Im Wandel der Zeiten

  • Hi,
    gibt es schon Erfahrungen dazu, wie man die Spieldauer (2 oder 3 Personen) vermindern kann? Macht es Sinn, dass jeder Spieler pro Zug eine Karte mehr als vorgesehen (für die Spielerzahl) wegnimmt?
    Trotz der Dauer ein super Spiel!
    Gruß
    Michael/domi123

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  • Das komplette Spiel dauert tatsächlich ziemlich genau 1,5 Stunden pro Spieler. Bei all meinen (wenigen zugegebenermaßen) Partien passte das auf den Kopf genau...


    Es hilft natürlich immer, das Spiel gut zu kennen und entscheidungsfreudig zu sein.


    Für ein kürzeres Spielvergnügen empfehle ich die mittlere Spielvariante zu nehmen (weiß nicht genau, wie die Spielregel sie benennt). Man spielt zwar nur 2 Zeitalter, aber die Regelung der SP-Karten bei Spielende finde ich viel gelungener... Aber trotzdem fehlt ein wenig was...

  • Also wir spielen mit Fortgeschritten in 1,5 Stunden zu zweit.


    So meine Erfahrung ist das pro Spieler etwa mit etwa 45 min. Rechnen muss.
    Mit Spielern die die Karten noch nicht kennen auch 1 Stunde

  • Ihr glücklichen. Unser letztes Spiel hat bestimmt 9 Stunden gedauert.


    Ich habe mir erlaubt die durchschnittliche Rundenzeit meiner Mitspieler zu stoppen. Zwischen 9 und 16 Minuten pro Person. Grausam.


    Da wird selbst aus Spielen wie Dicetown oder Revolution eine Wissenschaft gemacht.


    Unrühmlicher Höhepunkt:


    Unser letztes Spiel Axis & Alies -


    4 Stunden bis zum Abbruch für diesen Abend. Soweit nichts ungewöhnliches. Kommentar eines Mitspielers zu mir: "Ich habe noch nie einen Spieler so schlecht den Amerikaner spielen sehen als dich"


    Das Groteske: Ich war bisher genau 1(!!!) mal am Zug. Wir haben abgebrochen, als ich das zweite Mal am Zug gewesen wäre.


    Im Wandel der Zeiten in 3-4 Stunden? Ein Traum wäre das. Ein Traum.
    Manchmal sehne ich mich nach unkomplizierten Mitspielern.

  • Puh, 4 Stunden und nur 1 mal dran gewesen ?


    Ich bin ja niemand, der andere vom Tisch ausschließt.
    Aber ich würde da wirklich andere Spiele auf den Tisch bringen.
    Oder macht Euch das auf Dauer trotzdem Spaß ?

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  • Das ist nichts ungewöhnliches. Allein der Deutschland Spieler hat für seine Züge sicher jeweils eine knappe Stunde gebraucht. Dazu noch die taktischen Besprechungen mit seinem Partner.


    Mich persönlich bringt das teilweise auf die Palme. Aber da bin ich leider ziemlich der Einzige.

  • ich muss gestehen: ICH BIN AUCH LANGSAM


    Ich bin wirklich nicht der schnellste Spieler... VOR ALLEM bei spielen, die ich noch nicht gespielt habe und ich noch kein Gefühl für Strategie und Taktik entwickeln konnte fällt es mir sehr schwer Entscheidungen zu treffen. Ralf und ich haben schon mehrere Twilight Struggle Spiele nach 6-7 Stunden abbrechen müssen, weil es schon spät wurde - dabei waren wir noch im Midwar...


    Ich hoffe, dass ich damit keinem zu sehr auf die Nerven gehe... vor allem, weil ich nicht allzu gut im spielen bin. Trotz der zusätzlichen Bedenkzeit, die ich mir nehme...


    Keine Ahnung wie ich das verbessern kann...


    Unser erstes Spiel von IwdZ zu dritt hat im Anfängermodus 4+ Stunden gedauert und ich meine sogar wir haben es dann abgebrochen, weil wir alle keine Lust mehr hatten.

  • Hiho,


    Ja, anstatt ewig rumzugrübeln, sollte man einfach aus dem Bauch spielen. Anstatt eine Partie in 9 Stunden zu machen, spielt man 3 Partien in der Selben Zeit - da hat man effektiv viel mehr von.


    Also im zweipersonenspiel dauert ein Spiel etwa 20 Runden. Ich denke mal bei mehr personen wird es ähnlich sein.


    Das kann man locker in 90 Minuten spielen (zu zweit).


    Atti

  • ich kann deutlich besser aus dem Bauch spielen, wenn ich zumindest grob weiß wie sich das spiel entwickelt und was wichtig ist und was weniger...


    bei spielen wie 18xx habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich die meiste zeit damit verschwendet habe, mit den Mitspielern über mögliche Spielzüge zu reden. Hat dann insgesamt auch sehr lange gedauert... Tat mir im Endeffekt sehr leid.


    Intuition ist nicht meine größte Stärke

  • Das scheitert bei meiner Gruppe leider am zwanghaften Ehrgeiz meiner Mitspieler. Da wird jeder Zug berechnet, Risikofaktoren abgewogen und natürlich zwischendurch noch lautstartk gemotzt wie schlecht es doch gerade läuft und man dies und das doch vergessen kann. *seufz*

  • Hiho,


    Wenn das das Spiel erstmal gespielt hat, dann weiss man auch wie es läuft. So oder so - aus dem Bauch spielen ist für alle beteiligten (incl. man selbst) der effektivste Weg das Spiel zu lernen.


    Atti

  • Winterfeld: Ich kann dich voll verstehen, auch wenn ich eher auf der anderen Seite bin und mich dann eher über unüberlegte Züge meiner Mitspieler aufrege, wenn dann mal einer eher unüberlegt und flapsig zieht und sich damit in einer unnötig schlechte Position bringt. - denn das kann das Spiel schnell langweilig machen.


    Es führt auch zu Entscheidungen wie "mache ich jetzt auch ein Suboptimalen Zug um das Spiel am laufen zu halten? oder nutze ich das jetzt knallhart aus um zu gewinnen, um dann noch evtl. ein weiteres/anderes Spiel zu spielen?"


    Wahrscheinlich sind das die 2 Seiten der gleichen Münze. Und jedes Extrem ist nicht besonders angenehm.


    Aber ich verstehe immernoch nicht wie Menschen eine Partie Twilight Struggle in 90 Minuten spielen können...


    Evtl. wenn ich das Spiel noch 10 Mal gespielt habe komme ich runter auf 5 Stunden :D

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  • Zumal, was kann schon passieren, außer, dass man mal eine Partie in den Sand setzt?


    Wenn man in etwa weiß, wie das Spiel funktioniert und die Mechanismen kennt, dann kann man schon recht schnell Spielen.


    Wenn man lange überlegt, muss man seine Strategie sowieso nach der nächsten Runde wieder überdenken, weil der Gegner eben nicht das getan hat, was man erwartet hat, und dann geht das überlegen von vorne los.
    Anstatt schnell zu entscheiden bzw. zu reagieren und auch mal ein Spiel zu verbocken ... man kann ja immernoch das Beste daraus machen ...

  • Ich husche meine Züge ja auch nicht einfach runter. Aber ich habe mit den Jahren irgendwie ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt, eigene Überlegungen mit dem Bauchgefühl zu verknüpfen. Eine Art Mittelding also.


    Ich erkenne an, dass ich nicht der Typ dafür bin im Voraus jeden Faktor vorhersehen zu können. Ich versuche gewisse Wahrscheinlichkeiten abzuwägen und höre in Zweifelsfall in unklaren Situationen auf mein Bauchgefühl. Damit bin ich bisher immer gut gefahren.


    Mir persönlich fällt es dann jedoch schwer zu verstehen, warum manche Spieler Züge bis ins lezte Detail optimieren wollen, welche aufgrund der Vielzahl offener Faktoren rein mathematisch nicht zu errechnen sind. Gerade dann, wenn ich mögliche Züge meiner Konkurenz mit in meine Berechnung einkalkulieren will.


    Und bei allem Verständnis: Zugzeiten von 45+ Minuten Bei Axis& Alies oder von 15+ Minuten bei im Wandel der Zeiten sind schon nah an der Körperverletzung.

    Einmal editiert, zuletzt von Winterfeld ()

  • Ich war früher auch eher der Grübeltyp, aber irgendwie zwinge ich mich seit einiger Zeit etwas schneller und intuitiver zu spielen (mit schwankendem Erfolg). Dabei fällt mir jetzt aber umso mehr auf, dass in meiner Runde auch sehr grübellastige Spieler dabei sind, für die ich mir manchmal sehnlichst eine Sanduhr herbeiwünsche. Das ist letztendlich auch mit ein Grund, wieso wir die Spielzeit-Richtwerte auf den Spielepackungen oftmals um das doppelte überschreiten, was ich leider nicht so schön finde, da die Spielzeit eh schon stark begrenzt ist, und ich lieber noch mehr Spiele spielen würde als länger zu grübeln (was bei manchen Strategiespielen aber wiederum, auch für mich, nur schwer vermeidbar ist). Es ist ein Kreuz.


    :sos:


    Jetzt kann ich jedenfalls besser nachvollziehen welch Tortur das für die Anderen mit mir früher gewesen sein muss :happy:


    Wenn ich mich momentan für eine der beiden Varianten entscheiden müsste, dann würde ich lieber das schnellere intuitive als das perfekt durchgegrübelte Spielen bevorzugen.

    Status 12M12S 2020: 10M17S

    (TippiToppi, Kuhhandel, Oriflamme, Soviet Kitchen, Spicy, Junk Art, Kick Ass, Ulm, Imperial, Das Grimoire des Wahnsinns, Draftosaurus, Just One, Werwörter, Anno 1800, Switch & Signal, Paris - Stadt der Lichter, Greenville 1989)

    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    2020: 17 | 2019: 15 | 2018: 8 | 2017: 6 | 2016: 6 | 2015: 12 | 2014: 12 | 2013: 15 | 2012: 20

    5 Mal editiert, zuletzt von Elektro ()

  • Bei meinem letzten IWdZ 2er haben wir auch 8 Std. gebraucht (inkl. Erklärung & Aufbau), wobei hier auch des öfteren im Regelheft geblättert wurde, was die Sache ungemein verlängert.


    Wenn man mit der Runde oder bestimmten Spielern nicht mehr auf einen Nenner kommen kann, dann nutzt einfach eine Uhr. Die Zeit muss natürlich dem Spiel entsprechend gewählt werden, funktioniert aber. So haben wir auch unsere erste Partie De Vulgari Eloquenzia hinter uns gebracht, ohne den ganzen Tag dafür zu brauchen.


    Eine Uhr hätte uns wohl auch vor der 7 Std. Katastrophe für die erste von drei Runden bei Struggle of Empires geschützt... man lernt ja dazu.

  • Zitat

    Original von Winterfeld
    Das scheitert bei meiner Gruppe leider am zwanghaften Ehrgeiz meiner Mitspieler. Da wird jeder Zug berechnet, Risikofaktoren abgewogen und natürlich zwischendurch noch lautstartk gemotzt wie schlecht es doch gerade läuft und man dies und das doch vergessen kann. *seufz*


    Das war bei uns in grauer Vorzeit (vor > 20 Jahren) ähnlich - jeder hat ständig vor sich hin gejammert, und gleichzeitig hat sich jeder über das Gejammere der anderen aufgeregt.


    Das konnte so nicht weitergehen, deshalb haben wir bei den meisten Spielen eine zusätzliche Jammer-Phase eingeführt:
    In der ersten Phase jeder Spielrunde durfte sich jeder darüber auskotzen, wie schlecht es ihm doch geht, und wieviel Glück die anderen doch haben, und so weiter und so weiter.
    Danach sollte für den Rest der Runde Ruhe sein, bis zur Jammerphase der nächsten Runde.


    Das war ein voller Erfolg, in mehreren verschiedenen Spielrunden.
    Anfangs jammerte jeder, was das Zeug hält, alle gleichzeitig, aber nur in der Jammerphase.
    Nach einiger Zeit wurde allen so langsam klar, wie paranoid und lächerlich das alles doch eigentlich war.
    Und noch einige Zeit später war dann fast nichts mehr zu hören, auch nicht in der Jammerphase.


    Das hat sích bis heute weitgehend gehalten ...


    .


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Zitat

    Original von Warbear
    (...)
    Das konnte so nicht weitergehen, deshalb haben wir bei den meisten Spielen eine zusätzliche Jammer-Phase eingeführt:
    In der ersten Phase jeder Spielrunde durfte sich jeder darüber auskotzen, wie schlecht es ihm doch geht, und wieviel Glück die anderen doch haben, und so weiter und so weiter.
    Danach sollte für den Rest der Runde Ruhe sein, bis zur Jammerphase der nächsten Runde.
    (...)


    Genial!


    Werde ich mir merken und bei der nächsten Runde Warhammer 40k oder Warmachine/Hordes einführen. Tabletops scheinen Jammern nämlich geradezu magisch anzuziehen (und ich bin da auch selbst nicht davor gefeit. *räusper* )

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

    Einmal editiert, zuletzt von Dirtbag ()

  • Zitat

    Original von domi123


    Ja!


    Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von domi123: Heute, 17:47.


    Es würde mich interessieren, warum Du diese Antwort 2x editieren musstest.
    Womöglich wegen Rechtschreibfehler? :denk:


    .


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

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