Englisch = Hürde?

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  • Das habe ich jetzt hier schon öfter gelesen, dass es für viele Mitspieler eine "Hürde" sein soll, wenn ein Spiel auf Englisch ist.


    Zuerst dachte ich, damit sei gemeint, daß man zusammen mit native speakern auf Englisch spielt; das könne ich schon verstehen, wenn dem einen oder anderen das nicht so leicht von der Zunge geht.
    Aber welche Rolle spielt denn für Mitspieler, wenn die Regeln auf Englisch sind?


    Werden die nicht trotzdem auf Deutsch erklärt?!? Oder erklärt Ihr deutschen Mitspielern eine englische Regel auch auf Englisch?! ?(

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  • Die Regeln werden mit Sicherheit schon auf Deutsch erklärt :-)


    Aber es gibt nach wie vor genügend Spiele, die nicht nur sprachenunabhängiges Spielmaterial besitzen. Zum Beispiel Thunderstone - jede Menge Karten mit Text. Wenn dann die Mitspieler Probleme mit dem Englischen haben, nützt es auch nichts, das Spiel in deutsch zu erklären.

  • Es geht weniger um die Spielregeln, weil dafür gibt es meist auch deutsche Übersetzungen - notfalls von Fanhand erstellt. Es geht mehr um geheime Texte im Spielverlauf, die jeder Spieler für sich verstehen muss, um das Spiel spielen zu können. Wenn ich also bei Twilight Struggle bei jeder Handkarte meinen Mitspieler nach einer kompletten Übersetzung fragen muss, dann nimmt das dem Spiel die Spannung und verzögert den Spielablauf.


    Da ist es schon besser, wenn alle Mitspieler ausreichend die Spielinformationen auch direkt verstehen. Da das aber keine Selbstverständlichkeit ist, die man einfach so als Gott gegeben voraussetzen kann, greife ich im Zweifelsfall lieber zu deutschsprachigen Spielen, um da keine unnötige Hürden aufzubauen. Weil das Spiel soll am Ende des Tages alles Spass gemacht haben und da kann die Übersetzungshürde für den einzelnen Spieler aber dann auch für die Spielrunde hinderlich sein.


    Einfacher ist es da, wenn eh alle Informationen offen liegen, weil z.B. "alignment" für sich oder dann gemeinsam erklärt, zu übersetzen, sollte kein Problem sein. Aber auch diese Hürde kann einigen den Spielspass nehmen - kommt eben immer auf die Mitspieler und die Spielrunde an. Mit einem Spiel in altgriechisch hätte ich auch so meine Probleme und wenig Interesse, da an den Texten und gemerkten Übersetzungen zu verzweifeln.


    Cu / Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Auf der anderen Seite ist es inzwischen aber eine Unart geworden, wirklich ALLES sprachunabhängig zu produzieren, und dann nur noch eine übersetzte Anleitung beizugeben, nur um möglichst günstig zu produzieren.


    Beispiele: DUST und WARCRAFT. Aktionskarten haben nur Bilder (die nicht erklären, worum es geht), und man muss immer nachschlagen, was die jeweilige Karte kann.
    Bei Warcraft haben sie es mit der Expansion dann wenigstens hinbekommen.


    Positiv-Ausnahme: TIKAL. Obwohl man keine Schrift findet, ist die Zeichenschrift auf den Aktionsübersichten fast schon selbsterklärend.


    Aber ansonsten stimme ich zu: Wenn man nicht gut englisch kann, dann sind englisch-sprachige Spiele AUCH ein Problem; obwohl ich dann immer der Meinung bin, dass durch den begrenzten verwendeten Wortschatz INNERHALB des Spiels oftmals ein Spielen möglich sein müsste. Zum Beispiel eben Thunderstone oder Dominion...

  • Zitat

    Original von [Tom]
    Wenn man nicht gut englisch kann, dann sind englisch-sprachige Spiele AUCH ein Problem; obwohl ich dann immer der Meinung bin, dass durch den begrenzten verwendeten Wortschatz INNERHALB des Spiels oftmals ein Spielen möglich sein müsste. Zum Beispiel eben Thunderstone oder Dominion...


    Klar ist oftmals ein Spielen möglich. Die entscheidende Frage ist nur, ob die Mitspieler diesen zusätzlichen Aufwand auf sich nehmen wollen, um das eine ganz bestimmtes Spiel zu spielen, das eine Sprachhürde mitbringt. Wenn es ausreichend mindestens genauso gute Alternativen gibt, die auch ohne Übersetzung funktionieren, ist die Sprachhürde ein Ausschlusskriterium - für einige.


    Cu / Ralf


    PS: Wenn ich da an meine C64-Zeit zurückdenke mit den englisch sprachigen Adventures wie "The Pawn", das war schon eine heftige Motivation per Langenscheidt-Wörterbuch die Sprache zu lernen, damit man überhaupt was verstehen konnte. Da es eben kaum bis keine deutschsprachigen Alternativen gab, hat man sich eben da reingekniet und jedes gelöste Rätsel war Belohnung genug.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • So ist es.
    Die ersten ernsthaften Lernversuche kamen mit den japanischen Zeichentrickfilmen, die nur Originalton hatten und englische Untertitel. Dann kamen englische Zeichentrickserien und Rollenspielbücher, zusammen mit englischen Computerspieln -> Spielend Lernen halt.


    Wenn es um "Hürden" im Allgemeinen geht, dann resignieren auch (scheinbar) viele Gelegenheitsspieler vor der Lernhürde, die Regeln zu lernen - und greifen lieber zu Monopoly. Man schaue sich nur mal an, womit Spiele im konventionellen Spielehandel beworben werden:
    - Kurze Anleitung
    - Sofort Spielen
    - Einfache Regeln


    Wahrscheinlich gibt es Spieler, denen ist schon SEELAND zu kompliziert... Aber jedem das Seine...


    Ich will nur sagen: Manchmal ist der Aufwand/die Hürde garnicht so groß - und die nächste Hürde lässt sich dann viel einfacher überwinden.

  • Das beste war mal eine Runde "Chaos in the old world" mit drei anderen Newbies. Der eine meinte, er könne Englisch, und alles sei kein Problem. Mitten im Spiel fing er dann an, sich jede Aktionskarte, die er legen wollte, erklären zu lassen. Teilweise kapierte er die einzelen Spielmechaniken auch gar nicht. Nach 5 Stunden waren wir mit dem Spiel fertig, weil die anderen zwei unbedingt weiterspielen wollten. Manchmal generiert das Brettspiel ganz bizarre Typen und Dich selber macht es unflexibel und starr: Eigentlich hätte ich gern das Spiel abgebrochen, aber traute mich nicht, weil die anderen zwei dieses Verhalten nicht komisch fanden.


    Fazit: 1.) Spiele niemals mit jemandem, der seine Fremdsprachenkenntnisse überschätzt.
    2.) Mache einen Sprachprobetest, bevor Du das Spiel überhaupt erklärst, indem Du eine Karte vorliest, und Dein
    Gegenüber wie aus der Maschinenpistole geschossen den Text übersetzen muss.




    Gruß bpsyc

    Wenn Dein Pferd tot ist, steig' ab!

  • Ich oute mich mal.


    Ich greife fast ausschließlich zu deutschen Versionen.
    Gibt es die nicht, werde ich mir mit fast 99%iger Sicherheit (man soll nie nie sagen) das Spiel nicht zulegen.
    Früher war ich da offener, aber viele Spiele haben es leider nie auf den Tisch geschafft oder nur einmal.


    Mein Englisch an sich ist mittelprächtiges Schulenglisch. War vor 10 Jahren mal besser, aber gerade bei Text geht es noch.
    Gesprochenem zu folgen (Filme etc.) fällt mir schwer. Ich benutze aber höchst selten Englisch. Brauch ich einfach sonst nicht.


    Beim spielen habe ich es mit englischen Texten schon oft erlebt, dass alle den Sinn begreifen (klar sonst wäre was anderes auf den Tisch gekommen) aber sich dann über wirkliche Kleinigkeiten, welche beim spielen aber dann und wann entscheidend sein können, Uneinigkeit besteht.
    Ist bei deutschen Texten ja schon manchmal nicht einfach, jeder legt die Texte und damit Regeln ja so aus, wie er sie versteht.


    Ich finde es einfacher und habe mehr Spaß ohne Englisch, da ich so besser das Spiel erforschen kann.



    Gruß Nupsi

  • Also bei mir ist es auch so, das ich einigermaßen Schulenglisch beherrsche. Und ich habe früher auch schon viele Englische Rollenspiele auf verschiedenen Konsolen gezockt. Die ja fast alle mit Englischem Bildschirmtext versehen sind. Ich scheue mich jetzt auch nicht unbedingt vor Brettspielen die nicht komplett oder sogar ganz in Englisch verfasst sind. Allerdings stoße ich doch dann auch ab und zu an meine Grenzen.



    Trotzdem ziehe ich natürlich ein komplett übersetztes Deutsche Spiel, einem Englischem vor. Eben wegen diesen manchmal vorkommenden Schwierigkeiten.



    Bestes Beispiel: Ich denke gerade darüber nach mir "Dungeonquest" auf Englisch zu bestellen.Da ich aus sicherer Quelle erfahren habe, das dieses Spiel bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Deutsch erscheinen wird.
    Nun ist aber die frage die,ob ich mit meinem Schulenglisch zurecht komme. Allerdings besitze ich den Vorgänger "Drachenhort" und somit habe ich die Spielmechanik schon verstanden.Denn es ist ja nur eine Neuauflage dieses Klassikers.Trotzdem bin ich mir noch nicht sicher was ich jetzt tun soll.Anscheinend haben Sie ja das Kampfsystem komplett anderst aufgezogen. ?(

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  • Schulenglisch reicht nicht aus, um DungeonQuest flüssig zu spielen. Ist aber ein gutes DungeonCrawl, obwohl es sehr schnell zu Ende gehen kann (Frustfaktor). Eins der tötlichsten DungeonCrawls, die ich kenne.


    Gruß bpsyc



    Übrigens:Selbst vielspielende amerikanische Brettspielfreunde haben sich über das Regelwerk von D & D Castle Ravenloft hergemacht und hinterfragten die Bewegungsregel, wenn es da heißt "within one tile".....
    Heißt das jetzt nur das benachbarte Plättchen oder ist damit auch inklusive das eigene Plättchen und das benachbarte gemeint? Klar, beide sind gemeint.......aber wenn sich schon "Native Speaker" damit schwertun...?
    Wozu gibt es gottseidank online Foren?

    Wenn Dein Pferd tot ist, steig' ab!

    Einmal editiert, zuletzt von bpsyc ()

  • Dungeonquest lebt von vielen Kartentexten, die man streng befolgen muss. Es gibt einige davon. Es ist kein Koop-Spiel, also ist man Einzelkämpfer. Viele seltene Wörter tauchen auf, die ich zumindest nicht in der Schule gelernt habe.
    Test: Weißt Du auf Anhieb und ohne Nachzuschauen, was ein "Portcullis" ist.......?


    Natürlich kann man die anderen fragen oder mit dem Wörterbuch dasitzen........Möchte aber auch sagen, dass ich, wenn ich nicht so gut Englisch könnte, mir das Spiel trotzdem gekauft hätte.


    Gruß bpsyc

    Wenn Dein Pferd tot ist, steig' ab!

  • Immerhin lernt man so tolle englische Wörter! YAY! :)


    Ich weiß noch, wie ich mal meine Englischlehrerin nach "Cleric" gefragt habe - sie meinte, ich hätte mich wohl verlesen; es würde doch "Clerk" heissen... Jaja, seitdem haben wir keine heilkräftigen Priester mehr dabei, aber auch keine Probleme mehr mit den Anträgen und Formularen, um zum König vorgelassen zu werden... *)

  • Ich hatte auch Englisch auf dem Gymnasium, mehr schlecht als recht, weil ich zu faul war, Vokabeln zu büffeln.
    Nach 7 Jahren habe ich es abgewählt.


    Im Beruf brauchte ich dann (DV-)technisches Englisch.
    Zum Lesen brauchte ich einen Fantasy-Wortschatz.
    Und zum Spielen brauchte ich hauptsächlich einen historischen/militärischen Wortschatz.


    All das hatte ich in der Schule nie gehabt - was mich aber eher angespornt hat, meine großen Lücken schnellstmöglich zu schließen.
    Das dauerte letztlich Jahre, wurde aber schon bald immer besser.
    Jetzt bin ich froh, daß ich es so gemacht habe - und selbst ein riesiges ASL-Regelwerk schreckt mich nicht die Bohne.


    Was ich sagen will: ohne Aufwand geht's natürlich nicht, aber letztendlich wird man doch reich belohnt.


    Und was ich nicht verstehen kann: wenn sich junge Leute schon vor den kleinsten Hürden abschrecken lassen.
    Dann verliert man halt ein paar Spiele, weil man den fremdsprachigen Text falsch erfasst hat - na und, was soll's?
    Man lernt daraus, beim nächsten mal macht man's besser, und dafür andere Fehler, aus denen man wieder lernt.
    So ist doch das ganze Leben ...


    .


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

    Einmal editiert, zuletzt von Warbear ()


  • Mit beiden Aussagen gebe ich Dir völlig recht.
    Was wir aber nicht vergessen sollten zu erwähnen ist, dass es Menschen gibt, die nuun mal gar nicht in Richtung Fremdsprachen können.
    Andere wiederum können nicht gar nicht mit zahlen. Oder Zusammenhänge erkennen.



    Wir hatten mal ein "freiwilliges" Englischkursangebot von der Arbeit. Bin da mittelmäßig eingestuft worden. Soweit ok.
    Dann ein paar Unterrichtsstunden.
    Schrecklich für mich ! Andere Kollegen hatten da Spaß. Ich habe einfach keine Freude mich da durch zu quälen/arbeiten/wursteln.
    Dementsprechend habe ich dann auch nicht die Fortschritte gemacht.


    Andere Sprachen würde ich schon gerne können. Andererseits würde ich auch gerne viele andere Sachen können.
    Die (Frei-)Zeit ist halt zu kurz um Sie mit Dingen zu verbringen, die man als belastend empfindet.



    OT: meine letzte Telefonkonferenz auf Englisch hatte ich mit einem Engländer, einen Inder und einem Chinesen.
    Ich habe alle gleich schlecht verstanden.


    Einmal editiert, zuletzt von Nupsi ()

  • Bei vielen Fragen zu vielen Spielen in vielen Foren frage ich mich aber auch, "MUSS man das jetzt so genau wissen"?
    Und mindestens genauso oft: "Wie kann man nur auf die Idee kommen, daß das SO gemeint sein könnte?"


    Ist auch eine Frage der Erfahrung, was einem schwerfällt oder nicht.



    Zum Thema Wörterbuch: Im Zeitalter Internetfähiger Telefone und Seiten wie dict.cc oder leo.org doch keine große Sache mehr?


    Und zum Thema "Portcullis": Das ist eigentlich ein französiches Lehnwort, dh., mit Schulfranzösisch kommt man hier weiter! :kaffee:

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  • Tja, da sind wir wieder beim Thema "Du spielst ja nur um zu gewinnen!".
    Für viele (auch für mich) besteht EIN Reiz des Spiels darin, sich innerhalb der Regeln an die Grenzen des Systems zu bewegen. Das ist bei Brettspielen meist uninteressant, da das Regelwerk sehr streng un prezise auf ein sehr kleines System ausgelegt ist; je freier ein System ist, um so interessanter wird dieser Aspekt -> Trading Card Games und vor Allem TableTops.
    Vielen gehen da wie Du ran, und argumentieren auf der Ebene, was denn wohl GEMEINT ist, oder wie die Regel wohl GEDACHT sei - was aber, wendet man die Regeln kompromisslos an, egal ist. ;)


    Daher kann ich es schon verstehen, dass einige Spieler bei unklaren Regelpassagen gerne wissen möchten, wie GENAU das nun zu verstehen ist.

  • Zitat

    Original von [Tom]
    Auf der anderen Seite ist es inzwischen aber eine Unart geworden, wirklich ALLES sprachunabhängig zu produzieren, und dann nur noch eine übersetzte Anleitung beizugeben, nur um möglichst günstig zu produzieren.


    Es ist eine Unart? Aus meiner Sicht gibt es nur Vorteile!


    • Die Verlage können die Kosten für Spiele reduzieren, weil die Auflage höher ist, was auch gleichzeitig einen kleineren Preis zur Folge hat.
    • Die Redaktion (in Zusammenarbeit mit Autor und Grafiker) feilt sehr viel an der Verständlichkeit und der Eingängigkeit des Spiels herum. Wenn eine klare, einfahce Symbolsprache alle nötigen Spielmechanismen unterstützt ist das Spiel meist intuitiv erfassbar. Damit meine ich nicht RftG, wobei das schon eine geniale Meisterleistung ist... Nur halt nicht einfach ;-)
    • Das Spiel erscheint überhaupt erst, weil der Verlag zu geringeren Kosten produzieren und zu einem Preis verkaufen kann, den die Kunden auch akzeptieren.


    Vielleicht sollte man bedenken, dass es das ein oder andere Spiel nicht geben würde, wenn das so nicht möglich wäre. Für den Spielefan kann das doch nur gut sein...

  • Zitat

    Original von ravn
    PS: Wenn ich da an meine C64-Zeit zurückdenke mit den englisch sprachigen Adventures wie "The Pawn", das war schon eine heftige Motivation per Langenscheidt-Wörterbuch die Sprache zu lernen, damit man überhaupt was verstehen konnte. Da es eben kaum bis keine deutschsprachigen Alternativen gab, hat man sich eben da reingekniet und jedes gelöste Rätsel war Belohnung genug.


    Genau, so war das damals eben. Ich habe nach 3-4 Jahren Schulenglisch angefangen englische Regelbücher zu RPGs zu lesen. Zu dieser Zeit gab es nur sehr, sehr wenig in deutscher Sprache. War zwar am Anfang etwas ermüdend, aber man gewöhnte sich daran.
    Und den Sinn der englischen Liedtexte wollte man ja auch verstehen, obwohl nicht alle einen Sinn hatten.
    Auch wenn ich mich jetzt vielleicht wie mein Großvater anhöre, die Leute sind heute ganz schön verwöhnt. Mehr wie zwei Seiten Regeln ist schon unzumutbar, siehe Auswahl für SDJ, und wenn es dann noch in englisch ist und man Vokabeln nachschlagen muss ist das fast wie Zwangsarbeit.


    Gruß


    Marcus

    Einmal editiert, zuletzt von Marcus ()

  • Zitat

    Original von ode
    Vielleicht sollte man bedenken, dass es das ein oder andere Spiel nicht geben würde, wenn das so nicht möglich wäre. Für den Spielefan kann das doch nur gut sein...


    Ich finde diese Argumentationsweise immer etwas krude.


    Wir als Konsumenten sollen froh sein, dass unsere Ware, die wir kaufen überhaupt gibt und bei irgendwelchen (subjektiven) Mängeln darüber hinweg sehen.
    Ich bin froh, dass ich überhaupt kaufen darf - meine Ansprüche stelle ich da als Kunde gerne hinten an - hauptsache mein Portomanaise fühlt sich nicht mehr so schwer an!




    Zur Sprachunabhängigkeit:
    Ich kann den Trend nachvollziehen und finde es in Ordnung, wenn das Spiel sich dafür eignet. In der Regel finde ich es aber gut, wenn noch eine sprachliche Erklärung daneben steht - die man dann unter Umständen ignorieren kann.


    Richtig schlecht finde ich es, wenn ein Spiel nur noch Piktogramme haben, die alles andere als intuitiv sind und ich deswegen immer alles nachschlagen muss.
    Das macht keinen Spaß und ich finde es doof!


    Ein gutes Piktogramm System muss auch strukturiert aufgebaut sein.
    Bspw. bei RftG gibt es dutzende Symbole und die Aktionen sind alles andere als intuitiv. Dennoch gibt es ein gewisses Muster, was man erkennen kann und danach die Piktogramme besser versteht.
    Außerdem steht rechts unten meist noch erläuternder Text.
    RftG ist für mich ein Beispiel, dass man auch sehr schwierige Aktionen halbwegs sinnvoll darstellen kann.


    Nur halbwegs sinnvoll, weil man einfach zuviel Einarbeitungszeit braucht. Besser wäre es, wenn sie direkt eingänglich wären, was hier aber leider wegen des Spiels nicht möglich ist.

  • Den Zusammenhang zwischen

    Zitat

    Original von [Tom] Tja, da sind wir wieder beim Thema "Du spielst ja nur um zu gewinnen!".


    und

    Zitat

    Original von [Tom] Für viele (auch für mich) besteht EIN Reiz des Spiels darin, sich innerhalb der Regeln an die Grenzen des Systems zu bewegen.


    verstehe ich nicht. Vielleicht weiß ich auch nicht genau, was mit "an die Grenzen des Systems bewegen" heißt?
    Karten zerreißen und über die anderen streuen, weil's nicht genau so verboten wurde?
    Das finde ich, mit Verlaub, bloß albern. Ich sehe da auch keine Herausforderung. Ich sehe so auch nicht Dein Spielverhalten.


    Wohingegen ich schon eine Herausforderung darin sehe, im Rahmen des Systems (= der Regeln) erfolgreich zu agieren, mit dem Endziel des Spielgewinns.
    Aber mir kommt das so... spielverderberisch vor, Spielregeln daraufhin abzuprüfen, ob sie Lücken enthalten. Vor allem, weil es so sicher ist, daß es Lücken geben wird.


    Ganz notwendigerweise sind in Spielregeln (egal ob Brettspiel oder Tabletop) die allermeisten Selbstverständlichkeiten gar nicht erst erwähnt. Es ist also viel leichter, die Regeln bewußt "falsch" auslegen zu wollen, als die Intention dahinter zu verstehen und danach zu handeln.


    Wenn Mitspieler verzweifelt versuchen, eine Legitimation für ihren an sich absurden Spielzug daraus ableiten zu wollen, daß es eben nirgends steht, das man das so NICHT tun darf, dann rolle ich innerlich nur mit den Augen, denke mir: "Werd' erwachsen!" und versuche, das, was als Spiel begann und zur Farce wurde, irgendwie noch zu Ende zu bringen... Beim Spielen sollte man eben stets auch den Spaß der anderen im Auge behalten.


    Tja, jetzt weiß ich wieder, warum ich nicht im Spieleladen mit Fremden TTs spielen will.


    Zitat

    Original von [Tom]Vielen gehen da wie Du ran, und argumentieren auf der Ebene, was denn wohl GEMEINT ist, oder wie die Regel wohl GEDACHT sei - was aber, wendet man die Regeln kompromisslos an, egal ist.


    Daher kann ich es schon verstehen, dass einige Spieler bei unklaren Regelpassagen gerne wissen möchten, wie GENAU das nun zu verstehen ist.


    Das Wort "kompromißlos" finde ich im Zusammenhang von Spielen sowieso fehl am Platze. ist das der Bezug zu "gewinnen wollen", den ich noch nicht gleich gesehen habe?
    Okay, kompromißlos gewinnen will ich nicht; ich will spielerisch gewinnen.


    Mich erinnert das an meine Nichte. Der wurde gesagt, sie soll ins Bett gehen und das Licht ausmachen - also hat sie das Licht im Flug angelassen und die Tür aufgemacht, um noch lesen zu können. Klar kam die sich da SEHR clever vor, aber die ist auch erst 11... :mmhh:


    Für mich ist das auch ein typisch amerikanisches Problem, dem Land, in dem einem erwachsenen Menschen auch erklärt werden muß, daß man Katzen nicht in der Mikrowelle trocknen darf und das heißer Kaffee... heiß ist.

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  • Zitat

    Original von Tyrfing


    Ich finde diese Argumentationsweise immer etwas krude.


    Wir als Konsumenten sollen froh sein, dass unsere Ware, die wir kaufen überhaupt gibt und bei irgendwelchen (subjektiven) Mängeln darüber hinweg sehen.
    Ich bin froh, dass ich überhaupt kaufen darf - meine Ansprüche stelle ich da als Kunde gerne hinten an - hauptsache mein Portomanaise fühlt sich nicht mehr so schwer an!


    ???


    Also, jetzt hab ich ja nun wirklich nicht geschrieben, dass man über Fehler hinwegsehen sollte, sondern die aus meiner Sicht positiven Sachen genannt, wenn man sprachunabhängig produzieren kann und somit eine größere Käuferschicht zu einem besseren Preis erreicht, oder?


    Davon mal abgesehen, hab ich immer schon die Meinung vertreten, dass man kleine Verlage nicht mit den großen Geldmaschinen vergleichen kann. Und so auch andere Ansprüche gelten. Und selbst wenn die Spiele dann gutes Geld kosten. Nur, weil sie Ravensburger vielleicht besser produziert hätte, heißt es nicht, dass man die Ansprüche vergleichen kann. Und die Konsequenz wäre nämlich, dass es die Spiele dann nicht gibt. Weil Ravensburger sie gar nicht machen würde.


    Und am Ende kannst du auch ganz alleine entscheiden ob du ein Spiel kaufst oder nicht.

    Einmal editiert, zuletzt von ode ()

  • Sprachen sind ein weit verbreitetes "Problem" ...


    Ich halte mich auch überwiegend an deutsche Spiele, da in meiner Spielerunde Englisch weniger beliebt ist. Zwei Stammspieler mögen das Englische sehr gerne, einer das Dänische ... usw. Wer nicht durch Schule und/oder Hobbys zum Englischen geführt wird, für den ist englisches Regelwerk eine definitive Spaßbremse!


    Ich hab in der Schule keinerlei Talent, Verständnis und Interesse an der englischen Sprache gehabt. Dann kam Star Trek Enterprise als neue Serie und es gab keinerlei Starttermin im Deutschen Fernsehen = Katastrophe für einen Trekkie. Klappts erstmal mit einer Serie und dem Internet, kommen Bücher hinzu, da ja doch jeder neugierig ist, wie die Originale zu den ganzen Übersetzungen sind. Jeder von "uns Freaks" hat da seinen Werdegang. ABER nicht jeder der gerne spielt (sei as am Tisch oder Bildschirm) betreibt es direkt als Hobby.


    Für das eigene Hobby arbeitete man sich in Materien ein, für gelegentliche, amüsante Abende machen die meisten Menschen das nicht. Ich würde auch für 20 Abende im Jahr kein Dänisch lernen.


    Der Punkt ist der: Wer sich für ein Hobby schon eine Sprache beigebracht hat, ist auch eher wieder dazu bereit. Wer es weder für Alltag, Beruf noch Hobbys tun musste/wollte, der "verlangt" deutsche Regeln.



    Ich für meinen Teil hoffe im Laufe der Zeit weitere Spieletypen kennenzulernen um dann gelegentlich auch Abende mit englischen Spielen zu haben, denn ganz verzichten werd ich auf Perlen wie Twilight Imperium, Merchants of Venus, Alien Frontier uvm. nicht.



    Zu sprachunabhängigem Material: Zusätzliche Texte auf Karten (z.B. bei Magic the Gathering) tragen sehr zur Atmosphäre bei, aber dabei geht es um ein Spiel das ohnehin in X Sprachen produziert wird. IN Landessprache kann ich Atmosphäre auch sehr gut allein im Regelheft erzeugen. Wer meint, das gehe nicht gut genug, der schaue sich die Anleitungen von Dungeonlords und Galaxy Trucker als leuchtende Beispiele an. Sprache gehört für mich nur an einer einzigen Stelle zwingend auf Spielmaterial: auf Spielgeld (deutsch beschriftete Pesos wären wahrlich lächerlich)


    Außerdem: Ist das Material sprachunabhängig, kann sich notfalls unsereins selbst an eine Regelübersetzung machen um so letzte Hürden zu nehmen.

    Einmal editiert, zuletzt von Timo1977 ()