Wars of the Roses: Lancaster vs. York

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  • Hallo,


    wer von Euch konnte schon das neue Z-Man-Games "Wars of the Roses: Lancaster vs. York" spielen?


    http://www.boardgamegeek.com/b…e-roses-lancaster-vs-york


    Geht um Kontrolle und Landnahme in England zweier verfeindeter Grafschaften mit zeitgleicher geheimer Planung und Auswertung des Planungszuges. Erinnert ein wenig an Wallenstein / Shogun, in etlichen Details aber ausreichend anders, um ein eigenes Spiel zu rechtfertigen. Soweit das, was ich grob aus den Session-Reports und Reviews bei BGG rauslese.


    => Eure Meinung?


    Cu/Ralf

    Open your eyes, time to wake up - enough is enough is enough is enough!

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  • Aktuell 54 bis 60 Euro je nach Versender plus Porto. Wobei Z-Man-Games-Importe schon immer teuer waren.

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  • Danke für den Tip, das Spiel sprang gerade von Nichts auf "must have" in meiner Wunschliste! :peace:


    Wer mehr über diese Zeit wissen will, aber keine Lust auf Fakten hat, kann sich ja mal die in dieser Zeit spielenden Romane von Rebecca Gable antun. Die sind zwar seicht, aber die Zeit ist echt spannend, da die Loyalitäten damals buchstäblich quer durch Familien gingen, Ehemänner ihren Frauen entfremdeten, Cousins auf dem Schlachtfeld gegeneinander standen usw. usf.

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  • Das Spiel ist wirklich ein Schwergewicht auf der Waage. Selten so hochwertige Pappkomponenten gesehen. Beim Holz hingegen ist es nur mässiger Durchschnitt, denn die Holzwürfelchen waren auch schon mal gleichmässiger geschnitten und wegen zu kurzer Trockenzeit klebten ein paar leicht zusammen. Allerdings erfordern die fast schon überdimensionalen Planungs-Tableaus mit den wuchtigen Sichtschirmen aus Spielplan-Pappe wohl massig Platz und einen entsprechend grossen Spieltisch. Die Spieleschachtel ist jedenfalls gut gefüllt - der Gegenwert fürs Geld stimmt, sofern das Spiel jetzt auch noch Spass machen sollte. :-)


    Cu/Ralf

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  • Zitat

    Original von ravn
    ... Die Spieleschachtel ist jedenfalls gut gefüllt - der Gegenwert fürs Geld stimmt, sofern das Spiel jetzt auch noch Spass machen sollte...


    Naja, ich finde die Ausstattung schon auch sehr gut, aber die Tatsache, dass es nur als Import für 60 Euro zu haben ist, hält mich dann doch vom Kauf ab! Vielleicht kriege ich es ja irgendwann mal im Tausch...

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  • Habe gerade die Regel grob durchgelesen.
    Der erste Eindruck: Hat Elemente von Kingmaker, El Grande und Wallenstein.
    Also nichts unbedingt Neues, hört sich aber in Summe spannend an.
    Schön aussehen tuts auch, die Sichtschirme scheinen aber vielleicht etwas zu groß geraten,
    mal sehen wie sich das auf dem Spieltisch ergibt.
    Ich bin gespannt auf das erste Spiel :)

  • Ist es nicht sogar eine Neu-Interpretation von Kingmaker, dem alten Avalon Hill Spiel? Konnte dazu wenig Infos finden. Wer weiss mehr?

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  • Zitat

    Original von ravn
    Ist es nicht sogar eine Neu-Interpretation von Kingmaker, dem alten Avalon Hill Spiel? Konnte dazu wenig Infos finden. Wer weiss mehr?


    Würde ich jetzt nicht sagen.
    Hab jetzt das Kingmaker zwar schon ewig nicht mehr gespielt, aber aus dem Gedächtnis heraus würde ich sagen, daß es da schon einiges anderes gibt. Klar, das Thema ist das Gleiche, dann gibts die Karten der Adligen; Bischöfe und Städten. Und eine Parlaments-Phase gibts auch. Aber schon der Kampf ist anders; die Adligen prügeln sich hier nicht selber und laufen Gefahr umzukommen, das ist hier strikt getrennt von den Truppen und Söldnern: Nur diese kämpfen, und das recht schlicht 1:1. Truppen beim Kingmaker kamen mit den Adligen ins Spiel und wurden einem Anführer unterstellt. Auch das gibts hier nicht, Truppen kosten Geld, wenn du welche haben willst.


    Wie ich oben schon sagte sind gegenüber Kingmaker deutlich andere Elemente enthalten, die auch ein anderes Spiel daraus machen: Gebietskontrolle und Siegpunkte = gibts bei El Grande, verdecktes Planen der Aktionen = gibts bei Wallenstein.


    Für mich ist es keine Adaption eines der genannten Spiele, auch wenn Elemente daraus durchaus Ähnlichkeiten aufweisen.


    Wie sich das alles tatsächlich spielt, habe ich aber auch noch nicht ausprobiert. Kingmaker empfand ich als ein wenig sperrig, El Grande und Wallenstein gehören für mich dagegen zu den Top 10 Kandidaten meiner Spielesammlung ... bin mal gespannt, wie mir das Wars of the Roses gefällt.

  • So, die erste Partie in Vierrunde ist geschafft. Vorweg gesagt: Es hat Spass gemacht. Die gefühlte Spielzeit war weitaus geringer, als die tatsächlichen 2+ (eher 3 plus Essenspause) Stunden. Jeder ist ständig ins Geschehen involviert und langatmige Wartepausen gibt es eigentlich keine, auch weil zeitgleich geplant wird und jede Veränderung auf dem Spielplan jeden betreffen kann.


    Das Regelwerk ist in der Summe logisch aufgebaut und einfach umzusetzen. Leider habe ich eine Facette falsch erklärt: Um Truppen einsetzen zu dürfen in einer Region, muss man dort Präsenz haben. Das kann entweder durch eigene Städte-Burgen-Häfen oder auch Bischöfe oder Adlige erreicht werden. Also bis auf Schiffe und dem "Captain of Calais" hat man dort Präsenz, um dort mit Truppen zu agieren - entweder zum Angriff auf die Mitspieler oder zur eigenen Verteidigung.


    Wir haben den Angriffspart leider so gespielt, dass nur die Präsenz von Adligen (vor oder nach ihrer Bewegung) eigene Angriffe ermöglichen. Hielt sich dort kein Adliger auf, war auch kein Angriff möglich in der Planung und Durchführung. Dieser Spielfehler hat bei uns dazu geführt, dass die Bedeutung der Adligen als alleinige Voraussetzung für Angriffe aufgewertet wurde, aber zeitgleich potentielle Angriffe auch nur auf bestimmte Regionen beschränkt waren. Eigentlich haben wir damit in den ersten Runden mit wenigen Adligen im Spiel für mehr als vom Spiel gedachte Planungssicherheit gesorgt, weil etliche eigene "Bauten" vor Angriffe sicher waren.


    Interessant zu beobachten war, wie dynamisch die Siegpunkteverteilung im Spielverlauf war. Unser Startspieler schnappte sich in der ersten Spielrunde einen hochwertigen Adligen (10er und damit Anfangs kaum zu bestechen, weil viel zu teuer) und konnte damit locker schon mal ein Gebiet für sich beanspruchen. Zusammen mit weiteren Kontrollpunkten durch Städte & Co in anderen Gebieten lag er nicht nur in am Ende der ersten Runde in Führung, sondern baute diese Position bis zwei Runden vor Schluss auf teilweise 25 bis 50 Siegpunkte Vorsprung aus. Die Folge war aber, dass er zwar gut viel Kontrolle über Gebiete, aber zu wenig Einkommen hatte und von der Spielreihenfolge bei der Kartenauswahl (wer besetzt was neu zu Beginn jeder Spielrunde) sowie in den Kämpfen und Bestechungsversuchen benachteiligt war und zudem zunächst nicht in den Genuss der französischen Unterstützungszahlung von bis zu 25 Pfund kam. Zudem immer in der Angst, dass sein 10er-Adliger doch durch den Geldreichtum seiner Mitspieler bestochen und übernommen wurde - was aber bis Spielende nicht passierte.


    Dann in den letzten zwei Spielrunden begann die Aufholjagd. Erfolgreich. Zunächst führte die Mitspielerin, die in der Anfangsrunde fast schon hoffnungslos abgeschlagen schien und auch ich konnte die bis zu 50 Siegpunkte Rückstand wieder aufholen. Alllerdings hatten wir einen weiteren Mitspieler, der bequem abwartet, sich auf seiner letzten Siegpunkte-Position ausgeruht hatte und demnach etliche Spielvorteile genoss, total unterschätzt. In der letzten Runde zog er an uns allen vorbei. Diverse gewonnene Gebiete, diverse zweite Plätze, etliche Bonuspunkte und dem Krönungsbonus im Rücken. Das Endergebnis der Plätze 2 bis 4 war aber knapper, als es anfangs den Anschein hatte und selbst ein übergross erscheinender Rückstand ist wieder aufholbar.


    Schlüsselelement des Spiels ist die zeitgleich durchgeführte Planung des komenden Spielzuges - wen besteche ich, wo verschiebe ich Adlige und Schiffe (die bewegliche Kontrollpunkte darstellen), wo greife ich wen an, wo rechne ich mit Angriffen und wo mit Bestechungen? Bleibt noch Geld für den "Captain of Calais" übrig? Diese Fragen stellen sich immer wieder neu. Da Detailgespräche über Taktiken untersagt sind, also Absprachen wie "ich greife dort an, was Dir die Möglichkeit bietet dann dort..." nicht gemacht werden dürfen, stochert man ein wenig im Nebel der Ungewissheit. Was Chaos sein könnte, macht einen Grossteil der Spannung aus. Allerdings sollte man trotzdem den Überblick behalten, denn wirklich komlett unberechenbar sind die Mitspieleraktionen nicht, weil die ja auch um Kontrollpunkt-Mehrheiten kämpfen.


    Wer sich auf das zeitgleiche und verdeckte Planungselement einlassen mag, wird in "Wars of the Roses" ein faszinierendes Spiel entdecken können, das zumindest bei uns für viel Gesprächsstoff nach der Partie führte. Ein Mehrheiiten- und Gebietskontrolle-Spiel, mit vielen neuen Zutaten, die den Spielspass erzeugen. Zumindest in unserer Runde ist es durchweg gut bis sehr gut angekommen. Bin schon auf die nächste Partie gespannt - dann auch hoffentlich komplett richtig gespielt. Absolute Kaufempfehlung!


    Schon vorab hochgelobt und beachtet, hat das Material auch im Spiel gehalten, was es versprach: Der Spielplan ist so ausreichend gross, dass keine Engpässe entstehen. Auf den Sichtschirmen und auf dem Spielplan sind alle Informationen verfügbar, die man während einer Partie braucht. Das Handling geht gut von der Hand. Allerdings braucht "Wars of the Roses" mächtig viel Platz auf dem Tisch - ein übergrosser oder zumindestens komplett ausgezogener Esszimmertisch sollte es schon sein. Einen winzig kleinen Kritikpunkt habe ich aber doch: Der Rundenablauf sollte noch in Kurzform auf dem Plan aufgedruckt sein. Weil so braucht man zur Referenz immer seinen Sichtschirm, der eigentlich nur während der Planung benötigt wird und ansonsten eher im Weg ist durch seine wuchtige Gestaltung.


    Cu/Ralf

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