[17/18] This War of Mine vs. Nemo's War

  • Hallo zusammen,


    Da Nemo's War noch ein paar Tage bei Kickstarter läuft, ist noch etwas Zeit für die Entscheidung. Ich würde mich gern für einen der beiden Titel entscheiden, denn obwohl #TWOM (This War of Mine) für 1-6 Spieler angegeben wird, schrieben ja schon viele, dass es auch eher ein Solitär-Spiel ist. Anders herum schrieben auch einige, dass man #NW (Nemo's War) auch ganz gut mit mehreren spielen könnte.


    Aus irgendeinem Grund fallen diese beiden Titel für mich also in dieselbe Nische. Das ist ja mein Steckenpferd.


    Positives gibt es vieles aufzuzählen, doch die Contrapunkte sind eigentlich interessant. Bei #TWOM steht mir manchmal das Thema im Weg und auch ein wenig die Glücksabhängigkeit, auch wenn diese Thematisch ist. Wenn einfach zu viele schlechte Karten hinter einander gezogen werden, wird man wahrscheinlich verlieren. Genau so wie es bei Pandemie passieren kann, wenn durch kurz aufeinander folgende Epidemien zu mehreren Ausbrüchen und Kettenreaktionen kommt. Bei #NW ist der größte Kritikpunkt die englische Sprache. Ich kann alles lesen und verstehen, dennoch ist es für mich eine Immersionshürde, wenn ich die Texte im Kopf erst "umdenken" muss - und genau so sieht es bei einigen Mitspielern aus.


    Was sagen denn die jenigen, die beide Spiele kennen?

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  • Vorweg, ich hab keinen Plan von Nemo's War, so dass ich hier nur für TWOM sprechen kann.

    Ob man TWOM nun alleine oder mit bis zu 6 Spielern spielt, ändert meiner Auffassung nach nicht das eigentliche Spiel, lediglich die Spielatmosphäre. Es ist halt schon etwas anderes, wenn man alleine versucht die Gruppe zu steuern, die Skripte ließt und würfelt. Hat man "Handlanger", die hier und dann vorlesen (aber halt nicht entscheiden) oder halt würfeln, so wird eine ganz andere Atmosphäre aufgebaut. Man freut/weint quasi miteinander, entzieht einem das Würfel recht usw. ;-)

    Ich finde es sehr thematisch sich mit mehreren abzusprechen, was man jetzt so machen möchte, da dabei durchaus mehrere Aspekte beleuchtet werden, so dass ein wirkliches Gruppengefühl aufkommt, was man alleine weniger hat. Daher würde ich TWOM als gutes Solo-Spiel ansehen, allerdings gefällt es mir mit mehreren besser. Ob das jetzt bei 4-6 dann eher zu hitzigen Diskussionen als zum eigentlichen Spiel führt kann ich allerdings nicht sagen.

    Bei drei Spielern kann man theoretisch auch noch in die Rolle einzelner Charaktere schlüpfen, was bei 4-6 halt schwerer möglich ist.


    Was den Zufall angeht .. nun, das ist nunmal die Spielmechanik. Sicherlich machen haufenweise schlechte Karten, dass Ganze zu einem eher frustrierenden Spielerlebnis, allerdings kann man ja "zurückrudern" und halt nochmal mischen/würfeln, sollte es irgendwann mal gut sein.

    Alternativ nen alten Spielstand laden oder halt von neu anfangen. Sofern es keinen stört ist das durchaus ok.

  • Spielt denn bei TWOM jeder Spieler einen eigenen Charakter? Und wenn dieser stirbt, dann ist das Spiel vorbei?


    Das ist ja im Grunde der Hauptkritikpunkt an dem kooperativen Modus von Nemo's War. Eigentlich gibt es ja nur die Nautilus. Wobei die verschiedenen Charaktere im Coop dann die Offiziere an Bord der Nautilus sind. Eigentlich nicht anders, als bei Robinson Crusoe...

  • Spielt denn bei TWOM jeder Spieler einen eigenen Charakter? Und wenn dieser stirbt, dann ist das Spiel vorbei?

    Nein, die Spieler spielen eine Gruppe von 3 Charaktere. Sterben während des Spiels alle Mitglieder dieser initialen Gruppe, so ists vorbei. Verliert man einen Charakter, so kann man über eine Aktion während des Tages sich wieder neue Charaktere ins Haus holen. Aber auch hier ists dann Zufall, wen man bekommt.

  • Also - was sind die Spieler denn dann? Götter? Schicksalsfeen??

    Bei TWoM sind die Spieler eigentlich aktive Leser einer live geschriebenen Geschichte. Man kann quasi die ganze Palette an Gefühlen, Zwängen und Ängsten miterleben, die die Protagonisten durchmachen.


    Es ist ein eigenes Spielprinzip, in dem man eben nicht einen persönlichen Charakter hat - das muss man mögen, oder aber eben nicht.

    Besonders ist es allemal.

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  • Innerlich tendiere ich aber sehr zu TWoM, wobei ich mir da jetzt erst mal wieder das PC-Spiel installiert habe.

    Ich liebäugle auch mit beiden Spielen, tendiere momentan aber eher zu Nemo's War. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich die digitale Version auch habe und mir daher die Frage stelle, welchen Mehrwert das Brettspiel für mich noch haben kann. Wohlgemerkt würde ich das solo spielen (ich glaube kaum, dass ich meine Frau dafür erwärmen kann).

    Was ich zu TWOM lese, lebt das Spiel von seiner Erzählung und der Atmosphäre und weniger von einer ausgeklügelten Brettspielmechanik. Daher denke ich, dass ich mit dem Spiel auf dem PC/Tabelt ausreichend bedient bin.

  • Innerlich tendiere ich aber sehr zu TWoM, wobei ich mir da jetzt erst mal wieder das PC-Spiel installiert habe.

    Ich liebäugle auch mit beiden Spielen, tendiere momentan aber eher zu Nemo's War. Vor allem vor dem Hintergrund, dass ich die digitale Version auch habe und mir daher die Frage stelle, welchen Mehrwert das Brettspiel für mich noch haben kann. Wohlgemerkt würde ich das solo spielen (ich glaube kaum, dass ich meine Frau dafür erwärmen kann).

    Was ich zu TWOM lese, lebt das Spiel von seiner Erzählung und der Atmosphäre und weniger von einer ausgeklügelten Brettspielmechanik. Daher denke ich, dass ich mit dem Spiel auf dem PC/Tabelt ausreichend bedient bin.

    Tatsächlich ist meine Freundin ähnlich drauf. Mit der kann ich auch keine Kriegsfilme gucken. Nicht mal Dunkirk (in dem niemand als "der Böse" denunziert wird). Nicht wegen der Gewalt, sondern weil es für sie unerträglich ist, dass Hollywood mit dem Leid anderer Menschen Millionen schäffelt.


    Ich sehe das ein wenig differenzierter, für mich ist das eher ein Andenken und ein Erinnern. Wenn die Macher davon davon auch noch leben können, umso besser. Black Hawk Down z.B. ist sehr nah an der Dokumentation der Geschehnisse geschrieben, Lone Survivor ist eine fantastische Verfilmung eines sehr guten Buches (das auch nicht nur Gut und Böse kennt). Ich sehe das eher wie in "Der 13. Krieger": "Ein Mann wäre unermesslich reich, wenn man seine Geschichte 'malen' würde."


    Aber nichts desto trotz würde ich zumindest sie nicht dazu bekommen, TWOM zu spielen. Bei Nemo's War sähe das wahrscheinlich anders aus. Ebenfalls sieht es bei mir so aus, dass ich die PC-Version habe und die schon recht selten spiele wegen der bedrückenden Atmosphäre. Ich finde es "interessant" zu spielen, aber Spaß ist anders. Da macht es eigentlich keinen Sinn etwas 2x zu kaufen, auch wenn es ein anderes Medium ist.


    PS: Wie kann es denn sein, dass man die 2nd Edition im Handel kaufen kann, wenn die gerade erst bei Kickstarter aktiv ist? Oder ist das bei Kickstarter schlicht ein Reprint und die voran gegangene Kampagne ist gar nicht die 1st Edition?


    EDIT: Hat sich erledigt, es ist ein 2. Printrun der 2nd Edition :)

  • Nemo's War habe ich schon ein paar mal mit Begeisterung gespielt und ist in meinen Augen auch eine reines Solospiel.

    This War of Mine habe ich bisher nur gespielt (mein Pledge ist immer noch nicht geliefert), aber da kam eher das Gefühl auf eine sehr gute Variante von Robinson Crusoe zu spielen. Was definitiv auch cool ist, aber halt locker mit 2 oder 3 gespielt werden kann.

    Ich werde beide nicht mehr aus dem Regal lassen.

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  • Also, aufgrund der Berichte u.a. von FischerZ habe ich mich dazu entschieden von #TWOM Abstand zu nehmen. Dazu steuert der Umstand, dass ich das Spiel schon mit allen Erweiterungen auf dem PC habe, vieles bei. Darüber hinaus kann ich dann auch eigentlich Robincon Crusoe spielen, was mich irgendwie daran erinnert.


    Bleibt nur die Frage, ob man #NemosWar mitnimmt oder nicht... teuer ist es ja nicht wirklich und gut sieht es auch aus. Wie ist das denn mit der Sprachbarriere? Ist das Spiel (thematisch passend) in altertümlichen Englisch geschrieben oder in modernem Englisch?

  • Bleibt nur die Frage, ob man #NemosWar mitnimmt oder nicht... teuer ist es ja nicht wirklich und gut sieht es auch aus. Wie ist das denn mit der Sprachbarriere? Ist das Spiel (thematisch passend) in altertümlichen Englisch geschrieben oder in modernem Englisch?

    Die Spielregeln und Begriffe sind in modernem Englisch geschrieben - aber wenn ich es richtig gesehen habe, dann sind die Ereigniskarten immer mit Auszügen aus dem Buch versehen, sowie einer passenden Illustration.

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  • Also auf Boardgamegeek findet man relativ viel, auf Youtube gibt es eine Vielzahl von Regelvideos oder Let's Plays - oder was genau suchst du? Ich finde jetzt nicht, dass die Informationen zum Spiel spärlich sind. Ich kann mir jedenfalls ein ganz gutes Bild machen (und bin daher vermutlich raus, nach meinem Empfinden ist mir der Kampfanteil zu hoch, ich hätte lieber auch ein Spiel, dass (noch) mehr den Wert auf Exploration und Erkundung legt). Da ich wirklich mehr als genug (Solo-) Spiele hier habe, ist es auch mal an der Zeit zu passen.

  • jws

    Das siehst Du richtig mit dem Kampf! Essentiell für einen Sieg ist das Füllen des Tonnage-Tracks, um da einen "Löwenanteil" an Siegpunkten zu sammeln!

    Andernfalls sind Success und Triumph kaum möglich...

    Wie spielt das denn mit den unterschiedlichen "Gesinnungen" zusammen?


    Wenn Du folgendes bestätigen könntest, bin ich dabei: Auf mich wirkt das Spiel gerade etwas wie eine Mischung aus 7th Continent und Robinson Crusoe. Soll heißen relativ abstraktes Board, aber viel Story und Entscheidungen (auch Proben).


    Ist das in etwa korrekt?

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