Graboids Regallesung

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  • So, jetzt will ich auch mal. Keine Ahnung ob das hier irgendjemand lesen will, und ich kann aktuell auch nicht mit Fotos dienen, aber da ich die nächsten Wochen dazu nutzen werde, alle Regale neu einzuräumen, ist das hier meine Gelegenheit zu einem Fazit der darin liegenden Spiele. Für mich selbst notiere ich dann noch, wie oft und wann zuletzt das Spiel gespielt wurde. Ich fange mit den "leicht erreichbaren" Regalen an, daher sind diese Spiele allesamt recht oft gespielt worden. Ich gebe eh keine Spiele weg, aber die hier werden meine Sammlung sicher nie verlassen, mit einer Ausnahme.


    Schrank 1, Fach 1:


    #Cuba und #CubaElPresidente (2007): Typischer Euro der 2000er Jahre, mit Auktionen, Handel, Gebäude bauen und sogar gemeinsamen Abstimmungen, gleichzeitig mit dem typisch korrupten Setting, in dem sich ja auch die Tropico-Computerreihe so wohl fühlt. Ich habe es seit 13 Jahren nicht mehr ohne die Erweiterung gespielt und sehe auch keinen Grund dafür, die gehört einfach mit dazu. Für mich ist das Bild des interaktionslosen oder -armen Euros ja irgendwie ein Klischee, das dann erst in den letzten 10 Jahren einige echte Beispiele fand - Cuba jedenfalls ist noch richtig kämpferisch, man geht sich gegenseitig richtig auf den Sack. Damals wurde es oft mit Puerto Rico verglichen, das kann ich aus heutiger Sicht überhaupt nicht mehr nachvollziehen - aber irgendwie sind fast alle Kernmechanismen von Cuba in den letzten Jahren aus der Mode gekommen, so dass es schwer geworden ist, das Spiel noch auf den Tisch zu kriegen. Trotzdem für mich ein echter Klassiker aus der Zeit, wo man jedes Eggertspiel noch bedenkenlos sofort kaufen konnte. Insgesamt 15mal gespielt, zuletzt 2017. WIrd mal wieder Zeit.


    #DungeonPetz mit Dunkle Gassen (2011): Chvatils Sequel zu Dungeon Lords ist im Vergleich dazu wesentlich einfacher zu spielen, sowohl was die Regeldetails als auch was die Spieldauer angeht. Worker-Placement-Spiel von 2011, dessen Kernmechanismus, dass man auf die Einsetzmöglichkeiten quasi bieten muss, so richtig oft seither nicht wiederholt wurde (entfernt geht Carson City in eine ähnliche Richtung). Außerdem ein Beweis, dass Euros hochthematisch sein können, auch wenn das wieder einmal in einer Anleitung resultiert, die man zwar gerne das erste Mal liest, danach aber ziemlich ob ihrer mangelnden Informationsdichte verflucht. Kommt jährlich mindestens einmal auf den Tisch, wenn mich meine RPG-Nerd-Schwester besucht, die das Spiel liebt. Ca. 20mal gespielt, zuletzt 2020.


    #Uluru mit dem Reisespiel als Erweiterung (2011), #Dimension, #Xalapa: Von den drei Varianten, unter denen Lauge Luchau das gleiche Spielprinzip in Deutschland herausgebracht hat, ist Uluru die einfachste, aber auch hübscheste und am besten spielbare Version. Man platziert Vögel am Ayers Rock, die alle unterschiedliche Ideen haben, wer wann wo sitzen will. Uluru und Dimension (das gleiche Spielprinzip mit aufeinander zu stapelnden Kugeln) haben die Kinder früher gerne gespielt, Xalapa ist quasi die Expertenspielversion des gleichen Prinzips, durch etliche Zusatzelemente stark verkompliziert. Und jetzt sitze ich hier und muss zugeben, dass mich hier tatsächlich Vasels Einstellung, dass manche Spiele von neueren Titeln abgelöst werden, einholt. Normalerweise halte ich da nicht viel von, aber "Der perfekte Moment" ersetzt mit seinem sehr ähnlichen Spielprinzip, dabei aber einfach viel hübscherer und spielerisch interessanterer Umsetzung Uluru und Dimension für mich (Xalapa ist hinreichend anders und wesentlich komplexer). Insgesamt an die 100mal gespielt, zuletzt 2019, und ich fürchte, das war es dann auch.


    #KorsarenderKaribik mit Erweiterung Ruhmreiche See (2010): Eines dieser Ameritrash-Spiele mit massiver Unwucht, es dauert zu lang, es ist für die Nicht-Piraten kaum möglich, gegen die Freibeuter zu bestehen, je länger man spielt, desto länger dauern die einzelnen Spielerzüge, etc. Und trotzdem: Neben Skull Tales und Freibeuter der Meere ist das hier DAS Piratenspiel und zugleich sehr nah am PC-Spiel Sid Meier's Pirates, was große Teile meiner Kindheit ausgefüllt hat. Im Kern Pickup-and-deliver, aber mit den 11 (!) Modulen der Erweiterung kommen da derartig viele Mechanismen (am schönsten die Meuterei, die man dadurch abwenden kann, dass man eigene Piraten über die Planke gehen lässt) dazu, dass man eher von einer Simulation denn von einem klassischen Brettspiel sprechen möchte. Am meisten stört hier noch die Würfellastigkeit bei Konflikten, aber gut, auch Piraten haben halt mal Glück (oder Pech). Um die 20mal gespielt, davon erst 2-3mal mit der Erweiterung, zuletzt 2017. Viel zu lange her.


    #DiceTown (2009): Würfelpoker mit tollem Thema und mittlerweile ziemlich vielen Erweiterungen, die - bis auf die erste - noch ungespielt im Regal stehen. Dice Town ist mein Idealbild eines längeren Absackers, total glückslastig, sehr interaktiv und extrem spaßig, mit tollem Comic-Look, der mich immer noch zum Schmunzeln bringt. Die Erweiterung halte ich persönlich ab dem dritten, vierten Spiel für unverzichtbar, da sie einige Probleme löst (es gibt jetzt viel mehr Möglichkeiten/Orte, die genutzt werden können, und damit viele neue Taktiken für den Sieg). Mehrere 100mal gespielt (einschließlich App), zuletzt 2020.


    #Praetor mit Promo (2014): Worker-Placement, wo die Arbeiter altern und damit effektiver werden - aber auch bald in Rente gehen. Ja, der Mechanismus ist nicht so furchtbar weit von Village entfernt (hier als Würfelverbesserung umgesetzt), und das Spiel hat massive redaktionelle Probleme (die durch mehrere Errata des Autors auf BGG relativiert wurden). Aber es funktioniert zu zweit sehr gut, der Würfel-als-Arbeiter-Mechanismus war hier noch ziemlich neu und unverbraucht, Interaktion entsteht durch die gemeinsame Nutzung der individuell errichteten Gebäude, und ich mag die Grundidee, dass es ein massiver Nachteil ist, zu früh in Führung zu gehen. Man will die Führung regelrecht loswerden, was sich dann wiederum sehr witzig spielt. Außerdem hat es die spielerisch umfangreichste Promo, die ich je bei einem Spiel gesehen habe - das verkaufen andere Verlage als vollständige Erweiterung, und es ist mal eine der wenigen Promos, wo es wirklich unproblematisch war, an sie heranzukommen. Insgesamt 12mal gespielt, zuletzt 2018. Es gibt eine Solo-Variante, die ich unbedingt einmal testen will, klingt sehr gut.


    #Samarkand (mit Erweiterung Familienbande, 2010): Tolles familientaugliches Zugspiel mit Aktien, getarnt als Kamelkarawanen und Einheiraten in Beduinenfamilien., von der Komplexität etwa mit Zug um Zug Pennsylvania zu vergleichen (also im Sinne der SdJ-Jury heute schon fast ein Kennerspiel). Die Erweiterung ist hingegen überflüssig wie ein Kropf und macht die Chose nur unnötig kompliziert. In der Grundform aber eines meiner meistgenutzten Gateway-Spiele, mit dem man Menschen auf anspruchsvollere Spiele neugierig machen kann, ohne sie in irgendeiner Weise zu überfordern. Ca. hundertmal gespielt, zuletzt 2020.


    #Tzolk'in mit Erweiterung (2012): Nach wie vor mein Lieblings-Maya-Italiener, auch wenn Tawantinsuyu am Throne kratzt. Über meinen Radbemalversuch breite ich lieber den Mantel des Schweigens (gottseidank ging die grüne Farbe wieder ab). Ein wunderbares Spiel, mit dem man testen kann, ob Menschen Expertenspiele liegen oder nicht. Die Regeln sind in 10 Minuten erklärt, das Spiel ist komplex aber in keiner Weise kompliziert. Und es ist wunderbar Mitspieler*innen dabei zuzuschauen, wie sie in den ersten Runden blaue Schädel komplett ignorieren, dann zu der festen Überzeugung kommen, dass diese total overpowered seien, um dann nach 3-5 Partien zu erkennen, dass man eben doch alles gleichzeitig im Blick haben muss, um bei dem Spiel eine Schnitte zu haben. Die Erweiterung braucht man nur dann, wenn man das Spiel wirklich, wirklich oft (oder eben zu fünft) spielen will, aber die asynchronen Startvoraussetzungen und Stämme sind schon was Feines und erlauben eine weitaus größere strategische Variation als das Grundspiel. Um die 50mal gespielt, zuletzt 2019.


    #DieLegendenvonBlueMoon (Komplettausgabe von Heidelberger, 2014): Eines meiner liebsten reinen Zweierspiele, Knizias mathematiklastige Antwort auf Magic, was aber trotzdem nicht stört, da sie Illustrationen sehr hübsch geraten sind. Knizia und Kosmos haben hier quasi das LCG erfunden, bevor Fantasy Flight davon auch nur feucht träumte. Ich besaß vorher das Gros der Völkersets (bis auf die Buka-Invasion), und bis heute habe ich noch nie Deckbuilding bei dem Spiel betrieben. Die alten Riesenkarten waren schöner und spielten sich irgendwie auch schöner. Trotzdem ist der Komplettist in mir jetzt froh, das vollständige Spiel zur Verfügung zu haben, und vielleicht will ich ja doch irgendwann mal damit anfangen, mir ein Kartenset selbst zusammen zu stellen. Witzigerweise stören mich mittlerweile die manchmal richtig doofen Kartennamen, die einige schlechte Witze und schale Wortspiele bereithalten, überhaupt nicht mehr - vor 15 Jahren war das noch ein Grund, das Spiel nur etwas verschämt hervorzuholen. Um die 100mal gespielt, zuletzt 2020.

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  • Keine Ahnung ob das hier irgendjemand lesen will,

    Vermutlich ja. ^^ Die Spieletitel etwas hervorheben würde aber beim Drüberscrollen helfen.

    , aber "Der perfekte Moment" ersetzt mit seinem sehr ähnlichen Spielprinzip, dabei aber einfach viel hübscherer und spielerisch interessanterer Umsetzung Uluru

    Uluru ist aber wesentlich simpler auszuwerten. 6 (?) Vögel und gut ist. Bei Der perfekte Moment sind es 20 (?) und dauert recht lange. Daher würde ich Uluru bevorzugen.


    Gruß Dee

  • Respekt. Ich finde die Idee mit der Angabe wie oft es schon gespielt wurde, gepaart mit dem letzten Jahr in dem es auf dem Tisch lag sehr sehr cool. Ich war erstaunt wie viele Spiele in diesem Fach bereits hohe Werte aufweisen.

    Hast du eine eigene Datenbank angelegt für das Tracking der Spielhäufigkeit und den Spielzeitpunkten?

    Solltest du tatsächlich 2000 Spiele besitzen, frage ich mich gerade ob Spiele dein Leben sind? Denn wow das ist dann viel Spielzeit die in der Sammlung steckt und wir haben hier noch viel zu erwarten!:finish:

  • Solltest du tatsächlich 2000 Spiele besitzen

    Das Internet lügt nicht: Games | Profile | Graboid | BoardGameGeek


    Er besitzt 0 Spiele und lebt auf den Philipinen...

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

  • Aber Fotos wären schon schön :peinlich:

    Ich versuchs, es gibt aber ein paar Punkte, die daran problematisch sind: a. ich sortiere zweireihig ins Ivar, b. ich werfe Umkartons gnadenlos weg und packe mehrere Spiele in einen Karton, weil mir sonst der Platz ausgeht und weil ich 2012 bei einem Riesen-Wasserschaden eh fast alle Kartons verloren habe, und c. wie gesagt, ich sortiere gerade alles um, das ist sozusagen gerade im Flusse, dabei hilft das Aufschreiben aber auch :).

    Erwähntest du nicht mal irgendwo, dass du über 2000 Spiele hast? Da hast du dir ja was vorgenommen ^^

    Bei meiner Zählung ist jede Erweiterung einzeln drin, also sind es wahrscheinlich Tendenz eher 1300 Spiele und nochmal 800 Erweiterungen. So genau habe ich das nie aufgeschlüsselt.

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    Er besitzt 0 Spiele und lebt auf den Philipinen...

    Verdammt, ich bin aufgeflogen!

    Ich war erstaunt wie viele Spiele in diesem Fach bereits hohe Werte aufweisen. Hast du eine eigene Datenbank angelegt für das Tracking der Spielhäufigkeit und den Spielzeitpunkten?

    Solltest du tatsächlich 2000 Spiele besitzen, frage ich mich gerade ob Spiele dein Leben sind?

    Da ich mein Haupthobby zum Beruf gemacht habe, ist Spielen mein neues Hobby geworden, und das seit über 20 Jahren, insoweit ja, da kommt einiges zusammen. Ich spielte vor Corona eigentlich 4-5mal die Woche in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Die Spielehäufigkeit ist ab ca. 2012 (tatsächlich in einer schlichten Excel-Liste) getrackt, alles davor muss ich schätzen. Mein Leben isses nicht (ich hatte auch immer wieder Pausen, wo ich mich anderen Dingen zugewendet habe), aber ich wills auch nicht missen.
    Die hohen Werte liegen schlicht daran, dass dieses Regal die meistgespielten Titel hat, das wird noch ganz anders, wenn ich durchhalte. Aber es liegt auch am Alter der Spiele.

    Uluru ist aber wesentlich simpler auszuwerten. 6 (?) Vögel und gut ist. Bei Der perfekte Moment sind es 20 (?) und dauert recht lange. Daher würde ich Uluru bevorzugen.

    Spieletitel habe ich jetzt gefettet, ich hoffe das macht es lesbarer. Zu Uluru: Ja, das ist ein Argument. Uluru war aber immer eher schwierig an den Mann/die Frau zu bringen, weil der "nackte" Mechanismus nicht kaschiert wurde, und den finden viele Menschen dann eher öde. "Der perfekte Moment" sieht, wenn man es aufbaut, schlicht auch ziemlich "perfekt" aus, die Fotographie ist ein sehr hübsches Gimmick, das aber sogar spielrelevant ist. Aber ja, es macht aus einem Filler einen Opener, der auch schonmal 60-90 Minuten dauern kann. Und es fehlt die "dritte" Dimension, die Dimension bietet. Hach, schön, Argumente dafür zu hören, meine überfüllten Regale so wie sie sind zu belassen. :)

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  • Ich versuchs, es gibt aber ein paar Punkte, die daran problematisch sind: a. ich sortiere zweireihig ins Ivar, b. ich werfe Umkartons gnadenlos weg und packe mehrere Spiele in einen Karton, weil mir sonst der Platz ausgeht und weil ich 2012 bei einem Riesen-Wasserschaden eh fast alle Kartons verloren habe, und c. wie gesagt, ich sortiere gerade alles um, das ist sozusagen gerade im Flusse, dabei hilft das Aufschreiben aber auch :)

    Katastrophen haben die höchsten Einschaltquoten/Klicks, wir sind da schon ein wenig sensationssüchtig. Also los, zeig das Unglück! :evil::saint:

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Klaus_Knechtskern


    Was ist eigentlich mit Deiner Regalschau. Du solltest gleich im Januar 2021 damit beginnen, damit Du es in diesem Leben noch fertigstellen kannst. :-)

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  • Ich arbeite mich mal zu Fach 2 vor, hier wird es schon deutlich seltener gespielt:


    #ImSchutzederBurg (2008): Das erste Spiel, mit dem die Brands ein bißchen aufgefallen sind, und ebenfalls noch aus den goldenen Tagen, als man Eggertspiele noch ungesehen kaufen konnte. Das Spiel bietet ein wunderschönes, doppelseitiges Menzel-Brett und baut auf den Mechanismen auf, die die "Säulen der Erde" zwei Jahre davor popularisiert hat - wenn man so will, ist das Worker Placement in seiner reinsten Form. Man sammelt Ressourcen, baut Gebäude, die dann Einsatzorte freigeben, für die man am Ende Siegpunkte bekommt. Klar, damit gewinnt man keinen Blumentopf mehr, das ist aus heutiger Sicht fast schon die Parodie eines Worker-Placement-Spiels, aber es war eben auch eines der ersten Spiele, die diesen Mechanismus auf seine Essenz eingekocht haben, ohne viel Brimborium drumherum. Warum liegt es dann aber auf dem Stapel der häufig gespielten Titel? Weil es einerseits ein kleines Bluffelement bei der Rollenwahl mitbringt, und andererseits weil die Winterseite (mit eigenen Karten, wenn man sie denn sein eigen nennt, ich hab die nur als selbstgebasteltes Exemplar) sich tatsächlich nochmal ziemlich anders spielt. Und zuletzt ist es in hohem Maße planbar, weil man genau weiß, welche Gebäude zu errichten sind, und so seine Ressourcensammlung von Beginn an darauf ausrichten kann. Wenn dann aber bitte nur zu viert, damals hat man noch wenig darauf geachtet, ob Spiele auch zu zweit gut funktionieren, und selbst zu dritt funktioniert hier vieles nicht wirklich gut. Also, ein bisschen creaky, aber immer noch gerne gesehen (auch weil es einfach wunderschön ist). Um die 20mal gespielt, zuletzt 2015. Wird Zeit.


    #IslaDorada (2010): Bruno Faidutti misshandelt Zug um Zug (bzw. Elfenland) solange, bis daraus das ultimative Ärgerspiel mutiert. Eine Insel zeigt 20 Orte, zu einigen will man, da man Aufgaben- und Schatzkarten für diesen Ort hat, unbedingt hin, andere will man unbedingt vermeiden. Problem: Deinen Mitspieler*innen geht es genauso, nur haben die ganz andere Karten, wahrscheinlich genau die, wo du nicht hinwillst. Und was ist der optimale Mechanismus, um den Streit zu lösen? Klar, Bieten mit zunächst zufällig gezogenen, später teuer gekauften Karten! Dazu werfe man noch an die 20 unterschiedlichen Sonder- und Soforteffektkarten mit ins Spiel, und heraus kommt eines der chaotischsten, lustigsten und für sehr, sehr viele Gruppen leider völlig ungeeignetsten Spiele, die je erschienen sind. Bringt das bei Zug-um-Zug-Fans auf den Tisch (die oft ja schon böse sind, wenn man ihnen eine Strecke wegnimmt) und seid froh, wenn Ihr den Abend dann noch überlebt! Ich LIEBE dieses Spiel, aber es kommt aus den genannten Gründen (bösestes Familienspiel aller Zeiten mit unzähligen Sonderkarten, so dass man es mehrmals spielen muss um alles zu überblicken) kaum auf den Tisch. Aber immerhin, an die 15mal gespielt, zuletzt 2019 bei einem öffentlichen Spieletreff (sehr zur Belustigung der Nachbartische). Ach ja, ich vergaß: Die Ortsnamen sind absolut unaussprechlich, was ebenfalls wie eine böse Parodie auf ZuZ wirkt.


    #KingsandThings (1986, hier die erweiterte Pegasus-Version von 2010): Wahrscheinlich das verrückteste Spiel, das Games Workshop jemals auf den Markt geworfen hat. (korrigiert vom Meister, siehe unten). Ein abstrahiertes Kriegsspiel, man baut riesige Armeestapel a la Civilization mit Kreaturen und surrealen Fantasy-Gegenständen und würfelt sich dann gegen die riesigen Stapel der Mitspieler durch. Leider kann sich das Spiel sehr ziehen und hat neben einfachen Grundregeln dann doch ein paar sehr spezifische Sonderregeln. Der modulare Spielaufbau ist gleichzeitig Stärke (extrem variables Spiel) und Schwäche (bei ungünstiger Startposition ist es extrem schwierig, das nochmal aufzuholen). Am Ende ist es eine altmodische Ameritrash-Würfelorgie, aber es macht schlicht und ergreifend ziemlich viel Spaß, wenn man es nicht allzu ernst nimmt. Und die Optik der Pegasus-Ausgabe ist ziemlich großartig, das sind mit die dicksten Pappteile, die ich jemals sah. Um die 10 Partien, zuletzt 2016 gespielt. Da muss erstmal der/die passende Mitspieler*in her, in meine jetzigen Gruppen passt das nicht.


    #MyladyunddieMusketiere (2010): Auch hier schlägt wieder mein Herz für das ungeliebte Spiel zu. Ich bin bekennender Ystari-Fan, aber das liegt nicht an ihren Anleitungen. Die hier ist besonders schrecklich (und es gibt gottseidank ein sehr gutes Rewrite auf BGG). Das Ganze ist ein Einer-gegen-Alle-Szenario, wo den meisten Spaß die Mylady hat, die tatsächlich die größeren Chancen zu gewinnen hat. Mylady darf nicht viel tun, aber was sie tut, fühlt sich immens befriedigend an, da sie den Musketieren gehörig die Suppe versalzen kann. Insgesamt arbeitet man sich auf dem Spielbrett von einer Sequenz des Buchs zur nächsten vor, und es fühlt sich anders als die meisten anderen Koop-Spiele an, erinnert aber doch an Knizias Herr der Ringe, wo man sich ja auch kapitelweise durch die Orte des Buches vorkämpft. Zuletzt 2019 gespielt, und leider erst eine Handvoll von Partien.


    #ThunderstoneQuest (2018): Alles was es aktuell gibt, in zwei extrem dicken quadratischen Boxen. Ich habe schon von den ersten Thunderstone-Varianten alles besessen was es gab - und mittlerweile verschenkt, denn Quest löst tatsächlich alle Probleme, die man mit dem ersten TS und mit Advance so haben konnte. Das Deckbuilding hat es jetzt auch verdient, diesen Namen zu tragen, die am Ende doch eher lästige Licht-Mechanik ist aus dem Kartendeck herausgelöst worden, und der "Markt" verdient es jetzt auch so genannt zu werden. Durch die festen Sets sind die Karten auch endlich gut gebalanced. Macht mir in jeder Konstellation Spaß, besonders toll aber ist nach wie vor der ziemlich ameritrashige Vasel/Launius-Modus, bei dem einfach alle Karten auf einen Stapel geworfen werden und man wild Zeugs zusammenkaufen kann. Eines meiner Go-To-Solospiele, mit den alten Sets locker über 1000 Partien, allein über 100 jetzt seit TSQ da ist. Zuletzt gestern :).


    #Asara (2010): Jetzt wo ich das Spiel in Händen halte weiß ich wieder woran mich Paris vom Spielgefühl her am meisten erinnert hat. Ein Kramer/Kiesling-Worker-Placer über das Ausspielen von Karten, als sowas noch fürs Spiel des Jahres nominiert werden konnte. Heute wäre das - vor allem mit beiden Promos - wohl klares Kennerspiel-Material. Es geht darum die schönsten Türme der Stadt zu bauen, die EInzelteile liegen in einer Art Verkaufsrondell aus. Wie in Paris geht das Spiel viel schneller zuende als einem lieb sein kann, so dass man sehr genau planen muss, welche Fenster- und Turmteile man unbedingt braucht. Der sich daraus ergebende Rhythmus ist schon ziemlich einzigartig und macht viel vom Spielreiz dieses ansonsten ja eher unkomplizierten Set-Collection-Spiels aus. Neben Seeland und Paläste von Carrara nach wie vor mein Lieblingsspiel der beiden, und ich bin mordsgespannt auf Renature, wann immer Thalia das mal losschicken mag. Über 30mal gespielt, zuletzt 2020.


    #TwilightImperiumIV mit Erweiterung: Liegt nach wie vor ungespielt im Regal, das wäre ursprünglich für morgen geplant gewesen (und das schon seit fast einem Jahr, da wusste ich es noch nicht besser), aber daraus wird nun nix. Na mal sehen, ob es 2022 klappt. Twilight Imperium habe ich vor knapp 20 Jahren das letzte Mal gespielt, damals war gerade die zweite Edition neu erschienen. Die Erinnerung daran ist entsprechend dunkel, und meine Folie damals waren Spiele wie das klassische Civ und Merchant of Venus. Ich bin sehr gespannt, wie es mir in dieser wohl doch sehr gestreamlinten Fassung heute so gefällt, wo ich mit Dudes-on-a-map-Spielen quasi völlig durch bin.

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  • auch nicht so viel größer wie bei Graboid ;)

    Ich erinnere mich da an eine Zahl, wo ich meine Sammlung ca. verdreifachen müsste - das schaffe ich in den sechs Jahren, die uns trennen, nicht mehr., sorry :). Aber den Regalbericht lese ich dann trotzdem gerne!

    (P.S.: Ich bin immer ganz froh, wenn Leute so exorbitant mehr Spiele als ich haben, dann fühle ich mich in meiner vollgestellten Wohnung immer noch halbwegs normal.)

  • Wahrscheinlich das verrückteste Spiel, das Games Workshop jemals auf den Markt geworfen hat.

    ich fürchte Deine Nerd Credibility bekommt Kratzer. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eigentlich, wenn auch im gleichen Jahr, WestEnd Games der Primärpublisher war. Sind ja schließlich US-Designer ;)

    Ich gebe hier, auch wenn ich es im Text nicht explizit erwähne, immer meine persönliche Meinung wieder.

  • Cuba, Dice Town, Korsaren der Karibik - fängt super an deine Liste :love:

    Status 12M12S 2021: 4M4S


    (Res Arcana - Lux et Tenebrae, Fantastische Reiche, Die Abenteuer des Robin Hood, Cantaloop)


    2021: 4 | 2020: 24 | 2019: 15 | 2018: 8 | 2017: 6 | 2016: 6 | 2015: 12 | 2014: 12 | 2013: 15 | 2012: 20

  • und ich glaube kaum, dass Du 6 Jahre jünger wie ich bist. Da wird es dann mit Spielen in den 80er schon eng 8o

    45, der Herr, und mein Start war 1985 DSA als es rauskam. Dank Feldhaus in Köln waren dann ab 1987 auch jede Menge US-Spiele dabei, die wurden damals im Spieleladen offen ausgestellt, und man wurde toleriert, wenn man sich dann dort zum Spielen hinsetzte (und wenn man die Spiele erklären konnte, war man sogar gern gesehener Gast). Außerdem hab ich als Kind direkt neben den britischen Truppenunterkünften gewohnt, da kam auch einiges an Englisch rüber. Aber deshalb ist die Erinnerung auch neblig, ich weiß, dass ich mal eine ältere Ausgabe von Kings & Things gespielt habe, aber von wem und wann - keine Ahnung. Das mit Games Workshop hab ich dann wohl falsch auf BGG nachgeguckt.

    Einmal editiert, zuletzt von Graboid ()

  • 2849, Erweiterungen eingeschlossen, aber da sind sicher noch Erfassungslücken... Aber von Verdreifachen kann keine Rede sein 8-))

    Hey, das kann ich ja vielleicht noch schaffen... ;). Aber wenn ich Deine Beiträge so lese, sind da sehr viele sehr viel teurere und seltenere Titel dabei, allein im CoSim-Bereich habe ich so gut wie nichts. Ich bin und bleibe wohl auch eine Mainstream-Schlampe.


    Und waren wir nicht alle 10, als wir mit DSA angefangen haben? Jedenfalls stand da - glaube ich, finde so schnell kein Bild - "ab 10" damals auf den Schachteln (heute, wie ich soeben belustigt zur Kenntnis nehme, "ab 12").. ;) Das war halt Weihnachten 1984 der heiße Scheiß, und es hat mich dann ja auch - mit Hilfe älterer Geschwister - voll erwischt.

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  • Schach hab ich nur am Computer gespielt, und auch nur so lange, bis ich alle blutigen Animationen die in Battle Chess möglich waren, einmal gesehen habe. Das gleiche gilt für den C64 und Samantha Fox Strip Poker... ähhhja. Damals hat mich Fantasy, und insbesondere die rollenspielnahen Taschenbücher um den "einsamen Wolf" und "Sternenschweif" oder auch den "Hexenmeister vom flammenden Berg" deutlich mehr interessiert. Entsprechend hat mich DSA von Anfang an fasziniert, und wie sehr das anfangs noch auf Kinder abzielte, sieht man ja am Originalset der "Werkzeuge des Meisters".
    Torlok, mit diesem Meisterwerk, handgefertigt aus original China-Plastik, hattest Du dann mit 26 wohl nichts mehr zu tun...

  • oder auch den "Hexenmeister vom flammenden Berg"

    Ach Gott das hab ich soooo oft gezockt dieses Buch, und ich hab mich da immer verlaufen. Immer. Jedes einzelne Mal. Und nicht mal rückwärts, jeden Paragrafen lesend, hab ich den Weg gefunden :lachwein: Voll das Kindheitstrauma. Ich hab's geliebt :love:


    Ich bin und bleibe wohl auch eine Mainstream-Schlampe.

    Mainstream-Schlampe, isch kann net mehr :lachwein: Ja, das bin ich auch, und steh dazu :D

  • oder auch den "Hexenmeister vom flammenden Berg"

    Ach Gott das hab ich soooo oft gezockt dieses Buch, und ich hab mich da immer verlaufen. Immer. Jedes einzelne Mal. Und nicht mal rückwärts, jeden Paragrafen lesend, hab ich den Weg gefunden :lachwein: Voll das Kindheitstrauma. Ich hab's geliebt :love:

    Du und ich und Jacques Lacan, da haben wir etwas gemeinsam. Als Lacan als Jugendlicher Spinozas Ethik las, hat er sich alle Querverweise der einzelnen Paragraphen an seine Zimmerwand gemalt, so dass überall Zahlen mit Pfeilen verbunden standen. An die Wand malen durfte ich nicht, und es war auch nicht Spinoza, aber beim Hexenmeister hab ich damals auf ich glaub über 20 DinA4-Zetteln auch so ein Pfeildiagramm gebaut. Es gab aber auch einen bösen Druckfehler in der dt. Taschenbuchausgabe, wenn Du irgendwo mal links statt rechts abbogst, wurdest Du zu einem falschen Paragraphen geschickt. Hab ich gemerkt, weil am Ende die 172 (oder wasauchimmer) gar keinen Pfeil auf sich zeigen hatte. Bei DSA haben die solche Quatschparagraphen dann nachher absichtlich eingebaut, das war dann immer sehr lustig.

  • wenn Du irgendwo mal links statt rechts abbogst, wurdest Du zu einem falschen Paragraphen geschickt

    Ahaaa! Ein ewiges Geheimnis meiner Kindheit ist gelöst! Endlich kann ich wieder schlafen! :love:


    Freut mich, dass ich net das einzige (sorry) Deppsche war, dass sich da verbissen hatte :lachwein:

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  • Torlok Hast du da nicht einen Zahlendreher drin ... ^^

    Du meinst, er hat es noch gar nicht probiert? :S

    ihr seid ja sooo gemein! :mmhh:

    Damals hat mich Fantasy, und insbesondere die rollenspielnahen Taschenbücher um den "einsamen Wolf" und "Sternenschweif" oder auch den "Hexenmeister vom flammenden Berg" deutlich mehr interessiert. Entsprechend hat mich DSA von Anfang an fasziniert, und wie sehr das anfangs noch auf Kinder abzielte, sieht man ja am Originalset der "Werkzeuge des Meisters".
    Torlok, mit diesem Meisterwerk, handgefertigt aus original China-Plastik, hattest Du dann mit 26 wohl nichts mehr zu tun...

    Hach, wie sich die Wege doch gleichen - vorher hatte ich mit einem Kumpel in Berlin das deutschsprachige D&D sowie den SF-Ableger Sternengarde promotet.

    Das waren noch Zeiten, die „Maske des Meisters“ hatten wir uns aber dann doch gespart...

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  • und ich glaube kaum, dass Du 6 Jahre jünger wie ich bist. Da wird es dann mit Spielen in den 80er schon eng 8o

    45, der Herr, und mein Start war 1985 DSA als es rauskam. Dank Feldhaus in Köln waren dann ab 1987 auch jede Menge US-Spiele dabei, die wurden damals im Spieleladen offen ausgestellt, und man wurde toleriert, wenn man sich dann dort zum Spielen hinsetzte (und wenn man die Spiele erklären konnte, war man sogar gern gesehener Gast). Außerdem hab ich als Kind direkt neben den britischen Truppenunterkünften gewohnt, da kam auch einiges an Englisch rüber. Aber deshalb ist die Erinnerung auch neblig, ich weiß, dass ich mal eine ältere Ausgabe von Kings & Things gespielt habe, aber von wem und wann - keine Ahnung. Das mit Games Workshop hab ich dann wohl falsch auf BGG nachgeguckt.

    Ich hab 1985 noch mit DSA-Junior "Der Geheimbund des Schwarzen Auges" angefangen, war aber noch nicht ganz zehn. Mit elf hab ich schon versucht, mir alleine Dark Future und Bloodbowl zu erarbeiten und stundenlang im Wörterbuch geblättert. Hat auch irgendwie funktioniert. :D

  • Genug vom Krieg und nochmal ein frohes neues Jahr! Weiter geht es mit Fach 3:


    #EasyPlayXXL (2008-2011): Einer der bemerkenswertesten Käufe, den ich je getätigt habe: ich habe die Box blind für 5 Euro auf einem Kinderflohmarkt gekauft und bis heute den Eindruck, das Kind abgezockt zu haben. Vier Spiele aus der Easy-Play-Reihe, von denen zwei in meinen Augen legitime kleine Klassiker sind. Level X vom späteren Gentes- und Arkwright-Autor Stefan Risthaus ist ein (und ich traue mich das als großer Fan von Sid Sacksons Original kaum zu sagen) verbessertes Can't Stop. Wer Risikomanagement mit Würfeln mag, findet hier einen der besten Vertreter seiner Art, der zudem mit einem ordentlichen Ärgerfaktor daher kommt, da man im Unterschied zu Sid Sacksons Klassiker hier die Figuren verdrängt, deren Feld man mit 1-4 Würfeln erreicht. Interaktionsfrei ist Finito!, das Racko ein bisschen ähnlich sieht, sich aber ganz anders spielt. Man verteilt Plättchen mit den Zahlen 1-12 auf Feldern, die von 1-20 gehen (in der Mitte wiederholen sich Zahlen). Im ersten Schritt platziert man anhand eines W20 die Plättchen, im zweiten Schritt versucht man möglichst schnell so umzusortieren, dass man eine numerische Reihenfolge erreicht. Die anderen beiden sind nette Beigaben (Big Points ist eine kleine Variante des Atlantis/Cartagena-Prinzips, Numeri ein typisches Würfel-Hüpf-Spiel), aber was den Quotient aus Spielspaß und Spielhäufigkeit angeht, habe ich wohl mit keinem anderen Spieleset jemals soviel Unterhaltung für 5 Euro erhalten. Alles wurde weitaus mehr als 100mal gespielt, zuletzt noch Finito an Weihnachten.


    #ImperialSettlers mit allen Erweiterungen (2014): Nachdem mir der Einstieg in 51st State (auch wegen der wirklich grauenhaften deutschen Anleitung der Erstauflage) ziemlich schwer fiel, war ich eher skeptisch, als mit Imperial Settlers dann eine massenkompatiblere Variante erschien. Aber nach dem ersten Spiel war klar, das hier wird zu einem meiner meistgespielten Spiele. Ein perfekter Engine-Builder, bei dem jede Erweiterung (meistens ja neue Völker, die kleinen Sets habe ich bis heute nicht ausgepackt) auch ein völlig neues Spielgefühl verspricht. Kleiner Wermutstropfen: Ich kann das nicht zu dritt oder zu viert spielen, da rollen sich einem dann in späteren Runden vor Langeweile und Unübersichtlichkeit die Zehennägel hoch. Aber zu zweit ein richtig gutes Duell. Über 300 Partien mit allen Völkern, zuletzt 2020.


    #DerHerrderRinge mit allen Erweiterungen, zusätzlich die beiden Fan-Szenarien von BGG (2000): Das wohl erste im Massenmarkt erhältliche Kooperationsspiel jenseits von Obstgarten. Ich weiß noch, wie skeptisch das beäugt wurde (gerade als alle auf die Peter-Jackson-Filme noch angsterfüllt warteten), in irgendeinem Artikel hieß es damals, wie langweilig es doch sein müsse, ohne Gegner zu spielen, und dass man so wohl kleine Kinder abholen wolle, die bei der miserablen Erziehung heutzutage keinen Frust mehr aushalten könnten. Hehe. Wer einmal gegen dieses fiese Monster von einem dämonischen Brettspiel gekämpft hat, weiß wieviel Frust man dabei braucht. Das ganze Spiel ist eine Frage des Timings: Wann verweile ich noch ein bißchen, um Karten zu sammeln, und wann renne ich lieber um mein Leben, um mit diesem blöden Ring doch noch Moria zu erreichen? Bei den ersten Partien denkt man noch, dass es eine reine Glückssache ist, aber dann merkt man (und wie könnte es bei Knizia in seiner Hochphase auch anders sein), dass man hier mit stochastischen Grundlagen sehr, sehr weit kommt, wenn man nur erst das Risiko der Landschaften abschätzen kann. Ich mag Spiele, bei denen Lernphasen belohnt werden, auch wenn sie sich dann irgendwann erledigen. Daher wird das hier zwar nicht mehr gespielt, aber die Zeit mit ihm will ich nicht mehr missen. Und irgendwann packe ich mal die Sauron-Erweiterung an, denn wie sich das als Einer-gegen-alle-Spiel spielt, will ich dann doch gerne mal wissen. Zuletzt vor 2012 gespielt, wahrscheinlich so um die 50mal.


    #Yvio - Meine kleine Yvio-Sammlung (2008): Hach, ich war echt Fan dieser - damals schon veralteten - Brettspielkonsole. Die Tonausgabe ist sensationell schlecht für 2008, SD-Karten waren damals schon etwas veraltet, aber was soll's, ich fand es einfach cool, dass die Spiele elektronisch unterstützt wurden. Die Kinderspiele für die ganz Kleinen wurden davon wohl am häufigsten gespielt (Petersson und Findus, Elefant, Tiger und Co.) und sind ganz nett, aber jeder Tiptoi kann heute mehr. Partytime und Galileo Denkfitness waren Stuss, aber Octago ist eine großartige Knobelei a la Einfach genial von Reiner Knizia, die man so wegen der anspruchsvollen Wertung als Brettspiel nicht hätte umsetzen können, Spongebob ist ein nettes Pickup-and-Deliver (bei dem Genre werde ich ja eh schwach, und ich mag die Lizenz einfach sehr). Das eigentliche Highlight ist und bleibt aber Freibeuter der Karibik, quasi der kleine Bruder der oben genannten Korsaren. Man schiebt seine kleinen Bötchen von Insel zu Insel und treibt Handel, zwischendurch taucht die spanische Armada auf und vertreibt die Spieler. Die Konsole berechnet die Handelspreise jedesmal neu, so dass stures Auswendiglernen zwischen den Partien nichts bringt. (Wie der Kenner merkt, fehlen mir zwei Spiele; Thinx hat mich nie genug interessiert, aber das rollenspielnahe Tarrascon war einfach nie zu einem vernünftigen Preis zu bekommen, und mittlerweile habe ich eher Angst, dass die Yvio das nicht mehr lange überlebt, so dass das Geld verschwendet wäre). Petersson&Findus und die Freibeuter wurden noch 2020 gespielt, beim Rest ist es deutlich länger her. Freibeuter ist das meistgespielte Erwachsenenspiel hier mit ca. 30 Partien.


    #Dominion mit allen Erweiterungen und Promos: Dank des Sortiersystems der "Sammlerbox" steht jetzt alles, was es von Dominion gibt, in insgesamt 3 Boxen untereinander (dank kahless werde ich in Kürze alles auf 4 Boxen verteilen können, so dass man die Kartenstapel auch sinnvoll kippen kann). Dominion ist, gemeinsam mit Burgen von Burgund, mein mit Abstand am häufigsten gespieltes Spiel. Für mich war es die Rückkehr zu einem verloren geglaubten Hobby, als mich der Karton 2008 in einem mehr der Gewohnheit halber durchstreiften Spieleladen auf einer Nordseeinsel anlächelte. Nach 2004 hatte ich erstmal genug von Brettspielen, da in dieser Zeit gefühlt unheimlich viele Mehrheitenspiele auf den Markt kamen und ich des Mechanismus überdrüssig war (es kann auch daran liegen, dass meine damaligen Mitspieler einfach nichts anderes mehr als Siedler spielen wollten). Dominion war dann so neu, so anders und spielte sich so ansteckend, dass ich mit meiner damaligen Frau zuerst im Urlaub, dann auch zuhause monatelang nichts anderes mehr getan habe. Die "Intrige" und "An der See" kamen dann auf uns wie Heroin auf Menschen im kalten Entzug. Der damals maximal innovative Deckbuilding-Mechanismus ist hier in einer Reinform zu finden, die so m.E. nicht mehr erreicht wurde. Es ist aber auch ein wunderbares Beispiel dafür, dass man Nicht- und Wenigspieler nicht überfordern darf: Mit keinem anderen Spiel habe ich wohl soviele Neulinge vertrieben wie hiermit. Der Mechanismus ist für uns Vielspieler an Schlichtheit kaum zu übertreffen, aber bis Menschen, die mit Spielen wenig am Hut haben, das erstmal verstanden haben und kompetitiv mitspielen können, vergeht dann doch einige Zeit, und viele sind eben nicht bereit, diese auch zu investieren.

    Mehrere tausend Partien, wenn ich online mit einrechne, zuletzt 2020 mit Menagerie (die letzten neuen Boxen finde ich wieder richtig gut, nachdem es zwischendurch doch eine ordentliche Durststrecke gab).

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