Spielegeschmack über die Zeit

  • Hiho,


    Der Geschmack ändert sich mit der Zeit, das ist normal - aber geht es euch auch manchmal so das ihr Spiele die ihr vor Jahren *super* fandet heute nicht mehr so berrauschend findet?


    z.B. Vincy - das war lange auf meiner absoluten Top-Liste, jetzt allerdings bin ich nicht mehr soo der Fan davon. Ist noch ein gutes Spiel, keine Frage, aber irgendwie ist mir das ganze inzwischen zu unstetig. Ich spiele es noch sehr gerne, aber es ist nicht mehr auf meiner absoluten Favoritenliste.


    Anders geht es mir z.B. mit Age of Steam - da kann ich einfach nicht genug von bekommen - das Spiel hat mich von der ersten Probepartie in Essen (2001 war es glaube ich) an gefesselt und ich finde es echt immer besser!


    Atti

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  • Oder doch eher "ausgespielt"?


    Aber stimmt schon, der Spielegeschmack entwickelt sich weiter. Das liegt sicherlich auch daran, daß man Regeln mit steigender Erfahrung besser erfaßt und irgendwann dann auch den Grips und die Muße aufbringt komplexere Spiele anzuspielen. Dann werden plötzlich die einfachen langweilig.


    Dann stellt man fest, daß die komplexen Spiele teilweise doch anstrengend sind oder man nicht mehr potentielle Mitspieler motivieren kann - mal ganz abgesehen von den x-tausend Neuheiten in jedem Jahr.


    Also beginnt man sich vernünftige mittelkomplexe Spiele zu suchen - die fordern aber nicht überfordern. Zusätzlich gewinnen - zumindest bei uns - auch kleine Kartenspiele an Bedeutung (Bang!, Tichu, Flaschenteufel, ...).


    Tja - und irgendwann geht es dann wahrscheinlich wieder von vorne los!

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


    Meine Spiele: Klick mich

  • Mein Spielegeschmack hat sich auch verändert. Am Anfang als ich noch nicht so viel kannte hat mich sehr viel begeistert. Mit der Zeit gab es immer mehr Spiele bei denen ich sage "ganz nett aber kaufen würde ich es nicht" - man kennt einfach zuviele Spiele und würde andere vorziehen. Ich kaufe im wesentlichen nur noch "größere" Brettspiele mit einer Spielzeit von 1-2 max 3 Stunden, keine Cosims, wenig Kartenspiele, keine englischen Spiele, keine zu abstrakten Spiele...
    Man wird halt wählerisch ;)


    P.S.: meine Freundin ist aber sicherlich der Meinung dass ich immernoch zuviel kaufe ;)

  • bei mir ist es dann auch eher überspielt. nachdem wir KEYTHEDRAL bekommen haben, haben wir es ziemlich schnell in folge sicherlich 10mal gespielt... jetzt kann ich es erstmal nicht mehr sehen... aber so ist das bei uns. meiner frau gehts da genau anders: hat die mal ein spiel, dass sie gut findet, will sie erstmal nix anderes spielen. derzeit: galaxy trucker. ich blocke da schon, weil ich schon merke, wie ich keine lust bekomme, wenn sie es nur vorschlägt...


    ansonsten bemerke ich einen trend in mir, der eher richtung komplex geht. oder abstrakte spiele mit aufgesetztem thema. so was mag ich nicht mehr so gerne... (winning moves -- clans z.b.)

  • Hiho,


    Ich denke nicht das es was mit "Überspielt" zu tun hat. Das gibt es natürlich auch - wenn man ein Spiel x-fach gespielt hat, dann hat man irgendwann keine Lust mehr drauf. Ist mir schon öfters mit Axis & Allies passiert - Axis ist für mich deswegen aber nicht schlechter geworden, ist immer noch eines meiner Topspiele (seit immerhin 15 Jahren).
    Natürlich gibt es auch Spiele die nach X Partien einfach langweiilig werden, z.B. Puerto Rico - das fand ich am Anfang richtig klasse - ich meine es ist kein schlechtes Spiel, aber vom Hocker reisst mich das schon lange nicht mehr! - Jetzt ist es halt nur noch "ganz gut"! - Anders ist es bei Funkenschlag, das kann mich immer noch voll begeistern, da iss nix langweilig geworden! Das ist einfach nur Klasse (und das hat ja auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel).


    Ich denke schon das es was mit dem Spielegeschmack zu tun hat. Bei Vinci ist man halt sehr stark von den anderen Spielern abhängig, und wenn einen da jemand auf dem Kieker hat, bekommt man halt kein Bein auf den Boden! - Diese "free-for-all" Games mag ich irgendwie 'nimmer so.


    Atti

  • bei PUERTO RICO geht es mir da ganz anders als dir... :)


    so richtig kann ich das nicht nachvollziehen, was du meinst. also, bei mir nachvollziehen, da wir alle spiele, die bei uns zum regalhüter werden direkt bei ebay verscheuern. hier im regal stehen also fast nur spiele, die wir tatsächlich auch regelmäßig spielen...


    aber wir spielen ja auch erst seit ca. 5 jahren so richtig... :watt:

  • Wobei ich gerade Vinci klasse finde. Einfache Regeln (ok, ein paar Regeln kann man auch diskutieren) aber trotzdem nettes Spielprinzip. Hat bei uns bisher immer wieder Spaß gemacht.

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  • ein gewisses Maß an Fluktuation des Geschmacks lässt sich wohl nie abstreiten.
    Ich vermute man versucht bei seiner Spieleauswahl immer zu versuchen "den perfekten Spieleschrank" hinzubekommen, was letztlich jedoch nie gelingen wird weil es immer noch eine neue , andere Variante eines Mechnismusses mit immer wieder neuer Aufmachung geben wird. Eben jene Änderungen sind es die dann den Geschmack auch verändern lassen .. Ein Beispiel... mein erstes Spiel mit sich reduzierender Auswahl der Möglichkeiten ohne Glücksfaktor war Puerto Rico, bis dahin bevorzugte ich lockerere Legespiele a la Carcassone, Metro oder eben zum entwickeln Siedler von Catan.
    Die reduzierte Glückskomponente - kein Würfel mehr - hat darauf hin Siedler komplett verdrängt und weitere Spiele mit Wahlcharakter oder "offenen Waffen" in den Schrank gebracht , Alhambra mit mehr Auswahlkomponenten.
    Hier fehlte allerdgins das interagierende Flair, man baut alleine vor sich hin und schön ist. Das gibts mittlerweile auch nicht mehr, man konnte den Gegner nur unberechenbar stören wenn man zufällig sein Gebäude genommen hat. Also verschwand Alhambra auch wieder, dafür gibt es nun Antike und RRT im Schrank , Agricola wird folgen.


    So wird es sich vermutlich weiter entwickeln bei jedem von uns.
    Nur die besonders herausrangenden Spiele die durch die Mitspieler erst interesant werden denke ich werden sich dauerhaft halten, bei uns z.B. Bohnanza.

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  • Zitat

    Original von Sankt Peter
    Die große Frage ist ja, ob es eine stetige Entwicklung ist. Oder ob man irgendwann wieder am Ausgangspunkt ankommt???


    Ich denke wowohl als auch. Es gibt "einfache" Spiele die will ich nicht missen, zB. Metro oder Heimlich&Co, das sind Spiele die will und kann ich zu jeder Zeit spielen, bei denen kann ich mich auch nicht "überspielen" glaub ich. Bei Siedler bin ich dagegen "überspielt", mir fällt die Kinnlade runter wenn das Spiel gespielt werden soll. "Abgespielt" hab ich dagegen noch kein Spiel.....ich spiel scheinbar zu wenig :(

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