Spieletage Essen teuer?

  • Ich habe mich gestern mit einem Händler unterhalten, der meint, daß die Spiele auf der Messe immer teurer sind als normal. Außerdem verkaufen viele der Verlage dort direkt die gesamte Erstauflage, so daß die Händler meist mehrere Wochen warten müssen, bis die Zweite Auflage erscheint.


    Unterm Strich hatte ich das Gefühl, daß die Händler nicht unbedingt Freunde der Spieletage sind, da es für sie eher weniger Geschäft bedeutet; vorher weil die Spieler für die Messe sparen und nachher, weil die Spieler sich eingedeckt haben.


    Als Hänlder wird man wohl sogar teilweise von den Verlagen auf Sonntag verwiesen: "Wenn noch was übrig ist, dann kannst Du das Sonntag kaufen".


    Ist das wirklich so?

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

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  • Billíger sind sie oft ein paar Wochen nach der Messe. Aber nur bei den Online-Versendern. Unser feiner Spieleladen hier in Münster ist neuheitenmäßig total hinterm Mond. (Da hab ich gestern CAN'T STOP gekauft (24€) und zwar die Version von Franjos... Kriegste im Netz gar nicht mehr...Jedenfalls hatten die Caylu Magna Carta noch nicht, das es ja schon recht lange online gibt...) Und dann oft auch noch extrem teuer. Da kann man fast noch jedes Spiel einzeln im I-Net bestellen und man kommt immer noch günstiger weg. Das Ding an der Messe ist: die Spiele sind da und oft zu einem okayen Preis fürs direkt mitnehmen und ca. 1-2 Monate früher als sonst spielen... Wenn man sich geschickt anstellt, kriegt man auch auf der Messe noch gute Preise, darüber hab ich ja jetzt schon öfters gesprochen.


    Wenn eines sicher ist, dann, dass die Händler auf der Messe wie doof verkaufen...

  • Zitat

    Original von Sankt Peter
    Ich habe mich gestern mit einem Händler unterhalten, der meint, daß die Spiele auf der Messe immer teurer sind als normal. Außerdem verkaufen viele der Verlage dort direkt die gesamte Erstauflage, so daß die Händler meist mehrere Wochen warten müssen, bis die Zweite Auflage erscheint.


    Ist das wirklich so?


    Wenn du mich fragst ist das fast (!) vollkommener Blödsinn, denn es verkaufen natürlich die Verlage ihre Bestände, ABER es sind sehr viele Händler zwischen den Verlagsständen, welche ihr gutes Geschäft damit machen.


    Man muss sich das so vorstellen: Man hat in einer Halle Kosmos, Ravensburger, HiG etc. und dazwischen sind Buden der Verkäufer (Kaufhof, spiele-offensive; heidelberger, adam-spielt etc.)



    Also es gibt genug Händler vor Ort, die ihr echt super Geschäft bei der SPielmesse machen und es verkaufen nicht nur die Verlage ;)

  • Zitat

    Original von Braz


    Wenn du mich fragst ist das fast (!) vollkommener Blödsinn, denn es verkaufen natürlich die Verlage ihre Bestände, ABER es sind sehr viele Händler zwischen den Verlagsständen, welche ihr gutes Geschäft damit machen.
    Man muss sich das so vorstellen: Man hat in einer Halle Kosmos, Ravensburger, HiG etc. und dazwischen sind Buden der Verkäufer (Kaufhof, spiele-offensieve; heidelberger, adam-spielt etc.)
    Also es gibt genug Händler vor Ort, die ihr echt super Geschäft bei der SPielmesse machen und es verkaufen nicht nur die Verlage ;)


    Sehe ich auch so, bei den Händlern ist da echt viel los und wenn man zumindest vor Sonntag ein "Schnäppchen" machen will geht das eigentlich nur bei den Händlern. Die Verlage haben da doch meist feste Preise. Das war zumindest so als ich noch nach Essen fuhr aber ich glaube nicht daß sich das verändert hat.


    P.S. solltest Du in dieser Woche den heffernan tatsächlich treffen grüße ihn bitte von mir.


  • Die größeren Verlage verkaufen ja meist nicht selbst, also kann sich die erste Aussage nur darauf beziehen, dass die Händler die komplette Erstauflage erhalten und eventuell während der Messe nichts mehr nachkommt. Früher (pre-online) konnte man auch noch eher Schnäppchen auf der Messe ergattern - heute gibt es dort nicht viel, das man später nicht auch zum selben Preis oder eher billiger bekommt. Und wenn die Preise auf der Messe (künstlich) hoch gehalten werden, kann das den Händlern auch nur recht sein.


    Beim Plausch im Ladengeschäft hat mir ein Online-Händler erzählt, dass er in Essen immer rund ein Drittel seines Jahresumsatzes einfährt. Scheint sich also doch zu lohnen... ;)


    Gruß FBI

  • Wenn man beim Verlag ein Spiel kauft, ist das fast immer teuer als beim dortigen Spielehändler, weil die Verlage ihre Spiele meistens zur Preisempfehlung verkaufen, wärend die Händler gerne unter diesem Preis anbieten. Die Händler würden auch Sturm laufen, wenn der Verlag plötzlich die Spiele viel billiger verkauft und ihnen damit Konkurrenz macht. Hinzu kommt, dass der Verlag beim Eigenverkauf natürlich auch die Händlermarge selbst einsackt und damit mehr Gewinn macht. Deshalb kann man allgemein sagen: Wer Geld sparen will kauft beim Händler, wer die Verlage unterstützen will kauft beim Verlag.


    Leider gibt es unter den Verlagen aber auch einige Tricks. So werden Händler nicht rechtzeitig zur Messe beliefert, während der Verlag selbst das Spiel schon verkauft und das eben manchmal zu horrenden Preisen, was sich nur ein Monopolist leisten kann. Descent und WoW - Brettspiel für 80 Euro sind dabei als Paradebeispiele in meiner Erinnerung geblieben.


    Wer bei Internethändlern bestellt, kommt üblicherweise besser weg als wenn er die Spiele auf der Messe kauft, insbesondere bei Neuheiten. Bei älteren Spielen sind durchaus einige Schnäppchen zu machen, insbesondere bei Karstadt/Kaufhof.


    Ausserdem war ein Trend der letzten Jahre, dass die Preise zum Wochenende hin erhöht werden. Wenn man etwas kaufen möchte, dann am besten Donnerstag oder Freitag. Bei Spielen von kleinen Verlagen, die nicht unbedingt in den regulären Handel kommen, sollte man auch möglich früh zuschlagen oder vorreservieren, bevor alles ausverkauft ist.


    Allgemein taugt die Messe aber mehr zum hemmungslosen Ausprobieren von Spielen. Der dortige Einkauf ist wie oben beschrieben nur in bestimmten Fällen angeraten. Auf jeden Fall sollte man sich vorher Vergleichspreise aus dem Internet besorgt haben.

  • Also ich weiss nicht ob es wirklich teuer ist, ein paar Euro machen IMHO den Bock nicht wirklich fett. Auch die Händler untereinander nehmen sich nicht viel, beim eine ist das Spiel 2 Euro teuerer dafür das andere nicht und umgekehrt, da bin ich zu faul um alles ab zu klappern. Was ich hart finde sind Preisunterschiede von 10 Euronen und mehr zB. bei Nacht der Magier letztes Jahr. Das ist dann schon heftig.


    Aber das ist eben Essen, darum fahr ich auch dort hin, weil ich einfach Spiele kaufen mag. Dort und jetzt und nicht erst Wochen später im Onlinehandel weil es etwas billiger ist.

  • Also im letzten Jahr hatte ich viele der sogenannten Essen-Neuheiten bereits vorher normal im Internet kaufen können. Momentan sehe ich eigentlich keinen einzigen Grund nach Essen zu fahren:


    Spieleverfügbarkeit: auch so kein Problem
    Spielepreise: Essen auch nicht billiger
    Spiele testen: schweinevoll und deutsche Handtuch-auf-Liegestuhl-leg Besatzermentalität an den Spieltischen


    Außerdem kostet ein Essen Ausflug inklusive Eintrittskarten und eventueller Übernachtung mindestens 100 Euro (ohne Spiele ;) ).

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  • Also mein Schwerpunkt in Essen liegt ganz klar auf: Spieleneuheiten testen


    Das geht am Donnerstag und Freitag auch sehr gut, nur am Wochende ist das wirklich ein Problem. Den der-Platz-wird-nach-dem-Spiel-nicht-frei-Effekt sieht man aber eigentlich nur bei den großen Verlagen.


    Für mich sind aber eher die kleinen Verlage interessant, weil das auch die Spiele sind, die man nicht überall im regulären Handel bekommt und da sind durchaus einige Perlen zu entdecken, siehe Through the Ages, Graenaland und Legie von Czech Board Games letztes Jahr oder die Spiele wie R-Eco der japanischen Anbieter.

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  • Zitat

    Original von Sankt Peter
    Also im letzten Jahr hatte ich viele der sogenannten Essen-Neuheiten bereits vorher normal im Internet kaufen können. Momentan sehe ich eigentlich keinen einzigen Grund nach Essen zu fahren:


    na klar...es gibt viele Gründe nach Essen zu fahren.
    Einer wäre aber, dass man -neben den schönen Goodies, die man manchmal einfach so mitgereicht bekommt- auch bei Verlagen einkaufen kann, welches über Internet nur schwer manchnchmal möglich ist bzw. wirklich dann teuer wird, sollte es sich um ein Importspiel handeln.


    So z.B. letztes Jahr mit "Through the Ages".....



    Des weiteren ist die Stimmung bei der Spielmesse echt genial. Selbst wenn man Abends ins nahegelegene Hotel fährt, sitzen dort alle in der Hotel-Lobby und zocken irgendwelche Spiele.



    Also nochmal: Neben dem Antesten von Spiele, kann man bei Kleinverlagen oder ausländischen Verlagen so an die Spiele kommen. Habe ich es n"nur" auf Kosmos-Neuheiten abgesehen, dann brauche ich i.d.T. mE nicht nach Essen zu kommen, sondern odere mir die Spiele gemütlich vorher -> allerdings ohne diese wahrscheinlich vorher Probegespielt zu haben... ;)



    Mit anderen Worten: Es gibt immer Gründe zur Spiel nach Essen zu fahren ;)

  • Da stimme ich Braz mal wieder zu. Um die Neuheiten von Kosmos, HiG oder Queen Games zu testen, sehen oder was auch immer, nach Essen zu fahren lohnt nun wirklich nicht. "Kampf um Rom" gab es z.B. letztes Jahr schon lange vor Essen. Am Ravensburgerstand sehe ich jährlich irgendwelche Menschen Spiele spielen, die schon 1-3 Jahre alt sind. Da pack ich mir manchmal an den Kopf. Aber jeder so wie er will...


    Aber die Bonbons kriegste woanders: Die Kleinverlage! Da kann man zeitnah Spiele sehen, spielen oder kennenlernen, die es sonst erst wieder Monate nach der Messe gibt!


    Oder den immer wieder schönen Stand von Ludoart!


    Ich macg mir auch immer ne Liste von Spielen, die zwar interessante Neuheiten sind, aber erst nach der Messe gekauft werden, wenn überhaupt. Das sind die üblichen Verdächtigen von Großverlagen. Letztes Jahr war ich total scharf auf "Die Baumeister von Arkadia". Lag direkt neben unserem Eingang beim Händler für 25€. Kurz angesehen - weiter... War ja eh schon bestellt!


    Bei mir ist es auch so, dass ich bisher immer nur einen Tag auf der Messe war. Wir fahren etwa ne Stunde nach Essen und da lohnt sich ein mehrtägiger Aufenthalt nicht. Und das Vorhaben am nächsten Tag wieder hin zu fahren, war meist beim Anblick der am ersten Tag gekauften Spieleneuheiten und des leeren Geldbeutels im Ansatz erstickt. Daher klappern wir unsere Liste mit interessanten Ständen ab, lesen Regeln von Spielen quer, spielen mal ein oder zwei Leichtgewichte an (letztes Jahr Anasazi, Justinian, Medici vs. Strocci...) und dann kaufen...

  • Hiho,


    Also nach Essen zu fahren um dort billiger an Spiele ranzukommen war allenfalls in der prä-Internet-Zeit (also vor ca. 120 Jahren ;-) ) interessant.


    Ich fahre seit einigen Jahren jedes Jahr nach Essen (so viele Tage wie geht - also meistens alle 4) - und ich bereue die "investition" nicht! - Es ist immerwieder ein Riesenerlebnis. Ja es ist voll - aber bis zu einem gewissen "füllstand" ist das überhaupt kein Problem - und dieser "füllstand" wird zum glück nur sporadisch überschritten (meistens Sa. früher Nachmittag).


    Es gibt da so viel zu sehen und zu spielen, was man eben *nicht* im InterNet bestellen oder in irgendeine Spielo probespielen kann. Man kann Prototypen spielen und entdeckt immer neues, interessantes, nette Leute und auch kurositäten.


    Natürlich kaufe ich mir in Essen auch das ein oder andere Spiel - viele davon kann man bestimmt im Inet Später für 1,98Euro billiger bekommen. Manche allerdings auch gar nicht (was aber von Jahr zu Jahr weniger wird).


    NIcht nach Essen zu fahren ist für mich überhaupt nicht vorstellbar.


    Atti

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