Krimi-Empfehlung!

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  • Einige von euch wissen es vielleicht schon: Ich bin totaler Krimifan. Vielleicht sogar süchtig. Auf der Suche nach immer besseren "page turnern" bin ich vor ein paar Monaten auf die Millenium-Trilogie gestoßen. Geschrieben von leider viel zu früh an einem Herzinfarkt gestorbenen Schweden STIEG LARSSON ist besonders das erste Buch VERBLENDUNG absolut genial und vielleicht das beste Krimi-Buch, dass ich je gelesen habe. Die anderen beiden Bücher (VERDAMMNIS, VERGEBUNG) fallen aus meiner Sicht etwas ab, aber das ist echt Kritik auf ganz hohem Niveau. Jeder, der Krimis mag, und kein Problem damit hat sich auf so ca. 50 handelnde Personen einzulassen, der sollte sich die Bücher unbedingt durchlesen!


    Danach hab ich endlich mal geschafft, mir diesen neuen Wunderknaben vorzuknöpfen: David Hunter, erdacht von SIMON BECKETT, war der Hauptdarsteller im vielgelobten DIE CHEMIE DES TODES. Kurz darauf war auch der Nachfolger KALTE ASCHE fällig. In meinen Augen sehr geile Bücher und wahnsinnig spannend. Dabei sind die Büchr ehrlich gesagt nicht so wahnsinnig gruselig, wie auf der Rückseite steht. Der CSI-gestählte Leser kann da nichts ekeliges mehr dran finden, wenn der Verwesungsprozess von Menschen geschildert wird, oder?


    Doch kürzlich wurde ich auf ein Buch aufmerksam, durch einen Zufall, nach dem ich seitdem heiß hinterher war. Und ich wollte es hören. Bei E-Bay bekam ich es dann günstig. DES TODES DUNKLER BRUDER von JEFF LINDSAY. Ein ganz anderes Buch, als das, was man so kennt. Und der Grund für meinen Thread über Krimis, denn das Buch muss ich euch ganz warm ans Herz legen.


    Allerdings sollte man noch ein wenig mehr mitbringen als bei Simon Beckett, der den Horror sehr nüchtern darstellt, wie es sich für einen Arzt gehört. Denn sein Hauptdarsteller David Hunter ist Arzt. Aber Dexter Morgan ist anders. Dexter Morgan ist der Hauptdarsteller von DES TODES DUNKLER BRUDER. Er ist Polzeilaborant. Er untersucht Blut. Und er ist ein Serienmörder... Denn in Dexters Kopf gibt es eine weitere Stimme, seinen dunklen Passagier, der ihn dazu zwingt zu morden. Aber Dexter ist nur hinter bestimmten Menschen her. Hinter Seinesgleichen. Dabei verrate ich nicht zu viel, denn das Buch beginnt damit, dass Dexter seinen 36sten Mord begeht. An einem kindermordenden Pfarrer.


    Dieses Buch ist außerdem sehr poetisch. Dexter beschreibt sein unmenschliches Ego sehr detailliert, dabei ertappt man sich fast, das Scheusal zu mögen.


    Dabei solltet ihr wissen, dass das Buch knallhart ist. Hier wird kaum etwas beschönigt (außer vielleicht von Dexter sehr romantisierend beschrieben, wenn ihr versteht, was ich meine - was nicht mindert knallhart ist). Man verfolgt die Geschehnisse aus Dexters Sicht, und das ist auch besonders an dem Buch, denn Dexter hat einen feinen Sinn für Humor. Sehr schwarzen Humor, wie man sich denken kann...


    Ein außergewöhnliches Buch, dass ich gerade zu Ende gehört hab. Es hinterläßt mich zuckend auf dem Boden, gierig nach mehr... Ein Glück, dass es schon DUNKLER DÄMON gibt, den Nachfolger... Gleich mal bestellen...

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    mieser Roman, der aber Gutes bewirkte...., 8. Januar 2007
    Von kps - Alle meine Rezensionen ansehen


    nämlich die TV-Serie "Dexter". Wer hätte gedacht, dass so ein schlecht geschriebenes, fade aufgebautes und platt-zynisch dahergekommendes Stück Schund als Vorlage für eine atmosphärische Serie diene könnte. Dass dieser Ramsch als Sensation gefeiert wird, ist völlig lächerlich. Eigentlich hätte man das Buch direkt von der Druckerei an die Wühltische ausliefern können. Wie unbegabt Lindsay ist, zeigen die Drehbuchautoren der Serie, die das Potenzial, das in der Geschichte steckt, erkannt und zu etwas wirklich Gutem verarbeitet haben.


    Bei amazon wird der Roman teilweise als belanglos, langweilig und uninspiriert gesehen.


    Die Charaktere sollen nicht gut herausgearbeitet sein und Dexter steht zu sehr im Mittelpunkt.


    Nun schreckt mich so etwas prinzipiell nicht ab, mag ich doch die Bücher von Patrick Redmond besonders gern (sehr geniale Psycho"krimis")., wo er auch wenige Charaktere und ihre Interaktion (bitte keine Diskussion an dieser Stelle) sehr detailliert beschreibt und damit den Leser fesselt. Bietet das Buch von Jeff Lindsay auch so etwas?

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


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  • Hey,


    erstmal dank an Ode.
    Ich finde es gut, hier im Off-Topic mal ein paar Buchempfehlungen auszusprechen.
    Atti muß ja nicht mitlesen!


    Dexter habe ich gerade bestellt :-))
    Auch wegen der Serie.


    Ich möchte Euch Roslund und Hellstrom ans Herz legen.
    Angefangen habe ich mit ihrem aktuellen Buch "Todesfalle"
    Durch eine, sagen wir, unglückliche Aktion kommt ans Licht, dass ein zum Tode Verurteilter und in der Todeskammer Gestorbener noch lebt. In Rückblicken wird geschildert was war und eine unheilvolle Kette und Maschinerie setzt sich in Gang.
    Nein, hier fließt kaum Blut und es gibt keine ekligen Details.
    Aber das Buch hat mich sehr gefesselt und psychisch stark bewegt. Das Thema Todesstrafe wird hier alles andere als oberflächlich aus verschiedenen Blickwinkeln hervorragend durchleuchtet.


    Darauf hin habe mir jetzt erstmal den ersten Band der Autoren "Die Bestie" bestellt.


    Gruß
    Mandras

  • Schade, dass das Buch bei Amazon nicht so gut wegkommt. Es ist sicherlich kein Buch für Jedermann, eher eins, das ungewöhnlich ist.


    Natürlich steht Dexter absolut im Mittelpunkt des Geschehens. Seine Psyche ist das Interessante an dem Buch. Seine absolute Gefühlsarmut, sein Betrachtungen zu sich selber und den ihn umgebenden Menschen sind das Salz in Suppe des Humors, den das Buch ausmacht.


    Die Nebenfiguren sind da erstmal im Hintergrund. Trotzdem werden sie gut eingeführt. Auch empfinde ich sie nicht als zu stark konstruiert. Dexters Freundin Rita z.B., die er nur hat, damit die Welt um ihn nicht weiß, was er wirklich ist, obwohl er komischerweise ihre Kinder "mag" - was er nicht versteht, da er sonst keinerlei Gefühle hat. Ihr Geschichte wird nachherzählt, obwohl sie eher kurz ist. Aber mehr darüber gibt es sicherlich in späteren Bänden. Wie ich schon weiß, wird die Beziehung zu Rita noch intensiviert.


    Die Polizistin LaGuerta wird auch eingehender beschrieben. Sie ist zwar die ganze Zeit nur ein karrieregeiles Biest, doch im großen Showdown wird ihr eine besondere Rolle zugewiesen.


    Dexters Schwester, der er helfen möchte, ist auch keine bloße Staffage. Übrigens ist das Dexters eigentliches Problem: Der Mörder, der gejagt wird, mordet auf so faszinierende Weise (für Dexter), dass er so hingerissen ist und ihn sich am liebsten selber schnappt. Doch für die Karriere seiner Schwester überlegt er, ob er diesmal lieber mit versuchen sollte, der Polizei zu helfen, statt sich den "Künstler" selbst zur Brust zu nehmen. Denn Dexter ist kein lieber Serienmörder, wie ich anfangs noch dachte. Sozusagen ein Super-Helden-Serienmörder, der die Bösewichte schnappt und ihrer gerechten Strafe zukommen läßt (was ja auch nochmal geklärt werden muss - Thema Todestrafe). Dexters Schwester, die undercover für die Polizei im Rotlichtmilieu arbeitet, möchte durch die Klärung dieses Falles, zu dem sie nur hinzugezogen wird, weil die opfer allesamt Prostituiertesind, zum Seargant aufsteigen und endlich zur Mordkommission versetzt werden.


    Mehr Nebenfiguren von Wichtigkeit gibt es gar nicht. Klar ist, dass Dexter derjenige ist, um den es sich hier dreht. Bei dem Thema auch absolut verständlich und genau das ist es, was Sinn hat.


    Bei der Frage, ob ein Krimi was taugt verlasse ich mich da eher auf www.krimi-couch.de
    Dort kann man sich sehr detailierte Rezensionen zu den Büchern durchlesen und bekommt eine Leserwertung, die sich oft aus mehrerern Hundert Stimmen zusammensetzt und der man eher etwas abgewinnen kann, als ein paar Leserezis afuf Amazon. Zusätzlich gibt es zu den meisten Büchern noch ein paar Anmerkungen von Lesern. Insgesamt gibt es einen guten Überblick über ein Buch. DES TODES DUNKLER BRUDER hat 86 von 100 Grad (insgesamt Stimmen von 99 Lesern) bekommen, vom Rezensenten sogar 97 (von mir 99!!!).


    Das Besondere ist immer Dexters Sichtweise, die diesen morbiden, romantischen Eindruck hinterlassen. Beispiel? „Eine ordentliche Zerstückelung ist vor allen Dingen sauber: keine Blutlachen und kein festgetrocknetes Fleisch an den Wänden. Das beweist einen Mangel an Klasse.“


    Jetzt, da ich gerade im Internet näheres zur bald startenden Serie erfahren habe, bin ich ganz aufgeregt. Wenn sie nur halb so gut ist wie das Buch, dann ist sie wohl die beste Krimiserie seit Jahren. Dabei kann ich mir nicht vorstellen, dass Dexters Faszination für sein Morden so unverblümt dargestellt wird. Und so morbide wie im Buch. Klar, für seinen Humor wird genug Platz sein. Hoffentlich ist er so subtil wie im Buch und nicht so platt.

  • Ich habe mir die beiden Dexter Fernsehserien (Season 1&2) auf Englisch angeschaut und kann sie definitiv empfehlen. Die deutschen Folgen scheinen aber etwas geschnitten zu sein... :butcher:

    Einmal editiert, zuletzt von Eric ()