Aeon’s End - Ersteindruck

  • Da es zu diesem Spiel hier im Forum noch nicht wirklich viel zu lesen gibt, starte ich mal einfach ein neues Thema für Aeon´s End...


    Ich habe das Spiel in der Breach Mage Version über Kickstarter gebacken, es wurde kürlich geliefert und gestern dann erstmals gespielt. Und zwar zwei Partien jeweils zu zweit.


    Da ich das Spiel für eine Bewertung noch viel zu wenig kenne, möchte ich nur mal über meinen Ersteindruck vom gestrigen Abend berichten:


    Wir haben wie in der Anleitung vorgesehen, mit dem extra separat ausgelieferten "Starterdeck" begonnen und dann eine "richtige" Partie mit dem nächst schwereren Endgegener und zufällig gezogenen Gegenständen hinterher geschoben.


    Tja wie kann man es beschreiben? Es ist ein guter Deckbuilder der zwar das Rad nicht neu erfindet, der aber ein paar sehr gute neue Mechanismen einführt. Am ehesten kann man Aeon´s End (AE) schon vom Thema wohl mit Thunderstone vergleichen, hier geht es nur letztlich drum, einen Endgegener (Nemesis) und dessen Deck zu besiegen. Das Spiel wird aber, im Gegensatz zu Thunderstone kooperativ gespielt, d.h. jeder wählt einen Charakter mit einen speziellen Starterdeck und einer Spezialfähigkeit und versucht diesen dann, wie bei Thunderstone durch den Kauf von besseren Karten für das persönliche Charakterdeck besser und effektiver für die Bekäpfung des Nemesis und dessen Schergen zu entwickeln.


    Was mir hierbei gut gefallen hat, ist erst mal das Zugreihenfolge Kartendeck. Das besteht bei 2 Spielern aus 2 x Spieler 1 + 2 x Spieler 2 + 2 x Nemesis Karten, die jeweils zusammen gemischt und dann einzeln gezogen werden. So wird festgelegt wer als nächstes dran ist. Diese Ungewissheit macht AE recht spannend, da man zwar weiß, jeder ist 2mal dran bis wieder gemischt wird, aber halt nicht die Reihenfolge.
    Spannend auch deshalb, weil spielentscheidend: In der ersten Partien haben wir durch die gezogene Reihenfolge verloren (hätten aber bei Abfolge z.B. immer im Uhrzeigersinn gewonnen), bei der zweiten Partie war es dann genau anders rum :) und durch einen Doppelzug eines Spielers, wurde es für den Nemesis finster...


    Auch haben sich die beiden Nemisis mit ihrem dazugehörigen Deck, doch sehr verschieden angefühlt und man muss schon eine ganz andere Strategie verwenden um gegen den jeweiligen Nemesis auch bestehen zu können. (Was zum Glück auch alles andere als einfach ist, denn die zwei die ich jetzt kenne, sind Schwierigkeitsgrad 3 und 4 von 10)


    Eine weitere interessante Funktion ist das Sprechen von Zaubern, die praktisch die Angriffe darstellen. Diese müssen quasi in dafür vorgesehene Slotts vorbereitet werden, um dann in der nächsten Runde tatsächlich zur Verfügung zu stehen. Nur leider muss man diese Slotts auch je nach Charakter mehr oder weniger erst noch ausbauen um sie überhaupt nutzen zu können.


    Insgesamt bietet meine Version des Spiels also mit den 7 Endgegnern, 12 Charakteren und 42 Ausrüstungsgegenständen genügend Wiederspielreiz und man kann hier doch ne Menge austesten und wird dies gerade gegen die heftigeren Nemesis auch müssen.


    Hier kommen wir dann aber auch gleichzeitig zum ersten großen Kritikpunkt:
    Das Spiel wurde für mich absolut künstlich (um wahrscheinlich im KS besser dargestellt werden zu können) in ein Hauptspiel und 2 Erweiterungen gesplittet. Also der Käufer der Retailversion hat dann ohne die Erweiterungen 3 Endgegener, 4 Charaktere und 15 Ausrüstungen weniger als die KS Version. Und jetzt für die Erweiterungen zusammen gut 40 Euro zusätzlich zu den knapp 50 Euro des Haupspiels abzurufen finde ich ziemlich dreist. Wir bewegen uns hier für beide zusammen auf dem Niveau einer kleinen Dominion-Erweiterung :thumbdown: .


    Gut, so gesehen hat meine Breach Mage Version incl. Versand auch 80 Dollar gekostet und es war mir das auch zu diesem Zeitpunkt wert.


    Aber:
    Mein größter Kritikpunkt ist die Qualität der Karten. Ich bin nach dem Entfernen der Folie richtig erschrocken, denn es ist ein großer Teil so ca. 1mm von den Ecken entfernt, vermutlich durch zu stumpfes Werkzeug beschädigt, bzw. nach hinten "weggebrochen". Wäre es keine KS, würde ich es sofort wieder zurückschicken, denn so schauen die Deckkarten beim HDR LCG nach dreistelliger Partienzahl nicht aus.


    Ich weiß jetzt nicht, ob sich das in der Retailversion geändert hat, aber so ist es ziemlich übel. Für die mir gelieferte Version, würde ich rein von der Verarbeitung her dieses Geld nicht nochmal bezahlen...


    Ob es das Spiel, dann vom Spielspaß letztlich wert war, wird sich zeigen müssen. Für alle die es bis jetzt nicht haben, aber einen Kauf erwägen, könnte ich mir vorstellen, dass es dieses Spiel bald wieder als Set mit den Erweiterungen vereint, zu einem deutlich günstigeren Preis geben wird. Dann gehört wenigstens wieder zusammen, was in meinen Augen von Anfang an hätte zusammen bleiben müssen... ;););)



    EDIT: Siehe unten bei Nr. 5, mit den kaputten Karten, könnte sich ne Lösung ergeben.


    EDIT: Ich habe die Karten heute vom Verlag ausgetauscht bekommen. :thumbsup:

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  • @LookAtTheBacon gerne :) , ist ja auch ein sehr spaßiges Spiel.


    Dann noch ein Nachtrag zum Material:
    Ich habe gestern wegen der kaputten Karten den Hersteller über die KS Homepage angeschrieben und promt die Antwort bekommen, ich solle ihnen mitteilen, welche Karten betroffen sind, um dann dafür Ersatz zu bekommen. Meldung ist erfolgt (Bei mir sind die 58 Startkarten der Helden kaputt) und wenn die jetzt ausgetauscht werden, nehme ich natürlich das oben unter 1 geschriebene alles zurück.


    Werde Bericht erstatten, wie es ausgeht...

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  • Ich habe das Spiel bisher erst zweimal ausgepackt. Jeweils für 2-3 Partien.

    Meine, wäre alles mit dem Basisspiel gewesen.

    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, gibt es mit War Eternal noch mehr verschiedene Gegner und Helden.

    Aber keine grundlegende neuen Mechaniken.


    Daher macht es nicht so einen großen Unterschied, mit was du anfängst.



    Mir hat es viel Spaß gemacht.

    Du wählst immer einen Nemesis. Und die waren bisher sehr verschieden zu spielen.

  • Wie viel Text kommt denn auf den Karten vor? Soweit ich weiß, ist das Spiel ja bisher nur auf EN zu haben. Und wie spielt es sich im Vergleich zum wohl ähnlichsten Konkurrenten LotR-LCG?

    Ich habe ein eigenes Haustier, einen eigenen Troll. Man muss ihn nur von Zeit zu Zeit füttern, damit es ihm nicht langweilig wird. :)

    Einmal editiert, zuletzt von Maftiosi ()

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  • Ich finde, dass es nicht viel mit dem LCG zu tun hat. Da sind andere Deckbuilder wie Klong! oder Dominion näher dran. Bei Klong! ist der Clou das Brett auf dem man sich bewegt und der Drache. Bei Aeons End sind es die unterschiedlichen offenen Auslagen (wie bei Dominion z. B.) und die vielen Nemesis-Gegner, die sehr unterschiedliche Fähigkeiten haben und so immer wieder aufs Neue mit einer anderen Herangehensweise besiegt werden wollen. Der Schwierigkeitsgrad ist relativ hoch, so dass man sich im Team gut absprechen muss. Auch einige Karten- oder Heldenfertigkeiten beziehen sich auf Verbündete, so dass die Interaktion und die Absprachen noch steigen. Es spielt sich flott und die Zugreihenfolge wird durch ein eigenes Deck bestimmt, so dass hier immer wieder Spannung herrscht, ob der Nemesis oder man selbst als nächstes seinen Zug machen darf.

    Wir sind keine englischbegabten Menschen und können das Spiel ohne Probleme spielen.

  • Ich habe auf der Messe das Basisspiel gespielt, aber zu Hause haben wir bloß War Eternal plus eine Erweiterung. Der Unterschied zwischen War Eternal und Basisspiel sind unterschiedliche Nemesis, Helden und Karten. Spielprinzip bleibt gleich. Wir haben eine Menge Spaß mit War Eternal.

  • Ist es zu zweit spielbar (und damit meine ich nicht die Packungsangabe) oder sollten es schon drei Chars sein?


    Danke schonmal. Spiele Deckbuilder ungern mit 3 Händen

    Eine Argumentationskette bei mir zu hinterfragen macht keinen Sinn. Meine Beiträge folgen keinerlei logischen Grundsätzen.

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  • Ich kann mich hier nur anschließen... eines unserer aktuellen Lieblingsspiele zu zweit und auch zu dritt.

    Wir besitzen beide Versionen und alle Erweiterungen (Kickstarter) und haben alles zusammengemischt - funktioniert bestens.

    War Eternal bietet meiner Meinung nach die etwas unterschiedlicheren Nemesis aber ich möchte auch keinen der Grundbox missen.


    Es gibt Gerüchte dass es auf Deutsch herauskommen soll, aber das Spiel hat keine komplexen Regeln und die Karten sind alle leicht verständlich.

    Außerdem startet die nächsten Tage ein neuer Kickstarter mit einer Legacy Variante wo man einen eigenen Character erschaffen kann mit dem man eine Kampagne spielt und diesen danach ganz normal mit dem Grundspiel verwenden kann...klingt super 8-))

  • Das was ich bei dem Deckbuilder als besonders finde ist:

    1. Das eigene Deck wird normalerweise nicht gemischt, eine ganz neue Art des Deckbuildings.

    2. Spielt sich bei jeder Spieleranzahl sehr gut.

    3. Jeder Bossgegner spielt sich ganz anders.

    4. Große Varianz durch die Helden, Karten und Bosse.

    5. Keine feste Spielerreihenfolge.

    6. Die Idee mit den Breaches.


    Im Februar soll auch eine Legacy Variante auf KS kommen.

    Aeon's End: Legacy | Board Game | BoardGameGeek

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  • Alle 2nd Editionen und War Eternal und die neueren Erweiterungen haben das gleiche Design.

    Blöde frage, aber wie definiert sich "neuere" Erweiterungen?


    Ich kenne bisher nur:


    - The Void (neues Design?)

    - The Depths (altes Design?)

    - The Nameless (keine Ahnung?)


    Nein eine Legacy Edition

    Uha, da bin ich erstmal raus. Seit #PandemicLegacy bin ich von Legacy geheilt...

    Ich habe ein eigenes Haustier, einen eigenen Troll. Man muss ihn nur von Zeit zu Zeit füttern, damit es ihm nicht langweilig wird. :)

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