Medina-Spielregel auf Deutsch

  • Hallo!
    Habe mir soeben die italienische Version von Medina bestellt und wollte mal fragen, ob ich irgendwo im Netz die deutsche Spielanleitung zu dem Spiel finde. Auf Hall9000 gibt es ja schon mal eine Kurzspielregel und es scheint auch nicht so kompliziert zu sein, trotzdem würde ich mir für Detailfragen gerne mal die Regel durchlesen. :)

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  • Also bei Hans im Glück gibt es leider nur die 2Personen Regel, da der normale Regellink nicht funktioniert.


    Und auf boardgemgeek gibt es die Regel sogar auf finnisch - aber nicht auf deutsch! Würde finnisch auch gehen ;)


    Auf Brettspielwelt gibt es noch einmal so eine Art Anleitung:
    :guck: Medina in der BSW


    Da könntest Du es auch gleich probespielen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, ob Dir das Spiel gefällt!


    Außerdem gibt es noch eine Variante auf der Pöppelkiste
    :guck: Variante Medina


    Und zu guter letzt noch die Fanseite zu Medina...
    :guck: Medina Fanseite


    Dort habe ich neben ganz vielen tollen Informationen, Strategien, ... auch folgende Regel gefunden:


    Vorbemerkung


    Trotz bestechend einfachen Regeln hat man bei seinem allerersten Medina-Spiel keine Ahnung, wie man nun Medina sinnvoll spielen soll, respektive worauf man achten muss. Man legt seine Bauteile so ziemlich wahllos auf das Spielbrett ohne wirklich zu wissen, was man eigentlich tut.


    Doch bereits beim zweiten Mal erkennt man die taktischen Möglichkeiten, weiss die Grösse eines Palastes einzuschätzen und kennt den Wert der Stadtmauern und der Marktgasse. Und nach ein paar weiteren Partien kann man schon mit den taktisch versiertesten Medina-Spielern mithalten und erfolgreich um den Sieg mitkämpfen. Und man kommt zwangsläufig zum Schluss, dass Medina ein Bauspiel mit einfachen Regeln, einem unbedeutendem Glücksmoment, aber mit vielen Möglichkeiten ist und bei jeder Partie wieder anders und abwechslungsreich gebaut wird.


    Einführung


    Wir befinden uns im Jahr 1822. Nach einer langen Zeit des Verfalls soll die am Fusse des Atlasgebirges gelegene Medina wieder aufgebaut werden. Gemeinsam errichten die Spieler grosse und prunkvolle Paläste und erneuern die schadhafte Stadtmauer. Leben kehrt in die Altstadt ein, Menschen strömen durch die Gassen und allmählich entstehen die Konturen der neuen Altstadt.


    Spielmaterial und Spielvorbereitung


    Der Spielplan zeigt 16 x 11 Felder, die die Grundfläche einer nordafrikanischen Altstadt (Medina) darstellen. Eine Reihe mit kleineren Mauerfeldern führt um die Grundfläche herum. An den Eckpunkten, wo die Türme stehen, gibt es jeweils eine Ziffer zwischen 1 und 4, welche den Wert der Türme darstellen. Jeder Mitspieler erhält die gleiche Anzahl von Bauteilen.


    Bei 3 Mitspielern:


    6 Gebäudeteile je Palastfarbe (grau, schwarz, braun, orange), 4 weisse Ziegenställe, 8 weisse Marktfiguren, 10 weisse Mauern und 4 Dächer in der Spielerfarbe (gelb, rot, grün oder blau).


    Bei 4 Mitspielern:


    5 Gebäudeteile je Palastfarbe, 3 Ziegenställe, 6 Marktfiguren, 8 Mauern und 4 Dächer in der Spielerfarbe.


    Die Spielteile sind während des ganzen Spieles nur dem jeweiligen Spieler sichtbar.


    Spielziel


    Die Spieler versuchen durch geschickten Aufbau der Stadt möglichst viele Siegpunkte zu erringen.


    Während einer Partie nimmt jeder Spieler je 1 Palast von jeder Palastfarbe in Besitz. Jeder Palast besteht aus einem oder mehreren Gebäudeteilen. Je grösser ein Palast ist, desto mehr Punkte zählt er am Spielende. Zusätzliche Punkte gibt es, wenn ein Palast an der Stadtmauer steht, wenn er über Ziegenställe verfügt und wenn der Palast an die Marktgasse grenzt. Dann gibt es noch Bonuspunkte für den grössten Palast einer Farbe und für den Besitz der Turmkarten. Sieger ist, wer am Spielende die meisten Punkte erringt.


    Wertungsrunden gibt es während des Spiels nicht. Erst am Schluss (sobald alle Bauteile verbraucht sind) werden die Punkte gezählt.


    Spielablauf


    Ein Startspieler wird bestimmt, welcher als erste Aktion die Startfigur auf ein beliebiges Feld des Spielplans setzt (jedoch auf kein Randfeld und auf kein Mauerfeld). Die Startfigur ist zusätzlich vorhanden, muss also nicht aus dem Mitspieler-Figurstock genommen werden. Danach wählt er 2 seiner Teile aus (Gebäude, Dach, Ziegenstall, Marktfigur oder Mauer) und setzt diese unter Berücksichtigung bestimmter Regeln auf beliebige Felder des Spielbretts. Danach setzt jeweils reihum jeder Mitspieler immer 2 Teile auf das Spielbrett.


    So entstehen während des Spiels grosse und kleine Paläste mit oder ohne Ziegenstall, die Marktgasse wird belebt und nach bis nach wird die alte Stadtmauer wieder aufgebaut.


    Gebäude


    Das erste Gebäudeteil einer Farbe wird auf ein beliebiges freies Feld gesetzt. Wählt irgendein Mitspieler ein weiteres Gebäude dieser Farbe aus, so muss das zweite Gebäudeteil an das bereits vorhandene Gebäude angebaut werden. Es muss also auf ein waagerecht oder senkrecht benachbartes Feld gestellt werden. Jetzt besteht dieser Palast bereits aus zwei Gebäuden. Gebäude derselben Farbe werden stets aneinander gebaut. Wählt ein Spieler ein andersfarbiges Gebäude, so errichtet er an einer beliebigen anderen Stelle den Grundstein für einen zweiten Palast. Zwischen zwei Palästen muss es einen Abstand geben, auch diagonal. Der Mindestabstand zwischen zwei Palästen beträgt sowohl waagerecht und senkrecht als auch diagonal 1 freies Feld. Zwischen zwei Palästen muss sozusagen Platz für eine Gasse bleiben.


    Ein Palast kann beliebig gross werden, indem immer wieder gleichfarbige Gebäudeteile angebaut werden. Alle Spieler bauen so gemeinsam an verschiedenen Palästen. Solange ein Palast noch kein Dach besitzt, gehört er keinem Spieler. Solange ein Palast einer Farbe noch nicht von einem Mitspieler mittels Setzen eines Daches in Besitz genommen wurde, darf kein neuer Grundstein für einen Palast dieser Farbe gesetzt werden, sondern es muss an dem bereits bestehenden und besitzlosen Palast weitergebaut werden. Kann ein Palast jedoch wegen Platzmangels nicht mehr erweitert werden, so darf irgendwo auf einem beliebigen freien Feld auf dem Spielbrett ein neuer Palast dieser Farbe begonnen werden, unabhängig davon, ob der nicht mehr erweiterbare Palast bereits einen Besitzer hat oder nicht.


    Wurde ein Palast von einem Mitspieler in Besitz genommen (siehe unter „Dächer“), so darf an diesen Palast kein Gebäudeteil mehr angebaut werden. Er hat seine endgültige Grösse erreicht und darf nur noch mit Ziegenställen (siehe unter „Ziegenställe“) erweitert werden.


    Dächer


    Jeder Spieler besitzt 4 Dächer seiner Spielfarbe. Setzt ein Spieler ein Dach auf einen Palast, so gehört ihm dieser. Jeder Spieler nimmt im Spielverlauf vier verschiedenfarbige Paläste in Besitz. Kein Spieler darf mehr als einen Palast pro Palastfarbe haben. Besitzt ein Spieler beispielsweise bereits einen grauen Palast, so darf er keinen weiteren grauen Palast in Besitz nehmen. Beim Spiel mit 4 Personen kann es in Ausnahmefällen vorkommen, dass ein Spieler nur 3 Paläste in Besitz nehmen kann, weil auf dem ganzen Spielfeld nur Platz war für drei Paläste einer bestimmten Palastfarbe; in diesem Fall verliert der Spieler eines seiner Dächer.


    Die Anzahl der Gebäudeteile bestimmt den Wert eines Palastes. Besteht er beispielsweise aus 4 Gebäuden, so ist er 4 Punkte wert. Der Wert eines Palastes kann noch erhöht werden, wenn er direkt an eine Stadtmauer grenzt oder wenn er an der Marktgasse liegt oder wenn er über einen oder mehrere Ziegenställe verfügt. An einen Palast, der ein Dach besitzt, darf kein Gebäudeteil mehr angebaut werden, einzig noch Ziegenställe.


    Besitzt nur noch ein einziger Spieler ein oder mehrere Dächer, muss er jedes Mal, wenn er an der Reihe ist, mindestens 1 Dach setzen.


    Besitzen alle Spieler einen Palast der gleichen Farbe, so darf kein Gebäude dieser Farbe mehr verbaut werden. Besitzt beispielsweise jeder Spieler einen schwarzen Palast, so müsse alle schwarzen Gebäudeteile, die noch nicht verbaut wurden, abgegeben werden. Auch wenn es aus Platzgründen nicht mehr möglich ist, irgendwo auf dem Spielbrett Gebäudeteile zu verbauen, müssen die nicht mehr verbaubaren Gebäude abgegeben werden. Wer zu viele Gebäudeteile abgeben muss, erleidet einen Nachteil in der Schlussphase des Spiels, da er zu früh aus dem Spielgeschehen ausscheiden muss. Geiz wird also bei diesem Spiel nicht unbedingt belohnt.


    Ziegenställe


    Ein Ziegenstall kann nur direkt an ein Gebäude angebaut werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Palast bereits ein Dach besitzt oder nicht. Jeder Ziegenstall erhöht den Wert de jeweiligen Palastes um 1 Punkt. Beim Anbau eines Ziegenstalles muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass zwischen dem Ziegenstall und einem benachbarten Palast 1 Feld frei bleibt, so dass immer Platz für eine Gasse bleibt.


    Normalerweise baut man einen Ziegenstall an einen eigenen Palast, um den Wert des Palastes zu erhöhen. Es ist jedoch auch möglich und unter Umständen sogar sinnvoll, einen Ziegenstall an einen fremden Palast zu setzen, um beispielsweise bestimmte Freiräume einzuengen. Gegen Schluss des Spiels ist es auch möglich, dass bei den eigenen Palästen gar kein freier Platz mehr ist, um einen Ziegenstall anzubauen. Dann müssen vorhandene Ziegenställe natürlich an fremde Paläste oder besser an besitzlose Paläste angebaut werden. In ganz seltenen Fällen kann es sogar vorkommen, dass Ziegenställe abgegeben werden müssen, weil nirgends auf dem Spielbrett mehr Platz dafür da ist.


    Marktfiguren (Gasse)


    Wählt ein Spieler eine Marktfigur aus, so muss er sie direkt neben die bereits auf dem Spielbrett stehende Figur stellen. Eine weitere Figur muss dann an das eine oder andere Ende der entstehenden Figurenschlange gesetzt werden. So entsteht Zug zum Zug eine lange Marktgasse, die sich zwischen den Palästen hindurch schlängelt. Die Spielfiguren müssen so gesetzt werden, dass eine lange Reihe entsteht. Die neu platzierte Figur darf nur an 1, nicht aber an 2 bereits vorhandene Figuren waagerecht oder senkrecht angrenzen.


    Landet das eine Ende der Marktgasse in einer Sackgasse, so kann nur noch an dem anderen Ende weitergebaut werden. Kann an beiden Enden keine Marktfigur mehr angesetzt werden, so kann die Marktgasse auf einem beliebigen freien Feld (auch am Rande) neu gestartet werden. Der Neustart einer Marktgasse ist oftmals Spiel entscheidend, weshalb der Verlauf der Gasse nie unterschätzt werden darf.


    Mauern


    Wählt ein Spieler ein Mauerteil aus, so muss er es an einen der vier Ecktürme anbauen. Ein weiteres Mauerteil wird dann an die bestehende Mauer oder an einen beliebigen Eckturm angebaut. Zwei Mauern, die von zwei verschiedenen Türmen ausgehen, dürfen nicht zusammenwachsen. Zwischen ihnen muss an irgendeiner Stelle mindestens 1 Mauerfeld frei bleiben. Zwischen Mauern und anderen Teilen (Gebäude, Ställe, Marktgasse) gibt es keine Abstandsregel. Grenzt ein Palast an eine Stadtmauer, so erhöht sich der Wert des Palastes um so viele Punkte, wie Mauerteile an den Palast grenzen.


    Die 4 Palast-Tafeln


    Der Spieler, der als Erster einen Palast einer bestimmten Farbe in Besitz nimmt, erhält die Palasttafel dieser Farbe. Er behält sie solange, bis ein anderer Spieler einen grösseren Palast dieser Farbe besitzt. Dann bekommt dieser Spieler die Palasttafel. Die Grösse eines Palastes ergibt sich aus der Summe seiner Gebäudeteile und seiner Ziegenställe. Der Spieler, der am Schluss des Spiels eine Tafel besitzt, erhält die entsprechenden Bonuspunkte.


    Die Palast-Tafeln haben unterschiedliche Bonuswerte. Für grau gibt es 1 Punkt; für schwarz gibt es 2 Punkte; für braun gibt es 3 Punkte und für orangefarben gibt es 4 Punkte.


    Die 4 Turm-Tafeln


    Die Bonuspunkte für die Ecktürme gehen an den Besitzer desjenigen Palastes, welcher als letzter mit einer der Stadtmauern verbunden wurde, welche von dem entsprechenden Turm ausgeht. Ein Palast ist dann mit der Stadtmauer verbunden, sobald ein Mauerteil direkt an ein Gebäudeteil oder an einen Ziegenstall des Palastes angrenzt. Solange ein Palast noch keine Besitzer hat, gilt der Palast nicht als verbunden; d.h. grenzt ein besitzloser Palast bereits an eine Stadtmauer, so gilt als Zeitpunkt für die Verbindung erst die Inbesitznahme durch das Setzen eines Daches. Ein besitzloser Palast kann nie Hüter der Turmtafel sein.


    Wichtig ist auch, dass ein Palast zweimal an die Turmmauer verbunden werden kann, nämlich einmal an die horizontale Mauer und einmal an die vertikale Mauer. Ein Palast, welcher in einer Ecke gebaut ist und beispielsweise durch Gebäudeteile bereits mit der vom Turm ausgehenden horizontalen Stadtmauer verbunden ist, kann zu einem späteren Zeitpunkt auch noch mit der vom Turm vertikal ausgehenden Stadtmauer verbunden werden. Dieses zweite Verbinden an die anders laufende Stadtmauer gilt dann als neues Angrenzen und damit im Zeitpunkt des zweiten Verbindens als zuletzt verbundener Palast.


    Für den Turm links unten gibt es 4 Bonuspunkte; für den Turm rechts oben gibt es 3 Punkte; für den Turm rechts unten 2 Punkte und für den Turm links oben 1 Bonuspunkt.


    Spielende


    Das Spiel endet, sobald alle Spieler alle ihre Teile verbaut haben. Besitzt ein Spieler kein Spielmaterial mehr, so muss er dies kundtun und kann keinen weiteren Spielzug mehr ausführen. Die übrigen Spieler spielen weiter, bis sie ebenfalls kein Spielmaterial mehr besitzen.


    Wertung


    Erst am Schluss des Spiels werden die Punkte für jeden Mitspieler gezählt.


    Jedes Gebäudeteil eines Palastes zählt 1 Punkt
    Jeder Ziegenstall an dem Palast zählt 1 Punkt
    Jedes Mauerteil, das direkt (nicht diagonal) an ein Gebäude oder an einen Stall grenzt, zählt 1 Punkt
    Jede Marktfigur, die direkt (nicht diagonal) an ein Gebäude oder an einen Stall grenzt, zählt 1 Punkt. Eine Marktfigur zählt dabei für den gleichen Palast nie mehr als 1 Punkt; d.h. ist die Figur z.B. in einer Palastecke, so zählt sie nur 1 Punkt, obwohl sie an zwei Seiten des Palastes direkt angrenzt
    Hinzu kommen die Bonuspunkte für die Palast- und Turm-Tafeln.


    Da vor dem genauen Punkte zählen eigentlich nie klar ist, wer gewonnen hat, bleibt das Spiel spannend bis zum Schluss. Schon oft hat es einem vermeintlich sicheren Sieger am Ende dann doch nicht zum Sieg gereicht.


    Ich hoffe das hat Dir erst einmal etwas weitergeholfen!

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

  • Noch eine Frage zum Verständnis: Wenn ein Spieler alle seine Dächer gesetzt hat, muss er trotzdem noch alle seine restlichen Teile verbauen, oder? Was ist denn, wenn alle Spieler alle ihre Dächer verbaut haben? Ist das Spiel dann zu Ende oder legen noch alle Spieler ihre restlichen Ställe, Mauerteile und Marktfiguren an???

  • Würde ich anhand folgender Regelpassage so verstehen:


    Zitat


    Das Spiel endet, sobald alle Spieler alle ihre Teile verbaut haben. Besitzt ein Spieler kein Spielmaterial mehr, so muss er dies kundtun und kann keinen weiteren Spielzug mehr ausführen. Die übrigen Spieler spielen weiter, bis sie ebenfalls kein Spielmaterial mehr besitzen.


    Allerdings habe ich Medina noch nie gespielt! Deswegen nur aus der Regel abgeleitet!

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

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