Playboss (früher Ravensburger)

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  • Guten abend zusammen,


    ich habe da mal ein paar Fragen an euch und ich würde ehrliche Antworten sehr begrüßen :peace:


    Also, fast jeder von euch kennt das spiel "Playboss" von Ravensburger. Die Kritiken früher waren sehr ordentlich und ich empfinde das Spiel auch heutzutage noch als sehr spannend und vor allem sehr lehrreich. Der Spielspaß stimmte bislang auch, vorausgesetzt, man stellte an das Material keine hohen Ansprüche und saß zu mehr als 5 Spielern am Tisch.


    Da ich mit den Gedanken spiele, das Spiel mit dem Autoren gemeinsam in einer Kleinauflage neu herauszubringen, wollte ich mal eure Meinung dazu hören:


    1. Wie schätzt Ihr die Qualität , also den Spielspaß , aus eurer heutigen Sicht ein?


    2. Habt ihr Verbesserungsvorschläge?


    3. Könntet ihr euch vorstellen, als normale Spieler euch eine Neuauflage des Spiels zuzulegen? falls nein, warum nicht?



    Ach ja, ehe ich es vergesse: Das Spiel will ich vorrangig im Personalauswahlverfahren und zur Schulungszwecken einsetzen. Daher sind also die Absatzzahlen für den normalen Spielebereich nicht besonders relevant, aber eure Meinung dazu interessiert mich doch halt,-)


    Gruß
    Marc

    Einmal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean ()

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  • Da gibt es doch noch Tausende auf dem Gebrauchtmarkt.

  • Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    Da ich mit den Gedanken spiele, das Spiel mit dem Autoren gemeinsam in einer Kleinauflage neu herauszubringen, wollte ich mal eure Meinung dazu hören:


    Mein erster Gedanke: damit kann man doch keinen Hund mehr hinter dem Ofen vorlocken
    Mein letzter Gedanke: dito
    Meine Empfehlung: laß bloß die Finger davon (wegen verbrennen ... ;) )


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Hallo Herbert und Warbear,


    ich danke euch für eure Antworten:-)


    Aber ich denke nicht, dass Daimler Benz u.a. in Personalauswahlverfahren gebrauchte Spiele aus den 70 er Jahren benutzen würden, um geeigente Bewerber einzustellen.Das wäre sogar mir peinlich,-) Die zahlen bei mir schließlich richtig Geld für die Weiterbildungslehrgänge....


    Auf jeden Fall wären die Normal-/Familienspieler keine Zielgruppe mehr...hab ich mir aber auch fast gedacht,-)


    Bin aber trotzdem davon überzeugt, dass eine (kleine) Neuauflage sinnvoll ist.Die wirtschaftlichen Zusammenhänge werden in keinem anderen mir bekannten Spiel so wirklichkeitsnah abgebildet. Ein erstklassiges Spiel, dass jedem klassischen (teuren) Eignungstest überlegen ist...


    Okay, wünsche euch noch eine gute Nacht:-)


    Marc

    Einmal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean ()

  • Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    Aber ich denke nicht, dass Daimler Benz u.a. in Personalauswahlverfahren gebrauchte Spiele aus den 70 er Jahren benutzen würden, um geeigente Bewerber einzustellen.Das wäre sogar mir peinlich,-) Die zahlen bei mir schließlich richtig Geld für die Weiterbildungslehrgänge....


    Habe ich das richtig verstanden? Daimler lässt Bewerber zocken um zu schauen, wer sich am geschicktesten anstellt? Wo darf ich mich bewerben? :D

  • Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    Die wirtschaftlichen Zusammenhänge werden in keinem anderen mir bekannten Spiel so wirklichkeitsnah abgebildet.


    Meine Favoriten waren ja immer Schoco & Co und Dicke Kartoffeln, aber die kommen bei den Kunden womöglich auch weniger in Frage.


    Abgesehen davon: 20 ausgeschlachtete Playboss in einem repräsentativen Materialkoffer verstaut macht bestimmt was her.

  • Naja, mir bekannt ist hier das Stichwort.
    Es gibt jedenfalls etliche PLAY BOSS Klone (hieß eines nicht BIG BOSS?), darüberhinaus fällt mir spontan BUSINESS, FABRIK MANAGER und MÜLL UND MONEY ein. MASTER OF ECONOMY wäre auch schön.


    Vom kaum überschaubaren Markt an Werbespielchen mal abgesehen.

    UpLive [bgg for trade] - einfach anschreiben, wenn Dich davon was interessiert!

  • Hallo Njoltis,


    so ganz stimmt deine Vermutung nicht,-) Also, die klassischen Eignungstests, die viele Unternehmen für teures Geld einkaufen, taugen nicht viel. Meine Erfahrungen, bessere und treffendere Aussagen über das Potential eines Bewerbers zu erhalten, sind durch das Spiel Playboss wesentlich aussagekräftiger.In meinen Seminaren mit zukünftigen Ausbildern habe ich gute Erfahrungen gesammelt. Allerdings sollte bei einem Auswahlverfahren mehr als nur das reine "Spielen" beobachtet werden. Insbesondere der sehr gute realistische Markt/Preismechanismus ist hier vorbildlich dargestellt.Insbesondere können bis zu 16 Personen (2-er Teams) an einer Partie teilnehmen. Als Ausbilder kann man so viele interessante Beobachtungen machen, die wesentliche Rückschlüsse auf das Potential und Verhalten des Bewerbers geben.Viele Betriebe haben extreme Probleme, geeigente Bewerber zu finden, vor allem, da die einzelnen Schulabschlüsse kaum noch aussagekräftig sind. In Deutschland kann man den Realschulabschluss erreichen, ohne Lesen und Schreiben zu können. Traurig, aber wahr....


    Insofern ist dort schon ein kleinerer Markt vorhanden, der für viele Betrieben eine Hilfe darstellt, geeignete Bewerber zu finden.Selbst zu Schulungszwecken im Betrieb bietet das Spiel viel Potential.Komplexe Zusammenhänge werden so gut verständlich....So weit meine Erfahrungen....


    Ob andere Spiele nun besser geeignet sind, vermag ich nicht zu sagen...Für mich gehört Playboss zu den besten seiner Zunft...


    Gruß
    Marc

    Einmal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean ()

  • Ich empfehle "Greed" von Splotter Speelen. Zumindest wenn es um Bewerber für Managment-Positionen geht! ;-)

    "Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world.", The Second Coming by W. B. Yeats

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  • Hallo Ravn,


    also , wenn ich mich Recht erinnere, hatte Matthias Hardel das Spiel Greed in einer der früheren Ausgaben zerrissen...3 von 10 Punkten oder so....Mich wundert es eigentlich, dass du das Spiel so gut findest. Weshalb magst du das Spiel denn so?


    Im Übrigen wollen wir das Spiel ja in Lizenz produzieren, das heißt, dass wir an Spielen, die noch am Markt sind oder rechtliche Hindernisse mit sich bringen, kein Interesse haben ,-)


    Gruß
    Marc

  • Hat jetzt schon jemand auf die Fragen geantwortet?


    1a) Die Qualität der wenigen Teile war ok. Das Spielgeld hat aus heutiger Sicht ein historischen Flair. Die Rohstoffe und die Maschinen sind schon ziemlich abstrakt. Der Spielplan praktisch.


    1b) Der Spielspaß war sehr abhängig von den Spielern - ok, wobei ist das nicht so?! Die Möglichkeit die Komplexität zu steigern fand ich allerdings ganz reizvoll.


    2) Das mag jetzt für Deinen Zweck jetzt nicht hilfreich sein, aber ich mag eine schöne Ausstattung. Ansprechende Spielsteine und einen kreativen Spielplan. Aus dem Gedächtnis gekramt; wir kamen mit den Darlehen nicht so richtig klar. Vielleicht kann man die Kreditaufnahme - wie im richtigen Leben - an bestimmte Bedingungen des Unternehmens knüpfen. Lebensechter würde das Spiel werden, wenn man die Unternehmen, also die Spieler, etwas varaintenreicher gestaltet. Nicht ganz so uniform. Meinetwegen mit unterschiedlichen Aufgaben oder Voraussetzungen.


    3) Ja, klar. Wäre jetzt kein "must have", aber interessant wäre es dennoch.


    LG Gerrit

    Mit Gewaltlosigkeit hat noch nie jemand etwas erreicht. (Montgomery Burns)

    Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Präsident der EZB. (Das Känguru)


    Zum Spieleblog


  • Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    Hallo Ravn,


    also , wenn ich mich Recht erinnere, hatte Matthias Hardel das Spiel Greed in einer der früheren Ausgaben zerrissen...3 von 10 Punkten oder so....Mich wundert es eigentlich, dass du das Spiel so gut findest. Weshalb magst du das Spiel denn so?


    Moin Marc,


    der Verriss bezog sich (wenn ich mich recht entsinne) darauf, dass der Reiz zunächst extrem hoch war, aber nach ein paar Spielen abflaute, als man hinter den Trick kam (oder so ähnlich). Der Wiederspielreiz war halt kaum gegeben, was für Deine Zwecke aber nicht ausschlaggebend sein dürfte, solange die Prozesse korrekt wiedergegeben werden, oder?


    Außerdem hat Ralf ja nicht geschrieben, dass er das Spiel mag, sondern nur, dass er es empfehlen würde - ein kleiner, aber feiner Unterschied. Wir hatten uns vor geraumer Zeit mal über Greed unterhalten, und da kam er auf ähnliche Schlussfolgerungen wie Matthias. Aber dazu wird er sich sicherlich noch mal selbst äußern. 8-)


    Gruß FBI

  • Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    ...Als Ausbilder kann man so viele interessante Beobachtungen machen, die wesentliche Rückschlüsse auf das Potential und Verhalten des Bewerbers geben.....


    Mensch das find ich spannend.
    Was genau kann man am Verhalten von jemanden ablesen, der ein Spiel spielt was er unter Umständen gar nicht spielen will ?
    Ich hüte mich ja privat total davor jemanden zum spielen überzeugen zu wollen. Oh Gott, so kann das doch nichts werden wenn der andere keinen Sinn darin sieht "zu spielen".


    Ich hab auch so einiges an Maßnahmen besuchen dürfen (nicht Bewerbung, aber Stichwort "Teambuilding" oder Unternehmensberatung nach Umstrukturierung).
    Und vieles fühlte sich für mich gelinde gesagt "falsch" an.


    Deshalb jetzt meine ernstgemeinte Frage. Über was für Jobs reden wir hier bei Deinen Einstellungen ?

  • Hi Marc,


    kennst du das Spiel "Income" vom "Aktuell-Spiele-Verlag"? Das ist auch eine sehr gelungenes Wirtschaftsspiel mit toller Ausstattung und einer Prise Humor. Außerdem ist es noch einigermaßen up to date, da keine Währung angegeben ist.


    Und das Beste: Das Spiel gibt es momentan bei Milan-Spiele für günstige 7,50 €!

  • Zitat

    Original von Njoltis


    Aha... und wie soll das genau gehen? Wenn ich mich allein an die ganzen Erörterungen erinnere, die ich schreiben musste...


    Die Aussage war man kann und nicht jeder kann an jeder Schule.

  • [quote]Original von Nupsi
    [Was genau kann man am Verhalten von jemanden ablesen, der ein Spiel spielt was er unter Umständen gar nicht spielen will ?
    [quote]


    Es geht doch gar nicht um das Spielen, sondern um das Simulieren von Sitationen, Entscheidungsfindung im Team und/oder alleine, die Bestätigung oder das Aufbrechen Hierachieebenen, die Diskussions- und Konfliktbereitschaft usw.


    Ich kann mir schon vorstellen, dass das für den geschulten Ausbilder ein gutes Bild des Einzelnen wiedergibt. Ich musste (vor vielen Jahren) bei der Bewerbung zum Bankkaufmann im Team eine Brücke aus Papier bauen. Einer hatte den Schneid der "Jury" mitzuteilen, dass er ja Banker und nicht Ingenieur werden wolle. Gute Antwort, fand ich. Ich habe ihn nicht wiedergesehen... ...war auch ein "Spiel", wollte auch keiner mitmachen, aber alle hatten ein gemeinsames Ziel.


    LG
    Gerrit

    Mit Gewaltlosigkeit hat noch nie jemand etwas erreicht. (Montgomery Burns)

    Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Präsident der EZB. (Das Känguru)


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  • Zitat

    Original von Herbert
    Abgesehen davon: 20 ausgeschlachtete Playboss in einem repräsentativen Materialkoffer verstaut macht bestimmt was her.


    Playboss im Koffer ist auch schon ein uralter Hut.
    Hier das Exemplar aus meiner Spielesammlung:


    [Blockierte Grafik: http://i189.photobucket.com/albums/z298/Warbear49/PlaybossimWerbekoffer24.jpg]


    .


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • 1. & 2.: Ich habe es als Jugendlicher "gespielt" und im nachhinein würde ich sagen, dass wir es damals schlichtweg nicht verstanden haben. Meine Erinnerungen an das Spiel sind daher eher negativ.


    3.: Mittlerweile bin ich u.a. in der Weiterbildung tätig und an Spielen als Simulation, Teambuilding oder "Lockerungsübung" interessiert. Als normaler Spieler würd ich mir keine teure Neuauflage zulegen, sondern ein gut erhaltenes altes Exemplar mir anschaffen. Aber als Seminarleiter schaffe ich mir keine alten Ausgaben an, sondern habe viel mehr Interesse an speziellen Ausgaben für Seminare mit entsprechendem Layout, Modulen für Einzelspieler/innen oder Teams die gegeneinander antreten. Ich würde das Interesse an einer solchen Ausgabe aber auch eher bei schnellerwandel u.ä. Netzwerken abfragen, als hier.

  • Zitat

    Original von Gerrit
    Ich musste (vor vielen Jahren) bei der Bewerbung zum Bankkaufmann im Team eine Brücke aus Papier bauen. Einer hatte den Schneid der "Jury" mitzuteilen, dass er ja Banker und nicht Ingenieur werden wolle. Gute Antwort, fand ich. Ich habe ihn nicht wiedergesehen... ...war auch ein "Spiel", wollte auch keiner mitmachen, aber alle hatten ein gemeinsames Ziel.


    Wir sollten aus Tonkarton einen Turm basteln. Fanden alle doof, haben aber alle so getan als ob es das beste ist, was man sich so vorstellen kann.
    Nur ich nicht.
    Ich hab einfach nach den Vorschlägen der anderen Teilnehmer Papier geschnitten und gut ist. Ich wurde auch vor versammelter Mannschaft hinteher dafür kritisiert:
    Zitat: Ich hätte keine "Führungsqualitäten" und sei nicht "teamfähig" bzw. in der Lage mich gegen andere stärkere Persönlichkeiten durchzusetzen.


    Klasse. Genau darauf hatte ich gewartet.
    Ich gebe zu, es war keine Bewerbung, es war eine Teambuildingmaßnahme. Es hing also nicht so viel für mich davon ab.


    Ich habe denen dann einen schicken Vortrag über meine Vorstellung von harmonischen zielgerichtetem arbeiten in einem Team gehalten und wie ich es empfinde wenn jeder meint alles besser wissen können sollte. Motto: 5 Häutlinge auf einen Indianer.
    Was die da sehen wollten war nur die Bereitschaft zur Ellenbogengesellschaft und zum tüchtigen heucheln.
    So was bringt nur eines: Jeder versucht möglichst gut dazustehen und die möglichen Fehlern bei den Konkurrenten (nicht Kollegen) aufzuzeigen.
    Ebenfalls gefiel es mir nicht, dass wir hier direkt in klischeeübliche Schubladen verteilt wurden. Beurteilung nach Schema F nenne ich das, wo Erfahrungen und Know How im Kernbereich eine untergeordnete Rolle spielen (Thema Bänker / Ingenieur).


    Ich war ab da auch nicht mehr Liebling der Seminarleiter.


    Ihr merkt, für mich sind so "fremdspielchen" Stress pur. Dennoch möchte ich hier ausdrücklich erwähnen, dass dies meine Erfahrungen sind und nichts mit Jimmy_Deans Anliegen zu tun hat.
    Deshalb auch meine Frage was für Stellen da besetzt werden. Beim gleichen Verein bin ich auch öfters tätig und mich wundert es manchmal schon wie die Autos hinkriegen die doch einigermaßen geradaus fahren.
    Daher kann ich funktionierende Ansätze in seinem Bereich nur gut heißen als direkte Auswirkung auf meinen Arbeitsalltag.


  • Fehlen nur noch 19.

  • Zitat

    Original von Jimmy_Dean
    also , wenn ich mich Recht erinnere, hatte Matthias Hardel das Spiel Greed in einer der früheren Ausgaben zerrissen...3 von 10 Punkten oder so....Mich wundert es eigentlich, dass du das Spiel so gut findest. Weshalb magst du das Spiel denn so?


    Meine Empfehlung für "Greed" für Managment-Bewerber sollte eher sarkastisch sein, deshalb das Smiley am Ende. Nein, ich kann Dir "Greed" für Dein Vorhaben nicht empfehlen, weil es doch ein zu spezielles Spiel ist und eher dem Turbo-Kapitalismus versucht zu karikieren, weil man spielerisch nur erfolgreich sein kann, wenn man rücksichtlos gierig ist und Firmen mit seinen Mitarbeitern nur als Mittel zum Zweck der eigenen Bereicherung sieht - auf Kosten von Anderen.


    Habe es bisher nur einmal gespielt und dabei ist es nicht wirklich gut angekommen, was aber auch an der Spielrunde gelegen haben kann, die ich zu dem Spiel überredet habe, obwohl sie es teils nicht wirklich spielen wollte. Rein spielerisch war es aber auch für mich nicht der Kick, es dringend nochmals auf den Tisch zu bringen. Dazu gibt es ausreichend andere Spiele, von denen ich mir mehr verspreche. (Wer es zum fairen Preis haben will, um eigene Erfahrungen zu machen, schreibt mich an!)


    Cu / Ralf

    "Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world.", The Second Coming by W. B. Yeats

  • Zitat

    Original von ravn
    Meine Empfehlung für "Greed" für Managment-Bewerber sollte eher sarkastisch sein, deshalb das Smiley am Ende. Nein, ich kann Dir "Greed" für Dein Vorhaben nicht empfehlen, weil es doch ein zu spezielles Spiel ist und eher dem Turbo-Kapitalismus versucht zu karikieren, weil man spielerisch nur erfolgreich sein kann, wenn man rücksichtlos gierig ist und Firmen mit seinen Mitarbeitern nur als Mittel zum Zweck der eigenen Bereicherung sieht - auf Kosten von Anderen.


    Spieltitel? ;) Allein schon, dass das potentiell wertvollste im Spiel "Blah Blah" ist und es gilt Luxusgüter anzuhäufen, dürfte ahnen lassen, in welche Richtung es gehen soll ;)


    Es ist halt speziell und lebt sehr von den Mitspielern. Ich hatte das Glück, es mit einem Freund und zwei spaßigen Engländern in Essen komplett und zügig spielen zu dürfen. Das hat schon ordentlich Spaß gemacht und die 2-3 Stunden vergingen wie im Fluge. Rein spielerisch ist es aber sicher kein Highlight, erst recht nicht, wenn man es an älteren Splotters misst. Für einen etwas weniger greedy wirkenden Preis hätte ich's mir aber vermutlich dann doch gekauft. (Falls irgendwann dann doch mal die richtige Runde dafür beisammen sein sollte, habe ich dann halt einmal nicht das passende Spiel im Regal. Shit happens...)


    Falls noch jemand ein aktuelles Wirtschaftsspiel suchen sollte, kann ich Prêt-à-Porter empfehlen. (Die Entstehungsgeschichte ist durchaus interessant :))

    Einmal editiert, zuletzt von yzemaze ()

  • Zitat

    1. Wie schätzt Ihr die Qualität , also den Spielspaß , aus eurer heutigen Sicht ein?


    Also der ist durchaus noch gegeben, wenn es in der erweiterten Version, mit zwei bis drei der Erweiterungsregeln gespielt wird. Ich glaube es gibt
    6 oder 7 Erweiterungsregeln; u.a. Arbeitsmarkt, Vertrieb, Gewerbesteuer und Gewinnberechnung.
    Das Spiel ist ja für 3 bis 8 Spieler. Das Material für den 7. und 8. Spieler kann man sich aber heute getrost schenken, denn dann schläft die Runde
    wahrscheinlich vom nichts tun ein. Es ist ja zudem nicht interaktiv, soweit ich es in Erinnerung hab und somit hat nur 1 Spieler am Tisch etwas zu tun.
    Die Plastikmaschinen und Warenwürfel haben ihren 80er Stil. Es ist sozusagen ein historisches Wirtschaftsspiel mit Wählscheibentelefon, Lochkarten,
    Karteikästen, Disketten, EDV und grünfarbigen Monochrommonitoren. Auch gibts es nur an den Uni´s Internet, die Firma ist offline (oh schreck!) Und die
    gute alte DM ist auch wieder da. Behaltet das Papiergeld, denn wer hatte damals schon Kreditkarten?. Den Flair der 80er sollte so beibehalten werden.


    Zitat

    2. Habt ihr Verbesserungsvorschläge?


    Ja jede Menge! Der Würfel muss weg, oder es müssen bis zu 3 Würfel geworfen werden und man sucht sich die schönste Zahl raus. So zufällig ist doch Wirtschaft nicht, dass man immer vor vollendete Tatsachen gestellt wird, oder?
    Oder man nimmt Karten für die Aktionswahl oder gleich ein Aktionswahl-Rondell.


    Der Markt ist bei jeder Spieleranzahl gleich, das kommt heutzutage am Rundenende zu schweren Verwerfungen in der Geschäftsbilanz. Die letzten
    Spieler hatten keine Möglichkeit zum Handeln am Markt, weil die Rohwaren weg waren. Und damit kamen sie schon in finanzielle Schieflagen.


    Die Gewinnberechnung muss vereinfacht werden, ich will nicht am Spieltisch mit dem Taschenrechner Gewinn/Verluste von 5 Spielern rechnen.
    Das müsste Spieler freundlicher gestaltet werden, also vereinfacht werden. Umsätze, Investitionen und Einnahmen sollten mit Marker festgehalten werden.


    Das Einstellen & entlassen und die Entlohnung der Berufssparten wie Einkäufer, Arbeiter usw. aus Schoko& Co. fand ich ganz gut, sowas sollte hier aufgenommen werden.
    Auch könnte ein bisserl die Story, wie bei z.B. Schoko & Co. einfliessen. Anstatt eines Schokoladenmarkts, könnte es hier konkurrierende Firmen von
    Maschinen-/Auto-/Fernseher- oder Computerteilen aus den 80er sein. Besser eine kleine Story als gar keine, aber das ist Beiwerk.


    Zitat

    3. Könntet ihr euch vorstellen, als normale Spieler euch eine Neuauflage des Spiels zuzulegen? falls nein, warum nicht?


    Wenn es genügend Spielwitz, wie z.B. ein Planet Steam, Container oder Schoko & Co. bietet schon. Gute Wirtschaftspiele sind rar, aber die Betonung
    liegt bei mir auf Spiel. Ich will dann keine überfrachtete Excel-Tabellenkalkulation, wo Spieler ewig ihren optimalen Spielzug suchen.

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  • Zitat

    Original von Herbert


    Die Aussage war man kann und nicht jeder kann an jeder Schule.


    Gibt es da auch Belege oder sind das nur Vermutungen? Ich denke nämlich, dass man grundsätzlich an Realschulen Prüfungen schreibt. Und diese sollte man nicht nur lesen können, sondern auch Antworten dazu selbstständig verfassen...


    Oder geben große Firmen tatsächlich viel Geld aus, damit Bewerber Spiele spielen, weil sie Angst haben sonst jemanden einzustellen, der nicht lesen oder schreiben kann, jedoch einen Schulabschluss vorweist? He... Ich sag mal so, sollte das tatsächlich der perfekte Investmentbanker. Kann eigentlich nix, weist aber Ergebnisse vor. ;)

  • Hi,


    Es gibt offensichtlich Leute, welche den Realschulbschluss haben, welche nicht lesen und schreiben können.
    Es liegt nun die Vermutung nahe das diese Leute den Abschluss an einer Schule gemacht haben.


    Wie das möglich ist, ist fanszinierend und auch erschreckend.
    Man kann es aber nicht wegdiskutieren.


    Atti


  • Vollkommen OT und eigentlich Banane, aber tatsächlich grübel ich über diese Aussage mehr als über den Thread. Vielleicht weil ich mal mit Prof. Prenzel gearbeitet habe. Daher: gibt es eine Quelle, einen Beleg dafür? Außer Analphabetismus kenne ich dies nicht - das fnde ich in Bezug auf Analphabeten aber eine positive Leistung der Schule. Schlechte Lese- und Schreibkompetenz ist vorhanden, aber etwas anderes als absolutes "nicht lesen und schreiben können".

  • Hi,


    Wie absolut das ist, weiss ich nicht. Ich denke nich so wie du die es vorstellst.


    E gibt immerhin ca. 2 Mio analphabethen in dtLand und ca. 14 Mio funktionale Analphabeten.


    Atti

  • Guten morgen!


    Um einige der aufgeworfenen Fragen zu beantworten:


    1. Es handelt sich um Ausbildungsplätze, vorwiegend bei Klein-und Mittelständischen Betrieben.


    Zur Zeit sieht es so aus, dass ein Dritter aller Auszubildenden ihre Ausbildung abbrechen. Eine Wahnsinnsquote.Das heißt, dass Betriebe viel Geld und Zeit verlieren, wenn sie sich für den falschen Bewerber entscheiden. Die Eignung und Neigung des Bewerbers festzustellen, ist nicht einfach und gerade da soll unser Spiel bei den höheren kaufmännischen Berufen Abhilfe schaffen.


    2. Anhand dieses Spiels kann ich nach vielen Partien ziemlich treffende Aussagen über den Bewerber machen:
    -Teamfähigkeit
    -Rechnen
    -Logisches Denken
    -Betriebswirtschaftliches Denken und Handeln
    -Zielstrebigkeit
    -Aufnahmefähigkeit
    -Konzentrationsfähigkeit
    -Sprachliches Ausdrucksvermögen
    -Erkennen einer Problemlösungssituation und Entwicklung eines Lösungsansatzes


    Diese Eigenschaften können mit keinem mir bekannten klassischen Eignungstest so gut festgestellt werden wie mit (diesem) Spiel



    3. Zu meiner Aussage , dass Hauptschüler den Abschluss geschenkt bekommen. Die Anforderungen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt.Ist sogar schriftlich fixiert worden vom Bildungsministerium. Die Schulabgänger, die den Hauptschulabschluss nicht geschafft haben, besitzen die Möglichkeit, diesen bei sogenannten Bildungsträgern nachzuholen. Dort werden die Anforderungen nochmals gesenkt, so dass ALLE diesen Abschluss erwerben. Fakt ist, dass somit KEINE Qualität des Hauptschulabschlusses mehr vorliegt.Einzig und allein die Bundesregierung prahlt damit, dass fast jeder Jugendliche nun mehr einen HS erworben hat. Wenn man sich als Personaler einmal die Abschlussprüfungen solcher Bildungsträger anschaut, dann kann sicher festgestellt werden, dass dieser ohne Lesen, Rechnen und Schreiben zu können, verliehen wird.Einfache Aufgaben wie Addition, Multiplikation,Kommasetzung, Groß-und Kleinschreibung, etcc. werden nicht ansatzweise beherrscht.


    So sieht das die Mehrheit der Arbeitgeber.


    Bei Realschülern sieht es etwas besser aus. Auf der Ausbildungsmesse in Lassel hatten wir eine Umfrage an HS und RS gestartet. Von den mehreren Hunder Schulabängern konnte fast die Hälfte der Realschüler die Frage: Was sind 3% von einem Euro nicht beantworten.Eignungstests die wir ebenfalls mit Haupt-und Realschülern durchführen, zeigen ebenfalls: Die Mehrheit diese Schüler hat extreme Defizite, einfachste Rechenaufgaben, einfachste Textaufgaben zu verstehen und zu beantworten. Daher sind die Schulabshclüsse inzwischen nicht mehr vergleichbar und haben einen Aussagewert von Null.


    Noch problematischer wird das Ganze, wenn Betriebe, Bewerber einstellen, die entsprechende Defizite habe: Als Prüfungsausschussmitglied in verschiedenen IHK Ausschüssen kan konstatiert werden. Ein Drittel der Einzelhandelskauffleute fallen durch die Prüfung.Bei den Nandwerksberufen sind es oft sogar bis zu 2 Drittel. Diese Defizite, die meistens ihre Ursache in der mangelneden Beherrschung elementarer Grundfertigkeiten-und Kenntnisse aus der Schulzeit haben, sind Ursache dafür.Die Arbeitgeber haben weder das Geld noch die Zeit, diese Defizite auszugleichen.


    Wir helfen den Betrieben, geeignete Bewerebr zu finden und geben Jugendlichen, die durch das Schulsystem fallen, eine Chance.Leider ist die Chancengleichheit in unserem Land auf dem Rückzug.Gelder werden nichts ins Bildungswesen investiert, sondern in andere Bereiche investiert. Daher auch die neue Maßnahme, dass Jugendlichemit Hilfe der Kammern aus dem Ausland angeworden werden sollen, während hier 100.000 Jugendliche ohne Ausbildung in Hartz 4 gewschickt werden...


    So, jetzt hab ich keinen Bock mehr zu schreiben...


    Gruß
    Marc

    Einmal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean ()

  • Auf dieser Grundlage würde "Outpost" ja fast als Lernspiel durchgehen, weil man eigentlich ständig das Aufsummieren im Zahlenraum 1 bis 300 übt und auch beherrschen muss, wenn man Erfolg haben will.


    Kenne allerdings auch einige, die genau deshalb das Spiel als "zu anstrengend" ablehnen, während ich bei anderen weiss, dass ich deshalb das Spiel erst gar nicht vorschlagen brauche. Wenn nicht im Alltag ständig wiederholt, kann man da (wie ich selbst weiss) ganz schön einrosten - Taschenrechner und Smartphone-App scheinen da eben bequemer - ganz unabhängig vom schulischen oder akademischen Bildungsgrad.

    "Things fall apart; the centre cannot hold; Mere anarchy is loosed upon the world.", The Second Coming by W. B. Yeats

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