Age of Industry und/oder Brass(Kohle)?

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  • Ich habe mir nun das Spiel Kohle beigebracht und finde die Mechaniken genial! Ich freue mich schon auf das erste Spiel.


    Jetzt habe ich mir auch mal grob die Regeln von Age of Industry gegeben und finde, dass einige Sachen wie z.B. das "magische Eisen" verbessert wurden. Auch ist diese komische Regelung mit der Stadt süd-westlich von Liverpool nicht zu finden. Insgesamt kommt mir das vor wie eine "verbesserte Version"


    Ich würde gerne einige Meinungen von Spielern lesen die beides kennen.


    Was meint Ihr? Was ist das bessere Spiel?


    und: Inwiefern ist es "Brass Lite"?


    Ist


    Brass => Age of Industry


    genau das gleiche wie


    Age of Steam => Steam


    ???


    DANKE für alle Antworten


    Alex :-)

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  • Dazu gibt es kein abschließendes Urteil, nur unterschiedliche Meinungen! :-)


    AOI hat die geringere Einstiegshürde, dafür ist BRASS/KOHLE etwas "schwerer" - was ja auch gut sein kann.

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  • Ich hab Brass/Kohle schon recht oft, aber AoI nur einmal gespielt. Natürlich alles subjektiv:


    Die Unterschiede zwischen den beiden Spielen sind meiner Meinung nach die etwas gradlinigereren Regeln und die fehlende zweite Phase von AoI.


    Besonders an Brass finde ich a) diesen Mechanismus, dass die Plättchen umgedreht werden müssen und dabei auch andere Spieler helfen können/teilweise müssen. Dadurch entsteht ein sehr schöner Grad an Interaktivität (gleiches gilt für AoI). Und b) der Wechsel von der Kanalphase zur Eisenbahnphase. Die Wertigkeiten der Rohstoffe verändern sich stark und man muss ein wenig Timing haben, um diesen Wechsel im Spiel gut zu überstehen. Und den gibts bei AoI nicht...


    Würde ich die ganzen Spezialregeln bei Brass gerne gegenüber der Gradlinigkeit opfern, so fehlen mir bestimmte Elemente bei AoI einfach.


    Das Problem bei AoI ist auch, dass die Gradlinigkeit aus meiner Sicht keinen Vorteil bietet. Noch immer gibt es ständig Situationen, wo man den anderen ein "Möööpp! Geht nicht! Darfst du nicht! So kannst du das nicht machen!" reinwügen kann/muss. Ganz besonders in Anfängerrunden. Es wurde also etwas poliert, ohne einen Mehrwert zu erziehlen. So zumindest meine Meinung.


    Dazu kommt, dass Brass durch die zwei Phasen im Spiel, etwas interessanter ist. Und da das Spiel eh nur alle Jubeljahre mal auf den Tisch kommt, wirds dann bei mir lieber Brass...


    Trotzdem ist AoI immer noch besser als 99% der anderen Spiele da draußen. Finde zumindest ich, denn Brass ist eins meiner Liebsten (und die Unterschiede liegen ja im Detail...)!

    Einmal editiert, zuletzt von ode ()

  • Es gibt noch einen unterschied, der evtl. interessant sein könnte:
    Zu AoI gibt es inzwischen Erweiterungskarten. Inwieweit diese für Brass/Kohle auch passen sind weiss ich nicht. Kann ich mir aber nicht vorstellen.


    Ich selber habe nur Kohle (Pegasus-Ausgabe) spiele das so selten, dass ich bisher keine Erweiterung vermisst habe. Gegen ein AoI eintauschen würde ich es glaube ich auch nicht.


    Grüße
    Paul

  • Danke schonmal für die ersten Antworten! - bitte um mehr Meinungen!


    ----


    Also ich finde, dass es sehr schön ist zu sehen, dass das "magische Eisen" verbessert wurde: Es ist also nun nötig eine Bahnverbindung zu besitzen um das Eisen zu transportieren. Vor allem weil das bei der Kohle auch so ist, fehlt es meiner Meinung nach einfach im Spiel. Auch finde ich es schön, dass zu den 5 Industrien nun noch ein weiteres dazukommt: Konsumgut-Industrie. Auch finde ich diese komische Regelung mit der Stadt süd-westlich von Liverpool bei Brass(Kohle) sehr doof. Es ist wirklich kaum zu verstehen, und nur sehr schwer einem Neuling zu erklären. So schwer, dass ich mir aufgeschrieben habe, was ich da genau wörtlich sagen werde. -.-


    Das Brett, auf dem die einzelnen Plättchen draufliegen und, dass die Informationen nun auf dem Brett stehen und nicht auf dem Plättchen trägt zur übersicht bei ("was kostet eigentlich eine lvl 3 Zeche? - warte ich wühl mal eben durch den Stapel"). Die Sache mit den Kanälen finde ich nicht allzu reizvoll... Ich sehe aber, dass da viel tiefe drinsteckt.


    Ist es bei AoI NICHT so, dass man das Eisen der anderen Mitspieler nimmt und denen somit holft?


    bin verwirrt


    Alex :-)

  • Wenn es selten auf den Tisch kommt, dann braucht man nicht beide Spiele. Hat sich eine Spielrunde erstmal in Brass eingearbeitet, dann braucht es nicht das vergleichbare Age of Industrie. Wobei die Einstiegshürde in AoI geringer ist und es weniger Fallstricke gibt, die Veteranen gegen Neulingen ausspielen könnten. Somit finde ich AoI etwas runder von den Mechanismen, aber Brass kann anspruchsvoller sein. Aber beide sind ausreichend gut, wenn man mit der Grundthematik was anfangen kann.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Ich stimme voll und ganz Ode zu, bei uns ist das genauso.


    AoI haben wir auch nur 1 mal gespielt, wenn also dieses Spielprinzip auf den Tisch kommt, dann nur noch Kohle/Brass.
    AoI brauche ich nicht wirklich, es sei denn jemand berichtet von einer Erweiterung die sich richtig gut abhebt von Kohle.


    Ist AoI eigentlich mit der Erweiterung auch zu zweit spielbar, dann wäre das schon mal ein Vorteil?


    Helby

  • Hi,


    Brass ist imo das bessere Spiel. AoI ist halt die Familienvrsion von Brass.
    Brass wurde ich jederzeit AoI vorziehen.


    Atti

  • von Brass gibt es anscheinend eine beliebte 2-Spieler Version!


    Auf BGG einzusehen, und ohne allzuviel Regeländerung angeblich gut spielbar.


    Wir werden es wohl morgen mal ausprobeiren.


    Hat jemand AoI gespielt, bevor er Brass kannte?


    oder


    Hat jemand AoI öffter als Brass gespielt und zieht es sogar Kohle vor?


    Alex

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  • Zitat

    Original von Attila
    Hi,


    Brass ist imo das bessere Spiel. AoI ist halt die Familienvrsion von Brass.
    Brass wurde ich jederzeit AoI vorziehen.


    Atti


    Kurz und knapp. Familienversion finde ich etwas weit hergeholt. Wenn Man AoI mit der Familie spielt, dann wird Brass auch kein Problem in dieser Familie sein...


    In meinen Augen ist es eher ne Variante.


    GangZda: Ich bin jetzt etwas verwirrt. Du hast geschrieben, dass du "dir das Spiel beigebracht" hast (Zitat sinngemäß). Also noch nicht gespielt. Und auch noch nicht AoI. Wie kommst du drauf, dass das "magische Eisen" (wobei ich weder verstehe, woher der Begriff kommt, noch, warum es magisch sein soll - weil man keine Transportlinie brauchte und es sich herzaubern konnte?) verbessert wurde. Es ist anders. Ja. Aber besser?


    In den Anmerkungen der AoI-Regel findest du übrigens den Grund für diese Regeländerung. Da am Ende der Kanalphase alle Kanäle in Brass abgeräumt werden und nun stattdessen Schienen gebaut werden, fallen alle Transportmöglichkeiten weg. Außer über die Häfen. Außerdem ist es in Brass so, dass am Anfang der Eisenbahnphase die Nachfrage nach Eisen sehr stark zunimmt (gut, das hätte man im Spieldesign ändern können, aber es ist natürlich logisch, dass man für Schienen ganz viel Eisen braucht, also ist es thematisch stimmig). Der Eisenbedarf aller Spieler steigt also sehr stark an. Wenn man nun dramatische Probleme hätte sich Eisen zu besorgen... Das Spiel würde rasant an Fahrt verlieren! Außerdem ist genau dieser Bruch im Spiel sehr interessant im Spielverlauf: Derjenige Spieler, der sich am Ende der Kanalphase gut auf diesen steigenden Bedarf an Eisen einstellt, der steht am Ende sicherlich ganz gut da. Es ist nicht automatisch der Spielsieg. Aber es macht schon glänzende Augen zu sehen, wie die anderen zähneknirschend meine Eisenwürfel abräumen!!!


    Diese Sonderregeln bei bestimmten Detailregeln (wie z.B. die Stadt Birkenheaad) sind typisch für Wallace. Er versucht damit historische Tatsachen abzubilden und ins Spiel mit einfließen zu lassen. Ob man das mag oder nicht sei mal dahingestellt. Ich meine Mal gelesen zu haben, dass er das sehr wichtig findet, weil er seine Spiele so etwas thematischer machen will. Und das in Kauf nimmt, auch, wenn das die Spiele etwas "unrund" macht.


    Zitat

    Original von GangZda
    Die Sache mit den Kanälen finde ich nicht allzu reizvoll... Ich sehe aber, dass da viel tiefe drinsteckt.


    Es IST reizvoll und DER Grund, warum Brass besser ist als AoI. Eben genau wegen dem Bruch mitten im Spiel. Warum das so ist hab ich oben leicht angerissen.


    Zitat

    Original von GangZda
    Ist es bei AoI NICHT so, dass man das Eisen der anderen Mitspieler nimmt und denen somit holft?


    Doch, das ist so. Ich vermute mal, dass du durch mich da etwas verwirrt wurdest, weil ich diesen Mechanismus für Brass so hervorgehoben habe. Aber natürlich gilt das auch für AoI. Trotzdem ist die Sache bei Brass etwas anders vom Spielgefühl her. Nicht nur ist die Nachfrage nach bestimmten Rohstoffen davon abhängig, was die anderen da gerade bauen wollen und brauchen, sondern durch die verschiedenen Phasen werden die Rohstoffe unterschiedlich wertvoll zu bestimmten Zeiten. Dadurch kommt eine kleine Timingkomponete dazu. Diejenigen Spieler, die es nicht schaffen sich am Run auf das Eisen zu beteiligen müssen das halt anders ausgleichen und so hat das Spiel eine interessante Dynamik, die ich bei AoI vermisst habe. Es war etwas eintöniger.


    Aber wir reden hier von Details. Beide Spiele sind super und wer ne Runde hat, mit der er AoI ständig spielen kann, der wird sicherlich Interesse an den weiteren Plänen haben (die ihrerseits sicher wieder Sonderregeln haben werden).


    Für eine Spielbarkeit zu zweit von Brass kann man sich auf BGG eine hervorragende 2er-Variante raussuchen. Wer so was gut findet, kann sich auch eine eigene 2-er-Karte zu dieser Variante ausdrucken (in der Files-Sektion). Wir decken die Orte und Linien immer mit Plättchen der nicht verwendeten Spielerfarben ab und es geht auch so wunderbar.

  • Hi,


    Also wenn AoI keine Familienversion von Brass ist, dann ist es eine schlechte Variante. Als "Gamers-Game" ist AoI mir zu geradlinig, deswegen ist es für mich keine Variante von Brass, weil alles was Brass so gut macht, ist in AoI weggelassen. (So ähnlich wie AoS und Steam)


    AoI ist aber in der Tat trotzdem besser als die allermeisten Spiele.


    Atti

  • Zu erfolgreichen Spielen wie Brass gibt es manchmal auch eine "geradlinigere" meist weniger komplexe Variante, die später auf den Markt kommt - ich erinnere mich da an das Beispiel Age of Steam (2002) -> Railroad Tycoon (2005). Wer die erste Spiel-Fassung bereits zu Hause hat, braucht dann die zweite Version nicht mehr, obwohl diese oft die erfolgreicher verkaufte wird. Wenn es also etwas anspruchsvoller sein darf, nimm eher Brass - dieses Spiel bietet auch bei wiederholten Spielen immer wieder viel Spass. Und vom Schwierigkeitsgrad ist auch Brass in der Familie zu bewältigen, wenn entsprechendes Interesse herrscht.


    Die zweier Variante von Brass habe ich mir von BGG geholt, in Farbe ausgedruckt und auf entsprechende Spielbretter (alte Spielbretter kann man in Essen immere als billige Unterlage kaufen) aufgezogen. Kann man dann mit den Pöppel des Originals - und weitgehend auch mit dessen Regeln - spielen. Nach mehrmaligen Spielen mein Fazit: Sehr ausgewogen, Spielatmosphäre bleibt erhalten, macht genauso viel Spass wie die Original-Fassung, allerdings ändert sich die Wirtschaftslogik etwas - es lohnt sich beispielsweise deutlich weniger, in der 2. Phase auf ein ausgebautes Eisenbahn-Netz zu fokussieren, um über die Anzahl der angebundenen Orte Punkte zu machen.

    Viel Spass beim Spielen!


    Andreas

  • Auch ich finde die 2-Spielervariante von Kohle klasse. (Habe ich ja schon mehrfach erwähnt hier :). Ich verwende bei BGG die Städteüberdeckungsplättchen, anstatt eines neuen Spielplanes. Das funktioniert auch prima.

    There is freedom - just behind the fences we build ourselves.