Bios Megafauna von Phil Eklund

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  • Hallo Zusammen,


    wer von Euch hat schon Spielerfahrungen mit "Bios Megafauna" von Phil Eklund?


    Typisch für SierraMadreGames scheint es mehr eine Erfahrungs-Simulation und weniger ein reines Spieler-Spiel zu sein. Allerdings sind diesmal die Komponenten auf ungewohnt gutem Niveau: Karten sind ok, viel Holzmaterial, dicke Counter. Über das typische Nicht-Design lässt sich sicherlich streiten, aber genau das erwartet man ja schon von Herrn Eklund.


    Gibt es wie fast schon gewohnt Living Rules nur in der Yahoo-Gruppe?


    Bisher gibt es arg wenig über das Spiel zu lesen. Anscheinend ein Freak-Spiel für eine Freak-Nischengruppe. Währenddessen warten High Frontier und auch Origins noch auf ihre Folgepartien.


    Cu / Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

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  • Zitat

    Original von ravn
    Allerdings sind diesmal die Komponenten auf ungewohnt gutem Niveau: Karten sind ok, viel Holzmaterial, dicke Counter. Über das typische Nicht-Design lässt sich sicherlich streiten, aber genau das erwartet man ja schon von Herrn Eklund.


    Was ist denn "Nicht-Design"?

  • Zitat

    Original von GangZda
    Was ist denn "Nicht-Design"?


    Der Autor ist kein Grafikdesigner sondern Raketenwissenschaftler ("By day, I am a rocket scientist.") und das merkt man seinen Kleinstverlag-Spielen an. Die sind eben eher funktionell als optisch schön. Schon alleine, dass er etliche verschiedene Schriftarten auf engsten Raum einsetzt, mal fett und mal kursiv, mal gross und dann mal klein, das kann schon mal im Auge weh tun. Soll heissen: Er hat meiner Meinung nach tolle Ideen, setzt die dann auch irgendwie um, aber eine professionell grafische Überarbeitung nach modernen Design-Erkenntnissen würden seinen Spielen nochmals gut tun. Dann würde sie aber ihren typischen mit Informationen überladenen Charme verlieren.

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • FYI: Phil ist jetzt hauptberuflich Spieleentwickler.
    Fun Fact: er zieht (meines letzten Kenntnisstandes) bald nach Deutschland :)


    vielleicht noch ein Edit: die Qualität ist viel, viel besser geworden. Sowohl Material, als auch textlich.

    Einmal editiert, zuletzt von Zopper ()

  • ich hab seit nem Jahr (?) "High Frontier" samt Expansion hier rumliegen und bin auch auf dem Weg zum "Rocket-Scientist" ... wer spielt das mit mir?


    Alex :-)

  • Hat derweil jemand mal BIOS Megafauna gespielt und mag von seinen Erst-Spielerfahrungen berichten?


    Die neueste Regelversion ist von September 2012 und die gibt es aktuell leider nur als Word-Dokument. Als pdf nur von Februar 2012. Wobei ich den Verdacht habe - bei grober Durchsicht - dass sich da nur winzigste Details geändert haben. Kann das jemand bestätigen?


    Vom Ablauf scheint das Spiel aber recht einfach gestrickt zu sein, ertrinkt nur in diversen Details und Fachbezeichnungen, die sich auf 12 Seiten Anleitung verteilen.


    Bei der Gelegenheit habe ich auch mal wieder Lust auf eine Partie Origins (neue Living-Rules von Feb 2012) und High Frontier (Living-Rules von Dez 2011) bekommen, zumal in ESSEN für High Frontier eine überarbeitete/teils neue Erweiterung kommen soll und ich bin bisher über die Basic-Rules noch nicht hinausgekommen.


    Gute Erklärvideos würden den Spielen wirklich gut tun!


    Cu / Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • High Frontier hat mir Phil mal direkt erklärt. Finde ich ohne Erweiterung total "langweilig". Solltest die sofort mit reinnehmen in meinen Augen, wobei sich nicht so viel Ändert (man nur mehr Dinge zum blaupausen hat...und sonst einige Details dazukommen)

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  • Inzwischen hat es bei meinem Verständnis für BIOS Megafauna "klick" gemacht. Erstaunlich, wie sperrig die Anleitung das Spiel vermittelt. Selbst nach mehrmaligen Lesen wusste ich immer noch nicht recht, was da überhaupt im Spiel passiert und wo überhaupt das Spiel bei den ganzen Fachbegriffen und wissenschaftlichen Zusammenhängen ist. Besonders weil die Anleitung munter hin und her auf Regelpassagen verweist, die erst noch kommen, aber zum Verständnis an genau dieser Stelle wichtig sind. Erst als ich "das ganze Bild" erfassen konnte, wurden die Details klar.


    Hürde 1: Der Spielplan mit Landkarte ist keine Landkarte. Wo Wasser ist, ist nicht zwingend Wasser und wo Land ist, da ist auch nicht zwingend Land. Stattdessen sind da nur einzelne Biotope abgebildet, die waagerecht und senkrecht miteinander verbunden sind und der Biotop-Typ bildet die Landschaft.


    Hürde 2: Spielfiguren bewegen sich überhaupt nicht auf dem Spielbrett. Stattdessen breitet man sich ausgehend von seinen aktuellen Biotopen in neue Biotope aus, um auch dort zu überleben. Dabei kann man auch zu einer neuen Species werden, indem Teile der Eltern-Gene übernommen werden. Insgesamt baut man so vier verschiedene Spielfiguren-Species mit unterschiedlichen Genen auf.


    Hürde 3: Spielfiguren an sich werden auch nicht aufgefressen sondern nur durch andere Spielfiguren / Invasoren oder sich ändernde Umweltbedingungen verdrängt / ausgerottet. So kann eine Species durchaus die Beute einer anderen sein und beide leben wunderbar im Gleichgewicht in einem Biotop weiter.


    Hürde 4: Etliche Spieldetails passieren automatisch als Umweltwirkung, ohne dass man sich diese Details überhaupt merken müsste. Stattdessen reicht es völlig aus zu wissen, wann die passieren, um die dann anhand der Regeln abzuarbeiten. Aktive Entscheidungen trifft man dabei sowieso nicht.


    Hürde 5: Aktiv gestaltet man das Spiel eigentlich nur an der Stelle, in dem man Gen-Karten für seine Species einkauft, damit die auf anderen Biotopen ebenso überleben können und ggf die Species von Mitspieler verdrängen können, weil man besser angepasst ist. Zeitgleich versucht man keine Beute für die Mitspieler-Species zu sein, nicht weil man dann "weg" wäre, sondern um den Mitspieler-Species keine Nahrungsgrundlage zu bieten. Dazu kommt ein wenig Ausbreitung auf andere Biotope und die ganzen Feinheiten ergeben sich dann in der Spielpraxis von selbst.


    Kurz gesagt: Von dem ganzen wissenschaftlichen Rahmen befreit, ist Bios Megafauna ein Landnahmespiel mit Übereinstimmungs-Parametern, die man im Wettstreit mit den Mitspielern anstrebt. Aber erst durch den ganzen wissenschaftlichen Rahmen wird das Spiel besonders - leider auch mit einer besonders hohen Einstiegshürde, die es zu überwinden gilt.


    Cu / Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

    Einmal editiert, zuletzt von ravn ()