Ikusa/Shogun/Samurai Swords

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  • So, Avalon Hill bringt ja mal wieder ein echtes Plastikmonster auf den Tisch: Ikusa.
    (Artikel bei TricTrac)


    Ich besitze noch die alte GAME MASTER Ausgabe von SHOGUN, aus den 80igern.


    Mit Guido habe ich darüber schon ein bißchen getwittert. Ich sehe es mit gemischten Gefühlen: Ich habe das Spiel damals GELIEBT. Ich halte es für einen sehr coolen Risiko-Clon. Wie bei Risiko spiele ich auf einer Karte, die in viele Provinzen unterteilt ist; wie bei Risiko ist mein Ziel, möglichst viele davon zu erobern (ich glaube, mehr als die Hälfte); wie bei Risiko hängt mein Einkommen von der Größe meines Reichs ab.
    Bei SHOGUN verwendet man das Einkommen aber nicht nur zum Truppenbau, man kann auch um die Spielerreihnfolge bieten, Festungen bauen (die zusätzliche Einheiten bieten), Ronin (=Söldner) anheuern (sehr wichtig!) und schließlich den Ninja anheuern, mit dem man gegnerische Feldherren ausschalten kann.


    Der Kniff bei SHOGUN waren/sind die drei Armeen meiner Daimoys. Zum einen werden diese mit unterschiedlichen Truppentypen bestückt (Gewehrschützen = billig aber ungenau; Bogenschützen = teuer, aber Treffsicher; Schwertkämpfer = teuer, aber treffsicher, und Speerkämpfer = billiges Kanonenfutter). (Die Truppentypen finden sich auch in normalen Provinzen wieder.)
    Zum anderen haben ihre Feldherren eine Erfahrungsstufe, die sich beim alten Shogun vor allem in der Bewegungsweite niederschlug. Die mächtigsten Daymos konnten bis zu vier Felder weit gehen, was SEHR weit war.
    Da Provinzen ein recht strenges Einheitenlimit haben (ich glaube, 5 im Vergleich zu den ca 20 Einheiten einer Armee), spielen Provinztruppen nur eine untergeordnete Rolle.


    Kurz, es ist schon deutlich anspruchsvoller als eben RISIKO, aber nicht etwas vollkommen anderes. AXIS AND ALLIES z.B. ist da noch ein gutes Stück anspruchsvoller.


    Ich frage mich also: Wie würde mir das Spiel heute gefallen?
    Ist es mit der eeeeeeeeeeewigen Downtime (Schlachten zwischen zwei großen Armeen können sehr lange dauern; und da jeder der bis zu 5 Spieler drei Fehldherren hat, und erfahrene Armeen auch 4x angreifen können, kann es theoretisch zu 4x3x4=48 Schlachten kommen, bevor ich wieder am Zug bin...) und der player elemination (böses Wort!) noch zeitgemäß?


    Wie denkt Ihr darüber?


    EDIT: Ikusa

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    4 Mal editiert, zuletzt von Sternenfahrer ()

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  • Die Neuauflage heisst Ikusa :teach: ;)


    Ich hatte mir vor 2-3 Jahren mal überlegt Shogun auf eBay zu ersteigern. Habe es in den 90ern auch gerne gespielt, daher schliesse ich mich deinen Fragen an: würde mir das Spiel heute überhaupt noch gefallen? Meines Wissens nach wurde an den Regeln bei der Neuauflage nichts verändert.

    Status 12M12S 2021: 11M19S


    (Fantastische Reiche, Die Abenteuer des Robin Hood, Cantaloop, Majesty, Bunte Blätter, Gold, Auf die Nüsse, Under Falling Skies, Smart 10, Marvel United, Sprawlopolis, Cross Clues, Krazy Pix, Zytose, Welcome to the Dungeon, Dune Imperium, MicroMacro, Die Crew Tiefsee, Riftforce)


    2021: 19 | 2020: 24 | 2019: 15 | 2018: 8 | 2017: 6 | 2016: 6 | 2015: 12 | 2014: 12 | 2013: 15 | 2012: 20

    Einmal editiert, zuletzt von Elektro ()

  • SHOGUN war mein das Spiel meiner Sammlung. Damit hat meine eigene Spiele-Leidenschaft fernab Monopoly und Risiko angefangen. Damals für 99 DM im Vedes Fachgeschäft gekauft, nachdem ich in einer Videospielzeitschrift ganz hinten in einer kleinen Brettspielrubrik davon gelesen hatte. Hat damals etliche Partien lang Spass gemacht. Man musste eben immer arg vorsichtig mit seinen Armeen sein, weil einmal geschwächt, war man ein leichtes Opfer für seine Mitspieler.


    Mit typischen Eurogames der Neuzeit kann es aber nicht mithalten. Ist eher ein typiches Ami-Trash-Spiel mit Zufallskämpfen und gnadenlos direkte Spielerinteraktion über die Kämpfe ohne Ausgleichmechanismen für zurückliegende Spieler. Wer aber genau so was sucht, wird sicherlich begeistet sein mit diesem aufgebohrten Risiko-Spielprinzip. Downtime kannten wir damals nicht, weil jeder Spielmoment spannend war und auch niemand Spielsituationen totgegrübelt hat ... wir haben einfach gespielt und Spass gehabt.


    Cu / Ralf

    Open your eyes, time to wake up - enough is enough is enough is enough!

  • Zitat

    Original von ravn
    (...) Downtime kannten wir damals nicht, weil jeder Spielmoment spannend war(...)


    Genau meine Frage: Damals habe ich mich auch nie gelangweilt. Wir haben auch mal ein Spiel über 1,5h unterbrochen, um zu diskutieren, wenn der Spieler am Zug denn nun am besten angreifen sollte.


    Aber ich bezweifle stark, daß ich da heute die Geduld aufbrächte. Ich würde die ganze Zeit denken, daß ich stattdessen auch X spielen könnte... Oder?


    Ich weiß nicht. Vielleicht bringe ich es einfach mal wieder auf den Tisch! :-)

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  • Ich habe das in den späten 80iger-Jahren des letzten Jahrhunderts ein paar mal gespielt. Ähnlich wie mit AXIS & ALLIES muss ich heute sagen, dass es mich einfach nicht mehr interessiert. Ich habe weder die Zeit noch die Lust, mir die Nächte mit Würfelorgien um die Ohren zu schlagen, dafür ist mir meine Zeit heute zu schade. Damals waren das tolle Spiele, mit denen man viel Spaß haben konnte. Aber in der Rückblende glaube ich stark, dass der Spaß nicht am Spiel hing, sondern daran, gemeinsam mit Freunden einen Abend (oder auch mal die ganze Nacht) zu verbringen!

  • Aus nostalgischen Gründen hatte ich Shogun neulich wieder auf dem Tisch, gespielt wurde eine 3er Runde mit zwei Spielern die das Spiel nicht kannten.
    Wir spielten mit einer Aktionskartenvariante die das Spiel etwas interessanter macht.
    Beide waren recht angetan von dem Spiel und wir werden es sicher bei Gelegenheit wieder auf den Tisch bringen.
    Ich werde mir Ikusa wahrscheinlich auch noch zulegen, weil die Karte und die Unit - trays besser aussehen und man mit den neuen Farben auch mal ein episches Spiel mit noch mehr Clans spielen kann.
    Für mich eine echte Bereicherung !


    Etwas mehr dazu hatte ich in einem der letzten Wochenthreads geschrieben.

  • Zitat

    Original von ravn
    SHOGUN war mein das Spiel meiner Sammlung. Damit hat meine eigene Spiele-Leidenschaft fernab Monopoly und Risiko angefangen. Damals für 99 DM im Vedes Fachgeschäft gekauft, nachdem ich in einer Videospielzeitschrift ganz hinten in einer kleinen Brettspielrubrik davon gelesen hatte.


    Jap, ich habe die PowerPlay-Ausgabe heute noch. Eine ganze Spalte Rezi, mit Wertung "Hervorragend". Ich wollte es damals unbedingt haben, allerdings war es da für mich noch nicht bezahlbar.


    Grüße,
    Carsten

  • Vielleicht spricht es ja für sich, dass Ikusa zunächst mal nur in einer englischen Version erscheint. Die Amis lieben halt noch Würfelorgien und ich kenne auch hierzulande noch genug Leute, die regelmäßig Herr-der-Ringe-Risiko spielen. Da stellt sich eben mal wieder die Zielgruppenfrage: Wir Kenner können vergleichen und stehen viel eher auf feine Mechanismen und knackige, inensive Spielzeit.
    Ikusa bringt halt massig Material auf den Tisch und die Spieler haben Spaß an der Immersion, d.h. dem Eintauchen in der Spielwelt und der Vorstellung großer Schlachten um die Zukunft des japanischen Kaiserreichs. Damit kann man schon auch eine gute Zeit mit Freunden verbringen - wenn sie auch lang sein mag.

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  • Guten morgen!


    Auch ich habe Samurai Swords/Shogun kennen gelernt, aber erst nach dem ich Risk 2210 und Godstorm gespielt hatte. Und da war mein Urteil klar: Beide letztgenannten Spiele sind eine klare Weiterentwicklung der vielen Risikoklone. Hut ab...Auch heute noch spiele ich diese beiden Ausgaben sehr gerne und ich würde es begrüßen, wenn noch weitere Risikoderivate dieses Kalibers erscheinen würden....:-)


    Schönen Tag noch .-)


    Marc

  • Hiho,


    Also es ist eine weile her das ich Shogung/Samurai Swords das letzte mal gespielt hab. aber ich finde es nach wie vor ein schönes Spiel. Ja, theoretisch gibt es "Player Elimination" (praktisch allerdings meiner Erfahrung nach erst am Ende des Spiels) und es wird gewürfelt bis der Arm abfällt (naund?) - und es dauert ewig und es hat keine "ausgleichenden" Elemente Ich find's trotzdem gut? Oder vieleicht auf genau deswegen?!


    Player elimination:


    - die Tatsache das es an sich möglich ist, ist für mich ansich erstmal kein Problem. Sehe ich erstmal auch positiv, weil dann hat jeder Spieler einen Anreiz anständig zu spielen. Wer rummurkst, kann auch gleich zuschauen. Das setzt vorraus das einen Spieler diese "elimination" nicht unvermittelt ereilen kann ohne das man wirklich etwas dazu kann. Das ist bei Shogun durchaus im Rahmen - hängt natürlich auch von den Mitspielern ab. Wäre aber auch scheisse wenn es nicht so wäre. Imo also kein wirkliches Thema bei Shogun.


    - die Würfelei - es gibt Leute die machen aus jedem Würfelwurf einen Staatsakt, klar. Aber abgesehen davon nehmen die Schlachten jetzt nicht so viel Zeit in anspruch. Und wer ja immer ach-so-viel-Wüfelpech hat, kann ja Schach oder Go spielen! :-)
    Würfeln ist ja total verpönt, weil ist ja total zufall und deswegen ein verdammtes Glücksspiel. Tja, so ist das Leben ... hart und ungerecht.


    - ausgleichende Elemente - ich mag diese Elemente nicht i.d.R. nicht. Die Spieler die besser spielen werden bestraft weil sie besser spielen? - Äh, also das finde ich extrem zweifelhaft. Jemand der in einer Runde besser war, sollte deswegen nicht bestraft werden. Viele Spiele umgehen das ja weitgehend durch eine Siegpunktwertung (wobei dann Teilweise an die Siegpunkte wieder Nachteile gekoppelt werden, der Führende muss mehr Zahlen, zieht als erster o. letzte, etc - finde ich auch nicht so doll). Sowas gibt's alles nicht bei Shogun - zum Glück!


    Atti

  • Zitat

    Original von unittype001


    Jap, ich habe die PowerPlay-Ausgabe heute noch. Eine ganze Spalte Rezi, mit Wertung "Hervorragend". Ich wollte es damals unbedingt haben, allerdings war es da für mich noch nicht bezahlbar.


    War das echt die Powerplay? Zumindest war das mein Erstkontakt mit Brettspiel-Kritiken. In der Ausgabe wurde auch Neolithibum besprochen und später dann Civilization. Alles Pflichtkäufe damals für mich vom ersten Ausbildungsgehalt. Die Pöppel-Revue habe ich erst viel später kennengelernt und deren Import-Spielbesprechungen geliebt, weil die spielbox im Vergleich nur typische Familienspiele bot.

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  • Oha, da werden gerade Jugenderinnerungen wach, die ich beinahe auf ewig vergessen hätte.. :) Ich glaube in dem "Stromausfall"-Teil der Zeitung "Amiga Joker" *g* gab es auch mal eine Besprechung von Shogun.


    Und dann noch fix was @topic:


    Ich grüble über dieses Spiel auch schon ewig nach.. ich mag grundsätzlich eigentlich keine aufgeblasenen Risikoesken Würfelorgien, bei denen man stundenlang... naja, eigentlich immer sehr wenig und das gleiche macht. :) Hat denn Shogun irgendwelche interessanten Mechanismen oder Regel-Ecken und Kanten, die es wirklich interessant machen und von einem schlichten "baue-Einheiten-rücke-vor-würfle-besser-als-Deine-Gegner" unterscheiden? Als Beispiel macht mir "Dust" z.B. Spaß, das fand ich bei unseren zwei Spielrunden bisher recht kompakt und unter Berücksichtigung der Spielzeit abwechslungreich genug, um nicht zu langweilen.

  • Hiho,


    Also bei Shogun liegt der Hauptunterschied zu Risiko und Clones darin das zum Anfang jeder Runde alle Spieler Geld erhalten, welches sie alle gleichzeitig und Geheim für 5 Dinge Ausgeben:


    - Spielreihenfolge
    - reguläre Truppen ausheben (teuer, aber permanent)
    - Söldner Kaufen (billig, aber nur für eine Runde)
    - Verteidigungsanlagen bauen
    - Ninjas anheuern


    Das machen halt alles gleichzeitig und geheim und erst dann wird gespielt. Alles andere ist mehr oder weniger Risiko. Es geht halt darum Gebiete zu erobern damit man mehr Gebiete hat, die einem mehr Geld bringen, etc ... der Kampf ist was komplexer (Truppengattungen und Armeen), aber das ist im Grunde eher nebensächlich.


    Atti