Earth Reborn...

  • Ich muss mal kurz eine Lanze brechen für ER - geniales Spiel! Wir haben von den 9 Szenarien jetzt schon 5 durch, und es wird immer besser. Unglaublich! Ich habe sehr lange nach einem Skirmish-Games gesucht, das nicht nur auf Kampf ausgelegt ist, und ich habe viel probiert: Tannhäuser, Okko, Space Hulk, Doom, Descent, ...


    Und endlich bin ich fündig geworden. ER schafft es auf geniale Weise, vielfältige Aktionen im Spiel zu ermöglichen, die über das reine Kämpfen hinausgehen. Klasse! Noch dazu eine tolle Einführung, sodass man mit wenig Regeln loslegen kann (danke an das mögliche Vorbild Angriff Ostfront). Wenn man dann ein neues Szenario spielt, braucht man lediglich 2-3 neue Regelabschnitte erklären (ca. 2-3 Seiten), das wars. Super schnell, dauert max. 10 min.


    Also: Wer aus irgendwelchen Gründen zweifelt - ich kann es ihm ans Herz legen

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  • Nein, eine deutsche Regel ist nicht enthalten. Sowohl Regel- als auch Szenarienheft sind komplett auf englisch.
    Das Material ist mehr oder weniger sprachunabhängig: Earth Reborn verwendet zum Beschreiben der diversen Eigenschaften und/oder Spezialfähigkeiten durchgängig Symbole, die auf der Rückseite des Spielerschirms erklärt sind. Aber eben auch englisch.


    Was das Spiel selbst angeht, kann ich mavo0013 nur in allen Punkten zustimmen: wer Skirmish-Spiele mag, für den ist Earth Reborn eigentlich schon fast ein Pflichtkauf.



    Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings:
    Im Idealfall sollte man einen festen Spielepartner haben, mit dem man das Spiel spielt. Bei ständig wechselnden Gegnern erklärt man wieder und wieder die Grundregeln (Szenario 1 kann dann weggelassen werden, da es schon sehr basic ist) und spielt dementsprechend auch ständig die ersten drei Szenarien. Nicht, dass diese schlecht wären. Aber hat man mal Szenario 4 und 5 gespielt, vermisst man in diesen grundlegenden Szenarien eben die zusätzlichen Regeln der späteren Szenarien.
    Das ist aber wie gesagt nur ein kleiner Nachteil. Die Variationsmöglichkeiten sind selbst in diesen Anfangsszenarien groß genug, dass es wohl nur selten passiert, dass zwei Spiele gleich enden. Ich bin selbst in der Situation, dass meine Gegner wechseln, weshalb ich mittlerweile Szenario 1- 3 jeweils dreimal gespielt habe. Und kein Spiel lieg gleich ab.
    Insgesamt habe ich ebenfalls 5 von den 9 Szenarien durch, stecke nun aber (mangels erfahrenen Mitspielern) erstmal fest und bin gerade damit beschäftigt, Gegner "anzulernen". :-)

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Nein, keine dt. Regel - englisch muss man schon beherrschen, zumindest der der erklärt. Im Spiel selbst ist dann quasi fast alles sprachunabhängig, vielleicht mit Ausnahme der Mission Cards. Aber das ist auch nicht viel Text.


    Bei uns bin ich der Synchron-Übersetzer, aber es kommt sehr gut an ;-)

  • Zitat

    Original von Dirtbag
    Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings:
    Im Idealfall sollte man einen festen Spielepartner haben, mit dem man das Spiel spielt. Bei ständig wechselnden Gegnern erklärt man wieder und wieder die Grundregeln (Szenario 1 kann dann weggelassen werden, da es schon sehr basic ist) und spielt dementsprechend auch ständig die ersten drei Szenarien. Nicht, dass diese schlecht wären. Aber hat man mal Szenario 4 und 5 gespielt, vermisst man in diesen grundlegenden Szenarien eben die zusätzlichen Regeln der späteren Szenarien.


    Das ist halt dieselbe Situation wie mit TableTops oder Trading Card Games: Man braucht wirklich Spieler, die das Spiel selbst intensiv spielen, damit man eben das komplette Spiel spielt, und nicht (immer wieder) die Einführungsszenarien. Vor Allem wird man selbst ja auch immer geübter und muss irgendwann mit angezogener Handbremse spielen, da die neuen Spieler eben immer wieder Anfängerfehler machen, die man sonst gnadenlos ausnutzen könnte.

  • Zitat

    Original von [Tom]


    Das ist halt dieselbe Situation wie mit TableTops oder Trading Card Games: Man braucht wirklich Spieler, die das Spiel selbst intensiv spielen, damit man eben das komplette Spiel spielt, und nicht (immer wieder) die Einführungsszenarien. Vor Allem wird man selbst ja auch immer geübter und muss irgendwann mit angezogener Handbremse spielen, da die neuen Spieler eben immer wieder Anfängerfehler machen, die man sonst gnadenlos ausnutzen könnte.


    Das sacht man. Hatte mir Schlachten von Westeros zugelegt um es mit einem Kumpel zu spielen. Die ersten zwei Szenarien haben wir gespielt und jetzt musste der gute Mann beruflich ein paar hundert Kilometer weit weg ziehen. Dumm gelaufen, die 50 Euro hätte ich mir sparen können.

  • Die Aussage oben stimmt natürlich, es ist schon hilfreich, einen festen Spielpartner zu haben. ABER: Das gilt letztendlich für alle komplexen Spiele (so schlimm ist es übrigens nicht), und somit ist das nicht spezifisch für ER.


    Für mich persönlich hätte es sich auch schon gelohnt, wenn es nur die ersten 5 Szenarien gehabt hätte :)

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  • Zitat

    Original von Nupsi


    Das sacht man. Hatte mir Schlachten von Westeros zugelegt um es mit einem Kumpel zu spielen. Die ersten zwei Szenarien haben wir gespielt und jetzt musste der gute Mann beruflich ein paar hundert Kilometer weit weg ziehen. Dumm gelaufen, die 50 Euro hätte ich mir sparen können.


    Ich kenne da einige Leute in deiner Umgebung, die soetwas spielen würden. :-)

  • Ich finde das mit Abstand den schwächsten Teil der C&C-Serie. Wie die meisten FFG-Spiele, viel zu überladen, unklare Regeln und unpraktisches Handling, mit annähernd demselben Effekt, der z.B. bei C&C:A wesentlich eleganter erzielt wird, nur mit dem Zweck, die Anführer "wichtiger" zu machen.
    Die Plastikminis sind ebenfalls wesentlich unpraktischer als die Blocks.
    Ich bereue den Kauf; hätte ich zuerst C&C:A gehabt, hätte ich mir BoW wahrscheinlich gar nicht erst geholt.

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  • Zitat

    Original von stmountain
    Ich kenne da einige Leute in deiner Umgebung, die soetwas spielen würden. :-)


    Einige ? Wen denn noch ?
    Bei uns beiden hübschen stehen doch eigentlich immer noch Memoir'44 (komplett) und Warhammer Invasion auf der Liste.

  • Zitat

    Original von Nupsi


    Einige ? Wen denn noch ?
    Bei uns beiden hübschen stehen doch eigentlich immer noch Memoir'44 (komplett) und Warhammer Invasion auf der Liste.


    Ich war erst letztens bei jemanden in Neuenwalde, der bspw. recht oft komplexere FFG Sachen spielt. Da habe ich das neue Civilization kennengelernt. Tolles Spiel! Der Steffen aus Andreas Gruppe zeigt grundsätzlich auch immer Intresse und wenn Andreas neben seinen Arbeiten im neuen Haus Zeit findet, macht er sicherlich auch mit.

    Einmal editiert, zuletzt von stmountain ()

  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Ich finde das mit Abstand den schwächsten Teil der C&C-Serie. Wie die meisten FFG-Spiele, viel zu überladen, unklare Regeln und unpraktisches Handling, mit annähernd demselben Effekt, der z.B. bei C&C:A wesentlich eleganter erzielt wird, nur mit dem Zweck, die Anführer "wichtiger" zu machen.
    Die Plastikminis sind ebenfalls wesentlich unpraktischer als die Blocks.
    Ich bereue den Kauf; hätte ich zuerst C&C:A gehabt, hätte ich mir BoW wahrscheinlich gar nicht erst geholt.


    Also ich finde es klasse.
    Ich kenne aus den Genre aber nur noch Memoir'44.
    Bei Battlelore war mir erst der Preis zu hoch, anschließend waren schon viel zu viele Erweiterungen erschienen.
    Schlachten von Westeros hatte da den Charme "mit" einzusteigen.
    Außerdem konnte ich meinen Kumpel damit regelmäßig an den Tisch bringen, da er ein absoluter Fan der Bücher ist (die ich übrigens vom Spiel getragen gerade ebenfalls zu lesen begonnen habe. )

  • Zitat

    Original von mavo0013
    Die Aussage oben stimmt natürlich, es ist schon hilfreich, einen festen Spielpartner zu haben. ABER: Das gilt letztendlich für alle komplexen Spiele (so schlimm ist es übrigens nicht), und somit ist das nicht spezifisch für ER.


    Für mich persönlich hätte es sich auch schon gelohnt, wenn es nur die ersten 5 Szenarien gehabt hätte :)


    Dass feste Spielepartner für alle komplexen Spiele hilfreich sind, stimmt. Insofern ist Earth Reborn da keine Ausnahme. Im Gegensatz zu den meisetn anderen komplexen Spielen arbeitet Earth Reborn mit Szenarien, die Schritt für Schritt die Regeln erklären. Und für ein optimales Spielerlebnis spielt ein Neueinsteiger auch im Idealfall die diversen Szenarien erst durch. Man könnte auch alle Regeln auf einen Schlag erklären, geht woanders ja auch. Allerdings dürften dann so einige Feinheiten unter den Tisch fallen, da man von der Aktionsvielfalt schlichtweg erschlagen wird und sich auf die Basics konzentriert (Bewegen, Kämpfen, Schießen).
    Darüberhinaus ist Earth Reborn eben kein Brettspiel im klassischen Sinn, es ist eher ein Tabletop-System mit modularem Spielfeld statt Gelände. Weiterhin ist der Kern des Spiels nicht das gemeinsame Bauen einer Kirche und Sammeln von möglichst vielen Siegpunkten, sondern direkte Konfrontation zweier Konfliktparteien - mit allem, was dazu gehört.


    Versteh mich nicht falsch: Earth Reborn ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele geworden. Und jedem, der dieses Genre mag, kann ich dieses Spiel nur wärmstens empfehlen.
    Wenn aber meine festen Spielepartner Agricola, Puerto Rico, Dominion etc. spielen und ich von vornherein weiß, dass ich Earth Reborn nur mit gutem Zureden alle Jubeljahre mal auf den Tisch bekomm, dann sollte man sich den Kauf überlegen.


    Glücklicherweise braucht man für Earth Reborn nur eine Person als Gegner, und die findet sich normalerweise schon.



    @ Tom:
    MERCS sieht in der Tat auch sehr interessant aus. Aber ich werde jetzt nicht sagen, kauf Earth Reborn, weil XY. Aber ich geb mal nochmal einen kleinen Überblick, was Earth Reborn bietet. Entscheiden musst du selbst. ;)


    1) umfangreiche Attributswerte der verschiedenen Charaktere (Bewegung, Nahkampf, Beschuss, Suchen, Forschen, Technikbegabung, Tragekapazität, unterschiedliches Aktionspunkte-Limit)
    2) jeder Charakter besitzt zusätzlich eine Spezialfähigkeit (Monica Vasquez kann zb. Frank Einstein, einem Salemite-Charakter, den Kopf verdrehen, woraufhin dieser überläuft)
    3) massig Ausrüstung, vom Kampfmesser über Kevlarwesten, Minin, Plastiksprengstoff, diverse Schusswaffen, Jetpack, Verdrahtungspläne bis zum Zombieserum ist alles dabei, häufig ebenfalls mit speziellen Fähigkeiten (mit Verdrahtungsplänen lässt sich der Strom im aktuellen Raum abschalten; ist man in einem Technikraum, kann man den Strom im ganzen Gebäude abschalten)
    4) sehr vielseitige Aktionsmöglichkeiten durch die Zuweisung von Befehlsplättchen bei der Aktivierung (die auch kombiniert werden können) sowie kombinierte Aktionen mehrerer Charaktere
    5) Unterbrechung des gegnerischen Spielzugs möglichm unabhängig davon ob der unterbrechende Charakter bereits aktiviert war oder nicht
    6) Räume sehen nicht nur hübsch aus, sondernes ist Interaktion möglich (Heilen in der Krankenstation, Foltern in der Folterkammer, Starten von Raketen im Raketensilo, Generator ab- oder anschalten, usw)
    7) zerstörbares Spielfeld (sämtliche Geländeelemente wie Bäume oder Wracks sind zerstörbar, gleiches gilt für herumstehende Fässer, Kisten, Mauern sowie Raumeinrichtungen; ist die Videoüberwachung kaputt, kann man sie auch nicht mehr benutzen)
    8) voll modulares Spielfeld mit doppelseitig bedruckten Spielplanteilen
    9) sehr schöne Minis
    10) Automatischer Szenarien-Generator (Regeln ganz am Ende des Regelbuchs, hab ihn aber noch nicht ausprobiert. Soll laut BGG aber sehr gut funktionieren)


    Viel Spaß! :-)

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Nupsi,
    magst Du mir etwas dazu sagen, was Du genau daran "Klasse" findest?
    Ich bin die ganze Zeit hin- und hergerissen. Ja sicher, der Hintergrund ist fantastisch, die Bücher der Wahnsinn.
    Aber das Spiel?
    Zuerst würfle ich, um dann Chips zu ziehen, mit denen ich dann Einheiten aktivieren kann.
    Dann kriege ich noch Chips, mit denen ich die Anführer aktivieren kann, mit denen ich dann Einheiten aktivieren kann.
    Dann das Gehumpse mit den Fahnen, die ich von "aktiv" "passiv" legen kann/muß... Und wieder zurück. Achja, den Moralmarker noch verschieben, der sowieso keine Rolle spielt.


    Am eingängisten finde ich noch das System mit den grünen/roten/blauen Einheiten. Damit und mit den Einheitenkärtchen sieht man recht gut, was "leichte" und was "schwere" Einheiten sind.


    Fazit: Das funktioniert schon alles und hat auch alles einen Effekt, aber er zeigt in anderen Spielen, daß es lange nicht so kompliziert sein muß für denselben Spaß.


    Warum er z.B. "linke Flanke/Zentrum/rechte Flanke" mit Karten ersetzt hat durch die Würfel/Chips, das will mir nicht einleuchten.


    Ich habe einen Freund, der will M44 und C&C:A nicht spielen, weil er da nicht jede Runde jede Einheit bewegen kann. Vielleicht haben diese Kritik viele geäußert, und deswegen hat er diesen Murks mit den Fahnen verbrochen, damit alle Einheiten einmal bewegt werden, bevor die nächste bewegt wird...?


    Ne, da spiele ich lieber zwei Runden M44, bevor ich eine ewig lange und genauso anspruchsvolle Runde BoW auf den Tisch bringe, fürchte ich.

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  • Zitat

    Original von Dirtbag
    (...) Im Gegensatz zu den meisten anderen komplexen Spielen arbeitet Earth Reborn mit Szenarien, die Schritt für Schritt die Regeln erklären. (...)


    Das ist schlicht eine Behauptung: Ich persönlich halte das für typisch bei solchen Spielen und ich müßte lange überlegen, bevor mir überhaupt ein Scenario-basiertes Spiel einfiele, wo nicht Scenario für Scenario die Regeln eingeführt werden.
    Das ist jedenfalls keine Besonderheit von ER.

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  • Zitat

    Original von Dirtbag
    ...Auflistung der Eigenschaften von ER...


    Schau, das ist genau der Punkt: Meiner Meinung nach ist das ein vollkommen überladenes System. Mit der Aufzählung all dieser Eigenschaften hast Du mir wieder sehr gut vor Augen geführt, weshalb ich das Spiel nicht Kaufen wollte.
    Ich habe früher schon (Skirmish)-TableTops gespielt, die so unheimlich viele Optionen als Vorteil angepriesen haben, nur um festzustellen, dass das eigentlich das System nur überlädt - und es einfacher macht, die Ecken des Systems auszuhebeln um haarsträubende Kombinationen durch Regellücken oder nicht bedachte Kombinationen auszuführen.


    Ich bleibe bei MERCS - das läuft in den Grundmechaniken schlicht ab, ermöglicht jedoch über die Basis-Fähigkeiten schon ein extrem komplexes Spiel.


    Danke für die Zusammenfassung!


    PS: Das ist natürlich rein subjektiv, aber ich finde die Minis eher durchschnittlich, verglichen mit anderen TableTops...

  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Nupsi,
    magst Du mir etwas dazu sagen, was Du genau daran "Klasse" findest?


    Ja mir gefällts eben :-)
    Genau genommen würden mich solche szenarienbasierte Spiele extrem reizen, aber mit einem festen Partner eben.
    Wenn ich drei mal im Jahr so etwas Spiele, dann fange ich selber auch fast von vorne an.
    Bei BoW (gleich mal in acronyme aufnehmen) passte halt einiges für mich.
    - Szenarienbasiertes - "System" wie Memoir was ich gut finde
    - gerade erschienen (man könnte also "mitwachsen" mit den Erweiterungen)
    - deutsch (macht es einfacher)
    - Preis für mich OK.


    Wie gesagt, das war auch getrieben davon mit meinem alten Schulfreund (wir haben uns immer getroffen mit Frauen etc. aber nie zum zocken warum auch immer) was gemeinsames anzufangen.
    Ich habe nicht gesagt, dass ich andere nicht noch besser fände.
    Aber wir haben uns gut unterhalten gefühlt.


    Das kann bei Dir natürlich wirklich anders aussehen. Ich will hier absolut keine Werbung machen oder Dir anraten es unbedingt nochmal anzuspielen.



    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Ich bin die ganze Zeit hin- und hergerissen. Ja sicher, der Hintergrund ist fantastisch, die Bücher der Wahnsinn.
    Aber das Spiel?
    Zuerst würfle ich, um dann Chips zu ziehen, mit denen ich dann Einheiten aktivieren kann.
    Dann kriege ich noch Chips, mit denen ich die Anführer aktivieren kann, mit denen ich dann Einheiten aktivieren kann.
    Dann das Gehumpse mit den Fahnen, die ich von "aktiv" "passiv" legen kann/muß... Und wieder zurück. Achja, den Moralmarker noch verschieben, der sowieso keine Rolle spielt.


    Das mit den Chips und den aktivieren nehme ich halt so hin.
    Über die Anführer aktivierst Du die Einheiten, die Du eigentlich "brauchst". Die wichtigen/kriegsentscheidenden.
    Die anderen Chips sorgen dafür, dass Du noch ein paar andere aber nicht alle aktivieren kannst.
    Funktionierte bei uns einwandfrei, einfacher wäre aber wirklich schöner gewesen.

    Der Moralmarker hatte bei uns ebenfalls keinen Effekt. Den könnte man auch streichen finde ich.


    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Am eingängisten finde ich noch das System mit den grünen/roten/blauen Einheiten. Damit und mit den Einheitenkärtchen sieht man recht gut, was "leichte" und was "schwere" Einheiten sind.


    Fazit: Das funktioniert schon alles und hat auch alles einen Effekt, aber er zeigt in anderen Spielen, daß es lange nicht so kompliziert sein muß für denselben Spaß.


    Jupp, das mit den verschiedenen Einheitentypen finde ich auch sehr gut gelöst.
    Mir kommen die Anführer etwas zu stark vor, aber wie gesagt, ich habe erst 2 Szenarien gespielt.


    Ob es woanders eleganter gelöst wurde kann ich ganz ehrlich nicht beurteilen.


    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Warum er z.B. "linke Flanke/Zentrum/rechte Flanke" mit Karten ersetzt hat durch die Würfel/Chips, das will mir nicht einleuchten.


    Das finde ich übrigens besser als bei Memoir. Es kann einfach nicht vorkommen, dass mir die optionen für den aktuellen Brandherd ausgehen.
    Bei Memoir ist es super ärgerlich, wenn der Gegner über links kommt, ich aber fast nie dort agieren kann.


    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Ich habe einen Freund, der will M44 und C&C:A nicht spielen, weil er da nicht jede Runde jede Einheit bewegen kann. Vielleicht haben diese Kritik viele geäußert, und deswegen hat er diesen Murks mit den Fahnen verbrochen, damit alle Einheiten einmal bewegt werden, bevor die nächste bewegt wird...?


    So ist es doch gar nicht. Man kann im Normalfall nicht jede Runde alle Einheiten bewegen. Die sind am Rundenanfang ja alle wieder bereit.
    Ich könnte also eine "unbenötigte" Einheit locker das ganze Spiel stehen lassen. Bei uns war es Gefühlt so, dass man gerne mehr aktivieren wollte als man Aufgrund der Marker durfte.


    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Ne, da spiele ich lieber zwei Runden M44, bevor ich eine ewig lange und genauso anspruchsvolle Runde BoW auf den Tisch bringe, fürchte ich.


    Also ich finde Memoir nach wie vor immer noch Reizvoll, muss aber sagen dass BoW mir ein etwas verändertes Spielgefühl gibt.
    In einigen Punkten besser (also ohne Flankenkarten wie oben beschrieben), in einigen schlechter (Regeln die das Spiel unnötig? komplexer machen).
    Auf jeden Fall hat BoW längere Szenariendauer was wir bisher sehen konnten.


    Ich finde auch, dass man zum Regeln kennenlernen noch 1-3 kleinere Szenarien davorschieben hätte könnte.

  • Zitat

    Original von Sternenfahrer


    Das ist schlicht eine Behauptung: Ich persönlich halte das für typisch bei solchen Spielen und ich müßte lange überlegen, bevor mir überhaupt ein Scenario-basiertes Spiel einfiele, wo nicht Scenario für Scenario die Regeln eingeführt werden.
    Das ist jedenfalls keine Besonderheit von ER.


    Nein, es ist keine Behauptung.
    Ich hab nicht geschrieben, dass Earth Reborn im Gegensatz zu anderen Szenario-basierten Spielen mit Szenarien Schritt für Schritt die Regeln einführt (wozu auch, es wäre schlichtweg falsch). Meine Aussage war, dass es im Gegensatz zu anderen komplexen Spielen mit Szenarien arbeitet, die Schritt für Schritt die Regeln erklären. Ich bezog mich mit meiner Aussage auf Spiele wie Agricola, Le Havre, Roads&Boats, StarCraft, Twilight Imperium, usw. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Keines davon weist Szenarien auf, und ich würde sie durchaus als komplex einstufen.


    @ Tom:
    Meine Empfehlung wäre, Earth Reborn mal irgendwo probezuspielen. Ohne es mal gespielt zu haben, sind solche Urteile immer schnell gefällt.
    Was die Skirmish-Tabletops angeht kann ich nicht mitreden, ich spiele nur Warhammer Fanatsy und 40k. Die Khador-Battlegroup liegt mangels Gegnern seit Jahren unbearbeitet in ihrer Schachtel. ;)
    Und ja, es gibt schönere Minis. Aber es gibt auch hässlichere Minis.

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Zitat

    Original von Dirtbag
    (...)Ich bezog mich mit meiner Aussage auf Spiele wie Agricola, Le Havre, Roads&Boats, StarCraft, Twilight Imperium, usw. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Keines davon weist Szenarien auf, und ich würde sie durchaus als komplex einstufen.(...)


    Oh. Okay. Dann ist das ein Mißverständnis darüber, was ein "komplexes Spiel" ist! :-) Sorry!

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  • Sorry Tom, ich muss dich wieder in Versuchung führen. Du sagst:


    Zitat

    Schau, das ist genau der Punkt: Meiner Meinung nach ist das ein vollkommen überladenes System. Mit der Aufzählung all dieser Eigenschaften hast Du mir wieder sehr gut vor Augen geführt, weshalb ich das Spiel nicht Kaufen wollte.


    Aber genau DAS ist der Grund, warum ER so genial ist! Es hat eben JEDE MENGE Optionen, ohne deswegen die Komplexität ins Bodenlose zu treiben! Charakterfähigkeiten, Gegenstände, Räume, Spezialfertigkeiten: Alles wird über ein und den selben Mechanismus gehandhabt, und der ist in 15 min. erklärt. GENIAL! Attributwerte sehen anfangs verwirrend aus, sind aber EXTREM einfach, wenn man es einmal probiert hat. Ehrlich gesagt: Tannhäuser ist dagegen die Hölle an Komplexität, weil man sich so viele Karten etc. merken muss. Bei ER musst Du Dir nur wenig merken


    ER könnte durchaus das optionenreichste, einfachste Spiel sein, das ich kenne - ganz selten dass man mal im Regelheft blättern muss. Ich will es dir natürlich nicht aufschwätzen, aber denke, dass es Dir gefallen würde. Ist lange her, dass mich ein Spiel so sehr in den Bann gezogen hat...


    BTW: Was ist MERCS??

    2 Mal editiert, zuletzt von mavman ()

  • Zitat

    Original von mavo0013
    BTW: Was ist MERCS??


    www.mercsminis.com


    Skirmish mit 5 Figuren pro Seite, schnelles System, in der nahen Zukunft: MegaCons setzen private Truppen ein:
    Military Economic Reconnaissance Counter Security - kurz: MERCS


    Ansonsten spielt es sich wie ShadowRun ohne Magie: Alle MERCS haben Kampfanzüge, die ihre körperlichen Fähigkeiten steigern; diese können im Gefecht auch ausfallen, was drastische Abzüge auf ihre Attribute bedeutet. Die Waffen sind größtenteils konventionell, aber es gibt auch die eine oder andere High-Tech-Waffe. Für jede Figur gibt es eine Stat-Card mit allen spielrelevanten Informationen...

  • Vor Allem Kampf; darauf ist das System ausgelegt - aber das ist doch bei Earth Reborn auch nicht anders?
    Anyway: Die MERCS können nicht einfach nur "Move & Fire", es gibt diverse andere Mittel.
    Kleines Beispiel: Da die Rüstungen entsprechend hart im Nehmen sind, kann ein Merc einem Gefährten alleine mit seinem Körper schon Deckung geben. Wenn das ein schwer gepanzerter Merc macht, dann ist das schon ein Problem für den Gegner. Die CCC (eine der Fraktionen) hat darum Repulsor-Tag-Munition: Zwei so ge"taggte" Figuren stoßen sich gegenseitig ab. Dann gibt es noch diverse andere Kleinigkeiten, die letztlich aber das Kampfgeschick beeinflussen, die Deckung, die Aktionen, usw.


    Im Spiel selbst werden durchaus Szenarien gespielt; aber zum Beispiel Sonderfähigkeiten der einzelnen Räume kennt das Spiel nicht - dafür gibt es auch garnicht einen so speziellen Spielplan wie bei ER (bei dem mich übrigens die aufgedruckten Ortsnamen schon stören würden).
    MERCS ist von der abgebildeten Zeit, denke ich, auch schneller: Der gesamte Einsatz, den man spielt, läuft wohl in 1-2 Minuten (in Spielzeit) ab: Daher kann eine Figur auch nicht rückwärts laufen, sondern maximal in 90° "abbiegen", es sei denn, sie wendet eine Aktion zum drehen auf... Man stelle es sich wie den Zugriff einer speziell ausgebildeten Sondereinheit vor... :-)

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  • Zitat

    Original von mavo0013
    Geht es nur um Kampf? Oder auch um andere "coole" Dinge? Ich steh nich so auf 100%-Kampf-fokussierte Spiele... (außer bei Kriegsspielen)


    Ich finde in diesem Fall auch den Kampf cool - vor Allem mit solchen Brechern:
    [Blockierte Grafik: http://cf.geekdo-images.com/images/pic853161.jpg]
    Die Russen halten nicht viel von einem heimlichen Vorgehen - Hin & Druff sagen sie sich... Den Jungen hier bekommt man mit normalen Waffen auch nicht mehr klein...

  • Ok, danke für die Infos... 99% Kampflastige Skirmish Games hatte ich schon einige getestet, mit wenig Erfolg (außer Space Hulk).


    Vielleicht habe ich es auch nicht richtig rübergebracht: Bei ER wird natürlich auch munter gekämpft, aber das ist absolut nicht das Hauptziel! Man kann eben (mit einfachen Regeln) tolle nicht-Kampf-Dinge machen (die für den Sieg relevant sind!!!) wie Raketen aus dem Kontrollraum abfeuern, die Elektrizität eines Gebäudes lahmlegen, die Kommunikation stören, Zombies erschaffen, Gegenstände gezielt suchen, spionieren... Zum Foltern bin ich noch gar nicht vorgedrungen ;-)

  • Aber alle Dinge, die Du aufzählst, laufen doch wieder auf Kämpfe hinaus?


    Also:
    - Du erschaffst Zombies - wozu?
    - Du feuerst Raketen ab - auf Deine Gegner?
    - Du legst den Strom in einem Gebäude lahm; also muss der Gegner kommen, und Dich aus dem Gebäude kloppen.


    Oder wozu tust Du all diese Dinge?


    Wenn im übrigen Space Hulk Deine Referenz ist, als gutes Skirmish Spiel, dann wird Dir ein Spiel wie MERCS sicherlich nicht gefallen.

  • Ne, die Raketen abfeuern ist eher ein Missionsziel. Das sind so riesige Interkontinentalraketen, wenn ich das richtig verstehe.


    Wenn ich Mavo richtig verstehe, dann geht es ihm um Szenarien, wo das Missionsziel nicht "bloß" die Vernichtung der anderen Seite ist, sondern eben auch andere Aufgaben umfassen kann (Beispiel SPACE HULK: Einen bestimmten Raum erreichen, einen anderen Marine retten, eine Drohne mit Daten fangen und zurückbringen, eine bestimmte Anzahl Runden in einem Raum "ausharren" usw. usf.).

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  • Die Kämpfe in Earth Reborn sind in den meisten Szenarien nur Mittel zum Zweck auf dem Weg der eigentlichen Missions-Erfüllung. Nicht zwangsweise sollte man das direkte Duell suchen. Einige Charaktere (je nach Szenario und Ausrüstung und Aufgabe) sollten den direkten Kampf eher meiden, weil die unterlegen sind, und stattdessen durch Interaktion mit Objekten (z.B. Minen auslegen) oder Spezial-Räumen (z.B. .Zombie erwecken) den eigenen Spielsieg näher bringen.


    Erinnert mich daran, das Spiel mal wieder zeitnah auf den Spieltisch zu bringen. :-)


    Cu / Ralf

    "Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world.", The Second Coming by W. B. Yeats

  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Wenn ich Mavo richtig verstehe, dann geht es ihm um Szenarien, wo das Missionsziel nicht "bloß" die Vernichtung der anderen Seite ist, sondern eben auch andere Aufgaben umfassen kann (Beispiel SPACE HULK: Einen bestimmten Raum erreichen, einen anderen Marine retten, eine Drohne mit Daten fangen und zurückbringen, eine bestimmte Anzahl Runden in einem Raum "ausharren" usw. usf.).


    Ach soo - das bietet MERCS natürlich genauso; Eskorten, erobern & halten, etc. Da kommt auch demnächst eine Erweiterung mit weiteren Szenarien...

  • Ich seh jetzt den Punkt nicht, weshalb einem MERCS (oder Infinity, mit dem ich schon länger liebäugele) oder irgendein anderes Skirmish-Tabletop nicht gefallen sollte, nur weil einem Space Hulk gefällt. Das ist ein Apfel-Birne-Vergleich. Space Hulk ist ein Brettspiel mit sehr simplen Regeln, kreiert damit aber ein schön flüssiges und unterhaltsames Spiel mit viel Atmosphäre.
    MERCS ist ein Tabletop-System mit sehr ausgefeilten Regeln, das wie alle Tabletops mit speziellem Gelände gespielt wird und das, soweit ich das beurteilen kann, ähnlich wie WarMachine auf Synergien der Einheiten untereinander setzt.
    Außer dass beide Spiele Minis benutzen und der Kern der direkte Konflikt zwischen zwei verfeindeten Parteien ist seh ich da keine Gemeinsamkeiten.


    Und Eskorten, Erobern und Halten und dergleichen kann mit Earth Reborn nicht verglichen werden, wenn du mich fragst. Ich kann auch bei Warhammer 40k erzählerische Missionen spielen, das macht es aber noch lange nicht zu einem Rollenspiel. Und genau das ist die Stärke von Earth Reborn. Hier liegt der Fokus eben nicht nur auf Kampf. Nur zu Beginn gewinnst du das Spiel mit dem Ausschalten von bestimmten oder allen gegnerischen Einheiten. Später kommen die eigentlichen Siegbedingungen ins Spiel: die Missionspunkte. Du bekommst zu Spielbeginn Missionsziele, deren Erfüllung dir X Missionspunkte gibt. Es gewinnt damm Ende, wer die meisten Missionspunkte hat.


    Beispiele wären:
    - Zombie kreieren
    - Satellite Com benutzen
    - spionieren
    - Interkontinental-Raketen abfeuern (sehr viele Missionspunkte, aber schwierig, da ohne Strom keine Raketen gestartet werden können)
    - geheime Dokumente finden
    - bestimmte Items finden und klauen
    - Notebook untersuchen
    - etc


    Nichts davon zwingt dich zu kämpfen, du kannst auch suchen was das Zeug hält und mit der Beute fliehen, ohne jemals auch nur einen Kampf gesehen zu haben. Und das ist die Stärke von Earth Reborn. Es legt den Fokus nicht auf den Kampf. Er steht dir immer als Option zur Verfügung, aber es gibt genug Situationen, in denen du dich lieber auf andere Aktionen verlegst.


    Schlussendlich musst du aber dem Spiel auch eine Chance geben WOLLEN. Und ich habe den Eindruck, dass du dein Urteil über das Spiel schon lange gefällt hast, ohne es gespielt zu haben. ;)

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Nein, keine Sorge, SH ist nicht die Referenz – es ist einfach nur das Skimish, was für mich bislang am halbwegs besten funktioniert hat. Kein Vergleich zu ER ;-)


    Und nein, Du schießt Raketen nicht ab auf Gegner, und die Stromabschaltung dient auch nicht dem Kampf (wobei es sicher sein kann, dass der Gegner kommt und die Kontrolle über den Power-Generator erlangen will).


    Mal ein paar Fakten, damit es klarer wird:
    - ER geht nicht um „Eliminiere alle Gegner“, sondern um konkrete kleine Ziele (Feure die Raketen ab, Nimm X gefangen, suche die geheimen Akten), für die es Siegpunkte gibt. So ein klein wenig a la Nexus Ops.
    - Diese Ziele erreichst Du nicht durch „Kille alle Gegner“, weil es auch gar nicht zwangsläufig Siegpunkte gibt für das Töten von Gegnern
    - Im Gegensatz zu anderen Skirmishs sind die Charaktere nicht so einfach zu töten. Meist benötigt es doch einige Angriffe – ein „normaler“, unmodifizierter Angriff macht oft gar keinen Schaden.
    - Es gibt wirklich ettliche Aktionen, die nicht direkt mit Kampf im Zusammenhang stehen

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