Fresko - Module 4,5 + 6 Fazit

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  • So ich habe die Erweiterung gestern Abend endlich erhalten.


    Die Schachtel hat das gleiche Format wie das Grundspiel, jedoch ist sie ein kleinwenig flacher.


    Zum Material: 1a. Toppt meiner Ansicht nach sogar noch das Grundspiel. Die Befürchtungen im anderen Thread hinsichtlich des vermeintlich überteuerten Preises sind unbegründet.


    Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass neben den 3 neuen Erweiterungsmodulen (auf die ich noch gesondert eingehen werde) auch 2 sehr schön gestaltete Ablagefelder für die Aufbewahrung der Münzen und der Farben aus dem Grundspiel beinhaltet sind, welche einfach an den Spielplan des Grundspieles angeschoben werden.


    Wirklich sehr gelungen ist das Ablagetableau für die Farben. Dieses ist in Form kleiner Farbtöpfe gestaltet und mit Vertiefungen im Karton ausgestattet, so dass die einzelnen Farben schön voneinander getrennt bleiben. Spielt man ohne die zusätzlichen Farben, werden 2 passende Deckel auf die nicht verwendeten Farbdosen gelegt. Prima Idee, die ein optisch ohnehin ausnehmend schön gestaltetes Spiel noch weiter aufwertet und gleichzeitig für mehr Ordnung auf dem Tisch sorgt.


    Wir haben nach dem Auspöppeln und Regelstudium die neuen Erweiterungsmodule gestern Abend auch direkt in einer 3er Runde testen können.


    Überblick und Fazit:



    Der Wunschbrunnen:


    Jeder Spieler erhält zu Spielbegin 3 Glückspfennige, von denen bis zu 2 in der Planungsphase auf dem Weg zum Markt in den Wunschbrunnen geworfen werden können. Sind bereits 2 Pfennige im Brunnen, ist für diese Runde für alle Spieler Schluss. Folglich profitieren hier die Frühaufsteher. Für jeden auf diese Weise in den Brunnen geworfenen Pfennig erhält man eine Karte von einem neuen Kartenstapel. Diese Karten bringen allesamt einen kleinen positiven Effekt, beispielsweise eine kostenlose Farbe, 3 Geld usw. Die Karten sind dabei den jeweiligen Sektionen auf den Spielertableaus zugeordnet und können in den jeweiligen Phasen ausgespielt werden. Wie bereits erwähnt verfügt jeder Spieler nur über 3 Pfennige. Weitere davon können nur durch eine entsprechende Brunnenkarte erhalten werden, so dass der ganze Spaß auch irgendwann für den einen oder anderen Spieler vorbei sein kann.


    Ich denke man muss hier nicht gesondert erwähnen, dass dieses Modul den Glücksfaktor des Spiels erhöht. Jedoch sind die durch die Karten gewonnenen Vorteile nahezu alle eher eine nette Dreingabe als auch nur ansatzweise Spielentscheidend, daher störte uns dieses zusätzliche Glückselement nicht. Ganz im Gegenteil. Dieses Modul ist wirklich charmant.


    Das Blattgold:


    zwischen die Marktstände werden 2 kleine neue Felder eingeschoben. Einen Farbkorb, auf den der Marker gelegt wird, der die in dieser Runde vom Blattgoldbonus profitierende Farbe kennzeichnet (dieser Marker wird in jeder Vorbereitungsphase zufällig aus dem Beutel gezogen), sowie ein Plättchen mit 2 Pfeilen, welche die beiden Verkaufsplättchen kennzeichnen, durch deren Erwerb man zusätzlich ein oder zwei Blattgoldplättchen erhält.


    Restauriert man ein Freskoplättchen, welches die Farbe im Farbkorb beinhaltet kann man das diesen Freskoabschnitt wahlweise durch die Abgabe eines Blattgoldes veredeln. Man erhält hierfür abhängig von der Position des Bischoffs zusätzlich zu den regulären Bischoffspunkten, weitere Siegpunkte. 3 Punkte wenn der Bischoff sich direkt auf dem Plättchen befindet (folglich also 6 Punkte Bonus- 3 für den Bischoff und 3 für das Blattgold)
    2 Punkte, wenn er direkt angrenzt und einen Punkt, wenn er weiter entfernt ist.


    Fazit: Das ziehen der Farbmarker ist ein weiterer Glücksfaktor im Spiel. Darüber hinaus ist man sehr stark auf die richtige Position des Bischoffs angewiesen. Zusammen mit der Portraitkarte, die es erlaubt den Bischoff beliebig zu bewegen, teilweise sehr stark. Ist bei meinen beiden Mitspielern nicht so wirklich gut angekommen. Ich finde dieses Modul hingegen sehr interessant. Den Bischoffsbonus im Grundspiel das ein oder andere Mal außen vor zu lassen war bisher kein großes Drama. Das Auswählen der zu restaurierenden Abschnitte wird jetzt jedoch nochmal ein gutes Stück taktischer. Soll ich auf den Blattgoldbonus verzichten, und das punkteträchtiger Plättchen restaurieren, oder stattdessen lieber einen anderen Abschnitt wählen? Wo sitzt der Bischoff gerade, und wie schlage ich den meisten Profit draus? Ich finde es jedenfalls sehr gelungen.


    Die Glaser:


    Die größte und komplexeste der 3 neuen Erweiterungen. Neu ins Spiel kommen: Ein schicker Stoffbeutel zur Aufbewahrung der Glasbausteine. Ein Glasereitableau, ein Ablagefeld für verbrauchte Glassteine. Viele Fensterplätten, ein Glasereiplättchen für jeden Spieler, sowie ein Altarfensterplättchen und natürlich Glassteine in 4 Farben.


    Ok jetzt geht’s ans Eingemachte. Die Fensterplättchen werden gemischt und bilden einen verdeckten Nachziehstapel. 6(?) davon werden aufgedeckt und auf der Preisskala platziert. Das erste Plättchen ist kostenlos, die Übrigen kosten jeweils gestaffelt einen gewissen Obolus. Maximal jedoch 3 Münzen. Pro Spieler werden jeweils 2 Glassteine aus dem Sack gezogen und auf den beiden Marktfeldern des Glasereitableaus platziert, welche den jeweiligen Preis regeln, eine oder zwei Münzen.


    Wie dem ein oder anderen aufmerksamen Spieler sicher schon aufgefallen sein wird, befinden sich auf dem Spielplan des Grundspiels bereits Aussparungen für Fenster an den Rändern des Doms. Restauriert ein Spieler einen an ein Fenster angrenzenden Abschnitt des Deckenfreskos, so muss! er gleichzeitig auch ein Fenster einsetzen, indem man sich für eines der ausliegenden Fenster vom Glasereitableau entscheidet. Diese Fenster weisen jeweils eine bestimmte Farbkombination der 4 Glasfarben, sowie einen Siegpunktwert aus. Das besondere daran ist, dass ich nicht alle der abgebildeten Glassteine benötige. Jedoch erhält man abhängig von der jeweils fehlenden Farbe für jeden fehlenden Glasstein einen bestimmten Malus (-2 bis -6), so dass man unter Umständen gar keine Punkte, oder sogar Minuspunkte durch den Bau eines Fensters erwirtschaften kann. Bleibt noch dir Frage, wie man an die Glassteine gelangt. Jeder Spieler erhält ein Glaserplättchen, welches einen der Orte auf dem Planungstableau nach Wahl ersetzen kann. Beispielsweise kann ich so das Theater durch die Glaserei ersetzen und folglich in der Phase Theaterbesuch Glassteine erwerben (sollten diese dann noch vorhanden sein). Es wird folglich immer dann Agiert, wann die durch die Glaserei ersetzte Aktion normalerweise durchgeführt werden würde.
    Das Glaserplättchen der Spieler weist bereits 2 aufgedruckte Gesellen auf, folglich können auch ohne das zusätzliche Setzen eines Gesellen bis zu 2 Steine durch den Spieler erworben werden.


    Fazit: Diese Erweiterung verlängert die Spieldauer von allen bisherigen Erweiterungen am deutlichsten. Jedoch wird das Spiel durch das freie Platzieren der Glaserplättchen auf dem eigenen Aktionstableau auch ein Stück weit taktischer. Das Restaurieren der an ein Fenster angrenzenden Deckenabschnitte setzt nun ein gewisses Maß an Planung voraus, sonst hagelt es mitunter sogar Minuspunkte.


    Abschließendes Fazit: Der Kauf der neuen Erweiterungsmodule hat sich für mich persönlich ausgesprochen gelohnt. Nicht nur, dass gerade durch das Glasermodul neue taktische Möglichkeiten ins Spiel Einzug finden, nein auch das Material des Grundspiels wird durch die beiden Sortiertableaus verbessert.


    Ich habe selten eine Erweiterung eines Spieles gesehen, die sich so gut in das Grundspiel einfügt, was aber nicht weiter verwundert, waren gewissen Berichten Zufolge diese Erweiterungen bereits in den ersten Prototypen beinhaltet und wurden zugunsten eines einfacheren Spieleinstiegs (oder der Möglichkeit später nochmal Geld zu scheffeln) letztendlich aus der finalen Fresko Version entfernt. Von meiner Seite aus jedenfalls eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle, bei denen Fresko ab und an den Weg auf den Spieltisch findet.

    Einmal editiert, zuletzt von Winterfeld ()

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  • Hi Winterfeld,


    danke für diese ausführliche Schilderung! Ich werde mir die Erweiterung auf jeden Fall holen!


    Noch eine Frage: Passt das Material der Erweiterung mit ins Grundspiel? Wenn ja, ist die Kiste dann rappelvoll oder würde evlt. noch eine weiter Erweiterung (die sicher folgen wird) hineinpassen?


    Gruß,


    rocketboy!

  • Zitat

    Original von rocketboy
    Noch eine Frage: Passt das Material der Erweiterung mit ins Grundspiel? Wenn ja, ist die Kiste dann rappelvoll oder würde evlt. noch eine weiter Erweiterung (die sicher folgen wird) hineinpassen?


    Also die neuen Plättchen, Münzen und Karten, sowie der Beutel samt Glassteinen dürften schon in den alten Karten passen. Könnte etwas eng werden, sollte aber Notfalls klappen. Allerdings wird dann mit den Tableaus etwas eng. Diese müssten dann notfalls änlich wie die Sichtschirme auf dem dem Spielbrett verstaut werden, was den Deckel der Schachtel allerdings aufblähen wird.


    Ich rate dazu das Material der Erweiterung in seiner eigenen Schachtel zu belassen. Diese ist einerseits optisch sehr schön gestaltet, andererseits hat sie das exakt gleiche Format wie das Grundspiel, ist nur ein wenig facher (genau wie bei der Kingsburg Erweiterung). Gestapelt schaut das im Regel folglich auch gut aus.

    Einmal editiert, zuletzt von Winterfeld ()