Speicherstadt - Mechanismus / schon gespielt?

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  • Moin,


    seit ein paar Tagen ist Speicherstadt von Eggert Spiele lieferbar für kleines Geld. Somit erwarte ich auch kein Hamburgum oder Antike von der Ausstattung. Eher ein Fabrikmanager - auch wenn das von 2F-Spiele ist - aber vom Spielgefühl eventuell in die vergleichbare Richtung geht.


    Der Auktion-Aktion-Mechanismus von Speicherstadt scheint das Besondere an dem Spiel zu sein. Wer kann mehr dazu sagen, hat sich schon durch diverse Spielbesprechungen & Co gewühlt, oder auch schon eigene Spielerfahrung gesammelt?


    Cu/Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

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  • Das würde mich doch sehr wundern, ist das Spiel doch erst seit wenigen Tagen verfügbar (wenn ich Marcel glauben kann, dann seit Dienstag - in MS im Spieleladen hab ich es Montag schon gesehen...). Klar, Testspieler wird es geben. Stefan Malz war glaub ich darunter. Ich hoffe jedenfalls, dass meine Kopie heute oder morgen eintrudelt...


    Und ich hoffe, dass das vom Spielgefühl nichts mit Fabrikmanager gemein hat (was ich nach Studium der Regel der Speicherstadt aber auch nicht ansatzweise vermute), denn dieses neuste Werk des Mannes mit den Initialen FF finde ich ganz furchtbar...

    2 Mal editiert, zuletzt von ode ()

  • Zitat

    Original von ode
    Und ich hoffe, dass das vom Spielgefühl nichts mit Fabrikmanager gemein hat (was ich nach Studium der Regel der Speicherstadt aber auch nicht ansatzweise vermute), denn dieses neuste Werk des Mannes mit den Initialen FF finde ich ganz furchtbar...


    Der Vergleich mit Fabrikmanager drängte sich mir auf, weil Speicherstadt auch ein auf einen zentralen Mechanismus (Auktion-Aktion) reduziertes Spiel zu sein scheint. Weil beim grossen Thema Speicherstadt hätte manch anderer Autor noch massig mehr Regelbalast und sonstige Spielelemente wie Hanse, Hafenausbau, Piraten, Warenströme, Zünfte & Co draufpropfen können.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Hallo ravn,


    das Thema Speicherstadt wurde dem Spiel erst nachträglich mitgegeben. Wie bei Stefan Feld üblich, war sein Prototyp eher schwach thematisch eingebunden und hatte den Arbeitstitel "Patrizier-Manager" (das "Manager" ist bei ihm Tradition).


    Erst Peter Eggert hat als Titel und Thema die Speicherstadt ins Spiel gebracht. Und es sollte ganz bewusst ein "kleines aber feines" Spiel werden!


    Ciao
    Stefan

  • Moin zusammen,


    wir hatten gestern Abend zum ersten Mal Speicherstadt auf dem Tisch liegen
    und haben es in einer 5er-Runde gespielt.
    Ich mus gestehen, dass es uns nicht vom Hocker gerissen hat, so nach dem Thema:
    "Recht origineller Mechanismus mit dem Bieten auf die Handelskarten, aber da gibt es
    schönere und spannendere Spiele"
    Als eher negativ haben wir empfunden, dass gegen Ende des Spiels keine Auftragskarten mehr ins Spiel kommen und man so hoffen muss, die Aufträge, die man sich besorgt hat, auch noch erfüllen kann.


    Fazit: Ich werde es noch ein zweites Mal spielen und hoffe, dass es dann mehr Spass macht, sonst landet es bei der E-bucht oder sonstwo !!


    Grüße


    VolkerN.

  • Ich habe Speicherstadt ziemlich spontan gekauft, weil Fresko mir sehr gut gefallen hat, der Verkaufspreis moderat ist, und der Versand ohne zusätzliche Kosten erfolgt.


    Zunächst einmal war ich dann nach der ersten Probepartie zum Kennen lernen regelrecht erschrocken. Inzwischen haben wir es aber mindestens zehnmal gespielt und unsere Erfahrungen aus dem Spiel zu zweit sind folgende:


    Im Prinzip ist das Spiel auf den Bietmechanismus beschränkt.


    Der Bietmechanismus ist zwar sehr einfach, deshalb schnell zu verstehen, fordert aber die Gehirnzellen im Zusammenhang mit dem knappen Geld und der geschickten Verteilung der unterschiedlichen Karten in den abzuarbeitenden Stapeln A bis D.


    Das heißt, wer aus dem Bauch heraus spielt, verliert. Wer unkonzentriert ist, weil er/sie einen harten Tag hinter sich oder den Kopf nicht frei haben, verliert. Spielen beide gut, fordern sie sich beide stärker, und man weiß zum Schluss die erreichten Siegpunkte so richtig zu schätzen.


    Der Vorteil des Spiels ist eindeutig die geringe Einstiegshürde verbunden mit dem Gefühl der eigenen Einflussnahme bei einer Spielzeit von nur 35 Minuten. Meine Frau weiß allerdings noch nicht so genau, was sie von dem Spiel halten soll. Ich vermute, es ist ihr doch zu wenig spielerisch, zu abstrakt, zu nackig, weil auf den Bietmechanismus reduziert.


    Die Spielergebnisse sind in der Regel recht knapp, auch wenn man zwischendurch beim Vergleichen der erworbenen Warenaufträge denkt, man sei hoffnungslos unterlegen. Über Siegpunkte für eingelagerte Waren und nicht verbrauchtes Geld, Brände und besondere Bauten lassen sich auch Defizite bei den Warenauftragskarten ausgleichen. Ob einen die Brände treffen, hat man auch selbst in der Hand.


    Eigentlich gewinnt derjenige, der am Geschicktesten verzichtet, denn alles möchte man haben – unwichtige Karten gibt es nicht -, bezahlen kann man aber nur einen Teil davon.


    Meiner bescheidenen Meinung nach wird Speicherstadt mit mehr Personen von seinem abstrakten Charakter verlieren und im Ergebnis mehr Spaß machen. Hierbei handelt es sich um eine Vermutung!

  • So, am Samstag die Erstpartie Speicherstand gespielt in Viererrunde. Wir haben den Schnelleinstieg gewagt und sind ohne grosse Regellektüre direkt mit dem Spiel begonnen. So wurde dann auch erst im Laufe der Partie klar, was man wie spielen sollte und was es zu beachten gibt. Allerdings kann man nach 3 Minuten Kurzüberblick direkt losspielen.


    Wenn man einmal die Regeln begriffen hat, sollte man die aber auch in gut 5 Minuten den Mitspielern mit eigenen Worten erklären können. Das ist ein grosses Plus des Spiels, was es auch besonders in eher ungeduldigen Runden einfach macht. Ausgepackt, kurz den Ablauf angerissen und losgespielt. Gut wären aber Übersichten für jeden Spieler, wann welches Gebäude ins Spiel kommt und wie häufig das überhaupt vorhanden ist. Weil wenn man es nach der Kennenlernpartie taktischer spielen will, ist diese Info überlebenswichtig für die eigenen Planungen.


    Im Kern ist das Spiel recht einfach vom Ablauf, aber das Gewinnen ist schon schwieriger. Schön auf den Mechanismus "Reihum-Auktion mit anschliessender Aktion" reduziert ohne ein Gramm spielerisches Fett. Macht Spass, ist herausforderend und für eine Revanche gut. Für den Preis von 17 Euro bekommt man einen guten Gegenwert. Die Austattung stimmt, die Pappmünzen sind schön dick und glänzend, die Metall-Startspielermünze ist ein nettes Gimmick, der Spielplan und die Karten sind eher funktionell als wirklich grafisch schön. Wer auf dem Havanna-Niveau mit einem originellen Bietmechanismus spielen mag, der findet hier solide Spielerkost. Ich kann es nur weiterempfehlen. Ein absoluter Dauerbrenner mit AAA-Qualität ist es zwar nicht (errecht also nicht Age of Steam, Puerto Rico, Diamonds Club-Niveau - um mal drei meiner Lieblingsspiele zu nennen), aber als semi-komplexes Spiel mit Spieldauer unter einer Stunde gerade richtig.


    Zur Kritik, dass zu Spielende keine neuen Aufträge mehr reinkommen: Ja, stimmt. Aber das ist der Ablauf der einzelnen Phasen A bis D. Wenn man das einmal weiss, kann man entsprechend seine Taktiken darauf ausrichten. Genauso dass erst in Phase B die Schiffe kommen. Aber Spielegeschmäcker sind eben verschieden und manch einem könnte Speicherstadt zu steril wirken, weil es scheinbar wenig Spiel bietet. Dem halte ich entgegen, dass es eben wie Funkenschlag Fabrikmanager einen einzigen Mechanismus komplett ausreizt und darüber hinaus mehr auch nicht bieten will - keine Eierlegende-Wollmilch-Sau im Spieleformat.


    Cu / Ralf


    Cu/Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here