" Villen des Wahnsinns "

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  • Hallo an alle,



    seit einiger Zeit gibt es ja nun auch schon die "Villen des Wahnsinns" auf deutsch zu kaufen. Ich wollte mal in die große Runde fragen wer denn eventuell schon das ein oder andere Spielchen hinter sich hat und mir ein klein wenig davon erzählen kann. Sprich Spielbarkeit, Dauer einer Partie, Ausstattung. Wie spielen sich die unterschiedlichen Rollen ( Bewahrer & Ermittler ) ! Ab wieviel Spielern empfehlenswert. Eher etwas für Vielspieler oder auch für Gelegenheitsspieler machbar? Ich hoffe ihr könnt mir ein wenig Input geben. Vielen Dank schon mal für Eure Antworten. :-)


    Nice Dice


    Gummidoc

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  • Hiho,


    Also der Deutsche Titel ist ja schonmal total bescheuert. Wer hat das denn bitte Übersetzt? Ein chinesisches Programm?


    Das Spiel lebt halt von der Atmosphäre. Setzt man das einem Hardcore Euro-Games vor, dann läuft er schreiend davon (was die einzige Gefühlsregung ist, zu derer Hardcore-Eurogamer überhaupt fähig sind) - ist halt ganz im Stil von "Betrayal at Hofs on the Hill". Ist ein wenig aufwändiger, dafür ist imo der wiederspielreiz höher, da man durchaus ein Szenario mehrmals spielen kann (auch mehrmals an einem Abend). So richtig weiss man halt nie worum es gerade geht, selbst wenn man es schon gespielt hat, kann doch alles anders sein (was sehr wahrscheinlich ist).


    Kurz zum Spiel: Es gibt eine Spielergruppe, die Marschiert in ein Haus um dort irgendwas zu machen (das hängt vom Szenario ab). So ganz genau weiss man allerdings erstmal nicht was man machen muss, sondern das ergibt sich erst im laufe der Zeit. Ein Spieler spiel den "Overlord" und spielt Zombies, Monster und durchgeknallte Figuren die im Haus rumlaufen und versuchen die anderen Spieler von dem Spielziel, was sie garnicht kennen, abzuhalten.


    Wer mit atmosphärischen Zombiespielen nichts anfangen kann, sollte einfach die Finger davon lassen. Wer z.B. "House on the Hill" kennt und mag, für den wird MoM (oder VdW in Deutsch). Das ganze ist aber kein Zombie-wegbrezel-nobrainer wie Zombies oder Last Night on Earth oder so. Die Regeln sind schon etwas umfangreicher als bei diesen.


    Atti

  • Im Ersteindruck finde ich die deutsche Version gut gelungen. Habe bisher nur einmal mit der englischen mitgespeilt in Dreierrunde (2 Ermittler, 1 Gegenspieler) und dabei zeigte sich, dass das Spiel extremst auf Atmosphäre aufbaut. Die kann aber nur entstehen, wenn man alle die Texte auf diversen Karten & Co auf Anhieb verstehen. Somit hat die deutsche Version schon eine geringe Einstiegshürde, sofern man nicht in eine Runde spielt, die auch sonst englischsprachige Bücher liest.


    Die Regeln sind auf Ermittler-Seite recht einfach, der Gegenspieler braucht alle Details auch gar nicht zu Spielbeginn erzählen. Nur er sollte die eben wissen, um die dann nach und nach bei Gebrauch dann parat zu haben. Somit muss der Gegenspieler absolut regelfest sein, weil sonst stockt das Spiel und die Atmosphäre leidet wieder.


    Nix für Zugoptimierer und Dauerdenker. In der richtigen Spielrunde aber echt gut - die erste Dreierpartie (da hatte ich allerdings einen Ermittler gespielt) hat schon mal Spass gemacht - und dass, obwohl wir verloren haben und sicherlich längst nicht alle Regeldetails bei uns zur Anwendung kamen. Als Gegenspieler braucht das Spiel aber eine gewisse Vorbereitung (auch im Aufbau). Als Ermittler kann man sich hingegen einfach an den Spieltisch setzen und losspielen.


    Cu / Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • eine Runde auf der FeenCon mit vier Ermittlern habe ich gespielt.


    Es hat mir sehr gut gefallen. Wegen der fortlaufenden Story und den zu lösenden Rätseln (verschieden Bausteine nach verschienden Kritierien umbasteln. Die Intelligenz des Charakters bestimmt dabei die Anzahl der Züge pro Runde) finde ich es noch besser als Arkham Horror. Kritikpunkt zumindest für das Szenario 2 ist ein sehr linearer Ablauf. Tür => Schlüssel suchen, Tür => Codewort suchen, Schrank => Schlüssel suchen. Hier fände ich verschiedene Wege um weiterzukommen noch besser. Ansonsten tolles Material: Ermittler und Monster als Plastikfiguren. (Deutliches Plus gegenüber Arkham), Spielplan besteht aus Gebäude, dass je nach Szenario verschieden zusammengesetzt wird (jeder Raum wird durch ein Planteil repräsentiert, auch hier deutliches Plus gegenüber Arkham). Fünf verschiedene Szenarien mit Möglichkeiten des Overlords die Szenarien zu varieren. (Das ist durch die Story ein + gegenüber Arkham, allerdings bzgl. Widerspielreiz vermutlich ein -, da die Szenarios vermutlich nur noch halb so viel Spaß machen, wenn man die Story kennt, es gibt aber glaube ich für jedes Szenario unterschiedeliche Siegbedingungen, so dass man auch wenn man das Spiel kennt nicht von vorne herein weiß, was das Ziel ist. Dies hält es spannend.) Ein Nachteil bzgl Arkham ist sicher der Preis, dieser ist aber vom Preis-Leistungsverhältnis sowohl bzgl. Material als auch Spielspaß gerechtfertigt.

    There is freedom - just behind the fences we build ourselves.

  • Wir haben die deutsche Ausgabe gestern in voller Besetzung gespielt und mir gefällt es sehr gut. Die Spielzeit lag bei drei Stunden und ließe sich bei entsprechender Regelkenntnis aller Spieler sicherlich nochmal etwas verkürzen. Das Spiel selbst ist eigentlich sehr einfach, denn die Ermittler haben nur drei Aktionen, wovon mindestens zwei Aktionen Bewegungen sind. Man kann das Spiel aus meiner Sicht also schon nach fünf Minuten anfangen und die Regeln dann sukzessive während des Spiels weiter erläutern.


    Das Spielmaterial ist großartig und die Atmosphäre wirklich sehr stimmig. Sicher gibt es in der deutschen Ausgabe ein paar komische Bezeichnungen (Bewahrer für keeper), aber dafür ist die deutsche Ausgabe fast komplett fehlerbereinigt, was angesichts der Länge der englischen FAQ sehr lobenswert ist. Da haben sich die Amis ein paar wirklich dicke Schnitzer geleistet.


    Das Spiel selbst ging klar an die Ermittler, weil ich als Bewahrer sehr vorsichtig gespielt habe. Man kann, anders als bei Descent, relativ wenig Monster ins Spiel bringen (im ersten Szenario) und muss sich eigentlich voll und ganz auf sein Ziel konzentrieren. Im Gegensatz zu Descent gibt es aber deutlich mehr Fallenkarten mit denen man den Ermittlern ordentlich zusetzen kann. Im nächsten Spiel würde ich deutlich aggressiver zu Werke gehen.


    Abschließend ist noch positiv zu bewerten, dass sich der Verwaltungsaufwand in Grenzen hält. Es sind nur wenige Ausrüstungsgegenstände und Zauber im Spiel, so dass man nicht ständig auf gefühlten hundert Karten in der Auslage die Werte hoch und runter rechnen muss. Ebenfalls entfällt die manchmal sehr krampfhafte Würfelei wie bei Descent, denn man zieht einfach eine Kampfkarte, die dann wiederum vorgibt, welche Attribute geprüft werden und was bei Erfolg oder Misserfolg passiert - sehr schön gelöst.


    Einziger Kritikpunkt ist die lange Aufbauzeit von ca. 30-40 Minuten. In meinem Fall fand die Runde aber bei mir daheim statt, so dass ich bereits alles vorbereitet hatte und wir sofort anfangen konnten.


    Alles in allem finde ich die "Villen des Wahnsinns" ein rundum gelungenes Spiel, das ich nur weiterempfehlen kann.

  • Zitat

    Original von Attila
    Hiho,


    Also der Deutsche Titel ist ja schonmal total bescheuert. Wer hat das denn bitte Übersetzt? Ein chinesisches Programm?


    Atti


    Was findest Du an der Übersetzung bescheuert? Korrekt ist sie doch. "Herrenhäuser der Idiotie" wäre auch nicht wirkich besser gewesen...^^

    DragonHunter - Hunt the dragon before the dragon hunts you

  • Hiho,


    Das hört sich Einfach schlecht an.


    So nach einem C-Movie.


    Atti