1835 von Hans im Glück

  • Hat jemand Spielerfahrung zu 1835 (HiG-Verlag)? Da ja fast jedes 18xx sich von anderen unterscheidet durch eine Besonderheit: liege ich richtig, dass hier diese Besonderheit das verstaatlichen von Gesellschaften ist?

    Ist es vom Spielgefühl wie 1830?

    Gibt es dazu Tipps für eine 2Spieler Variante?

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  • 1835 ist ein komplett anderes Spielgefühl als 1830, häufig wirst du auch von der 1830- und 1835-Familie lesen, wenn spätere 18xx verglichen werden.


    1835 ist mehr ein Bauspiel, als mit Aktienkursen zu spielen. Es gibt Vorpreußische Aktien, die ihr Ergebnis je zur Hälfte in die Gesellschaft und an den Spieler auszahlen und die dann später alle sechs in der großen Preußen aufgehen. Alle Gesellschaften werden in einer bestimmten Reihenfolge aufgemacht, die nächste darf dabei erst gekauft werden, wenn die davor gefloatet ist (bei zweien auch komplett ausverkauft)


    Spieler dürfen außerdem 100 Prozent erinnert an einer Gesellschaft besitzen, wenn einer mehr als 50% besitzt, darf er verstaatlichen, er kauft dabei direkt vom anderen Spieler und Aktienkurse sinken pro Verkauf (!) um eine Reihe nach unten. Es gibt außerdem plus Loks, die zum Beispiel 2 große Städte und zwei kleine fahren dürfen (bei der 2+2 Lok)


    Tipp für zwei Spieler: ehrlich gesagt, gar nicht spielen. Entweder zu dritt, zu viert oder gar nicht.


    #1835

  • Wir haben vor Jahren ein paar Partien 1835 gespielt, wenn nicht genug Leute für 1830 da waren, ist aber schon sehr lange her.


    1835 ist ein Bauspiel: man baut mit den Kleinbahnen, und mit den großen Bahnen kann man teilweise sogar zwei Teile legen. Dadurch dauert die Bauphase natürlich auch entsprechend lange, und somit auch das ganze Spiel. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, werden nachher aus den Kleinbahnen die Preußische.


    In der Aktien-Phase konnte man die Kurse nicht so leicht drücken wie bei 1830. Außerdem war es auch immer relativ entspannt einen lebenden Zug abzubekommen. Pleite gab es bei 1835 nie.


    Wir hatten immer das Gefühl, dass es schon nach der Verteilung der Kleinbahnen klar war, wer die Partie gewinnen würde. Hinzu kam noch, dass die großen Bahnen in einer bestimmten Reihenfolge verkauft/eröffnet wurden, dadurch konnte man auch Pech haben, dass man nichts gutes abgekommt. (Pech gibt es bei 18xx in dem Sinne ja nicht, aber bei 1835 gibt es durch die feste Reihenfolge manchmal blöde Konstellationen, so dass man nix mehr abgekommt, bzw. beim anderen mitkaufen muss, weil es sonst nix gibt).


    Am besten hat 1835 immer mit 4 Leuten funktioniert. Bei drei Leuten spielen zwei zusammen, der dritte schaut in die Röhre.


    Wenn man gerne Strecken baut, dann ist 1835 eine Option, aber ich glaube da gibt es inzwischen auch bessere Bauspiele (18OE). Wenn ich die Wahl zwischen 1830 und 1835 hätte, würde ich auch immer 1830 spielen.

  • Teils brutale Manipulation am Aktienmarkt, bauen ist mehr Mittel zum Zweck - 1830 u.ä.

    Mehr entspanntes spielen mit Fokus auf lukrative Gesellschaften, die natürlich auch geschickt geführt werden und ein gutes Streckennetz brauchen - 1835 u.ä.

    Auch die zu Beginn durchgeführte Auktion der Startbedingungen - vorpreußische Bahnen, Privatbahnen, Aktien - ist durchaus interessant, aber nicht spielentscheidend bzgl. Gewinners. Wenn man es in- und auswendig kennt, kann so eine Voraussage bestimmt getätigt werden, wie bei vielen anderen Spielen auch. Zu zweit ist mir eine spielbare Option nicht bekannt.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • 1835 hat einige Charakteristika:

    • die Bahnen kommen in einer vorgegebenen Reihenfolge ins Spiel, ähnlich wie in 1825
    • es gibt Kleinbahnen (minors), die Eigenschaften von Aktiengesellschaften und Privatbahnen haben.
    • die Preussische Staatsbahn wird von den Vor-Preussischen gegründet
    • die Stückelung der Aktien ist bei jeder Gruppe von Gesellschaften anders
    • die großen Schweinereien sind im Aktienmarkt nicht erlaubt

    Mir gefällt es gut und das Spiel Ist auf dem Gebrauchtmarkt durchaus noch zu bekommen.

  • 1835 hat augenscheinlich weniger Tiefe als 30 oder ähnliche Spiele mit frei zugänglichen Gesellschaften, ist aber für mich eines der besten 18xx überhaupt. Unlängst hat einer auf BGG gefragt, wenn man nur ein einziges 18xx haben dürfte, welches das denn sei. Ich habe mit 1830 und/oder 1835 geantwortet :)

  • Dann sage ich auch mal etwas zu 1835.

    1835 war vor 30 Jahren mein erstes 18xx-Spiel. 1830 kannte ich nur vom Hörensagen. 1835 war bis dato das mit Abstand komplexeste Spiel, das ich kannte. Aus heutiger Sicht ist es ein normales Spiel auf Expertenspielniveau. Also nichts hervorstechendes mehr. Aber damals hat es mich umgehauen. Gleichzeitig war ich fasziniert von der Spielidee. Ein Aktienspiel, bei dem die Aktiengesellschaften tatsächlich agierten. Und zwar vom Mehrheitsaktionär. Abhängig vom Geschick des Direktors fiel die Dividende aus, die an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Oder auch nicht. Der Direktor entschied. Das war völlig neu für mich. Was mir damals auch gefallen hat, dass man das Spiel anhand einer Einführung kennen lernen konnte, die dem Spiel neben der Regel beiliegt. In dieser Einführung werden die Regeln anhand von den ersten Runden einer Beispielpartie erläutert. Ich habe das Spiel damals mit großer Begeisterung gespielt.

    1835 ist im Vergleich zu 1830 einsteigerfreundlich. Während 1830 ein knallhartes Aktienspiel ist, das Fehler brutal bestraft, verzeiht 1835 großzügig einzelne Spielfehler. Dadurch, dass die einzelnen Aktiengesellschaften erst nach und nach ins Spiel kommen, werden Neulinge in das Spiel herangeführt. Man muss nicht von Anfang an einen Plan haben. Aktiengesellschaften gehen im Normalfall in 1835 nicht pleite.

    Das besondere an 1835 sind die vorpreußischen Gesellschaften, die (neben den Privatbahnen) von Anfang an im Spiel sind. Sie sind ein Zwischending zwischen den Privatbahnen (die nicht agieren, sondern einen fixen Betrag an den Eigentümer ausschütten) und den Aktiengesellschaften. Sie agieren zwar wie Aktiengesellschaften, schütten aber den Gewinn mit einer fixen 50%-Quote an den Eigentümer aus. Die anderen 50% wandern in das Betriebskapitel, das dann neu investiert werden kann. Aktien gibt es bei den Vorpreußischen nicht. Etwa zur Mitte des Spiels gehen die vorpreußischen Gesellschaften in die große Preußische Aktiengeschellschaft auf. An den vorpreußischen Gesellschaften lernen Neulinge das Spielprinzip kennen. Auch das gefällt mir an 1835. Die Vorpreußischen geben dem Spiel auch quasi storyhafte Elemente.

    1835 hole ich immer dann heraus, wenn ich 18xx-Neulinge habe.

    1835 hat einen Ehrenplatz in meiner Sammlung, und wird niemals verkauft. :)

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  • Ein 1835 von Hans im Glück war damals (um 1995?) mein erster Berührungspunkt mit 18xx. Auch weil es deutschsprachig war und sich von den anderen 18xx Spielen dadurch abhob, dass es nicht wie ein Prototyp mit Papierplan aussah. Allerdings war das Spielgeschehen so ungewoht anders, so dass wir da arge Probleme hatten, das Spielprinzip zu verstehen. War eben die Zeit von Siedler von Catan und für einen typischen Eurogames-Spieler, mit neidischen Blicken auf die ganzen Amitrash- bis CoSim-Spiele, ein gehöriger Sprung in Sachen Komplexität.


    Zum Glück konnte ich das Spiel dann mal in einer 3er-Runde mit einem 18xx-Experten mitspielen und kennenlerenen. Allerdings hat der im Rückblick betrachtet, eigentlich uns mitgespielt und wir haben nur dabeigesessen und gestaunt, was da alles möglich ist. War also mehr eine geführte Demopartie. Kam auch nie zu einer Wiederholung. Wir spielten da schlicht noch auf einem ganz anderen Niveau.


    Demnach war damals 1835 durchaus ein Meilenstein. Heute ist es eben nur eines von vielen 18xx-Spielen. Mein 1830 habe ich längst verkauft, war mir persönlich zu viel Aktienmanipulationen und zu wenig Streckenbau-Fokus. Mein 1835 behalte ich weiterhin, auch aus Nostalgiegründen, selbst da es seit dieser ersten Expertenpartie nie mehr aufm Tisch gekommen ist.

  • nach so tollen Beitägen bekommt das Spiel auf jeden fall eine Chance. :)


    Gestern zu zweit 1862 erstmals gespielt. insgesamt ca. 8Std gespielt ( inkl Regel ... ist Englisch)und noch weit vom Spielende entfernt gewesen. Hat mir sehr gut gefallen, aber das verlangt einiges ab. die idee mit der Fusion finde ich richtig klasse. Spielmaterial auch Top.

  • Pokerchips waren dabei, allerdings reichten die tatsächlich nicht aus...hatte ich mir kürzlich für 1830 besorgt. heutw noch mal in einer verkürzten version...nur mit express....hat spaß gemacht. der etwas größere fokus auf gleisbau hat mir sehr gut gefallen. es spielt sich zu zweit einfach klasse.:)

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