Antiquity lernen

  • Moin zusammen,


    ich würde gerne für nächste Woche eine Runde Antiquity ansetzen, Ostern bietet sich doch eigentlich wunderbar für diverse Treffs an. Nun ist es so, dass das Spiel ja nun nicht ganz unkomplex ist. Dazu kommt, dass ich hier in meiner Nähe niemanden habe, der es vorher bereits einmal gespielt hat. Das heisst: Regeln lesen und versuchen, hier und da im Netz noch mal die ein oder andere Stolperfalle recherchieren.


    Die Anleitung spricht ja selbst davon, dass es bei ungeübten Spielern passieren kann, dass man sich in ein einen Patt spielt, da es niemand geschafft hat, seine Ökonomie so in Gang zu bringen, dass die Siegbedingungen erfüllt werden. Als Alternative wird empfohlen, ohne Umweltverschmutzung und Gräber zu spielen. Aber fängt das dann noch das Feeling ein?


    Kurz gesagt: Ich suche Tipps und Empfehlungen für die erste Partie!


    Grüße,
    Carsten

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  • Auf BGG sollte es die individuellen Spielerbögen in deutscher Sprache zum Download geben. Das würde ich unbedingt empfehlen, das macht es sprachlich einfacher und ist auch logischer strukturiert. Und nicht erst direkt vor der Partie loslegen mit Auspöppeln - das dauert ein paar Stunden mit dem Skalpell oder beschädigt Pappkomponenten. Wir haben unsere erste (und bisher einzige) Partie zu zweit gespielt, aber mit Verschmutzung ... ich kann schwer abschätzen, ob es sinnvoll ist, gleich mit mehr Spielern loszulegen. Es ist recht einfach, sich bei Antiquity selbst rauszuschießen, indem man sich von bestimmten Rohstoffen abschneidet. Darauf muss jeder Spieler mehrfach hingewiesen werden.


    Mehr fällt mir aus dem Stand erstmal nicht ein.

  • Zitat

    Original von unittype001Als Alternative wird empfohlen, ohne Umweltverschmutzung und Gräber zu spielen. Aber fängt das dann noch das Feeling ein?

    Imho ganz klar nein. Das Scheitern (im ersten Spiel) gehört einfach dazu ;) Obwohl ich das erste Spiel akribisch vorbereitet hatte und meine Mitspieler ins kalte Wasser schmiss, war ich derjenige der jämmerlich an Gräbern zugrunde ging (und das auch nur, weil mir meine lieben Mitspieler irgendwann ein Holz schenkten/tauschten, da ich irgendwie 'nen woodcutter vergessen hatte).
    Ich würd' als Vorbereitung das Spiel per Java-Version durchgehen oder gleich in die seit einigen Tagen verfügbare Online-Variante reinschauen. (threads dazu jeweils bei bgg.)


    PS: LemuelG lässt mich noch an folgendes denken: unbedingt die Counter sinnvoll verfügbar halten, also idealerweise in kleinen Schälchen, counter-trays o. ä.

    Einmal editiert, zuletzt von yzemaze ()

  • Schon mal danke fürs Erste, das hilft doch schon mal weiter. Wie habt Ihr das mit den Sichtschirmen gemacht? Selber was gebastelt? Und wie ist Eure Erfahrung mit dem Handeln? Dürfen neben Waren etc. (nicht bindende) Absprachen dann wirklich nur von Spielern getroffen werden, die tatsächlich den Markt gebaut haben? Wo ist da die Nahtstelle zwischen "Tabletalk" und "Handeln"?


    Grüße,
    Carsten

  • Meiner Erfahrung nach braucht es für die erste Partie definitiv keine Sichtschirme, weil jeder Spieler ohnehin soviel damit zu tun hat, seine eigene Städte zu managen und seine eigene Strategie zu verfolgen, dass er gar nicht darauf achten kann, was die anderen so treiben.


    Ähnlich dürfte es mit bindenden Absprachen ausschauen ... aber das kann ich auf Basis einer 2er-Partie nicht wirklich beurteilen.

  • Zitat

    Original von unittype001
    Moin zusammen,


    ich würde gerne für nächste Woche eine Runde Antiquity ansetzen, Ostern bietet sich doch eigentlich wunderbar für diverse Treffs an. Nun ist es so, dass das Spiel ja nun nicht ganz unkomplex ist. Dazu kommt, dass ich hier in meiner Nähe niemanden habe, der es vorher bereits einmal gespielt hat. Das heisst: Regeln lesen und versuchen, hier und da im Netz noch mal die ein oder andere Stolperfalle recherchieren.


    Im Grunde stimmt das nicht ganz. Das Spiel ist meiner Meinung nach nicht schwerer als andere Euros dieser Klasse auch. Und damit meine ich Agricola, Puerto Rico, Caylus, etc.


    Was Schwierigkeiten machen könnte, sind die vielen Gebäude.


    Wie man seine Produktion aufbaut wirst du gut nachempfinden können, denn du kennst ja Loyang. In diesem Fall kommt noch eine Art Arbeitermanagement hinzu. Doch das sollte wahrlich kein Problem darstellen, wenn man Worker-placement-Spiele kennt.


    Im Grunde dauert das Spiel halt lange. Das ist alles. Komplexer als andere Euros ist es deshalb nicht. Meiner Ansicht nach, vergeht die Zeit wie im Fluge, weil man meist gleichzeitig spielen kann...


    Zitat

    Original von unittype001
    Die Anleitung spricht ja selbst davon, dass es bei ungeübten Spielern passieren kann, dass man sich in ein einen Patt spielt, da es niemand geschafft hat, seine Ökonomie so in Gang zu bringen, dass die Siegbedingungen erfüllt werden. Als Alternative wird empfohlen, ohne Umweltverschmutzung und Gräber zu spielen. Aber fängt das dann noch das Feeling ein?


    Kurz gesagt: Ich suche Tipps und Empfehlungen für die erste Partie!


    Ich finde diese Variante absolut sinnvoll. Die Frage ist, wie schmerzfrei deine Mitspieler sind. Du kennst ja den Druck aus Spielen wie Agricola oder Le Havre. Damit meine ich die Ernährung. Die Gräber sind im Grunde das Vorbild des Nahrungsdrucks aus Agricola und Le Havre. Wenn man den nicht im Griff hat, können diese beiden Spiele brutal sein. Antiquity ist härter...


    Umd die Zusammenhänge zu verstehen würde ich erst mal ohne Hungersnot und Verschmutzung spielen. Wenn ihr dann gerafft habt, was man machen kann, dann lohnt es sich das ganze Spiel zu spielen. Mit ist nämlich viel geiler!!! :-)


    Zitat

    Original von unittype001
    Wie habt Ihr das mit den Sichtschirmen gemacht? Selber was gebastelt? Und wie ist Eure Erfahrung mit dem Handeln? Dürfen neben Waren etc. (nicht bindende) Absprachen dann wirklich nur von Spielern getroffen werden, die tatsächlich den Markt gebaut haben? Wo ist da die Nahtstelle zwischen "Tabletalk" und "Handeln"?


    Sichtschirme - Schnick schnack!!! Wenn ihr in eurer ersten Partie Zeit habt darauf zu achten, was die anderen so machen, dann seit ihr übermäßig begabt... Und selbst dann emfinde ich es als Quatsch.

    Einmal editiert, zuletzt von ode ()

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  • Zitat

    Original von spielelieselOhne Holz bist du am Arsch ... wirklich. :-)


    Ich sehe es richtig, dass man ohne Holz nicht wieder an Holz kommt? Also - wenn ich weder Holz habe, noch einen Holzfäller, dann war es das? :)


    Ich tue mich noch ein wenig schwer mit dem Pollution & Famine System. Und der Nummerierung der Häuser... (Wobei ich zugeben muss, dass ich in das Spiel mehr oder weniger ohne Regelstudium gesprungen bin und einfach mal ein 2er Spiel gegen mich selbst online gestartet habe... ^^)


    Immerhin hat mich all dieses Gerede über Antiquity dazu gebracht, das Spiel einfach mal zu kaufen, ehe es das nicht mehr gibt. *)

  • Zitat

    Original von [Tom]
    Ich sehe es richtig, dass man ohne Holz nicht wieder an Holz kommt? Also - wenn ich weder Holz habe, noch einen Holzfäller, dann war es das? :)

    Fast jedenfalls, ein Mitspieler mit Markt könnte dir ein Tauschangebot machen. Ich hatte solche Mitspieler in 'ner Lernrunde (s. o.).


    Mein Lieblingszitat dazu:

    Zitat

    When I teach people this game, I sometimes tell them it is not called "Antiquity" but rather "Never Run Out of Wood: The Game"


    Zitat

    Original von [Tom]Immerhin hat mich all dieses Gerede über Antiquity dazu gebracht, das Spiel einfach mal zu kaufen, ehe es das nicht mehr gibt.

    nie verkehrt, wenn ich nicht bei der 2nd edition zugeschlagen hätte, wären es lockere 5 Jahre Wartezeit gewesen...

  • Ich habe jetzt doch mal in die Anleitung geschaut (*gasp*!) und da haben sich dann noch mal ein paar Unklarheiten geklärt.
    Sehe ich es richtig, dass die ersten Partien nicht gegen die Mitspieler sind, sondern gegen das Spiel? *grins*


    Was ich in der Anleitung noch nicht verstanden habe, das ist der Hinweis: Use Inns to force Graves upon the other players.
    Inwiefern? Indem ich meine Pollution in ihrem Einflussbereich platziere, und damit alles verschmutzt ist, so dass der Spieler Gräber platzieren muss?

  • ja (s. diverse Kommentare oben) + ja

  • Ja (weil's so schön ist ;)) oder die nächste Hürde nehmen: Vor (!) den anderen (s)eine Siegbedingung(en) erfüllen. Natürlich sollte man diese wie jene nie außer acht lassen. Es geht ja eben nicht darum, eine gut geölte Maschine auf ewig zu betreiben und stolz auf sein Werk zu sein, sondern nur die unbedingt nötige Basis zu schaffen, um als erster fertig zu werden (oder ggfls. als letzter (noch) nicht an Verschmutzung und Gräbern erstickt zu sein). Du findest aber beim geek auch ein paar threads mit Strategiediskussionen, die dir sicherlich auch deine nächste(n) Frage(n)¹ beantworten ;) Ich würd's aber erst mal selbst entdecken. Gerade online geht das ganz prima, auch wenn da Fehler nur sehr bedingt durch nachsichtige Mitspieler korrigiert werden können...


    ¹ Welchen Heiligen soll man wann wählen und wieso? ...

    Einmal editiert, zuletzt von yzemaze ()

  • Ja.


    Du solltest dich zeitnah auf einen Weg einstellen und den verfolgen. Auch ruhig dann sofort ne Kathedrale bauen. Die bieten dann sofort einen kleinen Vorteil auf dem Weg. Ob es ein unbegrenztes Lager ist, wenn man den Produzentenweg einschlägt, billige Häuser für den Häuserbauerweg oder die hohe Flexibilität beim Baumeister aller Gebäude.


    Immerhin gibt es noch die Möglichkeit, die Kathedrale wieder abzureissen und eine neue zu bauen. Ob sich das lohnt hab ich noch nicht rausgefunden.


    Wichtig ist noch zu beachten, dass Santa Barbara dem geneigten Neuling eine ganze Palette an Sonderfunktionen anbietet, was richtig helfen kann. Allerdings hat die Sache 2 Haken: Man muss 2 beliebige Siegbedingungen erfüllen UND KANN DIE KATHEDRALE NICHT MEHR ABREISSEN! Ein Detail, das gerne übersehen wird.


    Wegen dem Holz: In einer Runde Profis ohne Gnade wird dir niemand mehr ein Holz abgeben. Aber das Holz kannst du dir auch 2:1 ertauschen. Aber nur am eigenen Markt. Den du ohne Holz nicht bauen kannst. Ein ziemlich schlechtes Spieldesign an dieser Stelle. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, dann bau schnell einen Markt, so lange du noch Holz hast... ;-)

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  • Zitat

    Original von ode
    Wichtig ist noch zu beachten, dass Santa Barbara dem geneigten Neuling eine ganze Palette an Sonderfunktionen anbietet, was richtig helfen kann. Allerdings hat die Sache 2 Haken: Man muss 2 beliebige Siegbedingungen erfüllen UND KANN DIE KATHEDRALE NICHT MEHR ABREISSEN! Ein Detail, das gerne übersehen wird.

    = Maria

  • Nachtrag: Zum Lernen ist auch die in JAVA geschriebene Hotseat-Application toll geeignet! Da klickt man dann zu dritt oder viert schnell durch (habe mit keinem der beiden Spieler wirklich gewonnen - beide gingen am Hunger zu Grunde. Zu spät den Effekt der Alchemie-Gilde erkannt ^^)

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