Mansion of Madness?

  • Hallo,


    die englische Version ist ja schon länger raus, die deutsche erscheint quasi gerade im Handel. Unabhängig von der Version hätte ich gerne mal eure Meinung zu dem Spiel gehört.


    Wie spielt es sich? Ist es spannend? Reines Würfelchaos? Auch zu zweit gut spielbar? Thematisch gut umgesetzt? Sind die kleinen Rätsel zu gebrauchen oder doch eher ne Lachnummer? Sind die Szenarios gut ausbalanciert?

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  • Also Ingo,


    ich besitze die englische Ausgabe und kann sagen: "Ja, das Spiel bereitet Spass!" ...


    - Je mehr Leute mitspielen desto besser -> Die "Testrunde zu 2. mit meiner (eher nicht so spielbegeisterten Freundin) zog sich ein wenig hin und sie war auch
    ein wenig mit den von ihr zu spielenden 2 Charakteren überfordert. (Mag aber auch an ihr liegen... ;) )
    - Die Hülle & Fülle an Material ist beeindruckend ... man bekommt genug für sein teures Geld
    - Vom Spielmechanismus her kann ich sagen, dass es sich spielt wie ein "Descent - Reise ins Dunkel" im "Betrayal at House on Hill"-Setting:
    Der "böse" Keeper spielt sich meiner Ansicht nach genauso wie in Descent: Setting & Story aussuchen, vorbereiten, und im Anschluss Karteneffekte und
    Monster auf die Investigatoren jagen. So weit so schön.
    - Den Investigatoren ist schon mit den Story-Hinweiskarten ein "roter Faden" gegeben, von dem sie aber nur selten abweichen werden (höchstens um einige
    Bonusgegenstände in abgelegeneren Räumen auf dem Weg einzusammeln) ... was aber auch dazu führen kann, dass diese Story zu linear wirkt
    - Das Spiel lebt von der Atmosphäre -> Wenn ein Spieler nur rumkaspert und die Story nicht ernst nimmt, kommt auch ncht so viel Spannung rüber
    Man sollte sich also vorher überlegen mit wem man dieses Spiel spielt.
    - Die Rätsel kommen dem Keeper sehr entgegen, da die Rätsel-Plättchen zu Anfang per Zufall gezogen und ausgelegt werden... das kann mitunter schon ein paar Runden dauern, bis das gelöst ist und die Investigatoren weiterkommen. In der Zeit hat der Keeper wieder einiges an Bedrohungsmarkern gesammelt, um neue Monster oder Schadenskarten auszuspielen.
    - Alles in allem halte ich das Balancing schon für ausgewogen




    ABER: - Einige der englischen Karten der 1 & 2 Printausgabe waren fehlerhaft bedruckt -> Es gibt aber eine Errata bei FFG zum Download und sie wollen mit
    der 1. richtigen Expansion die fehlerhaften Karten ersetzen (nicht in der derzeit rausgekommenen Print-on-Demand-Erweiterung "Season of the Witch"
    enthalten)


    So ... erstmal genug dazu ... wenn mir noch was wichtiges einfallen sollte, poste ich es hier.


    MfG, Chris :peace:

  • Zitat

    Original von Hypocrisy
    Ich mach mir ab Samstag mal ein paar weitere Gedanken bzgl. dem Vergleich "Betrayal" und "MoM".
    Bis dahin muss ich leider noch 3 Uni-Klausuren überstehen.
    :aufgeb:
    Solange müsstest du dich gedulden.


    Viel Erfolg bei den Klausuren!

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

  • Mansions macht mir viel Spass, hat aber IMO ein paar Probleme.


    1. der Aufbau
    Wenn man das Spiel einfach so zum Spieleabend mitbringt und sich dort entschliesst eins der Szenarien zu spielen dauert der Aufbau für den Keeper länger als die Anderen an einer Partie Dominion spielen. Wenn man daheim schon alles vorbereitet kann ein geübter Keeper schon in 15 Minuten aufbauen.


    2. Skalierbarkeit
    Das Spiel scheint für 3-4 Spieler ausgelegt zu sein. Wenn es weniger sind, haben die Investigators kaum Probleme, bei 5 Spielern gewinnt eigentlich immer der Keeper.


    3. Komplexität
    Das ist für mich eigentlich ein Vorteil aber ich nenne es mal einen Nachteil. Das Spiel ist für den Keeper viel strategischer und variantenreicher als für die Investigators. Wenn das Spiel mal aufgebaut ist (siehe Punkt 1) kann ich die Regeln für die Investigators innerhalb 2 Minuten erklären. (2 Bewegungspunkte und vor nach oder während der Bewegung eine Aktion. Aktionen sind angreifen, Gegenstand benutzen, laufen, durchsuchen oder Gegenstand weitergeben, das Ziel erfahrt ihr spätestens mit der letzten Ereigniskarte und hört euch die Hinweise sehr genau an. - das sind die Regeln)


    Dann noch der Vergleich mit Betrayal:
    Betrayal ist pur glücksbasierend. Hier werden ähnlich dem alten Verlies einfach Räume aufgedeckt und Verbesserungen eingesammelt. Dann gibt es eine zufällige Siegbedingung um das Spiel zu beenden mit einem zufälligen bösen Spieler.
    Mansions baut im Gegensatz richtig gut Atmosphäre auf. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, es ist das rollenspielähnlichste Brettspiel das ich kenne.


    Wenn man also was ähnliches wie Descent sucht, (aber mit besserer Story und viel schneller zu spielen) ist man mit Mansions besser bedient. Wenn man Ersatz für Munchkin sucht mit Betrayal.

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  • Hallo,


    ich habe bisher drei Partien gespielt:


    1. Scenario zu zweit: ein Spieler mit zwei Investigators und ein Keeper-Spieler.
    Wenn man mehrere Investigatoren spielt, verliert man auch nicht die Übersicht, weil
    man nicht massenweise Counter und Karten vor sich liegen hat. Finde ich gut.


    2. und 3. Scenario zu fünf: da kann man mal gut 45 Minuten pro Spieler rechnen, ist aber
    sehr gut in der Spielgruppe angekommen, vor allem bei Rollenspielern, weil MoM sehr
    stimmungsvoll ist und die Charaktere interessant sind.


    - Das Spielmaterial ist sehr gut, FFG Standard mit massenweise Karten.
    - Die Scenarios waren bisher sehr gut und ausgeglichen. Der Keeper-Spieler muss aber
    sehr genau aufpassen und die Siegbedingungen und Events gut kennen, um zu gewinnen.
    - Es wird zwar gewürfelt, aber man kann das Glück noch beeinflussen.
    - Die Investigatoren sind alle interessant zu spielen, für jeden Geschmack etwas dabei.


    Beim Replayvalue bin ich mir noch nicht ganz sicher:
    - Die Rätsel sind zwar eine nette Idee, könnten aber auch irgendwann nerven, wenn man
    sie schon zig mal gelöst hat.


    - Es gibt 5 Scenarios mit 3 verschiedenen Siegbedingungen, also 15 Szenarios insgesamt.
    Trotzdem wird durch die Eventkarten zu viel "gescripted", dh. wenn man das Scenario
    einmal gespielt hat, weiß man was passieren kann. Z.B. gibt es einen Event "wenn
    Spieler X noch Y auf der Hand hat, dann bekommt der Keeper Z". Dieser Event wird
    nach 8 Runden oder so automatisch ausgelöst. Wenn man das nicht weiß, ist die Überraschung
    groß, so soll es ja auch sein und passt auch in die Geschichte. In der nächsten
    Partie ist man dann aber schon vorsichtiger. Man weiß ja schon, was passieren kann.


    -Man sieht sofort, wo im Mansion die interessanten Stellen sind, hier wäre mir ein
    bisschen mehr "Fog of War" lieber.


    - Ja, aufbauen muss man auch und dauert ca 30+ Minuten. Der Keeper kann hier aber schon
    gut vorbereiten.


    - So wie man FFG kennt, ist in Sachen Erweiterung ja einiges möglich.


    MoM ist ein sehr gelungenes Spiel und ich finde es auch besser als Descent, was mir zu
    langatmig ist und das "Würfel zählen" nervt.

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