Miniaturenspiele - wo liegt der Reiz?

  • Habe gerade mal in den BloodRage-Thread geschaut.


    Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich für mich einfach nicht nachvollziehen kann, worin der Reiz solcher Spiele liegt. Für - zweifelsohne nett anzuschauende - Figuren steigt dann der Preis des Produkts gleich um das Zigfache.


    Und erstaunlicherweise werden den Produzenten diese Spiele aus den Händen gerissen!
    Ich zweifle, dass das eigentliche Spiel durch diese Figuren besser funktioniert als mit anderen Mitteln.


    Also: woran liegt das? Ich will nicht polemisieren, ich verstehe es wirklich nicht.


    Steile, durch nichts zu beweisende These: Figürchen-Spiele-Liebhaber haben als Kind lieber mit Playmobil gespielt als mit Lego :D

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  • Ich kann nichts dazu beitragen, da ich noch nie ein Spiel mit Miniaturen gespielt habe.
    Aber deine These dürfte doch durch Korrelationskoeffizienten etc. zumindest ein wenig eingeschätzt werden können ;)

  • Hallo,


    Da möchte ich mich doch mal nach langem, stillem Mitlesen mal zu Wort melden:
    Für mich vermitteln schöne Figuren einerseits eine bessere Atmosphäre als einfache Holzwürfel oder die üblichen Meeples. Zwar spiele ich auch gerne die typischen Euro-Klötzchen-Spiele sehr, sehr gerne, aber wie gesagt, fesche Minis wirken oft einfach besser.
    Der größte Reiz für mich allerdings ist das Bemalen der Figuren. Auch wenn ich mit meiner Malerkarriere erst begonnen habe und die Egebnisse lange noch nicht perfekt sind, ist es ein wunderschönes Hobby bei dem ich sehr gut entspannen kann, außerdem sieht man sofort Ergebnisse und weiß gleich was man verbessern/üben sollte :)
    Wenn du mal in die diversen Mal-Foren reinschaust, wirst du erstaunt sein, was Profis da so hinzaubern können.
    Und einige von den Miniaturenspieln sollen zusätzlich noch sehr gute Spiele sein ;)
    Ich bin aber kein Tabletopler, bemale nur meine Plastikfiguren von Brettspielen, aktuell gerade Arcadia Quest.
    Blood Rage reizt mich auch, aber eher nur, da man die Figuren mit dem Conan Spiel gemeinsam benutzen kann, mal schauen ob ich da bei Blood Rage noch einsteige.
    LG


    Edit: ich habe immer nur mit Lego, nie mit Playmobil gespielt :)

  • Im Prinzip geht's mir genauso wie dem Threadstarter. Ich mag die klassischen Euro-Spiele und habe nie einen Zugang zu der Miniaturen-Welt aus der Ameritrash-Ecke gefunden.


    Ich zweifle, dass das eigentliche Spiel durch diese Figuren besser funktioniert als mit anderen Mitteln.

    Da würde ich allerdings schon einen Vorteil für die Minis sehen. Die Abstraktion von Soldateneinheit auf Soldatenminiatur fällt ungleich leichter als von Soldateneinheit auf Holzspielstein oder gar Pappcounter. Von daher theoretisch wesentlich bessere Immersion ins Thema, insbesondere für Einsteiger. Wahrscheinlich sind wir als erfahrene Euro-Gamer oder War-Gamer einfach schon so abgehärtet, dass wir uns nichts mehr dabei denken, wenn das Holzwürfelchen eine Einheit Steine oder der Pappcounter die Infantrieeinheit repräsentieren soll.

  • Hi,


    Naja, wo liegt der Reiz daran einen Film in 3D oder mit 7.1 Surround Sound zu schauen auf einer 3m Leinwand? Ein 80cm Fernseher mit Stereo (naja)-Sound tut es doch auch - man schaut den selben Film und hat dem zur folge ja auch den gleichen Spass. Oder etwa nicht? :-)


    Wir Spielen aktuelle rel. oft Machi Koro (ja, das einfach Würfelspiel von Kosmos). Und wir haben festgestellt das es weitaus mehr Spass mit den Metallmünzen aus Viticulture zu spielen als mit dem Pappgeld was im Spiel dabei ist. Es ist das gleiche Spiel - kann ja gar nicht mehr Spass machen!


    Der Reiz an Bloodrage ist imo nicht das dort Miniaturen dabei sind. Wenn man das Spiel nicht mag, werden die Minis daran auch nix ändern. Aber es ist nunmal so, das guten Spielmaterial das Spielerlebnis erheblich verstärken kann.


    Wo ist das Problem darin?



    Atti

  • Auf der anderen Seite aber können Miniaturenspiele schon von sich aus Initiativreiz verringern.


    Als Nicht-Tabletopper musste ich erst zu meinem Glück in Form von BloodBowl "gezwungen" (naja, eher überredet) werden. Mittlerweile habe ich recht großen Gefallen am Spiel (oder besser: Ligaspiel) gefunden, aber den Zugang zu anderen Miniaturen habe ich generell auch nicht "geschafft". Tabletopps reizen mich überhaupt nicht, und die meisten Brettspiele mit Plastikfiguren, Resinmitiaturen oder gar Zinn und Weißmetall und Konsorten locken mich absolut nicht an den Tisch.
    Im Gegenteil - ich bevorzuge Spiele, in denen Holzmaterialien die Abstraktion verdeutlichen. Holzmaterial hat für mich meist den Anschein höherer Wertigkeit (was Quatsch ist, natürlich, aber argumentiere mal mit Empfindungen), und der haptische Effekt ist für mich angenehmer. Jedes Spiel, dass stattdessen auf detailverliebtere Figürchen aus Kunststoff setzt, muss schon von vornherein eine viel größere Hürde überwinden, um es letztendlich auf meinen Tisch schaffen zu können. Sogar Anime-Artwork auf Spielmaterial hat es leichter, den Tisch zu erreichen (und ich mag die Ästhetik dieser Artwork-Richtung wirklich überhaupt nicht).


    Damit mag ich mich vielleicht dem einen oder anderen genialen Spiel verschließen, aber ich kann und will ohnehin nicht alles haben/spielen/testen. Kriterien zum Vorab-Ausschluss sind da durchaus gern gesehen im Hause Dumonia. Eisenbahnthema, Anime-Artwork, Kunststofffiguren, chitgeflutete Wargames, Fantasythema (speziell Dungeoncrawl), Rennen jeglicher Art kommen mir nur als Ausnahmen ins Haus. Denn selbstverständlich besagt mein Ausschlusskriterium nicht, sie seien SCHLECHT...


    Nichtsdestotrotz habe ich mir gerade "Cthulhu Wars" zugelegt - ein Spiel, bei dem ja insbesondere die großen, detaillierten Kunststoffminiaturen und ihre Haptik einen Großteil des Spaßes (nicht zu reden vom Anteil am horrenden Preis) ausmachen. Hätte das Spiel ein beliebiges anderes Thema gehabt, hätte ich nicht mal drüber nachdenken müssen - es wäre nie in mein Haus gekommen. So aber hat das Thema mich letztendlich chancenlos gelassen, und ich muss sagen, dass die Figuren die Immersion in diesem Spiel für mich massiv unterstützen.


    Dennoch - bei anderen Spielen suche ich diese Immersion ohnehin nicht, brauche sie nicht und will sie (so lange sie an Kunststoffminiaturen geknüpft ist) eigentlich auch nicht bzw. eher selten...

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Für mich ist das Hauptargument an Miniaturen - und ich liebe Miniaturen - die Immersion und einfach die Freude daran das es schön aussieht. Man kann die Details und die Wirkung bestaunen. Ich bin kein Tabletopper, weil es mir zu teuer ist und ich keine bis zu wenige Mitspieler hätte - vielleicht kompensiere ich das dadurch.


    Auch ein Grund warum ich mich riesig auf Golem Arcana freue - diese wahnsinnig geilen Miniaturen - scheiss drauf ob es ständig gespielt wird, wenn nicht stehen die Golems hier im Regal und sehen geil aus :D

  • Warum werden fast alle Spiele von Illustratoren aufgehübscht? Alle Spiele würden auch auf einem minimalistischen Spielbrett in schwarz/weiß funktionieren, ohne jegliche Illustrationen.


    Als Spieler kann ich mich eben einfach besser auf das Spiel und dem damit verbundenen Thema, das bei so manch einem Spiel vorhanden ist, einlassen. Die Illustrationen erhöhen den Preis sicherlich auch um einiges, haben aber keinen Einfluss auf die Spielmechanik. Nichts anderes ist es mit Miniaturen, es sieht eben einfach besser aus und KANN ein intensiveres Spielgefühl vermitteln. Ich mag gute Holzteile genauso wie gut gemachte Miniaturen.

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  • Holzmaterial hat für mich meist den Anschein höherer Wertigkeit (was Quatsch ist, natürlich, aber argumentiere mal mit Empfindungen), und der haptische Effekt ist für mich angenehmer.

    Wieso ist das Quatsch? Spiele mit Holz statt Plastik sind meiner Ansicht nach auf jeden Fall hochwertiger.

  • Ich sehe das genauso wie Prinz, man kann theoretisch auch ein Spiel wie Descent komplett abstrakt mit Markern, Formen und Grundfarben gestalten...das Dreieck bewegt sich vier Felder und greift das grüne Viereck an...aber wer will sowas? Das Auge spielt halt mit.

  • Kurioser Gedanke: Was ist eigentlich dann Schach? :D König der Abstraktion oder Miniaturenspiel? ^^


    Aber gut, ich verstehe schon: MOAR BlingBling MOAR Fun.


    Was Illustrationen angeht, kann ich das auch gut nachvollziehen. Ein hässlich designtes Spiel schreckt mich auch ab. Bei der Neuauflage von Age Of Empires hab ich diesbezüglich auch ziemliche Bauchschmerzen - die neue Karte sieht rechts einfach scheußlich aus. Aber das Spiel bleibt super, darum hab ich sie mitgebacken.


    Einige Argumente kann ich aber nicht nachvollziehen:

    Die Abstraktion von Soldateneinheit auf Soldatenminiatur fällt ungleich leichter als von Soldateneinheit auf Holzspielstein oder gar Pappcounter. Von daher theoretisch wesentlich bessere Immersion ins Thema, insbesondere für Einsteiger.

    Die "Abstraktion" liegt in diesem Fall vor allem darin, dass ich ein Brettspiel vor mir liegen habe - und mich nicht aufmache, um in den Krieg zu ziehen und Menschen umzubringen. D.h. die Abstraktionsarbeit wurde so oder so schon erledigt. Ein gutes Beispiel dafür dürften die verschiedenen Ausgaben von Risiko sein. Ich habe das Spiel erstmals in grauer Vorzeit gespielt (und es geliebt!). Die Armeen bestanden aus kleinen Plastikdreiecken und Plastikrädchen. Später habe ich größere, überarbeitete Ausgaben gesehen mit aufwändig gestalteten Reiterfiguren mit Säbeln und Hastenichgesehen. Ich dachte nur, dass die ziemlich leicht kaputt gehen werden - und boten keinen zusätzlichen Reiz für mich. Im Gegenteil! Ich würde da lieber die ollen Plastikdreiecke rumschieben...liegt aber vermutlich am Nostalgiefaktor. In meiner "erwachsenen" Spielekarriere hab ichs nämlich gar nicht mehr angefasst ;)


    Heute habe ich aus Zufall die Kickstarter-Version von Evolution in der Hand gehabt. Beigelegt als Stretchgoal ist eine Plastik-Mini(Maxi)atur eines Brontos (glaube ich) als Startspielerfigur. Sah aus wie eine der Schleich-Figuren für Kinder (oder Sammler). Der "normale" Startspielermarker war einer aus Holz. Auch riesig, im Grunde noch eher wie ein Kinderspielzeug geformt, aber trotzdem wirkte der auf mich interessanter/besser/wertiger als die Plaste.


    Naja. Bei Cthulhu Wars ist es natürlich schon nett, die riesigen Monster in die Hand zu nehmen und zu betrachten. Kaufen würde ich mir das Spiel deshalb jedoch niemals. Das Spiel interessiert mich einfach nicht sonderlich.
    Und das wundert mich halt so derzeit. Auf Kickstarter fahren die ganzen Miniaturen-Spiele regelmäßig Millionenbeträge ein (Ghostbusters! Myth! Conan! Cthulhu Wars!) und ich habe den Eindruck, dass das nur wegen der Miniaturen so läuft. Alle Welt scheint total auszurasten, sobald solche Teile mit dabei sind.


    Merkwürdig.

  • Conan und Ghostbusters sind ja auch starke Lizenzen, da wundert es mich gar nicht. Zombicide hat mit seinen Untoten auch den Nerv der Zeit getroffen.
    Blood Rage machts finde ich mit nur einem Pledgelevel und kaum optionalen Zusatzkäufen auch richtig, 75$ sind nicht die Welt, und für alle Conan Pledger ist es zusätzlich interessant.
    Und was gutes Marketing und ein entsprechender Hype bewirken können hat man ja bei den explodierenden Katzerln gesehen :)


    Nicht zu unterschätzen ist jedoch auch der Kostenfaktor für Minisammler/Bemaler: bei Conan z.B. bekommt man für 135$ knappe 200 Figuren, das ist schon ein ziemlicher Kampfpreis. Klar sind sie nicht aus Resin oder höherwertigen Materialien, zum Bemalen und Aufmotzen reichts aber allemal. Außerdem kann man die Figuren auch für andere Spiele usw. benutzen.


    Klar, wenn man mit Fantasy Spielen, Dungeoncrawlern, Overlord Spielen etc. so gar nix anfangen kann, dann wird man auch mit noch so tollen Figuren keinen Spaß an den ganzen Kickstarter Spielen haben.
    Aber eben auch Kyklades oder Kemet sprechen mit ihren Mechanismen sicherlich genug Eurospieler an, und durch die Minis geben Sie auch optisch ordentlich was her. Oder auch das Erweiterungspaket für Alien Frontiers mit den kleinen Plastikkolonien schlägt für mich in diese Kerbe - ned zwingend notwendig, aber wenn mans hat, will man nimmer ohne spielen :)


    LG

  • @Njoltis
    Die andere Frage, warum macht man mit einer Filmtriologie Millionenumsätze mit Menschen, die die um längen bessere Buchvorlage nicht mal mit dem nackten Arsch anschauen würden?


    Eben genau deswegen. Außerdem war es wirklich nah dran...

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

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  • @HDScurox die Antwort indirekt doch schon gegeben.


    Auf Kickstarter erschliessen Brettspiele mit einer grossen Anzahl an schönen(!) Miniaturen einfach einen sehr viel grösseren Markt, da bei Miniaturen einfach noch ein riesiges Hobby hinten dranhängt, das mit den gelieferten Spielmechanismen nur in Teilbereichen etwas zu tun hat.
    Da sind die Sammler, die einfach nur schöne (und viele) Minis sammeln.
    Da sind die Tabletop-Spieler, die in den Figuren eine gute Alternative für Einheit/Charakter XY in einem ihrer Spielsysteme sehen.
    Da sind die Maler, die einfach nur Freude daran haben, schöne Miniaturen zu bemalen.
    Da sind die Modellierer, die Freude daran haben, Miniaturen noch weiter auszugestalten, die sie für eine gute Basis halten.
    Und dann gibt's da noch die Leute, denen es tatsächlich nur um das Spiel dabei geht. Und ich wage mal zu sagen, dass diese nicht das Gros der Backer stellen.


    Ein anderes, non-Kickstarter-Beispiel: glaubst du, dass sich sowas hier irgendjemand in erster Linie wegen der Spielmechanik kauft?


    Für einen 0815-Euro interessiert sich halt einfach nur ein extrem eingeschränkter Kreis, egal wie ausgefeilt die Mechanismen nun sind.

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Habe gerade mal in den BloodRage-Thread geschaut.


    Dabei ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich für mich einfach nicht nachvollziehen kann, worin der Reiz solcher Spiele liegt. Für - zweifelsohne nett anzuschauende - Figuren steigt dann der Preis des Produkts gleich um das Zigfache.

    Sehen wir mal davon ab, dass die Diskussion über den Reiz von Miniaturen an sich schon interessant ist: Ich halte es für einen Trugschluss, dass die Leute das Spiel vor allem wegen der Miniaturen reizt. Ich beispielsweise wusste bis gerade eben noch nichts über das Spiel, habe mich ganz flüchtig informiert -- und fast sofort schon angebissen! Das lag aber vor allem an ein paar anderen Eindrücken:
    - Kraftvoller Name
    - Wikinger mit Hämmern in der Hand
    - Das Ende der Welt is da
    - Schriftzug und Cover wie vom Album einer Viking Metal Band (die Ähnlichketien sind sicher kein Zufall)
    - Erfunden von dem Mann, der Chaos in der Alten Welt gemacht hat
    - Area Control, assymmetrisch...
    - Verspricht viel Gekloppe
    - ....und zuguterletzt eben auch noch schöne Miniaturen. :)


    Ich kann auch gut anchvollziehen, was die Leute an Tabletop reizt; die Schnittmenge Tabletopler und Ameritrasher ist sicher auch vorhanden, aber letztere sind allgemein schon zuallererst Brettspieler, Da stehen die Miniaturen nicht an erster Stelle, aber sie sind schon wichtig. Warum? Weil die Story, die Stimmung, die Dramatik das Ziel des Spieles sind. Die Mechanismen haben da nur eine dienende Funktion und sind im Zweifelsfall schnurzpiepegal. Ringkrieg mit Holzwürfeln oder Space Hulk mit Carcassonne-Männchen - das macht doch keine Stimmung.


    Übrigens, Letzteres hat schon mal jemand probiert, wie mir gerade wieder einfällt:


    [Blockierte Grafik: http://cf.geekdo-images.com/images/pic563493_md.jpg]

    Soziale Medien fügen Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

  • Die andere Frage, warum macht man mit einer Filmtriologie Millionenumsätze mit Menschen, die die um längen bessere Buchvorlage nicht mal mit dem nackten Arsch anschauen würden?


    Und ich frage mich immer wieder, warum man aus der korrekten (aus dem Griechischen abgeleiteten) Trilogie unbedingt die nicht existierende Triologie machen muss.
    Abgesehen von solcher Krittelei finde ich diese Gegenfrage übrigens genial, auch wenn ich selber manchmal ganz schön auf Plastikbarock stehe! Beinahe hätte ich deswegen bei Conan mitgemacht ... aber wenn's wirklich supergut sein sollte, komme ich bestimmt auch so irgendwann dran, denke ich.


    Steile, durch nichts zu beweisende These: Figürchen-Spiele-Liebhaber haben als Kind lieber mit Playmobil gespielt als mit Lego :D

    Da will ich auf Heroscape verweisen, denn das hat beide Welten verbunden (Figürchen und dennoch stark an Lego angelehnte Bastelei der Spielwelten, auch wenn beides auf vergleichsweise niedrigem Niveau war). :)

  • Eben genau deswegen. Außerdem war es wirklich nah dran...

    Das sehe ich anders, aber die Diskussion ist so alt, wie die Verfilmung selbst und da ist schon alles dazu gesagt worden. :)


    Und ich frage mich immer wieder, warum man aus der korrekten (aus dem Griechischen abgeleiteten) Trilogie unbedingt die nicht existierende Triologie machen muss.

    Frag mein Tablet, auf dem ich per Swype meine Antwort verfasst hatte...

  • Interessantes Thema.
    Ich mag bei einigen Spielen die Plastikminiaturen lieber, bei anderen Spielen ziehe ich Meeple vor.


    Beispiele:
    Bei #Snowdonia finde ich die ursprüngliche Ausgabe mit den Meeplen schöner, als die neuen Kunststoffarbeiter.
    #Claustrophobia finde ich besonders mit den (bemalten) Dämonen und Kämpfern toll.
    #SunTzu finde ich in der Neuauflage mit den Kunststoff-Soldaten nicht so schön, wie in der ursprünglichen Ausgabe mit Holzwürfeln (Halt, Stop - eigentlich waren MÄDN-Figuren aus Kunststoff dabei - die habe ich gegen Holzwürfel ausgetauscht).
    Bei #WingsOfWar finde ich die Flugzeugmodelle toll - mit den Flugzeug-Karten ist es nur der halbe Spaß.
    #XWing - nur mit Minis! Anders kann ich mir das Spiel nicht vorstellen!


    Ich glaube, bei mir ist der ausschlaggebende Faktor die Frage: Wie sieht der Rest des Spiels aus? Wenn das Spielbrett ebenso abstrakt ist, dann ziehe ich auch abstrakte(re) Spielsteine vor. Wenn das Spielfeld aber tatsächlich Höhlen, Gänge oder Straßen abbildet, dann finde ich Miniaturen von Soldaten, Fahrzeugen oder Flugzeugen reizvoller.


    Und wieso funktioniert das auf Kickstarter so gut? Hm, ich glaube einfach aus dem Grund, dass der Mensch an und für sich sehr optisch gesteuert ist. Wenn es toll aussieht, dann mag man es von Anfang an.
    Bei BGG sind die Geeks ja oftmals ganz aus dem Häuschen, wenn nur das Cover eines neuen Spiels vorgestellt wird, ohne das die Regeln auch nur ansatzweise bekannt wären! :-)

  • Naja, wo liegt der Reiz daran einen Film in 3D oder mit 7.1 Surround Sound zu schauen auf einer 3m Leinwand? Ein 80cm Fernseher mit Stereo (naja)-Sound tut es doch auch - man schaut den selben Film und hat dem zur folge ja auch den gleichen Spass. Oder etwa nicht?

    Ich glaube, diese Analogie passt nur zum Teil. Bei Heimkino statt Kleinfernseher wird kaum jemand bestreiten, dass ersteres besser ist. Viele werden sagen, dass ihnen Heimkino kein vierstelliger Euro-Betrag wert ist, das sicher ja -- aber den Erlebniswert wird niemand bestreiten. Das gilt für Miniaturenspiele so nicht. Ich gönne jedem seinen Spaß mit Warhammer, Blood Bowl, Blood Rage & Co, aber der besondere Reiz davon im Übergangsbereich zwischen Modellbau und Brettspiel erschließt sich mir einfach nicht so ganz...


    Die üblichen Miniaturenspiele (wie das oben genannte Blood Rage) gibt's doch auch nicht in zwei Formen, einmal mit und einmal ohne Minis. Von daher passt der Gedanke des Upgrades ("Pimpens") auch nicht so ganz. Das Herumspielen mit den Minis (incl. Anmalen & Co) IST da doch oft das Spiel. Wenn man fies wäre, könnte man sagen, dass nach dem Wegnehmen der Minis in manchen Fällen nicht mehr viel Spiel übrig bleibt. ;)


    Über den Nutzwert von (Plastik-)Miniaturen kann man durchaus auch unterschiedlicher Meinung sein. Insbesondere lässt sich gut bestreiten, dass Plastik immer besser wäre als Holz, so wie Heimkino unstrittig besser ist als Schwarz-Weiß-Fernseher. Ein direkter Vergleich ist manchmal auch möglich, nämlich in den seltenen Fällen, in denen es das gleiche Spiel mal mit (abstrakteren) Holzspielsteinen, mal mit (mehr oder weniger detaillierten) Plastikminiaturen gibt. Oben wurde schon Alien Frontiers genannt: farbige Holz-Halbkugeln vs. ausgeformte farbige Plastik-Kolonien mit "Kuppel" aus transparentem Plastik. Selbst da wäre ich ganz bei @Scubaroo: Holz würde mir besser gefallen. Oder das noch bekanntere Beispiel Siedler von Catan: ursprünglich Holz-, mittlerweile Plastik-Spielsteine. Laut Kosmos kommen die Plastik-Figuren angeblich besser bei den Kunden an. Die Mehrzahl der Unknowns-Nutzer dürfen wie ich die Catan-Plastik-Spielsteine einfach nur für billig halten und wenn, dann mit einer alten Holzausgabe von SvC (+ Ritter) spielen. Die Kosmos-Aussage kommt mir eher vor wie eine vorgeschobene Rechtfertigung einer Kostensparmaßnahme. Aber ich könnte mir sogar vorstellen, dass da Kosmos in Bezug auf die aktuelle SvC-Käufer-Generation sogar recht hat und die wirklich die Plastik-Minis besser finden. Bei jüngeren Leuten scheint Plastik-Spritzguß made in China einen höheren Reiz zu haben als die Holzmeeples, mit denen wir Ältere spielerisch sozialisiert worden sind. Warum das so ist, darüber würde es sich schon lohnen zu diskutieren, jenseits von "Spiele pimpen ist immer toll".

  • Die üblichen Miniaturenspiele (wie das oben genannte Blood Rage) gibt's doch auch nicht in zwei Formen, einmal mit und einmal ohne Minis. Von daher passt der Gedanke des Upgrades ("Pimpens") auch nicht so ganz. Das Herumspielen mit den Minis (incl. Anmalen & Co) IST da doch oft das Spiel. Wenn man fies wäre, könnte man sagen, dass nach dem Wegnehmen der Minis in manchen Fällen nicht mehr viel Spiel übrig bleibt. ;)

    Teilweise schon.
    Ich erinnere mich nich, dass das Tabletop #Demonworld mit Pappcountern geliefert wurde, die die Einheiten aus der Vogelperspektive darstellten.
    Sicherlich, alle weiteren Einheiten gab es nur noch als Miniaturen - aber so war es auch erst mal spielbar.
    Wie gesagt - #WingsOfWar lässt sich auch mit Miniaturen ausstatten, ist aber erst Mal nur ein Spiel mit Spielkarten.


    Bei den "großen" Vertretern - Warhammer/40k, Warmachine/Hordes - ist es sicherlich so, dass es diese nur mit Miniaturen gibt.


    Aber wir sind ja hier eher im Brettspiel-Segment unterwegs, und da gibt es eben doch das eine oder andere (schon genannte) Spiel, welche alternativ mit Miniaturen ausgestattet werden kann... Es gibt ja sogar Spieler, die statten #ConflictOfHeroes mit Miniaturen aus!!

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  • [...] Ich gönne jedem seinen Spaß mit Warhammer, Blood Bowl, Blood Rage & Co, aber der besondere Reiz davon im Übergangsbereich zwischen Modellbau und Brettspiel erschließt sich mir einfach nicht so ganz...[...]

    Und genau das ist der Punkt, über den man noch bis in alle Ewigkeiten diskutieren kann: subjektive Präferenzen.
    Es gibt kein stichhaltiges "Pro" für Miniaturen, noch gibt es ein stichhaltiges "Pro" für bunte Holzwürfel. Der eine erfreut sich am optischen Bombast, während der nächste Minimalismus ganz toll findet.


    Runtergebrochen auf die Essenz könnte man bei Euros auch sagen, es ist nur ein zu lösendes mathematisches Problem. Viel Spiel bleibt da nicht mehr übrig. Der besondere Reiz davon erschliesst sich mir nicht so ganz. ;)

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Bei jüngeren Leuten scheint Plastik-Spritzguß made in China einen höheren Reiz zu haben als die Holzmeeples, mit denen wir Ältere spielerisch sozialisiert worden sind. Warum das so ist, darüber würde es sich schon lohnen zu diskutieren, jenseits von "Spiele pimpen ist immer toll".

    Das stimmt, wenn du dich z.B. mal am Samstag in einem Games-Workshop Laden aufhältst, wirst du es verstehen...
    Mein Junior spielte früher intensiv das GW-System mit HdR, danach kam Warhammer 40K. Wenn du dir dann die fertigen Figuren mal etwas näher anschaust, bleibt dir bei manchem echt der Atem weg - wow. Damit macht das spielen einfach wirklich wesentlich mehr Spass. Auch ich war kurzfristig dem Figurencharme erlegen, neben Confrontation (Rackham) durfte ich bei 40K die Tyranniden ins Feld führen. Das ganze "Pregame", also Figuren zusammenbauen, bemalen, Bases pimpen..., nahm mir aber dann wegen des dafür aufzubringenden Zeitfaktors relativ schnell den eigentlichen Spielreiz.
    Ich bin Spieler und kein Künstler Kommentar dazu von Junior: Naja, für´n alten Sack ganz ordentlich... ;)


    Zur eigentlichen Frage hier nun meine Vermutung: Anscheinend war der Markt so gesättigt von "Euros" und Konsorten, das sich sich hier eben noch genug Potential für ein bis dato wohl etwas vernachlässigtes Segment bietet. Ob das nun mit Holz oder Plastik oder gar Zinn bewerkstelligt wird, ist letztendlich natürlich eine reine Kostenfrage. Das Auge spielt eben mit und sticht damit das Gehirn bzgl. Vernunft (viel zu teuer) aus!

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  • Runtergebrochen auf die Essenz könnte man bei Euros auch sagen, es ist nur ein zu lösendes mathematisches Problem. Viel Spiel bleibt da nicht mehr übrig. Der besondere Reiz davon erschliesst sich mir nicht so ganz. ;)

    Zustimmung.


    Genauso, wie es bei jedem Spiel die Diskussion geben könnte, wieso jemand nun ausgerechnet dieses Spiel gut findet, lässt sich die Diskussion auch bei dem Spielmaterial führen... :-)

  • Oder das noch bekanntere Beispiel Siedler von Catan: ursprünglich Holz-, mittlerweile Plastik-Spielsteine. Laut Kosmos kommen die Plastik-Figuren angeblich besser bei den Kunden an. Die Mehrzahl der Unknowns-Nutzer dürfen wie ich die Catan-Plastik-Spielsteine einfach nur für billig halten und wenn, dann mit einer alten Holzausgabe von SvC (+ Ritter) spielen

    So isses! Der Plastikschrott kommt mir nicht auf den Tisch.

  • Für mich liegt der Reiz bei einem Miniaturenspiel aus einer gelungenen Mischung aus sehr gutem Spielsystem und schönen Figuren. Die Figuren bemale ich dabei in der Regel.


    Es gibt natürlich Spiele, da kann man gut und gerne auf Miniaturen verzichten. Bei Battlestar Galactica hätten auch Pappmarker gereicht, die kleinen Raumschiffe tragen jedoch gut zur Stimmung bei.


    Andererseits würden Spiele wie X-Wing wie Blei in den Regalen liegen, wenn Sie mit Pappmarkern daher kommen. Da will man einfach richtige Raumschiffe haben. Da die Miniaturen hier halbwegs günstig sind, hat das System Erfolg. Anders als Sails of Glory, wo ich die Schiffe einfach nur teuer finde und sich zudem eine Seeschlacht deutlich langsamer spielt als so ein bisschen Rumgeballer im Weltall.


    Spiele wie das weiter oben genannte Snowdonia funktionieren hervorragend ohne Miniaturen. Aber bemalte Eisenbahner (die Promopackung) hübschen das sehr gute Spiel für mich einfach auf.


    Da ich wie gesagt gerne meine Spielfiguren bemale schaue ich auch regelmäßig die verschiedenen Kickstarterprojekte an um nach kurzem Überfliegen abzuwinken. Die meisten Spiele finde ich spielerisch dünn, so das mir klar wird, dass hier Geld nur durch das Lockmittel Miniatur erwirtschaftet werden soll.


    Wer also wie ich gerne Figuren bemalt, aber auf die dünnen Spiele drumrum verzichten kann, dem sei Tabletop empfohlen. Von günstig bis exorbitant, von Fantasy bis History ist da für jeden was dabei.

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  • Und deswegen sind Plasikfiguren gleich "Schrott"?


    Ich habe mich ganz konkret auf SvC bezogen. Die Plastikversion halte ich neben der Holzversion tatsächlich für Schrott. Hätte es jedoch niemals eine Holzversion gegeben, würde ich das vielleicht anders beurteilen.



    Es gibt doch auch hochwertige Plastikfiguren, zum Beispiel bei Space Hulk, 3rd Edition.


    Das Spiel kenne ich nicht. Und wenn ich mich in meinen Schrank so umgucke, dann ist das einzige Spiel mit einer signifikanten Menge an Plastikfiguren "Civilization - Das Brettspiel" und das ist, vorsichtig ausgedrückt, scheisse. Das hat jedoch wenig mit dem Material zu tun.
    Zug um Zug habe ich gerade noch entdeckt, bei dem es viel Plastik gibt. Ich schätze, ich würde das Spiel mit Holzwaggons tatsächlich netter finden. Allerdings gilt hier, was ich oben zu SvC geschrieben habe: es gab halt nie eine andere Version, daher vermisse ich auch nichts.


    Ist für Dich die Ausstattung mit Kunststoff-Materialien ein Grund, ein Spiel nicht zu kaufen?


    So pauschal kann ich das nicht sagen, aber es ist zumindest ein Kriterium. Mir fällt jetzt aber auch kein Spiel ein, das ich mir angesehen und dann über das minderwertige Material gemeckert hätte.

  • Bei den "großen" Vertretern - Warhammer [...] - ist es sicherlich so, dass es diese nur mit Miniaturen gibt.


    Also meinereins hat/hatte(?) aus den Tagen meiner ersten Warhammer-gehversuche noch einen original (Ork-) Streitwagen und ein Katapult als bedrucktes Pappschild.


    Heute wohl undenkbar, aber da hat sich in den letzten (paar) Jahren einiges getan ...

    Einmal editiert, zuletzt von Eumel ()

  • Also Plastikminis in (Brett-)Spielen sehen m.E. wirklich häufig eher bescheiden aus, so daß ich die tränenfeuchten Augen bei mancher Neuankündigung nicht so ganz nachvollziehen kann.


    Wenn eine Mini in einem Spiel mehrfach vorkommt und nur in einer Pose existiert ist das gelinde gesagt doof. Aber das ist halt wieder die Sache bezüglich der Abstaktion: Will/kann man seinem Nutzer(/Spieler) zumuten, Goblins in verschiedenen Posen erkennen zu müssen? Wie weit möchte man sich mit dem Hintergrund auseinandersetzen, wie häufig möchte man das spiel spielen, bis man da sattelfest ist?


    Denke das ist gar nicht so einfach. Und noch viel schwieriger es allen recht zu machen ... :D


    Grüße,
    M.

  • Hi,


    Kommt ganz drauf an finde ich. Eine gut gemachte Holzfigur ist sicher schöner als eine schlecht gemachte Plastikmini. Und umgekehrt.


    Generell zu sagen Holz ist toll, Plastik ist mist - ist quatsch.


    Atti

  • Für die Amis sind offenbar Holzteile eher billig und Plastik eher hochwertig.

    Solange es um Tabletop, Miniaturenspiele und Brettspiele geht ist Holz minderwertig - genau wie bei vielen anderen Produkten auch. Es erlaubt bei weitem nicht die Details, die Metall, Resin oder Plastik erlauben und ist nicht bruchfest bei gleichen Details (wenn sie überhaupt realisiert werden können). Resin und Plastik übersteigen oft den Preis von Metallminis - bedenkt man die immensen Fertigungskosten der Molds (Metall-Molds müssen für Plastik/Resin Miniaturen angefertigt werden und können in den 5-stelligen Bereich gehen). Holz ist deutlich günstiger (nur Material) und gewisse Formen sehr aufwendig oder gar nicht realisierbar (extreme Kosten). Bei Metall, Resin und Plastik hat man volle Kontrolle über spätere Eigenschaften des Materials und man kann es in jegliche Form bringen. Die Bones Serie von Reaper Miniatures muss nicht mal mehr grundiert werden und die Farbe hält sehr gut, während die Produktionskosten (nur Materialkosten ohne Molderstellung) und damit die Kosten pro Miniatur deutlich gesenkt wurden, während die Haltbarkeit deutlich gestiegen ist und der Detailgrad gleich geblieben ist.


    Nicht ohne Grund bevorzugt man Plastik bei allen möglichen Produkten heutzutage - die meisten Produkte können so überhaupt erst erstellt werden. Hochwertige Hölzer werden nur noch für Premium-Produkte benutzt und die sind dann auch oftmals hochwertiger als das Plastikäquivalent - aber oft ist das auch nur ein optisches Feature. Aber hochwertige Hölzer findet man nicht im Brettspielbereich.


    Die Produktion dieser Miniatur wäre nicht möglich gewesen mit Holz - erst recht nicht zu den Stückzahlen und dem Preis:
    (Plastik Mini - Bones Serie von Reaper Miniatures)


    Ich bin großer Miniaturenfan und habe auch eine entprechende Sammlung von über 400 Miniaturen. Sie bieten eine deutlich größere Immersion als Meeples. Bei Worker-Placement-Games wie zb. Caylus hätte ich nichts dagegen, wenn man statt pinken Würfeln ein kleines Plastik-Schweinchen hätte - aber das muss nicht sein, da das Spiel nicht dafür ausgelegt ist einen Hauptaugenmerk auf das Aussehen der Rohstoffe zu legen und ich dadurch auch keinen Mehrwehrt beim Spielen sehe. Spiele wie Descent, Korsaren der Karibik, Twilight Imperium, die leben natürlich auch ein großes Stück von ihrem Aussehen - ameritrash halt :-)

  • Bei jüngeren Leuten scheint Plastik-Spritzguß made in China einen höheren Reiz zu haben als die Holzmeeples, mit denen wir Ältere spielerisch sozialisiert worden sind. Warum das so ist, darüber würde es sich schon lohnen zu diskutieren, jenseits von "Spiele pimpen ist immer toll".

    Ich denke nicht, dass dies auf das Alter der Kundschaft zurückzuführen ist. Vielmehr ist hier, in vielen Fällen, die Ursache in der zunehmenden Internationalisierung des Brettspielmarktes zu suchen. Dies führt dazu, dass lokale Märkte, in welchen "miniature gaming" in ganz anderen Größenordnungen präsent ist - ich denke hier primär an Großbritannien und die USA - einen Einfluß auf das Aussehen des Produktes im internationalen Markt nehmen. Hinzu kommt, dass heutzutage, die Fertigung von Kunststoffminiaturen/Kunststoffspielteilen in geringen Stückzahlen wirtschaftlich darstellbar ist. Wie DoW Zug um Zug rausbrachte, war es für den Verlag noch eine kritische Frage ob man die hohen Vorabkosten für die Spitzguss formen stemmen soll oder ob man geringeres Risiko eingehen soll.


    Nicht ohne Grund bevorzugt man Plastik bei allen möglichen Produkten heutzutage - die meisten Produkte können so überhaupt erst erstellt werden. Hochwertige Hölzer werden nur noch für Premium-Produkte benutzt und die sind dann auch oftmals hochwertiger als das Plastikäquivalent - aber oft ist das auch nur ein optisches Feature. Aber hochwertige Hölzer findet man nicht im Brettspielbereich.


    Hierzu eine Frage: Was sind für Dich "hochwertige" Hölzer? Meine bisherige Beobachtung ist, dass sich die Wertigkeit des verwendeten Holzes, je nach Fertigungsstandort, durchaus signifikant unterscheidet. Als aktuellen Beispiel hierzu fällt mir das ausgezeichnete Viticulture ein, des wunderschön modellierte Holzteile, sich durch ein federleichtes Gewicht auszeichnen. Das fühlt sich irgendwie komisch an...

    Ich gebe hier, auch wenn ich es im Text nicht explizit erwähne, immer meine persönliche Meinung wieder.

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