Wie entsteht der Preis eines Spiels?

  • Angeregt durch andere threads...


    Der Verkaufspreis eines Spiels muss die Herstellkosten decken und möglichst einen Gewinn enthalten. Folgende Kostenpositionen gibt es wahrscheinlich auf Seiten des Herstellers (nicht Händler):


    - Materialkosten (Produktion, ...)
    - Kosten des Grafikers (Layout, ...)
    - Kosten der Verlagsmitarbeiter, die mit dem Spiel beschäftigt sind
    - ggf. Übersetzer
    - Gemeinkosten des Verlags
    - Vertriebskosten (Werbung, Fracht, Logistik)
    - Werbekosten


    Ich gehe hierbei davon aus, dass sich Verlag und Autor den Gewinn wie auch immer teilen.


    Bleibt die Frage zu klären inwiefern die Spielidee hier einfliesst. Kann dieses Rätsel jemand lösen? Ich kann mur nur vorstellen, dass ein bekannter Autor eine höhere Gewinnbeteiligung erhält und somit der Verkaufspreis steigt, wenn der Verlag absolut gesehen nicht dadurch weniger verdienen möchte.

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


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  • Hiho,


    Vermutlich passiert das wie bei jedem anderen Produkt.


    Man ermittelt die Gesamtkosten, teilt das durch die Stückzahl. Knobelt nochwas drauf (Gewinn, etc) drauf. Und hat einen Preis. Den Stempelt man drauf und schwups ist man total glücklich. Zumindest solange, bis die Kunden das zeugs kaufen sollen, das aber nicht für den draufgestempelten Preis tun - oder nicht in dem Umfang in dem man es sich wünschen würde.
    Dann bleibt man 28 Jahre auf dem zeugs sitzen und verkauf das ganze langsam oder garnicht. Alternativ geht man mit dem Preis dann halt runter, und so steigt dann auch die Nachfrage und man bekommt mehr von dem Kram verschachert.


    Tja, so die Theorie zumindest.


    Aktuell muss ich sagen: Meine Nachfrage bei Queen-Spielen für >40 Euro ist recht gering. Aber da lass ich einfach die Zeit für mich arbeiten. Geduld ist eine oft unterschätztes Gut. :-)


    Atti

  • Schon klar Atti, aber ode sagt ja, dass auch die Güte der Spielidee im Preis Beachtung findet. H8Man sagt, dass nur der Materialpreis eine Determinante darstellt.


    Die Frage ist also: Wie gut wird in der Spielebranche kalkuliert, was fliesst ein und wo steckt die Determinante Spielidee-Qualität?


    Ich glaube aber, dass man die Reputation eines guten Spieleautors mitbezahlt - dafür steigt dann auch der Absatz.

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  • So wie ich das sehe/verstehe, gibt es keinen Preiseinfluss durch die Idee. Die Idee entscheidet, ob ein Verlag das Spiel überhaupt aufnimmt, aber sicherlich ändert es nichts an dem Preis ansich. Die 5-6% für den Autor aussen vor, was man als Zahlung für die Idee ansehen könnte (oder eben einfach für den Aufwand, sprich Gehalt).


    Man kann argumentieren, das ein Spiel auch günstiger angeboten werden könnte und dies nicht passiert, weil man die Idee so toll findet und dafür Geld kassieren will, aber das ist doch ziemlich weit hergeholt. Im Grunde setzt jemand den Preis fest, weil er glaubt das er es dafür losbekommt. So oder so hat das aber nichts mit der Idee zu tun, welche "lediglich" entscheidet ob und vielleicht noch in welcher Auflage ein Spiel erscheint.



    Zitat

    Ich glaube aber, dass man die Reputation eines guten Spieleautors mitbezahlt - dafür steigt dann auch der Absatz.


    Da bin ich mir nicht ganz sicher. Ausschließen will/kann ich es nicht, aber im Grunde glaube ich das dem nicht so ist, weil:


    a) der Stellenwert eines Autors noch immer viel zu gering ist für die meisten Leute
    b) der Autor 1-2% mehr an den Spielen verdient als ein Neuling


    Ein bekannter Autor bekommt seine Spiele schneller bei den Verlagen unter und verdient etwas mehr. Ich bezweifle das da noch mehr hintersteckt, was ein Blick auf die Preise der Spiele auch zeigt (Knizia/Kramer Spiele sind nicht teurer als andere).

    2 Mal editiert, zuletzt von H8Man ()

  • Zitat

    Original von Sankt Peter
    Schon klar Atti, aber ode sagt ja, dass auch die Güte der Spielidee im Preis Beachtung findet. H8Man sagt, dass nur der Materialpreis eine Determinante darstellt.


    Es gibt Produktionskosten. Punkt. Die sind bestimmbar und stellen die Basis der Preiskalulation dar.
    Die "güte" einer Spielidee oder die Spielidee selbst trägt zu diesen Kosten nichts bei. Das sind esotherische Gedankengänge, welche sich der Verleger möglicherweise hingibt. "Das Spiel ist so toll, da bezahlen die Leute bestimmt das doppelte für." - das ist vollkommen Leitim, wenn der Verleger der Meinung ist, das sein Produkt so eine "Güte" oder "Qualität" besitzt, das er alleine dafür den Preis anheben kann. Das kann jeder wirklich so machen wie er mag.
    Letztendlich ist das aber alles eine Sache von Angebot und Nachfrage. Die Nachfrage für teure Spiele ist sicherlich nicht besonders gross. (Und die aktuellen Queen Spiele bezeichne ich mal als teuer) - dafür ist das Angebot an teuren Spielen aktuell gross. Ergo: Entweder bleibt der Produzent auf seinen Spielen sitzen, oder der Preis sinkt.


    Das ist hart, aber so funktioniert das ganze nunmal bei uns. (Und in den meisten anderen Ländern auch)



    Zitat


    Die Frage ist also: Wie gut wird in der Spielebranche kalkuliert, was fliesst ein und wo steckt die Determinante Spielidee-Qualität?
    Ich glaube aber, dass man die Reputation eines guten Spieleautors mitbezahlt - dafür steigt dann auch der Absatz.


    Das spielt absolut doch überhaupt keine Rolle. Letztendlich muss der Verlag seine Kosten zusammenrechnen, die auf die Stückzahl umlegen und dann entsprechend seinen Gewinn und sein Risiko aufschlagen und dann hat er seinen Stückpreis, den er für sein Produkt verlangt. Da gibt es nichts dran zu rütteln.
    Natürlich muss der Verlag von seinem Produkt so überzeugt sein, das er der Meinung ist das die produzierte Stückzahl von den Kunden für den Preis auch gekauft wird. Um das realistisch einschätzen zu können benötigt man natürlich irgendwelche Marktdaten. Wie verkaufe Spiele im letzten Jahr, kaufkraft der Kunden, etc, etc. Das ist kein einfaches Geschäft und wie heisst es so schön: Prognosen sind, speziell wenn sie die Zukunft betreffen, so eine Sache ... :-)


    Und die "ledigliche" Entscheidung über die Auflagenhöhe ist eine extrem wichtige Entscheidung. Sie beeinflusst massgeblich den Stückpreis und somit natürlich auch den Endpreis und damit das Absatzpotential. Das dollste Produkt nützt nix, wenn es schlichtweg zu teuer ist. Einen Keller voller Spiele ist zwar für den Spielesammler das Paradies, für einen Verleger aber die Horrorvision.


    Es ist ein Produkt welches jemand Produziert in der Hoffnung, das Kunden es auch kaufen. Ob ich Schraubenzieher, Bücher, Schuhe oder Spiele produziere ändert an den betriebswirtschaftlichen Betrachtungen an sich nix. Zumindest sollte es das nicht.


    Letztendlich ist alles eine Frage von Angebot und Nachfrage. So einfach ist das.


    Atti

  • @Attila: also siehst Du es wie H8Man?


    Woraus resultieren nun die großen Preisunterschiede? Lookout scheinen bei viel Material trotzdem geringe VK's zu haben. 7Wonders ist eher teurer.


    Kaufen de Verlage die Leistungen/ Produktion so unterschiedlich ein - oder differieren die Gewinnzuschläge so signifikant?

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  • Hiho,


    Keine Ahnung ob ich es so sehe wie H8Man. Ich sehe den "Stellenwert" eines Autors nicht herabgewürdt oder zu niedrig. Der Autor verdient doch automatisch mehr, wenn mehr Spiele verkauft werden. Das ist ja wohl völlig ausreichend. Möglichweise verdient ein Autor, der 1% von jedem Spiel bekommt viel mehr, als jemand der 5% bekommt. Das ist üblicherweise ein Geschäft, was über die Auflage getrieben wird. Alternativ könnten die Verlage ihre Autoren auch mit einem Fixbetrag abspeisen - würde mich aber wundern. Möglich ist das aber natürlich.


    Man muss sich einfach vor Augen halten, das Spiele ein Produkt wie jedes andere sind. Wieso sollte für Spiele andere Wirtschaftliche betrachtungen gelten als bei anderen Produkten? - Damit würden sie eine Sonderstellung einnehmen. Das tun sie ganz sicher nicht.


    Wieso kosten die Schuhe bei dem einen Herstellen 200 Euro und vergleichbare Schuhe kosten bei einem anderen Herstellen 100 Euro? - Wieso kostet der eine Schraubenzieher 10 Euro und der andere 2 Euro?


    Das liegt ganz sicher an dem Angebot und der Nachfrage! :-)
    Kein (normaler) Hersteller mach freiwillig seine Produkte teurer, wenn er sie billiger verkaufen könnte und dadurch propotional mehr Produkte verkaufen könnte. Umgekehrt mach auch kein Hersteller sein Produkt billiger wenn er davon ausgeht das er proportional weniger Produkte verkauft. (Also weniger Produkte mehr, als es sein müsste um die entgangenen Gewinn zu kompensieren - ist jetzt kompliziert ausgedrück, aber egal),
    Dat iss der "Gleichgewichtspreis".


    Atti

  • Es ist aber sicherlich ein emotional anderer oVrgang ein Spiel zu kaufen als ein Schraubenzieher.


    Ich denke die meisten neuen Spiele werden von den Nerds gleich bei Erscheinen gekauft. Theoretisch könnte man als Verlag dann mehr Geld nehmen und später absenken.


    Ausserdem stehen Spiele aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit nicht im Wettbewerb zu anderen Spielen. Das ist bei Schraubenziehern anders.


    Aber woher kommen bei vergleichbaren Produktionskosten nun die Unterschiede her(habe leider gerade kein Beispiel parat - vielleicht RftG vs. 7 Wonders?).

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    Zitat

    Ich denke die meisten neuen Spiele werden von den Nerds gleich bei Erscheinen gekauft. Theoretisch könnte man als Verlag dann mehr Geld nehmen und später absenken.


    Könnte man. Könnte man auch bei Schraubenzieher so machen. Oder Bücher oder Regenschirmen.


    Zitat

    Ausserdem stehen Spiele aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit nicht im Wettbewerb zu anderen Spielen. Das ist bei Schraubenziehern anders.


    Was? - Natürlich stehen sie im direkten Wettbewerb miteinander!


    Zitat

    Aber woher kommen bei vergleichbaren Produktionskosten nun die Unterschiede her(habe leider gerade kein Beispiel parat - vielleicht RftG vs. 7 Wonders?).


    Woher weisst du das die Produktionskosten vergleichbar sind?
    Vieleicht hat Repos einem Irren Grafiker irres Geld bezahlt und deswegen muss das Spiel so viel kosten, wieviel es kostet. Vieleicht bekommt der Autor einen wahnsinnigen Fixpreis? Oder, oder, oder .... du kannst nichts vergleichen, wenn du die Fakten nicht kennst. Denn, dann vergleichst du ein "vieleicht" mit einem "könnte sein" - das bringt so ziemlich garnix.


    Das einzige was wir vergleichen können sind die fertigen Produkte.


    Nehmen wir das schöne Siel London von Martin Wallace. Das hat einen dollen Spielplan, dolle Counter, ein Sack voll Plastikmünzen und 110 Spielkarten. Das hat 40 Euro gekostet (aktuell für 29,95 beim CosimShop - ZUSCHLAGEN !). Auflage: 1000
    Dann schaut man sich Pantheon an. Hier gibt es einen dollen Spielplan, ein Sack voller Holzfiguren, dolle Counter und 75 Spielkarten. Preis ca. 30 Euro. Auflage: ????
    Und zu guter letzt nehmen wir mal 7 Wonders: ~150 Spielkarten, Holzmünzen, dolle Counter, Spielertableaus und eine ober-wichtiger Wertungsblock. Ursprünglicher Preis waren glaube ich 40 Euro, aktuell sind es 35 Euro. Auflage: ???? - (angeblich >100000 mal verkauft).


    Für mich als Kunde hat 7 Wonders die schlechteste Qualität: Das Karton Inlay ist schon vor dem Auspacken hin, die Karten unterliegen ungewöhnlich hohen Abnutzungserscheinungen (schon nach wenigen Partien sichtbar) - zudem ist ein grossteil des Material mehr oder weniger Überflüssig (anstatt teuer Spielertableuas, hättes es auch Karten getan, die Counter für die Punkte durch kämpfe sind gänzlich überflüssig und der Wertungsblock ist auch nur ein verzcihtbares Gimmick), d.h. man hat versucht ein (simples) Kartenspiel als "grosses" zu verkaufen. Nun, das hat ja letztendlich auch funktioniert. (Fehlen tut aber dagegen eine Spielübersicht)


    Pantheon hat sicherlich die beste Qualität. Wirklich sehr gut gelungens Spielmaterial - sowohl vom Material, wie auch von der gestaltung als auch von der Funktionalität. Die Kiste ist sogar kleiner. Die Auflage wird sicher nicht so klein sein, aber 100000de ganz bestimmt nicht.


    Bodenständig kommt London daher - gute Qualität, mit nicht so doller grafischer gestaltung, das Spielmaterial ist ansprechend und funktionell. Anstatt Holz-Geld liegt z.B. Plastikgeld dabein - funktionell die beste Lösung, da man auch nach 3000 Partien keine Abnutzungserscheinungen erwarten kann. Ausserdem ist es griffig und gut zu unterscheiden - und es wird sicher recht Preiswert für den Verlag sein. Angesichts der eher geringen Auflage, darf man sich eher über den durchaus konkurenzfähigen Preis wundern. Die Kiste ist - im vergleich zu den anderen Spielen - dem Material angemessen!


    Gross sind die Unterschiede aber nicht - wenn man alle 3 Spiele in einen Laden stellt, haben sie alle 3 einen recht ähnlichen Preis und eine ähnliche Aussattung. Also kein Anlass sich über die grossen Unterschiede bei den Produktionskosten gedanken zu machen. Die können gar nicht so gross sein.


    Atti

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  • Zitat

    Original von Attila
    Keine Ahnung ob ich es so sehe wie H8Man. Ich sehe den "Stellenwert" eines Autors nicht herabgewürdt oder zu niedrig.


    Ob ein Autor genügend Geld verdient (Stundenlohn) sei mal dahingestellt, das ist ein völlig anderes Thema. Was ich mit meiner Aussage meinte war, das es einfach niemanden interessiert, wer welches Spiel gemacht hat. Die Leute kaufen was ihnen gefällt, egal von welchem Autor das Spiel ist.



    Zitat

    Original von Sankt Peter
    Ich denke die meisten neuen Spiele werden von den Nerds gleich bei Erscheinen gekauft. Theoretisch könnte man als Verlag dann mehr Geld nehmen und später absenken.


    Im Grunde passiert das ja auch immer wieder, nur wird darauf nicht abgezielt. Es liegt schlicht an den Lagerkosten und den benötigten Platz für neue Spiele (also wieder Lagerkosten). Daher kommen dann auch die ganzen Schnäppchen --> Lager/Restverkauf


    Zitat

    Original von Sankt Peter
    Ausserdem stehen Spiele aufgrund der fehlenden Vergleichbarkeit nicht im Wettbewerb zu anderen Spielen. Das ist bei Schraubenziehern anders.


    Das bezweifle ich mal ganz stark, nicht umsonst werden Spiele ständig vergleichen. Ebenso wird es in jedem Foren die Frage geben "welches Spiel soll ich mir kaufen, Dominion oder Thunderstone?". Selbst wenn man Spiele nicht direkt vergleichen kann (was meistens der Fall sein wird), so gefällt einem das eine Spiel besser als das andere und das wird durch den Vergleich entschieden.



    Zitat

    Original von Sankt Peter
    Aber woher kommen bei vergleichbaren Produktionskosten nun die Unterschiede her(habe leider gerade kein Beispiel parat - vielleicht RFTG vs. 7 Wonders?).


    Ganz einfach, der eine will mehr Geld pro Spiel verdienen als der andere. Hier im Marktplatz oder im Handel wirst du auch OVP Spiele zu verschiedenen Preisen finden.

    Einmal editiert, zuletzt von H8Man ()

  • Zitat

    Original von Sankt Peter
    Schon klar Atti, aber ode sagt ja, dass auch die Güte der Spielidee im Preis Beachtung findet.


    Ich habe mir nicht alles durchgelesen, was hier aufgeschrieben wurde. Ich möchte nur klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt gesagt habe, dass die Güte der Spielidee im Preis eines Spiels Beachtung findet. Alles was ich geschrieben habe ist, dass die Spielidee natürlich auch bezahlt wird. Im dem Sinne, dass der Autor, der sich das Spiel ausgedacht hat und der Urheber der Spielidee ist, auch bezahlt wird. Und das fließt natürlich auch in den Preis mit ein. Und es verdient Beachtung. Man kauft nicht nur das Material für ein Spiel, sondern das ganze Paket. Nicht mehr und nicht weniger hab ich geschrieben. Bitte interpretiert hier nichts in meine Aussagen rein...

  • Was mich dann als Unwissenden noch interessieren würde: Wenn nicht die Idee, was treibt denn dann z.B. die Kosten von Wargames so abartig in die Höhe?


    Ich meine, vom Spielmaterial her sind das doch die minimalistischsten Spiele überhaupt, keine Miniaturen, kein Holz, oft nichtmal Spielbretter mit Pappekern... wieso dann 60-90 EUR für 800 dünne Counter, ein Stück Papier und ein Regelwerk? Beteiligte Leute? Spieletester sind ja in so einer Kalkulation sicher nicht enthalten. *g*

  • Hiho,


    Das ist ganz leicht zu erklären:


    (Produktionskosten / Stückzahl) * x = Produktkosten


    Lässt man ein Spielbrett oder Karten, oder auch nur Kartons Produzieren, so muss man üblichweise Werkzeugkosten bezahlen. Diese sind Fix. Dazu kommen dann noch die Kosten die pro Stück anfallen.
    Das führt natürlich dazu, das bei einer kleiner Stückzahl, die Kosten explodieren.


    Nehmen wir ein fiktives Beispiel:


    Man möchte einen Kiste haben. Die Werkzeugkosten sind, sagen wir 5000 Euro. Pro Kiste bezahlt man dann noch 0,50 Cent. Macht bei einer Auflage von 5000 Stück, eine Stückpreis von 1,50 Euro.
    Braucht man jetzt aber nur 500 Stück, dann ist der Stückpreis 10,50 Euro! - Das ist ein Faktor von 7, d.h. die Kiste kostet 7 mal so viel, weil man eine kleine Auflage hat. Letztendlich muss man die Auflage aber von dem zu erwarteten Absatz abhängig machen, denn es nützt ja nix 100000 Stück zu prodzieren, wenn man davon ausgeht das der Bedarf für 1000 Stück da ist. Also produziert man 500 und da der Bedarf höher ist als das Angebot kann man halt auch etwas mehr dafür nehmen.


    Da bei CoSims eine Auflage von 500 Stück nicht so ungewöhnlich ist, ist es nunmal so, das Spiele in so kleinen Auflagen sehr teuer sind. Dazu kommt das der Faktor "x" imo bei CoSims deutlich höher als bei normalen Spielen sein wird, da das Riskio auf dem Zeugs sitzen zu bleiben halt höher ist. Es gibt kein Vertriebsnetz, keine Ladenlokale, etc - lediglich der Internethandel hat da in den letzten Jahren positives beigetragen, da ja jeder Internethändler der sich 10 CoSims in sein Lager auf vorrat legt, ja sozusagen das finanzielle Risiko vom Verlag übernimmt. Dafür bekommt er i.d.R. dann auch einen Rabatt.


    Ein weitere Punkt für die kleinen Auflagen bei den CoSims ist das die Investition begrenzter ist und dadurch natürlich auch der Schaden (ebenso wie dummerweise auch der mögliche Gewinn ...). Man muss halt schauen welches Risiko man eingeht. Wer bei einem CoSim von einer Absatzmenge von 1000en von Spielen ausgeht, der uss ziemlich überzeugt von seinen Spiel sein - und einen guten Plan haben den Kundenkreis massiv zu vergrössern.


    Atti

  • Zitat

    Original von chobe
    Was mich dann als Unwissenden noch interessieren würde: Wenn nicht die Idee, was treibt denn dann z.B. die Kosten von Wargames so abartig in die Höhe?


    Ich meine, vom Spielmaterial her sind das doch die minimalistischsten Spiele überhaupt, keine Miniaturen, kein Holz, oft nichtmal Spielbretter mit Pappekern... wieso dann 60-90 EUR für 800 dünne Counter, ein Stück Papier und ein Regelwerk? Beteiligte Leute? Spieletester sind ja in so einer Kalkulation sicher nicht enthalten. *g*


    Ich hab mit Wargames nix am Hut, sodass ich keine gute Übersicht über die Ausstattungen solcher Spiele besitze, aber schätzungsweise eine sehr kleine Auflage und in unserem Fall, Importkosten. Nichts desto trotz ist es nicht günstig 800 Counter herzustellen! Vielleicht wollen die Jungs einfach mehr $ pro Spiel verdienen, who knows?


    /EDIT
    Da war Atti (ich bin mal so dreist, auch wenn wir uns noch nicht kennen 8-) ) dann wohl schneller. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von H8Man ()

  • Zitat

    Original von ode


    Ich habe mir nicht alles durchgelesen, was hier aufgeschrieben wurde. Ich möchte nur klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt gesagt habe, dass die Güte der Spielidee im Preis eines Spiels Beachtung findet. Alles was ich geschrieben habe ist, dass die Spielidee natürlich auch bezahlt wird. Im dem Sinne, dass der Autor, der sich das Spiel ausgedacht hat und der Urheber der Spielidee ist, auch bezahlt wird. Und das fließt natürlich auch in den Preis mit ein. Und es verdient Beachtung. Man kauft nicht nur das Material für ein Spiel, sondern das ganze Paket. Nicht mehr und nicht weniger hab ich geschrieben. Bitte interpretiert hier nichts in meine Aussagen rein...


    Sorry ode, dann habe ich Dich falsch verstanden.

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  • Zitat

    Original von H8Man
    a) der Stellenwert eines Autors noch immer viel zu gering ist für die meisten Leute
    b) der Autor 1-2% mehr an den Spielen verdient als ein Neuling


    Ein bekannter Autor bekommt seine Spiele schneller bei den Verlagen unter und verdient etwas mehr. Ich bezweifle das da noch mehr hintersteckt, was ein Blick auf die Preise der Spiele auch zeigt (Knizia/Kramer Spiele sind nicht teurer als andere).


    Echt? Laut meinen Erfahrungen sind die Tantiemen bei einem Verlag bei allen Autoren identisch, egal ob Neuling oder alter Hase... Zumindest bei den 8 Verlagen, bei denen ich bislang Verträge einsehen und vergleichen durfte.


    Ist das also eher Spekulation mit den "besser dotierten" Verträgen oder kannst Du das ggf. auch an einem Beispiel belegen? (muss nicht öffentlich sein, gerne auch privat).


    Ich kenne bislang nur Nachbesserungen im Vertragswerk bezüglich Veröffentlichung, Übersetzungen, Lizenzvergaben und eine Bonuszahlung bei Erreichen des Spiel des Jahres...

  • Hiho,


    Ist ja auch logisch, denn ein Autor dessen Spiel 100000 mal verkauft wird, bekommt halt mehr als ein Autor dessen Spiel 1000 mal verkauft wird.
    In % ausgedrückt bekommen sie aber das selbe. :-)


    Atti

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  • Ich denke das du da zum einen deutlich mehr Erfahrung haben wirst als ich und zum anderen muss das natürlich keine Selbstverständlichkeit sein. Mein "Wissen" habe ich daher das ich ein Jahr lang das komplette Internet nach solchen Informationen durchforstet habe und jeden Beitrag zu diesen Themen gelesen habe den ich finden konnte, nicht nur deutschlandweit. Sollte also jemand erfahrenes aus der Branche etwas anderes behaupten, ist seine Info wahrscheinlich vorzuziehen, schon allein wegen der Aktualität.


    Um zurück zur eigentlich Frage zu kommen, so habe ich das definitiv mehrfach gelesen, sodass ich davon ausgehe, das Neulinge eher die 5% bekommen, während ein Kramer vielleicht 7% bekommt. Ich meine auch von einem max. von 8% gelesen zu haben, was aber absolut nicht die Regel ist. Im Endeffekt ist es wohl eh eine Verhandlungs- und Überzeugungsfrage, wieviel da am Ende rauskommt.

    Einmal editiert, zuletzt von H8Man ()

  • Zitat

    Original von Attila
    Woher weisst du das die Produktionskosten vergleichbar sind?


    Zitat

    Original von Attila
    Gross sind die Unterschiede aber nicht - wenn man alle 3 Spiele in einen Laden stellt, haben sie alle 3 einen recht ähnlichen Preis und eine ähnliche Aussattung. Also kein Anlass sich über die grossen Unterschiede bei den Produktionskosten gedanken zu machen. Die können gar nicht so gross sein.


    Was denn nun?

  • Hiho,


    Ich habe lediglich eine "wilden Behauptung" hinterfragt.


    Ich habe mir lediglich die Ausstattung der Spiel angeschaut und da sie sich kaum voneinener unterscheiden (nicht SPielerich oder Grafisch), bin ich zu dem schluss gekommen, das die Ladenpreise ähnlich sind, also vermutlich auch die Produktionsspreise ähnlich sein werden.
    Also mal rein nüchtern Betrachtet ist das gante ein Sturm im Wasserglas.


    7 Wonders mag was teurer sein, aber das ganze wird imo nur dadurch so teuer wahrgenommen, da es sich um ein popliges Kartenspiel handelt. Das ganze Marteial drumherum ist nur zum aufblähen des Kartons gedacht - und selbst wäre ein Karon der halb so gross ist, noch überdimensioniert.


    Das kann natürlich völlig anders aussehen. Wer weiss, vieleicht produzieren Repos ja irgendwo Untertage mit Kinderarbeit und bezahlen nur 7 Cent Stundenlohn? Oder sie Prdozieren in der Cubanischen Staatsdruckerei, die einen Festpreis von 25 Euro pro Kiste haben will? - Wer weiss, wer weiss?


    Kann alles sein, die Produkte haben bei öberflächlier Betrachtung aber keinen grossen Unterschiede und die Preise sind auch recht ähnlich.


    Atti

  • Zitat

    Original von Klemens
    Nein, nein, die 7 Cent Stundenlohn bekommt der Autor.


    LG,
    Klemens


    Untertage? :-)


    Atti

  • Naja, das hängt immer vom Vertrag ab ;-) momentan sind Gurken nicht so der Renner ...


    Etwas ernsthafter (so hab ich's nämlich auch gemeint) ... ich glaub nicht, dass ein Autor auf einen wesentlich höheren Stundensatz kommt. Als Grafiker kann man mit der Arbeit an Spielen durchaus den Kühlschrank füllen, als (angestellter) Redaktuer vermutlich auch. Als Autor ist das ziemlich schwer ... finanziell gesehen sind Autoren sicher das schwächste Glied der Kette, wobei es für viele eben auch nur ein Hobby ist.


    LG,
    Klemens

    Einmal editiert, zuletzt von Klemens ()

  • Zitat

    Original von Attila
    Ich habe lediglich eine "wilden Behauptung" hinterfragt.


    um sie dann am Ende selbst zu postulieren!


    Zitat

    Original von Attila
    7 Wonders mag was teurer sein, aber das ganze wird imo nur dadurch so teuer wahrgenommen, da es sich um ein popliges Kartenspiel handelt.


    ich kann an Kartenspielen nichts popeliges entdecken.


    Zitat

    Original von Attila
    Das ganze Marteial drumherum ist nur zum aufblähen des Kartons gedacht - und selbst wäre ein Karon der halb so gross ist, noch überdimensioniert.


    Genau das misfällt auch mir bei 7 Wonders! Kein Mensch hätte das als Kartenspiel für 40 Euro gekauft. Also packe ich es in eine Brettspielbox und lege noch ein wenig Beiwerk dazu.

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  • Zitat

    Original von Klemens
    Als Autor ist das ziemlich schwer ... finanziell gesehen sind Autoren sicher das schwächste Glied der Kette, wobei es für viele eben auch nur ein Hobby ist.


    Das muss ich leider bestätigen. Von einem "großen" Spiel erhält ein Autor, wenn er sehr viel Glück hat, einen Euro pro verkauftem Spiel (abzgl. Steuern und eigene Kosten). Und wenn es sich 3.000 bis 5.000 Mal verkauft, ist das schon ein echter Erfolg.


    In einem guten Job würde man dafür vielleicht einen Monat arbeiten, also so 150 bis 200 Stunden. In ein gutes Spiel steckt man, mit allem, was dazugehört, viel mehr Zeit - bei Altiplano sind es bisher eher 500 Stunden gewesen, verteilt auf knapp 2 Jahre. Und der Erlös tröpfelt dann über mehrere Monate oder Jahre hinweg wieder herein.


    Wenn man nicht gerade 5 Spiele pro Jahr herausbringt, und davon einige echte Bestseller werden, kann man davon nicht leben.


    Aber ich mache es auch nicht des Geldes wegen, sondern weil es Spaß macht. Das Autorenhonorar soll hauptsächlich die anfallenden Kosten decken, und das schafft es gerade noch so...



    Grafiker hingegen erhalten meistens eine feste Bezahlung mit einem halbwegs brauchbaren Stundensatz. Aber auch die Grafiker sind meistens spieleverrückt genug, dass sie viel mehr Arbeit in jedes Projekt stecken, als eigentlich nötig wäre und effektiv bezahlt wird. Entsprechend tolle optische Ergebnisse können Klemens und Co. dann abliefern.


    Weiter so, Jungs (und Mädels natürlich auch)! :blumen:


    Ciao
    Stefan

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