Notensystem (Wens interessiert)

  • Wie vielleicht schon ein paar Leute bemerkt haben, gebe ich immer eine Schulnote ab.
    Was bedeutet eigenltich diese Note ?
    Wie bewerte ich das ganze ?
    Kann man überhaupt etwas in einer Note ausdrücken ?



    Also die Notengebung "erfand" ich vor langer Zeit und wurde dann von meiner Familie, aber auch von einigen Freunden von mir (Gruß an Braz :prost: ) benützt.
    Eigentlich wird bei mir 2x bewertet:


    Zuerst wird geschaut, ob einem etwas gefallen hat oder nicht:


    Note 2 = Hat mir persönlich gefallen
    Note 4 = Hat mir persönlich nicht gefallen


    Note 3 = Naja, ein Teil ist nicht schlecht, aber der Rest ist eher schlecht.


    Danach wird nocheinmal eine Feineinstufung gemacht:


    Note 1 = Würde ich sofort wieder anschauen/spielen
    Note 5 = Kann keinem gefallen. Ist totaler Mist !


    Durch einen Zusatzkommentar kann man dann das ganze besser einordnen ;)


    Hier ein paar Beispiele:


    Colosseum = Note 1 = Nach einer Partie will ich oft noch eine machen, um eine bessere Wertung hinzubekommen
    Mr. Bean macht Ferien = Note 5 = Total langweiliger Film mit vielleicht 2 guten szenen, die man aber wahrscheinlich verschläft. Nicht einmal für Mr. Bean Fans interessant. Da gibt es viel bessere Filme

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  • Also bei mir in der Schule gab es als Note noch die "6" - Leistungsverweigerung.


    Noten sind immer schwer einzuschätzen, so lange z.B. jemand eine Bewertung abgibt, den man nicht einschätzen kann. Außerdem gibt es auch Benoter, die z.B. eine "1" sehr selten vergeben, weil das überirdisch gut sein muß.


    Bei unknowns gibt es ja zu jedem den Steckbrief, der einem zumindest helfen kann, ob derjenige ähnlichen Geschmack und ähnlichen Interessen hat. Und im spielblog darf jeder bewerten, so daß man dort auch viele Stimmen verschieden veranlagter Menschen hat und somit besser einen Trend abschätzen kann.


    Aber wie gesagt: Noten sind immer schwierig und ohen Zusatzinformationen oder Anmerkungen nicht zielführend.


    Ich denke noch an die Diskussion auf der spielbox, daß tendenziell immer zu gute Noten vergeben werden - denn eigentlich müßte der Duchschnitt über alles ja bei 3 liegen (Schulnotensystem vorausgesetzt). Was dabei nicht berücksichtigt wird, ist die Tatsache, daß ich z.B. Spiele rezensiere, die mein Interesse geweckt haben und damit meist über dem Durchschnitt liegen. Und die Benoter benotengerne, wenn sie ein Spiel richtig gut fanden, oder absolut grausam. Aber absolut grausam wird anscheinend dann seltener bewertet.


    Am Ende muß man eine Note so interpretieren, wie sie auch gemeint ist: ein subjektiver Eindruck - die Meinung eines Menschen zu einer Sache vor dem Hintergrund seiner Sozialisierung und Erfahrung :teach:

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


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  • Ja,wir hatten auch die NOte 6, welche Braz immer gerne benützte.


    Statt der Note könnte ich auch schreiben:


    Hat mir sehr gut gefallen oder war totaler mist.


    Aber es geht oft schneller, weil man die Noten mit der Hand zeigen kann und somit weiß ich,wem etwas gefallen hat oder nicht ;)


    Wobei ich persönlich die Note 3 am schlimmsten finde.

  • Zufälle gibt es...


    Auf der spielbox habe ich im Teil Aktuelles folgendes gefunden:


    Zitat


    Keine Noten von Tom Felber
    31.03.07: Tom Felber, Mitglied der Jury Spiel des Jahres und Redakteur bei der Neuen Zürcher Zeitung, vergibt in seinen Spielerezensionen keine Noten. Auf der aktuellen Website der Jury begründet er seinen Standpunkt. Seine Konsequenz ist beneidenswert. Als die spielbox 1993 erstmals im w.nostheide verlag erschien, gab der neue Chefredakteur die revolutionäre Entscheidung bekannt: "Wir verzichten auf die Notengebung bei den Spiel-Kritiken. Spiele-Kritik ist eine subjektive Stellungnahme des Rezensenten, die auch durch Mehrfach-Benotungen nicht objektiviert wird." Nur selten musste die spielbox so viele Prügel einstecken wie für diesen Entschluss. 3 Hefte später waren die Noten wieder da. -kmw


    Wie passend. Aber anscheinend fordert die Leserschaft Noten ein - und der Leser ist König!

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."


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  • Ja, man wird von klein auf mit Noten konfroniert.


    Ich selbst habe z.b. Probleme mit dem Pensenbuch, welches keine Noten hat.
    Sagt über einen Schüler viel mehr aus, trotzdem kann ich wenig damit anfangen ;)

  • Udo Bartsch hat in der letzten Fairplay einen Essay über Spielrezensionen verfasst. Im Spielbox-Forum gabs in der Diskussion über diesen Beitrag einen Kommentar zu den auf der neuen Fairplay-Homepage angegebenen Notenänderungen. Bevor ich mich wiederhole: ich habe dort einen Kommentar geschrieben, wie ich zur Bewertung mit Noten stehe.

  • Ich sehe es auch so, daß Noten immer nur eine Tendenz wiedergeben können, und die Beurteilung auch auf Basis der zur Notenabgabe vorhandenen Erfahrungen und Stimmungen beruht. So kann z.B. ein mittelmäßiges Spiel eines Jahrgangs in einem Umfeld von sonst nur schlechten Spielen eine bessere Einschätzung erhalten, als in einem starken Jahrgang.


    Und natürlich können sich Einschätzungen auch im Zeitablauf ändern. Allerdings finde ich die Diskussion am Ende akademisch. Nehmt Noten als grobe Richtung, vertraut auf das Gesetz der großen Zahl und schick ist. Wer damit ein Problem hat, muß eine Lösung dafür finden, daß Noten subjektiv und stichtagsbezogen sind (Neugierde!!!). und man darf natürlich nicht vergessen, daß bereits die Auswahl der rezensierten Spiele eine subjektive Auswahl sind. Ich schreibe logischerweise auch lieber über ein gutes Spiel, das ich mir gekauft habe, weil es sich gut anhört, als mir ein schlechtes Spiel zu kaufen, zu spielen und dann auch noch zu bewerten - dafür ist mein Leben einfach zu kurz!


    Ich denke, wenn z.B. im spielblog für Säulen der Erde schon über 70 Bewertungen abgegeben wurden, dann kann man daraus schon eine Tendenz ableiten - außerdem hat man zusätzlich noch den persönlichen Eindruck des Rezensenten. Kritiker werden jetzt sagen: Aber wenn doch da einer mehrmals seine Note abgibt - na und? Vielleicht hat er ja seine Meinung über ein Spiel auch im Zeitablauf geändert. Und selbst wenn bei 70 Noten 20 von ihm sind, bleiben immer noch 50 andere Meinungen. Das ist wie bei DSDS, da gewinnt nicht der Beste, sondern derjenige, der mehr Freunde mit Telefon und Fanatismus findet.


    Ich habe mir auf jeden Fall noch nie ein Spiel einzig und alleine wegen einer Note oder einer Rezension auf einer Seite gekauft. Wenn dann gehe ich primär nach der Rezension/ Spielbeschreibung und schaue ob das was für mich wäre. Stelle ich fest das die Rezension super ist und die abgegebenen Noten eher schlecht, dann muß ich schauen was für mich Priorität hat - Bauchgefühl sozusagen. Wichtig ist für mich natürlich auch, was der Rezensent sonst so spielt - und ob unser Geschmack kompatibel ist.

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  • Aber überhaupt keine Note sagt noch weniger als gar nichts aus. Und mehrere Noten für verschiedene Spiel relevante Kriterien machen die Note an sich nicht Aussage kräftiger. Um das Spiel, seine Mechanismen und das Material dem Leser darzustellen, ist die Rezension in Form eines Textes unersetzlich. Nur um letztendlich eine ungefähre Einschätzung zu bekommen, wie das Spiel nun bei dem Kritiker angekommen ist, ist eine Note zur Verdeutlichung notwendig, finde ich. Auch um diese mit anderen Bewertungen zu vergleichen.
    Nur Noten hinterzulaufen bringt selbstverständlich gar nichts. Jemand, der Partyspiele nicht leiden kann, wird einem solchen Spiel eine schlechtere Note geben als einer, der diese Art von Spiel mag. Um nun die Note und auch die schlechte bzw. gute Rezension des Spiels für sich richtig einzuordnen, müssen die Vorlieben des Kritikers bekannt sein. Denn die Notenvergabe ist nichts absolutes, sondern bleibt sehr subjektiv.

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  • Zitat

    Original von Klaus Ottmaier
    Aber überhaupt keine Note sagt noch weniger als gar nichts aus.


    Naja, wie du schon selbst weiter unten schreibst, ist eine Note eine subjektive Sache. Man kann sie nur verstehen wenn man sie im Kontext liest. In diesem Fall spielt es eine große Rolle von wem die Note gekommen ist. Eine Hadel 5 ist anders zu sehen als eine Heß 5, zB.


    Zitat

    Original von Klaus Ottmaier
    Und mehrere Noten für verschiedene Spiel relevante Kriterien machen die Note an sich nicht Aussage kräftiger.


    Dieser Meinung kann ich nun gar nicht zustimmen. Es ist ein Unterschied ob jemand einfach 5 von 10 Punkten gibt. Oder ob er das Spielgefühl mit 8 aber das Material nur mit 2 bewertet. Zusammen gibt das auch 5. Genau wie Spielgefühl 2 und Material 8 eine 5 ergibt. Denn jetzt liegt es am leser ob er lieber einen superausgestatteten "Schrott" kauft, oder ein einfaches Klassespiel. Ebenso finde ich eine Benotung (Bewertung) der Spielkomplexität wichtig. T&T und Caylus können beide eine (als einzige Note) 9 bekommen bei verschiednen Leuten. Aber wenn man als Differenzierungsmerkmal den Punkt Komplexität reinnimmt, dann bekommt T&T vielleicht ne 3 von mir, Caylus ne 7 oder 8.


    Damit kann ich etwas anfangen wenn ich die Bewertung lese, dass beide vom selben Spieler insgesamt eine 9 bekommen kann ich zwar akzeptieren aber es bringt mir nix (Ich würs auch gar nicht verstehen, wenn ich ehrlich bin)


    Zitat

    Original von Klaus Ottmaier
    Um das Spiel, seine Mechanismen und das Material dem Leser darzustellen, ist die Rezension in Form eines Textes unersetzlich. Nur um letztendlich eine ungefähre Einschätzung zu bekommen, wie das Spiel nun bei dem Kritiker angekommen ist, ist eine Note zur Verdeutlichung notwendig, finde ich. Auch um diese mit anderen Bewertungen zu vergleichen.


    Wie kann man vergleichen? Die Rezension hat man ja nur von einem der Bewerter, die anderen Noten sind einfach nur Zahlen die ohne Kontext nichts aussagen, da sie nicht mit der Rezension "verrechnet" werden können.

    Zitat

    Original von Klaus Ottmaier
    Nur Noten hinterzulaufen bringt selbstverständlich gar nichts. Jemand, der Partyspiele nicht leiden kann, wird einem solchen Spiel eine schlechtere Note geben als einer, der diese Art von Spiel mag. Um nun die Note und auch die schlechte bzw. gute Rezension des Spiels für sich richtig einzuordnen, müssen die Vorlieben des Kritikers bekannt sein. Denn die Notenvergabe ist nichts absolutes, sondern bleibt sehr subjektiv.


    s.o.

  • Zitat

    Eine Hadel 5 ist anders zu sehen als eine Heß 5


    :hahaha: Jaja, die Heß.


    Das stimmt, aber die Note ist nur eine in eine Zahl geflossene Manifestierung der Rezension (wenn ich das so geschwollen sagen darf). Im Text kommt das Spiel ja auch nicht besser weg. Die Einschätzung, was ich aus dieser Kritik für mich herauslesen kann, bleibt davon unberührt. Die Hardel 5 ist auch im Text ein Veriss, aber ob mir das Spiel vielleicht doch Spaß machen würde, ist was anderes. Und ich sage ja nicht, dass eine nackte Note ausreicht, die schriftliche Rezension füllt die Note ja erst mit Inhalt/Begründungen für dieses Ergebnis.


    Zitat

    Und mehrere Noten für verschiedene Spiel relevante Kriterien machen die Note an sich nicht Aussage kräftiger.


    Zitat

    Es ist ein Unterschied ob jemand einfach 5 von 10 Punkten gibt. Oder ob er das Spielgefühl mit 8 aber das Material nur mit 2 bewertet. Zusammen gibt das auch 5. Genau wie Spielgefühl 2 und Material 8 eine 5 ergibt. Denn jetzt liegt es am leser ob er lieber einen superausgestatteten "Schrott" kauft, oder ein einfaches Klassespiel.


    So setzen sich aber die wenigsten Spielspaßnoten zusammen. Auch nicht bei Hall9000. Die 4 Noten für Aufmachung, Spielbarkeit, Interaktion und Einfluss haben mit der letztendlich wichtigsten Note Spielreiz nichts zu tun. Das ist keine zusammengesetzte Note. Dann würde der subjektive Geschmack, was eine gute Ausstattung ist, den subjektiven Spielreiz noch subjektiver machen (Jemand der die Ausstattung von DoW-Spielen besonders schätzt, würde in seiner Spielreiznote tendenziell Spiele aus anderen Verlagen deshalb benachteiligen. Das gleiche Spiel von einem anderen Verlag produziert hätte eine geringere Spielreiznote.) In diesem Sinne ist mein obiger Satz zu verstehen.


    Zitat

    Wie kann man vergleichen? Die Rezension hat man ja nur von einem der Bewerter, die anderen Noten sind einfach nur Zahlen die ohne Kontext nichts aussagen, da sie nicht mit der Rezension "verrechnet" werden können.


    Wenn man mehrere Rezensionen gelesen hat, dann kann man die Note eines Kritikers durchaus einschätzen. Aber ich bin auch immer dafür, dass jeder Rezensent, der eine Note vergibt, auch eine kurze Begründung dazuschreiben muss (so wie in vielen PC-Spiele-Heften).


    Zusammenfassend: Der subjektive Charakter der Note wie auch der schriftlichen Rezension bleibt immer erhalten. Um für sich selbst die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, müsste man immer auch Hintergründe zu dem Verfasser kennen. Aber das trifft in unserer Welt auf jedes Meinungsbild zu.

  • Zitat


    So setzen sich aber die wenigsten Spielspaßnoten zusammen. Auch nicht bei Hall9000. Die 4 Noten für Aufmachung, Spielbarkeit, Interaktion und Einfluss haben mit der letztendlich wichtigsten Note Spielreiz nichts zu tun. Das ist keine zusammengesetzte Note.


    Stimmt, das ist im spielblog hier auch so... Spielreiz ist sozusagen keine rechnerisch ermittelte Gesamtnote - auch wenn sie am Ende steht. Ich denke auch, daß eine mathematische Herleitung einer Gesamtnote schwierig bis irreführend ist - schon alleine deshalb, weil jeder die Gewichtung der einzelnen Bewertungskriterien subjektiv für sich vornimmt. Für mich ist zum der Spielspaß mit das Wichtigste. Im Extremfall kann es natürlich sein, daß ein Spiel aufgrund des Materials oder der schlechten Regel (Beispiele dafür sind jedem bekannt) einfach nicht oder nur schwer spielbar ist. Bei mir schlägt sich das dann aber auch in der Spielreiznote und Spielerezension nieder.

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