Einfluß der Käufer...

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  • Aufbauend auf eine Diskussion in einem anderen Thread wollte ich mal Eure Einschätzung abfragen...


    Der Einfluß der Käufer auf die Entscheidungsprozesse der Spielefirmen (Produktion, Preisgestaltung, Thema, Grafik, ...) ist aus Eurer Sicht:


    [ ] eher gering
    [ ] hängt vom Verlag ab
    [ ] meist hoch
    [ ] wer sollte sonst Einfluß haben?


    Also ist das Abstimmen per pedes im Spielebereich möglich? Denkt Ihr Einfluß zu haben? Und wenn ja in welcher Form? Durch das Kaufverhalten oder eher durch das aktive Meinungsäußern in Foren?


    Wäre auch mal spannend von Verlagen und Händlern direkt zu erfahren, wie die Marktgegebenheiten ihre Arbeit im Alltag beeinflussen...

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


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  • Die Kaufentscheidung hat Einfluß, doch da die meisten Spiele Käufer nicht die komplette Übersicht über das Angebot haben, wird von der grossen Masse gekauft was gefällt und da ist.
    Verläge sind meistend Beratungsresistent, so ist meine Erfahrung.

  • Zitat

    Original von zwobot
    Verläge sind meistend Beratungsresistent, so ist meine Erfahrung.


    Sehr gut für eine aktive Diskussion - eine provokante These/ Erfahrung... das stachelt den Widerstand der Verlage an... Ich fühle eine große Diskussion aufkommen...

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


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  • Zitat

    Original von zwobot
    Die Kaufentscheidung hat Einfluß, doch da die meisten Spiele Käufer nicht die komplette Übersicht über das Angebot haben, wird von der grossen Masse gekauft was gefällt und da ist.
    Verläge sind meistend Beratungsresistent, so ist meine Erfahrung.


    Kannst Du denn Deine Erfahrung irgendwie nächer spezifizieren? So ein Allgemeinplatz ist ja wirklich sehr bequem dahergesagt. Alea zum Beispiel war sicherlich nciht beratugsresistent indem sie den Vertrieb von Ravenburger zu den heidelbären verlagert haben...

    Ich gebe hier, auch wenn ich es im Text nicht explizit erwähne, immer meine persönliche Meinung wieder.


  • Moin!


    Käufer haben natürlich einen gewissen Einfluss auf Entscheidungsprozesse eines Verlages. Dies geschieht mehr oder weniger direkt über den Kauf der Produkte.


    Erst wenn sich ein Spiel ordentlich verkauft, denkt ein Verlag in der Regel darüber nach, ob er auch Erweiterungen dazu herausbringt. Diese machen ein Spiel häufig komplexer oder vom Spielgefühl anders und wieder neu interessant.
    Natürlich gibt es aber auch Autoren, die bereits Erweiterungen zu ihren Spielen fertig haben, wenn sie ein Spiel einem Verlag anbieten. Um das Spiel aber nicht gleich zu überfrachten, wird eine einfache oder verkürzte Version angeboten.


    Andererseits helfen neuerdings auch Internet-Plattformen mit Foren den Verlagen, die Wünsche von Verbrauchern direkt zu erfahren und entsprechend zu reagieren. Dies geht von einfachen Regeländerungen (Einauge sei Wachsam), Neugestaltung der Regeln (Ghost Stories), Grafikanpassungen (Dominion) über das Produzieren von zusätzlichem Material (Treefrog-Spielgeld) oder Liebhaber-Wettbewerben (Small World, Sitting Ducks).


    Im direkten Bereich der Produktion ist der Einfluß zumindest bei einer Erstauflage nicht vorhanden, denn allenfalls der Autor und die internen und externen Spielgruppen kennen das Spiel. Verbesserungen bei der Produktion wie zusätzliche Ablagetafeln oder Kurzspielregeln werden aber durchaus manchmal in späteren Auflagen dazugelegt, ohne den Preis dadurch signifikant zu erhöhen. Etwas besonderes sind da sicherlich DELUXE-Ausgaben oder die QWG-Spezialeditionen von bestimmten Spielen.


    Bei der Preisgestaltung ist aus Käufersicht sicherlich nichts direkt zu machen. Der Verlag hat Kosten bei der Produktion und gibt diese natürlich nebst seiner Gewinnmarge über die Händler weiter. Man kann als Käufer nur dadurch einen gewissen indirekten Einfluß nehmen, daß man ein Spiel entweder liegen lässt, weil es zu teuer ist (Greed von Splotter z.B.) und ein Jahr wartet oder Online-Shops aufsucht. Nur ob die Verlage nur Online-Shops beliefern wollen, glaube ich nicht, denn davon können und wollen die größeren Verlage bestimmt auch nicht abhängig sein.


    Bezüglich des Themas wird der Käufer eines Spiels natürlich auch nur indirekt einen Einfluss ausüben. Wenn sich Spiele zu Büchern gut verkaufen, produziert ein Verlag (Kosmos z.B.) eben Spiele mit diesem Thema. Wenn Werwölfe dank Filmen (XMen Wolverine) und anderen Spielen (Düsterwald) angesehen sind, kommt eben dieses Jahr einiges dazu raus. Wenn es einem Hitspiel wie Galaxy Trucker gelingt, ein Genre wie SciFi wieder populär zu machen, springt man natürlich auch gerne auf einen solchen Zug auf. Aber das sind nur einige Einflussfaktoren. Denn der Verlag wird auch sein bisheriges Programm einbeziehen und nicht jeder Prototyp kann in jedes Thema eingestanzt werden, ohne völlig deplaziert zu wirken.


    Bei den Grafiken gibt es auch einen kleinen Einfluss. Viele Leute mochten in den 90er JAhren die Grafiken von Franz Vohwinkel, als sie bei Goldsieber zu sehen waren. Die Folge sind und waren viele Aufträge für Herrn Vohwinkel. Gleiches gilt natürlich für Herrn Menzel und Herrn Lieske und im Kinderbereich für Herrn Freudenreich. Doris Matthäus muss einfach weiter für Zoch arbeiten, wenn es ein Tierspiel gibt und Herr Voigt wird wahrscheinlich im Keller der Drei Magier eingeschlossen und bewacht werden. Da hat ein Grafiker es geschafft, dem Verlag einen Stempel aufzudrücken und die Kunden würden eine Veränderung sicherlich nicht so gerne akzeptieren wollen (Stichwort: Dallas und Bobby Ewing damals).



  • Ich bin der Meinung der Käufer hat in diesem Fall keinerlei Einfluss, denn die Entscheidung ein Spiel zu machen oder nicht zu machen, den Produktionsort, die Preisgestaltung, das Thema und die Grafik ist alles bereits entschieden und unverrückbar, wenn das Produkt fertig ist.


    Der Käufer hat alleine die Möglicheit durch den Kauf das Feedback zu geben, dass ihm das Gesamtpaket gefällt. Auf einzelne Aspekte differenziertes Feedback ist damit nicht möglich.


    Bei einem Nicht-Kauf hat der Verlag zudem keinerlei Anhaltspunke woran es liegt und ist auf Feedback angewiesen.


    Allenfalls Feedback von unzufriedenen Käufern kann sicherlich auch eine kleine Rolle auf zukünftige Produkte/Erweiterungen haben. Denn die Kunden will man natürlich halten oder im Nachhinein zufriedenstellen.