[2016] Ein Fest für Odin

  • Nachdem wir uns zwischenzeitlich bereits bekannter Titel gewidmet hatten, wollte in den letzten Tagen auch wieder eine Neuheit erkundet werden. Eine Neuheit, die ich eigentlich haben wollte, seit ich das erste Mal davon gehört hatte und über die ich hier im Forum so viel Negatives gelesen hatte, dass ich doch von einer gewissen Skepsis ergriffen war. Es half letztlich nur kaufen und spielen. ;-)


    Ein Fest für Odin landete auf dem Tisch! Wer gerne auspöppelt, ist nach dem Öffnen der Schachtel im Paradies angekommen – wer Auspöppeln als lästige Pflicht ansieht hat harte 30 Minuten vor sich. :D Ich gehöre zum Glück zur ersten Kategorie. Unglaublich viele Stanzbögen, praktischerweise sind auch gleich zwei passende Sortierkästen dabei. Das restliche Material habe ich in eigene Sortierboxen gepackt und so gestaltet sich der Aufbau des Spiels doch erstaunlich zügig (deutlich schneller als z.B. Arler Erde, bei dem ich aber auch noch alles in Zipüten habe) und man wird der Materialfülle gut Herr.


    Das Erarbeiten der Regel dauert zwar seine Zeit, aber die Qualität und Struktur dieser sind positiv hervorzuheben. Da war nach dem erstmaligen Lesen eigentlich alles klar und auch das Erklären ging verhältnismäßig leicht und schnell, obwohl man immerhin satte 12 Phasen einer Runde erläutert und in der Aktionsphase auf ca. 50 Aktionsfelder verweisen muss.


    Wie man auf den Fotos sieht, kommt man zumindest zu zweit mit dem Platz noch gut hin (Sortierkästen neben dem Tisch auf einem Stuhl). Die Spieldauer ist auch sehr überschaubar (faktisch bei uns nicht, weil wir in beiden Partien viele Babypausen hatten), aber die reine Spieldauer würde ich auf 30-40 Minuten pro Spieler schätzen.


    Was natürlich zuerst ins Auge springt ist der Aktionsplan, der einem mit den ca. 50 möglichen Aktionsfeldern im ersten Moment umhaut. Letztlich ist aber alles halb so wild, da diese Aktionen (auch farblich unterlegt) in diverse Aktionsgruppen unterteilt sind. Da reicht es eigentlich die Funktion einer Gruppe zu erklären, die Unteraktionen ergeben sich aufgrund der guten Symbolik von allein. So gibt eine große Gruppe, in der man schlicht Waren erhält (Ertragsfelder sowie Bergaktion = Holz/Stein/Erz erhalten), eine in der man Rohstoffe tauschen kann, eine Gruppe zum Handeln (= Aufwerten) der Waren, eine Gruppe zum Schiffsbau, eine zum Entdecken und Auswandern, eine für Jagd/Überfälle/Plünderungen und zuletzt eine für die Ausbildungen (= Handkarten). So heruntergebrochen wird es plötzlich gut überschaubar.


    Auch die Tatsache, dass es 12 Phasen gibt, klingt letztlich gewaltiger als es im Spiel ist. Die meisten Phasen sind in einem Handgriff erledigt (bekomme einen neuen Wikinger, ernten, Inseln umdrehen, Waffenkarte ziehen, Startspielerwechsel, Geldeinkommen, Tiervermehrung, Ernährung, Wikinger vom Plan nehmen usw.). Wirklich zeitintensiv sind nur die Aktionsphase und die Jederzeit-Aktionen, wenn man an seinen Plänen puzzelt.
    Im Ergebnis war ich jedenfalls überrascht, wie schnell das Spiel sich doch spielt und wie wenig kompliziert es ist. Der optische Eindruck hatte anderes suggeriert.


    Was die Kritik angeht, so kann ich diese teilweise nachvollziehen: das Spiel ist sehr mechanisch oder zumindest der Puzzleteil. Man puzzelt grüne, blaue, rote und orangene Plättchen + Geld / Erz auf diverse Pläne und versucht das möglichst geschickt anzustellen, um Prämien und Einkommen freizuspielen und Minuspunkte zu verdecken. Ja, thematisch überzeugen kann das nicht. Die Frage ist aber auch, ob es denn Spaß macht und da kann ich für mich klar festhalten: mir macht es großen Spaß die Pläne mit den Puzzleteilen zu füllen, auch wenn es sehr mechanisch ist. Ansonsten gibt es durchaus auch ein paar thematische Elemente (zumindest so thematisch, wie es auch andere Rosenbergtitel sind), wenn man an die Ernährung der Zwerge zum Festmahl denkt, die Jagd/Plünderung, die Erkundung usw. Alles eine Frage, wie sehr man sich darauf einlässt.


    Ich für meinen Teil kann jedenfalls festhalten: mir macht es großen Spaß - Thema vs. Mechanik hin oder her – und das ist für mich die Hauptsache!


    Das Spielgefühl erinnert mich – abgesehen vom Puzzlepart – sehr an Arler Erde. Bei Ein Fest für Odin habe ich dieses Sandboxgefühl sogar noch viel mehr, da die Ernährungsphase nicht wirklich Druck erzeugen kann. Einfache drauflosspielen und Dinge ausprobieren lautet die Devise. Und obwohl der Aufbau statisch ist, kann man gut variieren. Man kann es über Erkunden versuchen und sich jedes Mal eine neue Insel als Ziel setzen oder über Gebäude spielen oder Tiere oder über Auswanderungen/Schiffe usw.


    Dieses Sandboxgefühl wird ja hier im Forum auch öfters kritisiert und meine Frau, die das Spiel an sich und auch den Puzzleteil mochte, kritisierte es auch dahingehend. Dass sie vom Spiel so gar keine Führung bekommt und die Optionen ja dennoch nicht wenig sind, erzeugte bei ihr mehr Stress als das klassische Mangelspiel. Das muss dann wohl jeder für sich entscheiden. Bei mir erzeugt es eher eine sehr gelassene Grundstimmung.


    Obwohl aus dem Bauch heraus, habe ich im ersten Spiel mit 96 Punkten, glaube ich, ganz gut abgeschnitten (leider ein Baufehler, s. Foto, der mit 3 Minuspunkten bestraft wurde). Gestern waren es schon 103. Meine Frau landete in beiden Spielen unter 50 und war entsprechend unzufrieden. Sie empfand es schon alles als leichten „Overkill“, der schwierig handzuhaben ist.


    Für eine schöne Variabilität sorgen übrigen die Ausbildungskarten, wobei diese bisher nicht so stark und die Strategie beeinflussend waren wie beispielsweise bei Agricola. Könnte mir aber vorstellen, dass in den Decks B und C noch komplexere und stärkere Karten kommen.


    Im Ergebnis bleibt für mich ein tolles Spiel, welches für mich vom Spielgefühl aber an Arler Erde so nah dran ist wie Caverna an Agricola. Der Hauptunterschied ist natürlich das Puzzlen. Ich denke, ich behalte erst mal beide Titel, auch wenn ich Ein Fest für Odin zukünftig wohl erst mal solo spielen muss.


    #EinFestfürOdin

    Dateien

    • 1.jpg

      (741,33 kB, 22.322 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • 2.jpg

      (726,39 kB, 183 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • 3.jpg

      (619,43 kB, 187 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • 4.jpg

      (735,89 kB, 175 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
  • ANZEIGE
  • Tja Marcel, dann gehörst du wohl zu den begnadeten Fest für Odin Spielern. Anfänger sind meist froh wenn sie zwischen 40 und 60 Punkten landen. So um die 100 Punkte ist schon ganz ordentlich, mein Highscore liegt so um die 93 Punkte in einer Partie zu viert. Die spielt sich anders als ein Zweier, daß ist aber fast in jedem Spiel so.


    Ein Spieler der schon zweistellige Partien auf dem Buckel hatte konnte um 115 Punkte erzielen und damit die Viererpartie auch gewinnen. Ich erwarte aber mit meinen weiteren Partien über den Winter noch einige aha-Effekte und Aktionskombinationen, die viele Siegpunkte an meine Nordseeinseln
    anschwemmen. Wichtig ist das man so ein bis zwei Inseln in seinen Besitz bringt, damit lassen sich viele Bonusteile schon frühzeitig freischalten. Auch will ich es mal mit frühem Auswandern probieren. Oder zwei von diesen Häusern erwerben und mit orangenen und roten Teilen zupuzzeln.

  • Ich habe gestern beim Spieletreff auch zum ersten Mal "Ein Fest für Odin" spielen können. Ich bin kein großer Fan der jüngeren Rosenberg-Materialschlacht-Spiele, aber beim Spieletreff lerne ich gerne neue Spiele kennen, also mitgespielt. Ich hatte im Prinzip genau die gleichen Vorbehalte, die auch Marcel oben angesprochen hat.


    Tja. Am Ende ging's mir auch ganz ähnlich wie Marcel. Es ist kein Spiel, dass ich mir kaufen müsste, aber mitspielen gerne wieder, denn die vermeintichen Minuspunkte sind alle halb so wild. Meist weil die Umsetzung einfach gut ist. Die Fummeligkeit der Puzzleteile bleibt im okay-Bereich, weil die Sortierhilfen im Wargamer-Stil dabei sind. Die Massen von Aktionsmöglichkeiten sind nicht erschlagend, weil die Farbcodierung und Ikonografie einfach gut gemacht ist. Und allzu extrem Sandbox-mäßig ist es auch nicht, weil Würfel und Karten für Zufallselemente sorgen. Der Zeitbedarf ist auch okay, weil es sich überraschend schnell spielt mit seinen sieben Runden.


    Bevor ich falsch verstanden werde: dass einzelne Bereiche nicht störend waren, heißt noch lange nicht, dass es gut war. Zwar gibt es viele interessante Spielentscheidungen beim Arbeitereinsetzen, das ist für mich der größte Pluspunkt bei dem Spiel, zumal dadurch auch der Startspieler bestimmt wird. Aber in den ganzen oben genannten Bereichen kommt das Spiel eben auch nicht über ein schwaches gut raus; andere Spiele sind da einfach besser. Ein Fest für Odin ist mir immer noch etwas zu fummelig, ein bisschen zu interaktionsarm, ein wenig zu viel Sandbox.


    Die Zufallselemente geben auch keine taktische Auswahl (wie z.B. bei zufällig bestückten Kartenauslagen der Fall wäre), sondern sagen einem direkt, was man tun soll. Ich hatte als Startkarte eine Karte, wo ich beim Wildjagen mit zwei Wikingern mehr Belohnung bekommen konnte. Also sofort Holz geholt, Karte ausgespielt und in der ersten Runde schon jagen gegangen. 3 oder niedriger hätte ich in drei Versuchen mit dem D8 würfeln müssen. 4, 7, 5 gewürfelt. Schei*e. Da habe ich erstmal gedacht: okay, als einziger Anfänger am Tisch schon mal den Start verhauen, null Einkommen in Runde 1, das kann ja heiter werden...


    Aber der Ausgleich, dass man einen Bogen und ein Holz bekommt, klappt so halbwegs. Ich war nicht völlig aus dem Spiel und konnte mich zurückarbeiten. Am Ende den eigenen Plan und Neufundland komplett zugepuzzelt und sogar noch Teile übrig. Zu wenig Risiko gegangen. Ach ja: mit 109 Punkten knapp Zweiter geworden hinter dem Erklärer, der das Spiel schon so zehnmal gespielt hatte. Wenn ich die Berichte oben lese, scheint das für einen Anfänger gar nicht so schlecht zu sein. ;)

  • ANZEIGE
  • Hi,


    Ja so ist das bei Odin. Ich lag bisher nach der erstpartie immer über 100 (114, 107, 104 oder so) - es gehen wohl bis 200 Punkte - wobei ich nicht den blassen Schimmer einer Ahnung habe wie das funktioniert. Dafür muss man imo alles machen, also Auswandern, Entdeckungen Häuser, Tiere - alles. Ich habe mich bisher jeweils auf eins konzentriert und bin damit gut gefahren - dachte ich.
    Mal sehen ob es heute eine weitere Chance gibt.


    Atti

  • Bei so großen Differenzen frage ich mich immer: Haben alle nach denselben Regeln gespielt?

    In unserem Spiel: 59 (zweites Spiel) - 109 (ich; erstes Spiel) - ~120 (der Kenner/Erklärer; ~10 Spiele)



    es gehen wohl bis 200 Punkte

    Maximalpunktzahlen heißen bei so ein Spiel dann aber, dass man ideal würfeln und starke Kartenkombos bekommen muss. Solche Abschätzungen finde ich nicht sooo interessant. Interessanter ist, was man so konstant hinkriegen sollte, und da halte ich "über 100" für gut möglich. In meinem Spiel hatte ich kein ausgeprägtes Karten- oder Würfelglück, eher im Gegenteil, und wenn ich nicht erst in Runde 7 begriffen hätte, dass man auf die Häuserpläne auch rote und orangene Teile puzzeln darf, dann wäre noch mehr drin gewesen als die 109.

  • Sei Dir ja unbenommen, aber ich meine das Ernst. Es gibt ja im Spiel ausschließlich "gute" Optionen - keine "schlechten" Deals, die einen Spieler mit weniger Möglichkeiten als vorher zurück lassen. ZB ist die Ernährung ja praktisch durch die Ernten gesichert.


    Aber wichtig ist es mir nicht. :-)


    Kleiner Tip: Die Gewinner unserer (wenigen) Runden haben viel mit den 3er und 4er Aktionen gearbeitet (und so z.B. auch vier bis sechs Ausbildungen gespielt). Und die Tips von Uwe im Regelwerk beachten! Vielleicht hilft's?

  • Kleiner Tip: Die Gewinner unserer (wenigen) Runden haben viel mit den 3er und 4er Aktionen gearbeitet (und so z.B. auch vier bis sechs Ausbildungen gespielt). Und die Tips von Uwe im Regelwerk beachten! Vielleicht hilft's?

    Als erfahrener Spieler (über 100 Partien) lande ich bei durchschnittlich 140-150 Punkten. Über 160 Punkte ist echt schwer und selten. 200 Punkte halte ich schlichtweg für utopisch bzw. nicht regelkonform erzielt.
    Ih habe bis dato noch nicht "DIE" Stratgeie entdecken können. Es gibt mMn. sehr viele Wege, die zum Sieg führen können. Ich bevorzuge übrigens überdurchschnittlich gute 1er-Aktionen, wie etwa den Doppel-Hochtauscher und meide in meinen Augen schwächere Felder. Da im Testmodus die Karten ausgespielt einfach nur 3 Siegpunkte bringen, komme ich auch ganz gut ohne Ausbildungen aus, um höhere Punktzahlen zu erreichen.

  • ANZEIGE
  • Ganz einfach:


    Man hat einfach keinen Bock auf tüfteln, Strategien oder die Entwicklung eines Masterplans und möchte das Spiel einfach mal zum Kennenlernen in Ruhe aus dem Bauch heraus dahin spielen.
    Dazu ein Glas Rotwein genießen, sich mit den Mitspielern nebenbei über dies und das unterhalten und einen entspannten Spieleabend genießen ...


    Und schon hat man nur 50 Punkte und kann für sich z.B. sagen: Cooles Spiel, an einem anderen Tag schau ich mal was geht...

  • Noch ne andere Variante: Du spielst das Spiel mit, es macht Dir aber ÜBERHAUPT keine Lust, weil es wie Arler Erde ist, nur noch viel langweiliger. Dementsprechend lustlos spielst Du, dazu noch ne falsch erklärte Regel zu Deiner Tierstrategie - zack bist Du bei ca. 40 Punkten...

  • Es geht ja eher darum, wie man unter 60 Punkten bleiben kann.

    Ich versteh zwar den Hintergrund der Frage nicht so hunderprozentig, kann aber die Ursachen für die relativen niedrigen Punkte meiner Mitspielerin in meinen ersten beiden Partien zum Teil begründen. Du hast Recht, dass man im Grunde mit jeder Aktion Boden gut macht, aber man beginnt ja dafür mit einer Menge Minuspunkte, aus denen man raus muss bzw. kann man sich über Inseln und Gebäude noch weitere dazu holen.


    Partie 1 (96:45): Meine Frau spielte von Beginn an sehr auf Tiere und uns war da noch nicht klar, dass man auch Tiere aufwerten kann. Das hätte ihr sicher eine Menge Minuspunkte verhindern können. Nach der Abrechnung der Pluspunkte am Ende lag sie immerhin zwischen 60 und 70 Punkte und bekam dann über 20 Minuspunkte für den Heimatplan.


    Partie 2 (103:49): Meine Frau probierte es dieses Mal mit der Erkundung und schnappte sich eine Insel. Insgesamt verzettelte sie sich aber etwas mit dem Belegen beider Pläne und so kam es auch hier dazu, dass sie nach Abrrechnung der Pluspunkte knapp bei 70 lag und am Ende eine Menge Minuspunkte einstecken musste.


    Ich habe in beiden Partien keine Insel gehabt, sondern mich auf meinen Heimatplan und Gebäude konzentriert - das schien mir so zum Kennenlernen erst mal leichter. Daher keine Minuspunkte in Partie 2 und 3 Minuspunkte in Partie 1 wegen eines blöden, kleinen Baufehlers.

  • Ich glaube sofort, auch mit nur einem selbst gespielten Spiel, dass 60-80 Punkte eigentlich immer drin sein sollten, wenn man als geübte(r) Spieler(in) von Optimierspielen sich nicht völlig verzettelt und/oder ganz viel Pech beim Würfeln bzw Kartenziehen hat. Mit etwas Spielerfahrung vielleicht auch ziemlich sicher 100+ Punkte. Ich persönlich würde darauf wetten, jederzeit wieder 100+ Punkte erreichen zu können; Ziel für mein zweites Spiel wären 120 Punkte, und ich glaube, meine Chancen dafür wären nicht schlecht. Aber es ist nun mal nicht jeder ein geübter Spieler von Optimierspielen.


    Gerade so ein Spiel wie "Ein Fest für Odin" bietet genauso auch die Möglichkeit es so zu spielen, dass man sich sagt "Och, meine Wikinger haben heute mal Lust auf Walfang!" anstatt sich auszurechnen, wie man die Felder auf dem Spielplan, die einen Ertrag jede Runde bringt, am geschicktesten mit Puzzleplättchen umzingelt, bei denen keine zwei grünen aneinander stoßen dürfen. (Jeder Vielspieler weiß, wie wichtig früh freigeschaltete regelmäßige Einkommen sind!) Aber: Ein Fest für Odin auf maximale Punktausbeute gespielt, das ist pure abstrakte Rechnerei mit geometrischer Optimierungsübung, bei der man jegliches Thema ausblenden muss.


    Ich glaube, @Sternenfahrer geht bei seiner Aussage ("wie kann man unter 60 Punkten landen?") ein bisschen zu sehr von Spielern aus, die das Spiel von der rein mechanischen Seite aus angehen; für die hätte er durchaus recht. Es geht aber auch anderes, selbst erlebt bei der Mitspielerin mit paar-und-fünfzig Punkten. Sie hat ihre Wikinger aus dem Bauch raus irgendwas machen lassen, am Ende waren ein paar ausgewandert, ein Haufen nicht abgedeckter Minuspunkte hat ihre Punktzahl gründlich verhagelt, aber, und das ist das Wichtigste: auch sie hatte ihren Spaß am Spielen, obwohl sie abgeschlagen Letzte wurde. Sowas schafft längst nicht jedes Spiel. Genau das ist auch ein wesentlicher Grund, warum ich mir durchaus vorstellen könnte, Ein Fest für Odin irgendwann zu kaufen, auch wenn ich mit den ganzen moderneren Rosenbergs sonst nicht viel anfangen kann.

  • Ach Leute, Ihr interpretiert ganz schön viel in knappe Worte! :D
    Mich hat nur interessiert, ob eine Regel unklar war, und das war ja auch so.


    Wie @Marcel P. im Eingangsposting beschreibt, ist das ein Spiel zum entspannten "ich mach jetzt mal X, dazu habe ich Lust". Mit einem zwanghaft auf maximale Siegpunkte spielenden Mitspieler könnte das Spiel sonst sehr lange dauern, wenn man gegen Ende der Partie mehr und mehr Wikinger auf mehr und mehr mögliche Aktionen verteilen muß... MIR würde das nicht so viel Spaß machen.


    @Njoltis,
    der Unterschied ist in "dauerhaft". :-)

  • An Silvester habe ich nun auch Ein Fest für Odin kennen gelernt. Ich war zunächst skeptisch, da mir Agricola, Caverna und Arler Erde nicht wirklich viel geben (ja, das gibt es!) und ich Patchwork eher mau finde. Trotzdem einfach mal völlig planlos drauflos gespielt und am Ende sogar das Ding gewonnen (107:87:77). Viele 3er- und 4er-Aktionen genutzt, keine Insel geholt, den eigenen Plan zügig zu gepuzzelt, zwei von den Teilen geholt, auf die man Holz und Stein platzieren konnte und einiges an Punkten durch Barschaft und ausgespielte Karten.


    Ein Fest für Odin hat mir besser gefallen, als die oben genannten Spiele, an Le Havre kommt es meiner Meinung nach aber nicht ran. Die Sandbox hat mich nicht gestört, so kann man viele verschiedene Strategien ausprobieren. Der Puzzleteil gefällt mir hier besser als bei Patchwork, wo ich mich eher gespielt fühle. Das Puzzeln selber war etwas fummelig und man musste ständig aufpassen, nicht etwas zu verschieben. Also, ich würde es wieder mitspielen.

  • ANZEIGE
  • Ich habe heute meine Erstpartie zu viert absolviert.
    70:70:66:50 über 6 Runden. Da ist auf jeden Fall noch ein wenig Luft nach oben.
    Wir haben einiges fast völlig ignoriert: Inseln, Tiere, Hütten haben wir kaum genommen.


    Interessant war der eine 70er: 122 Pluspunkte, aber 52 Minuspunkte. Die anderen drei Spieler hatten nur 0-4 Minuspunkte.

  • Zum fluffigeren Einstieg ins Spiel wird die Partie mit sieben Runden empfohlen. Da ist die Ernte für die Fest-Nahrung üppiger . Auch für Erfahrenere weiter interessant, da sie komplexere, langfristigere Strategien ermöglicht.

  • Zum fluffigeren Einstieg ins Spiel wird die Partie mit sieben Runden empfohlen.

    Das steht in der Anleitung aber anders:

    Zitat

    Die längere Fassung ist die Hauptversion des Spiels. Die verkürzte empfehlen wir allen, die erst einmal die Mechanismen des Spiels kennenlernen wollen, aber dann auch wieder all denjenigen, die das Spiel bereits bis in kleinste Detail neherrschen und nun eine größere Herausforderung suchen.

    Daraus lese ich:
    6 Runden für Anfänger
    7 Runden für Fortgeschrittene
    6 Runden für Profis.


    Daran haben wir uns gehalten und für die Erstpartie nur 6 Runden gespielt (und die A-Ausbildungen)

  • Hm, da gibt es dann eventuell eine Meinungsverschiedenheit mit Uwe, die mir noch gar nicht aufgefallen ist. Sowohl (soweit mir bekannt) Frank (Verlagsleiter) als auch ich (Tester in über 100 Partien) halten das Siebenrundenspiel jedenfalls für die bessere Einstiegsversion. Die Ernährung geht leichter von der Hand und die Tiervermehrung ist fluffiger. Man hat mehr Erfolgserlebnisse. Der Kommentar von Uwe (Seite 5 unten) zielt wohl eher auf die Spielzeit ab. Wenn man sich verennt, was als Einsteiger nicht unwahrscheinlich ist, will man schnell eine zweite Chance haben, es besser zu machen. Im Text auf Seite 5 heißt es ja aber auch salomonisch: "Überlegt euch, wieviele Runden ihr spielen wollt" :-)


    PS: Ich persönlich spiele nach wie vor am liebsten das Siebenrundenspiel, auch als Profi. So entfalten sich Kartenfunktionen auch interessanter und die Strategievarianz ist breiter. Das muss man aber wohl mögen, denn die Varianz ist bereits so schon sehr sehr hoch. Als Schachspieler kann ich da halt nicht genug von kriegen. In einer denkbaren zweiten Erweiterung könnte es gar aus diesem Grund eine Achtrunden-Version geben, aber nur im Sinne von fünf weiteren Wikingeraktionen vor Runde 1. Dafür könnte es dann "Steuern an den König" als neue Versorgungsfunktion geben. Entsprechende Elemente wurden bereits im letzten Jahr getestet. Mal sehen...

  • Schließe mich an: 7 Runden gilt laut der Regel als das Hauptspiel und daher haben wir das von Beginn an so gespielt. Auf nur 6 Runden hätte ich gar keine Lust.
    Ich glaube sogar, dass ich bis heute in keinem Rosenberg-Titel mal die verkürzte Version gespielt habe, soweit eine integriert ist (z.B. bei Ora et Labora, Merkator, Le Havre, ...).

  • ANZEIGE
  • ANZEIGE