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  • Schönes Spiel - im wortwörtlichen Sinne. Erst letztens wieder erlebt, wie stark das Spiel faszinieren kann auch Spielrunden, in denen man nicht damit rechnet. Das war jetzt schon das zweite Mal. Wer also immer noch meint, dass Dixit in seinen Runden nicht ankommen könnte, der sollte es einfach mal antesten. Dank SDJ-Auszeichnung sollte der Kaufpreis ja auch nochmals fallen.


    Die Dixit-Beschreibung passt gut: "Wie kleine Kunstwerke erscheinen die 84 großformatigen Karten ihren Betrachtern. Die liebevoll gestalteten Motive regen die Fantasie an. [...] Schnell geraten die Spieler ins Schwärmen und entdecken immer neue Details auf den Bildern, die zum Träumen, Nachdenken und Genießen einladen." (Quelle: Spiel des Jahres e.V.)


    Bei Dixit spielt man miteinander, kommt miteinander ins Gespräch - über das Spiel selbst und darüber hinaus. Zudem sind die Regeln schnell und einfach erklärt. Das Spiel funktioniert generationsübergreifend, weil jeder zu den Bildern etwas sagen kann. Und meist sogar mehr, als man zunächst vermutet hätte. Also das perfekte SDJ 2010?


    Fresko als SDJ wäre ok, aber auch langweilig gewesen, weil eben ein zu typisches Brettspiel. A la carte ist mehr Spielzeug-Erlebnis als gemeinsames Spiel. Identik hat den Hektik-Zeichen-Faktor, der auch Stress statt Spass verbreiten kann. Im Wandel der Zeiten Würfelspiel scheitert wohl an den fehlenden Bohrloch-Schablonen mit Weihnachtsmarkt-Produktions-Charme. ;-)


    Cu/Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Es ist gekommen wie ich es mir dachte. Denke, das Spiel ist ein guter Preisträger im Sinne der Zielsetzung des Preises. Gewünscht hätte ich mir Roll through the ages, das wäre mein Favorit der Liste gewesen...


    Der Sonderpreis geht auch an ein sehr gutes Spiel. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob ein Spiel mit so hohem Frustfaktor geeignet ist Menschen zum Spielen zu bewegen. Allerdings haben wir es einmal mit zwei "Ganz-ganz-Wenigspielern" gespielt und die waren fasziniert. So fasziniert, dass wir es am Tag danach gleich wieder mit ihnen spielen mussten... Daher: Alles richtig gemacht! :-)

  • Ich bin geplättet. :zip:


    Da werden Jahr für Jahr meine Lieblingsspiele bei diesem Preis nicht berücksichtkigt, und so auch in diesem Jahr. Nicht genug, dass innovative Spiele wie Monopoly City und Beer&Pretzels gar nicht erst auf die Liste gelangen, wird dann auch noch ein französisches Spiel gewählt, deren Namen hierzulande eher mit einer mobilen Toilette denn mit einem Brettspiel in Verbindung gebracht wird. Und Toilettenhäuschen überbauen, das Thema hatten wir hirzulande doch schon 1991 als Spiel des Jahres.


    Muss ich mir das jetzt kaufen, weil es Spiel des Jahres wurde. Oder darf ich es mir nicht kaufen, weil es Spiel des Jahres wurde? Letztes Jahr habe ich ja ernsthaft an der Unfähigkeit der Jury gezweifelt, aber in diesem Jahr wird sie wieder ihrem Ruf gerecht.


    Ach, gute Kritiken im Netz. Das sagt ja nun auch wieder nichts. :stop:


    Ach, Rang 80 auf BGG. Na ja, da haben die Amis wieder mal ein Spiel gepusht :floet:


    Na ja, vielleicht schaue ich es mir einfach erstmal an :blumen:



    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert


    P.S.: Wer in diesem Beitrag Ironie findet, darf sie gerne behalten.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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    and young enough not to choose it

    2 Mal editiert, zuletzt von Herbert ()

  • Da ich meist nur zu zweit spielen kann, finde ich die Auswahl von Dixit enttäuschend.


    Auch wenn das Spiel des Jahres für fortgeschrittene Brettspieler kaum als Empfehlungsmechanismus funktioniert, kann man zumindest feststellen, das Gewinner des Preises nach ein paar Monaten durch hohe Verkaufszahlen deutlich günstiger angeboten werden können als andere Spiele. Diese hohen Verkaufszahlen wirken sich meist auch auch auf den Preis bei Auktionsverkäufen aus, deren Stückzahl ebenfalls steigt.


    Gerade bei Fresko hatte ich mir erhofft, dass der Preis sinken würde.

  • Das Schöne ist doch, dass Asmodee nicht diese Preispolitik betreibt und das Spiel wahrscheinlich nicht so viel billiger wird.


    Fresko wird schon noch billiger...

  • Zitat

    Original von ode
    Fresko wird schon noch billiger...


    reduzieren heisst doch bei Fresko Material weglassen :-)


    Gruß aus dem Münsterland ins Münsterland
    Herbert

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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  • scheinbar. bisher aber nur gerüchte. man wird sehen!

  • Meine These ist übrigens, dass Dixit gerade als Familienspiel sehr gut funktionieren könnte, weil es die Erwachsenen dazu bringt, sich in die Erlebnis- und Wahrnehmungswelt der Kinder hineinzudenken, und die Kinder dazu, sich zu überlegen, was ihre Eltern denn eigentlich von ihrem Alltag wissen können und was nicht. Ich glaube, vom Ansatz ist das ein Spiel, das Eltern und Kinder näher zusammenbringen kann. Insofern: Sehr gute Wahl (auch wenn ich es Identik eine Winzigkeit mehr gegönnt hätte).

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  • Zitat

    Original von Biswut
    Bezieht sich auf den Preis, oder auf das Material weglassen ?


    Gruß
    Biswut


    Hallo Christoph


    Meine Bemerkung fußt auf dieser Diskussion.


    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

    Gruß aus dem Münsterland
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    Einmal editiert, zuletzt von Herbert ()

  • Zitat

    Original von Biswut



    Bezieht sich auf den Preis, oder auf das Material weglassen ?


    Queen will im Herbst zusätzlich Fresko ohne die Erweiterungen zu einem etwas günstigeren Preis anbieten. Die bisher enthaltenen Erweiterungen sollen dann in einer gesonderten Schachtel erwerbbar sein. Beides zusammen wird dann natürlich erheblich teurer sein, als das bisher bekannte Paket. Dies wird aber parallel weiterhin angeboten.

  • Ja, wenn es denn so einfach wäre, diese Definition in Worte zu fassen, hätte ich das schon in dem Kommentar getan.


    Es sind viele Aspekte, die dem entgegenlaufen, was ich bei einem vernünftigen Gesellschaftsspiel (oder wäre der Begriff "Brettspiel" besser?) für Familien und Erwachsene im Gegensatz zu einem Kinderspiel erwarte. Was (wie ich aber hoffentlich deutlich gemacht habe) eine absolut subjektive Sichtweise ist. Hier einige dieser Aspekte:


    - Die Optik schreit mich an und sagt: Kinderspiel!


    - Die Tatsache, dass Siegpunkte (immerhin!) mit kleinen buten Hoppelhäschen auf einer noch bunteren Wiese abgetragen werden, sagt: Kinderspiel!


    - Der eigentliche Spielablauf ist eine Mischung aus Assoziation und Raten (woher soll ich wissen, was ein mir fremder Mitspieler bei einer Karte denkt?).


    - Spätestens beim dritten oder vierten Spiel in der gleichen Runde ist der Spielreiz weg.


    - Grundlegende Details sind ungünstig gelöst, so ist z.B. nicht jeder Spieler gleich oft Erzähler, zu dritt funktioniert es eigentlich gar nicht, und für ein Spiel zu vielen reicht das Material nicht aus.


    Wolfgang Ditt von der Pöppelkiste hat es schön formuliert: "Dixit ist weniger ein Spiel als eine Kommunikation und ein Zusammensein mit Regelwerk."


    Wenn "Dixit" einen Sonderpreis für ein besonders schönes oder besonders phantasievolles Spiel erhalten hätte, wäre ich ja noch einverstanden gewesen. Aber dieses Spiel soll das beste Spiel des letzten Jahres überhaupt sein?


    No way! :stop:


    Ciao
    Stefan

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  • Zitat

    Original von malzspieleDixit: ... zu dritt funktioniert es eigentlich gar nicht ...


    Einspruch gegen diese Pauschalaussage! Bei Dir hat es eventuell nicht zu dritt funktioniert, ich habe Dixit hingegen in Dreierrunde mit Wenig-Selten-Spielern gespielt und da kam es so gut an, dass wir direkt eine zweite Runde drangehangen haben.


    Aufgrund solcher und anderer durchweg guter Spiel-Erfahrungen mit Dixit halte ich das Spiel für ein gutes, wenn auch mutiges Spiel des Jahres. Wäre es Frekso geworden, hätten wohl viele mehr applaudiert, weil das eben ein typischeres (aber in meinen Augen auch langweiligeres, weil eben so typisches) Brettspiel ist. Dixit ist anders und das kann positiv ausgehen oder auch enttäuschen, weil es eben ohne Würfel, Pöppel und viele andere typische Brettspiel-Zutaten auskommt.


    Aber am Ende des Tages ist es mir völlig egal, was Spiel des Jahres ist, weil Missionierungseifer braucht niemand - auch nicht die Brettspielszene der Vielspieler, die allzu oft (siehe diverse überhebliche Forenpostings besonders auf spielbox.de) ihre Bedeutung auf den Massenmarkt maaslos überschätzt. Ich spiele weiterhin alle Spiele, die mir und meinen Mitspielern Spass machen - mit und ohne SDJ-Auszeichnung. Und wer von sich aus nicht spielen oder mitspielen will, den brauche ich auch nicht überzeugen, warum auch?


    Cu/Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here


  • Gibt es keine Kommunikationsspiele? Ist DIE WERWÖLFE VON DÜSTERWALD dann auch kein Spiel? Oder I, ROBOT? Oder TABU? Natürlich ist das nix, was Spieler von Strategie- und Taktikspielen interessiert... Aber ich finde, die Grenzen werden hier von euch doch arg eng geschnürt...


    Glaubst du denn wirklich, dass der Pöppel immer an das beste Spiel des letzten Jahres gehen muss? Guck dir die Preisträger doch mal an! Das sind doch mit wenigen Ausnahmen nur Gurken!!! Zumindest aus meiner Sicht... Aber das Spiel des Jahres muss doch nicht gut im Sinne von unseren Ansprüchen sein... Für die Ziele, die die Jury verfolgt (übrigens auch in unserem Sinne) wäre kein Spiel der Liste besser geeignet. Finde ich.

  • Zitat

    Original von ode
    Aber das Spiel des Jahres muss doch nicht gut im Sinne von unseren Ansprüchen sein... Für die Ziele, die die Jury verfolgt (übrigens auch in unserem Sinne) wäre kein Spiel der Liste besser geeignet. Finde ich.


    dazu gibt es nicht mehr viel zu sagen weil die Aussage wahr ist. Spiele werden eben nicht nur für Vielspieler gemacht und der Titel SdJ ist kein Vielspielerpreis. Einige scheinen das wohl nicht zu verstehen und sitzen auf einem verdammt hohen Ross (siehe Spielboxforum). Wer es nicht spielen mag, soll es lassen und wer es toll findet findet es toll, es gibt nicht DAS Spiel, dass alle gut finden.

  • @ Stefan


    ich wundere mich ein wenig, dass es sich noch nicht bis zu dir herumgesprochen hat, dass die Jury noch nie das beste Spiel des vergangenen Jahres gewählt hat. Da du gleichzeitig auch nicht den Begriff Gesellschaftsspiel definieren kannst, würde ich an deiner Stelle den Kommentar nochmal nachbearbeiten... :-)


    Ansonsten kann ich aber gut nachvollziehen, dass du das Spiel einfach doof findest... aber vielleicht solltest du dann auch einfach nur das sagen... :-)

  • Ich habe nicht erwartet, dass die Jury das nach meinem Geschmack beste Spiel wählt. Das ist tatsächlich noch nie passiert.


    Aber ich erwarte, dass ein Spiel prämiert wird, dass dem Auftrag der Auszeichnung "Spiel des Jahres" gerecht wird: "Möglichst viele Menschen vom Wert des Kultur- und Freizeitmediums Spiel überzeugen".


    Und die langfirstigen Meinungen zu Dixit waren im meinem Bekanntenkreis, der zu einem Großteil aus Wenigspielern besteht, vernichtend. Erstes Spiel toll, zweites Spiel geht so, drittes Spiel langweilig. Was für eine tolle Werbung für das "Kulturmedium Spiel"...


    Da nutzen auch hübsche Karten nichts!


    Ciao
    Stefan


    (der den Kommentar etwas anders formuliert hat, um die Meinung deutlicher zu machen)

  • Zitat

    Original von malzspiele
    Ja, wenn es denn so einfach wäre, diese Definition in Worte zu fassen, hätte ich das schon in dem Kommentar getan.


    Wie kann man behaupten, etwas sei kein Gesellschaftsspiel, wenn man nicht einmal in der Lage ist, eine Definition zu geben, was man selbst unter Gesellschaftsspiel versteht?


    Zitat

    Original von malzspiele
    - Die Optik schreit mich an und sagt: Kinderspiel!


    Wo steht geschrieben, dass Kinderspiele keine Gesellschaftsspiele sind?


    Zitat

    Original von malzspiele


    - Die Tatsache, dass Siegpunkte (immerhin!) mit kleinen buten Hoppelhäschen auf einer noch bunteren Wiese abgetragen werden, sagt: Kinderspiel!


    Letztendlich nur eine Kramerleiste. Viele Gesellschaftsspiele haben so etwas.


    Zitat

    Original von malzspiele


    - Der eigentliche Spielablauf ist eine Mischung aus Assoziation und Raten (woher soll ich wissen, was ein mir fremder Mitspieler bei einer Karte denkt?).


    Kein Mensch hat behauptet, dass ein Gesellschaftsspiel ein Strategiespiel sein muss. Hier kommt es offensichtlich auf andere Fähigkeiten an.


    Zitat

    Original von malzspiele


    - Spätestens beim dritten oder vierten Spiel in der gleichen Runde ist der Spielreiz weg.


    Ein Phänomen, welches bei manchem Gesellschaftsspiel auftritt.


    Zitat

    Original von malzspiele


    - Grundlegende Details sind ungünstig gelöst, so ist z.B. nicht jeder Spieler gleich oft Erzähler


    Vielleicht kommt es hier ja mehr auf das Einlassen an als auf das Gewinnen.



    Die Jury behauptet ja nicht, dass es sich um das beste Spiel der Jahres handelt.




    Mein Problem mit dem Spiel ist eher ein anderes: Die Jury möchte ja innovative Ideen und neuartige Mechanismen prämieren - und genau das ist ihr in diesem Jahr nicht gelungen!


    Wenn wir uns das Spiel des Jahres 1988 ansehen, dann hat die Jury ähnliches bereits vor 22 Jahren mit Barbarossa prämiert. Wie in Dixit müssen Assoziationen hergestellt werden, nicht zu schwer und nicht zu einfach. Klaus Teuber war der Autor und er hat uns die Knetrollen in die Spielekisten gebracht.


    Der Mechanismus von Dixit ist ebenfalls nicht neu, er ist Folklore: wir haben ihn schon oft mit einem Fremdwörterduden und ein paar Blatt Papier praktiziert. Oder beim wahren Walter oder... Genaugenommen reduziert sich die Innovation bei Dixit auf eine hübsche Grafik - zu wenig für ein Spiel des Jahres!


    Dixit ist ein gutes Partyspielchen mit einer beachtenswerten Grafik, welches als solches funktioniert und Spaß macht. Es handelt sich aber nicht um eine Innovation auf dem Spielemarkt. Das hätte die Jury erkennen müssen. Hat sie aber nicht und liegt damit so daneben wie mancher Schiedsrichter bei der gerade stattfindenden Fußball-WM.





    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

    Gruß aus dem Münsterland
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  • Zitat

    Dixit ist ein gutes Partyspielchen mit einer beachtenswerten Grafik, welches als solches funktioniert und Spaß macht. Es handelt sich aber nicht um eine Innovation auf dem Spielemarkt. Das hätte die Jury erkennen müssen. Hat sie aber nicht und liegt damit so daneben wie mancher Schiedsrichter bei der gerade stattfindenden Fußball-WM.


    Das finde ich wiederum garnicht. Natürlich ist es schön wenn es Innovativ ist aber das ist garnicht mal so wichtig. Spiel des Jahres. Ein Spiel das begeistern soll, was kleine genau so gefallen soll wie große. Ein Spiel was den Leuten gefällt, was es möglich macht neben Tabu, Activity auch noch etwas anderes spielen zu können.


    Für mich wird der Preis an das Spiel vergeben was am meisten Potenzial birgt gut bei den Menschen anzukommen.
    Und da denke ich ist Dixit ein sehr gutes Spiel. Jugendliche nehmen es auf eine Party mit, Omas spielen es mit ihren Kindern, Eltern spielen mit ihren Kindern. Kinder lernen sich auszudrücken, Dinge zu erfassen, weiter zu überlegen und Schlüsse daraus zu ziehen. Erwachsene lernen sich loszumachen von dem was sie kennen. Ein Baum ist nicht gleich ein Baum, so wie ein Würfel nicht gleich ein Würfel ist.


    Dudeln ist da schon wieder viel zu schwer. Fremdwörter mit Kindern? Bilder sprechen da doch um einiges mehr an.


    Das Spiel des Jahres soll meiner Meinung nach für alle sein.

  • Hab ich Dixit gespielt? - Nein
    Will ich es spielen? - Nein
    Finde ich, dass es eine gute Wahl war? - Nein
    Kann und will ich beurteilen ob das Spiel für das Kulturgut Spiel von Vorteil oder Nachteil ist? Nein und nein
    Ist es für mich von Interesse welches Spiel "Spiel des Jahres" wird? - Nein


    Das "Spiel des Jahres" soll eine Kaufempfehlung sein auf die man sich verlassen kann. Allerdings fehlt mir da der rote Faden. Wenn ich mir die Preisträger der letzten 10 Jahre ansehen würde mich mal die Zielgruppe interessieren denen alle 10 Spiele gefällt. Und wenn ich mich als uninformierter Käufer blind auf die Auszeichnung verlasse und dann 50% der Spielen gut finde , würde ich das als suboptimal bezeichnen. Aber vielleicht sprechen "Torres", "Thurn und Taxis", "Villa Paletti" und "Dixit" auch die gleiche Zielgruppe an. Wer kann das schon sagen?


    Gruß


    Marcus

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    Original von Uzi
    Das finde ich wiederum garnicht. Natürlich ist es schön wenn es Innovativ ist aber das ist garnicht mal so wichtig. Spiel des Jahres. Ein Spiel das begeistern soll, was kleine genau so gefallen soll wie große. Ein Spiel was den Leuten gefällt, was es möglich macht neben Tabu, Activity auch noch etwas anderes spielen zu können.
    Für mich wird der Preis an das Spiel vergeben was am meisten Potenzial birgt gut bei den Menschen anzukommen.


    Gute Frage: will der Preis Innovationen fördern? Der Verein schreibt auf seiner Homepage zu Sinn&Zweck des Preises


    Zitat

    Original von www.spiel-des-jahres.comi
    Die Spiele, die den begehrten Titel "Spiel des Jahres" tragen, sollen in erster Linie die Botschaft des Vereins in die Öffentlichkeit tragen. Das heißt, sie sollen möglichst viele Menschen vom Wert des Kultur- und Freizeitmediums Spiel überzeugen.


    Hier also kein Wort von Innovation. Allerdings gib der Verein auch Beurteilungskriterien vor:



    Und der allererste Punkt - die Originalität - ist für mich bei Dixit nicht gegeben. Für mich setzt das eine innovative Spielidee voraus.


    Zitat

    Original von Uzi
    Dudeln ist da schon wieder viel zu schwer. Fremdwörter mit Kindern? Bilder sprechen da doch um einiges mehr an.


    Das war auch nicht mein Ansatz. Ich habe nur erklärt, dass der Mechanismus keine schöpferische Leistung des Autors war.


    Zitat

    Original von Uzi
    Das Spiel des Jahres soll meiner Meinung nach für alle sein.


    Ein solches Spiel kann es nicht geben!





    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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  • Zitat

    Ein solches Spiel kann es nicht geben!


    Doch klar, Axis & Allies gibt es doch schon. Das ist letztes Jahr erst in der wunderbaren Pacific 1940 Version erschienen. Ein lehrreiches Spiel für die ganze Familie!
    Es ist echt bewundernswert mit welcher Penetranz die Jury immer wieder solche schönen Spiele ignoriert. Aber Auch für nächstes Jahr hat sie mit dem bald erscheinenden Europe 1940 dann nochmal eine Chance.


    Oder Maria - das ist doch perfekt: Es geht am besten zu 3 Leuten - also quasi für die Durchschnittsfamilie genau zugeschnitten. Bis Papa von der Arbeit kommt, kann Kind mit Mama in der 2-Personenvariante die Taktiken ausfeilen und wenn Papa dann zuhause ist, geht's erst richtig los.


    Aber Dixit? - Was bitte hat die Jury denn da getreten? - Ich muss doch gleich mal schauen wer da aktuell drin ist, das können ja fast nur Frauen sein - anders ist diese Wahl ja wohl nicht zu erklären.
    O-Ton meiner Frau zum DSJ: "Na was sagst du zum SdJ?! Dixit steht schon lange auf meiner Wunschliste." - <Schluck> (<- von mir nicht meiner Frau)
    Naja, Wunschlisten heissen ja Wunschlisten, weil man sich das was drauf steht WÜNSCHT. Anderenfalls hießen sie ja "Bekomm'-ich-bald"-Listen oder so. Aber ich muss zugeben: Ich hab erstmal geschluckt und dann Wort für Wort überlegt wie ich da wieder raus komme. Danke Jury! (<- nicht zu ernst nehmen)


    Atti

  • Ich wage mal zu behaupten, dass ein explizites "Kriegsspiel" niemals SdJ wird - da haben die viel zu viel Angst vor der negativen Presse, die nur einen Blick auf die Verpackung werfen und dann gleich losschimpfen... Nach der Killerspiele-Diskussion kommt dann die Blutbrettspiel-Diskussion... Nein Danke...


    Dixit finde ich allerdings auch eher ... HMPF. Dann doch lieber A La Carte! Oder eben Fresko; das wäre doch ein tolles SdJ gewesen - eine kleine Einführung in die komplexeren Eurogames und gleichzeitig was fürs Auge, wenn das Bild komplettiert wird. Selbst Roll through the Ages wäre besser gewesen... Identik sagt mir grad nix.


    Aber wie immer ignoriere ich das SdJ einfach. Dominion war ja schon Überraschung genug...


    Erschreckend genug: Eigentlich bin ich ja über die Spiele des Jahres zum Brettspielen gekommen; mit Siedler von Catan & Carcassonne. Tikal ist immer noch eines meiner Lieblingsspiele - und Hase & Igel und Sagaland habe ich als Kind oft gespielt. Aber ich finde, die Wahl ist inzwischen echt seltsam geworden...


    Naja, ignoriere ich die Auswahl dieses Jahr einfach - und gut.

  • Zitat

    Original von [Tom]
    Ich wage mal zu behaupten, dass ein explizites "Kriegsspiel" niemals SdJ wird - da haben die viel zu viel Angst vor der negativen Presse, die nur einen Blick auf die Verpackung werfen und dann gleich losschimpfen... Nach der Killerspiele-Diskussion kommt dann die Blutbrettspiel-Diskussion... Nein Danke...


    Ähm ... also ... mein Post war nicht so GANZ ernst gemeint ...


    Atti

  • Ich höre immer: "Dixit das Kinderspiel" - Das stimmt meiner Meinung nach nicht. Man darf sich nicht vom naiv-surrealen Zeichenstil, den man möglicherweise aus einem Kinderbuch kennt, täuschen lassen. Dixit verlangt und schult Einfühlungsvermögen und sprachliches Um-die-Ecke-denken. Wichtig ist ja nicht, einfach einen dollen Satz hinzupfeffern, sondern sich genau zu überlegen, wie ich das Bild derart schön verpackt - und dabei kurz - rüberbringe, dass ich mit Sicherheit sagen kann, im Idealfall genau einen Mitspieler zu erreichen. Man greift dabei auf Insidersprüche zurück oder versucht eine Brücke zum kulturellen Hintergrund eines Spielers zu schlagen. Und deswegen ist es kein "Kennenlern-Spiel" - ich habs auf Messen mit bunt zusammengewürfelten Gruppen gespielt und da war es schwierig, in einem Freundeskreis war es ein riesen Hallo. Dixit will entdeckt werden und man sollte nicht den Fehler machen, es als Leichtgewicht zu unterschätzen.


    Dixit geht natürlich in eine vollkommen andere Richtung als z.B. Dominion. Typisch für die französische Art zu Spielen wird viel mehr Wert auf Interaktion und den sozialen Aspekt des Spiels gelegt. Soziales Spielen ist was anderes als mathematisch-mechanisches Spielen - und letzteres sind meiner Ansicht nach die meisten Vielspielertitel.


    Und schließlich: Was ist denn Innovation auf dem Spielemarkt? 80% aller Neuheiten sind doch immer wieder neu zusammengestellte, aber bekannte Mechanismen. So ist das nun mal mit der Kreativität. Schauen wir uns beispielsweise die Diskussion in der Literatur zu "Axolotl Roadkill" an, so könnten wir auch bei Spielen von einer Intertextualität sprechen: Sie beeinflussen sich gegenseitig und gute Elemente werden neu arrangiert, so dass trotzdem etwas tolles dadurch entsteht. Nun zu behaupten, Dixit wäre ein schlechtes SdJ, weil der Grundmechanismus schon mal da war, halte ich für Überzogen.

  • Zitat

    Original von Guido Heinecke
    Ich höre immer: "Dixit das Kinderspiel"


    Ich bezweifle ganz stark das man das Spiel mit <12 Jährigen wirklich spielen kann. Albst mit 12 wird's da noch problematisch.


    Atti

  • Zitat

    Original von Guido Heinecke
    INun zu behaupten, Dixit wäre ein schlechtes SdJ, weil der Grundmechanismus schon mal da war, halte ich für Überzogen.


    Gebürt der Preis denn dann dem Original oder der Kopie?

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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  • Zitat

    Original von Herbert


    Gebürt der Preis denn dann dem Original oder der Kopie?


    Thomas Mann hat ein komplettes Kapitel der Buddenbrooks (Elfter Teil, Drittes Kapitel) mit geringfügigen Änderungen aus Meyers Konversationslexikon übernommen. Wem gebührt denn dann der Nobelpreis - Thomas Mann oder dem Verlag Meyer? :-)

  • Zitat

    Original von LemuelG


    Thomas Mann hat ein komplettes Kapitel der Buddenbrooks (Elfter Teil, Drittes Kapitel) mit geringfügigen Änderungen aus Meyers Konversationslexikon übernommen. Wem gebührt denn dann der Nobelpreis - Thomas Mann oder dem Verlag Meyer? :-)


    Wem würde er gebühren, hätte Thomas Mann das Konversationslexikon neu illustriert?


    Fragen über Fragen ... :-)

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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  • Zitat

    Original von Attila


    Ich bezweifle ganz stark das man das Spiel mit <12 Jährigen wirklich spielen kann. Albst mit 12 wird's da noch problematisch.


    Atti


    So kann nur jemand schreiben der es nicht versucht hat. Habs schon mit 6 jährigen gespielt, geht alles, man muß sich nur mal drauf einlassen wollen..... Aber das ist in dieser Branche ja ein generelles Problem...

  • Zitat

    Thomas Mann hat ein komplettes Kapitel der Buddenbrooks (Elfter Teil, Drittes Kapitel) mit geringfügigen Änderungen aus Meyers Konversationslexikon übernommen. Wem gebührt denn dann der Nobelpreis - Thomas Mann oder dem Verlag Meyer?


    Was Thomas Mann darf, dürfen andere noch lange nicht. Denn wenn - wie im Falle Mann - was Geniales dabei heraus kommt, dann immer los, aber "Dixit" ist alles andere als genial. Und nur weil bunte Bilder drauf sind ist noch lange keine Kunst drin. Ganz anders eben bei Thomas Mann.

  • Zitat

    Original von DamonWilder


    Was Thomas Mann darf, dürfen andere noch lange nicht. Denn wenn - wie im Falle Mann - was Geniales dabei heraus kommt, dann immer los, aber "Dixit" ist alles andere als genial. Und nur weil bunte Bilder drauf sind ist noch lange keine Kunst drin. Ganz anders eben bei Thomas Mann.


    Als Thomas Mann das gemacht hat, war er 26 und damit noch nicht das Idol Thomas Mann, sondern bloß ein aufstrebender junger Autor, aus dem vielleicht eines Tages etwas werden würde.


    Und was nun Kunst ist, und wie jemand Dixit findet, solltest Du bitteschön jedem Betrachter selbst überlassen. (Es liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen "ist alles andere als genial" und "finde ich alles andere als genial". Denk mal drüber nach.)

  • Zitat

    Original von LemuelG
    (Es liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen "ist alles andere als genial" und "finde ich alles andere als genial". Denk mal drüber nach.)


    Ich habe darüber nachgedacht: Dixit ist nicht genial :blumen:

    Gruß aus dem Münsterland
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  • Zitat

    Als Thomas Mann das gemacht hat, war er 26 und damit noch nicht das Idol Thomas Mann, sondern bloß ein aufstrebender junger Autor, aus dem vielleicht eines Tages etwas werden würde.


    Nun, Thomas Mann war eben schon mit 26 genial. Soll ja vorkommen.


    Zitat

    Und was nun Kunst ist, und wie jemand Dixit findet, solltest Du bitteschön jedem Betrachter selbst überlassen. (Es liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen "ist alles andere als genial" und "finde ich alles andere als genial". Denk mal drüber nach.)


    Von mir aus kann jeder von Dixit halten was er will und das Spiel toll finden. Ist mir egal. Und eine Kunstdebatte möchte ich hier auch nicht vom Zaun brechen, aber Kunst ist eben nicht Geschmackssache. Ich kann die Kritzeleien meines Sohnes vielleicht für Kunst halten, objektiv bleiben es Kritzeleien. Du magst Dixit für Kunst halten, objektiv ist es das nicht. Und ich spiele mich hier nicht als Kunstrichter auf. Es gibt zig Argumente, die hier schon alle genannt wurden, warum Dixit eben nur ein durchschnittliches Spiel ist.