Sylla Erfahrungen?

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  • Ich will jetzt nicht groß rumtönen. Ich habe Sylla jetzt zweimal gespielt. Einmal zu dritt und dann mal zu zweit mit meiner Frau. Es funktionierte eigentlich sehr gut. Da das ganze Spiel aber auf Auktionen und Entscheidungen, die alle Spieler gleichzeitig treffen und dann bestimmte Auswirkungen haben, beruht, finde ich es mit mehr Spielern sinniger. Nebenbei hat mich das Spiel bisher nicht überzeugt. Ein Grund, warum es erst zweimal auf den Tisch kam. In meinen Augen ist das Spiel sehr abstrakt und trocken. Reiner Mechanismus und dann sehr umständlich. Quasi das Gegenteil von elegant. Es hat durchaus seinen Reiz, aber es gibt viele Spiele, die ich zur Zeit einfach viel, viel lieber Spiele...

  • Zu der Zweispielervariante kann ich leider nichts sagen, allerdings wollte ich odes allgemeinen Eindruck einmal kurz aufgreifen. Ich habe das Spiel mittlerweile vier Mal gespielt und muss sagen, dass nach meiner anfänglichen Reserviertheit ("Ganz nett. Hm.") sich mittlerweile ein wesentlich positiveres Bild nach der letzten Partie abgezeichnet hat. Die Mechanismen sind alle sehr gut entworfen und greifen an vielen Stellen ineinander - ich glaube, soweit sind wir uns einig. Was ich aber bei den vorangegangenen Spielen weniger bemerkt, beim meinem letzten allerdings richtig herausgekommen ist, ist "das große Ganze": Cyril von Ystari spricht davon, dass Sylla ein politisches Spiel ist und dass man dieses eventuell nach ein, zwei Spielen noch icht so richtig erkennt. Dem kann ich eigentlich so nur zustimmen.


    Die Res Publica spielsteine und deren Wertmanipulation kann man in einem Drei- oder Vier-Spieler-Spiel nicht alleine bewältigen. Man sieht, was die anderen machen, worauf sie sich konzentrieren und schmiedet nach und nach für die Langzeitstrategie in den Teilbereichen der Markerwerte und damit auch Werkebau ohne dass man es merkt Allianzen, versucht sich aber auf der anderen Seite auch, von diesen Personen abzusetzen und sich anderswo Vorteile zu erspielen. Insbesondere bei den Auktionen für die Gebäude kommt dieses zum Tragen: Manchmal schmerzt es, Gebäude anderen zu überlassen, wenn man sich geschickt anstellt, kann man aber auch hier großen Einfluss bei der Auswahl der zu ersteigernden und deren Preise nehmen. Interessant wird das im Hinblick auf die Ereignisse und den noch vorhandenen Personenkarten. So kann es oftmals passieren, dass man ziemlich einstecken muss um an anderer Stelle das Geschehen aber dennoch so zu manipulieren, dass man im Endeffekt doch wieder besser dasteht. Das Geschacher um Gebäude, Ereignisse, Stimmen und Geld ergibt meiner Meinung nach ein höchst interaktives Element, ohne dass man das vielleicht initial merkt.


    Ich muss sagen, dass mir meine letzte Partie zu viert unheimlich Spaß gemacht hat, da ich selten einen so hohen Durchsatz an schwierigen Entscheidungen während eines Spiels gehabt habe. Durch die Anlage der Phasen kommt dabei keine schwerwiegende AP auf, da die Aktionen der einzelnen Mitspieler sehr kurz gehalten sind, und wenn man so langsam anfängt, eine Runde im Voraus zu planen, merkt man, wie viel da neben den blanken Mechanismen eingentlich drin steckt.


    Ich freue mich jedenfalls auf die nächste Partie und könnte mir gut vorstellen, dass das Spiel mit wachsender Anzahl gespielter Runden noch besser wird.


    Grüße,
    Carsten

    Einmal editiert, zuletzt von unittype001 ()

  • Hallo ihr beiden,


    vielen Dank erstmal für die Eindrücke. Mir scheint es nach dem Lesen einiger Reviews auf BGG ein Spiel zu sein, welches man wirklich mehrfach spielen muss, um die Feinheiten des Spiels zu ergründen.


    Ich bin auf jeden Fall nen bisschen neugierig(er) auf das Spiel geworden...


    ...und ich bin weiterhin sehr an Meinungen interessiert. :)

  • Ich werds auf jeden Fall auch weiter probieren! Das Spiel ist auch bei uns deshalb selten gespielt, weil es Spiele gab, die uns regelrecht süchtig gemacht haben. RftG, Dominion, ISdB, Machu-Picchu, Fauna... Um nur einige zu nennen.


    Wenn wir mal wieder mehr Zeit haben, dann kommt auch Sylla wieder auf den Tisch...

  • Zitat

    Original von ingo


    Ich bin auf jeden Fall nen bisschen neugierig(er) auf das Spiel geworden...


    ...und ich bin weiterhin sehr an Meinungen interessiert. :)


    Gern - auch, wenn ich nichts nur 2-Spieler-Variante sagen kann. Zu dritt und zu viert finde ich es sehr reizvoll und überhaupt nicht trocken. In den ersten 1-2 Spielen hat man vielleicht noch kein Gefühl dafür, wieviel man wofür bieten sollte - spätestens ab dann wird's aber richtig interessant und eröffnet viele Möglichkeiten.
    Immer, wenn ich glaube, eine bessere Strategie für das nächste Spiel gefunden zu haben, läuft diese Partie wieder völlig anders. Hier ist wirklich Flexibilität gefordert und kein Herunterspielen einer bestimmten Strategie - naja, wenigstens habe ich nioch keine gefunden ... :-)


    Jedenfalls kann ich Carstens Eindruck vollauf bestätigen.