Spielt ihr auch Schach als Brettspieler?

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  • Hallo miteinander!


    Es gibt immer wieder Phasen, da packt mich die Schachleidenschaft, so dass stunden- oder tagelang nur Schach spielen kann. Aber langfristig gesehen fesselt mich das Spiel nicht genug, um beispielsweise einem Verein beizutreten oder mich nur noch auf dieses Spiel festzulegen.


    Wie geht es euch eigentlich so als Brett-und Cosimspieler? Spielt ihr auch immer wieder einmal oder sogar ständig Schach? Warum steht Schach bei euch auf der Dauerhitlister der Spiele, die ihr ständig spielt ? Vielleicht findet ihr Schach aber auch doof und spielt es kaum bis nie...und warum?


    Bin gespannt auf eure Beiträge,-)


    Gruß
    Marc 8-)

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  • Ich spiele es gelegentlich, aber es ist schwierig, Spieler in meiner "Klasse" zu finden. Die meisten Hobbyspieler schlage ich leicht, und alles jenseits der Hobbyspieler vernichtet mich in 3 Zügen... :-)


    Ich spiele es ganz gern, weil es komplex bei einfachen Regeln ist, weil es IT-tauglich ist (LARPer...) und weit verbreitet. Und, frei nach Homo Faber, man kann sich lange gegenüber sitzen, ohne etwas sagen zu müssen.

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  • Ich würde eine Partie Schach wohl spielen, aber es reizt mich einfach nicht.
    Dabei bin ich abstrakten Spielen nicht abgeneigt.
    Aber einfacher/kürzer finde ich mittlerweile besser.
    Kamisado könnte ich immer. Hive auch und mal zwei Spiele zu nennen, die ich Schach jederzeit vorziehen würde.


    Meiner Erfahrung nach ist Schach das Spiel, wo sich Grübler 100%ig austoben.
    Auch ich muss natürlich öfters mal eine oder zwei grübelminuten einlegen (auch bei Hive und Kamisado), aber viele andere nehmen sich gerade bei Schach auch gerne mal 10 Minuten und mehr. Seltsam, die kaltkulieren 10 Züge im voraus und beim nächsten mal wieder. Da müsste doch einer der vorherigen bei sein oder ?
    Ein Blitzschachspieler bin ich aber auch, da mache ich Fehler in der Hektik.

  • Hi,


    Also ich war ein paar Jahre im Verein (10) und wenn man Schach spielt, dann macht man das i.d.R. auch richtig, d.h. man spielt Turniere, Meisterschaften, etc.
    Reines spielen, just for fun iss nicht. Es geht immer darum möglichst gut abzuschneiden. Man anaylsiert alle Partien die man gespielt hat und sucht die Fehler und versucht sich so immer weiter zu verbessern.
    Ab und an hat man sich im nicht-Schach-freundeskreis getroffen und was andes Gespielt (Risiko, A&A, etc) , aber sobald 2 Schachfreunde an einem Tisch waren, wurde auch schin das Brett ausgepackt und natürlich die Uhr. immer unter Wettkampfbedingungen ... und wenn es nur ein Duell war ... "best of the night" oder so ... ;-)


    Wenn ich die Zeit dafür habe, dann werde ich wohl auch wieder irgendwann in einem Verein landen. Lust hätte ich prinzipiell, aber es ist echt Zeitintensiv.


    Atti

  • Schach ist schon toll ... ich war früher auch im Verein, aber mir hat immer die Energie gefehlt, um mich wirklich intensiv mit Eröffnungs- und Endspieltheorie auseinanderzusetzen. (Das war immer wie Vokabeln lernen, da war ich auch nie gut.) Im Mittelspiel konnte ich intuitiv spielen, da hatte ich am meisten Spaß ... nur mit zunehmender Spielstärke wird man zu oft bereits in der Eröffnung gemeuchelt, als dass man sich aufs Mittelspiel verlassen könnte. Deswegen ist meine Spielstärke (gemessen in der DWZ) irgendwann stagniert, und das gemeinsam mit Zeitmangel hat dann irgendwann dazu geführt, dass ich das aufgegeben habe.


    Ohne Uhr spiele ich aber auch ungern Schach. Blitzschach dagegen ist toll - ich war im Oktober nach Jahren mal wieder zu Besuch beim Trainingsabend meines alten Vereins, habe spontan (nach mehreren Jahren ohne Schachspiel) am Blitzturnier teilgenommen und bin aus dem Stand 5. von 18 geworden. Da war ich schon stolz ...

  • Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    Spielt ihr auch immer wieder einmal oder sogar ständig Schach?


    Eigentlich so gut wie nie. Zuletzt habe ich es meinen Kindern beigebracht.


    Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    Warum steht Schach bei euch auf der Dauerhitlister der Spiele, die ihr ständig spielt ? Vielleicht findet ihr Schach aber auch doof und spielt es kaum bis nie...und warum?


    Das Spiel ist gut, wenn beide auf dem gleichen Level sind und ansonsten eigentlich unspannend. Eröffnungszüge kann ich bis zum 4. Zug, gute Gegner kommen da 10 bis 20 Züge weit. Während ich also ab dem 5. Zug brüte, spielt der Gegner seine Theorie ab. Um das zu ändern, müsste ich jetzt Eröffnungen pauken und dann auch noch regelmäßig Schach spielen. Weder auf pauken noch auf immer das gleiche Spiel habe ich Lust und deshalb ist es für mich ausreichend erkundet und schreit nicht mehr nach Wiederholung.


    Da nehme ich mir lieber die Zeit, und nehme mir ein neues Spiel vor bzw. erarbeite es mir mit meinen Spielpartnern.


    Aber eines muss man dem Schachspiel lassen: es ist strategisch und reizt viele Spieler zu tausenden von Wiederholungen. Für welches andere Spiel außer GO gilt das sonst noch?

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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  • Zitat


    Das Spiel ist gut, wenn beide auf dem gleichen Level sind und ansonsten eigentlich unspannend. Eröffnungszüge kann ich bis zum 4. Zug, gute Gegner kommen da 10 bis 20 Züge weit.


    Naja, solange man sich tatsächlich noch in der Theorie befindet, ist das wohl richtig. Kann man aber auch ganz schnell beenden die Sache mit der Theorie. :-)


    Aber letztendlich muss man nicht alles auswendig lernen. Das bringt nichts. Man sollte sich aber in dem was man Spielt halbwegs auskennen.


    Zu meiner Zeit, wurde von den starken Spielern (zumindest in SRE und SVM) Eröffnungen bevorzugt die relativ wenig Theorie hatten und vermeintlich dann für der Spieler der es spielt schlechter sind.
    z.B. Königsgambit als weisser und Französisch (nur Vorstossvariante) als Schwarzer. Beides galt als eigentlich nicht so doll, besonders umfangreich war die Theorie da aber nicht. Endet oft mit "Weiss steht besser" ... wieso, das wusste man nicht ... :-)


    Gerade weil die als vermeintlich schlechter galten, kannten das nicht so viele Spieler und dazu war man auch rel. schnell raus aus der Theorie.
    Alles kann keiner. Solides Basiswissen in Theorie hat jeder halbwegs gute Hobbyspieler. Es geht hat darum den anderen Spieler nicht in "sein" Spiel kommen zu lassen, wo er sich vermutlich weitaus besser auskennt als man selber.


    Atti

  • Das ist jetzt aber auch nicht mein Ding: eine exotische Eröffnung zu spielen, nur damit der Gegner nicht auf bekanntes Terrain kommt.


    Schach ist nicht auf Dauer mein Ding, ähnliches gilt für GO, wobei hier die Gründe etwas anders liegen.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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  • Zitat

    Original von Attila
    Gerade weil die als vermeintlich schlechter galten, kannten das nicht so viele Spieler und dazu war man auch rel. schnell raus aus der Theorie.
    Alles kann keiner. Solides Basiswissen in Theorie hat jeder halbwegs gute Hobbyspieler. Es geht hat darum den anderen Spieler nicht in "sein" Spiel kommen zu lassen, wo er sich vermutlich weitaus besser auskennt als man selber.


    Das funktioniert bis zu einer gewissen Spielstärke der Gegner, jenseits derer die sich damit auch auskennen. Habe selbst als Weißer iim geschlossenen Sizilianer so manchen Gegner auf dem falschen Fuß erwischt. Als Schwarzer hat man es da schon schwerer ... sagen wir, Du spielst Französisch ... dann musst Du tatsächlich in allen Varianten, die der Weiße einschlagen kann Vorstoß, Abtausch, Sc3, Sd2, um die gängigsten zu nennen) wissen, wie es weitergeht und worauf es ankommt. Und wenn Du Dich in nur einer dieser Varianten nicht wohlfühlst, kann das ein Grund sein, die komplette Eröffnung zu verwerfen.


    Im Wettbewerbsbetrieb in den etwas höheren Ligen (spätestens ab Oberliga im Erwachsenenbereich) werden die eigenen präferierten Eröffnungen publik, weil die Mitschriften zentral veröffentlicht werden. Im Jugendbereich (U20) gab es so einen Partienservice sogar in der Jugendbundesliga, die oberhalb der einzigen Jugend-Spielklasse auf Landesebene lag. Wenn sich die Gegner auf das vorbereiten können, was Du regelmäßig spielst, dann kommst Du mit Durchmauscheln nicht weit.

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  • Hey,


    irgendwie klingt das schon ziemlich krass bei euch. Bei einigen Beiträgen habe ich das Gefühl, dass aus Spiel "Ernst" wird. Da fehlt mir irgendwie die Leichtigkeit, das Unernsthafte. Irgendwie wird aus einem spielerischen Vergnügen harte Arbeit....Irgendwie ist das auch wohl der Grund für mich, weshalb mich Schach auf Dauer nicht fesseln kann.Für mich bedeutet Spielen einen schönen Freizeitvertreib ohne harte Arbeit:-)


    Aber ist schon interessant zu erfahren, wie richtige Schachspieler ticken,-)


    Gruß
    Marc 8-)

  • @ Jimmy Dean: Naja, wenn Du im Fußballverein spielst, dann willst Du ja auch gewinnen, d.h. Du solltest über gewisse Grundfähigkeiten verfügen (Kondition, Schnelligkeit), viel trainieren und optimaler Weise die taktischen Vorgaben eines guten Trainers verstehen und umsetzen. Schach im Verein ist da nicht so anders. Und als Mannschaftssport (8 gegen 8, bzw. 8mal 1 gegen 1 bei Addition der Punkte der jeweiligen Seite) hat es schon seinen ganz eigenen Reiz. (z.B. Es steht 3:4 gegen Dein Team, Deine Stellung ist eigentlich Remis, aber Du musst auf Gewinn spielen ...)


    Aber: Ja, Schach im Verein ist nicht gemütliches Gesellschaftsspielen im Verein, sondern durchaus leistungsbezogen wie in einem Sportverein.

  • Hiho,


    Schon in der untersten Bezirksliga hat man sich auf seine Gegner vorbereitet. Und das schon in der C-Jugend! :-)
    Partien wurden bei uns *immer* Mitgeschrieben. Das war imo sogar Pflicht.
    Und das ging ganz ohne Internet ! :-)


    @Jimmy: Ja, das ist der Unterschied zwischen einem Spiel und einem Sport. Schach ist Sport, auch wenn manche da verächtlich die Nase rümpfen. Es geht um den Wettkampf, ums Gewinnen, möglichst gut abschneiden, immer weiter verbessern Leichtigkeit und unernsthaftes wirst du da nicht finden.
    Ich kann nicht sagen wie "richtige" Schachspieler ticken ich kann nur von mir sagen wie es war. (C-Jugend bis Junioren)
    Der Reiz lag im Wettkampf, nicht im Spiel an sich.
    Wenn man konnte, hat man jeden Gegner vom Feld geputzt. Je schneller, des so besser. Da gibt es kein "oh, das hab ich übersehen , ich nehme es mal zurück". Berührt, geführt - das ist kein lockerer Spruch, das ist eine Regel, auf dessen Einhaltung geachtet wird! (auch im Blitz). Aber es hat sich auch keine beschwert deswegen. Man hat den Fehler gemacht und so ist die Regel. Gnadenloses auf Zeit spielen gehört da genauso dazu.
    Man muss es als Sport auffassen. Weil es ein Sport ist. Und dann macht es durchaus Spass. Es macht ein Höllenspass... wenn es nicht so zeitraubend wäre ... :-)


    Für das "locker nicht ernsthafte" Spielchen findet man einfach keine Spieler. Entweder, sind die schlechter oder die sind weitaus besser. Beides ist ziemlich langweilig.


    Atti

  • Zitat

    Aber: Ja, Schach im Verein ist nicht gemütliches Gesellschaftsspielen im Verein, sondern durchaus leistungsbezogen wie in einem Sportverein.


    Was heisst "wie"? - Ein Schachverein IST ein Sportverein! :-)


    Atti

  • Zitat

    Original von Attila
    Schon in der untersten Bezirksliga hat man sich auf seine Gegner vorbereitet. Und das schon in der C-Jugend! :-)
    Partien wurden bei uns *immer* Mitgeschrieben. Das war imo sogar Pflicht.
    Und das ging ganz ohne Internet ! :-)


    Mitschreiben war und ist Pflicht, damit der Schiedsrichter (oder die beiden Mannschaftsleiter, die in unterklassigen Ligen diesen Posten gemeinsam ausfüllen) im Streitfall (wurde vor der Zeitüberschreitung der 40. Zug ausgeführt, wurde wie reklamiert tatsächlich 3x die Stellung wiederholt = remis) eine Entscheidungsbasis haben. Das heißt aber nicht, dass diese Mitschrift dann auch automatisch an alle Vereine der Liga ging. So einen Mitschriftendienst gab es nur in den höheren Klassen.


    Klar hat man sich auch in unteren Klassen auf Gegner vorbereitet - wenn man den denn kannte oder irgendwer aus dem eigenen Verein schon mal mit der richtigen Farbe gegen den gespielt hatte. Auf diese Weise habe ich meinen größten Skalp (einen späteren 2.-Bundesliga-Spieler) errungen. Aber dann fehlte häufig plötzlich der gegnerische Stammspieler an Brett 1, und wegen des vorgeschriebenen Aufrückens bei Einsatz eines Ersatzspielers mit höherer Meldenummer kriegte man dann doch einen ganz anderen Gegner ...

  • Zitat


    Sehe ich auch so, wollte es nur nicht so deutlich formulieren, weil das ja gemeinhin auf Vorurteile (das kann doch kein Sport sein!) stößt.


    Ja, aber das kann nur von Leuten kommen die überhaupt nicht wissen von was sie reden. :-)


    Atti

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  • Zitat

    Original von Attila
    Was heisst "wie"? - Ein Schachverein IST ein Sportverein! :-)
    Atti


    Die Menschen sind da halt irritiert, da der Schachspieler nach seiner sportlichen Betätigung keine Dusche benutzt :-)

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

    ______________________________

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  • Zitat

    Original von LemuelG
    Aber: Ja, Schach im Verein ist nicht gemütliches Gesellschaftsspielen im Verein, sondern durchaus leistungsbezogen wie in einem Sportverein.


    :stop: :stop:
    Ach was, das ist wieder so eine Pauschalisierung die an der Realität vorbei geht. Es kommt immer auf die Menschen an die im Verein drin sind, die einen stellen den Leistungsaspekt in den Vordergrund, die anderen den gesellschaftlichen. Und dann gibts die Mischstrukturen, wo man sich mit den guten Spielern im Schach misst und mit den gesellschaftlichen im Bierstemmen.
    :-) :-) :-)