Rezensionen: schwarze Schafe, Verrisse etc.

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  • Wieso sind manche, die offensichtlich nicht in der Branche tätig sind, schon auf der Messe

    Eine Presse- oder Ausstellerkarte, die so mancher Erklärbär sein Eigen nennen dürfte, macht es möglich.


    und kaufen Dinge, die es erst ab Morgen zu kaufen gibt?

    Weil teilweise heute schon verkauft wird und es sicher keine großen Schlangen gibt ;)

  • Wieso sind manche, die offensichtlich nicht in der Branche tätig sind, schon auf der Messe und kaufen Dinge, die es erst ab Morgen zu kaufen gibt?


    Ist das was zu vrrpassen Gefühl mittlerweile so gross?

    Zur Info und Aufklärung: Mit einer fachlich begründeten Akkreditierunganfrage an den Veranstalter kann man als Journalist mit gültigem DJV-Presseausweis eine Pressekarte sowie Einladung zur Pressekonferenz bekommen. Ist kein Hexenwerk. So wurde die Wichtigkeit der Spiele-Journalisten, welche die Begeisterung für Gesellschaftsspiele in die Öffentlichkeit tragen, übrigens heute morgen extra nochmals von Frau Metzler vom Friedhelm Merz Verlag lobend erwähnt.


    Zudem waren heute eine Menge an Supporter, Spieleerklärer und Aufbauhelfer vor Ort, ohne die das Erlebnis SPIEL 15 überhaupt nicht möglich wäre. Fettes Dankeschön an dieser Stelle. Mittwoch ist bei vielen Ausstellern noch ein Aufbautag inklusive Anlieferung der Neuheiten. Erklärt wird fernab der Neuheitenschau eher weniger und gespielt werden kann noch weniger. Bei einigen Ausstellern kann man vorbestellte Spiele abholen, andere sind darauf logistisch an einem Mittwoch vor Messebeginn noch nicht vorbereitet. Kurz gesagt: Als normaler Spieler hast Du heute nix verpasst, auf das man neidisch sein könnte.


    Cu / Ralf, selbständiger Content-Manager im Nebenberuf mit eingetragenem Gewerbe

  • Das Problem ist aber auch, dass jeder Hansel mit Spieleblog, der alle 6 Monate ein kleines Update erfährt, nun zum Pressemenschen wird und am Verlagsstand mit seinem Presseausweis wedelt und nach Rezensionsexemplaren fragt... Muss man sich auch nicht wundern, wenn die Bereitschaft so etwas rauszugeben abnimmt.

  • Das Problem ist aber auch, dass jeder Hansel mit Spieleblog, der alle 6 Monate ein kleines Update erfährt, nun zum Pressemenschen wird und am Verlagsstand mit seinem Presseausweis wedelt und nach Rezensionsexemplaren fragt...

    Dann sollte der Merz Verlag bei den Akkreditierungen halt genauer hinschauen. Die Verlage machen es beim Versand von Rezensionsexemplaren ja auch - so jedenfalls erklärte es Andrea Milke (Marketing Amigo) jüngst bei den Bretterwissern.

  • Das Problem ist aber auch, dass jeder Hansel mit Spieleblog, der alle 6 Monate ein kleines Update erfährt, nun zum Pressemenschen wird und am Verlagsstand mit seinem Presseausweis wedelt und nach Rezensionsexemplaren fragt... Muss man sich auch nicht wundern, wenn die Bereitschaft so etwas rauszugeben abnimmt.

    Das ist richtig und nicht zuletzt ein ernsthaftes Problem für alle anderen Rezensenten. Aber das liegt daran, weil wirklich jeder einen eigenen machen will (was aufwendiger und weniger erfolgreich ist, als sich einem der 3-4 großen Magazine anzuschließen. Sagte ich, dass wir gerade wieder suchen?).


    Dennoch ist auch richtig, dass die Messe schwer abschätzen kann, wer wichtig ist. Und gerade neue Verlage kommen mitunter völlig blauäugig auf die Messe und geben zuerst fleißig raus, um sich nach einem Tag zu wundern, warum ihre Spiele weg sind. Das wiederum IST hausgemacht. Wer auf die Messe geht, sollte sich vorher informieren, wer in seinem Segment "wichtig" ist.


    "Wichtig" geben übrigens unglaublich viele Journalisten vor, die bei TV/Print/Radio arbeiten und nie auch nur eine Spielerezension verfassen, aber "alle" nach Exemplaren fragen. Klar, dass neue Verlage große Augen bekommen und massig rausgeben. Am Ende dummerweise.


    Wie gesagt: Am Ende sind die Leute die Leidtragenden, die sonst solide arbeiten und Reichweite erzielen. Die Verlage (und Autoren usw.) auch, aber die KÖNNTEN und MÜSSTEN es besser steuern.


    Übrigens Bericht von gestern:
    Pressekonferenz zur Spiel '15 - Bericht

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  • Das ist richtig und nicht zuletzt ein ernsthaftes Problem für alle anderen Rezensenten. Aber das liegt daran, weil wirklich jeder einen eigenen machen will (was aufwendiger und weniger erfolgreich ist, als sich einem der 3-4 großen Magazine anzuschließen. Sagte ich, dass wir gerade wieder suchen?).
    Dennoch ist auch richtig, dass die Messe schwer abschätzen kann, wer wichtig ist. Und gerade neue Verlage kommen mitunter völlig blauäugig auf die Messe und geben zuerst fleißig raus, um sich nach einem Tag zu wundern, warum ihre Spiele weg sind.

    Das Problem sehe ich darin, dass sich jeder Redakteur nennen kann, weil diese Tätigkeitsbezeichnung in Deutschland ebenso wie diese des Journalisten nicht geschützt ist. Dabei meine ich, dass man als Redakteur und Journalist eine gewisse Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit hat, die man auch ernst nehmen sollte. Ich persönlich bin stolz darauf, dass wir in Deutschland eine freie Presse und Meinungsfreiheit haben und bin mir der Verantwortung bewusst, was diese Tätigkeit mit sich bringt.


    Nur wie viele der Kollegen haben mal was vom Pressekodex gehört und handeln auch danach? Weil eben jeder in Deutschland publizieren dürfen sollte und ja auch darf und dass ebenso auch ohne Ausbildung, Journalistikstudium oder Volontariat, müsste es meiner Meinung nach eine unabhängige Prüfung geben, ob man auch die Grundsätze seiner Tätigkeit kennt. Gibt es aber nicht und so ziehen einige, die sich da Redakteure oder Journalisten nennen, den Berufsstand in den Dreck.


    Ich frage grundsätzlich keinerlei Rezensionsexemplare im Brettspielbereich an, einfach um meine Unabhängigkeit zu wahren. Aus 12 Jahren Videospielbranche kenne ich es nur zu gut, welche unausgesprochenen und unbewussten Abhängigkeiten entstehen, wenn man diverse Vergünstigungen erhält. Ob es die auch in der Brettspielbranche gibt, kann ich nicht beurteilen. Aber jeder sollte sich fragen, ob ein Rezensionsexemplar wirklich gerechtfertigt ist, wenn die Gegenleistung aus schnell hingeschmierten Copy & Paste Journalismus besteht und es vor allem um die eigene Bereicherung statt um wirkliche Information der Öffentlichkeit geht.


    Gibt aber auch Ausnahmen oder sind die eher die Regel? Guten Journalismus gibt es auch in der Brettspielbranche und deshalb darf man nicht alle an die Wand stellen, nur weil es wie überall eben Deppen gibt. Bin aber dafür, Ross und Reiter zu nennen. Weil wir kennen die schwarzen Schafe der Szene nur zu gut, oder?


    Cu / Ralf

  • Gibt aber auch Ausnahmen oder sind die eher die Regel? Guten Journalismus gibt es auch in der Brettspielbranche und deshalb darf man nicht alle an die Wand stellen, nur weil es wie überall eben Deppen gibt. Bin aber dafür, Ross und Reiter zu nennen. Weil wir kennen die schwarzen Schafe der Szene nur zu gut, oder?


    Cu / Ralf

    Hallo Ralf,


    also ich bin nur interessierter Laie ohne Akkreditierung für die Spiel oder eine andere Veranstaltung und sehe mich deshalb nicht so tief in der Szene verwurzelt. Deshalb hier meine Bitte: Nenne doch mal Ross und Reiter !! Wer sind denn deiner Meinung nach die "schwarzen Schafe der Szene" ?? Ich bin wirklich sehr gespannt auf deine Antwort (und natürlich auf auch evtl gegenteilige Meinungen, die mit Sicherheit geäußert werden ..... :popcorn:

  • Mein Namensgedächtnis lässt mich gerade in Stich. Wie heisst noch mal der, der hier in unknowns gesperrt wurde und auf seiner Seite sowie auf BGG und Spiele-Offensive massenweise Rezensionen online stellt, die fast nur aus einer schnell hingetippten Nacherzählung der Regel bestehen mit einem angehängten und nichtssagenden Meinungssatz?

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  • Hallo,

    Brakus

    der liebe Pascal ist aber eine Züchtung der Marketing-Verlagsaktivitäten und deren liebstes Kind. Mit dem Fleiß, wie er die Produkte in sämtliche Kanäle stellt, ist er eines der besten Pferde im Stall. Die Verlage haben mit ihm das geringste Problem. Die Musterüberlassung ist das Mehrfache wert. Und das Beste ist! Es ist ein verlässlicher Erfolg - weil es keine Verrisse gibt. (Genau wie bei mir. :whistling: ).
    Ich frage mich schon lange, worin die Motivation für diesen Eifer besteht. Das überlassenen Muster ist es keines Falls wert, wenn man den betriebenen Aufwand gegenrechnet. Im Geheimen vermute ich, dass Pascal nur auf einen einzigen Knopf drückt und irgendwelche selbstgeschraubten Bots verbreiten seine "Rezensionen" im world wide web. 8o


    Liebe Grüße
    Nils (ebenfalls Schnorrer)

  • Hallo,

    der liebe Pascal ist aber eine Züchtung der Marketing-Verlagsaktivitäten und deren liebstes Kind. Mit dem Fleiß, wie er die Produkte in sämtliche Kanäle stellt, ist er eines der besten Pferde im Stall. Die Verlage haben mit ihm das geringste Problem. Die Musterüberlassung ist das Mehrfache wert. Und das Beste ist! Es ist ein verlässlicher Erfolg - weil es keine Verrisse gibt. (Genau wie bei mir. :whistling: ).

    Solange es Leute gibt, die sowas lesen und auch noch für wichtig und richtig nehmen ...

    Ich frage mich schon lange, worin die Motivation für diesen Eifer besteht. Das überlassenen Muster ist es keines Falls wert, wenn man den betriebenen Aufwand gegenrechnet. Im Geheimen vermute ich, dass Pascal nur auf einen einzigen Knopf drückt und irgendwelche selbstgeschraubten Bots verbreiten seine "Rezensionen" im world wide web. 8o

    Man könnte sogar vermuten, daß die "Rezensionen" von irgendwelchen Bots geschrieben werden. :)


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Die Verlage haben mit ihm das geringste Problem. Die Musterüberlassung ist das Mehrfache wert. Und das Beste ist! Es ist ein verlässlicher Erfolg - weil es keine Verrisse gibt.

    Welche Reviewer trauen sich denn, negative Bewertungen abzugeben? Das sind ganz wenige, während es von semi-professionellen Hochjublern nur so wimmelt. Negativ-Reviews sind auch um Klassen schwieriger zu machen als positive. Man muss sich in alle Richtungen absichern, um möglichst wenig angreifbar zu sein und trotzdem riskiert man Kritik von Autoren, Verlagen, Kunden-Fanboys. Während einem Rahdo, der grundsätzlich alles "excellent" findet (mit ganz subtilen Abstufungen), die Leute nur so zujubeln... Gerade für nicht-etablierte Reviewer ist "hochjubeln", ggf mit copy&paste aus Verlags-Werbetexten, doch der mit Abstand bequeste Weg, der mit dem wenigsten Widerstand zu gehen ist. Und warum? Weil die Leser in ihrer Masse doch genau auf sowas abfahren, man will doch bestätigt bekommen, das das Spiel, für das man sich interessiert, unbedingt gekauft werden muss, weil es so supertoll ist...


    (Um trotzdem mal Gegenbeispiele zu den Hochjubel-Reviews zu nennen: spielerleben.de und alte (!) Spielama-Videos nenen auch Minuspunkte beim Namen und das Blog "Rezension für Millionen" von Udo Bartsch spart auch nicht mit Kritik, auch wenn da die Kritik für mich nicht immer nachvollziehbar ist. Wer andere kennt: nennt sie mir. Ich finde ein Review umso wertvoller, je besser Plus- UND Minuspunkte herausgearbeitet werden, damit ich selbst das dann passend für mich gewichten und bewerten kann.)

  • Welche Reviewer trauen sich denn, negative Bewertungen abzugeben?

    Was hat das mit Mut zu tun?
    Das Internet veröffentlich doch alles....

    Weil die Leser in ihrer Masse doch genau auf sowas abfahren, man will doch bestätigt bekommen, das das Spiel, für das man sich interessiert,

    Glaubst Du, dass DU keine Fanboys hast, WEIL Du genau die gewünschten Verrisse lieferst, nach denen deine Guys geifern? Und DU bedienst sie... ;)


    provokativ zum Ausdruck gebracht: Leute die Verrisse verfassen, sind Wichtigtuer! 8))
    Schlechten Spielen begegnet man doch am besten mit ignorieren. Jede Aufmerksamkeit und jeder Aufwand für solche Spiele ist vergeudete Lebenszeit. :P


    Persönlich habe ich keine Lust, Verrisse zu verfassen. Als beruflicher Sachverständiger darf ich dem zur Genüge nachkommen.
    Dann - ZIERT es ja auch nicht die Brettspielgruppe, wenn sie sich öffentlich mit schlechten Spielen befasst - um mal den Zweck und meine Motivation zu erläutern, warum Spieleempfehlungen im Namen der Brettspielgruppe von mir in den lokalen Printmedien veröffentlicht werden. Soll ich den unentschlossenen Interessen über uns mitteilen, dass wir uns gerne mit schlechten Spielen befassen? :rolleyes:
    Spiele die in meinem Umfeld nicht funktionieren, erhalten von mir einfach keine Empfehlung. Beispiel Robinson Crusoe - bisher hat es kein Tisch wiederspielen wollen. An meinen Zeitaufwand, dass Spiel zu erlernen und wiederholt zu vermitteln, mag ich dabei gar nicht denken. Persönlich halte ich es ja nicht für schlecht. Aber mein Umfeld bringt da einfach etwas anderes zum Ausdruck - sorry Pegasus - für das Überlassen des angeforderten Musters...


    Liebe Grüße
    Nils

  • Welche Reviewer trauen sich denn, negative Bewertungen abzugeben?

    Drücken wir es hart aus: Wer sich das nicht traut, hat unter den Spielerezensenten nichts verloren. Das kann jetzt jeder deuten, wie er oder sie will.


    Kleine Anmkerung aus der Praxis: Dass viele Rezensionen so lala positiv sind, liegt mitunter auch daran, dass sie versuchen, dem Spiel gerecht zu werden. Das ist nicht immer sinnvoll, aber manchmal deutlich besser, als einen Veriss zu schreiben, nur weil der Rezensent die falsche Zielgruppe ist.


    Auch unter den oben genannten Quellen gibt es immer mal wieder Texte, die dem Spiel und seiner Zielgruppe nicht gerecht werden. Ich nehme uns selbst da auch nicht aus, wobei durch ein so breit aufgestelltes Team die Chance, einen "passenden" Rezensnten zu erwischen, größer ist. Dennoch gibt es auch da immer wieder Verrisse. Und darum geht es: EIne harte Beurteilung von Spielen, zu denen der Rezensent auch einen Bezug hat. Aber das ist eine Idealvorstellung. Ich schreibe ja auch nicht über Autos oder Motherboards, obwohl ich nur Fahrer oder User bin. Mich wundert in diesem Zusammenhang, wenn Leute sogar in Gremien sitzen und dann Zielgruppenspiele außer Acht lassen oder etwas mies bewerten, weil es "zu sehr Familienspiel" ist. Da müssen sich einzelne Menschen mal hinterfragen, ob sie in der richtigen Position sind.

  • Schlechten Spielen begegnet man doch am besten mit ignorieren. Jede Aufmerksamkeit und jeder Aufwand für solche Spiele ist vergeudete Lebenszeit. :P

    Das sehe ich ganz anders. Aber ich bin auch für ein Online-Magazin verantwortlich, dessen Leser sich informieren möchten. Ich bin kein Tageszeitungsschreiber, der Leute NUR auf gute Spiele aufmerksam macht/en möchte. Eine negative Kritik ist sehr hilfreich, wenn Leute nach bestimmten Spielearten suchen und sich dann entscheiden möchten oder Meinungen zu bestimmten Spielen einholen. Stell dir vor, einer sucht nach Spiel X und findet nur wenige, aber gute Rezensionen, weil die anderen Rezensenten alle deinem Ansatz folgen. Dann kauft er am Ende ein schlechtes Spiel.

  • Vielleicht erläutere ich meine Haltung noch mal an einem Beispiel aus der Tierwelt. Die sind oft leichter verständlich... :D


    Da gibt es das Phänomen, dass sich Hunde immer wieder in Kadaver - oder noch besser - in Scheiße suhlen und diese Marke gerne mit sich herumtragen. Jetzt kann man darüber nachdenken, welche Motivation für diese Handlung oder welche Vorteile diese Aktivität dem Hund bringen....


    Hmmm ... letztendlich bleibt eigentlich nur das Ergebnis, dass die erfahrene Aufmerksamkeit des Rudels belohnend wirkt....


    Mir persönlich reicht es, einen Bogen um einen Scheißehaufen zu machen, wenn ich einen vor mir liegen sehen - aber mache andere können nicht anders... ;(


    Liebe Grüße
    Nils (kritisiert gerne Kritiker)

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  • Stell dir vor, einer sucht nach Spiel X und findet nur wenige, aber gute Rezensionen, weil die anderen Rezensenten alle deinem Ansatz folgen. Dann kauft er am Ende ein schlechtes Spiel.

    Ich glaube, deinem Ansatz entbehrt eine gewisse Logik. Wäre es ein schlechtes Spiel, würde der Suchende gar nichts über das Spiel finden. Was dann ja auch gerecht wäre. ?(


    Eigentlich solltest du doch wissen, dass in unserer Branche - für ein Produkt keine Aufmerksamkeit zu erhalten - die größte Pleite ist.


    Liebe Grüße
    Nils

  • Nein. Denn es gibt ja das oben genannte Phänomen der "Nur-Lober".


    Zu einer ehrlichen und kritischen Berichterstattung gehört auch ein Verriss, wenn ein Spiel verisswürdig ist. Kritik ist immer beidseitig (ich weiß, dass das weite Teile der Spieleszene gern anders hätte oder nicht damit klar kommen, aber ...).


    Gerade aus journalistischer Sicht gehört negative Kritik unbedingt dazu. Ohne diese wäre alles Schönfärberei, auch wenn es viele schöne Spiele gibt. Rezension heißt Kritik, nicht Lob. Wer Rezensent ist, muss sich im Rahmen der Möglichkeiten (s. o. Tageszeitungen) auch mit Gurken beschäftigen, WENN er nicht nur gezielt Empfehlungen aussprechen will. Ich will das nicht. Denn ich bin Kritiker, kein Schönfärber oder Weglasser.

  • Ich glaube deinem Ansatz entbehrt eine gewisse Logik. Wäre es ein schlechtes Spiel, würde der Suchende gar nichts über das Spiel finden. Was dann ja auch gerecht wäre.

    Aber er würde es im Regal finden und vielleicht Cover / Beschreibung / Design mögen. Und dann?


    Diese Diskussion gibt es ja auch z.B. im Literaturbereich. Elke Heidenreich hält es ähnlich wie Du und will nur aus ihrer Sicht Gutes rezensieren. Dennis Schick dagegen meint, dass über den Verriss auch Lernen stattfindet und es auch öffentlich gesagt werden sollte, dass Verlage auch mal Mist publizieren.

  • Wäre es ein schlechtes Spiel, würde der Suchende gar nichts über das Spiel finden.

    Das ist doch Humbug. Über Hype-Spiele wie "New York 1901" findest du massig lobendes Zeugs ... und viel zu wenige Reviews, die offen sagen, dass an dem Spiel eigentlich nicht viel dran ist. Das gilt umso mehr, wenn der Hype dadurch zustande kommt, dass die Spiele-Macher einen guten Draht zu wichtigen Reviewern haben und entsprechend Publicity von BGG-TV, Tom Vasel oder anderen bekommen. Und schon haben wir den nächsten GenCon-Hype...


    Was jetzt auf gar keinen Fall heißen soll, dass jeder der Meinung sein sollte, dass New York 1901 (oder sonst irgendein Hype-Spiel) nichts taugt. Wenn nicht eine gewisse Mindestanzahl von Person aus der Zielgruppe dafür sehr zu begeistern wäre, gäbe es den Hype so nicht. Aber damit man sich selbst ein Bild machen kann, ob es zu einem passen könnte, müsste man zumindest die Gelegenheit haben, neben den allgegenwärtigen Lobeshymnen auch die Minuspunkte zu hören von denen, die sich das Spiel näher angesehen haben. Aber das ist dann vielleicht auch der Unterschied zwischen dem, der möglichst neutral informieren möchte und dem, der für seine Tageszeitungsartikel am besten jeden Hype mit der Welle mitreitet, um so Werbung für Brettspiele zu machen.

  • Aber er würde es im Regal finden und vielleicht Cover / Beschreibung / Design mögen. Und dann?

    Wie kommst Du darauf, dass ich eine Verantwortung dafür zu tragen hätte, dass der am Regalstehnde keine Spieleempfehlungen zu lesen gewillt ist? :whistling:


    So wichtig sind selbst Empfehlungen nicht.


    Auch gilt es zu bezweifeln, dass die Welt untergeht, wenn der am Regalstehende kein so gutes Spiel erwirbt - dem Himmel sei Dank, dass es auch noch "normale" Gesellschaftsspieler gibt. 8)


    Es muss sicher jeder für sich selbst entscheiden, ob es die Notwendigkeit erfordert, sich "schützend" vor seine Mitspieler zu stellen, um sie vor "schlimme" Spiele zu bewahren.


    Liebe Grüße
    Nils

  • @widow_s_cruse Ich wollte & will Dir keine Verantwortung zuschreiben - es sei denn, Du bist als Rezensent aktiv und bewertest Spiel nicht unvoreingenommen. Mittlerweile tummeln sich aber viele Freizeit und einige Professionelle Rezensenten, die sich auf Jubel-Rezensionen spezialisiert haben. Eine Folge ist, dass es Personen schwer haben, die sich als Journalisten verstehen. Eine andere, dass der eigentliche nichtöffentliche Teil einer Fachmesse viel stärker besucht ist (was ja Ausgangspunkt der Diskusssion hier war).

  • Über Hype-Spiele wie "New York 1901" findest du massig lobendes Zeugs ... und viel zu wenige Reviews, die offen sagen, dass an dem Spiel eigentlich nicht viel dran ist.

    Hmmm.... ich darf dem entnehmen, dass du das Spiel ausreichend oft gespielt hast, um es als - ähmmm - nicht kauf- und spielwürdig herauszustellen. Für sämtliche relevanten Käuferschichten.... ?(


    Das wird doch jetzt keine Äußerung über deinen persönlichen Spielegeschmack sein? Oder?


    Liebe Grüße
    Nils

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  • es sei denn, Du bist als Rezensent aktiv

    8) Ich bin weder Blogger, noch Redakteur oder Journalist - geschweige denn Rezensent. Es wurden von mir im Namen der Brettspielgruppe in den letzten drei Jahren nur ca. 100 kurze Spieleempfehlungen in verschiedenen, regionalen Magazinen und noch mal so viele Artikel über Spiele-Aktivtäten in Wochen- und Tageszeitungen veröffentlicht. Die Empfehlungen und Artikel sind nur Mittel zum Zweck, um den Bekanntheitsgrad der Brettspielgruppe in der Region zu erhöhen.


    Liebe Grüße
    Nils

  • Ich habe das Spiel überhaupt nicht gespielt und finde, @MetalPirate drückt das noch viel zu freundlich aus.
    Das es halb-indianischen, in der Ukraine aufgewachsenen und in Castrop-Rauxel in einem Haus mit gerader Hausnummer lebenden Teenagern, die sonst keine Spiele haben, dennoch Spaß machen könnte, ändert an meiner Meinung nichts.


    An dem Punkt waren wir schon ermüdend oft.

  • Das es halb-indianischen, in der Ukraine aufgewachsenen und in Castrop-Rauxel in einem Haus mit gerader Hausnummer lebenden Teenagern, die sonst keine Spiele haben, dennoch Spaß machen könnte

    Wenn Du die Pressekonferenz der SPIEL verfolgt hast, dann dürfte dir doch geläufig sein, dass die von Dir aufgeführte Käuferschicht für die Branche moderate Zuwachsraten aufzuweisen vermag - ganz im Gegensatz zu der Käuferschicht der Kenner- und "Experten"spieler. Vielleicht hat diese Schicht in ihren Kreisen doch den einen oder anderen Miesepeter zu viel - als es der Branche gut tut. ;)


    Liebe Grüße
    Nils (meint - Hochmut kommt vor dem Fall)

  • Eine Rezession muss nicht unbedingt in Lobhudelei oder Verriß enden, eine neutrale Gegenüberstellung von Pro´s und Contra´s würde aber dem jeweiligen Leser fundierte Hinweise geben. Wenn man dann noch weiß, ob der Rezensent bestimmte Vorlieben/Abneigungen hat (so er sie denn bekannt gibt) ist alles bestens. Dann kann ich mir ein vernünftiges Bild machen, weil ich den Blickwinkel desjenigen mit einbeziehen kann.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • Eine Rezession muss nicht unbedingt in Lobhudelei oder Verriß enden, eine neutrale Gegenüberstellung von Pro´s und Contra´s würde aber dem jeweiligen Leser fundierte Hinweise geben. Wenn man dann noch weiß, ob der Rezensent bestimmte Vorlieben/Abneigungen hat (so er sie denn bekannt gibt) ist alles bestens. Dann kann ich mir ein vernünftiges Bild machen, weil ich den Blickwinkel desjenigen mit einbeziehen kann.

    NEIN! Eine Rezension besteht zwingend (!) aus Beschreibung und Analyse/Kritik/Bewertung. Sonst wäre es keine Rezension!

  • Manch einer kann einer Rezession auch was gutes abgewinnen ;) , danke für die Korrektur.
    Natürlich gehören die von dir genannten Punkte auch in eine Rezension, Review... Diese Gegenüberstellung bestimmter Punkte könnten ggf. zusätzlich genannt werden. Auch Vergleiche zu anderen Spielen ähnlicher Coleur finde ich sinnvoll.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine für´s Archiv :/

  • NEIN! Eine Rezension besteht zwingend (!) aus Beschreibung und Analyse/Kritik/Bewertung. Sonst wäre es keine Rezension!

    Du hast die kreative und einzigartig informative Einleitung vergessen... Die ist definitiv zwingend!

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


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