Artikel von Udo Bartsch in der FASZ

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  • Für alle, die noch nicht über das spielbox Forum davon erfahren haben: Der Artikel von Udo Brtsch in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ist inzwischen online.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

    ______________________________

    I'm old enough to know what's wise
    and young enough not to choose it

    3 Mal editiert, zuletzt von Herbert ()

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  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Ich glaube, es gibt nur wenige Personen, die im Spielbox-Forum und hier lesen; insofern: Danke!


    Echt? Hätte ich jetzt anders vermutet, weil man oft die selben Namen immer wieder liest und so gross ist die Szene nun auch wieder nicht.


    Wer also startet ne Umfrage?

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Darunter sind aber sicherlich Leichen und Leute
    die es nicht angegeben haben.

  • Zitat

    Original von Uzi
    Darunter sind aber sicherlich Leichen und Leute
    die es nicht angegeben haben.


    Leichen sind normalerweise nicht dazu in der Lage, irgend etwas anzugeben. 8-)


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Dieser Thread ist irgendwie am abdriften ...

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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  • Fuer die faz fand ich den artikel recht oberflaechlich. Aber eventuell liegt es auch daran, dass ich bei den typischen anderen faz-themen nicht so die ahnung habe. Eventuell sind die generell eher oberflaechlich? Hatte den eindruck, dass udo bartsch da zu viel ansprechen wollte, aber der platz fuer die tiefe dann nicht mehr reichte. Aber gut, dass ueberhaupt ueber brettspiele in zeitungen geschrieben wird.


    Ps: mit psp tippern ist bloed!

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • [quote]Original von ravn
    Fuer die faz /quote] Ich geh mal davon aus, dass "faz nicht an der psp lag.


    FASZ nicht FAZ. Aber egal. Interessant ist ja nur wie die Spielszene in einem eindeutig nicht spielszenetypischen Medium rezpiert wird.


    Edit: Schreibfehler trotz ohne psp

    3 Mal editiert, zuletzt von Sir Pech ()

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  • Ich finde den Artikel sehr gut. Er richtet sich doch gezielt an Leute, die (noch) nicht zu den Brettspielern zählen. Er soll vermitteln, was Leute dazu bringt, Brettspiele zu spielen und verdeutlicht, dass sich der Brettspielbereich entwickelt. Dass also vorgefasste Meinungen überholt sein können, und man das Spielen mal wieder ausprobieren sollte.

  • Zitat

    Original von ravn
    (...)Aber eventuell liegt es auch daran, dass ich bei den typischen anderen faz-themen nicht so die ahnung habe. Eventuell sind die generell eher oberflaechlich? (...)


    Dieser Gedanke ist seit dem Studium ein Steckenpferd von mir: Ich habe noch nie einen Artikel in der Presse zu einem Thema, bei dem ich mich auskenne, gelesen, in dem Dinge nicht falsch wiedergegeben worden wären oder der Schwerpunkt schlecht gewählt war. Die Qualität von Berichterstattung im allgemeinen wird meiner Meinung nach stark überschätzt! Behalte diesen Gedanken im Hinterkopf, wenn Du Artikel über Wirtschafts- oder Gesundheitspolitik liest: Der Autor wird in aller Regel darüber genauso wenig wissen wie Du...


    Beim diesem Artikel über Brettspiele in der FAZ finde ich (deshalb? sogar?), daß Udo Bartsch eine sehr gute Arbeit geleistet hat - ich kenne Nichtspieler, die selbst diesen aus Deiner Sicht eher seichten Artikel nicht lesen würden, wenn ich sie nicht darum bitten würde, weil er "so lang" ist. Dafür ist er eigentlich eine gute Mischung aus unterhaltsam und informativ; die Tipps könnte man natürlich auch lange diskutieren, aber am Ende des Tages sind die genannten Spiele dann doch geeignete "Gateway"-Spiele, finde ich.

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  • Warum erscheinen eigentlich keine wissenschaftlichen Artikel über Brettspiele im Scientific American bzw im Spektrum der Wissenschaft? Oder gibt es im Feld der Gesellschaftsspiele nichts zu erforschen?

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Frage 1: Warum erscheinen überhaupt wissenschaftliche Artikel?
    Antwort: Nach meiner Meinung aus Geltungssucht (oder, positiver formuliert, weil der veröffentlichende Wissenschaftler Anerkennung mindestens seiner Kollegen sucht).


    Frage 2: Läßt sich dieses Ziel - Anerkennung, Ruhm, "sich einen Namen machen" - mit Forschungen über Brettspiele erreichen?
    Antwort: Ich vermute: Nein.

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  • Und mal wieder fällt mir nur ein:


    Ja ne, iss klar...


    Atti

  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Frage 1: Warum erscheinen überhaupt wissenschaftliche Artikel?
    Antwort: Nach meiner Meinung aus Geltungssucht (oder, positiver formuliert, weil der veröffentlichende Wissenschaftler Anerkennung mindestens seiner Kollegen sucht).


    Nicht vielleicht doch eher, weil ohne das Schaffen und Publikmachen von Wissen die Bezeichnung "Wissenschaftler" ein bisschen lachhaft wäre? Oder wie sollte der Wissenschaftsbetrieb Deiner Meinung nach funktionieren? Wissenschaft lebt vom Widerstreit der Argumente ... und dieser wird in den meisten Disziplinen eben über Fachartikel ausgetragen (und in wenigen Disziplinen über Bücher). Und mit Anerkennung hat das nur bedingt etwas zu tun ... vielmehr sind Qualität und Quantität der eigenen Beiträge notwendige Voraussetzung, um überhaupt für akademische Positionen in Frage zu kommen.


    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Frage 2: Läßt sich dieses Ziel - Anerkennung, Ruhm, "sich einen Namen machen" - mit Forschungen über Brettspiele erreichen?
    Antwort: Ich vermute: Nein.


    Auch das halte ich für fragwürdig - immerhin wird sehr intensiv etwa über die Film- und die Musikindustrie geforscht, die ja nun nicht so viel seriöser sind. Ich denke eher, hier liegt ein Größenproblem vor - bei einer kleinen Branche ist es auch sehr viel weniger wahrscheinlich, dass gerade sie für eine Studie herangezogen wird.


    Außerdem braucht es natürlich immer eine erforschenswerte Frage, die dann im Mittelpunkt der Untersuchung steht und zu der man auch sinnvoll Datenmaterial erheben oder finden kann.


    Was nun Simulations- und verhaltenswissenschaftlich-psychologische Aspekte des Brettspiels angeht, so ist das gar nicht meine Disziplin. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Brettspiele zum Erforschen elementarer Zusammenhänge bereits zu komplex sind, während sie als Simulation der Realität im Vergleich etwa zu Computerspielen zu stark vereinfachen. Eine Untersuchung in Form eines Computerspiels hat überdies den Vorteil, dass alle gesammelten Daten von vornherein in elektronischer Form vorliegen.


    In den Kulturwissenschaften wird aber wohl doch ein wenig zu den Brettspielen geforscht - immerhin hält wohl der diesjährige Gewinner des Kinderspiels des Jahres hierzu Seminare, und das wohl nicht ohne Fachliteratur, wenn man Guido von Trictrac glauben darf.

  • Zitat

    Warum erscheinen eigentlich keine wissenschaftlichen Artikel über Brettspiele im Scientific American bzw im Spektrum der Wissenschaft? Oder gibt es im Feld der Gesellschaftsspiele nichts zu erforschen?


    Spielverhalten wird dorch erforscht. Nur ist spielen eben viel mehr als nur Brettspiele. So gesehen sind die Brettspieler ein sehr geringer Teil. Aber gerade was Sport oder PC angeht wird hier das Spielverhalten sehr wohl intensiv erforscht. Erstaunlich ist das die Motivationen zu spielen immer in etwa die gleiche sind.


    In Karlsruhe gibt es sogar einen eignenen Studiengang "Spielepädagogik" dafür.


    Das Brettspiele mehr in den Fokus fällt müsste ein Therapeut schon größere Erfolge bei einer Brettspieltherapie haben. Das Thema spielt aber eben doch in vielen Studiengängen eine Rolle. Nur bedarf es dazu keine Forschung im Brettspielsektor.


    Wenn zum Bsp. eine Mutter zu mir in die Beratung kommen würde und sagen "Herr XY ich würde einfach gerne mehr Zeit mit der ganzen Familie verbringen, aber wir haben nicht viel Zeit" Dann würde ich 1. Fragen ob es ein gemeinsames Essen gibt. Als zweites würde ich Vorschlagen gemeinsam zu spielen. Das braucht nicht viel Zeit und alle sind mit einbezogen. Auch eine gute alternative zu Fernsehen.

  • Zitat

    Original von Uzi
    Spielverhalten wird dorch erforscht. Nur ist spielen eben viel mehr als nur Brettspiele. So gesehen sind die Brettspieler ein sehr geringer Teil.


    Danke für die Infos. Nur ganz konkret auf Spektrum der Wissenschaft bezogen kann ich mich nicht wirklich an Artikel fernab des typischen Gefangenendilemma & Co in letzter Zeit erinnern, die sich mit Spielverhalten beschäftigt haben. Aber eventuell auch die falsche Zeitschrift dafür?

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

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  • Zitat

    Original von LemuelG
    (...) Wissenschaft lebt vom Widerstreit der Argumente ... (...)


    Ach... Ich hatte vergessen, daß ich im Forum bin, in dem von Spieleherstellern angenommen wird, daß sie das tun, um uns eine Freude zu machen! :-)
    Darf ich Deine Einstellung zum tatsächlichen Wissenschaftsbetrieb als "naiv" bezeichnen, ohne daß Du das als Beleidigung ansiehst?

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  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Frage 1: Warum erscheinen überhaupt wissenschaftliche Artikel?
    Antwort: Nach meiner Meinung aus Geltungssucht (oder, positiver formuliert, weil der veröffentlichende Wissenschaftler Anerkennung mindestens seiner Kollegen sucht).


    Mit Verlaub, aber was redest du hier eigentlich für einen Quatsch?


    Beispiel: meine Frau ist Biologin und hat als Vorraussetzung für ihre Doktor-Arbeit einige wissenschaftliche Publikationen in Fachmagazinen veröffentlicht - alles vor dem Hintergrund, dass sie auf Basis dieser Forschungen inzwischen daran arbeitet, unter normalen medizinischen Therapiegesichtspunkten hoffnungslose Leukämie-Fälle mit dem von Ihrem Labor entwickelten Antikörper zu therapieren. Mit Erfolg, sie rettet damit momentan schon das zweite Leben. Von so etwas kann man als Sesselpupser in der IT-Branche, wie ich es einer bin, nur träumen.


    Dein Argument ("fishing for compliments") ist jedenfalls ein Schlag ins Gesicht aller Wissenschaftler die die Welt in teilweise jahrelanger aufopferungsvoller Forschungsarbeit (meine Frau hat häufig 10-12 Stunden-Tage, bei äusserst mittelmässiger Bezahlung) verbessern möchten.

    Status 12M12S 2021: 6M11S


    (Fantastische Reiche, Die Abenteuer des Robin Hood, Cantaloop, Majesty, Bunte Blätter, Gold, Auf die Nüsse, Under Falling Skies, Smart 10, Sprawlopolis, Cross Clues)


    2021: 11 | 2020: 24 | 2019: 15 | 2018: 8 | 2017: 6 | 2016: 6 | 2015: 12 | 2014: 12 | 2013: 15 | 2012: 20

    5 Mal editiert, zuletzt von Elektro ()

  • Zitat

    Mit Verlaub, aber was redest du hier eigentlich für einen Quatsch?


    Vermutlich kann er einfach nicht anders.


    Atti

  • Richtig - weil Deine Frau so ist und das tut, gilt das unmittelbar und direkt für alle Wissenschaftler weltweit, und es würde auch automatisch für diejenigen gelten, die dasselbe für Brettspiele tun; Entschuldigung, das wußte ich nicht...

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  • Zitat

    Original von Sternenfahrer


    Ach... Ich hatte vergessen, daß ich im Forum bin, in dem von Spieleherstellern angenommen wird, daß sie das tun, um uns eine Freude zu machen! :-)
    Darf ich Deine Einstellung zum tatsächlichen Wissenschaftsbetrieb als "naiv" bezeichnen, ohne daß Du das als Beleidigung ansiehst?


    Ach Sternenfahrer, dass Du hier bezeichnen darfst, wie Du lustig bist, die Diskussion hatten wir doch nun schon zur Genüge. Ob ich und andere Deine Einschätzung dann teilen oder nicht, ist eine ganz andere Frage.


    Selbstverständlich gibt es auch in der Wissenschaft ein gehöriges Maß an Arroganz, Statusdenken und Postengeschacher. Du darfst mir gern glauben, dass ich nah genug am bzw. im Wissenschaftsbetrieb arbeite, um das einschätzen und verabscheuen zu können. Gleichzeitig erzeugt eben dieses unbedingte Pochen auf Publikationen und neue Erkenntnisse einen gewaltigen Druck, tatsächlich Fortschritte zu erreichen ... an deutschen Unis auf Kosten der Lehre, anderswo auf Kosten hoher Studiengebühren. Aber so kommt es tatsächlich auch wieder und wieder zu signifikanten Erkenntnissen aus der Forschung - ob Du das wahrnimmst oder nicht.


    Natürlich - nicht jede Forschung führt zu nobelpreiswürdigen Durchbrüchen. Aber auch das Ausschließen nicht gangbarer Wege ist Beitrag zum Wissensstand, wenn auch halt nicht so populär und erfolgswirksam.

  • Zitat

    Original von Elektro
    (...) Dein Argument ("fishing for compliments") ist jedenfalls ein Schlag ins Gesicht aller Wissenschaftler die die Welt in teilweise jahrelanger aufopferungsvoller Forschungsarbeit (meine Frau hat häufig 10-12 Stunden-Tage, bei äusserst mittelmässiger Bezahlung) verbessern möchten.


    Nur, daß ich Deine Argumentation richtig verstehe - warum forschen Deiner Ansicht nach zu wenige Wissenschaftler im Bereich der Brettspiele?
    Weil sie dort keine Leben retten können? Ich meine das gar nicht so provokativ, wie es klingt - ich möchte das nur verstehen.

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  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Richtig - weil Deine Frau so ist und das tut, gilt das unmittelbar und direkt für alle Wissenschaftler weltweit, und es würde auch automatisch für diejenigen gelten, die dasselbe für Brettspiele tun; Entschuldigung, das wußte ich nicht...


    Wenn Du ins Negative verallgemeinern darfst, dann dürfen wir auch ins Positive verallgemeinern. Selber alle über einen Kamm scheren und dann über andere meckern, die das mutmaßlich auch machen, offenbart naiv gesagt eine gewisse argumentative Arroganz, wenn ich das so sagen darf, ohne dass Du Dich beleidigt fühlst. :-)

  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Richtig - weil Deine Frau so ist und das tut, gilt das unmittelbar und direkt für alle Wissenschaftler weltweit, und es würde auch automatisch für diejenigen gelten, die dasselbe für Brettspiele tun; Entschuldigung, das wußte ich nicht...


    Dem ist mit Sicherheit nicht so - aber du hast es doch ganz generell in Frage gestellt, wieso es eigentlich wissenschaftliche Artikel gibt, und dass diese nur der Geltungssucht dienen. Ich habe dir lediglich ein Gegenbeispiel genannt.



    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Nur, daß ich Deine Argumentation richtig verstehe - warum forschen Deiner Ansicht nach zu wenige Wissenschaftler im Bereich der Brettspiele?


    Ich habe doch gar nie behauptet dass es zu wenige Wissenschaftler in diesem Bereicht gibt. Wieviele Forscher sind es denn? Ich weiss nur, dass es jährlich (?) die Boardgame-Studies gibt, die zuletzt in München-Haar verstanstaltet wurden. Wieviele Teilnehmer waren dort vertreten?

    Status 12M12S 2021: 6M11S


    (Fantastische Reiche, Die Abenteuer des Robin Hood, Cantaloop, Majesty, Bunte Blätter, Gold, Auf die Nüsse, Under Falling Skies, Smart 10, Sprawlopolis, Cross Clues)


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    5 Mal editiert, zuletzt von Elektro ()

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  • Zitat

    Original von LemuelG
    (...)Aber so kommt es tatsächlich auch wieder und wieder zu signifikanten Erkenntnissen aus der Forschung - ob Du das wahrnimmst oder nicht.(...)


    Dazu habe ich doch gar keine Aussage gemacht.


    Zitat

    Original von LemuelG
    Natürlich - nicht jede Forschung führt zu nobelpreiswürdigen Durchbrüchen. Aber auch das Ausschließen nicht gangbarer Wege ist Beitrag zum Wissensstand, wenn auch halt nicht so populär und erfolgswirksam.


    Das ist ein sehr interessanter Absatz, den ich sofort so unterschreibe. Den Zusammenhang zur hier diskutierten Frage von Ravn sehe ich nicht.



    Auch wenn Ihr sehr emotional und teilweise persönlich angreifend argumentiert - was denkt denn Ihr, warum niemand nennenswert Arbeit in die Brettspielforschung investiert?
    Habt Ihr die Artikel zu den Board Game Studies Conventions (zuletzt in Haar) gelesen? Das waren nicht viele Wissenschaftler.


    Ich bleibe dabei, ein nicht näher quantifizierter, aber durchaus erheblicher Teil der wissenschaftlichen Gemeinde übt diesen Beruf aus denselben Gründen aus, aus denen eben ein erheblicher Teil der berufstätigen Menschen sich ihre Berufe ausüben - eher egoistische Gründe wie z.B. der Zwang zum Geld verdienen. Und Gehälter sind wohl in der Wissenschaft eher direkt ans Forschungsgebiet gekoppelt. Jemand, der bei BMW am Elektromotor tüftelt (und das ist übrigens auch unter Umständen ein hehres Ziel) wird sicher deutlich mehr verdienen als jemand, der im Sand der Wüste nach steinernen antiken Pöppeln gräbt!
    Darüberhinaus muß man, um es in der "reinen" Forschung Karriere machen zu wollen, aus meiner Sicht auch gewisse "Rampensau"-Qualitäten mitbringen. Das will ich gar nicht werten, aber in den Raum stellen. Wer mir diese Einstellung nehmen will, muß schon etwas dichter argumentieren als mit "ich kenne jemanden, der...". Und da mit der Erforschung von Brettspielen kein Blumentopf zu gewinnen ist, macht es auch (fast) niemand. Sage ich.


    Natürlich kann man mich da auch einfach niederschreien oder mit der Erwähnung von Leukämie-Forschung die Diskussion auf eine sehr emotionale Ebene heben. Damit erntet man breite Zustimmung, und ich stehe mal wieder als Querulant da, mit dem man besser nicht diskutiert; schade, ich hätte andere Erklärungsmuster interessant gefunden.


    Übrigens, weil ich gerade am Schreiben bin: Das SPEKTRUM DER WISSENSCHAFTEN druckt natürlich ebenfalls - meiner Meinung nach - keine Artikel zum Thema, weil sie a) damit keine Auflage machen und b) Angst haben, ihren Ruf als relativ seriöses Magazin zu riskieren.


    Mag man mir hier auch so vehement widersprechen?

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  • Zitat

    Original von Elektro
    (...)Dem ist mit Sicherheit nicht so - aber du hast es doch ganz generell in Frage gestellt, wieso es eigentlich wissenschaftliche Artikel gibt, und dass diese nur der Geltungssucht dienen. Ich habe dir lediglich ein Gegenbeispiel genannt.


    Ein Gegenbeispiel ist doch kein Argument gegen eine generelle Aussage, daß es meiner Meinung nach in einer Vielzahl der Fälle die Motivation ist?


    Zitat

    Original von Elektro
    Ich habe doch gar nie behauptet dass es zu wenige Wissenschaftler in diesem Bereicht gibt. Wieviele Forscher sind es denn? Ich weiss nur, dass es jährlich (?) die Boardgame-Studies gibt, die zuletzt in München-Haar verstanstaltet wurden. Wieviele Teilnehmer waren dort vertreten?


    Du nicht, aber Ravn. Meine Theorie dazu habe ich ja jetzt erläutert. Die findest Du wenig wahrscheinlich; hast Du eine alternative Erklärung?


    Haar:

    Zitat

    70 Forscher aus Staaten wie Mexiko, Italien und Dänemark


    Quelle: http://www.spiegel.de/netzwelt…enz-in-haar-a-828722.html

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  • Zitat aus dem Spiegel-Artikel: "Gastgeber Werneck schätzt, dass es weltweit kaum hundert Personen sind, die sich intensiv mit der Spielgeschichte auseinandersetzen."


    Spielgeschichte! In der spielbox-Zeitschrift gibt es ja auch immer einen historischen Sammlerbericht, somit ist da die Spielgeschichte vertreten.


    Aber was ist mit der wissenschaftlichen Erforschung im Zusammenhang mit modernen Gesellschaftspielen? Bin da für Publikations-Hinweise dankbar!


    Cu / Ralf

    "Trouble always begins with the naming of things", Justin Sullivan, New Model Army, From Here

  • Hi,


    Nur damit ich es richtig verstehe:


    Du unterstellst quasi allen Wissenschaftlern die Publikationen schreiben Geltungssucht und fühlst dich jetzt persönlich angegriffen?


    *Rechte-Augenbraue- hochzieh*


    Faszinierend.


    Atti

  • Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Frage 1: Warum erscheinen überhaupt wissenschaftliche Artikel?
    Antwort: Nach meiner Meinung aus Geltungssucht (oder, positiver formuliert, weil der veröffentlichende Wissenschaftler Anerkennung mindestens seiner Kollegen sucht).


    Tja, das kommt davon, wenn man "nebenher" im Forum schreibt. Da habe ich mir doch glatt das kleine Wörtchen "auch" nur gedacht, und es nicht getippt. Also:
    "Nach meiner Meinung MANCHMAL AUCH, weil der veröffentlichende Wissenschaftler Anerkennung mindestens seiner Kollegen sucht."


    Ich entschuldige mich in aller Form dafür, die Wissenschaft und die Wissenschaftler mit dieser Formulierung in ihrer Gesamtheit angegriffen, ja, geradezu verurteilt zu haben. Ganz ohne Spott bin ich davon überzeugt, mit der von mir gewählten Formulierung Tausende, wenn nicht Zehntausende Wissenschaftler weltweit, die mit viel Enthusiasmus und unter großen Entbehrung ihre Ideale verfolgen, mit denen, die sich wohl zu Recht dem von mir geäußerten Verdacht aussetzen, über einen Kamm geschert zu haben.


    Es tut mir außerdem leid, damit die Diskussion weit ab vom eigentlich interessanten Pfad geführt zu haben.


    Damit Ihr mir meine Entschuldigung auch glaubt, ich bin nach wie vor der Meinung, daß der Anteil an idealistischen Menschen in der (institutionalisierten) Forschung vermutlich genauso groß oder klein ist wie in allen anderen Berufen auch, mehr oder weniger. Wie genau man diesen Anteil nun wahrnimmt, hängt vom persönlichen Menschenbild ab und das kann man wohl kaum hier diskutieren.



    Zitat

    Original von Sternenfahrer
    Frage 2: Läßt sich dieses Ziel - Anerkennung, Ruhm, "sich einen Namen machen" - mit Forschungen über Brettspiele erreichen?
    Antwort: Ich vermute: Nein.


    An dieser Theorie halte ich weiter fest.

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  • HI,


    Aha!
    Das hört sich jetzt aber anders an. Und sowas gibt es ganz sicher auch. Wenngleich ich nicht glaube das es viele davon gibt.


    Ich meine was gibt es an Brettspielen grossartig zu *forschen* ? - Es gibt sicherlich soziale Aspekte, ebenso wie Gesundheitliche - aber die haben ewiger etwas mit dem Brettspiel anb sich zu tun.
    Es gibt ja auch keine wissenschaftliche Abhandlungen über Haustüren oder Gullideckel. Das sind Produkte, welche möglicherweise das Ergebnis von wissenschaftlichen Forschungen sind (direkt oder indirekt), aber welche Aspekte von Brettspielen sollten denn wissenschaftlich erforscht werden? Ob die Farbe Gelb wirklich bessere Siegchancen hat?


    Wissenschaft ist die:


    "Gesamtheit der planmäßigen Bemühungen des Menschen, vernunftgemäße Erkenntnisse und wahre, nachprüfbare Aussagen über die Natur und den Menschen zu gewinnen." (Duden Schülerlexikon 1969)


    Wie soll da "Brettspiele" reinpassen? - Allenfalls als Randthemen, wie oben schon genannt.


    Atti

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    Habt Ihr die Artikel zu den Board Game Studies Conventions (zuletzt in Haar) gelesen? Das waren nicht viele Wissenschaftler.


    Ich habe in meinem ersten Post in diesem Thread mehrere mögliche Gründe dafür angeführt, weshalb es so sein könnte, dass die Brettspielbranche aus strukturellen Gründen eher nicht im Fokus steht. Du hast nicht einen davon aufgegriffen und stattdessen das Grundverständnis der Wissenschaft angegriffen - und das eben nicht eingeschränkt, sondern umfassend, wie Dir ja inzwischen auch aufgefallen ist. Die ganze restliche, teils emotionale, Diskussion hat sich darum gedreht.


    Ich habe nun eben mal die von mir am häufigsten genutzte Recherche-Datenbank (tendenziell Wirtschaftsfokus, aber auch Sozialwissenschaften und Informatik) eine Volltextsuche nach "board game" in wissenschaftlichen Journal-Artikeln durchführen lassen. Das ergab immerhin 405 Treffer, nach einem groben Scan wirklich äußerst bunt gemischt. Eine Übersicht der ersten 150 Treffer füge ich mal an. Das wirkt jedenfalls nicht wie "peinliches Ignorieren".

    Dateien

    • Boardgame3.pdf

      (105,36 kB, 121 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Boardgame2.pdf

      (196,85 kB, 159 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Boardgame1.pdf

      (241,99 kB, 114 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • Sehr amüsanter Thread ... *lach*


    Auf gewisser Ebene dient ein Großteil von allem, was egal welcher Mensch tut, dazu Anerkennung zu bekommen. Obacht: nicht zwangsweise in der Absicht Anerkennung zu bekommen, aber es dient dem letztlich. Es ist eines der Grundbedürfnisse wie Nahrung, Liebe etc.


    Greift jemand Ergebnisse meiner Forschung auf, zitiert sie, kritisiert sie ... es ist Anerkennung. Das "Geltungssucht" zu nennen ist vielleicht etwas platt und hat einen negativen Klang, aber in der aktuellen globalen "(Ellenbogen-)Gesellschaft" vermutlich in den meisten Fällen treffend. Arbeiten, Artikel und Desgleichen in Illustrierten und Magazinen zu veröffentlichen dürfte aber eher dem Ego und Geldbeutel als der Wissenschaft dienen.


    Zur Frage, warum Brett- bzw. Gesellschaftsspiele nicht wissenschaftlich be-/erforscht werden ... wozu? Schreib über Sex, Gewalt, Politik, Alkohol, Sport und Milliarden Menschen sind interessiert. Schreib über Gesellschaftsspiele abseits von Schach, Go, Monopoly, Poker ... wen juckts? Uns, aber wir sind "Nischenbewohner".

  • Zitat

    Original von LemuelG(...)
    Ich habe in meinem ersten Post in diesem Thread mehrere mögliche Gründe dafür angeführt, weshalb es so sein könnte, dass die Brettspielbranche aus strukturellen Gründen eher nicht im Fokus steht. Du hast nicht einen davon aufgegriffen und stattdessen das Grundverständnis der Wissenschaft angegriffen - und das eben nicht eingeschränkt, sondern umfassend, wie Dir ja inzwischen auch aufgefallen ist.


    Hast Du - deswegen hatte ich mit "ihr" auch nicht Dich gemeint! :-)
    Ich habe keinen Deiner Punkte aufgegriffen, weil sie mir schlüssig erschienen bzw. ich nichts weiter dazu zu sagen hatte. Übrigens habe ich die Wissenschaft pauschal angegriffen, bevor Du Deine Erörterungen gepostet hattest. Das nur ergänzend.

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