[Kickstarter] Edge of Darkness (John D. Clair, AEG)

  • Heute gestartet, das neue Spiel vom Autor von Mystic Vale:



    Das ist das Spiel, das eigentlich zuerst von John D. Clair bei AEG untergebracht wurde, aber AEG hat dann das im Vergleich zu #EdgeOfDarkness deutlich einfachere #MysticVale erstmal vorweg geschoben, um das "Card Crafting System" am Markt einzuführen.


    Regeln: Dropbox - EoD_Rules PRINT.pdf

    (Gerade erst runtergeladen; bitte noch nicht fragen, was ich davon halte... ;) )

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  • Was hälst du eigentlich davon? :p


    Das Spiel stand eigentlich auf meiner Must have Liste. Diese Kampagnenaufbau macht mich allerdings stutzig. Es ist auch gar nicht der Preis, der mich stört. Ea ist vielmehr dieses merkwürdige eine Pledge Level und das Fehlen irgendwelcher Videos (man vs meeple wird wohl kaum zählen)

    Das Spiel sieht ja erstmal ziemlich interessant aus, finde ich. Weiß noch nicht, was ich daraus mache.

  • Das Spiel sieht interessant aus und ist den in der Deluxe-Version aufgerufenen Preis (v.a. aufgrund des aktuellen Dollar-Kurses) wohl auch wert. Mich stören eher die 15 Monate, die es noch bis zur Auslieferung dauern soll. Wenn man die eigentlich unvermeidbaren Verzögerungen dazurechnet, kann man realistisch von Essen 2019 ausgehen. Was soll da denn bitte schön noch so ewig lange dauern, v.a. wenn man es eh schon drei Jahre lang in der Schublade liegen hatte?!


    Ich kann mittlerweile dem ganzen Kickstarter-Gedöns immer weniger abgewinnen. Bei fast jeder Kampagne, die ich mir in den letzten Wochen angeschaut habe, ging der Daumen nach unten und der Geldbeutel blieb zu. Wie geht es Euch da?

    BGG-User: Cyberian (habe mehr als 500 Spiele im Tausch abzugeben und freue mich über jedes Angebot!)

    Einmal editiert, zuletzt von Cyberian ()


  • Bei fast jeder Kampagne, die ich mir in den letzten Wochen angeschaut habe, ging der Daumen nach unten und der Geldbeutel blieb zu. Wie geht es Euch da?

    Teils/teils. Man muss selektieren. Endeavor oder Prehistory werde ich mir z.B. schenken. Aber das hier hat gute Chancen, denn Mystic Vale fand ich schon gut. Meiner Meinung nach sind da viele Spieler auf der Stufe "Dominion? Gewinnt man doch immer mit der Geldstrategie!" stecken geblieben und haben gar nicht begriffen, wa da an strategischen und taktischen Möglichkeiten wirklich drin steckt. Insbesondere, wann es sich lohnt, beim Aufdecken auf Risiko zu gehen, und wann nicht.


    Mystic Vale hätte einem zugegebenermaßen manches beim Einstieg leichter machen können und Pegasus hat bei der deutschen Lokalisierung mit der verschlimmbesserten Regel (u.a. Umstellung des Rundenablaufs im Vergleich zum englischen Original!) auch etwas Mitschuld an der im internationalen Vergleich eher mäßigen Rezeption des Spiels hierzulande, aber grundsätzlich halte ich Mystic Vale schon für ein gutes Spiel eines cleveren Autors.


    Edge of Darkness scheint mir jetzt noch mehr auszunutzen, was das "Card Crafting System" an Möglichkeiten bietet, der Deckbau an einem gemeinsamen Deck gefällt mir, und wenn man AEGs vorherigen Kickstarter Thunderstone Quest (KS-Link) als Maßstab nimmt, dann ist damit zu rechnen, dass da noch einiges an Stretch Goals dazukommt, so dass das auch preislich noch attraktiver werden dürfte.

  • Nur mal zur Einordnung: Mystic Vale könnte man im direkten Vergleich als Familienvariante bezeichnen, während Edge of Darkness wohl ein Expertenspiel sein wird.

    Was soll da denn bitte schön noch so ewig lange dauern, v.a. wenn man es eh schon drei Jahre lang in der Schublade liegen hatte?!

    Du hast da etwas falsch verstanden. Vor 3 Jahren existierte ein weit fortgeschrittener Prototyp von Edge of Darkness. Das heißt aber nicht, dass das Spiel damals schon veröffentlichungsreif und fertig war.


    Bei einem Spiel dieses Komplexitätsgrads ist der Feinschliff der letzten paar Prozente mega-zeitaufwändig. Und wenn man dann noch die Erfahrungen von Mystic Vale einfließen lässt, könnte dies zu weiteren Überarbeitungen und Verbesserungen geführt haben.


    Mir ist lieber, der Verlag nimmt sich die Zeit, bis er sicher ist, dass das Spiel "fertig" ist, als dass er es schnell und "unfertig" rausbringt. Und so sollte eigentlich jeder denken.

    André Bronswijk
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

  • Mich schreckt der Preis etwas ab aktuell. Ich kann mir zwar vorstellen, dass das Material das Wert ist und auch durch SGs noch genug dazukommen könnte, um es zu rechtfertigen, aber den Betrag habe ich gerade einfach nicht locker genug, um hier zu investieren. Weiterhin würde ich lieber eine deutsche Version davon haben, einfach um genügend Mitspieler sichern zu können. Mystic Vale ist nämlich bei meinen Freunden mehrheitlich durchgefallen (ohne dass ich mitgespielt habe), einfach weil ihnen der Verwaltungsaufwand für das relativ kurze Spiel zu hoch war: Karten basteln und am Ende vor allem alles wieder auseinander machen etc. So war jedenfalls die Rückmeldung. Habe daher ein wenig Angst, mit Edge of Darkness jetzt auf die Nase zu fallen, da es dann vielleicht niemand spielen will (Englisch+Probleme mit Mystic Vale+Vorurteile). Dann habe ich das Geld investiert UND solange gewartet, beides für "Nichts". Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es solo so viel Spaß macht...Deckbuilder-artige Spiele habe ich lieber im Mehrspielermodus.

    Ansonsten warte ich aktuell einfach mal auf eine deutsche Version, spiele diese dann selbst an und entscheide mich danach zu einem Kauf oder nicht. so kann ich vielleicht die anderen auch noch besser überzeugen, es (mal) mitzuspielen :)

    Dennoch viel Freude allen Backern, wollte das Spiel jetzt niemandem madig machen oder so. Kann bestimmt großartig sein.

    Lg

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  • Vielleicht möchte sich jemand das Spiel von einer netten Dame erklären lassen.

    Geek & Sundry machen meiner Meinung nach sehr schöne Erklärvideos:



    Ich würde gern mal deren Studio sehen, was das Licht anbelangt. Das scheint perfekt ausgeleuchtet und es gibt kaum Schattenwurf. Ziemlich professionell!


    Was das Spiel anbelangt... irgendwie interessant, allein wegen der Größe, aber nach meiner neuen Kickstarter-Richtlinie warte ich auf den Retail :)

  • Dass man nochmal $40 mehr zahlen soll, um das komplette Spiel zu haben, ist das eine. Noch viel fragwürdiger finde ich aber das Drumherum, nämlich dass erstens das Ganze erst eine Woche vor Kampagnenende kommt und dass zweitens Kickstarter-exklusive Inhalte drin sind. Für mich ein Fall von


    :cashcow:


    und das gefällt mir ganz und gar nicht. Zumal die Versandkosten auch noch nicht fix sind und da noch unangenehme Überraschungen im Pledge Manager drohen, erst recht, wenn man Add-Ons dazubestellen möchte. Mal drüber schlafen. Gut möglich, dass ich morgen viel Geld gespart habe. Tendenz geht zum Canceln.


    Schade. Vor Beginn der Kampagne hatte ich große Hoffnungen; Edge of Darkness war eine meine großen Kickstarter-Hoffnungen für dieses Jahr. Aber so wie das hier seit Kampagnenstart läuft, geht meine Lust auf dieses Spiel immer mehr runter. Mehr und mehr Plastik kommt dazu, aber irgendwie lässt mich das alles eher kalt. Bei all-in sind wir inzwischen bei einer Geldsumme, die ich für ein unbekanntes Spiel einfach nicht im voraus auf den Tisch legen möchte.


    Ja, der Gegenwert ist zwar da, aber was soll ich mit dem ganzen unbekannten Zeugs? Mit den ganzen Locations im Basis-Pledge, den zusätzlichen in Deluxe-Pledge, Stretch Goals und jetzt noch im Add-On fühlt sich das alles inzwischen so an, als ob man mit ein Spiel mit drei bis fünf Erweiterungen gleichzeitig per Crowdfunding finanzieren wollte. Warum?! Warum nicht erstmal eine vernünftige Menge Inhalt, und wenn das Spiel gut ist und sich gut verkauft, dann die nächste Kickstarter-Kampagne für eine Erweiterung hinterher. Das wäre der richtige Weg. Oder zumindest mal ein Weg, der mich eher überzeugen würde.


    Weniger wäre hier mehr gewesen. Nicht erst seit heute, aber mit dem $40 Erweiterungs-Add-On hat das AEG heute nochmal jedem noch selbständig denkenden Backer in die Köpfe gehämmert. Meiner Meinung nach ein selten dämlicher Schachzug. Aber es kommt anscheinend an, die Pledge-Summe geht hoch, die meisten Backer wollen sich wohl melken lassen. Naja. Vermutlich ohne mich. Geld gespart.

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  • Warum nicht erstmal eine vernünftige Menge Inhalt, und wenn das Spiel gut ist und sich gut verkauft, dann die nächste Kickstarter-Kampagne für eine Erweiterung hinterher. Das wäre der richtige Weg. Oder zumindest mal ein Weg, der mich eher überzeugen würde.

    Ohne die Kampagne schönreden zu wollen - war nicht gerade das einer der Hauptkritikpunkte an Mystic Vale? Dass die Erweiterung schon Teil des Grundspiels hätte sein sollen?


    Ich halte den 60 Dollar Pledge mit 12 Locations, wobei immer 10 mitspielen, für nicht ausreichend Content. Der 100 Dollar Pledge ohne Erweiterung mit jetzt 27? Locations. Das ist sicherlich ausreichend und eine Erweiterung entsprechend unnötig.

  • war nicht gerade das einer der Hauptkritikpunkte an Mystic Vale? Dass die Erweiterung schon Teil des Grundspiels hätte sein sollen?

    Jein. Mystic Vale (Grundspiel) kann man meiner Meinung nach nicht mit einem normal-üblichen Spiel vergleichen, weil es erstmal einfach nur das Card Crafting System einführen sollte. Siehe z.B. auch Dominion. Da ist das Grundspiel im Vergleich zu Intrige, Seaside und allem danach auch eher einfach gestrickt. Karten mit "wähle X oder Y" sind z.B. ganz bewusst allesamt in dem Intrige-Set gelandet. Finde ich auch nicht verkehrt so. Dass AEG gerne mal in recht kurzer Zeit viele eher kleine Erweiterungen auf den Markt haut, ist ein anderes Thema. Dickes Lob hier an Pegasus, dass die ersten beiden Mystic Vale Erweiterungen auf deutsch in einer günstigen Box erschienen sind.


    Ich finde Mystic Vale besser als die meisten deutschen Reviewer und habe auch schon ein paar mal was bei Unknowns darüber geschrieben. Ich finde MV jetzt nicht überragend, aber doch gut bis sehr gut, und vor allem auch manchmal unterschätzt von Leuten, die nur an der Oberfläche gekratzt haben. Probleme würde ich weniger in der Beschränktheit des Grundspiels sehen, sondern eher mehrere kleinere Problemchen, nämlich

    • Ein gemessen an der Spielzeit grenzwertiger Verwaltungsaufwand von Aufbau bis Zerlegen und Sortieren der Decks am Ende.
    • Eine gewisse Tendenz zu einem Runaway Leader Problem; Spiele können früh entschieden sein (und dafür dann zu lange dauern).
    • Die strategische Ebene ist wenig intuitiv (und ja, ich meine wirklich Strategie, die gibt es, es ist kein reines Taktikspiel!)

    Von Edge of Darkness hatte ich mir so ein bisschen erhofft, dass es die Stärken von Mystic Vale ohne dessen kleinere Schwächen hat.

    Also back on topic: Das Spiel braucht 10 locations. Mit all-in sind wir jetzt bei 50, incl. je einer KS-Exklusiven aus Deluxe-Pledge und teurem kostenpflichtigen Add-On. Ich lege auf Variation und Wiederspielreiz viel Wert. Aber fünfmal so viele wie benötigt findet ich dann doch etwas übertrieben. Das spricht nicht gerade für Streamlining, sondern signalisiert mir eher ein "alle Karten-Ideen werden irgendwo verwurstet".

  • ich hab mich schweren Herzens auch aus der Kampagne verabschiedet. 174$ plus Porto für ein, prinzipiell, Kartenspiel ist mir echt zu hart (die Sleeves wären für mich bei dem Preis ein Muss). Ich warte mal auf Retail und kauf mir für das Geld lieber zwei andere Spiele. Diese Kampagne ist wieder ein Beispiel dafür, warum ich Kickstarter so wenig abgewinnen kann. Dieses Gehype mit Stretchgoals und wie diese nacheinander in dutzenden Updates angekündigt werden, löst rein gar nichts außer genervte Blicke in mir aus. Immer schön die teure Karotte dem Esel vor die Nase halten. Dann diese teilweise vollkommen dümmlichen Abstufungen der pledge levels, bei welchen einem für geringere Beiträge gefühlt unvollständige Spiele vorgesetzt werden.


    Da finde ich so eine Kampagne wie Architects of the West Kingdom doch direkt fantastisch.

  • Tja, cookiemonster , im Prinzip bin ich da 100% bei dir. Nur ist Architects dann eine Art Spiel, die man schon dutzendweise zuhause hat. Nur weil das über die Sammelbestellung supergünstig ist, wird es dadurch noch lange nicht zum guten Spiel. Und braucht man wirklich noch das drölf-dutzend-plus-erste Worker Placement Spiel mit Ressourcenkonvertierung in Siegpunkte?


    Das Edge of Darkness hier hätte das Zeug dazu, mal ein etwas anderes, ein besonderes Spiel zu sein. Meine Tendenz ist im Moment, mit $100 plus Porto dabei zu bleiben und den ganzen Add-On-Krempel stumpf zu ignorieren, so als hätte es ihn nie gegeben.

  • Klar. Vom Spiel her ist das was anderes. Mir ging es in meiner Aussage lediglich um den Aufbau der Kampagnen an sich. Wie die Qualität des Spiels ist, ob das irgendwie neu und innovativ ist oder mehr vom Gleichen, darauf wollte ich gar nicht hinaus. Ich finde einfach nur die Kampagne von Edge of Darkness seit Tag 1 fragwürdig und vollkommen unprofessionell. So geht es mir mit den allermeisten Brettspielkampagnen (was anderes habe ich noch nicht gefördert). Beim Gegenbeispiel weiß man ab Tag 1 was man bekommt, dass es keine Exclusives gibt und was das kostet. Die Kampagne ist übersichtlich und man wird nicht mit Updates vollgespammt. Quasi der exakte Gegenentwurf zu dem chaotischen Haufen bei EoD. Mich wundert immer wieder wo die so lausige Projektmanager herbekommen.

  • Ich finde einfach nur die Kampagne von Edge of Darkness seit Tag 1 fragwürdig und vollkommen unprofessionell.

    Die Kampagne wird zwischen 400K und 500K Dollar einwerben. Da kann man, glaube ich, nicht von "unprofessionell" sprechen. Der Erfolg gibt ihnen da schlicht und einfach recht. Kampagnenseite schon an Tag 1 in sehr gutem Zustand, incl. paid previews namhafter Reviewer, genügend Hype vorab generiert, gute Betreuung der Kampagne auf BGG, KS & Co -- das war schon absolut professionell von AEG. "Unprofessionell" würde ich da eher Kampagnen wie Monumental nennen, die durch eigene Fehler um die Finanzierung bangen müssen.


    Ich beobachte aber zunehmend, dass sich die "alte Hasen" unter den Crowdfunding-Unterstützern von den mittlerweile etablierten Mechanismen des Geldmachens bei Kickstarter irritiert bis angewidert abwenden. Siehe z.B. auch das

    Ich kann mittlerweile dem ganzen Kickstarter-Gedöns immer weniger abgewinnen.

    schon in Beitrag #4 in diesem Thread. Durch die immer extremere Materialschlacht-Welle haben Kickstarter-Spiele mittlerweile mit mehreren Hundert Dollar pro Kampagne auch einfach ein Preisniveau, wo man automatisch irgendwann mit dem Nachdenken anfängt.

  • Es gibt für mich Riesenunterschiede zwischen professionell und kommerziell erfolgreich. Das nur am Rande. Mag sein, dass meine Ansprüche da zu hoch sind und mir der Vergleich mit Kampagnen vor 2016 fehlt, allerdings empfinde ich solche Strukturen nach meinen Erfahrungen in anderen Industrien nicht besonders professionell. Da ist die Präsentation des Produktes und des Unternehmens für mich noch stark ausbaufähig. Und ja, es gibt schlimmere KS Kampagnen, sogar deutlich und vielleicht ist die Kampagne auch nach KS Maßstäben ganz gut präsentiert. Das wäre dann allerdings für mich auch wieder ein Punkt, der das Konstrukt Kickstarter abwertet.

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  • AEG ist in dieser Kampagne schon erstaunlich transparent, etwa bei der Positionierung der Stretch Goals. So wurde z.B. ganz offen angekündigt, dass die Stretch Goal Abstände erhöht werden müssten, weil die Kampagne zu gut liefe. Zuletzt sogar in der Form, dass das Erreichen des aktuellen Stretch Goals für Montag geplant gewesen wäre und man deshalb erstmal noch keine Zielsumme dranschreiben könnte. Begründung: wir brauchen unsere Stretch Goals genau an der zuvor geplanten Stelle, damit auch die Backer, die erst in der letzten Woche zur Kampagne dazustoßen, "an dem Erlebnis Kickstarter teilhaben und sich auf die Erreichung interessanter Stretch Goals freuen können". Hier wird ganz klar die Crowdfunding-Kampagne selbst als Event verkauft. Überhaupt nicht meine Welt, aber so muss man es anscheinend machen, wenn man in der halbe-Million-Dollar-Liga mitspielen will.


    Wohlgemerkt: das Besondere für mich ist nicht, dass AEG es so macht. Diese "Eventisierung" betreibt jeder in dieser Liga. Da wird detailgenau mit den Stretch Goals ein Kampagnen-Erlebnis orchestriert (und ich wundere mich dann immer wieder über die Naivität von so manchem Backer, der meint, Stretch Goals würden spontan auf Backerwunsch vom Himmel fallen). Das Besondere an dieser speziellen Kampagne hier ist nur, wie offen die bei AEG das kommunizieren.


    Meiner Meinung nach betreibt AEG diese Kampagne hochprofessionell. Man könnte höchstens als wenig professionell kritisieren, dass sie zu offen und transparent sind, anstatt den Backer ihre Illusionen und Traumvorstellungen über den Ablauf von Kickstartern zu lassen. Also so wie etwa CMON das macht, wenn von drei Dutzend Stretch Goals drei irgendwelcher Kleinkram sind, der auf Backer-Input während der Kampagne zurückgeht, was aber dann sofort von allen Fanboys als unglaubliche Kundennähe abgefeiert wird.

  • Interessant. Eine Kampagne, die ein unvollständiges Spiel für einen reduzierten Betrag anbietet, eine relativ unübersichtliche Kampagnenseite hat, die Backer am Anfang über die zu erwartenden Stretchgoals ziemlich im Dunkeln lässt und inwiefern diese den Zusatzbeitrag rechtfertigen könnten, unnötigen Plastikmüll (diese Minis *würg*) schon ziemlich zu Anfang in die Kampagne nimmt, weil Plastik, egal welcher Qualität, scheinbar gerade der Weg ist Leute anzuziehen, irgendeinen Praktikanten in die Kommentare setzt, der 1/3 der Zeit darauf verweist, dass er die Fragen nicht beantworten kann, weil er keine Ahnung hat und die Backer mit Updates zuspammt für jedes noch so kleine einzelne Stretchgoal, ist hochprofessionell? Ich sage gar nichts über das Produkt, das finde ich nämlich gut, aber wenn man ziemlich schnell so offensichtlich merkt, dass der Kunde einfach nur gemolken werden soll, frage ich mich ob andere Wege nicht sogar kommerziell erfolgreicher gewesen wären.

  • So weit liegen wir gar nicht auseinander. Ich stimme dir 100% zu, dass diese Kampagne die Backer bis zum Anschlag melken soll. Mir gefällt das auch nicht. Aber der Erfolg gibt ihnen irgendwo recht. Die Kundschaft verlangt nach dieser Eventisierung und die Macher liefern genau das. Für das, was du meinst, ist "(un)professionell" nicht das richtige Wort. Du argumentierst strikt moralisch. Das ist eine andere Kategorie als Professionalität.

  • Die Moral spielt für mich in der Beurteilung als unprofessionell nur eine untergeordnete Rolle. Was dort verkauft werden soll ist ein Produkt. Was man verkauft ist ein Event. Und das auf so diletantische Weise, dass jedem halbwegs intelligentem Menschen ins Gesicht geschrien wird, dass man das Geld aus ihm oder ihr herauspressen will. Wenn ich das anständig mache und nicht jeden kleinen Minifurz als Erfolg versuche zu verkaufen, sondern dem Kunden tatsächlich den Eindruck vermittel, dass er von mir das beste Produkt zu einem Superpreis bekommt ohne ihn oder sie mit Informationen zu überlagern, dann bin ich am Ziel. AEG macht das quasi nicht. Wenn man die Aufmerksamkeitsspanne einer Pushnachricht hat, mag das der Weg sein und sollte das bei KS so funktionieren, bin ich im Unrecht.

    Ich habe schon ein paar Freunden die Kampagne gezeigt und gefragt, ob sie nicht Interesse haben, weil ich das Produkt für gut halte. Die haben auf Grund des Aufbaus der Kampagne dankend abgelehnt (und der Faktor ist nicht der Kostenpunkt). Meine Theorie lautet deshalb: mit einer vernünftig gestalteten Kampagne erlöse ich mit diesem Produkt deutlich mehr.

  • Ein reduziertes Grundspiel im einmaligen Kickstarter anzubieten, halte ich auch für unsinnig. Wo will man denn später die Erweiterungen herbekommen?

    FFG ist auch so ein Weltmeister mit unvollständign Grundboxen ala X-wing , Armada .und jetzt Legion. Mit dem Unterschied, das man alles später im Laden dazu kaufen kann.


    Vielleicht ist das auch schon der allgemeinen Preiserhöhung geschuldet, denn in Deutschland sollen die Preise von Brettspielen ja viel zu billig sein.

  • Wieso "einmaliger Kickstarter"? Das hier ist keine reine KS-Kampagne, sondern erscheint auch als Retail-Version, zumindest in Teilen. Verwechselst du das vielleicht mit Monumental im Thread nebenan?


    Im Übrigen halte ich die Charakterisierung des Basis-Pledge-Levels als "reduziert" für nicht so ganz zutreffend. Im Spiel braucht man 10 "locations". Das Grundspiel bringt 12 mit. Da ist schon ein wenig Variabilität da; andere Spiele haben weniger. Wenn man mit Deluxe-Pledge, normalen Stretch Goals, KS-Exclusives und kostenpflichtigem Erweiterungs-Add-On auf 50 Locations kommt, dann ist für mich weniger das Grundspiel "reduziert", sondern eher das Gesamtpaket aufgeblasen. Aus dem ganzen (nicht-exklusiven) Zeugs wird AEG ganz sicher eine handvoll Erweiterungen für den Retail-Bereich basteln, wenn sich das Spiel halbwegs ordentlich verkauft.


    Zur Kostenseite schreibt AEG übrigens auch immer wieder, dass doppelseitig bedruckte Einschubfolien (wie sie in EoD vorkommen) rund doppelt so teuer in der Herstellung wären wie die einseitig bedruckten Folien von Mystic Vale. Ich kann es nicht wirklich beurteilen, aber für mich klingt das schon plausibel.

  • ich hab mich schweren Herzens auch aus der Kampagne verabschiedet. 174$ plus Porto für ein, prinzipiell, Kartenspiel ist mir echt zu hart (die Sleeves wären für mich bei dem Preis ein Muss).

    Zitat der entsprechenden Stelle, damit du es ggf. noch rechtzeitig vor Kampagnenende (in 11 Stunden) mitbekommst. Seit kurzem gibt es einen neuen all-in Pledge Level (Deluxe-Stufe des Spiels, Erweiterung, Münzen, Sleeves) für $159 statt $174 (jeweils plus Versand). AEG scheint gemerkt zu haben, dass sie mit den Add-Ons preislich etwas hoch lagen und wollen jetzt Deluxe-Backer auf all-in ziehen. Je nachdem, wie man rechnet, sind das entweder $15 = 9% Set-Rabatt auf alles oder die 300 "tarot sized" Sleeves, die normalerweise als Add-On eben diese $15 kosten würden, gratis dabei.

  • ich hab mich schweren Herzens auch aus der Kampagne verabschiedet. 174$ plus Porto für ein, prinzipiell, Kartenspiel ist mir echt zu hart (die Sleeves wären für mich bei dem Preis ein Muss).

    Zitat der entsprechenden Stelle, damit du es ggf. noch rechtzeitig vor Kampagnenende (in 11 Stunden) mitbekommst. Seit kurzem gibt es einen neuen all-in Pledge Level (Deluxe-Stufe des Spiels, Erweiterung, Münzen, Sleeves) für $159 statt $174 (jeweils plus Versand). AEG scheint gemerkt zu haben, dass sie mit den Add-Ons preislich etwas hoch lagen und wollen jetzt Deluxe-Backer auf all-in ziehen. Je nachdem, wie man rechnet, sind das entweder $15 = 9% Set-Rabatt auf alles oder die 300 "tarot sized" Sleeves, die normalerweise als Add-On eben diese $15 kosten würden, gratis dabei.

    und ziehen sie dich dahin?

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  • Ne, leider nicht. Trotzdem danke, MetalPirate

    Ich wollte es lieb gewinnen, es war für mich extrem weit oben für die meisterwarteten Spiele dieses Jahr. Aber sie Kampagne fand ich echt zum Abgewöhnen. Ich habe nicht mal Zweifel, dass das Spiel gut ist und das der Preispunkt für die Aufwändigkeit der Folien gerechtfertigt ist, aber trotzdem habe ich am Ende einen, im weitesten Sinne aufgeblähten, Deckbuilder. Diese Gimmicks wie Plastikminis, dieser Würfelturm oder halt Plastikcoins (wenn man dann Metalcoins kaufen kann) machen für mich irgendwie gar nichts. Die Gameplay Videos haben mich jetzt auch nicht so sehr in Ekstase versetzt, das ich neben einer guten Basis etwas so herausragendes gesehen hätte, dass ich da rein muss. Ich bin mir sicher, dass ich mal dazu kommen werde, es zu testen. Wenn ich dann feststelle, dass es doch der superbesondere Deckbuilder ist, gebe ich halt ein paar Euros mehr aus und kaufe den Kram retail. Aktuell empfinde ich aber das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ausreichend. Dazu noch der negative Geschmack der Kampagne. Insgesamt hält es mich schweren Herzens davon ab und ich hoffe für jeden einzelnen Backer hier aus dem Forum, dass ich mich täusche.

  • Hillbilly : Ja, ich bin all-in dabei. Wie immer bei Set-Rabatten kann man natürlich darüber streiten, ob man alle enthaltenen Komponenten wirklich braucht. Solche rabattierten All-in-Angebote dienen ja in der Regel dazu, dass man sich teure Preise schön rechnen soll, indem man freiwillig sogar noch mehr bezahlt, als man eigentlich will, indem man zusätzlich noch Zeugs kauft, das man eigentlich gar nicht haben wollte. ;) Aber in dem Fall finde ich das Angebot durchaus interessant. Mit $100 wäre ich eh dabei gewesen. Nur auf die Add-Ons gerechnet ist 59 statt 74 Dollar immerhin knappe 20% Rabatt. Attraktiv genug für mich, weil es etwas zu teure Add-Ons zu guten Angeboten macht.


    Metallmünzen habe ich zwar schon mehr als genug, aber hier gibt es die Denominationen 1/4/10. Die 4er, weil 4 Geld ein Siegpunkt sind. Also jede 4er-Münze am Ende ein Siegpunkt. Da sehe ich schon einen Mehrwert drin. Bei den Werten 1/5/10 wären die Münzen nicht so interessant gewesen.


    Über die Nützlichkeit der 300 Sleeves kann man mindestens genauso streiten. Die wird man niemals nur für Edge of Darkness brauchen. Ist ja nicht zum sleeven von irgendwelchen Karten, sondern nur reiner Ersatz für bereits enthaltene Sleeves. Dafür sind es eigentlich viel zu viele; das Spiel selbst hat ja nur 50 Sleeves, weniger als Mystic Vale, und die deutsche Mystic Vale Version von Pegasus bringt ja auch schon Ersatz-Sleeves mit. Aber 70mm x 120mm Kartengröße ist kein völlig exotisches Format, sprich: die werden schon irgendwie verwendet werden. Auch bei den Hüllen sehe ich den Gegenwert.


    Die Add-On-Erweiterung ist mit $40 natürlich arg teuer, aber wenn ich Mystic Vale in der AEG-Version als Maßstab nehme, wird's Retail sicher nicht billiger (und ob Pegasus den Kram komplett lokalisiert, ist wie immer bei Lokalisierungen großer Reihen fraglich). Man hätte dann natürlich abwarten können, ob das Spiel an sich etwas taugt. Das ist das Einzige hier, was mir ein bisschen Bauchschmerzen bereitet: ich backe gefühlt ein Spiel mit rein mengenmäßig sofort 3 bis 4 Erweiterungen dabei. Zusammen wohl 50 locations, obwohl man nur 10 pro Spiel braucht. Aber ich bin eigentlich ganz guter Hoffnung, dass das Spiel an sich etwas taugt. Für mich ist Edge of Darkness das erste Spiel, dass dieses Card Crafting System wirklich ausnutzt, um daraus ein anspruchsvolles Kenner- bis Expertenspiel zu machen.

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