dass ich jedes Spiel, das ich sehr gut finde, in meiner Sammlung haben möchte, dann entspricht meine Sammlung genau meiner Top-Liste.


    Dem entsprechend ist meine "Kaufliste" auch relativ kurz - da stehen aktuell 2 Titel drauf, Erweiterungen ausgenommen. Und das ist dann auch so ein Punkt: Ich kaufe lieber für "Bestandsspiele" Erweiterungen als Geld in andere Spiele zu stecken. Denn je mehr Geld man auf diese Weise auf verschiedene Titel verteilt, desto weniger Spielzeit hat dann jedes davon. Da habe ich lieber wenige Spiele, die top ausgestattet sind mit allem drum und dran, als viele Spiele "von der Stange", die dann im Regal rumstehen. Denn ehrlich gesagt sind ja schon 50 Spiele sehr sehr viel, gerechnet auf wöchentliche Spieleabende, die auch mal ausfallen können. Vor allem wenn man eine Vorliebe für Spiele hat, die im Schnitt 2-4 Stunden pro Partie dauern können.


    "Besser" ist hier natürlich überaus subjektiv :)


    -----


    PeterRustemeyer Interessanter Ansatz. Auch verständlich irgendwo. Aber für mich nicht praktikabel bzw. realistisch. Ich weiß, dass viele hier anders ticken, aber ich achte auch darauf, dass sich die Spiele gegenseitig nicht allzu sehr kanibalisieren. Kurz gefasst: Ich kaufe mir keinen #Ringkrieg, weil ich #Rebellion schon habe. Ich kaufe mir kein #Descent, weil ich #ImperialAssault schon habe.


    Zwar ist es nicht komplett möglich, aber ich versuche zu gleiche Spiele zu vermeiden. Mit "zu gleich" ist gemeint, dass sie sich eine stark definierte Nische teilen. Spielen wir zu 2. ein großes, langes Strategiespiel, dann kommt Rebellion in Frage. Oder eben auch Ringkrieg. Wozu da mehr Geld ausgeben um andere Titel noch weniger zu spielen? Ist Ringkrieg dadurch schlecht? Nein. Aber Rebellion gefällt mir und es käme in denselben Situationen auf den Tisch.


    Je mehr Geld ich für solche Spiele ausgeben würde, umso weniger würde jedes davon gespielt werden. Und das versuche ich zu vermeiden. D.h. wenn ich sage, dass mir Imperial Assault gut gefällt, dann sticht das damit auch alle (ebenfalls guten) Dungeoncrawler aus, die mir nicht so gut gefallen wie IA. Was natürlich nicht bedeutet, dass nicht doch andere DC in die Sammlung kommen könnten, dann aber aus spezifischen Gründen.


    Insofern hast Du natürlich recht: Viele (sehr viele) Spiele sind besser als die hinteren Plätze meiner Liste. Aber aus spezifischen Gründen sind sie nicht Teil der Top-Liste. Denn die sehe ich als Ganzes. Mehr als die Summe ihrer Teile quasi :)

  • Das geht aber auch nur, wenn man ausschließlich derjenige in einer Spielgruppe ist, der die Spiele kauft.

    In den Sammlungen meiner Gruppe z.b. sind einige Perlen vorhanden, die ich liebend gerne hätte. Aber warum sollte ich sie mir kaufen und dann „gemeinsam“ doppelt, dreifach etc. zu haben?

    Bei den Spitzenspielen (Top-3) ist das kein Thema, aber bei dem sehr guten Durchschnitt reicht doch ein Exemplar innerhalb der Gruppe, gerade wenn es sich um größere Spiele wie TI4 oder Spiele, die seltener auf den Tisch kommen wie z.b, COINS, handelt.


  • Platz 17: #Anachrony

    Vergleich 2018: -7 Plätze


    Anachrony ist doch immer einen Blick wert! Die Regeln sind erstaunlich eingängig. Der Kern des Spiels ist natürlich der als Zeitreise getarnte "Kredit", welcher aber auch immer gut ankommt. Denn immerhin nimmt man sich nicht einfach etwas von irgendwo - zumindest thematisch - sondern bestellt das Material "von sich selbst in 1-2 Stunden". Das ist schon ein witziges Gefühl ;)


    Pro: Das Material ist toll, der Einstieg doch relativ seicht für so ein Spiel. Die Iconographie gehört zum besten, was ich bisher in Brettspielen gesehen habe. Mit der bald kommenden Erweiterung wird das Artwork dann endlich auch durchgehend schön :)

    Con: Hinter der Fassade und der Thematik verbirgt sich ein Eurogame, das doch nicht ganz so planbar ist, wie es sich anfühlt. Es gibt für 2-3 Bereiche im Spiel Regelvarianten, von denen es aber keine 100% berechenbare Konstellation zu geben scheint.


    Fazit: Da scheiden sich die Euro-Geister! Es stellt sich heraus, dass das Spiel nicht zu 100% planbar ist - für manche Euro-Spieler ist das schon der Tod. Wobei Anachrony aber wieder so thematisch ist, dass das irgendwie auch gar nicht schlimm ist. Welches Euro-Game kommt schon mit einem "Adventure-Module"? Auch wenn es nicht das durchdachteste Euro ist, so ist Anachrony ein Meilenstein dafür, was und wie Spiele sein können. Und wir spielen es immer wieder gern!


    Wenn ich die Qualitäten von Anachrony so kurz wie möglich zusammenfassen müsste würde ich sagen: "Viele Euro-Spiele kranken an aufgesetztem Thema. Anachrony ist darin so stark, dass es die Korrektheit mancher Euro-Spiele in den Hintergrund treten lässt."


    -----



    Platz 15 16: #RisingSun

    Vergleich 2018: -


    Ein weiterer Eric M. Lang-Titel in der Sammlung. Rising Sun bietet ein tolles Verhandlungssystem. Nachdem die Spieler über Bündnisse diskutiert haben und vielleicht sogar welche eingegangen sind, wählt der aktive Spieler eine Aktion aus, die jeder der Reihe nach durchführt - nur er und sein Verbündeter erhalten eine stärkere Version dieser Aktion. So simpel, so gut! Die Spielzeit kann je nach Gruppe etwas ausufern, da in der sog. Teezeremonie viel diskutiert werden kann. Dort liegt sicherlich auch ein Reiz des Spiels.


    Pro: Super Material (auch im Retail!), super eingängige Regeln (man kann das Spiel anhand der Rückseite des Regelhefts erklären!). Das Ehre-System und die Monster verhindern, dass einfach immer nur der Stärkste gewinnt (bzw. vom Kampf den meisten Nutzen hat). Und einen schönen Comeback-Mechanismus gibt es ebenfalls.

    Con: Einerseits kann das Spiel schonmal 3-4 Stunden überschreiten, wobei sich diese Zeit auch nicht anstrengend anfühlt, als dass man über Regeln grübeln müsste. Andererseits verliert das Spiel gerade bei 4 Spielern potenziell viel von seiner Stärke: Bei 3 oder 5 Spielern dürstet jeder geradezu nach Bündnissen und es wird viel diskutiert, verhandelt und bestochen. Das muss zu 4. nicht unbedingt der Fall sein: In unserer letzten Partie gab es schlicht keinen Grund an den Bündnissen etwas zu verändern, da sich die beiden stärksten Spieler verfeindet hatten und die jeweils anderen beiden Spieler auf ihrer Seite hielten. So hat sich die gesamte Partie über keine Änderung ergeben. Da fällt die spannende Teezeremonie quasi komplett aus.


    Fazit: Das Spiel hat mehr Metaebene als man ihm ansehen würde. Das Kampfsystem ist spannend und der Kern des Spiels siedelt sich in der Teezeremonie an. Wie bereits erwähnt muss es aber nicht zwangsläufig dazu kommen, daher gibt es mitunter Partien, die nicht so spannend sind, wie sie sein könnten. Wenn man darum aber weiß, kann man sicherlich auch als starker Spieler einfach mal Allianzen brechen oder aber auch als schwacher Spieler starke Angebote unterbreiten. Man muss es eben nur wissen und machen. Wie so viele Spiele mit starker Metaebene kann Rising Sun darunter leiden, dass ich die Spieler zu wenig trauen. Ein Satz wie "es ist erlaubt über alles zu verhandeln" ist erfahrungsgemäß nicht aussagekräftig genug.


    -----



    Platz 15: #BrassBirmingham

    Vergleich 2018: +8 Plätze
    Mhhhh, dieses Spiel ist optisch und taktisch ein Genuss! Die Regeln sind etwas… anders als gewohnt und man muss sich ein paar Details erst eintrichtern, bis man Auswirkungen wirklich versteht. Dann aber belohnt das Spiel mit spanenden Entscheidungen und knackiger Spielzeit. Davon kann man direkt mehrere Runden spielen!


    Pro: Die Optik ist unglaublich gut! Eines der schönsten Spiele, die ich je gespielt habe! Sehr hoher Anspruch mit mittlerer Einstiegshürde und dabei geringer Spielzeit.

    Con: Anfangs wirkt es etwas kryptisch und Erfahrungsunterschiede zeigen sich sofort. Anfänger werden gegen erfahrene Spieler nicht den Hauch einer Chance haben.


    Fazit: Ein wunderschönes Spiel. Ich kann aber auch verstehen, wenn man es nicht mag, denn es ist ein relativ trockenes Wirtschaftsspiel unter schöner Fassade. Die kurze Spieldauer und die vielen Möglichkeiten aber entschädigen das. Das zeigen auch die 8 Plätze, die es im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist (da Birmingham Lancashire ersetzt hat, zähle ich die mal als eines).

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  • Kann der arme Kerl hier im Ernst nicht mal seine Lieblingsspiele auflisten und etwas dazu schreiben, ohne das per Grundsatzdiskussion verteidigen zu müssen?


    Ich lese alle Beiträge bislang sehr gerne. Und mir ist dabei völlig bewusst, dass

    a) Mafti vieles nicht gespielt haben wird und es deswegen zwangsläufig fehlt,

    b) er das so sortiert, wie er es empfindet,

    c) meine Meinung abweichen wird.

  • Ich lese diese Liste auch sehr gerne. Zum einen kann ich die Punkte die Mafti anders sieht durchaus nachvollziehen, zum anderen finde ich mich in dieser Liste zu 90% selbst wieder. Da freue ich mich wenn jemand anderes meinen Spielegeschmack so präzise teilt :-D

  • Ob die Liste denn was taugt sehen wir dann wenn die letzten 14 Spiele bekannt sind. ;)

  • Solche Listen sind doch müssiger Zeitvertreib für den Ersteller und damit legitime Freizeitgestaltung.


    Für mich ist eine schnelle Durchsicht dieser Liste insofern interessant um mal zu sehen, welche Art von Spielen für jemanden, der noch (für mich Graubart) relativ neu im Hobby ist, ansprechend sind.



  • Platz 14: #Klong!

    Vergleich 2018: -


    Tja wie beschreibt man Klong!? Ein Deckbuilder, der sich nicht wie ein Deckbuilder anfühlt. Ein Wettrennen, bei dem nicht immer der schnellste gewinnt. Spannende Zufallselemente gepaart mit planerischen Entscheidungen. Ein perfekter Absacker, der von 2 bis 4 Spielern immer funktioniert. 5 Minuten erklärt, in 30-60 Minuten gespielt. Dabei braucht es natürlich auch eine gewissen Portion Glück. Eben je nachdem, wie sehr man dieses ausreizt und wie risikofreudig man spielt.


    Pro: Sehr zugänglich, etwas witzig, mit schönem Artwork. Klong! Hat das Zeug zu einem Evergreen, gerade weil es keine riesige Einstiegshürde hat. Eine Partie Klong! Geht einfach immer! Das Material ist für Schwerkraft dabei bemerkenswert gut. Nach hinten raus kann das Spiel - je nach Risikofreudigkeit der Spieler - sehr spannend werden.

    Con: Das Auseinandersortieren der Erweiterungskarten kann etwas nerven, ansonsten sind die Erweiterungen uneingeschränkt zu empfehlen. Sleeven sollte man nur, wie jeden Deckbuilder, unbedingt. Darüber hinaus stelle ich mir manchmal die Frage, wieso die Box keine Standardmaße hat.


    Fazit: Punktlandung! Klong! Zeigt, wie einfach Spiele sein können um Spaß zu machen. Der Klong!-Mechanismus mit dem Beutel ist Spannung pur und bisher wurde noch kein Abstieg in die Tiefen von einem Mitspieler abgelehnt. Das allein ist doch schon eine Aussage!


    -----



    Platz 13: #Trickerion

    Vergleich 2018: -2 Plätze


    Der große Bruder von Anachrony. Auch hier ist das Thema extrem stark, jedoch stimmt hier im Gegensatz zu Anacrhony auch der Anspruch. Trickerion ist ein Planungsbiest mit spannendem Worker Placement. Dabei sind die Regeln aber nicht besonders kompliziert und ich kann heute nicht mehr verstehen, wieso ich damals so lang davor zurückgeschreckt bin sie zu lesen. Denn in der Tat ist das Spiel nicht wirklich schwierig. Das Spielbrett erklärt sich selbst und wenn man in der abgespeckten Variante beginnt, dann kann man später auch leicht aufstocken.


    Pro: Anfängervariante, die aber dennoch fordernd ist. Material und Optik sind zum verlieben. So extrem anspruchsvoll wie es oft verkauft wird ist es dann aber eben doch nicht.

    Con: Der Expertenmodus (mit den dunklen Gassen) bügelt zwar ein paar Engstellen aus, die sich so umspielen lassen. Jedoch macht er das Spiel irgendwie auch unthematischer. Zumindest sei festgehalten, dass man auch mit dem normalen Modus lange Spaß haben kann. Ein ordentliches Insert wirkt Wunder beim Aufbau - gleiches gilt aber auch für Anachrony!


    Fazit: Ein sehr sehr schönes Spiel! Hat man das Grundkonzept verstanden, ist der Ablauf an sich kein Problem mehr. Mein größter Kritikpunkt ist der kleine Fehler der deutschen Anleitung, der das Spielgefühl rund um die Auftritte verändert: Es fehlt das kleine aber wichtige Wörtchen "eigene". Wenn man am Ende den Regieplan verändern darf, darf man dies laut der deutschen Anleitung (der 1. und 2. Auflage) mit einem beliebigen Plättchen tun - d.h. auch mit Plättchen der Mitspieler, wodurch man diesen einen guten Zug total vermiesen kann. In der englischen Anleitung steht aber, dass man dies nur mit eigenen Plättchen machen darf, wodurch man sich an einen guten Zug eines anderen Spielers quasi anhängen kann um auch davon zu partizipieren. Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung!


    -----



    Platz 12: #Nemesis

    Vergleich 2018: -


    Über Nemesis braucht man wohl nicht viel schreiben… Das ist ja gerade in aller Munde ;) Für die Zukunft aber: Alien - The Boardgame.


    Pro: Gutes Material, sehr thematischer Spielverlauf, die Stories bleiben im Kopf! Funktioniert sehr gut sowohl kooperativ als auch semi-kooperativ.

    Con: Dass die Aliens so riesig sind (2-3x so groß wie die Menschen) macht mir die Illusion ein wenig kaputt. Kleiner, dafür vielleicht auch günstiger hätte ich besser gefunden. Die Regeln sind etwas tricky, daher der Bedarf der Regelzusammenfassung.


    Fazit: Mit das thematischste Spiel in meiner Sammlung. Man kann es vielleicht für "zu beliebig" halten, aber genau das möchte es ja auch sein. Man wirft Schach ja auch nicht vor keine Geschichte zu erzählen ;)


    -----



    Platz 11: #Lisboa

    Vergleich 2018: -


    Wo kommt das denn auf einmal her? Lisboa ist relativ frisch in der Sammlung, und wurde noch nicht so häufig durchgespielt. Dennoch verblüfft es uns mit seinen Mechanismen und natürlich auch dem Material. Das trägt ohne Frage einen Teil zur Faszination bei. Die Platzierung wird sich sicherlich in Zukunft noch verändern, aber bisher ist es ein guter Einstand.


    Pro: Thema, Material, Optik. Zugegeben, kann auch nicht gefallen, aber alles ist definitiv stark in diesem Spiel. Es ist einfach ein schönes Gefühl dieses Spiel zu spielen.

    Con: Die Eiger Nordwand der Einstiegshürden. Die Regeln sind teilweise historisch bedingt, was einerseits eine gute Erklärung und Eselsbrücke liefert, aber auch doppelt gelernt werden muss. Zuletzt muss hier natürlich auch der Preis erwähnt werden.


    Fazit: Ja was soll man da sagen… Dieses Spiel ist in jedem Punkt einfach ausufernd. Viel zu lernen, viel zu sehen, viel aufzubauen. Aber alles eben sehr lohnenswert. Ich kann verstehen, wenn man an sowas keinen Spaß findet, aber allein die Wirkung auf dem Tisch ist großartig. Da erwartet niemand in 1-2 Stunden fertig zu sein ;)

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