Brettspiele in der Schule

  • Hallo liebe Leute,


    ich werde bald einen zweitägigen Kurs an einer Berufsschule zum Thema Brettspiele abhalten. Im Rahmen eines "Projekttages" können die Schüler unterschiedliche Sachen wählen, die eigentlich mit Schule nicht sooo viel zu tun haben. Also, um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht, ob ich einen solchen Kurs abhalten werde. Dafür müsste er erst von den Schülern gewählt werden...


    Wie dem auch sei: Ich wollte wenigstens einen kurzen Theorieteil einstreuen. Kann mir jemand vielleicht ein paar Links nennen, dass ich mir mal ein paar Infos über verschiedene Spielarten holen kann? Also, Regelspiele, Rollenspiele, etc...


    Wir hatten damals im Rahmen meiner Ausbildung mal einen Theorieteil zu so was, aber ich finde meine Unterlagen von damals nicht mehr.


    Oder hat jemand eine Idee, was man da so machen kann als Theorieteil? Lehrer anwesend, die so was schon mal gemacht haben? Ich würd gern von euch abschreiben... ;-)


    ode.

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  • Hab meine Bachelorthesis über "Kompetenzförderung durch Gesellschaftsspiele an der Ganztagsschule" geschrieben. Besonders der Teil zur Spieltheorie ist mir dabei besonders gelungen. Hab dir Mal ne Nachricht bei FB geschrieben :)

  • Hallo Ihr beiden,


    @ode: könntest Dir ja mal überlegen, ob Du thematische Blöcke einbaust: Zielgruppe: Kinder - Senioren - Behindert Mensche - Großgruppen .....inkl. Voraussetzungen eines Spieles für die Spielgruppe - Themenbezogen (Abstrakt, geschichtlich....)
    Hatte mit letzterem mal einen dreitägigen Block zum Thema: "Geschichte und Politik im Spiel" - ging auch ;-) - komme aus Deiner Ecke-falls Fragen sind..


    @HDScrurox: dürftet ich auch mal bitte einen Blick in Deine Unterlagen werfen?


    Viele Grüße!

  • Hallo,


    ich habe den Schülern einmal die "Auf die Pirsch"-Anleitung zum selber lesen gegeben. Anschließend sollten die Gruppen (4 Gruppe mit je 4 Spielern) das Spiel spielen.
    Ich habe 4 verschiedene Varianten des Spiels gesehen,....keine passte zu den Regeln.
    (Gymnasium, 7. Klasse).
    Ich würde erst einmal das Regellesen üben und über den Aufbau von Regeln etc. sprechen.

  • Hallo,


    die Schüler dort sind schon ein wenig älter, da es eine Berufsschule ist. Um die 17 wurde mir gesagt.


    Ich möchte das erstmal nicht zu theoretisch angehen. Im Grunde möchte ich erstmal aufzeigen, wie schön Spiele sein können. Und das ganze dann mit einem kleinen Theorie-Teil wenigstens ein wenig unterfüttern. Denn es soll auch ein wenig um praktische Fähigkeiten gehen. Im Sinne von: Was man im Beruf nutzen könnte.


    Daher überlege ich auch, ob ich kooperative Spiele vorstelle? Im Sinne von Teambuilding und was dabei schief gehen kann, wenn sich in so einer Runde ein Anführer heraus kristallisiert... Meint ihr, ob Andor sich dazu eignet? Ich kenne das Spiel nicht. Daher frage ich.


    Mein Problem ist ja: Die Kids werden kaum Spiele kennen. Ich muss denen also Regeln beibringen. Wie mache ich das in größeren Gruppen? Wenn es an mehreren Tischen gleichzeitig rund geht? Andor soll ja ein sehr schönes Regelkonzept haben: Im Grunde kann man direkt losspielen und lernt die Regeln beim Spielen. Das ist das, was ich mal gelesen habe. Wenn ich da das Spiel auf den Tisch werfe, könnten die Kids sich, mit mir im Hintergrund und helfend, wo immer Fragen sind, selbst was beibringen und dann da im Team spielen.


    Kann das jemand von euch einschätzen?


    Das würde ja auch die Ideen von @Rainer und dem @Spielehansel zusammenfassen: Thematischer Block (Koop-Spiele) und Regeln selbst erlernen.

  • Hallo Ode ,


    bei einem unserer vergangenen Ausbilderstammtische war das Thema Planspiele in der Ausbildung angesagt. Dazu hätte ich eine gute Powerpoint Präsentation zum Thema Planspiele sowie ein kurzes Planspiel für die Azubis "Bedeutung von Qualitätsmanagment" anzubieten. So hast du einen fundierten theoretischen Teil und einen praxisnahen Übungteil dazu. Referent war übrigens Eric Treske, der professionelle Planspiele für Unternehmen wie Accor entwirft. Sehr guter Mann :-) Sebastian Wenzel hat auch einen sehr guten Bericht über ihn und den EInsatz von Planspielen verfasst. Musst du mal suchen bei Sebastian Wenzels Beiträgen auf seiner Homepage;-)


    Kann dir die Sachen gerne per Mail zusenden. Aber Schulen /Lehrer mögen es aus Erfahrung nicht besonders, wenn die Spiele zu sehr auf betriebswirtschaftliches Denken und Handeln ausgelegt sind, denn da sollten immer mehr die betriebliche Mitbestimmung und soziales Handeln im Vordergrund stehen. Schade für die vielen Schüler/innen, die dann vollkommen weltfremd in die Ausbildung oder das Studium geschickt werden.




    Gruß
    Marc

    2 Mal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean ()

  • Hallo Ode,


    ich spiele sehr viel mit Schülern von meiner Schule (Gymnasium). #LegendenvonAndor kam bisher immer sehr gut an. Bei den Projekttagen im letzten Jahr hatte ich mir überlegt Andor anzubieten, habe mich dann aber doch für ein Philosophie-Thema entschieden, deshalb habe ich das Ganze schon ziemlich durchdacht.


    Wenn ich das gleiche Spiel mit einer größeren Gruppe spielen möchte, so versuche ich mehrere Exemplare zu besitzen, damit ich es einmal erklären und dann die einzelnen Gruppen anfangen können zu spielen und ich da helfen kann, wo meine Hilfe benötigt wird.
    Die Regeln von Andor mit der Losspielanleitung sind sehr einfach zu erlernen und dürften auch für wenig, bis gar nicht spielende Jugendliche begreifbar sein.


    Wichtig wäre zu wissen, wie viele Schüler du mindestens haben musst, damit das Projekt stattfindet und wie viele es höchstens sein dürfen? Außerdem, wie viel Zeit hast du zur Verfügung?


    Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich einen Theorieteil einfügen solltest, wenn du nicht musst. Es gibt für Andor auf deren Homepage einen Legenden Developer mit dem man selber Legenden entwickeln kann. Dies fände ich eine wirklich schöne Idee, vor allem auch für dich als Spieleautor, den Schülern damit einen einfachen Einblick zu geben, wie ein Spiel sich entwickeln kann.


    LG
    Martina

  • Bloß nicht Andor. Das was man da spielen muss, um Erfolg zu haben, nämlich das extreme Optimieren darauf, das Verkloppen von Monstern auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken, hat nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun, wie der normale nicht-brettspielaffine 17-jährige Berufsschüler von einem Spiel mit Fantasy-Setting erwarten würde. Und wenn du es nicht kennst und nicht entsprechend erklären kannst, dann bloß nicht.


    Ansonsten: halte die Theorie kurz und lass die Leute einfach spielen. Neben Coop-Spielen (Pandemie?) würde ich da z.B. an leichte und schnell erklärte Kartenspiele mit etwas durchaus vorhandener strategischer Tiefe denken, also sowas wie Love Letter, Port Royal oder Abluxxen. Auch schon bei solchen Dingern merkt man, dass das nicht nur Glück ist, sondern man auch gut spielen kann. Bei Love Letter kann man z.B. gut erklären, was man aus welchen Spielaktionen der Mitspieler schließen kann. ("Wenn er W spielt, kann er nicht X haben, und da er letzte Runde seine Karten dem Nachbar zeigen musste, wird er auch nicht Y haben, also spiele ich jetzt die Wächterin gegen ihn und schieße auf Z." Ja, Love Letter passt eigentlich wunderbar...

  • Meine Top-Spiele für meine Schülergruppen, ohne dass ich die Regeln explizit erklärt habe:


    * Vegas
    * Machi-Koro


    Alles andere musste ich immer erst eine Runde mitspielen.


    Auch ganz wichtig: Das Spiel darf nicht so lange dauern...Schüler die sich über längere Zeit langweilen (weil ihnen das Spiel nicht gefällt) können anstrengend werden.


    Ich hatte auch immer 2 Tage.
    Am ersten Tag habe ich mich mit Kartenspielen beschäftigt.
    Am zweiten Tag mit Brettspielen.


    Zum Abschluß eine Runde "Werwölfe".


    Meine Einstiegsfrage war übrigens immer: Welche Spiele kennt ihr denn ?
    '* Uno, Siedler, öhmmmmm....Kniffel ?....Doppelkopf....


    Mein Ziel ist daher immer nur, den Schülern einen kleinen Einblick in die Welt der Spiele zu geben.
    Ich denke, die Schüler fänden es auch cool, eine Regel mit Hilfe eines Regelvideos zu lernen....
    (ist wie Kino)


    Viel Glück !

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  • Bloß nicht Andor.

    Dem muss ich widersprechen. Auch nicht-brettspielaffine Jugendliche können den Reiz erkennen, den Andor bietet. In der ersten Legende wir erstmal alles abgemetzelt, weil es so viel Spaß macht zu kämpfen, dann wir begriffen, dass sie damit das Spiel verlieren, und dann fangen sie an zu taktieren.


    Ich habe dies nun mit inzwischen 3 unabhängigen Schülergruppen seit 2013 erlebt (seit November auch mit den 11 Jährigen) und es ist jedes Mal das gleiche Szenario.




    Ja, Love Letter passt eigentlich wunderbar...

    Da würden meine Jungs mich auslachen, übrigens auch die, die nicht in der Brettspiel AG sind.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob du wirklich einen Theorieteil einfügen solltest, wenn du nicht musst. Es gibt für Andor auf deren Homepage einen Legenden Developer mit dem man selber Legenden entwickeln kann. Dies fände ich eine wirklich schöne Idee, vor allem auch für dich als Spieleautor, den Schülern damit einen einfachen Einblick zu geben, wie ein Spiel sich entwickeln kann.

    Ich ab 2 Tage und an jedem Tag ca. 4-5 Stunden. Eher 4, da noch Pausen dazu kommen. Ich bin nicht sicher, ob ich da direkt mit so was einsteigen will. Ich habe keinerlei Erfahrung mit so was. Und dann gleich so was wie ein Spiel erfinden? Selbst, wenn es nur die Geschichte eines fertigen Spiels ist? Dazu noch ein Spiel, dass ich (noch) nicht kenne...?


    Mir geht es auch weniger darum mich als Autor zu promoten. Die Art Spiel, die ich bevorzugt erfinden möchte, ist eben schon spezieller. Dafür suche ich kein Forum. Eher potenziell für später mal. Ich bin halt unerfahren mit solchen Gruppen und habe mir erstmal vorgenommen, zu zeigen, was modernere Brettspiele (also abseits von MÄDN oder Risiko oder Monopoly) so alles bieten.


    Aber vielleicht hast du Recht? Erstmal spielen, ohne großen Hintergrund. Und dann mal schauen, was sich entwickelt. Meine Sorge ist ein wenig, dass ich eben nicht 3-4 gleiche Spiele habe und nicht gleichzeitig viele verschiedene Tisch händeln kann. Daher suche ich Spiele mit leichtem Zugang, die die Spieler reinsaugen, ohne dass ich da lange erklären muss...

  • ...vielleicht sogar ein Turnier am zweiten Tag in Spielen, die die Schüler am ersten Tag üben konnten ?
    So als Anreiz, sich am ersten Tag intensiv mit den Spielen zu beschäftigen.

  • Ich finde ja #Pandemie sehr interessant dafür:


    • Kooperative Spiele sind eher unbekannt bei Nicht-Spielern
    • Es gibt "Player-Powers"
    • Das Thema ist spannend
    • Der Mechanismus ist spannend, da man ja mit Strategie vorgehen kann
    • Das Anführer-Problem wird deutlich dabei
    • Man muss nicht Würfeln (immer noch unvorstellbar bei einem Spiel für viele Nicht-Spieler ^^)
  • Ich würde mich ehrlich gesagt an die Spiel des Jahres Auswahl halten, je nachdem vielleicht auch noch Kennerspiel (wobei man da differenzieren muss, ich finde ein istanbul einfacher als ein Village).

  • Was die Spiele angeht, musst Du damit rechnen, dass die meisten wenig bis keine Erfahrungen haben. Von daher würde ich nach dem alten Kommunikationstrainer-Motto Keep it simple and clear handeln und zumindest für den ersten Tag einfache Spiele anbieten wie z.B. Love Letter, Machi Koro, The Game und Las Vegas. Der Regelerkläraufwand hält sich in Grenzen und wenn die Runden angelaufen sind, kann man auch verschiedene Tische von außen beobachten. Klappt das gut, kann man übergehen zu Abluxxen, Port Royal, Patchwork oder Blueprints.


    Je nachdem wie der erste Tag läuft, könnte man am zweiten komplexere Spiele auf den Tisch bringen wie z.B. Istanbul oder Pandemie. Hängt aber auch von der Gruppengröße ab. Man braucht sicherlich, um flexibel reagieren zu können, verschiedene Spiele in der Hinterhand. Einige werden bei einfacheren Spielen bleiben wollen, andere fühlen sich vielleicht herausgefordert.

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  • Ich ab 2 Tage und an jedem Tag ca. 4-5 Stunden. Eher 4, da noch Pausen dazu kommen.

    Das ist wirklich wenig Zeit, wenn du nicht vorher weißt, wie spielaffin die Jugendlichen sind. Das könnte sogar zu wenig Zeit für Andor sein. Da würde ich den Theorieteil wirklich weglassen. Vielleicht ist #Dominion da das bessere Spiel, gut aufzubauen, sehr gut zu erklären, die ersten Runden können offen gespielt werden, so können alle am Tisch dem jeweils anderen helfen und verstehen dadurch ganz gut die Regeln.


    Ich weiß ja nicht wie die Projekttage organisiert sind. Bei uns haben die Schüler mit Priorität 3 Projekte ausgewählt und dann wurde mittels eines Computerprogramms die Projektliste herausgegeben, die wir Lehrer dann bekommen haben. Daraufhin wussten wir schon einmal die etwaige Teilnehmerzahl und auch die Namen der Teilnehmer. Danach hatten wir 4 Wochen vor Beginn der Projekttage einen gemeinsamen Planungstermin mit den Schülern, sodass ich da schon abchecken konnte, wie weit die Schüler sind, wie interessiert und vor allem auf was sie Lust haben.
    Ich merke immer wieder, dass Schüler viel gewillter sind mitzuarbeiten, wenn sie das Gefühl haben mit entscheiden zu können.


    Wenn du diese Möglichkeit hast, würde ich das Ganze spontaner gestalten.


    Wichtig ist die Auswahl der Spiele, ja nachdem wer sich bei deinem Projekt anmeldet.


    Meine Sorge ist ein wenig, dass ich eben nicht 3-4 gleiche Spiele habe und nicht gleichzeitig viele verschiedene Tisch händeln kann

    Du kannst dir viele Spiele bei der Spiele-Offensive ausleihen. Vielleicht findest du ja auch jemanden, der dich begleitet. Ansonsten biete ich dir auch gerne meine AG als Testfeld an ;)


    Cool finden meine Schüler: #KingofTokyo, #Ciub, #TheGame, #LasVegas, #Dominion, #Can´tStop, #LegendenvonAndor, teilweise #ALaCarte, #Abluxxen, gar nicht begeistern konnte ich mit #Blueprints und #MachiKoro war sogar meinen Schülern zu seicht.




    Ich bin halt unerfahren mit solchen Gruppen und habe mir erstmal vorgenommen, zu zeigen, was modernere Brettspiele (also abseits von MÄDN oder Risiko oder Monopoly) so alles bieten.

    Daher suche ich Spiele mit leichtem Zugang, die die Spieler reinsaugen, ohne dass ich da lange erklären muss...

    Diese beiden Aussagen sind meiner Erfahrung nach schwer zu verbinden. Oft habe ich das Gefühl, dass die Spiele, die Jugendliche wirklich interessieren würden und auch die großen Möglichkeiten der Brettspiele aufzeigen könnten, zu komplex sind. Oft sind lange Regeln und da rede ich von einer Erklärung über 15 Minuten können da schon zu viel sein. Obwohl ich sicher bin, dass sie Spiele wie #Zombicide, #Descent, #Doom und ähnliche wirklich gerne spielen würde.
    Wir sind deshalb dazu übergegangen, wenn wir unser Hobby irgendwo vorstellen, einen Tisch mit "Affenspielen" zu belegen. An diesem Tisch werden dann den ganzen Tag die Spiele von einer festen Gruppe gespielt, von denen ich der Meinung bin, dass sie die Möglichkeiten des Brettspiels für die Zielgruppe aufzeigen, und alle Besucher können den Spielern über die Schulter schauen, wie bei den Affen im Zoo.


    LG
    Martina

  • Ich würde einen Theorieteil machen. Bzw. es kommt auf die Projekttage an. Sollen sie dabei was Lernen oder sind diese Projekttage einfach nur just for fun.
    Wobei ich so oder so einen Theorieteil machen würde.


    Und da würde ich nicht mit Regelspiel, Rollenspiel etc. anfangen. Ich würde mit dem Anfang, dass du selbst Spieleautor bist. Stell dich einfach mal vor, was du machst etc.
    Spiele kennen Sie, einen Spieleautor nicht!


    1) Es ist cool einen zu kennen.
    2) Viele währen vielleicht selbst gerne Game Designer (warscheinlich eher von Computerspielen) aber da wäre auch ein erster Anküpfungspunkt und die Verbindung zu dir.


    Dann könntest du deutlich machen, das alle Brettspiele Autoren haben. Oder erzählen wie man Autor wird. Wie kommt man auf die Idee eines Spiels. Wird man als Brettspieleautor Reich.
    Dann könntest du darauf eingehen, wie so ein Spiel entsteht. - Ein Spiel entwicklet man nicht in 1 Stunde sondern es kann Wochen, Monate, Jahre dauern. Ich erzähle meist wie Klaus Teubner auf Siedler kam. Und das es erstmal kein Verlag wollte. Du kannst natürlich auch super über La Grandja erzählen. Wobei es natürlich noch spannender ist, es von einem Spiel zu erfahren, dass man selbst kennt. Erzähl ihnen wie deine Prototypen entstehen (Computer, basteln etc.) und vielleicht kannst du ihnen ja La Grandja als Prototyp und als fertiges Spiel zeigen.


    Dann könntest du einfach mal Abfragen, welche Spiele sie kennen und gut finden. Daran anschließen könnte sich die Frage "Was ist ein gutes Spiel bzw. was zeichnet ein gutes Spiel aus" - lass sie ruhig mal Sammeln.


    Diesen Teil würde ich mit einer Fragerunde abschließen. Je nachdem könnte dieser Teil zwischen 30 - 60 Minuten dauern.


    Daran anschließen würde ich eine Spielphase einbauen. Vorschläge für Spiele gibt es ja genug. Als Arbeitsauftrag könntest du mitgeben
    "Macht euch eine kleine Notiz, wenn euch etwas auffällt was euch an dem Spiel gut gefällt bzw. was euch nicht gefällt."


    Daran anschließen könnte sich ja eine Dikussionsrunde was nun gut oder schlecht an dem Spiel ist. Je nachdem wie lang das Spiel dauert (und es wird viel längern dauern als auf der Verpackung steht) ist der Tag auch schon rum.


    Für den zweiten Tag würden mir zwei Dinge einfallen.


    1) Du bringst einen Prototyp mit. Vielleicht dein DICE THE DONKEY. Die Schüler, welche nun ja schon fast Testspielexperten sind (haben ja gestern viel von dir gelernt) sollen nun dein Spiel testen und bewerten. Hier würde ich dann doch vielleicht auch mal auf einen Rückmeldebogen zurückgreifen aber natürlich auch in die Diskussion gehen. Es wird die Schüler stolz machen, wenn sie merken, dass sie dir gutes Feedback geben und vielleicht eines Tages sie sagen können! Das Spiel habe ich mitgetestet. Vielleicht hast du auch wirklich eine Regelvariante die du testen möchtest und ihr spielt beide mal durch.


    Davor oder im Anschluss können auch weitere fertige Spiele gespielt werden. Am besten ganz unterschiedliche um einfach mal einen Eindruck zu bekommen was es gibt.


    Das meine kurze Gedanken!

  • Ich weiß ja nicht wie die Projekttage organisiert sind. Bei uns haben die Schüler mit Priorität 3 Projekte ausgewählt und dann wurde mittels eines Computerprogramms die Projektliste herausgegeben, die wir Lehrer dann bekommen haben.

    So ähnlich wird es wohl auch laufen, nur, dass ich 2-3 Tage Vorbereitungszeit habe, nachdem ich diese Infos kriege. Ich hätte ja fast so reagiert, dass das mal wieder typisch Lehrer ist, so alles hophop und kurz auf knapp. Aber an deiner Schule läuft es dann wohl anders... ;-)



    Diese beiden Aussagen sind meiner Erfahrung nach schwer zu verbinden.

    Das ist mir klar. :-) Daher frage ich ja auch rum. ;-) Dürfte aber der Anspruch für die Tage sein, denn ich weiß nicht, mit welcher Spielesozialisation ich da rechnen kann. Angeblich werden Spiele wie Werwölfe auf Jugendfreizeiten durchaus gespielt und sind einigermaßen bekannt...


    @Uzi
    Das ist wirklich lieb, dass du meinst, ich solle das so machen. Und vielleicht hast du ja auch Recht. Trotzdem empfinde ich es so, dass das nicht zu mir passen würde. Ich stelle mich ungern auf ein Podest und schreie, was für ein cooler Typ ich bin. Ich hab auch nicht den Wunsch die Leute zu erziehen oder so etwas. Wenn ich jetzt den Erfahrungsschatz eines Martin Wallace, Uwe Rosenberg, Stefan Feld mit 20-30 veröffentlichten Spielen hätte, dann könnte man sagen, dass das interessant sein könnte. Aber selbst dann hätte ich nicht den Wunsch mich so zu profilieren. Klar, wenn mich jemand fragt, gebe ich gern Antwort. Aber ich komme nicht von selbst auf die Idee mich da hinzusetzen und zu sagen: "Hier, guck mal. Mein Spiel. Cool, wa?"


    Klar würde ich mich freuen, wenn es da Schüler gibt, die dann das Hobby entdecken und vielleicht sogar am Testen Freude haben. Aber ich nehme mir jetzt vor, dass erstmal die Spiele für sich sprechen sollen. Wenn die schon Spiele wie Andor, Carcassonne, Einfach genial oder so lahm finden, warum sollten sie Interesse für den handwerklichen Aspekt dahinter haben. Ist ja nicht so, als wenn die sich freiwillig zu einem Vortrag von mir anmelden. Sie müssen irgendwas machen.


    Gut, wenn es dann so weit kommt, dann ist es eben so. Dann quatschen wir ein wenig übers Spieleerfinden. Aber ich plane keine Unterrichtseinheit mit Fragestunde oder so. Es ist schon komisch genug, dass Leute aus dem Spieleumfeld mich nach Interviews oder Fotos fragen.


    Und ich weiß, dass es da unterschiedliche Ansichten gibt. Aber ein Fragebogen nach einem Test ist meiner Ansicht nach das aller Albernste, was ich mir vorstellen kann. Was soll mir das bringen, außer unnötig viel Arbeit für die Tester und auch für mich? Ich rede direkt mit den Menschen, kann auch auf ihre Äußerungen eingehen, nachhaken. Aber das ist wohl einfach meine Ansicht dazu und ein anderes Thema...

  • @ode.


    yep! Das wichtigste ist einfach du zu sein!

    Das ist wirklich lieb, dass du meinst, ich solle das so machen.

    Ode ich hab den Text oben extra in ICH Form und du KÖNNTEST geschrieben. Du bist du und ich bin ich! Du hast nur gefragt was wir machen würden und ich hab aufgeschrieben was ich machen würde. Ist doch alles gut, ich hab dir nirgendwo vorgeschrieben wie du es machen sollst. Sorry dass falsch ankam. Auch ist das eine nicht besser als das andere. Es sind nur zwei Vorgehensweißen.

    Ich stelle mich ungern auf ein Podest und schreie, was für ein cooler Typ ich bin

    Hab ich das gesagt? Ich würde weniger dich als Person als deine Tätigkeit als Spieleautor in Vordergrund gestellt. Aber wie gesagt es muss zu dir passen.



    Wenn ich jetzt den Erfahrungsschatz eines Martin Wallace, Uwe Rosenberg, Stefan Feld mit 20-30 veröffentlichten Spielen hätte, dann könnte man sagen, dass das interessant sein könnte.

    Den Schülern ist doch total egal wie viel Erfahrung du hast, du machst

  • Hi Uzi,


    ich glaube, du missverstehst mich da. Ich habe bewusst übertrieben um meinen Standpunkt zu verdeutlichen. Ich weiß, dass du nicht vorgeschlagen hast, dass ich mich auf ein Podest stelle und schreie.


    Ode ich hab den Text oben extra in ICH Form und du KÖNNTEST geschrieben.

    Das ist mir klar. Aber ich hab vermutet, dass du das schon auch an mich gerichtet hast.

    Du hast nur gefragt was wir machen würden

    Ehrlich gesagt habe ich das gar nicht getan. Vielleicht kam mir deine Idee deshalb etwas komisch vor. Ich hab ja weiter oben durchaus geschrieben, was ich vor habe. Es ging mir nur um eventuelle Inhalte zu einem Theorie-Anteil. Und da hab ich auch recht spezifisch gefragt.


    Bitte nicht missverstehen: Ich finde die Diskussion hier sehr schön und anregend. Ich hab nach dem Lesen deines letzten Beitrags das Gefühl, du wärst etwas enttäuscht, dass ich die Idee nicht in Angriff nehme. Oder gar einige davon ablehne (Fragebogen).


    Ein Punkt vielleicht zum besseren Verständnis: Das Kulturgut Spiel ist mir komplett egal. Ich bin nicht auf einem Kreuzzug für die Rechte und die Anerkennung von Spieleautoren. Das sind einfach nicht meine Themen.


    Und daher hab ich auch nicht vor da eine Art Autorenworkshop zu machen. Ich hoffe, du siehst mir das nach.

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  • Ok, das wird schwer. Ich habe schon in meiner Brettspiel AG Probleme mit 12-15 Schülern.


    Hast du irgendeine Chance jemanden zu fragen, der dich unterstützen kann? Eventuell sind ja Lehrer frei geworden, deren Projekte kein Schüler gewählt hat. War bei uns jedenfalls so...


    Dazu musst du bei so vielen Schülern auf jeden Fall in mehreren Räumen spielen, dann hast du allerdings ein Problem mit der Aufsichtspflicht.
    Was wir Erwachsenen immer wieder unterschätzen ist die Lautstärke, die Jugendgruppen entwickeln, während sie spielen.


    Ich habe heute mit meiner Jugendgruppe Pandemic Legacy gespielt und am Tisch daneben hat meine Kindergruppe Andor gespielt. Schon das war fast zu laut....


    LG
    Martina


    P.S. Konntest du keine Höchstzahl angeben? 49 sind definitiv zu viel für eine Lehrkraft.

  • Hallo,


    ich wurde um eine kurze Rückmeldung gebeten, wie es denn gelaufen ist.


    Am Ende hatte ich darum gebeten, dass es maximal 20 Teilnehmer werden. Nach Kochen und Tanz war mein Kurs mit dem Titel "Spielen "offline" - moderne Brett- und Gesellschaftsspiele" der Drittbeliebteste in der Schülergunst. Aber natürlich musste da dann noch verteilt werden.


    16 Teilnehmer sind es dann geworden. Am ersten Tag fehlten gleich mal 3. Ibuprofen wanderte durch die Klasse von 16jährigen (!!!) denn am Vorabend war Karneval im Vorort von Münster... Lustigerweise waren eher die Damen in der Runde mit dem Brummschädel am Kämpfen.


    Aber ab die Post!!!


    Nach einer kurzen Einführung wurden von einer Mädelsrunde (die Schule hat einen dramatischen Damen-Überhang) Dixit sofort ins Herz geschlossen. Eine weitere Damenrunde begeisterte sich für Fauna - jedenfalls erstmal. Die mutigen Jungs, eine Viererrunde, versuchte sich an Andor.


    Die Dixit-Runde hat sich sofort verselbstständigt. Die brauchten kaum eine Aufforderung und erarbeiteten sich alle Spiele anhand der Regeln selber. Nach Dixit war das Interesse an 7 Wonders groß, wozu ich auch Hilfestellung anbot. Hätte mich sehr gefreut, wenn sie sich getraut hätten. Aber es wurde dann doch Heckmeck... :-( Naja. Sie hatten Spaß.


    Die zweite Damenrunde war dann irgendwann mit Fauna fertig und fands nach anfänglicher Begeisterung eher ok. Dann sollte in der Runde gewürfelt werden. Blueprints kam eher mäßig an, da man dann doch mehr rechnen musste, als den karnevalsgeschädigten Damen lieb war...


    Die Jungs hatten in der Zwischenzeit das Einführungsspiel von Andor so schnell in einer kaum endenwollenden Würfelorgie zufallsbedingt verloren, dass die Begeisterung sich so sehr in Grenzen hielt, dass meiner Aufforderung doch vielleicht mal die zweite Legende zu spielen nur einer folgen wollte. Das Spiel wurde gelangweilt zusammen gepackt. Es folge auch hier eine Würfelei - dieses Mal Vegas und erntete Begeisterungsstürme!


    Die erste Damenrunde, der Vormittag neigte sich dem Ende - hatte sich nun Zettel an den Kopf geklebt und versuchte herauszufinden, wer welche Disney-Prinzessin ist. Die Jungsrunde folgte dem Beispiel gelangweilt mit Diktatoren der Weltgeschichte.


    Einzig die zweite Damenrunde hatte noch Interesse an richtigen Spielen und probierte Love Letter.


    Die Konzentration war ziemlich am Boden und so entließ ich die Kids dann zur Freude aller ein wenig früher als gedacht.


    Der zweite Tag startete denkbar schlecht. Der "Ziegenbocksmontag" im münsteraner Vorort ging in die zweite Runde am Montagabend und wieder startete der Spielekurs mit matten und müden Köpfen auf Tischen mit Taschen als Kopfkissen. Ich hatte eigentlich ein wenig Theorie vorbereitet - hab aber beim Blick in die müden Gesichter aber Kleinbei gegeben.


    Der Dixit-Runde vom Montag hab ich Identik (oder wie es jetzt heißt: Meisterwerke) auf den Tisch geschmissen - was sofort begeistert gespielt wurde. Die Herrenrunde hatte sich zu meinem Entsetzen Monopoly mitgebracht und ließ sich auch nicht davon abbringen. Die haben dann 3 Stunden Monopoly gespielt. Die zweite Damenrunde ließ sich von mir zu einem Codenames überreden, was dann auch das Spiel des Tages wurde. Ansonsten wurde noch Der große Wurf, Kill Dr. Lucky, Black Stories und erneut Love Letter gespielt, bis dann die Sache mit 4-5 Runden Werwölfe beschlossen wurde.


    Zwischenzeitliche Versuche nochmal einen Theorieteil zu machen waren vergeblich und ich hatte dann am Ende auch kaum noch Lust.


    Erwartet hatte ich eigentlich mehr. Ich hatte so tolle Spiele wie Stone Age, Dominion, 7 Wonders mit und wollte den Kids eigentlich mal zeigen, was es da an tollen Spielen gibt. Gespielt wurde aber dann schlussendlich kaum über dem Niveau, dass in den Familien sowieso statt findet. Aber gut, was hab ich erwartet? Ich bin der Ansicht, dass man niemanden zu Spielen zwingen kann, die er nicht spielen will. Das anfängliche Interesse erlosch bei den Kids schnell.


    Da ich selber nicht gerne diese familientypischen Titel spiele, habe ich mich doch sehr gelangweilt. Das hab ich mir natürlich nicht anmerken lassen, ich hatte die Hoffnung, dass ich dann eben mal "was anderes" als Monopoly, Kniffel und Risiko anbieten konnte und ich denke, das ist, mit Ausnahme der Monopoly-Runde) auch ganz gut gewesen. Aber, ich habe im Grunde keine Lust Heckmeck, Codenames oder Identik zu promoten. Daher werte ich das aus meiner Sicht als verschwendete Zeit und werde es sicher nicht wieder so machen.


    Es hat mich übrigens keiner nur im Entferntesten darauf angesprochen, wie das denn so ist mit dem Spieleerfinden und den eigenen Spielen. Das hat da niemanden interessiert - außer die Lehrer und anderen Kursleiter mit denen ich in den Pausen so gequatscht habe. Daher fühle ich mich da bestätigt, dass ich mir das nicht auf die Fahnen geschrieben habe. Für so was interessiert man sich wohl eher, wenn man Spielegeek ist, und davon hatte ich keine in dem Kurs.

  • Übertrag das auf meine 1. - 4. Klässler und mir geht es ganz genauso. Jeden Mittag "Carcassonne", "Schnapp, Land, Fluss" und Lotti Karotti... Ich mag nicht mehr :P

  • @ode.
    Danke für deine Rückmeldung.. Interessant. Ein paar Fragen hätte ich noch.
    Hast du die Spiele zur Verfügung gestellt, oder haben die Schüler die Spieler von Zuhause mitgebracht?
    Nach deinem Text hast du die Spiele gebracht. Dann hättest du ja die leichten Familienspiele Zuhause lassen können, oder?
    Da du enttäuscht warst, angesicht der Spiele die dort gespielt wurden, kann ich nachvollziehen. Nur, welche Spiele auf den Tischen hättest du bei 16jährigen erwartet, die sich auch noch die Spiele selbst aussuchen dürfen? Ich habe mit 16 auch "nur" Risiko, El Grande, Siedler u.ä. gezockt.
    Vielleicht wäre ein Workshop mit dem Titel "Wir erfinden unsere eigene Brettspiele" oder z.B. ein Motto bei Brettspielen wie z.B. Zivilisationen, Krieg & Frieden, Marktmechanismen etc. zielführender?


    Schon irgendwie arschig von den Lehrer, wenn 2 große Feste an 2 Tagen hintereinander anstehen, mit den Schülern am Tag danach erfahrungsgemäß nichts anzufangen ist, die Workshoptage genau dahin zu verlegen. ;) Nicht sehr motivierend für die Referenten, wenn diese von außerhalb kommen.

  • @HDScurox: Ich verstehe das absolut. Da mein Interesse an Spielen aber hauptsächlich abseits dieser Art Spiele liegt, und ich mich nicht als Missionar im Sinne des Kulturgut Spiel begreife, habe ich auf so etwas keine Lust. Daher lief die Sache für mich eben in die falsche Richtung.


    @Torlok: Am Abend gab es dann einen Single Malt für mich. Das ist schon wahr. :-) Es gab übrigens auch einen Kurs "Die Welt der Weine" in denen den Schülern von einem absoluten Fachmann der Anbau, die Herstellung und die Reifung von Wein nahegebracht wurde. Inklusive einiger Geschmacksporoben. Natürlich nicht in Kesselflicker-Manier, sondern eben mikroskopische Pröbchen zum Verkosten. Ich hab dann gleich für nächstes Jahr ein Whisky-Tasting angeboten. Aber da gibt es wohl im Kollegium auch so manchen Fachmann... ;-)


    @Machiavelli101:

    Hast du die Spiele zur Verfügung gestellt, oder haben die Schüler die Spieler von Zuhause mitgebracht?

    Am ersten Tag habe ich selber mitgebracht. Am zweiten Tag wurde ich dann mit eigenen Mitbringseln überrascht.


    Nach deinem Text hast du die Spiele gebracht. Dann hättest du ja die leichten Familienspiele Zuhause lassen können, oder?

    Das ist richtig. Ich hatte mir aber auch vorgenommen, für den Fall, dass der Horizont nicht reicht, Altenativen zu Kniffel oder Ähnlichem aufzuzeigen... Vielleicht der Fehler und ich hätte doch Härte zeigen müssen und die Kids mal zu Dominion oder 7 Wonders zwingen sollen...


    Nur, welche Spiele auf den Tischen hättest du bei 16jährigen erwartet, die sich auch noch die Spiele selbst aussuchen dürfen? Ich habe mit 16 auch "nur" Risiko, El Grande, Siedler u.ä. gezockt.

    Hätte man mir in dem Alter solche Spiele gezeigt, wie ich sie mit hatte, wäre ich sicher von unseren üblichen Spielen ab gekommen. Aber als ich 16 war, gab es bsw. Siedler oder El Grande noch gar nicht... ;-) Ich hab schon erwartet, dass sich jemand, der sich zu einem Kurs anmeldet, in dem es eben nicht um Risiko, Monopoly oder Kniffel gehen soll, von sich aus auch für andere Spiele interessiert. Schließlich hatte ich in der Kursbeschreibung genau das angesagt: Alternativen zu dem, was man eh kennt. Insofern war ich natürlich etwas enttäuscht, dass die sich am Dienstag zu sechst an Monopoly gesetzt haben. Und meine Erklärungen zu dem Spiel, bei dem 3 Leute relativ schnell draußen waren und nur zuguckten, und warum das eben bei einem Spiel nicht so schön sei, wurden nicht verstanden. Die haben dann gerne zugesehen.


    Das diese Sache wohl in dem Alter noch nicht auf fruchtbaren Boden fällt, habe ich dann auch bei Werwölfe gesehen. In 4 von 5 Runden wurde immer der gleiche Spieler von den Werwölfen in der ersten Nacht getötet. Das eine Mal, wo er die erste Nacht überlebt hat, war er selbst Werwolf und wurde am ersten Tag von den Dorfbewohnenern erledigt. Das fanden alle ziemlich lustig. Auch der da ständig abgemurkst wurde. Meine Nachfrage oder mein Diskussionsvorschlag, wo denn da der Fehler im System liege, wurde überhaupt nicht verstanden. Bescheuerte Kinder. Aber wenn sie Spaß haben? What the fuck...

    Vielleicht wäre ein Workshop mit dem Titel "Wir erfinden unsere eigene Brettspiele" oder z.B. ein Motto bei Brettspielen wie z.B. Zivilisationen, Krieg & Frieden, Marktmechanismen etc. zielführender?

    Wie ich schon ausgeführt habe, hab ich an so einem Workshop kein Interesse. Und ich muss ja auch ein wenig davon überzeugt sein, was ich da mache. Ein Motto wäre vielleicht gar nicht so schlecht. Man kann da Wirtschafts-Fach-Abi machen. Vielleicht mache ich beim nächsten Mal Wirtschaftsspiele von Arkwright über Brass bis Funkenschlag? :-)


    Schon irgendwie arschig von den Lehrer, wenn 2 große Feste an 2 Tagen hintereinander anstehen, mit den Schülern am Tag danach erfahrungsgemäß nichts anzufangen ist, die Workshoptage genau dahin zu verlegen. Nicht sehr motivierend für die Referenten, wenn diese von außerhalb kommen.

    Ich denke, die anderen Kurse hatten da weit weniger Probleme. Immerhin musste man da oft auch mehr machen als Denken und Spielfiguren bewegen und Karten halten. Spielen ist halt eher was Passives. Vielleicht hätte ich zwischendurch Bewegungsspiele machen müssen? Damit der Kreislauf in Schwung kommt...

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  • Naja. Die Veranstaltung fand ja an zwei Tagen und zu normalen Schulzeiten statt. Von 8-13h. Das ist im Normalfall der Zeitraum, in denen man unter den Nachwirkungen leidet...

  • Ich denke, die anderen Kurse hatten da weit weniger Probleme. Immerhin musste man da oft auch mehr machen als Denken und Spielfiguren bewegen und Karten halten. Spielen ist halt eher was Passives. Vielleicht hätte ich zwischendurch Bewegungsspiele machen müssen? Damit der Kreislauf in Schwung kommt...

    Crossboule!! :-D
    Das macht in einem Schulgebäude in den Treppenhäusern usw sicherlich auch Laune!! ^^

  • Hallo ode,


    vielen Dank für Deine interessante Berichterstattung.


    Ich denke, dass es vor dem Hintergrund dieser gegen Dich gerichteten Bedingungen (zu große Gruppe, Gruppe alkoholbedingt beeinträchtigt, unglücklicher Erstspielverlauf) doch gut gelaufen ist!
    Tut mir Leid, dass Du Dich eher gelangweilt hast, waren vllt einfach "zu hohe Erwartungen".


    Auf der anderen Seite: knapp 50 Interessenten finde ich klasse! Bei einer anderen Teilnehmerbesetzung (waren ja dann nur 1/3 der Interessenten möglich) wärs vllt auch anders gelaufen. Und es wurde dann doch auch viel gespielt.
    Daher lass den Kopf nicht hängen, sicher kannst Du auch viele wichtige Erfahrungen für Dich daraus mitnehmen und falls Du so etwas nochmal anbieten möchtest, kann das vllt. auch etwas besser organisiert werden.


    Zu der Theorieteil-Idee: Ehrlich gesagt halte ich davon nicht viel. Die Kinder sind in der Schule non-stop mit Lernen neuer Sachen beschäftigt, da besteht denke ich wenig Interesse und Lust, in einer AG dann auch noch "was zu lernen".
    Spielen sollte - zumindest meiner Vorstellung nach - auch primär als Spielen wahrgenommen werden. Das tiefergehende Interesse kommt dann schon oder kann zum Beispiel beim Spiel eingebracht werden (siehe z.B. den tollen neuen brettagoge-Podcast, sowas wäre z.B. bei 7 Wonders möglich gewesen, wenn es denn zu dem Spiel gekommen wäre).


    Grüße


    Edit: Was mir noch eingefallen ist: Vllt. ist es sinnvoll, sich im Vorfeld ein grobe Vorgehensweise zu überlegen, wie man sich durch die Spiele arbeiten kann. Z.B. könnte man mit Sushi Go/Die holde Isolde anfangen, um die Drafting-Mechanik zu erklären, dann (wenn Interesse) zu 7 Wonders weitergehen und danach (falls noch Interesse/Eifer) zu Race/Roll for the Galaxy weitergehen. Dito für viele andere Mechaniken.


    Andor halte ich für Anfänger (ohne, dass Du das Spiel als erfahrener Spieler begleitest) für zu schwer, bzw. schnell zu frustrierend (denn es ist - zumindest in meinen Augen - in keiner weise ein "nettes kleines und einfaches Spiel", sondern knallharte Optimierungskost ;) )

    2 Mal editiert, zuletzt von onepiece ()

  • Schon irgendwie arschig von den Lehrer, wenn 2 große Feste an 2 Tagen hintereinander anstehen, mit den Schülern am Tag danach erfahrungsgemäß nichts anzufangen ist, die Workshoptage genau dahin zu verlegen.

    Das war wahrscheinlich der Grund dafür, die Workshoptage genau dann anzusetzen. :evil:

  • Es hat mich übrigens keiner nur im Entferntesten darauf angesprochen, wie das denn so ist mit dem Spieleerfinden und den eigenen Spielen. Das hat da niemanden interessiert - außer die Lehrer und anderen Kursleiter mit denen ich in den Pausen so gequatscht habe. Daher fühle ich mich da bestätigt, dass ich mir das nicht auf die Fahnen geschrieben habe. Für so was interessiert man sich wohl eher, wenn man Spielegeek ist, und davon hatte ich keine in dem Kurs.

    Ja gut, wenn du es nicht ansprichst, dass du Spieleautor bist und was zum zeigen hast interssiert es auch niemand. Aber lassen wir das. Du hast deine Meinung ich meine. Ich denke nicht, dass es ein besser oder ein richtig und falsch gibt. Nur ein es passt zu mir oder nicht. Und das hast du ja gemacht!

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