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[Kickstarter] This war of Mine

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    • SebastianW - Asmodee schrieb:

      Allerdings ist es noch lange nicht soweit, zumal die deutsche Version des Spiels noch nicht verfügbar ist.
      Oh, oh.....das hört sich ja so an, als ob die VÖ noch etwas auf sich warten lässt.... =O

      @MissBaybee und @Machiavelli101
      Vielen Dank für Eure Eindrücke und Schilderungen. Das bekräftigt meinen bisherigen Eindruck, dass es am Besten ist, wenn man es maximal zu zweit spielt - eher solo. So in etwa klang das ja auch bei Rahdos Video.

      Kann man es denn gar nicht so spielen, dass die einzelnen Mitspieler für jeweils einen Charakter und dessen Handlungen verantwortlich sind? Wäre das dann nicht noch näher am Thema? Beispielsweise bei zwei Mitspielern sind die für jeweils zwei Charaktere zuständig und entscheiden eigenverantwortlich, ob sie jetzt egoistisch handeln (müssen, um zu überleben) oder sich u.U. für die Gruppe opfern (sollten, damit die anderen überleben)?!

      Gibt es denn eigentlich in der englischen APP entsprechende Sprachsamples oder wurden nur die Texte digitalisiert? Sollte da nicht noch ein Save-Game-Mechanismus integriert werden (in der APP)?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FischerZ () aus folgendem Grund: Zuviel der Ehre für die falsche Person... ;-)

    • toomuchcoffeeman schrieb:

      Und wenn Du noch ein Stück weiter gehst dann macht es auch Sinn, das Spiel nicht im selbst erlebten Ort und Zeitraum des Autors statt finden zu lassen. Denn seine Darstellung ist nicht "sehr her was ich durchgemacht habe damals an Ort X, aber das ist jetzt vorbei, nur noch die Bilder im Kopf". Der Ort ist austauschbar. Die Darstellung ist "sehr her wie sich Menschen im Allgemeinen in einer solchen Umgebung fühlen". Dazu kann ein beliebiger Schauplatz herhalten. Wenn es heute nicht Sarajevo ist dann halt Aleppo. Er möchte nicht zwangsläufig Vergangenes vergegenwärtigen, soweit ich das aus einem Interview heraus gehört habe.
      Ja das ist richtig. Ich hatte aber das Gefühl, dass die PC-Vorlage klar auf Sarajevo hindeutet. Natürlich ist es repetitiv. Dennoch aber geht für mich bei dieser "Verallgemeinerung" etwas verloren. Vielleicht aber liegt das auch einfach daran, dass hinter dem Brettspiel einfach andere Leute stecken, die grob gesagt die Mechanismen der PC-Vorlage auf Analog übertragen haben.

      Mir ist so eine persönliche Note eigentlich wichtig. Wenn ich mir einen Kriegsfilm ansehe, wie zuletzt Dunkirk, dann erzählt der mir ja auch nicht eine X-beliebige Kriegsgeschichte, sondern genau diese eine. Das hat für mich einen ganz anderen Effekt.
    • FischerZ schrieb:

      Kann man es denn gar nicht so spielen, dass die einzelnen Mitspieler für jeweils einen Charakter und dessen Handlungen verantwortlich sind? Wäre das dann nicht noch näher am Thema? Beispielsweise bei zwei Mitspielern sind die für jeweils zwei Charaktere zuständig und entscheiden eigenverantwortlich, ob sie jetzt egoistisch handeln (müssen, um zu überleben) oder sich u.U. für die Gruppe opfern (sollten, damit die anderen überleben)?!
      Es ist nicht angedacht, dass jeder Spieler einen Charakter spielt. Die Gruppe hat eine maximale Anzahl von Charakteren aus der sie bestehen kann. Ihre derzeitige Gruppengröße kann je nach Situation steigen (man bekommt ein neues Gruppenmitglied) oder sinken (einer aus der Gruppe stirbt oder verlässt sonstwie das Spiel). In diesen Fällen müsstest du dann ja neue Mitspieler an den Tisch holen bzw. welche nach Hause schicken.

      Man soll sich zusammen um das Wohl der Gruppe kümmern, dabei versuchen Entscheidungen zu treffen, die die Gruppe bis zum Ende hin überleben lassen. Wem dieser Ansatz nicht gefällt, der wird dieses Spiel nicht mögen.
      Ebenso ist das Spieldesign auch nicht darauf ausgelegt, dass man bei jedem Spiel dieses Ziel erreicht. Im Gegenteil .. es soll sich ja auch anfühlen als wäre man einer eigentlich aussichtslosen Situation entkommen und das wird durch die "Schwere" des Spiels sehr gut an die Spieler weitergegeben.
    • JanW schrieb:

      Ebenso ist das Spieldesign auch nicht darauf ausgelegt, dass man bei jedem Spiel dieses Ziel erreicht. Im Gegenteil .. es soll sich ja auch anfühlen als wäre man einer eigentlich aussichtslosen Situation entkommen und das wird durch die "Schwere" des Spiels sehr gut an die Spieler weitergegeben.

      Was ist denn generell das Ziel des Brettspiels? In der Vorlage ist es schlicht "durchhalten". Nach X Tagen ist die Belagerung vorbei bzw. man kann aus der Stadt fliehen. Man kann also nicht wirklich gewinnen, sondern nur "lang genug leiden".
    • Maftiosi schrieb:

      ... dann erzählt der mir ja auch nicht eine X-beliebige Kriegsgeschichte, sondern genau diese eine. Das hat für mich einen ganz anderen Effekt.
      Normalerweise passiert dann aber genau das was This War of Mine nicht will. Diese eine Geschichte ist eben nur ein Geschehnis und das Erlebnis einzelner benannter Personen an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Es entfernt dich als Zuschauer und macht dich zum Beobachter, denn das bist nicht du sondern eben Dunkirk. Oder eben allgemein "die Anderen".

      Ich bin mir sicher dass die Psychologie sogar einen Begriff dafür kennt.

      Und ich bin sicher dass ein Film, der dir aufzeigt wie mit den Unbeteiligten an einem Krieg umgegangen wird, in einem Ort der aussieht wie Duisburg, in einer Zeit die die heutige sein könnte und mit Figuren, von denen du nicht mal den Namen erfährst atmosphärisch viel krasser auf dich persönlich wirken könnte als sich Dunkirk anzusehen.

      Ist jetzt vielleicht nicht das beste Beispiel, da Ort, Zeit und Figuren benannt werden, aber zumindest ein in die Richtung tendierendes Beispiel ist vielleicht "Tödliches Kommando / The Hurt Locker" von 2008. Die Figuren lassen sich austauschen aber sie zeichnen ein sehr gutes Bild davon, wie der Alltag von Bombenräumkommandos in Kriegsgebieten (hier glaube ich Afghanistan) ist. Man kann sich viel besser hinein versetzen wenn man selbst solch einen Job gewählt hätte, denn da gibt es nich den einen Helden, sondern hunderte oder vielleicht tausende. Weltweit sicher zehntausende und man könnte es viel eher selbst sein oder zumindest ein Freund, ein Cousin oder auch nur der ehemalige Klassenkamerad den man früher gemobbt hat.
    • @FischerZ

      @JanW hat deine Frage im Grunde schon beantwortet. Man kann keine Spielfiguren fest einem Mitspieler zuordnen.
      Die Zusammensetzung der Gruppe ändert sich während des Spiels.
      Das Prinzip ist dir vielleicht aus Winter der Toten bekannt?

      @Maftiosi
      Ich habe auch das Computerspiel vor 2 Jahren (?) gezockt und hatte erstmals keine Assoziationen mit Sarajevo verknüpfen können. Ich meine mich zu erinnern, dass selbst im PC-Spiel von einem namenslosen Krieg die Rede war. Ich selbst habe es immer mit dem Tschetschenienkrieg verknüpft, aufgrund des bekannten Bildes vom rauchenden und zerschossenen Büro- Wohnturm.


      Jedenfalls, trifft das Brettspiel die Stimmung und Thematik des PC-Spiels ganz gut. Die Problematik des Spiels ist anders gelagert und daher nicht für jeden geeignet bzw. empfehlenswert.


      Je weiter ich über die Thematik des Spiels nachdenke, komme ich zur Meinung, dass die Kernaussage, die das Spiel vermitteln möchte, nicht unbedingt das Medium Brettspiel als vermittelnde Instanz hätte wählen sollen.
    • @Machiavelli101
      Yep, genau das hat er und ich weiß Bescheid - das Prinzip aus WdT ist mir auch bekannt. Von daher kann ich mir das jetzt gut vorstellen.

      @SebastianW - Asmodee
      Ich weiß - das war ja auch keine Feststellung sondern eher eine Vermutung, da die APP ja ebenfalls zum Kickstarter gehört und somit eigentlich (...) mit dem Spiel veröffentlicht sein sollte und nicht (wesentlich?) später.

      JanW schrieb:

      Und das Spiel tut einiges, um dies sehr schwer zu machen.
      Das sollte es ja auch - daraus schöpft man ja eigentlich seinen Spielreiz. Ab und an übertreibt es "das Spiel" aber wohl ein wenig und die Motivation sinkt....so zumindest verstehe ich die bisherigen Aussagen und Rezensionen.
    • toomuchcoffeeman schrieb:

      Maftiosi schrieb:

      ... dann erzählt der mir ja auch nicht eine X-beliebige Kriegsgeschichte, sondern genau diese eine. Das hat für mich einen ganz anderen Effekt.
      Normalerweise passiert dann aber genau das was This War of Mine nicht will. Diese eine Geschichte ist eben nur ein Geschehnis und das Erlebnis einzelner benannter Personen an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit. Es entfernt dich als Zuschauer und macht dich zum Beobachter, denn das bist nicht du sondern eben Dunkirk. Oder eben allgemein "die Anderen".
      Ich bin mir sicher dass die Psychologie sogar einen Begriff dafür kennt.
      Es geht dir wohl um den von Brecht geforderten Verfremdungseffekt, wobei die hierfür notwendigen analogen Maßnahmen wohl nicht bei This War of Mine zu finden sind.

      Verfremdungseffekt - Lexikon der Filmbegriffe
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