Beiträge von MetalPirate

    Oder aus der Sicht von Schweden: wenn die irgendwie gegen Mexiko gewinnen, sind sie weiter, weil sie dann entweder die bessere Tordifferenz gegenüber Mexikohaben (bei einem Sieg mit 2+ Toren Differenz) oder bei einem knappen Sieg dann in jedem Falle im direkten Vergleich vor Mexiko bleiben, egal ob als 2er-Vergleich nur mit MEX oder als 3er-Vergleich SWE/MEX/GER.


    Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass die Mexikaner trotz ihres guten Starts in das Turnier nach der Vorrunde nach Hause fliegen dürfen. Den Schweden traue ich zu, dass sie die Mexikaner mehr als nur ein bisschen ärgern können.

    Edit: MP war schneller...

    Schneller ja, aber den Fall mit den meisten geschossenen Toren im direkten Vergleich hatte ich nicht korrekt. Deshalb editiert zu: "Bei einem deutschen Sieg mit 1 Tor Unterschied kann es spannend werden. Insbesondere wenn Schweden dann mit einem Tor Unterschied gegen Mexiko gewinnen, kann man die ganzen Tie-Breaker durchprüfen..."


    Tierbreaker sind: Punkte, Tordifferenz, mehr geschossene Tore, direkter Vergleich der punktgleichen Teams (wieder Punkte, Tordifferenz, mehr geschossene Tore in den Spielen untereinander), dann Fair-Play Wertung.


    Aber Deutschland soll einfach mit 2 Toren Unterschied gewinnen, dann brauchen wir diesen ganzen Tie-Breaker-Krempel nicht durchexerzieren. :)

    Wenn Deutschland mit 2 Toren Unterschied gewinnt, sind sie durch, egal wie MEX-SWE ausgeht. Die haben nämlich beide nur mit einem Tor Unterschied gegen Südkorea gewonnen (auch ein Grund, warum ich mich über das Last Minute Tor der Südkoreaner gegen Mexiko gefreut habe). Dann wäre GER wegen der Tordifferenz vor mindestens einem der beiden aus MEX und SWE.


    Bei einem deutschen Sieg mit 1 Tor Unterschied kann es spannend werden. Insbesondere wenn Schweden dann mit einem Tor Unterschied gegen Mexiko gewinnen, kann man die ganzen Tie-Breaker durchprüfen...

    Paradebeispiel Russian RailRoads.

    Hatte ich zwei Beiträge über deinem auch schon genannt. :)


    Der wesentliche Unterschied ist halt das Engine Building Element. In Brettspielen ist es oft richtig, am Anfang die Siegpunkte nicht zu nehmen, obwohl man es theoretisch könnte. Stattdessen soll man Engine Building betreiben, damit man am Ende umso mehr punkten kann. Dieses Element kennen Fernsehshows so meines Wissens überhaupt nicht.


    Zufälligerweise finden sich in vielen Spielen solche Wertungssysteme.

    Bei dem Anspruch, gute Unterhaltung zu bieten und spannende Geschichten zu erzählen, sind Fernsehen und Spiele gar nicht so komplett verschieden, wie man auf den ersten Blick denken könnte. (Je nach Spielgenre natürlich in unterschiedlichem Maße, schon klar.)

    Wie würdest du denn eine "Schlag den Raab" Wertung mit steigender Punkteausschüttung einordnen?

    Also: In Runde 1 gibt es 1 Siegpunkt, in Runde 2 gibt es 2 Siegpunkte, ... , in Runde 15 gibt es 15 Punkte.

    Wie immer: Ein Spiel muss zu den Spielern und sonstigen Randbedingungen (hier: Ansprüche des Fernsehens) passen.


    Wenn es am Ende mehr Siegpunkte zu holen gibt, ist das im Grunde schon sinnvoll, um die Spannung hoch zu halten, aber eine Wertigkeit der Runden nach dem Raab-System priorisiert natürlich schon sehr extrem das Ende, wenn alle Runden unabhängig voneinander sind.1 Dann sind die ersten 5 Runden/Spiele zusammen so viel wert wie die letzte. Für Brettspiele undenkbar, das würden die Spieler zurecht als Zeitverschwendung verstehen. Fernsehspiele priorisieren anders als Brettspiele. Da geht das Hochhalten der Spannung über alles. Ein Runaway Leader Problem (um mal in der Brettspielsprache zu bleiben) hieße da nämlich, dass die Zuschauer ausschalten und sich keine Werbung mehr verkaufen lässt. :)


    (Persönliche Spielerfahrung zum Thema "Anfang war irrelevant". Habe ich beim NASCAR-Rennspiel #ThunderAlley (GMT) erlebt. Das war ein denkwürdiger Spieleabend, an den ich mich immer erinnern werde. Nach 2 von 3,5 Stunden Spielzeit war meine Führung weg, Motorschaden durch dummen Zufall, blaue Flagge, alles Startaufstellung und wieder von vorne, zwei Stunden Spielzeit komplett für'n Ar***. Ja, sehr realistisch, toll, thematisch super umgesetzt, blabla, aber sowas brauche ich nicht nochmal!) :mad:



    1: Mit Abhängigkeit zwischen den Runden, Stichwort Engine Building, wären noch viel krassere Unterschiede bei Punkte pro Runde für Brettspiele völlig okay. Siehe z.B. Russian Railroads. Da sind 10 Punkte in Runde 1 und 200 Punkte in Runde 4 nicht ungewöhnlich.

    es gibt eine Menge Haba spiele die auf deutsch exportiert werden so viel ich weiß.

    Die Anleitungen der Haba-Spiele sind multilingual, und da reden wir nicht von ~4 Sprachen, wie wir es etwa von Quined Games gewohnt sind, sondern von 10+ Sprachen. Klar: die Anleitung ist in jeder Sprache auch nur 2-4 und nicht 12-20 Seiten lang. :) Richtig ist allerdings, dass der deutsche Titel auf dem Cover oft auch international erhalten bleibt. Das ist dann eben Teil von HABA-Markenimage.


    Zusätzlich vermute ich auch das oft die Spiele des Jahres und Nominierten auch schon auf deutsch erfolgreich sind international.

    Bei sprachneutralen Spielen ja. Da kaufen sich die Freaks aus dem Ausland, die alles sofort haben müssen, die deutschen Versionen über Amazon und setzen darauf, irgendwann eine englischsprachige Anleitung zum Download zu finden, offiziell oder inoffiziell. Aktuelles Beispiel: Ganz Schön Clever. Ansonsten nein, die Ausländer warten auf ihre lokalisierte Version. Ein deutsch(sprachig)er Verlag, der mit seinem deutschen Spiel eine (K)SdJ-Nominierung geholt hat, hat vermutlich allerdings wenig Probleme, internationale Partner für baldige Lokalisierungen zu finden.

    Weil's oben thematisiert war: Gestern ist mein Near and Far: Amber Mines (KS-Fulfillment durch Happyshops) bei mir angekommen. Hat zwar nur indirekt mit dem Threadthema Spiele-Offensive zu tun, aber nach allem, was man so mitbekommt, hat Happyshops das EU-Fulfillment ziemlich reibungslos hinbekommen. Vorab-Ankündigungsmail mit vorgesehener Lieferadresse, Versandmail ein paar Tage später, Lieferung in angemessener Zeit (mit dem Wissen, dass das Ausland wohl zuerst dran war). Also alles so, wie man sich das wünscht. :thumbup:

    Muss eine "reine" Gebäudestrategie überhaupt funktionieren können, damit das Spiel als "gut ausbalanciert" gelten kann?

    Ich bin kein GWT-Experte (meine Liebste mag's nicht), aber Gebäude haben doch immer irgendwelche Funktionen, die eher andere strategische Ansätze unterstützen als dass sie selbst eine eigene Strategie darstellen, oder? Wenn dem so wäre, dann eher nein.

    Wobei, wenn man über Übersetzungsqualität redet, ist bei einem Spiel von einem polnischen Autor über einen polnischen Verlag davon auszugehen, dass sämtliches Spielmaterial inklusive Regeln zuerst in polnisch verfasst wurden und dann in die anderen Sprachen "nur" übersetzt wurde. In der Hinsicht ist wohl das polnische als Original anzusehen unabhängig von der Veröffentlichungshistorie.

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Wer in einem internationalen Markt tätig ist und mit internationalen Partnern zusammenarbeitet, wird vieles direkt auf englisch machen, egal ob er oder sie aus Polen, Deutschland, Schweden oder sonstwo kommt. Dürfte der eine oder andere Leser auch aus seinem Berufsalltag kennen. In dem konkreten Falle reden wir über einen Autor/Verlagschef, der auch ein englischsprachiges Blog betreibt. Ohne weitere Details zu kennen, würde ich deshalb tendenziell englisch und nicht polnisch für die Originalversion von Imperial Settlers halten.

    Ja, die Heidelberger haben oft sehr gute Lokalisierungen hingekriegt. Sieht man z.B. auch bei den CGE-Sachen wie Alchemists oder Dungeon Petz oder Galaxy Trucker, wo sie den Humor sehr gut rübergebracht haben, was bei Übersetzungen nicht ganz einfach ist.


    Was das Einarbeiten von FAQs / Errata angeht, hat auch Pegasus oft sehr gute Arbeit gemacht; Robinson Crusoe kann man da, glaube ich, als Musterbeispiel nennen. Diese mit deutscher Gründlichkeit geordnete Neusortierung der manchmal etwas chaotischen Gedanken des Herrn Trzewiczek wurde dann ja meines Wissens auch zur Grundlage für die aktuelle englische Ausgabe.


    Aber auch große Verlage, die da oft sehr viel professioneller als die ganzen kleine Klitschen im Brettspiele-Business arbeiten, sind nicht vor schlechten Übersetzungen gefeit. Ich hatte oben schon Panamax mit seinen je nach Sprachversion unterschiedlichen Regeln erwähnt. Das kam auf deutsch auch von den Heidelbergern (wobei da die Probleme meiner Meinung eher an der Quelle, bei MESAboardgames, zu suchen sind).

    Der Schwerkraft-Verlag hat als nur lokalisierender Verlag den Vorteil, dass der Originalverlag in Amerika sitzt. Importspiele aus den USA sind nicht viel billiger, günstigere lokalisierte Versionen in anderen europäischen Sprache (spanisch, französisch, polnisch, etc.) sind für die meisten Kunden unverständlich, und dass es die Sachen auf mal englisch vor ~2 Jahren über Kickstarter für 2/3 des Preises gab, nützt heute auch keinem mehr etwas. Das macht es dann leicht, den Preis hoch zu halten. Wer in den USA Urlaub macht, kann sich Near and Far auf englisch für ~50 Dollar holen bzw. Above and Below für ~35. Aber wieviele Kunden können das?

    s3chaos : Statistiken kann ich dir dazu nicht vorlegen. Die sammele ich nicht, ist nicht mein Fachgebiet. Aber ich habe schon oft in vertrauenswürdigen Quellen über solche Praktiken gelesen, aus verschiedener Perspektive, z.B. auch über Gegenmaßnahmen, die Amazon treibt, um sowas zu erschweren. Ich kannte auch mal einen Journalisten, der solche als vermeintlich neutral getarnte Werbung geschrieben hat, um sich sein Gehalt aufzubessern, weil er als "freier Mitarbeiter" einer Tageszeitung sonst seine Familie nicht hätte ernähren können.


    Außerdem sollte dir der verlinkte Wikipedia-Artikel zu Astroturfing zeigen, dass solche Praktiken existieren. Wenn man mit diesen Infos weitergoogelt, findet man sicher mehr im Netz. Wobei man dann natürlich immer die Quellen auf Zuverlässigkeit prüfen. In dem Bereich der tatsächlichen oder vermeintlichen Manipulation toben sich natürlich auch die Verschwörungstheoretiker gerne aus.


    Wie so oft gilt dann als Anhaltspunkt für dem gesunden Menschenverstand: Cui bono? Wer hat davon einen Vorteil? Wenn viele gute Amazon-Bewertungen den Umsatz steigern, weil Hinz und Kunz bei Amazon nach Bewertungen suchen, dann ist grundsätzlich davon auszugehen, dass Firmen auch bereit sind, dort geschönte Bewertungen ihrer Produkte (und ggf. sogar negative Bewertungen der Konkurrenzprodukte) zu platzieren. Und der Bereich der Werbe- und Promotionskampagnen hat gewissermaßen von Natur aus eine Tendenz, nicht gerade neutral und objektiv zu berichten; da werden auch immer Grauzonen Richtung Manipulation ausgereizt.

    Information und Manipulation hängt zusammen. Der Wille, sich zu informieren, kann nämlich wunderbar zu Manipulationszwecken genutzt werden. Siehe z.B. die "Kunden"-Meinungen zu Produkten bei Amazon, die mittlerweile überwiegend von Werbeagenturen geschrieben werden. Sobald ein Informationsweg die Kraft hat, viele Personen in ihrer Meinung zu beeinflussen, werden andere versuchen, dort ihre gewünschten Informationen einzuschleusen. Gilt auch im Brettspielbereich, wenn irgendwelche aufstrebenden Video-Reviewer sich auf einmal für die Berichterstattung über bestimmte Spiele bezahlen lassen. Sich da seine Unabhängigkeit zu bewahren, ist schwer, wenn die Anreize der Abhängigkeit immer größer werden. Dessen sollte man sich immer bewusst sein. Siehe zum Thema der verdeckten Manipulation z.B. auch: Astroturfing – Wikipedia

    Natürlich finden überall Manipulationsversuche, oder sagen wir lieber: interessengesteuerte Einflussnahmen, statt. Es wäre blauäugig, etwas andere zu erwarten.


    Wer sich auf Spieletreffs oder ins Internet begibt, bekommt haufenweise mehr oder weniger eingefärbte Eindrücke mit. Jeder mag bestimmte Sachen oder auch nicht, mal aus persönlichen Gründen, mal aus kommerziellen, und mal ist's offen bekannt und mal ist's verdeckt. Wer sich eine eigene Meinung bilden will, wird immer alle Informationsquellen und deren Zuverlässigkeit passend bewerten müssen. Das gilt im Brettspielbereich genauso wie anderswo.



    Disclaimer: Ich bin komplett unabhängig und habe noch nie Geld oder andere Gegenleistungen wie Review-Exemplare für irgendwelche Spielberichte erhalten. Muss ich das jetzt in meine Signatur aufnehmen? :)

    Ich weiß nicht, ob in Vollbesetzung die vorhandenen Plättchen ausreichen um alle 4 Tableaus komplett zu füllen?

    Theoretisch vielleicht schon. Praktisch sicher nein, weil in der letzten Runde die jeweils fünf 2er und 3er recht schnell weg sind und man noch mehr kaufen will, es aber nichts mehr gibt.


    Das ist für mich ein Element der am Ende zusammenkrachenden Spannungskurve. Genauso wie im 4er auch irgendwann die Schiffe ausgehen werden und die Schiffsaktion schlagartig wertlos wird. Oder wie bei einem Wettrennen auf der Conquistadorenleiste mit vielen gekauften Conquistadoren-Schiffen dort gleich mehrere Spieler locker auf Anschlag kommen können und es dann darum geht, wer zuerst passt, um die Schiffsboni zu kassieren. Ich halte das an dieser Stelle nicht für ein gutes Design. Wohlgemerkt: das waren alles nur Beobachtungen im 4er-Spiel. Ich kann mir sofort vorstellen, dass es zu dritt deutlich besser ist.

    Odes Spielekiste : Ich nehme Spielregeln ernst. Da gibt es gerade bei Einsteiger-Sonderlösungen auch feine Unterschiede, wie sehr das einem das nahe gelegt wird. Außerdem unterschiede ich zwischen normalem Spiel und Varianten. Normalerweise haben sich Verlag und Autor etwas dabei gedacht, wie sie etwas aufgeteilt haben, was "normal" ist und was die Ausnahme. Deshalb spiele ich ein unbekanntes Spiel erstmal ohne Varianten, es sei denn, ich habe sehr gute Gründe, es anders zu machen.


    In konkreten Falle von Ex Libris ist "Beginner Game" eine am Ende der Regel nachgelieferte Variante (das alleine ist schon mal eine Aussage!) und besagt:

    Zitat

    If you'd like to play with younger players (or with players who are less familiar with modern board games), during setup, give each player three standard assistents and a basic library tile. [...]

    Auf Basis dessen habe ich eigenmächtig entschieden, weder meiner Gruppe vom Spieletreff noch hier bei Unknowns diese Anfänger-Variante vorzuschlagen. ;)


    Ich gebe dir recht, dass das einen früheren Start mit weniger Regelerkläraufwand vor Spielbeginn ermöglichen würde. Allerdings macht das meiner Meinung nach Ex Libris zum 0/8/15-Worker-Placement-Spiel. In den "individual player powers" liegt doch einiges vom Reiz des Spiels drin. Was ich anstelle des Draftens aus 2X Player Board bei X Spielern eher für Kennenlernpartien empfehlen würde, wäre es, einfach jedem Mitspieler zufällig ein Player Board zuzuteilen. Gerne auch mit dem Zusatz: "wenn dir das nicht gefällt, kriegst du ein anderes". (Setzt natürlich voraus, dass man eine vernünftige Mitspielergruppe hat, die nicht schon im Kennenlernspiel optimal spielen will und perfekte Balance erwartet.)


    Übrigens wird darauf hingewiesen, man könne dann noch bestimmte Aktionsfelder raussortieren für diese Einsteigerpartie. Ohne es überprüft zu haben vermute ich, dass hier die etwas komplizierteren Aktionen aussortiert werden.

    Aus meiner Sicht teils wegen Kompliziertheit aussortiert, teils wegen höherer Interaktivität. Wobei das natürlich eine gewisse Schnittmenge hat.


    Den Grad der Komplexität würde ich im Kennerspiel des Jahres-Bereich verorten.

    Würde ich auch so sehen. In Sachen Komplexität unterscheiden sich die Spiele von Renegade Game Studios ja allesamt nicht so riesig. Die bedienen ein ziemlich klar definiertes Marktsegment.

    Hillbilly : Dass Produkte des Schwerkraftverlags sauteuer sind, auch teurer als, sagen wir mal, französische Lokalisierungen der gleichen englischsprachigen Originalspiele, das ist doch allgemein bekannt. Aber dein Vergleich mit Above and Below (bzw. Oben und Unten) passt nicht ganz, das ist nicht ganz fair. Near and Far hat wesentlich mehr Material drin. Einfach mal auf die Waage gestellt:


    Near and Far (ohne Metallmünzen, meinen Meeple Source Pimp-Kram und das gestern angekommene Amber Mines) : 2,7 kg

    Above and Below (ohne Zusatzplättchen der KS-Kampagne, Groves Mini-Erweiterung und Underforest & Desert Labyrith) : 1,9 kg


    Außerdem: Oben und Unten war so miserabel übersetzt, dass ich die deutsche, damals vor Erscheinen vorbestellte, Version wieder verkauft habe und es mir nochmal auf englisch geholt habe. Das war umso ärgerlicher, weil ich damals die KS-Kampagne bewusst ausgelassen hatte in der Hoffnung auf eine deutsche Version. Naja, den Fehler habe ich bei Near and Far nicht nochmal gemacht...


    Wie auch immer: Wenn (!!) der Schwerkraftverlag hier bei Near and Far zur Abwechslung mal einen Übersetzer beauftragt, der sein Handwerk versteht, und wenn der sehr hohe Übersetzungsaufwand für das Geschichtenbuch auch entsprechend eingepreist ist, dann wäre der Preis in Relation zum Preis von Oben und Unten in Ordnung. Near and Far ist das deutlich "dickere" Spiel.

    Wenn eine Originalversion zum Beispiel Russisch, Spanisch oder Französisch ist, entfallen aus meiner Sicht einige Gründe, die hier zum Kauf einer englischen Version genannt werden:


    - Mögliche Übersetzungsfehler kann dann auch die englische Version haben.

    - Nachkommende Erweiterungen erscheinen auch auf englisch nicht zwingend.


    Deshalb ist die Vermischung von "ich kaufe englisch" und "ich kaufe Originale" zum Teil irreführend.

    Puh. Gerade bei einer Übersetzung von [russisch|spanisch|französisch|sonstwas] über englisch nach deutsch gibt es für mich manchmal sehr gute Gründe, die englische Version zu kaufen. Nämlich eigentlich immer dann, wenn da nicht durchgängig in der gesamten Kette große, professionell arbeitende Verlage beteiligt waren. Das gilt oft auch schon, wenn zwar die erste Version auf englisch erscheint, z.B. über Kickstarter, aber Autor/Verlag keine Englisch-Muttersprachler sind.


    Eine einmalige Übersetzung überlebt normalerweise jeder Text ohne größere Verluste. Bei einer zweimaligen Übersetzung, zu der obendrein der Originalverlag keinen direkten Bezug mehr hat, steigt das Risiko mieser Übersetzungen aber deutlich an. Ich werfe mal #Panamax als Beispiel in den Raum, wo die deutsche Version gravierende Regelunterschiede zur englischen Version oder dem portugiesischen Original hat.


    Ich habe schon mehrfach gehört, dass deutsche Übersetzer da die A-Karte gezogen haben, weil sie auf Basis einer englischen Version gearbeitet haben, die sich am Ende als nicht-finale Version herausgestellt hat. Am ersten Übersetzungsschritt wurde noch gearbeitet bzw. es sind Änderungen und Anpassungen erfolgt, von denen der Übersetzer in Schritt 2 nichts mitbekommen hat. Außerdem besteht in solchen zweischrittigen Übersetzungsketten eine erhöhte Gefahr, dass irgendwelche beteiligten Verlage "Verbesserungen" am Spiel vornehmen wollen, was dann so oder so ausgehen kann. Neee, gerade bei zweischrittigen Übersetzung ist oft höchste Vorsicht angebracht bzw. der erste, englische Lokalisierungsschritt die risikoärmere Version.

    wenn ich zur englischen Version greifen „muss“, weil in der Übersetzung Fehler sind.

    Eine Übersetzung, die die Spielbarkeit wirklich ruiniert, ist zum Glück selten. Dass Regeln durch die Übersetzung unklar(er) werden oder sogar manchmal einzelne wichtige Passagen bei der Übersetzung schlicht vergessen werden, das kommt schon mal vor, aber in diesen Fällen helfen (in)offizielle FAQs / Errata weiter. Deren Existenz muss man natürlich erstmal mitbekommen, aber bei halbwegs populären Titel klappt das schon, wenn man auf Spieletreffs oder in Internet (unknowns, BGG, andere) unterwegs ist.


    Für mich sind Verluste bei der Übersetzung in der Regel eher lästig, als dass sie ein Spiel wirklich kaputt machen. Was man dann aus diesem "lästig" macht, hängt dann von der eigenen Englisch-Kompetenz ab. Wer sich mit englisch schwerer tut, druckt sich die Errata-Liste aus, überträgt die Änderungen in seine Regel und ist damit glücklich und zufrieden. Wer sehr gut englisch kann, sagt dagegen: "Das tue ich mir doch nicht an, ich kaufe das Original!" Aber unabhängig davon, wie lautstark sich irgendjemand über Übersetzungen aufregt: wenn wir ehrlich sind, sind Übersetzungsfehler eben doch nur mehr oder weniger lästig und selten "game breaking"...

    Bandida : Okay, dann habe ich dich missverstanden. Das klang mir ein bisschen zu sehr nach Relativieren von Übersetzungsfehlern. Dass die meisten Englisch-Käufe schlicht und einfach am "Sofort-Haben-Wollen" und an der früheren Verfügbarkeit auf englisch liegen (und eben nicht an möglichen Übersetzungsfehlern oder sonstwas), das sehe ich auch so.

    Dementsprechend sind Übersetzungsfehler also vllt doch gar nicht so schwerwiegend.

    Meiner Meinung nach: Doch, Übersetzungsfehler und ggf. auch nicht lokalisierte Erweiterungen sind schon bedeutsam, zumindest für ein Freak- und Expertenpublikum wie hier bei Unknowns, weil sie sich eben nicht nur auf einen Spielekauf auswirken, sondern die Meinung zum ganzen Verlag beeinflussen, und weil außerdem darüber auch öffentlich geredet wird.


    Natürlich sind wir hier nicht repräsentativ für alle Spielekäufer, aber diejenigen, die die Wahl haben und im Prinzip gleich gut mit englisch und deutsch zurecht kommen, die werden dann halt Produkte der Verlage mit regelmäßig wiederkehrenden Übersetzungsfehlern (bzw. nicht vorhandenen bzw. separat zu kaufenden Korrekturkarten, mit offiziellen "es ist doch trotzdem spielbar"-Ausreden, etc.) in der Zukunft dann halt eher meiden und zum englischen Original greifen.

    Ach, das habe ich oben noch gar nicht gesagt: Ex Libris geht auch solo und ich habe es sogar schon mal Solo gespielt, weil ich meine Frau mehrfach nicht für ein Ex Libris Spiel begeistern konnte ("wir können gerne etwas spielen, aber nichts Neues!"). Ex Libris war das vierte angefangene und dritte auch beendete (d.h. nicht abgebrochene) Solo-Brettspiel meines Spielerlebens. Also, wenn's um Solospiel-Experten geht, dann fragt lieber andere... ^^


    Trotzdem ein paar allgemeine Anmerkungen zu Ex Libris als Solospiel: Es gibt ja zwei Arten von Solospielen: diejenigen, die menschliche Mitspieler irgendwie simulieren und diejenigen, die das Mehrspieler-Spiel zu einem Puzzle umbauen, bei dem man irgendwas erreichen soll. Den Mars in 14 Generationen terraformen oder sowas. Recht frei Mechanismen des Mehrspieler-Spiels aufgreifen und mit ganz eigenen Zielen zu etwas Neuem verknüpfen. Für mich gilt: wenn solo, dann sowas. Ex Libris gehört zu dieser Kategorie.


    Anstatt mit einer ansteigenden Zahl von Ortsplättchen und variabler Rundenlänge wie im Mehrspieler-Spiel, läuft Ex Libris solo genau andersrum: Man spielt exakt fünf Runden mit 6-5-4-3-2 Ortsplättchen. Jede Runde muss man zwei entfernen und bekommt ein zufälliges neues dazu. 10 von 18 Ortsplättchen sind über ein Symbol als "solo-geeignet" klassifiziert und die kommen alle früher oder später ins Spiel. Ganz analog ist auch nur ein Teil der Sonderfähigkeiten solo-geeignet; man wählt "1 aus 2" innerhalb dieser Untermenge.


    Man baut im Solospiel ganz normal seine Bibliothek auf und diese wird am Ende nach den üblichen Wertungskriterien mit dem Ablagestapel vergleichen. Ja, richtig gelesen: Ablagestapel. Da gibt's natürlich keinerlei alphabetische Ordnung, die muss der Ablagestapel (= "public library") per Solospiel-Definition nicht haben, und in der Kategorie "bookshelf stability" bekommt der Stapel natürlich null Punkte. Aber die Bücher lassen sich ganz normal auszählen: so-und-so-viel rote, so-und-so-viele blaue, so-und-so-viele schwarze, etc., ... und das sind dann eine ganze Menge Bücher, die in die verschiedenen Wertungen gehen, denn der Ablagestapel wird groß. Leicht zu schlagen ist das nicht, vor allen in den höheren Schwierigkeitsstufen, wo man an jedem Rundenbeginn Karten ablegen muss. Man spielt gegen eine große unbekannte Masse an.


    Ich bin kein großer Solofreund und werde es auch bei Ex Libris nicht. Mir fehlt da einfach die Mitspieler-Interaktion und viele Entscheidungen sind allzu offensichtlich. Dass ich der "public library" nach Kräften die Minuspunkt-bringenden Bücher der gebannten Kategorie reindrücke ist genauso klar wie dass ich die Ortskarten, die viele Karten in den discard pile gehen lassen, natürlich bei erstbester Gelegenheit rauswerfe. Das sonst bei Ex Libris recht starke Thema wird schwächer, weil man vieles nur noch wegen der Wertungskriterien am Ende macht. Aber wie schon oben gesagt: fragt mich nicht nach Solo-Brettspielen. Dafür dass ich sowas nicht unbedingt mag, war's ganz okay. ;)


    Das wirft allerdings die Frage auf, ob jemand von euch auch dann eine englische Version eines Spiels kauft, wenn das Original rein deutsch ist!?

    Ich kenne einen Deutschen, der in den USA lebt und demzufolge auch im Original deutsche Speiele auf englisch kauft; etwas anderes kriegt er nicht auf den Tisch. :) Als Geschenk für ihn habe ich selbst deshalb auch schon mal ein Azul auf Englisch gekauft. Insofern müsste ich deine Frage eigentlich mit ja beantworten.

    (EDIT: Bevor's jemand anderes sagt: Ich weiß auch, dass Azul auf deutsch und englisch gleichzeitig herausgekommen ist. Aber deutscher Autor und Entwicklung in der Eggertspiele-Redaktion in Deutschland, deshalb für mich "deutsches" Spiel.)



    Genauso gibt es sicher auch im deutschsprachigen Raum Spieler, deren Kreis von potenziellen Mitspielern international ausgerichtet ist. (Hat nicht Pikmin mal sowas erzählt?) Dieser kleine Personenkreis hätte einen Grund dafür, konsequent englisch zu kaufen, auch Spiele, die im Original deutsch sind. Aber normalerweise gilt natürlich: Warum sollte man das als Deutsch-Muttersprachler tun? Die ganzen hier aufgezählten Sachen wie mögliche Übersetzungsfehler oder Verfügbarkeit von Erweiterungen gelten dann ja gerade andersrum.

    Ergo frag ich hier mal die, die auch mal zur O-Version greifen:


    Warum tut ihr das?

    In meinem Falle: Weil aus Amerika viel gutes Zeug kommt, das es erstmal nur auf englisch gibt.


    Alles andere ist sekundär. Dass ich ab und zu in den USA bin und mir Sachen von dort mitbringen kann: kleiner Pluspunkt. Dass ich halbwegs gut englisch kann: zumindest kein Minuspunkt (der es für viele ist, ob sie das zugeben wollen oder nicht). Dass keine Übersetzungsfehler drin sind: kleiner Pluspunkt, wobei man da sehr unterscheiden muss zwischen den einzelnen Verlagen, die Spiele lokalisieren. Die geben sich deutlich unterschiedlich viel Mühe. Ich habe auch schon deutsche Versionen wieder verkauft, um sie durch das englische Original zu ersetzen, weil ich mit der Lokalisierung nicht zufrieden war; da bin ich dann konsequent. Dass Englisch-Kauf nur ab Vielspielerniveau aufwärts funktioniert: kleiner Minuspunkt; bei Familienspielen muss man halt warten, ob sie auf deutsch kommen. Obwohl: eigentlich gar kein großer Minuspunkt, denn im Endeffekt ist es manchmal sogar ganz praktisch zu warten, denn nur die wirklich guten Spiele kommen dann auch auf deutsch raus. Das filtert schon mal die Hypes weg. Das alles ist aber nicht wirklich wichtig. Entscheidend ist wirklich einzig und allein das Angebot.


    Das Angebot ist auf englisch um eine Größenordnung besser. Der Brettspielmarkt ist international, d.h. englischsprachig, geworden. Genau deshalb zieht es viele Freaks, wie sie hier bei unknowns überproportional vertreten sind, in Richtung von den englischen Originalen. Wir wollen den neuesten, heißesten Schei* und den gibt's halt nur auf englisch. So kommt es dann auch oft, dass ich Spiele schon auf Englisch habe, bevor eine deutsche Lokalisierung angekündigt wird. Belfort, Eminent Domain, Viticulture, Scythe, Clank, Yokohama, Trickerion, Chimera Station, Ex Libris, soll ich weitermachen? Verlage, die erstmal abwarten wollen, wie sich die englische Version verkauft, haben es deshalb bei mir (und vermutlich vielen anderen Unknowns-Lesern) schwer. Ich bin einer der Kunden, die dann schon verloren sind. Sollte allerdings zeitgleich (!) eine deutsche Ausgabe erscheinen, dann unterstütze ich gerne den deutschen Verlag, der das lokalisiert. Aber ich weiß natürlich, dass Verlage dafür ins Risiko gehen müssen und da tendenziell vorsichtig sind. Umso schöner, wenn sie's trotzdem machen, wie z.B. vermutlich jetzt Frosted Games mit Empyreal: Spells & Steam.

    Meine Ideal für ein Spiel wäre eine Punkteverteilung, bei der 2/3 bis 3/4 der Gesamtpunkte während des Spiels auf einer Kramer-Leiste abgetragen werden und das restliche Drittel oder Viertel dann durch die Endabrechnung zustande kommt. Dann gibt's vor der Endabrechnung schon einen Führenden mit guten Chancen, aber die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten.


    Je nach gewählter Strategie für einzelne Spieler auch gerne Verschiebungen Richtung 40-60 (=> Setzen auf Endwertungen und massives Aufholen am Ende) oder 100-0 (Sprintstrategie; jeden Punkt mitnehmen, insbesondere, wenn man die Spiellänge aktiv verkürzen kann, um den Engine Buildern keine Zeit zu geben, ihre Maschine in Gang zu setzen).


    Aber es gibt so ungefähr 100 andere Kriterien, die mir wichtiger sind an einem Spiel als die Punkteverteilung. Außerdem gilt, was auch schon angesprochen wurde: der erfahrene Brettspieler hat völlig unabhängig von irgendwelchen Sieg- und Wertungskriterien immer eine ungefähre Vorstellung, wie er im Rennen liegt.

    Konkrete Nachfragen werden natürlich gerne beantwortet, aber ich wollte/will keine Romane schreiben. Zumal ich Ex Libris, wie gesagt, erst einmal als 4er gespielt habe. Das ist alles unter Vorbehalt und so 100% sicher, was ich von dem Spiel halten soll, bin ich mir selbst noch nicht.

    Ich habe mein Exemplar von #ExLibris vor neun Tagen beim Spieletreff erstmalig spielen können. Ersteindruck: gut, aber nicht sehr gut. Der Grundmechanismus mit dem Auslegen eines alphabetisch geordneten Bücherregals ist gleichermaßen mechanisch wie thematisch sehr schön, aber die Hürden zum Erlernen sind leider überproportional hoch. Da hätte man manches auch besser lösen können. Zum einen muss man bei X Spielern vor Spielbeginn schon mal 2X Sonderfähigkeiten (aus einer Auswahl von 12) erklären, aus denen vor Spielbeginn jeder Spieler gegen den Uhrzeigersinn sich eine aussucht und eine aus der Auswahl entfernt. Dann muss man in jeder Runde noch X+1 Ortsplättchen (aus 18) mit unterschiedlichen Regeln erklären. Solange nicht jeder am Tisch das Spiel gut kennt, ist das immer recht viel Erklärung, bevor man loslegen kann.


    Die jeweiligen Regeln stehen in Textform auf den Plättchen, aber das auch nicht in optimaler Weise. Wo europäische Verlage da viel über Symbole nachdenken würden und im Hinterkopf haben, dass es verschiedene Sprachversionen geben könnte, schreiben Ami-Verlage bei sowas oft einfach nur ohne viel Nachdenken irgendwelche englischen Texte drauf. Viel Text, zu klein, wenig Kontrast, nicht eindeutig formuliert, etc. Eine Reihe möglicher Probleme, über die Ami-Verlage in schöner Regelmäßigkeit stolpern. In diesem Falle ist z.B. das Problem, dass "discard" mal "abwerfen aus der Hand" und mal "abwerfen aus Hand oder Bibliothek" heißen kann. Liebe Verlage, sowas könnt ihr nicht machen. Da braucht's Symbole, einmal nur das eine und einmal beide mit Oder-Schrägstrich dazwischen.


    Insgesamt hat mir das Spiel als Ersteindruck gut gefallen, aber zwei wichtige Tips zum Kennenlernspiel: Erstens eine "location reference" von BGG ausdrucken, und zwar NICHT die offizielle von Renegade, sondern die, die "with rule clarifications" (oder so ähnlich) im Namen trägt. Braucht man leider. Und zweitens nicht unbedingt das Kennenlernspiel zu viert spielen wollen. Das bringt wegen der 2X Sonderfähigkeiten am Anfang und der X+1 neuen Ortsplättchen pro Runde einfach zu lange Regelerklärphasen mitten ins Spiel rein.



    tl;dr: Eigentlich sehr schönes Spiel, das aber durch ein paar selbst verschuldete Schwächen bei meiner Erstpartie nicht ganz weit oben einsortieren konnte. Ich will's nochmal mit meiner Frau als 2er spielen, und dann wird entschieden, ob es bleiben darf oder verkauft wird. Die Konkurrenz im räumlich begrenzten Spieleregal ist stark.



    (Hmm, gerade nochmal auf den Text geschaut.. und wieder mal klingt ein Spielbericht von mir wohl negativer, als er eigentlich sein sollte. :/ Ex Libris ist schon gut; ein Mitspieler hat nach dem besagten Kennenlernspiel gemeint, dass er es sich kaufen wollte. Über die Stärken könnte man auch viel erzählen. Aber das kriegt der werte Leser auch anderswo ausreichend mit, die Problemchen dagegen weniger... keine Lust, jetzt noch mehr zu schreiben, ich schick's jetzt ab...)

    Ich kann das Spiel jetzt auch zu den Akten legen, Puzzle für meine Ansprüche an solche Sachen gut genug gelöst.



    Mehr Punkte klappt nur mit Glück, und immer wieder das Gleiche machen, bis das Glück einem hold ist, um noch ein paar Pünktchen näher am theoretischen Optimum zu landen, neee danke, das muss nicht sein. Wie man sieht, ist dieses Spiel noch nicht optimal; je eine 1 bei orange und lila haben Punkte gekostet, die 5 auf dem orangenen Verdopplungsfeld auch. Aber andersrum kann man auch direkt sehen, dass jede Verbesserung nur noch über hohe Würfelwerte in diesen beiden Farben geht. Der Fuchs-Wert ist durch gelb auf 30 gedeckelt, blau ist voll, und zusätzliche Würfel für gelb oder grün würden anderswo fehlen.


    Ich bin mir mittlerweile relativ sicher, dass für die optimale Lösung genau diese 28 Kreuzchen (8x gelb zusätzlich zu den vier vorgedruckten, 11x blau, 9x grün) und 13 Zahlen (6x orange, 7x lila), zusammen also 41 Einträge, erreicht werden müssen. Mit mehr Boni (Kreuzchen/Zahlen) bei gelb oder im hohen Lila-Bereich auf Kosten von grün oder orange könnte man zwar noch mehr Einträge machen, aber das würde automatisch den Wert der Füchse unter 30 drücken und bei vier Füchsen werden aus jedem Punkt unter 30 bei der Fuchs-Wertung vier verlorene Punkte in der Endabrechnung.


    Für alle, die es noch schaffen wollen, mal über 300 zu kommen, vielleicht noch ein paar Tips. Wenn man die Felder identifiziert hat, die man am Ende haben will, dann kann man die Boni zusammenzählen, die dadurch zustande kommen:

    • aus gelb: blau, Fuchs, (Punkte), (+1)
    • aus blau: orange, gelb, grün, lila, Fuchs, (re-roll), (+1)
    • aus grün: blau, lila, Fuchs, (+1)
    • aus orange: (re-roll), gelb, (+1)
    • aus lila: (re-roll), blau, (+1), gelb, Fuchs.

    Zusammen mit den Boni vom Rundenbeginn also: 3x gelb, 3x blau, 1x grün, 1x orange, 2x lila, 4x Fuchs, 5x (re-roll), 6x (+1), 1x freies Ankreuzen. (Kontrollrechnung: 17 Felder daraus + 24 Felder aus (3+1) Würfelnutzungen in jeder der 6 Runden = 41 Einträge, passt.) Zieht man die Boni von den Werten oben ab, dann sieht man, wie oft man Würfel der entsprechenden Farben nutzen muss (bzw. den weißen Joker-Würfel dafür nutzen muss):

    • gelb: 8 - 3 = 5 Würfelnutzungen
    • blau: 11 - 3 = 8 Würfelnutzungen
    • grün: 9 - 1 = 8 Würfelnutzungen
    • orange: 6 - 1 = 5 Würfelnutzungen
    • lila: 7 - 2 = 5 Würfelnutzungen

    (Wieder Kontrollrechnung: zusammen 31 Würfelnutzungen aus 3*6 eigenen Würfen, 6 fremden Würfel, 7 (+1) Boni. 18 + 6 + 7 = 31. Passt.)


    Das bestätigt die von Capote empfohlene Pi-mal-Daumen-Regel "nutze jedes Mal blau, wenn du es kannst", aber es macht noch etwas anderes klar: wenn man die anderen Farben gleich priorisiert, klemmt's nachher bei grün, und der Sturm auf den 300+ Punkte Gipfel kann insbesondere bei der 4+ / 5+ Klippe in grün abstürzen. Bei grün hat man außerdem nur 1 Bonus, der über die 2-6-10 Vertikale von Blau freigeschaltet wird. Diese Boni sind wichtig! Die jeweils 3 Gelb- und Blau-Boni sorgen dafür, dass man diese beiden Felder recht sicher voll bekommt, wenn man das so Timing so hinbekommt, dass man gegen Ende die schwierigen, fehlenden Zahlen durch Boni erschlägt.


    Bei Grün geht das nicht so leicht, da gibt's nur einen solchen Ankreuzbonus. Man sollte deshalb versuchen, mit einen Mix aus diesem Bonus und/oder einem (+1) Einsatz diese Grün-Hürde zu nehmen. In der entsprechenden Spielphase ist deshalb unbedingt ein (+1) dafür in Reserve zu halten, auch beim Passivzug, um ggf einen hohen grünen oder weißen Würfel dort abzugreifen. Die Grün-Klippe kann manchmal auch mit normalen Würfelwerten genommen werden, aber es lohnt sich, über passendes Timing mit den Boni die Wahrscheinlichkeit des Erfolgs erhöhen.


    Das freie Ankreuzen vor Runde 4 kommt oft zu früh für das schwierige 5+ Grün-Feld, aber ich nutze diesen Rundenbonus auch gerne für 2-Blau, um damit oder kurz später die 2-6-10 Vertikale voll zu machen und dann die Grün-Klippe zu nehmen. Wenn sich das nicht anbietet, dann gerne auch für die schwierige 12-Blau, denn die gibt mit 4-Blau und 8-Blau einen frischen (+1) Bonus. Wenn man durch Einsatz eines (+1) einen neuen (+1) gewinnen kann, dann lohnt sich das übrigens auch fast immer. Dann sollte man auch nicht allzu große Hemmungen haben, das (+1) auch mal auf niedrigere Würfelwerte anzuwenden. Man will ja schließlich vorwärts kommen.


    Sonstige Tips: Kettenzüge maximieren, und das insbesondere beim Einsatz von weiß bedenken. Wenn ich entweder ein blaues Kreuz machen kann oder ein gelbes Kreuz, das einen blauen Ankreuzbonus gibt, dann immer letzteres. Ziel ist es, die Boni tendenziell früh freizuschalten, insbesondere die (+1) Boni, und etwas eingeschränkter gilt das auch für die Re-Rolls. Früh freischalten, aber dann auch nutzen. Wer in der letzten Runde noch drei (+1) hat, wird sie kaum mehr optimal einsetzen können.


    tl;dr: Blau und grün priorisieren, (+1) tendenziell früh freischalten für hohe Flexibilität und möglichst immer einen solchen Bonus in Reserve vorhalten (d.h. seinen letzten +1 nur verwenden, wenn es sich wirklich lohnt)