Leaving Earth

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  • Nekomantieee!!! :wizard:


    Aber ja - ich habe dieses Spiel nun auch endlich einmal ausprobiert!


    Ich finde es sehr gut - aber ich denke nicht, dass es ein Spiel für jedermann ist. Die Geister scheiden sich hier, denke ich.


    Auf der einen Seite steht ein klassisches "Entwicklungs"-System: Mit Geld kauft man Technologien, die man quasi per Trial-and-Error (und Error-Beseitigung) so weit erforscht, dass man sie sicher einsetzen kann.


    Auf der anderen Seite steht eine sehr mathematische Missionsplanung:
    Wie bringe ich einen Astronauten auf den Mars - und wieder zurück? Mit welchen Raketen - und wie vielen davon? - starte ich in den Weltraum?
    Dabei wird quasi rückwärts gerechnet, weil sich eben so ergibt, was ich Schritt für Schritt befördern muss.


    In meiner Spielrunde war das unproblematisch und wir haben unseren Kopf schnell um das System gewickelt gehabt und losgelegt.


    Ziel des ganzen ist quasi ein Space Race, bei dem ein Satz von Missionskarten (zu Beginn zufällig gezogen) bestimmt, wofür es Siegpunkte gibt. Diese Missionen sind das, was alle Spieler versuchen zu "Ergattern"...


    Das "Endgame" ist dann meist ein Rennen, wer als erstes seine Raumfähre auf die Reise zur entscheidenden Mission auf die Reise schickt. Bei uns war das simpel, da es keine Unwägbarkeiten mehr gab. In anderen Szenarien ist das nicht ganz so simpel, da man eventuell Astronauten verliert... ;-)



    Auf weitere Erfahrungsberichte mit dem Spiel wäre ich auch gespannt!!


    (Der Vollständigkeit halber: #LeavingEarth)

  • Ich finde Leaving Earth thematisch wirklich spannend und es ist hübsch anzuschauen. Allerdings haben mich einige Bilder vom Spiel arg abgeschreckt, auf denen neben dem Spiel Stift und Zettel zu sehen waren, wo irgendwas ausgerechnet wurde. Aus der Schule mit einem Mathetrauma entlassen habe ich daran heute noch zu knabbern. So aus dem Bauch heraus spielen (oder zumindest nur ungefähr im Kopf ein paar Zahlen überschlagen) ist bei dem Spiel sicherlich nicht so produktiv?

  • Geht mir genauso. Grafik, Thema... alles top. Aber letztendlich hatte ich nach dem Überfliegen der Regeln die Befürchtung, dass es sich doch nur um eine dröge Rechnerei handelt. Aber nach dem Bericht werde ich noch mal einen genaueren Blick darauf werfen.


    Zumal es an Alternativen zu dem Thema mangelt. Lift-Off ist etwas zu altbacken und nicht gerade grafisch ansprechend. High Frontier wäre in der aktuellen Version vielleicht einen Blick wert, ist aber nur schwer oder zu einem - Achtung Wortwitz! - exorbitanten Preis zu bekommen. Außerdem ist die Tatsache, dass es ein Phil Eklund-Design ist zwar ein Garant für ein gutes Spiel, aber nicht gerade für einfache Zugänglichkeit. Ach so eine schöne Umsetzung vom PC-Oldie "Buzz Aldrin's Race Into Space" wäre echt toll. Gibt es da noch etwas was da passen könnte?

  • Um mal eine Lanze für die Rechnerei zu brechen:
    Es gibt 4 verschiedene Typen von Raketen, die Schub generieren können - jede mit Eigengewicht und Schubwert.
    Wenn ich nun eine Mission plane, dann muss ich ja entscheiden, welche Raketen in welcher Stückzahl ich benötige, um die Mission erfolgreich abzuschliessen.
    Dabei gilt: Um von einer Location (also Karte) zur nächsten zu gelangen, gibt es immer eine bestimmte, auf der Karte angegebene, Schwierigkeit. Das Produkt aus Masse meiner Raumfähre und Schwierigkeit benötige ich als Schub, um von A nach B zu gelangen.


    Am sinnvollsten ist es, wenn man also Rückwärts die Reise beginnt.


    Angenommen, ich plane eine Reise von der Erde zum Mond und wieder zurück - mit einem Astronauten, versteht sich. First Man on the Moon und so.


    Meine Kapsel ist eine, die den Eintritt in die Erdatmosphäre auch übersteht, also eine Vostok-Kapsel mit Masse 2.


    Rückwärts nun:
    Aus dem Erdorbit falle ich einfach so auf die Erde hinab, meine Hitzeschilde und Fallschirme kümmern sich um den Rest. Da muss ich also nix an Raketen mitnehmen.


    Davor: Aus dem Mondorbit in den Erorbit
    Dieser Transfer hat Schwierigkeit 3, also meine Masse 2 mal 3 gleich 6. Hm, da könnte ich zwei der kleinsten Raketen, Juno nehmen: Die haben jeweils Schub 4!
    Doch ganz so einfach ist es nicht, denn die Masse der Raketen kommt ja nun auch dazu, also wäre ich plötzlich bei Masse 4 - ich benötige also Schub 12!
    Eine dritte Juno würde mir Schub 12 ermöglichen, doch erhöht sie wiederum die Masse, ich benötige mit 3 Junos einen Schub von 15!
    ...
    Jetzt könnte ich lange hin und her rechnen, das muss ich aber überhaupt nicht, weil es mithilfe der beigelegten Tabellen viel einfacher geht:


    Da lese ich simpel in der Zeile Difficulty 3 ab: Um Payload von 2 zu bewegen benötige ich entweder eine Atlas, oder 6 Junos. Da eine Atlas nur ein Gewicht von 4 hat, und $5 kostet, während 6 Junos 6 wiegen und auch $6 kosten, entscheide ich mich also für die Atlas!


    Nun hat meine Fähre also ein Gewicht von 6 (Kapsel plus Atlas)


    Davor: Mondoberfläche in den Mondorbit - Schwierigkeit 2


    Ein Blick auf die Tabellen, Zeile 2 - Payload 6?
    Eine Atlas!
    Zack, bin ich bei Kapsel plus 2 Atlas, Gewicht 10


    Davor: Landen auf dem Mond aus dem Mondorbit, Schwierigkeit 2
    Tabelle, Zeile 2, Payload 10: Eine Atlas, eine Juno (eine Soyuz würde 9 wiegen, da bin ich günstiger mit 4+1 für Atlas und Juno dabei...)
    Neues Gewicht: Kapsel, 3x Atlas, 1x Juno: 15


    Davor: Flug aus dem Erdorbit in den Mondorbit: Schwierigkeit 3
    Zeile 3, Payload 15: Eine Soyuz, damit neues Payload 24


    Jetzt der Kraftakt die Erde zu verlassen: Wir starten direkt von der Erdoberfläche in den Orbit (man könnte auch als Zwischenschritt im Suborbit stop machen, aber das kann Risiken für den Astronauten haben!)
    Schwierigkeit 8(!)
    Ui, mit der 8 und einem Payload von 24 brauchen wir 5 gewaltige Saturn-Raketen!


    Die Alternative ist erst (rückwärts betrachtet) gegen die 5 aus dem Suborbit in den Orbit, dann gegen die 3 von der Erde in den Suborbit... ist das besser?
    Gegen die 5 den 24er Payload wären Saturn (Masse 20!) und eine Soyuz, was in einer neuen Masse von 53 resultiert.
    Danach noch der Launch gegen die 3 mit Masse 53: Eine Saturn und 2 Atlas. Also deutlich günstiger (5 Saturn = $75 vs 2 Saturn, Soyuz, 2 Atlas = $48!)


    Somit ist die Planung also abgeschlossen!


    Meine Vostok-Kapsel wird mit (ins Summe)
    2x Saturn
    2x Soyuz
    4x Atlas
    1x Juno
    ins All geschossen, um dann auf dem Mond zu landen und zurück zu kehren. :-)

  • Ist auch nicht kompliziert.
    Die Zufallselemente sind vor Allem die Raketen, wenn Du sie noch nicht ausgeforscht hast. Sonst ist der Flug relativ sicher - allerdings könnte eben der Astronaut durch die atmosphärische Strahlung verletzt werden oder sterben.
    Und Du weißt nicht, was Dich auf dem Mond erwartet... Solange er nicht erforscht wurde, ist das ein Risiko; Dein Raumschiff könnte in einem Meer aus Staub versinken...


    Wie gesagt, das Spiel schaut aus dem Stand von 1956 auf den Raumflug - also ist auch nicht gewiss, wie es auf dem Mond und dem Mars aussieht. Hier sind die damaligen theoretischen Szenarien Realität - der Mond könnte ausserirdisches Leben beherbergen, wertvolle Mineralien oder eben auch nicht betretbar sein!

  • Hm, so ganz ich verstehe das eigentliche System dahinter nicht so ganz...
    Nehmen wir den ersten Mondflug von ´69 (i.ü. live als Kind verfolgt 8o ), der wurde mit einer Saturn 5 Rakete absolviert. Wieso brauche ich beim Spiel jetzt 9 Raketen? Des weiteren - Juno war doch (soweit ich weiß) nur eine Sonde und keine Rakete, oder?

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  • Also - verstehst Du das System dahinter nicht - oder die thematische Einbindung?


    Prinzipiell sagt der Autor, dass Du zum Wechseln der Locations einen gewissen Schub brauchst. Also Raketen zündest.
    Es gibt hinten in den Regeln auch noch Ausführungen des Autoren zu seinen Umsetzungen. Ob das nun auch diese Frage abdeckt, das weiß ich nicht.


    Im Spiel werden quasi die einzelnen Stufen der Raketen als eigene Raketen dargestellt...


    Ach ja, Juno - ich habe es mal gegoogelt:
    Juno_II_(Rakete)

  • Das mit der Rechnerei hast du ja erläutert, ich meinte schon mehr die Thematik. Man startet mit 9 Raketen einen Mondflug!? Will mir nicht in den Kopf... hätte man designtechnisch vielleicht anders lösen können. Klar, es werden verschiedene Stufen benötigt, dann hätte man das doch auch so darstellen können.
    Aber ist ja eh´ wurscht - dir gefällt das Spiel und das ist die Hauptsache! Danke für den Link.

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  • Man startet mit 9 Raketen einen Mondflug!? Will mir nicht in den Kopf... hätte man designtechnisch vielleicht anders lösen können. Klar, es werden verschiedene Stufen benötigt, dann hätte man das doch auch so darstellen können.

    Für einfache Flüge, auf denen du z.B. nur einen Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen willst, reicht eine einzelne Rakete. Oder wenn du die verschiedenen Raketentypen testen willst, startest du sie aus finanziellen und Effizienz-Gründen auch einzeln. Ich denke, man muss es sich halt je nachdem als komplette Rakete oder eben nur eine Stufe derselben denken - ein Designkompromiss, um das Spiel nicht weiter zu verkomplizieren, schätze ich mal.


    Ich habe übrigens gerade kürzlich eine Rezension dazu verfasst: Leaving Earth: To Infinity and Beyond!

  • Der Autor beschreibt recht schön in "Beyond the Game", warum er welche Entscheidungen getroffen hat. Die kleineren Raketen repräsentieren demnach lediglich Teile einer großen Rakete, wenn man sie verbindet ("intended to represent any single rocket or stage of a larger rocket"). Letzteres ist durchaus realistisch.


    Zur Juno konkret heißt es, Juno I sei die Rakete gewesen, um Explorer I, Americas ersten Satellit, 1958 in den Weltraum zu befördern. Ansonsten stimmt @Torlok s Gedächtnis, die Saturn ist angelehnt an die Saturn V, die stärkste Rakete, die damals für sämtliche Apollo Mondmissionen genutzt wurde.


    Zum Spiel selbst schreib ich am WE gern auch was, da wir es im Urlaub gespielt haben (es gab eine 2. Chance für den Titel).

  • Zum Spiel selbst schreib ich am WE gern auch was...

    Ja bitte, vielleicht lasse ich mich doch noch umstimmen. Momentan tendiere ich zum "Nichtkauf", Pete´s Bericht deutet auch auf eine eher Solo oder 2´er Besetzung hin. Damit kommen bei mir andere Kandidaten zum tragen und würde wahrscheinlich nur Platz verschwenden.
    Das die Raketen Verbesserungen bei den einzelnen Schubstufen darstellen sollen, kann man sich durchaus vorstellen. Warum nur hat man das dann nicht auch so umgesetzt?
    Danke für die Einschätzung meiner Gedächtnisleistung, dann bin ich erstmal beruhigt! :D

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  • Oha, wo sind App-Unterstützungen, wenn man mal wirklich eine braucht .... :/:P


  • Ach so eine schöne Umsetzung vom PC-Oldie "Buzz Aldrin's Race Into Space" wäre echt toll. Gibt es da noch etwas was da passen könnte?

    ... dass das noch jemand kennt... grins.
    Ich hatte gedacht dass das vor einingen Jahren erschienene "1969" in die Richtung geht, das sah mir im Endeffekt aber zu platt aus. Das hier klingt interessanter, muss aber trotzdem sagen, dass mich die Rechnerei/Tabelle etwas abschreckt, vor allem es dann auch so als Erklärer rüberzubringen. Weiss nicht ob das in meinen Runden eine Chance hätte.

    Besucht uns auf unserer Seite unter "www.mister-x.de" oder liked uns bei facebook um regelmäßig Neuigkeiten zu erfahren.

  • @Marcel P.
    Der erste ist nüchterner, erlaubt aber die Berechnung eines kompletten Missionseinsatzes, während der 2. lediglich erlaubt Maneuver zu berechnen.


    Was natürlich keiner anbietet - die Einbeziehung von Astronauten, die auf der Reise ja Nahrung und ggf Material zur Reparatur verbrauchen, oder auch Rendezvous Manöver!


    Zum Rendezvous, für die Interessierten:
    Man kann eine Technologie erforschen, die dann das zerlegen und koppeln von Raumschiffen erlaubt.
    So kann man dann also im Orbit des Mars all den Kram, den man zur Rückreise benötigt, zurücklassen, während eine kleinere Kapsel zur Oberfläche absteigt und wieder aufsteigt!
    Oder auch mit weniger Raketen starten und gut angepasst ein "Care Paket" in den Inner Planets Transfer schicken, damit die Astronauten heim kommen können - Alles, was man nicht mitschleppen muss, hilft!
    Auch die Landekapsel auf dem Mars kann man dann im Orbit desselben zurück lassen!

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  • Falls noch nicht bekannt, es gibt demnächst eine Erweiterung : Leaving Earth: Stations | Board Game | BoardGameGeek
    Inhalt soll sein:


    An expansion for Leaving Earth™, focusing on manned exploration and habitation of the inner Solar System. Adds many new features, including:

    • joint ventures where agencies cooperate on shared projects
    • hydroponics to be able to grow food in space
    • habitats for long term settlement
    • science labs for performing experiments
    • medical bays, along with new rules for healing sick astronauts
    • local fuel production from CO₂
    • reusable space shuttles
    • small reusable rockets
    • Aldrin cycler trajectory between Earth and Mars
    • sites to be explored on planets
    • rovers to explore a planet
    • mental health risk of long-term isolation
    • missions that give points per year for long-term occupation

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  • Ich wollte es damals auch gerne haben, wegen der Optik (!); aber auch auf die Rechnerei im Spiel hatte ich richtig Bock!
    Habe es mir wie so ein kleines Kerbal Space Program als Spiel vorgestellt.
    Der Preis war mir dann damals nur einfach zu hoch und ich hab bislang auf dem Sekundärmarkt auch nichts passendes finden können...

  • Ja bitte, vielleicht lasse ich mich doch noch umstimmen.

    Bin jetzt erst dazugekommen, hier ein paar Worte zu schreiben, wirklich neue Informationen wirst du aber glaube nicht bekommen.

    So fein sich Stations anhört - mit #LeavingEarthOuterPlanets wird es schon sehr komplex - ich finde, #LeavingEarthStations ist schöner Overkill.
    Vielleicht wäre das Standalone eine gute Idee gewesen?

    Würde ich spontan auch erst mal so einschätzen, so gut die Erweiterung auf dem Papier auch erst mal klingt.

  • Btw, alle die den Tabletopsimulator auf Steam haben. Für diesen gibt es eine "Leaving Earth"-Mod im Workshop. Und wie ich das gesehen habe, gibt es für die Erweiterung auch eine. Selbst habe ich das nicht getestet, aber ein "How to play"-Video auf Youtube nutzt diese Mod. Vielleicht ist das ja für den ein oder anderen interessant, wenn man erstmal in das Spiel reinschnuppern möchte.




    Und hat jemand auch mal die Erweiterung "Outer Planets" gespielt? Essentiell? Unnötige Komplexität? Mehr vom Gleichen? Mehr Varietät?


    Was bekommt man hier geboten?

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